Ausgabe 
5.2.1919
 
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et* »itflfte» der »rationalvcrsammlnng verhaftet.

Berlin, 4. fttfrr. Weitige Tage vor dem Bufornmen tritt der ^xtünwloerfauunlujw in Weimar ist ein Mitglied dieser WatuniatVer* sammlung, der Braunschn»nger Rechtsanwalt Dr. Jasper, von der Braunschweiger Re­gierung verhaftet worden. Tie Berhaf- mng erfolgte, weil Jasper an dem Sturz der Braunschweiger Regierung mit Hilfe militärischer Gewalt gearbeitet haben foö. Jasper steht an der Spitze der Braun­schweiger Mehrheitssozialisten und wurde von, ihnen und den bürgerlichen Parteien vor eini­gen Tagen als erster Präsident für den Braunschweiger Landtag in Aussicht genom­men, dessen Zusammentritt am 6. Februar rualeich mit der Nationalversammlung er» folgen sollte, nunmehr aber auf den 10. J-ebr. verschoben worden ist Man darf wohl an- nehmen, daß die Nationalversammlung selbst sich mit dieser eigenmächtigen Handlungs­weise der Braunschweiger Regierung beschäf- tigen wird.

Die Kampfe in Btemeu.

Berlin, 4 Febr. (WTB.) Die Rcgie- ruuqstruppcn haben am Dicnslag vormittag befehlsgemäß mit dem Einmarsch in Brenicn bigomien. Der Einmarsch völlig sich planmäßig. Um 6 Uhr war die Stadt im Besitz der Truppen, die das Rathaus und andere wichtig? Gebäude und Mätze der Stadt besetzten. Die Aufständischen hatten au5 Hamburg feinen weiteren Zuzug.

Schwere Au-fchreilnngen in Magdeburg.

Magdeburg, 4. Febr. (WB.) In der vergangenen stacht beging eine etwa adjityig Mann zählende bewaffnete Rotte in Soldaten- uniform schwere Ausschreitungen. Die Mäirner befreiten durch eine Anzahl von .Handgranatenangriffen im JustiLpalast 160 Ge fa n^e ne, ra >ibten das (Gebäude aus und plünderten aus dem Breiten Wege zahlreiche Laden nach Einschlagen der Schau­fenster Die Räuber waren mit gestohlener Munition versehen und gaben zahlreiche Schrecks ckchsse ab; doch scheint niemand ver­letzt worden zu fern

Vie bayrischen candtagrwabien in der psa!;.

Ludwigshafen, 4. ftebr. (WTB.) Die daye- rischen Landtogswahlen in der Pfalz sind nunmehr abgeschlossen. In 866 Stimmbezirken ent- Heien an Stimmen auf die

Bayerische Dolkspartei 119 757

Deutsche Dolkspartei 77 517

Unabhängige 7 453

Deutsche Demokrat. Partei 53 868

Sozialdemokraten 157 978

Insgesamt 416 973

Es entfallen somit auf die

Dayr sche Dolkspartei 8

Deutsche Dolkspartei 4

Deut'che Demokrat. Partei 3

Sozialdemokraten 9 Abgeordnete,

vte Wad (Vorschläge der Bayrischen Dolkspartei und der Deutschen Dolkspartei waren verbunden.

2hts Stadt und Land.

Gültige Lebentzmittelmarten für die 6. Woche vom 3. bis 9. Febr. 1919. Brot: 2250 Gramm Brot oder 1680 Gramm Mehl,

Brot fllg. . 45 Pf.

Weizenbrotmehl Älg. . 56

Weizenbrot Klg. .....80 ,

Weihbrotbäcker: Gg. Keil, Neustadt, Gg. Schil- fing, Dismarckstt., Deichert, Liebigstr.

Butter: Marke Nr. 6 40 Gr Margarine zu 27 Pf. Fleisch: Wochenabschnitt 6.

Metzger für Fremde' Dönsel, Hammstt

Metzger für Urlauber: Faulstich, Bahnhofstr. Kartoffeln: Anteil 5 Pfund zum Preise von 56 Pf. Nährmittel: Marke 2 Februar 1919

Die Nährmittel für Februar find noch nicht ein-, getroffen.

Ungezogene: fileinbenn, Bahnhofstr.

Urlauber: Becker, Löwenaasse.

