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Dienstag, 5. August 1919

Erstes Blatt

169. Jahrgang

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im Friedens vertrag auferlegten Besatzungstruppen sofort zurückgezogen weiden würden. Wenn Deutschland zu einem früheren Termin den Beweis seines guten Willens und die erforderlichen Ga­rantien gegeben hat, um die Ausführung dieser Verpflichtung sicherzustellen, werden die daran interessierten alliierten und assoziierten Mächüej bereit sein, unter sich ein Abkommen zu treffen.

Erleichterung sind in verschiedenen Städten Zentralen des Ausschusses eingerichtet wor­den, z. B. in Husum, Schleswig, Kiel und ...... Berlin C. 2, Burg-

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Ter Siebener Anzeiger erscheint täglich, anher Sonn- und Feiertags, vezvgsprekr:

»nonatl. All. 1.60, viertel- jährlich Akt. 4.80; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Mk. 1.50; durch diePost Mk. 4.50 viertel- jährl. auSschl. Bestellg. stenifprech - Anschlüsse: iür dieSchristleitu,^H2 Oerlag,Geschaitesleile51 AnschrsttsürDrabinach- nchten: Anzeiger Stehen.

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Der Mdenrvertrag.

Italien vor der Ratifizierung.

B e r n, 4. Aug. (Wolff.) Nach Meldungen der Mailänder Blätter ist gestern in der italieni- schenKaurmer der Gesetzentwurf zur Ratifizie- des Friedensvertrages eingebracht ^rden. In dem Entwurf, der nur einen Artikel Trchäll, befürwortet Ntttr die baldige RaLllÄerunL.

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Bern, 3. Aug. (WTB.) Schweizerische De­peschenagentur. Ter Bundesrat bat heute in zwei außerordentlichen Sitzungen den Text der Botschaft betreffend den Beitritt der Schweiz zum Völker­bund behandelt und einstimmig den Beschluß ge­faßt, bei den eidgenössischen Räten den Beitritt zu beantragen in der <£-orm eines Zusatzartikels

Bundesverfassung.

» Vor Unruhen in Amerika.

Amsterdam, 4. Aug. (Wolff.) LautTele- grdaf"' veröffentlichte der Vorsitzende des Bundes amerikanischer Eisenbahnarbeiter, - William Lee, eine Erklärung über die Löh ne beidenEisen- bahnen und sagte darin, daß Amerika wegen der Beunruhigung, die die Folge der Teuerung sei, dem Aufruhr näher sei, als je. Wenn dieser Beunruhigung nicht durch gemeinsame An­strengungen des Kapitals und der Arbeit entgegen­gearbeitet werde, würden in Amerika Unruhen entstehen, wie man sie dort noch mtfyt erlebt habe.

Wash in,g ton, 4. Aug. (Wolff.) Um die Kosten für den Lebensunterhalt herabzusetzen, ord­nete das Kriegsamt den sofortigen öffentlichen Verkauf aller für das .Heer angekaufcen Mehrbestände an Lebensmitteln an.

Streiks in England.

London, 4. Aug. (WTB.) Reuter. 600 Lokomotivmaschllnsten und Heizer, die am Guter- bahnhof der Mine Elms beschäftigt sind, sind gestern um Mitternacht in einen Sympathiestreik mit der Gewerkschaft der Polizisten ein getreten. Infolgedessen mußte der Dienst auf der Londoner Südloestbahn eingeschränkt werden.

Im Verlaus von wlldett Szenen und Plün­derungen, die sich am Samstag abend und Sonntag morgen im Arbeiterviertel von Liverpool ereigneten, fände:! 200 Verl-aftungen statt. Weitere 1600 Mann Truppen sind in Liverpool einge- trofsen. Tie Behörden hof'en, die Ordnung nun­mehr aufrechterhalten zu können. Auf einer Ver­sammlung der Gewerkschaftler in Liverpool wurde gestern der allgemeine Sympathiestreik mit der Gewerkschaft der Polizisten beschlossen. In Bir­mingham sind 400 Polizisten in den Ausstand getreten. Gestern plünderte dec Mob die Läden in Birkenhead.

Die französischen Wahlen.

