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Samstag, L. Zull (919

169. Jahrgang

Erster Blatt

samt.

> drr Beigeordneten in

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genüe Drahtung:

Herr Präsident!

(Eine Erklärung hlndenburgr.

Berlin, 4. Juli. (WTB.) Generalfeld­marschall v. H i n d e n b u c g richtete anlätzUch seines Rücktritts an den Reichspräsidenten fol-

der Ernte 1919.

Mdesratsverordnung e ien unb bie Ber- 15 (»ge|W Ät 6.728) unb °'o) ivrrd folgendes m unbesetzten Gebiet Ausnahmen können neister, in den Land- 1 zugelassen werden. t Beförderung:

>mg des Frachlbriejs: r Begleitadrcssc: lussiellung eines ans Besördeningsschkines. lassung van Aus- mdgültig.

egen den Borschriiten unterliegen der ent« der Verwertung Ju­risten dieser Bekannt- zu 6 Monaten ober rast, soweit nicht nach höhere Strafe «er«

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Annahme von an$tigcr f. die Tagetzimiumer viS zu>n Nachmittag vorher ohnejedeDerbindlichkeck Dreis |flr \ mm höhe für 3ln,einen ü .34 m m Breit* örtlich 15 Pi, auSiDärtf 18 »Jf., für Reklame« anzeigen von 70 mm Breite 48 Pf. Bei Platz- vorkciirii!20*/Auffchlag. HauptschriUteiter: Ang. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aua. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den AnzeigentrU: p. Beck: sämtlich in Bieten

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Gruppe darf dem Interesse des Volksganzen nicht übergeordnet werden. Das war auch die erfreuliche Begründung, mit dec die Vertreter der Gießener Beamtengewcrkschaft gestern den streikenden Arbeitern ins Gewissen redeten. Mit Rpcht hebt Prof. Dunkmann hervor, der Mißbrauch der wirtschaftlichen Freiheit, der Streik, sei schuld daran,daß die sittliche Ver­wilderung in der gegenwärtigen Politik den bestehenden Grad erreicht hat". Hamstern, Wuchern, Schieben, Stehlen, Streiken es stehe so ziemlich alles auf einer Ebene.

Man soll dafür sorgen, daß der Streik nach und nach ebenso verachtet wird, wie wir die skrupellose Gewinnsucht verurteilen. Ten skrupellosen Gewinnern muß krästiger zu Leibe gegangen werden. Sie waren es, wie wir ge­sehen haben, die das neue Zeitalter, aus dem aller Schmelz von Sck)önheit und Sittlichkeit entschwunden ist, begründet und aus der Taufe gehoben haben. Aber man kann den Teufel nicht mit Beelzebub austreiben. Beiin Wieder­aufbau des Reiches muß der sittliche Gedanke ein Oberbaumeister sein. Kampf roirb noch vielfach die Losung im Wirtschaftsleben sein müssen, und der Streik bleibt vor wie nach ein berechtigtes Mittel. Aber es muß auf­hören, daß die Arbeiter mit ihm wie mit einer Zuchtrute, die sie schließlich auch selbst trifft, blindwütend durchs ganze Land gehen. Die Rücksicht auf die Allgemeinheit, auf das Volks- ganze, wird schon von der Klugheit geboten. Mit der ma erialisti chen Geschichtsbetrachtung kommen wir politisch nicht voran. Das haben auch allmählich die Führer der Sozialdenw- kratie gelernt, die jetzt vielfach den sittlichen Staatsgedanken anrufen, während sie in der ehemaligen Oppositionspartei den General­streik so oft als das Heilmittel gepriesen haben.

Das Abflauen des Eisenbahn- Ausstandes.

Der Gießener Teilftreik beendet.