Zucker: Marke 2 Februar 1919

Zucker für Februar noch nicht eingetroffen.

Sugezogene und Kranke: Berbur, Bahnhofstr. rlauber: Geschw Leo, Bahnhofstr. Lebensrnittel: Marke 3.

250 Gr Kunsthonig. Nähere Bekanntmachung in vorliegender Nummer.

Seife: Marke für Februar 1919.

Anteil 125 Gramm KA.-Seifenpulver zu 15 Pf und 100 Gramm KA -Seife zu 40 Pf.

Gemüse: Stäbt. Obft- u Gemüseverkaufsstelle, Turm­haus am Brand.

Kohlrüben, Gelberüben, Noterüben, Zwiebeln, letztere zu 55 Pf. das Pfund

flartoffeloerforgunq Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung de, Äreisamts Gießen vom 27. L 19 wird darauf hmgewiesen, baß vom 3. 2. 19 ab die flartoffelration für Dersorgungsberechtigte: 5 Pfund (bis 20. 7. 19), für Selbstversorger: 7 Pfund (bis 4. 8. 19) für die Woche beträgt Versorgung,- berechtigte, die die ihnen zugeteilten Kartoffeln vor- zeitig aufbrauchen, können auf Ersatzlieferungen nicht rechnen

Käseverteilung Don Donnerstag den 6. bis Dienstag den 11. d Mts gelangt in verschiede­ne« Geschäften fläfe zur Verteilung (S. Behanntm.)

Ausgabe von stunsthonig. Don Donners­tag den 6. bis Montag den 10. Februar gelangen innen stleinhandelsgeschäftenauf den Bezugsabschnitt3 250 Gramm stunsthonig zur Abgabe

* Nähgarn. Für Personen, die nach dem 1. September 1918 aus dem Heeres- ober Hilfsdienst entlasten worben find und zur Fortsetzung ihres früheren Berufes Nähgarn benötigen, kommt Näh- gar« zu Verteilung. Näheres fiehe Bekanntmachung.

** Das Fest der silbernen Hochzeit feierten am 30. Januar Ober-Bahna'sistent H. Bernhard unb Frau Minna geb. Schmidt.

Don der Landes-Universität. Dr Israel Nghin ist für das Sommer-Semester zum Lektor für jüdische Wissenschaften ernannt worden. (Er wird Dorlesungen und Hebungen über Mischnah. Talmud und Neuhebräisch abhalten

Pol izeibericht. Am 4. t. Mts. trutbf eine Fabrikarbeiterin auf dem Wear von Krofdorf nach Gießen von einem Düst« ling übcrfttllen und ut den Chausseegraben

geworfen Sie leistete heftigen it&bcriranb, woraus der Unhold vorzog, nach dem tzardr- wäldchen davonzulaufen. Er wird wie folgt beschrieben: 3040 Jahre alt, mittelgroß, kräftig, hat schwarten Sckpturrbart, er war bekleidet mit Mi.itärmantel und Strümp f- kappe, die er über den Kopf gezogen, so daß sein (9efübt nicht zu erkennen war. Ferner trug er noch schwarzen, weichen Hut. Per- sonen, die über den Täter Auskunft geben können, ttKTben erfud)t, der Kriminal-Abtei lung des Polizeiamts Gießen Mitteilung zu machen.

Belohnung Am 31. Oktober v. Fs fanbie Ncallehrer st. Dotter in Alsfeld an die Hofbibliothek in Darmstadt 10 Bände eines französischen Werkes: Lohen und Babelon, die Münzen des römischen Reiches. Die Bücher find unterwegs abhanden ge­kommen. Wer in der Lage ist, etwas über den Der­bleib angeben zu können, sodaß sie roiebererlangl werben, erhält eine gute Belohnung. Bor Ankauf wirb gewarnt.

* Wert- und Einschreibsendun- gen einschließlich Wertpakete können in das von den Engländern besetzte Gebiet (gegen vorherige Einholuno eines Erlaubnisscheines der vorgesetzten Behörde) befördert werden.

Der Ortsgewerbeverein veranstaltet für Gewerbetreibende und deren Angehörige einen Un terrichtskursus in einfacher Buchführung, Kal­kulation und Steuerfragen, bei dem auch befon- bere Rücksicht auf die neuen Bestimmungen des Um­satzsteuergesetzes genommen werden soll. (Siehe Anzeige.)