Paris, 4. Aug. (Wolff.) Havas. Dem Temps" zufolge )ollen die Senatswahlen am 14. Dezember stattfinden. Nach einer Er­klärung Clemenceaus gegenüber dem Präsi­denten der Budgctlommisficm wurden die Kam- merwahlen auf den 26.Oktober festgesetzt.

Dutasta Botschafter für Berlin.

Versailles, 4. Aug. (Wolff.) Marcel H utin berichtet imEcho de Paris", daß. als französischer Botschafter in Berlin der Ge­neralsekretär der Friedenskonferenz und bisherig: Botschafter in Bern, Paul Duta sta, ausersehen sei.

Rücktritt des serbischen Ministerium».

W ie n, 3. Aug. (Wolff.) Nach einer amtlichen Meldung aus Belgrad nahm der Kronprinz Alexan-> der das Rücktrittsgesuch des Ministeriums an.

Ehinefisch-japanische Kämpfe.

Amsterdam, 4. Aug. (Wolff.) Presse­bureau Radio. Die New-Port ©iur" meldet, es würden zwar alle Kabelmeldungen au§ Peking ungehalten, aber aus den diplomatischen Berich­ten aus dem fernen Osten gehe hervor, daß es aut bet Scha n tung-Halbinsel bereits zu Kämpfen zwischen chinesischen und jap-nischm Truppen gekommen fei. General Wu, der Be- fchlsbaber der chinesischen Regierungstruppen auf der Schantung-Halbinsel, habe die Regierung er­sucht, ihnr zu gestatten^ dem Einmarsth der Ja­paner Widerstand zu leisten. Die feindliche Stim­mung gegen Japan sei im Zunehmen.

Frankreich ratifiziert im September.

Bern, 4. Aug. (Wolff.) Lyoner Blätter mel­den aus Paris: Die Kammer wird voraussicht­lich am 2 6. 91 u g u ft die Erörterung über die Ratifizierung des Friedensvertrages be­ginnen. Es werden bedeutsame Reden der Sozia­listen erwartet. Die Diskussion dürste am 12. Sep­tember abgeschlossen sein, so daß die Ratifizierung am 15. September vollzogen sein wird.

Wilson und der Friedensvertrag.

Amsterdam, 4. Aug. (Wolffs Laut Presse­bureau Radio erklärte Präsident Wilson dem Senator Watson, wenn der Senat die Rati­fikation des Friedensvertrages noch länger hinaus­ziehe, Hann könne in Europa eine ernste Krise entheben. Watson bestand darauf, daß bei der Ratifikation ein Vorbehalt gemacht werde, indem er darlegte, daß die Stärke der Vereiniaten Staaten im Kriege ihrer unabhängigen Stellung zuzu schreiben war. Bei dieser Gelegenheit erklärte Wilson auch, Rußland müsse seine Rettung selbst ins Werk setzen.

Amsterdam, 4. Aug. (Wolff.) DieNew Bork Times" meldet, daß unter den republi­kanischen Senatoren sehr verschiedene An­sichten über die zu machenden Vorbehalte herr- schm, und daß zahlreiche Beratungen abgehalten sind, um ein Programm zu formulieren.

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Zur Abstimmung in Schleswig.

Berlin, 4. Aug. (Wolff.) Der Deutsche Ausschuß für Schleswig gibt folgendes 'be­kannt: Zur A b st i m m u n g in Nord- und Mittelfchleswig ist nach dem Friedens- Vertrag jede Person, ohne Unterschied des Ge­schlechts, die in dem Abstimmungsgebiet ge­boren ist, einerlei, wo sie jetzt wohnt, sofern sie am Tage des Inkrafttretens des Vertrages das 20. Lebensjahr vollendet hat, berufen. Diese Personen sollen an ihrem Geburtsorte abstimmen. Es handelt sich darum, die außer­halb des Abstimmungsgebietes verstreut woh­nenden Stimmberechtigten zu ermitteln und auf die Bedeutung der Abstimmung hinzu­weisen. Der Deutsche Ausschuß für Schleswig in Flensburg, Norderhofenden 20, bereitet eine Sammlung vor, um stimmberechtigten Deutschen freie Reise zur ^Abstim- m u n g zu ermöglichen. Die sofortige Meldung bei dem genannten Ausschuß ist Ehrenpflicht eines jeden stimmberechtigten Deutschen. Zur

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straße 30, Zimmer 53/54, Fernsprecher 9027, eingerichtete Geschäftsstelle des Deutschen Ausschusses für Schleswig wird be­sonders hingewiesen. Es wird dringend ge­beten, bei der Auffindung von Stimmberech­tigten mitzuhelfen und bekannte Adressen an­zugeben.