Wie wir berefts durch Anschag an unserem Geschästsgebäude bekamttgegeben haben, ist der Teilstreik in Gießen gestern abend 9.55 beendet wvr den,

Tie Streikleitung Gießen legt Wert darauf, festzustellen, daß es sich bei der Bewegung der Gießener Arbeitersck>aft nicht um einen leicht­fertig vom Zaune gebrochenen Streik handelt. In der Nacht zum Donnerstag lief nach ihrer Angabe von der Frankfurter Bezirksleitung des Deutschen Eisenbahnerverbandes eine Tepesck)e ein, die die Gießener Eisenbahner zum Streiken aufforderte. Aus Gewerkschaftsdisziplin wurde dieser Aufforde­rung entsprochen. Tie Streikleitung trug sich aber von Anfang an mit der Absicht, den Streik sofort abzubrechen, wenn es sich Herausstellen sollte, daß es sich tatsächlich .nur um einen Teil- oder gar politischen Streik handle. Nacktem lieb die Streikleitung davon überzeugt hat, daß im Tirektionsbezirk Kassel von einer Arbeits­niederlegung keine Rede ist, wurde auch in Gießen der Abbruch des Streiks angeordnet.

Weiter betont Die Streikleitung, daß die gestern nachmittag von einigen arbeitswilligen Beamten im Felsenkeller einberusene Versammlung eine Verlängerung Des Streiks von vier Stunden veranlaßt habe, da durch sie die sckon im Gange besindlickren Verhandlungen über den Streikabbruch fdjioer gefährdet und hinausgezogen wurdet:. Diese Protestversammlung gegen den Streik war ohne Wissen und Billigung der hie­sigen E i s e n b a h n b e a m t e n a e w e r k s ch a f t einberufen worden. Die Gewerkschaft (startellvor- sitzender Oberbahnassistent Detrse) hat sich aller­dings erst am Donnerstag gebildet, so daß viele Eisenbahnbeomte von ihrem Bestehen überhaupt nichts wußten. Im Verlaufe der Versammlung kam es zu lebhasten Auseinandersetzungen zwi­schen den Versammlungseinberusern mid den Füh­rern der neuen Gewerksckxnt sowie den zahlreich anwesenden radikalen Streikenden: die Versamm­lung mußte ergebnislos abgebrochen werden.

Tie Ortsgruppe Gießen desAll­gemeinen Etsenbohner-Verbande s", welcher auf apolitisch neutraler Grundlage stehl, hat gestern folgenden einscimmigei: Beschluß ge­faßt: Nachdem luir uns seither aus Sympathie Tür unsere streikenden Arbeitskollegen passiv ver­hielten, sind wir jetzt gezwungen, wenn bts mor­gen keine befriedigende Nachrichten über die Streik­lage im Rftche einlaufen, Samstag mit ag 2 Uhr geschlossen die Arbeit wieder aufzunehmen. Wir könnet: die Verantwortung für einen langer dauernden Teilstreik nicht mehr über­nehmen.

Ter Streik ist demnach für Gießen beendet. Ter Zugverkehr wird im Verlaufe des Tages in Gang kommen, da erst die Maschinen angeheizt werden müssen, lieber die Streiklage in Frankfurt ist die hiesige Streikleitung nicht unterrichtet. Es sei noch bemerkt, daß der Berliner D-Zug heute morgen planmäßig einlief.

Von den Eisenbahnarbeitern in Gie­ßen ist als Nebenforderun « erhoben Wochen, daß einer aus ihrer Mitte auch in der Betriebs-' I teitmtg der Eisenbahn-Nel«nwerkstLtien beschäftigt wird, banrit er Einsicht in Telegramme erhalt«:

Der frühere Kaiser.

. f. Essen, 5. Juli. Aus Ameronge« wird gemeldet, daß der Kaiser Gemeindesteuern im Betrage von 12 000 holländisckien Gulden pe» zollt habe. Man versichert, daß der frühere ftatta Vorbereitungen für seine baldige Abreise getroffen habe. Man wisse noch nicht, roo er seinen Wohn­sitz aufschlagen will, doch wird behauptet, er habe in Arnheim ein Haus gekauft.

mnden des meists. schabten Bürger" testens bis zum utivenbig qeiwrdcn:|t, rauf aufmerksam, ick wrdnung des Mmsle- ugust und etm not- int 17. August d. I- «ltvmmissars die ä G i e ß e n aus w)nn- ® n ni*t N*? WZ

Schwere Unruhen in Neapel.

i. Essen, 5. Juli. TerNeinisch West­fälischen Zeitung zusolge meldet derBerner Bund", daß es in Neapel zu schweren Un­ruhen flefommen sei. Tie Polizei mußte ein- greifen. Zahlreick)e Personen wurden verletzt. Dir Demonstranten durchzogen mit großen Fahnen unter Absingen der Jnterna.ionale die Stadt.