Landkreis Gießen.

** Leihgestern, 4. Fedr. Wagnermeister upb Postagent Gg. Wagner und Ehefrau feiern heute das Fest ihrer silbernen Hochzeit.

0 Lick, 3. Febr. Einer der ältesten hessischen Lehrerveteranen, Lehrer i. R. Wilhelm Jäger, ist im 85 Lebensjahr zur letzten Ruhe gegangen. Der Verstorbene verließ 1853 das Friedberger Seminar und war dann über 50 Jahre im Schuldienste tätig, davon über vier Jahrzehnte allein in unserer Stadt Die jetzt lebende Generation in Lich ist fast ausschließ. lich zu Wilhelm Jäger in die Schule gegangen. Ein aner­kannter Künstler war der Entschlafene auf der Orgel, die er als Greis noch ebenso bemeijtert hat, wie in seinen jungen Jahren. (Er ließ es sich nicht nehmen, nach­dem er als Lehrer bereits in den wohlverdienten Ruhestand getreten war, das ihm so lange anoertraute Amt des Organisten in der Marienftistskirche als Lieblingsbeschäftigung noch bis kurz vor seinem 80 Geburtstag auszuüben. Neben seiner Tätigkeit an der hiesigen Stiftsschule hat der Entschlafene lange Fahre an der hiesigen Präparandenanstalt als Musik- lehrer gewirkt: viele hessische Lehrer haben von ihm ihre erste gründliche musikalische Unterweisung erhalten, - H ute gestaltete sich die Beerdigung des Ent­schlafenen zu einer großen Trauerkundgebung der gesamten Bürgerschaft und der Vereine der Stabt.

KrriS Friedberg.

bz. Butzbach, 4. Febr. Gestern abend wurde durch den Sicherheitsausschuß des Arbeiter- und Soldatenrats in Niederweisel bei Samuel Löwenstein ein frisch geschlachtetes Rind, welches angeblich im Auftrage des Landwirts Georg Bill schwarz qe- schlachtet worden ist, beschlagnahmt. Das Fleisch wird nach Butzbach überführt und voraussichtlich auch hier zur Verteilung kommen.

Starkenburg und Rheinhessen.

I Darmstadt, 3. Febr. Gestern nachmittag wurde in einer von weit über tausend Personen be­fugten Versammlung einstimmig die Gründung einer Ortsgruppe Darmftibt und Umgebung des Dolks- bundes zum Schutze unserer Kriegsgefange­nen beschlossen. (Es wurde eine Entschließung ange­nommen, in der enlrtzstete Verwahrung eingelegt wird gegen die unmenschliche und völkerrechtswidrige Behandlung unserer Kriegs- und Iivilgefangetten in den Ländern der (Entente, und in der vor allem ent­schiedener Einspruch gegen die Absicht unserer Feinde erhoben wird, die (Befangenen über den Friedens- schluß hinaus zurückzubehalten zum Wiederaufbau der zerstörten Gebiete.

Offenbach, 4. Febr. Das Eisenbahn­unglück im Bahnhof Ost jft auf falsche Weichen- stellung zurückzuführen. Der Diehenbacher Iug fuhr anstatt in (Bleis 2 in Gleis 1 ein, wo der zur Aus­fahrt bestimmte Reinheimer Iug stand. Der schuldige Weichensteller, ein seit mehr als 30 Fahre im (EJen- bahndienst stehender Beamte, wurde seines Postens enthoben. Die Fahl der Opfer beträgt einen Toten und fünf Schwerverletzte.

dessen Nassau.

= Frankfurt a. M., 4. Febr. Die llnab* n Sozialdemokratie Südtv.stdcutschlmtd- gibt fontag ein eigenes Organ heraus, bas nöchentlich erfebdnt undBollSrecht" sich nennt. Das Blatt, ds hier verlegt n>irX soll bald ?u einer Tageszeitung umgmxnbelt werden.

X. Gelnhausen, 3. Febr. Beim Holz­fällen wurde in Halber der Landwirt Georg Jacob von einem Baume so unglücklich ge­troffen, daß er an den erhaltenen Verletzun­gen verschied. Ein Sohn von ihm ist im vorigen Jahre sbsei Großauheim von einer umstürzenden Telegraphenstange erschlagen worden.