Deutsche Partei für Posen und Wcstpreußen.

D i r s ch a u, 4. Aug. (Wolff./ Die Bildung einer Deutschen Partei für die abzutretenden Gebiete Posens und We stpr en ßens ist von bat Landesverbänden der Deutschnationalar Volks­partei, der Deutschen Volkspartei und den deutschen Volksräten in den abzutretenden Teilen dieser Pro­vinzen und der Deutschen Vereinigung in Brom- berg beschlossen worden. Der Ausruf zunv Ein­tritt in die neue Partei wird hmte in der Presse veröffentlicht. Die neueDeutsche Partei" will alle Deutsche in den abzutretendat Gebieten Posens und Westpreußens ohne Unterschied der Zugehörigkeit zu den bisherigen deutschen Parteien zu teml Zwecke zu sammens assen, das Deutschtum in den an Polen gelangen dar Teilen dieser beiden Provinzen zu e r h a l t e n und die Interessen aller Deutschen ^u wahren. Die Hauptgeschästsstelleu befinden sich m Bromberg und Graudenz.

Eine besondere Abtnachung über die Besatzungsperiode.

Berlin, 4. Sept. ^WTB.) DerTemps" veröffentlicht den Text einer am 16. Juni zwi­schen Wilson, Clemenceau und Lloyd George getroffenen Abmac^mg, die wörtlich wie folgt lautet: Die alliierten und assoziierten Mächte haben rwch nicht darauf beflanben, zu er­klären, daß die Besatzungsperiode bis zur voll- ftänbtgen Erfüllung der Wieder gutmachungsklau- seln dauere, weil sie glaubten, daß Deutschland verpflichtet werden müßte, alle Beweise feines guten Willens und alle notwendigen Garantien vor der Beendigung der Periode von 15 Jahren zu geben. Ta die durch die Besatzung notwendigen! Ausgaben eine entsprechende Verminderung Der für die WiÄergutmachung zur Verfügung stehen­den Summe nach sich ziehen müssen, haben die alliierten und assoziierten Regierungen durch bau. Artikel 451 des Friedensvertrages festgesetzt, daß wenn zur Beendigrmg der 15 Jahre Deutschland den Verpflichtungen imchgekommen sei, die ihm

dergutmachung zu vermindern, daß, sobald sie davon überzeugt werden, die Summe, die Deutsch­land für die Unterhaltung des Besatzungsheeres auszugeben hat, die Summe von 240 Millionen Goldmark nicht übersteigen wird. Dieses Abkom­men kann notifiziert werden, sobald die alliierten und assoziierten Regierungen der Ansicht sind, daß eine derartige Abänderung notwendig ist.

Tagung des Beirats für die besetzten Rheinlands.

Köln, 4. Aug. (Wolff.) Terparlamen- tarifcheBeirat des Räckskommissars für die besetzten rheinischen Gebiete tagte heute unter dem Vorsitz des Unterstaatssetretärs Dr. Le - Wald und im Beisein des Retchsiiommissars v. Strack, sowie Vertretern der Regierungen Preu­ßens, Bayerns, Badens mtd Hessens. Tie Antwort der alliierten und assoziierten Machten wurde von den Anwesenden eingehend erörtert. Von den Mit­gliedern des Beirats wurden zahlreiche Wünsche zur Berücksickftigung für die in den nächsten Tagen beginnenden werteren Verhandlungen in Versailles empfohlen. Allgemein bestand der Wunsch, daß das Reichskommissariat und die alliierte Borkommission sobald wie möglich ihre Tätigkeit aufnehmen möchten.

Beitritt der Schweiz zum Völkerbund.

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Einmarsch der Rumänen in Budapest.