Streit italienischer Seeleute.

t Essen, 5. Juli. DieRheinisck^Westz sälische Zeitung" meldet ans Bern: Nach Mai- Zläiider Telegrammen dehnt sich der Strerk der italrenischen Seeleute auch auf an­dere Häfen aus. In Neapel und Palermo wur­den verschiedene Dampfer sestgehalten. Ueber bi/ Häfen von ftar'ageita, Triest und Syrakus wurde die Sverre verhängt.

werden.

Die Lage in Frankfurt.

= Frankfurt a. M., 5. Juli. Die Eisen­bahnbeamten und die im Allgem. Eisen­bahnerverband organisierten Eisen- baynarbeiter habe:: sich gestern in Niesenver- versammlungm gegen den Streik erklärt. Die Beamten haben der Strcifieitung eut Ultt- matum bis Samstag abend 6 Uhr geftellt Ver­handlungen mit der Streikleitung wegen Bei­legung des Streiks sollen heute morgen ringele: werden. Die Eisenbahndirektion Frankfurt teilt mit, daß be Eisenbahnerausstand nunmehr fast alle Asenbaonb/nriebe in Frankfurt umfaßt. Durch die Besetzung der Telegraphen- und Telephonzentrabe in der Direktion Frankfurt ist jede Verbindung mit den Außeichienststellen labmgelegt. Dadurch ist auch bie gesamte ® ü t e r 6 e f ö r b e r u n g unter* künden. Die Lebensmittelzufuhr nach Frankfurt ist dadurch gelähmt. Kartoffeln gibt es in der Stadt nicht mehr. Die in bestimmtester Form gehaltene Aufforderung an den Polizeipräsidenten, Harris um sofortigen polizeilick>en Schutz der Ar- heitswilligen und des Materials wurde dahin be­antwortet, daß er mit Rücksicht auf die voraus­sichtliche kurze Dauer des Ausstandes ein polizei­liches Einreisen nicht für angebracht halte. Die Direktion bemerkt dazu: Somit war ein obrigkeitlicher Schutz der Arbeits­willigen nicht zu erreichen. Der Lohn wird den Arbeitern für die Streiktage einbehalten nxrrben. .Auch aus Hannover wird gemeldet, daß sich dort die Ersen bah,:er seit gestern abend im.Streik befinden. Ter letzte Personenzug ist gestern von Berlin über Kassel Gießen ge­kommen. Er erzwang sich auf den verschiedenen ober hessischen St atimren zwisckpen Gießen und Frankfurt die TurckMhrt durch die einzelnen Halte­stellen und kam ungefährdet bis an den Bahnhof Frankfurt a. M.-West. Hier fliegen die Reisenden aus. Ter Po st verkehr wird von der Oberpost- direktion von heute an durch Automobile, die in der Richtung nach Fulda, Gießen, .Hanau, Darmstadt usw. fahren, aufrecksterhaltcn. Der Paketverkehr ist eingestellt.

Vorkommnisse in Darmstadt.

= Darmstadt, 5. Juli. In der Versarnm- limg streikender Eisenbahnarbeiter in Darmstadt ließ man die Negierungsvertreter N e n- ntann und Raab nicht zu Worte flammen. Sie wurden ausgepsiffen. Der Redner Walz und aiv dere Agitatoren der U.S.P. wurden nach der Ver- sammlm^ verprügelt.

Der Berliner Streik.

Berlin, 5. Juli. (WTB.) Vorn Groß- berliner Vollzugsrat wird mitgeteilt: Vor dem Großberliner Vollzugsrat haben am gestrigen Nachm ttag Einigungsoerhandlungen im Groß berliner Verkehrs streik statt Kun­den. Trotz mehrstündiger Verhandlung konnte eine Einigung nicht erzielt werden. Ein Ein­verständnis der beiden Parteien ergab sich nur darin, daß der Hauptausschuß in kürzester Frist sufammentreten soll und daß sich ferner Entschei­dung beide Parteien zu fügen haben. Die Wieder­ausnahme beS Verkehrs ist nach dem Spruch des Hautüausschuffes zu erwarten.

EmontS geflüchtet.