= Griesheim tu M., 4. Febr. Unter der hiesigen männlichen Jugend bis zu sieb- zehn Jahren hat das Ha zar t s p ie l en um Geld derart über bau b genommen, daß der Arbeiter- und Soldatenrat die atterschürfsie Bekämpfung dieses Lasters ankündig.e Auch gegen die Lokalmhaber, die IdaS Spiel in ihren Räumen dulden, soll mit strengsten Strafen vorgegangen werden.

X H a n a u s 4. Febr. Der im Dienste des Fabrikdirektors Dr. Hoffmann in Mainlur stehende Jagdaufseher Bogel in Maiukur ist bei einem Zu- lammen st oste mit d re i Wilderern erschos- fen worden

flaffel, 4. Febr. Mit dem Sitz Äaffel unirbe für ben Bereich bts Begierungxbeiirks Kassel eine Siedlungs-Gelellschaft m. b. tz. .Hessische Heimat' ge- gründet Das Grundkapital beträgt 1473000 Mk Die Gesellschaft will Kriegsteilnehmern, Handwerkern Beamten, Angestellten und Arbeitern die Beichaffuna und (Errichtung von Wohnstätten inmitten ertrags- fähiger Ländereien ermöglichen. Für die weitere Be- schaffung von Geldmitteln sollen Bank, und Industrie, kreise des Bezirks gewonnen werben.

Au- fcrm besetzten Rheinflebiet.

= Groß.Gerau, 4 Febr Die hiesigen jugenb» ücheu Burschen Isaak, Wege und Schadt erbrachen tm Dezember v. Fs. einen französischen Lebensmittel, wagen und stahlen aus ihm 60 Kilo Speck Sw flik . teten mit der Ware nach Frankfurt, wo sie fcsig«.

r.ommen und kürzlich oer ftaruöfiscken Behörde ein- geliefert würben. Das sranzWche Kriegsgericht oer- urteilte jetzt Isaak und Wege zu je 5 Fahren Zuchthaus und Schade, der Anstifter war, zu 10 Fahren Zuchthaus Der Vertreter der Anklage- dehörde hatte die höchst ruläffige Strafe der Zwangs- arbeit beantragt, doch erkannte bas Gericht für die Burschen, weil sie geständig waren, nur auf Zuchthaus.

= Bornheim a. Rh., 4. Febr. Bei einem hiesigen Landwirt fanden französische Soldaten bet einer Haussuchung mehrere Gegenstände, die in der Umgebung von Reims gestohlen waren und die der Landwirt von einem Soldaten im Felde abgekauft hatte Das Kriegsgericht verurteilte den gänzlich un- bescholtenen verheirateten Mann und Bater mehrerer Kinder zu 5 Fahren Gefängnis und 500 Mk. Geldstrafe.

Hochheim a. Df., 4. Febr Wegen unge­bührlichen Derhaltens gegenüber französischen Dffi- zieren wurden die hiesigen Einwohner Wilh. Müller und Robert Wolf zu 15 Tagen dzw. 2 Monaten Gefängnis verurteilt

= Alzey, 4. Febr. Der 65jährige Adjunkt Stoßen in Queichheim hatte sich verschiedene Bretter, die angeblich der französischen Besatzung gehörten, angeeignet. Als Strafe erhielt er 4 Monate Gefäng­nis und 1750 Mk. Geldstrafe.

Egelsbach, 4. Febr. 3m Besitz einer hie­sigen Einwohnerin fanden die Franzosen mehrere Fortsetzungen eines Romans, die die Frau aus einer Frankfurter Zeitung ausgeschnitten hatte. Den übri­gen Teil der Blätter hatte sie vernichtet. Trotzdem verurteilte man die Frau wegen verbotener Lektüre zu 800 Mark Geldstrafe.

Hocbscbul lachkicbten.

= Frankfurt a. M., 4. Febr. Mit Genehmi­gung des Unterrichtsministeriums wird im Fahre 1919 20 erstmalig an der hiesigen Universität ein Kur­sus zur Ausbildung von Turnlehrern abgehalten wer­den. Eine Schwimmlehrerausbildung schließt sich an.

vermischte».

5ecränbcrci in her Nordsee.