Die erregten Vorgänge in der National­versammlung haben ein wichtiges, außen­politisches Ereignis, den Sturz der bolsche­wistischen Sowjetrepublik in Budapest, fast ganz in den Hintergrund treten lassen. Ein Vorwerk des Bolschewismus nach Westeuropa ghin ist unter dem Druck der Entente gefallen. Bela Khun, der geistige Führer der Bewegung, vermochte sich nicht zu halten, da die von Lenin und Trotzki großsprecherisch angekündigte Un­terstützung ausblieb. Er hat die Regierung niedergelegt und ist nach Wien geflohen, wo er in einem Internierungslager unter­gebracht wurde. Die neue Regierung ist radikal sozialistisch. Es ist aber eine große Frage, ob auch sie sich zu halten ver­mag, da sich bei den rumänischen Truppen, die nach einer Meldung der Frankfurter Ztg. vertragswidrig Budapest besetzt haben, sich die Szegediner gegenrevolutionäre Regierung befindet, die in der Hauptsache aus Aristokra­ten und Reaktionären besteht und möglichen­falls eine entgegengesetzte Diktatur einführen wird. Wie sich dadurch 'die LaZe entwickeln wird, ist noch nicht abzizsehen. Es kommt nun alles darauf an, inwieweit die Entente ihren Einfluß weiterhin zur Klärung der Verhält­nisse geltend zu machen versteht. Einstweilen Haben die Rumänen durch einen bei ihnen snicht ungewohnten Wortbruch sich billige militärische Lorbeeren errungen, mit denen sich ihr Körrig Ferdinand persönlich die Stirn bekränzen will.

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Wien, 4. Aug. Die Rumänen haben ihren Dormarsch gegen Budapest fortgesetzt und sind trotz des Einspruchs der Entente in fee Hauptstadt Ungarns eingezogen. Die rumä­nische Arm« hat noch nie eine Gelegenheit, billige Militärische Lorbeeren zu ernten, vorübergehen Lasst». DreÄnal handelt es sich aber auch darum, dx Faupfand gegenüber der Pariser Konferenz $x beiiljcn, um verschiedene Ansprüche Rumäniens omcchsetzen ju können. Angeblich haben sich «ch die tschechischen Truppen von der De- »emctation6trnte aus in Bewegung gesetzt, um an der Besetzung von Budapest durch die Entente­mächte teilzunehmen.

Um 6 Uhr nachmittags wird aus Budapest ge- Bnrfbet: Entgegen den Verspreckfungen und der Vereinbarung mit dem Kommandanten der rumä- inischen Vorhut, wonach die rumänische Armee Budapest nicht besetzen werde, ist heute nachmittag arm 4 Uhr General Mardarescu an der Spitze von 30000 Mann in die Hauptstadt Ungarns eingezvgen und hat sie für besetzt erllärt. Das rumänische Oberkommando hat sofort das Stadt­kommando übernommen, dessen erster Akt es war, Paß es sämtliche in Budapest befindlichen Auto- jmobile mit Einschluß der Dienstautos der Mi­nister requirierte. Es ist nochmals zu betonen, daß in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag mit dem Kommandanten der rumänischen Vorhut ein schriftliches Uebereinkommen vereinbart wor­den war, wonach die Rumänen die Stadt nicht besetzen, sondern dort nur einzelne Truppenkörper einquartieren würde. Heute früh hat der Hauptteil der Armee Madarescu die Vorhut vor Budapest eingeholt. Als Madarescu von dem Uebereinkommen Kenntnis erhielt, er­klärte er, daß er es nicht berücksicht-igen könne und in die Hauptstadt einziehen werde. Die Rumänen bezogen sofort die verschiedenen Sa» fernen in Budapest. Auch das dort befindliche ungarische Militär wurde in den Kasernen zu- fmnmengezogen. Ter Einzug der Rumänen dauerte ungefähr anderthalb Stunden und vollzog sich in Ordnung. Tie Bevölkerung, die auf dieses Ereignis ganz unvorbereitet war, hat trotz ihrer Verzweiflung und ihrer begreiflichen Empörung über den rumänischen Wortbruch sich vollständig ruhig verhalten.

Um 6 Uhr nachmittags hatten die Rumänen bie wichtigsten Gebäude der Hauptstadt und das Telegraphenamt besetzt. Es verlautet, daß sie 5 00 Geiseln festgenvmmen haben. Ferner geht bas ßkrücfjt, daß der Einzug König Ferdinands non Rumänien in Budapest unmittelbar bevorsteht.