Berlin, 5. Juli. (WTB.) Der Führer der Dankb amten, E m o n t s, der in2gen bolschewisti­scher Propaganda verhaftet worden war, ist gestern abend geflüchtet.

wochenrüEblick.

Wo ist denn bt> Wurzel dieses Uebels, das uns jetzt überall verfolgt, nämlich dieser Teue­rung auf allen Gebieten, dieser Lohnkampfe, die in ihrem Gefolge stehen? Wir wissen es wohl, daß die Blockade und der Niedergang der Produktion es zuerst bewirkten, daß das Geld seinen Wert verlor. Dann kamen die Kriegsgewinner" aller Art, die sich diese Not­lage des Vo kes zu nutze mach en. Diegroßen" -kriegsgewinner, die dem Staate für ihre Lieferungen unverdient hohe Gelder ab» nahmen, und die kleineren, aber dabei oft ebenso reich wie jene gewordenen Kriegsgcwin- ner, die die Demarkationslinien der Kriegs­wirtschaft übertraten und den Handel auf die Schleichwege, ein gewisses Freibeuter­gebiet, hinübersührten. Der Krieg gebar die Not, und zu dieser Not gesellte sich als häß­liche Begleiterin die Gewinnsucht, die vorzugs­weise diejenigen befiel, die von der Not am wenigsten hetmgesucht waren.

Daun begann zwischen Not und Gewinn­sucht ein regelrechter Wettlauf. Die Not hätte vielleicht langsameren Schritt behalten, wenn sie nicht von der Gewinnsucht gehetzt worden wäre. Ter Krieg brachte den menschlichen Geist nicht nur aus nützliche Erfindungen, auf die Bahn technischer Fortschritte er brachte ihn auch auf händlerische Kunstgriffe und Erfin­dungen verderblicher Art. Die Entwertung des Geldes verdoppelte die gierigen An­strengungen der Schieber und Gewinner. Sie häuften den Mammon zu Bergen und brach­ten schließlich auch die einfackseu menschlichen Arbeitskräfte zur Rebellion, zu steigenden Mehrforderungen und immer häufigeren Lohnkämpfen. 3

Die Berechtigung der allgemeinen Lohn­erhöhungen liegt auf der Hand. Aber bie Ge­winner der großen K i gslie eZungen drängten auch die entsprechenden Schichten der Lohn- achciter auf demselben Wege schrankenlos vor­wärts; die Munitionsarbeiter wurden eine bevorzugte Klasse des Volkes. Das sonst so vett ienstliche ,L>indenburgprogramm" hat die schädliche gtebennmfung gehabt, daß der Tanz ums goldene Kalb noch grotesker wurde als zuvor. Es wurde, mehr als es gut war, die Begehrlichkeit geweckt, es gab eine neue Ver­wilderung der Kultur, als die jugendlichen, unreifen Elemente im (Selbe schwammen und dem Handel neue, aber mißliche B ihnen wiesen.

DerRevolution, die dieArbeiterklasseempoU- tricb und schließlich zu einem großen Lohn­kampf ausartete, war hier der Boden bereitet loorden. Das Schwungrad der Preisübertrei­bungen wurde jetzt erst recht in Bewegung ge­bracht. Der verderbliche Wettstreit zwischen Preissteigerungen und Lohnerhöhungen be­gann. Er muß endlich abgestellt nyrben, benn oie Preissteigerungen sind Trumpf geblieben. Dec Arbeiter mit seinen Forderungen kann auf den weiten, verschlungenen Wegen der Le­bensverteuerungen nicht Schritt halten; er muß mit dem bedeutenden Vorsprung, den er dem Mittelstände gegenüber gewonnen hat, sich zufriedengeben. Er darf den Auswüchsen des Kapitalismus nicht mit den Mitteln des Materialismus zu Leibe gehen wollen. Wie kann man über Kapitalismus und Geld­sacksmethoden zu Felde ziehen, wenn man selbst dieselben Praktiken befolgt? Die Anzet­teler der großen Streikbewegungen, die gegen­wärtig durch die Lahmlegung des Verkehrs das ganze Volk auf das schwerste schädigen, sind ganz gewiß keine rechten Apostel einer besseren sittlichen Weltordnung. Wenn ur­sprünglich das Koalitionsrecht des Arbeiters feine ethische Begründung hatte, nämlich so lange es gegen gewisse Uebergrifrc von Unter­nehmern gerichtet war, so ändert sich das Bild, wenn durchGeneralstreik" das ganze Volks- iilteresse schwer geschädigt wird. Jedermann ist sich klar darüber und sagt es dem lieben 9? ad) ft en, daß es so nicht weitergehen könne unb die großen Streiks unseren gesamten Wirtschaftskörper schließlich umbringen wer­den. Es ist doch nicht das Ziel der Streikenden, den nationalen Wohlstand zu ruinieren, son­dern ein besseres System der Arbeit und ihrer Entlohnung zu erreichen. Prof. Karl Dunk- Aann, der imTag" die ethischen Grund­igen des Streiks untersucht, kommt zu fol­gendem Ergebnis:

Die aus Dem Wege des Streiks zugrunde ge- rnchtete Wirtschaftsordnung wäre überhaupt völlig *u6c: ftouöe, ein neues solidarisch verbundenes Lüftern der Arbeit zu tragen. Unb zwar barum, toeil der Streik alle Solidarität aufhebt, weil er »en Einzelnen alshungerndes Individuum" auf- Jtttfdit. Er atomisiert die Arbeitermassen selbst, milatt sie gemeinschaftlich zu vereinigen. Er miß­braucht bie Freiheit des Einzelnen im allerschlimrn- iten Sinn, genau so, wie Der Kriegsgewinnler dies Uch tut. Der Streik ist nur das andere Extrem des Manchestertums auf seiner negativen Seite. Indem £ picS System zum Scheitern bringt, läßt er am me mirden Einzelnen unb fein Nichts" vlruck."

An» dem Aeiche.

Erhöhung drr Fettration.

Berlin, 5. Juli. DieDeutsche Tagesztg." erfährt aus Weimar, daß die Fe 11 r a tion vom 4. August von 110 auf 150 Gramm erhöht wer- den soll.

Das Strafverfahren gegen Eichhorn.

Berlin, 4. Juli. Die Unabhängiger» haben einen D r i n g l i chk e i t s a n t rag auf Anstellung des schindenden Strafverfahrens gegen Idas Mitglied der Nationalversammlung, Emil Eichhorn, für die Dauer der Session einge- bradyt.

Der stellvertretende Regierungspräsident Springorum in Wiesbaden zu drei Monaten Gefängnis verurteilt.

--Wiesbaden 5. Juli. Von dem Vcaxv» zösischen Gerichte ist der stellvertretende Regie­rungspräsident Springorum zu drei Monaten Gefängnis unb mehreren tausend Franken Geld­strafe oerurteitt worden, weil er versucht habe, einen an die Berliner Regierungg gerichteten Bries durck.susck.-muggeln. Ter Inhalt des Srhrkibens war durchaus harmloser Natur und hat sich keines­wegs gegen die ftanzösische Negierung gerichtet. Er betraf lediglich eine Aufklärung darüber, daß der Oberregierm:gsrat Troege von der Negierung keim Keirntnis davon gehabt habe, daß Herr tion Meister seinerzeit ihn (Troege) zu seinem Nachfolger in Berlin empfohlen habe. Tie Regierung in Wies« baden ist nunmehr ohne Leitung und Spitze.

Die Teutschkonservativen für Wiederherstel­lung der Monarchie.

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

SrointngsnnMntd u. Verlag: vrühl'sche Unio.-Bud): u. Steindrucke«! B. Zange. Schristleitung, Seschiistritelle u. Druckerei- Schulflr. 7.

zu bringen.

NoSke an Hindenburg.

Berlin, 3. Juli. (Wolff.) ReichSwehr- minister Noske hat an den Geireralfeld- marschall v. Hindenburg folgendes Tele­gramm gesandt:

GeneralfolomarschaN v. Hindenburg, Kolberg.