Aus Geestemünde wird gemeldet: Auf dem PersonendampferMinden" der Norddeutschen Hoch­seefischerei-Gesellschaft überfielen, wie ein hier ein- getroffenes Telegramm meldet, zwei Matrosen und zwei Zivilisten den Wächter und warfen ihn ans Land. Darauf erschien ein Schleppdampfer, der mit dem Fischdampfer abbampfte. An Bord des Fisch- bampfers verkauften bann ber Anführer, einer der Mattosen, das Schiff für 250000 Mark an die bei­den Zivilisten. Die Reederei des gestohlenen Schiffes nahm sofort die Verfolgung mit einem anderen Dampfer auf, und in Eisfledh gelang es der inzwi­schen benachrichtigten Kriminalpolizei den Haupträdels- führer zu verhaften.

* Ebert bestohlen. Daß auch die Dolks- beaufttagten nicht von gewissen Schikanen des Dä­ferns verschont werden, beweist ein Geschehnis, das lich vor einigen Tagen in der Reichskanzlei abge­spielt hat. Es erschien ein Herr in Offiziersuniform, der ben Dolksbeauftragten (Ebert dringend zu sprechen wünschte. Nach einer kurzen Wartezeit wurde er vorgelassen. Als er sich empfohlen hatte und auch (Ebert Has Bedürfnis empfand, sein Amts- zimmer zu verlassen, mußte er zu seinem großen Schrecken wahrnehmen, daß aus dem Vorzimmer sowohl sein schöner Sealpelz wie fein neuer Hut und wertvoller Spazierstock verschwunden waren. Kein anderer als der Mann in Uniform kann der Dieb gewesen sein.

Letzte Nachrichten.

Der ferner Lozialistenkongrek.

Bern, 4 Febr. Am Schluß der heutigen Bor- mittagssihung der internationalen Sozialisten- Konferenz erklärte Vorsitzender B r a n t i n g, es sei wünschenswert, wenn die Aussprache über die Ver­antwortlichkeit heute noch beendet würde. Es sei zu hoffen, daß die versammelten Vertreter ber Sozial­demokratie nicht als Feinde, sondern als internatio­nale wieder vereinigte Brüder Bern verlassen würden. Kautsky gab demselben Wunsche Ausdruck und hofft, daß auch die deutsche Sozialdemokratie sich wieder vereinigen werde. (Er erklärte ferner, Deutsch- land, das keine Rohstoffe und keine Lebensmittel be- sitzt, ist in erster Linie ber Gefahr des Bolschewismus und der Gegenrevolution preisgegeben. Kau sky sprach die Hoffnung aus, dah der Berner Kongreß auch auf die Friedenskonferenz einwirken könne, denn für ben Frieben des Sojmismus zu Kämpfen sei Hauptous- gäbe ber Internationale.

Ein Aufruf drs Zeiittalrots.

Berlin, 4. Febr. (WTB.) Der Zentra Irat der deutschen sozialistischen Republik richtet an die deutsche Nationalversammlung in Weimar folgenden Aufruf:

1. Die politische und wirtschaftliche Entwicklung des Deutschen Reiches bat schon vor ber Revolution bas gebieterische Bedürfnis erkennen lassen, das Reich zu einem Einheitsstaat umzugeftalten.

2. Die Revolution der Arbeiter und Soldaten hat dieses Bedürfnis in vollem Umfange bejaht und die Beseitigung aller einzelstaatlichen Hemmungen für die politische, wirtschaftliche und soziale Innen- und Außenentwicklung der deutschen Republik als eine ihrer wichtigsten Ausgaben erklärt, nachdem die preussische Vorherrschaft beseitigt worden ist.

3. Die planvolle Verwertung der revolutionären Organisationen (Arbeiter- und Solbatenräte) bei ber endgültigen Gestaltung ber Republik als einheitlich wirkende Kräfte für den ge amten Neuaufbau Deutsch- lanbs hat die Richtung auf den Einheitsstaat eben­falls zur unumgänglichen Voraussetzun i.

4. Neuerdings erheben bi« früheren Bundes­staaten, die jetzigen Freistaaten, wiederum so starke Ansprüche auf einzelstaatliche Hoheitsrechte in der deutschen Republik und zwar nicht nur für die vorläufige, sondern auch für die endgültige Reichs- Verfassung -, daß die Entwicklung zum Einheits­staat ernstlich gefährdet erscheint und eine möglichst rasche Erholung von ben Schlägen des Weltkrieges und dem wahrscheinlichen Friedensoertrag durch die einzelstaatliche Zersplitterung verhindert zu werden droht.