B u d a p e st, 3. Aug. (Wolff.) Ungar. Corr - Bureau. Ter Ministemnt beschloß gestern, daß die Ressortnrinister die Verordnungen der Räteregierung unverzüglich einer Revi - i sio n unterziehen und bereits dem nädjften Miui- ilerrat Vorschlägen sollen, welche Verordnungen zu beseitigen sind, und wie der Rechtszustand vor dem 21. März wieder herzustellen ist. In erster Linie vftd die Räftoordmma über die Sozialisierung der däuser außer Kraft gesetzt werden.

Budapest, 4. Aug. (WTB.) Das Ungar. I Kor r.-Bureau meldet: Die Regierung hat be­schlossen, das hinsichtlich der Autonomie der beut» j scheu Nation fcr abgegebene Volksgesetz und die auf bie Rechtcstellung der deutschen Nation bezüglichen Verordnungen der Räterepublik aufrechtzuerhalten.

Gießener Anzeiger

Eeneral-Anzeiger für Gberhessen

Zwillingsrunddruck u. Verlag: Vrühl'fche Unio.-vuch- u. Zteindruckerei R. Lange. Zchriftleitung, Gefchäftzstelle u. Druckerei: Zchulstr. 7.

Der Schweizer Generalstreik.

Zürich, 4. Aug. (Wolff.) Die Del.egier­te n - V e r s a m m l u n g der Ar bester-Union Z ü - r t d) besck)loß mit 263 gegen 100 Stimmen den Streik fort zu setzen. Täe Delegiertenverlamm- lung der schweizerischen Arbeiter-Union in Ol- ten beschlotz. es sei fern schstveizerischer General­streik auszulösen, sondern die Aktionen bar Lokal- arbeiterur.ionen zu überlassen.

Zürich, 4. Aug. (Wolff.) Dep.-Agenttrr. Tas Kartell christlich-sozialer Ge^ werkschaften lehnt den Streik entschieden ab, da es sich um einen Versuch bolschewistiicyer Um­stürzler handele, die die Äiacht an sich veißcw wollten. Irr einem Ausruf heisst es, der Haupt­macher dieses Streiks habe erklärt, daß am kvm- mendeir Toimorstag die Iststeregiemng in der Schweiz am Ruder sei.

»Zürich, .4. 2Lug. (W. B.) Dep.-Agentur. Heute morgen ist alle aufgebotene Infanterie und Kavallerie in bje Stadt erngerüdt und hat den Schutz der öffentlichen Gebäude, der Banken, der großen rudustriellen Betriebe und der Hauptstraßen übernommen. Die Straßenbahner haben der Auf­forderung, bat Dienst mrzutreten, vollständig Folge geleistet, so daß der Straßenbahnverkehr seit heute 8 Uhr wieder ganj normal ist. Es rourixm Flug­blätter, die zum Ausharren im Streik aus forderten, beschlagnahmt. Durch einen Aufruf teilte die Streilleitung der Arbeiter-Union Zürich mst, daß der Generalstreik weitergeht. Die Arbesterschaft wird zur Ruhe und Abstinenz aufgeforbert.

Ans dem Ueiche.

Arbeitszwang bei der Eisenbahn.

Das Mitglied der preußischen Landesversamm- lung, siseueralsekretär Riedel-Berlin, gab ge­legentlich der Versammlung ft>es Allgemeinen Eisenbahnerverbandes Kenntnis von einem ein­schneidenden Erlaß des Eisenbahnministers Defer vom 26. Juli über den Zwang der Eisens bahnarbeiter zur Ärbest. Es heißt da n. a.:

Auf Grund einer Reihe von Tatsachen Hot/ das Ministerium davon Kenntnis, daß sich zahl­reiche Arbeiter in der Verwaltung befinden, denen der Wille zur Arbeit fehlt und daß deren. Leistungen so gering sind, daß trotz der Vermehrung der Belegschaften keine besseren Er­gebnisse erzielt werden als mit geringerer Zatt vor.dem Kriege. Besonders in den Werkstätten verbringen die Arbester vielfach während btil Dienstes ihre Zett mit Politisieren und Bv* triebsversammlungen . . . Mangel in den Ein­richtungen dxr Werkstätten sollen beseittgt werdet und bei den in Aussicht genommenen Neugestal­tungen des Werkstättenwesens sollen die Arbeiter­vertretmrgen mitnrirEen und Vorschläge machen. Die finanzielle Lage hat sich infolge des KriegeL derart traurig gestaltet, daß nur bei äußerster Kraftanspannuna und fester Tatkraft jedes Ein­zelnen eine Gesundung möglich erscheint. Unter diesen Umständen ist es Pflicht der Staatsverwal­tung, für äußerste Wirtschaftlichkeit ihrer Betriebe Sorge zu tragen und dementsprechaü» abgesehen von Kriegs- und Unfallbeschädigten nur Ar­beiter zu beschäftigen, die an ihren Plätzen voll­wertige Arbeit leisten. Der Ernst der Lage wie auch die Rücksicht auf die fleißigen, ihre vollen kKräfte einsetzenden Arbeiter zwingen jedenfalls dazu, diejenigen, die billigen Anforderungen im, Dienst andauernd nicht genügen und trotz wieder­holter Ermahnung bei der jetzigen kurzen ArbettS- zett nicht steigern, zu entlassen. Die Frage, ob der Anreiz zur Arbett zur Gewinnbeteiligung, Verschiedenheit in der Lohnabmessmrg oder der gl. gesteigert werden tarnt, muß späterer Prüfung Vorbehalten werden.

Die Eisenbahndirektionen wollen hiernach daS Weitere nach Maßgabe der bestehenden Vorschrift ten wie unter Vermeidung von Härten veranlassen und die Sachlage mit den Arbetterausschüffett beraten.

Bildung de» NeichSrate».

B e r l i n, 4. Aug. (Wolff.) Für den Reichs^ rat (Staatenausscbuß), in bem1 Preüßen 24 Stimmen hat, würben die zehn Minister, die bis­herigen stellvertretenden Mttglieder des Staaten!- ausschuffes und fünf Beamte des Hcrndclsminii steriums zu preußischen Mitgliedern ernannt.

Dresden, 4. Aug. (WTB.) Nach der nennt Reichsverfassung tritt an die Stelle des Staaten. ausschufses der Reichs rat, zu dem der Freistaat Sachsen fünf 'Mttglieder und eine beliebige AnzaA Stellvertreter zu ernennen hat. Zu Mitgliedern hcft die Regierung ernannt: Minister Präsident Dc^ 1 Gradnauer, Minister des Innern unb Stellver­treter des Ministerpräsidenten Uhlig, Arbeitsminr< ster Heldt Finanzminister Nitzsche und Wirtschafts- Minister Schwarz. Ws ständiger Stellvertreter und zugleich als stimmfühcender Stellvertreter der Ver­treter Sachsens ist der sächsische Gesandte in Berlin Staatsminister a. D. Dr. Koch ernannt worden.

Landarbeiterftreik bei Kassel.

K a s s e l, 4. Aug. (Mofff.) Heute morgen brach auf fast allen großen Gütern des Bezirkes Kassel ein Landarbeit erstreik aus, nach­dem Verhandlungen über einen neuen Taris trotz 1 ernstesten Entgegenkommens nicht zur vollen Zu- 1 friedenbeit der Landarbeiterorganisationen ausge^ fallen sind. Vorläufig beschränk sich' der Ausstand aus die großen Güter. Die Arbeiter der miftleiev und Heinen Höfe arbeiten. Es Uiiei/t die Hofinungi den Streik in aller Kürze beilegen zu können.

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Berlin, 4. Aug. (Wolff.) DerStaats-^ anzeig er" veröffentlicht das Gesetz über das^ Bürger- und Gemeinderecht der; . Frauen und die weitere Durchführung ber Gemeindewahlcn.

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Ohrenarzt verreist. Reinewald raße 10.

hi:

Rio tx Janeiro, 4. Awg. (Wolff.) Die Regierung ermächtigte die in Brasilien woh- oercic itin, uiuci itu; cm «uiummcn 3u. uqit.», nenden Deutschen wieder Finanzgeschchte be- um der Briatzungsperiode früher ein Ende zu I treiben zu dürfen unb Wertsendungen ins Aus­machen. Für ietzt und in Zukunft sind die Mächte land abgehen i, J n <

berät, imuaefteben. um bie Lasten für bie Wie-1 vor dem Kriege wieder hergestellt