An dem Tage, an dem Sie den Ober­befehl niederlegen, ist es mir ein Bedürfnis, Ihnen, Herr Feldmarschall, im Namen der neuen deutsck;>en Wehrmacht den herzlichsten und unauslöschlichsten Dank des Vaterlan­des für ihre treu geleisteten Dienste auszu- sprechen. Wie Sie als ruhmgekröirter Feld­herr unsere Heere in Feindesland geführt haben, wird unvergeßlich in ber, Geschichte sortbauern. Besonders aber muß Deutsch­land Ihnen dankbar sein für die Müße und Sorgfalt, mit der Sie in der letzten schweren Zeit die militärischen Geschicke unseres Va­terlandes gelenkt haben. Sie haben damit den Grundstein gelegt, auf dem unser Vollk in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft sein neues Haus bauen wird, in dem dann unsere Kinder und Enkel wieder mit Stolz und Freude als Deutsche leben können. In dieser sickzeren Zukunftshoffnung möge Ihnen, Herr Feldmarschall, noch ein langer, von der dank­baren Verehrung des deutsck>en Volkes ge­tragener Lebensabend beschieden sein.

Reichswehrnrirüster NoSkQ

hingen der Obersten Heeresleitung seit bem 29 August 1916 trage ich bie alleinige Verand Wortung. Auch finb alle mit ber Kriegssüh- rung zusammenhäugenben Entschlüße unb Befehle Seiner Majestät des Kaisers unb Kö­nigs seit diesem Tage auf meinen ausbrück- idjen Rat unb unter meiner vollen Verant­wortung gefaßt unb erlassen worden." Ich bitte, diese Erklärung zur Kenntnis des deut­schen Volkes und ber alliierten Regierungen

ar. M

t«t eitler «nztt-a «rschrmt täglich, anher tzAMi- unb Feiertag».

qugstrtis: moncü Mk. 1.60,viertel­jährlich Mk. 4.80; durch Abhole- u. Zweigstellen nwnatl. Mk. 1.50; durch htePost Mk. 4.50 viertel- ujhft. ausschl. Bestellg. sterniprech - Anschlüsse: sürd'eSchr'ltleitungll2 Verlag,Geschältssteliebl Anschrift inr Trabtnach- ftchten: Anzeiger Siehe».

pehscheckiont»: Sr<m!hirl a. M. 11686

Berlin, 4. Juli. TieKreuzzeitung" ver­öffentlicht eine Erklärung des Vorstandes . der deutsch-konservativen Parte», m

D te Unterzeichnung des Frredensvertrages es am Schluß hüßt: Nur eine parlamentarffche gibt mir zu folgender Erklärung Veran- Regierung, die als solche keine persönliche Verant- lali'ung:Für alle Anscbnunaeu unb Harrd-1 tooxtuna taau, konnte imüanbe sctn. etneu u>Locm

Das Interesse des Einzelnen oder einer Ablehnung des Streiks im Direktionsbezirk * ' " ' " Kassel.

Kassel, 5 Juli. (WTB) Nachdem die hie­sigen Arbeiter einstimm:g bie von Frankfurt an­geregte Beteiligung am Eisenbahnerstreik abge- lehnt hal^n, ist die uneingeschränkte Aufrechterhaltung des Dienstes im Eisen­bahndirektionsbezirk Kassel gefiebert.

Die Streikleitung Gießen ver­teilte gestern an die Bevölkerung zur Auf­klärung Flugblätter dieses Inhaltes: Die Forderungen der im Streik befind­lichen Eisenbahner sind folgende: 1. Sofor­tige Durchführung des Betriebsrätesystems bei der preußisch-hessischen Eisenbahn, ent» sprechend den auf dem Berbandstag in Jena rum Beschluß erhobenen Richtlinien. 2. Wirk­same und durchgreifende Maßnahmen zur Herbeiführung des Preisabbaues für alle Be­dürfnisse der gesamten Lebenshaltung. 3. So­fortiger Eintritt in Berbandlungen betr. Regelung der Lohn- und Gehaltsverhältnisse entsprechend den Beschlüssen der Lohnkom­mission. 4 Sofortige Freilassung der ver-- hasteten Eisenbahner. 5. Maßregelungen dür­fen nicht stattsinden. Die Streikleitung hat angeordnet: 1. Lebensmittel-, Vieh- und Milchsendungen werden befördert. 2. Ar­beitswillige dürfen an der Arbeit nicht ge­hindert werden. 3. Ein politischer Streik wird nicht mitgemacht noch unterstützt. 4. Für Ruhe und Ordnung ist gesorgt. 5. Gegen etwa auftretenden Mob wird kräftig vorgegangen