5. Neben der Eingliederung ber Arbeiter- und Solbatenräte in hie künftige Reichsverfassung jur Verstärkung ber Arbeiterverttetung und ihrer Pro­duktionsinteressen sowie zur volkstümlichen Gestaltung des Wehrwesens erscheint es deshalb zunächst als die wichtigste Aufgabe der Arbeiter- und Solbatenräte ganr Deutschlands, eine schädliche TDiebererftorkung einzelstaatNcher Hoheitsrechte, die über die Geltend- machung landsmannschaftlicher Selbstverwaltungs- und flufturintereffen hinausgeht, aufs entschiedenste zu be- Kämpfen und alle Kraft dafür mzusehen, daß di« Derfassungsarbeit in Weimar die gebotene Richtung auf den deutschen Einheitsstaat nimmt.

6. Der Nationale»rsammlung liegt es ob, den Neuaufbau Deutschlands In vol'nscher und wirt- schaftlicher Beziehung vorzubereiten, »wie eine terri­

toriale Neugliederung des gan3cr Gebiets s»7- zunehmen Sie darf darin von keiner anderen Körper­schaft, insbesondere nicht von den Landes-Natten^ oer ammlungen beschränkt werden.

7. In ber(Erroartuna,baff dieNattonalvsrsamml) ihre volle Souveränität durchführt, legt der Zen- tralrat die ihm vom Reichskongreß ber arbeitet- und Solbatemäte übertragene Gewalt in die Hande der deutschen Nationalversammlung und wünscht ihren A> beiten jeglichen (Erfolg zum Glück und Heu des gesamten deutschen Volkes und a' er im neuen Deutschen Reich vereinigten deutschen Stämme.

8. Der Zentralrat wird die ihm übertragenen Befugnisse, insbesondere die ihm durch das neue Gesetz, betreffend die Regelung de»^Kommandogewalt, über­wiesene Stellung als oberfte Berufsinftanj für die Solbatenräte solange ausüben, bis die National­versammlung diese Befugnifle einer anderen Körper schäft übertiagen hat.

Ter Sieg der Ordnung in Vremeu.

Bremen, 4. Febr. Boesm. lelegr.-Bureau mel­det: Nach einer Waffenstillstandspause von 17, Stun­den lebte der Kampf gegen 5 Uhr wieder auf. Schwerer Kanonendonner fetzte wieder ein und u naufhörliches Maschinengewehrfeuer kün- digte die Fortdauer der Straßenkämpfe an. In­zwischen entfaltete das Bote Kreuz rege Tätigkeit Ins Rathaus wurden fortwährend Verwundete ge bracht. Um 6 Uhr erreichten als erste von den Re- gierungstruppen bas Bremer Freiwilligenkorps unter lautem Jubel, von der Weserbrücke kommend, den Marktplatz und nahm vom Rathause Besitz. Die um liegenden Gebäude wurden sofort von den Pattouillen einer Durchsuchung unterzogen. Dann erfolgte der Einzug der Geschütze, Maschinengewehre and Panzer­wagen, die auf dem Marktplatz auffuhren. Bald dar. auf ließ der Dom sein Geläut zu E> ren der Gefal­lenen ertönen, gleichzeitig aber auch, um der Beoölke. rung anzuzeiaen, daß die Gewaltherrschaft ber Kommunisten in Bremen ihr Ende erreicht hat. Fn der Stabt wurde um diese Zeit ber Aufruf einer neuen provisorischen von 5 Mitgliedern ber Mehrheitspartei unterzeichneten Regierung durch Sonderblatt ver­breitet, in dem die Gewaltherrschaft und die Rechts­verletzungen der kleinen Minderheit gefdulbert werden, die sich gegen die Reichsregierung auflehnte, unge- achtet ber Notwendigkeit der deutschen Einheit. Die von der Reichsregierung eingesetzte provisorische Ne­gierung erklärt den Rat der Dolksbeauftragten und uen Dollzugsrat für abgesetzt, die Volkskommissariate ndd ben Arbeiterrat für ausgehoben. Sie wird unver­züglich nach demokratischen Grundsätzen eine ver­fassunggebende bremische Nationalversamm­lung berufen, die über Bremens Zukunft entscheiden wird Alle der fteiheitlichen Entwickelung günstig Gesinnten werden aufgerufen, an der Wiede Herstellung von Ordnung und Sicherheit am staatlichen, wirt­schaftlichen und kulturellen Wiederaufbau Bremens mitzuarbeiten.

Zwei deutsche Schiffe von den Snglnndev^ beschlagnahmt.

Berlin, 4. F^ftr. (DTB.> Der Zeitung" wird aus Kvpenh<rgen berichtet: Die LloyddaurpferScharnhorst'" und(Sierra Ventana", hwei deutsche Schiffe, sind auf der Reife von Kopenhagen nach England beschlagnahmt worden, angeblich wegeir boljck)etvistifä)er Umtriebe. TieMannschäf­ten ivurden an Bord interniert.

Die Heimkehr der deutschen Druppen vom schwarzen Meer.

Berlin, 4. Febr. (WTB.) Mtt der Heimführnna der deutschen Truppen.' auS den Gebieten des Schwarzen Meeres soll am 15. Februar begonnen wer- den. Der Abtransport erfolgt zunächst auf deutsck-en Sckftffen.

Die Rückkehr

unserer deutschen Lüdwestakrikaner.

Berlin, 3. Febr. (WB.) Der Dampfer Feldmarschall" mit den Eeneralen v. Let- tolo-Lorbeck und Wähle, dem Gouver­neur Dr. Schnee, 24 Offizieren, 88 Militär- Personen, 19 Zivilisten, 106 Frauen und 90 Kindern, ist am 17. Januar von Dar-es^a- lam über Südafrika nach Europa abgegangen.

Das endgültige Wahlergebnis in Sachsen.

Dresden, 4 Febr. Nach dem nunmehr end­gültig festgestellten Wahlergebnis fetzt sich die fäch- fisch« Volkskammer wie folgt zusammen: 42 So­zialdemokraten, 22 Deutsche Demokraten, 15 Unab­hängige, 13 Deutschnationale, 4 Mitglieder ber Deut­schen Dolkspartei.

Eine neue Weigeenna FochS.

Berlin, 4 Febr. (WTB.) Die deutsche Unterkommission für Kriegsgefangene in Spaa hatte, um das Los unserer Kriegsgefangenen Mitb üder zu erleichtern, wiederholt den Verband ersucht, ben beutschen Krankenschwestern. Aerzte und Geistlichen zu gestatten, unsere noch in Feindesland befindlichen Kriegsgefangenen zu besuchen. Den Kriegs­gefangenen sollte dadurch Zuspruch und geistlich« Trost zuteil werden. Fetzt hat Marschall Foch au| ein schriftlich gestelltes Ersuchen einfach erwidert, bi« erbetene Erlaubnis könne nicht erteilt werben

Wilson in ber französischen Kammer.

Paris, 4. Febr. (WB ) HavaS. Präsi­dent Wilson in Begleitung von Poincarö, Dcsckmnel, Clemenccau und Dulnrst wurde feierlich in der Kam mer empfanizeiH/ Or­scha n e 1 hielt eine Lobrede auf Amerika und Wilson und sagte u.a.: Dieser Krieg ist nicht ime andere aewesen, und auch der Friede muß sich von anderen Frieden unterscheiden. Die Schuldigen müssen bestraft iverden Deutsch- ltind darf nicht mehr in der Lage sein, Frank- reich zu bedrohen. Wilson entgegnete, daß er immer mehr Freundschaft empfände, bk dpt mit dem französisck)en Volke verbände. Die Zeit der Gefahren sei vorüber, und keine Bedrohung fei mehr möglich, ohne daß die ganze Welt sich erhebe. Ich kann nicht zu- geben, fuhr Wilson fort, daß letzte Tra- gödte sich wiederholt. Die ganz: Welt wird die Sicherheit Frankreichs verbürgen. Wir sind ihre Freunde, ihre Mitkämpfer und ihee Verteidiger und iverden es mit ihnen bleiben, damit die Welt die Fwheit geniehen kann.

Ei» Ausstand in Mailand?

Bern, 4. Fedr. (WB.- Nach einer Mel- düng de-St. Gatter Tageblattes" soll in Mailand ein AuSstand ausg^»rvchen sein, den die Regierung mit Maschinenae- 'vehren und Artillerie hat iriederwerfen lassen«

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