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nicht entsprochen hätten. Namentlich von den Arbeitsämtern im südlichen Teile Hessens wurden Klagen laut. Die Tätigkeit mancher Arbeitcrans- schüsse bei der Ausscheidung der Arbeitskräfte wurde ebenfalls kritisiert. Herr Steher schilderte die Ausgaben der Provinzialberussberatungsämter auf Grund des preus;. Erlasses des Handcls- ministers vom 18.3. 19. Seitens der de«fischen Arbeitsämter wurde der dringende Wunsch ausgesprochen, daß der Freistaat Hessen sich bem bei dem Mitteldeutschen Arbeitsnachweis verband zu schassenden Provinzial-Bcrussberotunqsamt an- schließe, und die Geschäftsstelle gebeten, mit den zuständigen hessischen Ministerien weitere Ber- bandlungen zu Pflegern. Zur Frage der gesetz- lichen Regelung des Arbeitsnachweises wurden die vvm Vorsitzenden dargelegtcn Gesichtspunkte, namentlich hinsichtlich des Ausbaues der Arbeitsämter als gemeindliche Einrichtungen mit entsprechender Vertretung der Ge-- meindekörperschasten, gebilligt. Insbesondere wurde die Notwendigkeit hervorgehoben, durch möglichst weitgehende »Gliederungen der Arbeitsnachweise in Facharbeitsnachweile und Fachabteilungen den verschiedenartigen Bedürfnissen der Org .risationen bei der Regelung der Arbeitsrrach- tocil'c Sorge zu tragen. Die Landesarbeitsämter sollten keilte weitere Vermehrung der Aufsichts-- mstanzen darstellen, sondern zu selbständigen Abteilungen der höheren Selbstvlerwaltungskörper bzw. der Ministerien in den Bundesstaaten ausgebaut werden. Vor allem wurde die Notwendigkeit betont, die Arbeitsnachweise aus dem Rahmen der Gemeindeverwaltung herauszuhebcn und als besondere Aemter mit besonderen sachkundigen Beamten und Beamtinnen zu versehen. Betont wurde, daß es außerordentlich an geeigneten, aut geschulten Beamten und Beamtinnen für die Berufsberatung und für die weibliche Vermittlung fehle. Ls ist durch den Mitteldeutschen Arbeitsnachweisverband in Aussicht genommen, im Laufe des Winters einen Ausbildungskursus in Verbindung mit dem Sozialen Museum für Verwaltungsbeamte zu veranstalten. Zum Schlüsse erfolgte eine Aufklärung über die Tätigkeit der Kriegsgefange- nenheimtehr und die den Arbeitsämtern hierbeij erwachsenden Aufgaben.
Zum Frankfurter Kellnerstreik.
fa. Frankfurt, 4. Aua. In einer Ber- sammlung der streikenden Gastl)ausangestellten im .Zillertal" wurde eine Entschließung angenommen, wonach folgende neue Forderungen gestellt werden: 50 Proz. Teuerungszulage, rückwirkend auf l.Juli; fester, auskömmlicher Lohn unter Wegfall des Trinkgeldes, jedoch mit prozentualem Anteil an der Rechnung: bis zum Inkrafttreten des Tarifs 20 Proz. der Zeche in Caf4s und! 10 Proz. in Restaurants Aufschlag als Anteil für den Bedienenden, da das Publikum der Meinung ist, daß das Trinkgeld bereits aufgehoben ist.
Während dann die Versammlungsteilnehmer einen Demonftrationszug unternahmen, um die ..Einheit des Streikwillens" zu bekunden, versammelten sich die Vertreter des Wirtsgewerbes, um zu diesen neuen Forderungen Stellung zu nehmen. Die Wirte hatten sich im Hotel du Nord versammelt, wohin um 5 Uhr die Beschlüsse aus dem ..Zlllertal" gesandt werden sollten.
Die aus 5 Uhr zugesagte Uebermittlung der Beschlüsse der „Zillertal" - Versammlung war abends um 7,30 Uhr trotz wiederholter Rellama- rion nicht geschehen. Man beschloß daraufhin, die Folgerungen daraus zu ziehen und die Verhand- iungen als durch 6te Angestellten abgebrochen zu betrachten. Sämtliche W ir t svet ri ebe , auch die ohne Angestelltenbedienung, sind von heute an geschlossen. Unter dem Streik leiden namentlich die Fremden, die ohne Kenntnis der Dinge hier ankamen ober nicht rechtzeitig hem hier abreisen konnten. Begreiflicherweise hat sofort schon gestern früh eine reine Fremdcn- flucht aus Frankfurt eingesetzt. Um so stärker war der Andrang zu den Kriegsküchen, wo mich die Bielen Nahrung suchten, die sonst ihre Mahlzeiten in Gasthäusern einzunehmen pflegten. Tie Äriegsküchen konnten natürliche dem Massewandrang nicht entfernt genügen. Entsprechend war auch der Andrang in den Kleinwirtschaften, wo man nicht nur gut mit Speis.n, sondern vielfach auch mit ganz bedeutenden PveiscrhöhiM- gen vorgesorgt hatte. Wie das heute am Sonntag bei geschlossenen Kriegsküchen werden soll, ist noch nicht abzusehen.
Tie Varietetheater lassen ihre Vorstellungen ohne Restaurationsbetrieb stattsinden, und ebenso war auch tagsüber der Vorgarten des Cafos Hauptwache bis auf das letzte Plätzchen besetzt, ichenfalls icdoch ohne Restaurationsbetrieb. Leberall an Restaurants und Caf6s rufen Plakate entgegen: „Wegen Streiks geschlossen!"
Gefälschte französische Schokolade.
— Frankfurt a. M., 3. Aug. Die amtliche Untersuchung der hier massenhaft feilgebotenen ftanzösischen Schokolade hat ergeben, daß diese aus folgendem Mischmasch zusammengesetzt ist: vielem Bananenmehl, etwas Maismehl, Weizenmehl, Fett, Zucker, etwas Zimt und stark schalcnhaltigem Kakao. Die Ware ist also durchaus minderwertig und dem Verkaufspreis entsprechend viel zu teuer. — Und dabei findet das Zeug allerorten reißenden Absatz.
— Frankfurt a. M., 3. Aug. Die diesjährige Herbstmesse dauert vom 27. August bis 16. September.
Frankfurt a. M., 3. Aug. (Wolfs.) Ter Eisenbahndirektionsprasident Reulcaux ist von seinem Posten zurückgetreten und wird sich in den Ruhestand begeben. An seiner Stelle ist Geheimrat Stopf aus dem Eisenbahnministernlin in Berlin mit der Leitung der Tirettionsgefchäfte des Eisenbahndirektionsbezirks Frankfurt a. M. betraut worden.
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fb. »ai eben, 2. Aug. In unserem Torfe treten jede Nacht sechs mit Armee-Revolvern ausgerüstete Ortsbürger an, die in der Feldgemarkung (regen Kartoffel- usw. Diebe Wache halten.
Sport«
** Radsport. Ter Gau 9u des Deutschen Radfahrer-Bundes hielt am 3. August ein 7 5- Kilometer^Rennen aus der Strecke Gießen, Grünberg, Londorf, Trais und zurück ab. Trotzdem die Fahrer sehr unter der regnerischen windigen Witterung zu leiden hatten, wurden hervorragende Leistungen erzielt. Ergebnisse: Junioren: 1. E. Noll, Kirchhain, 2 Std. 42 Mm. 5 ©ef., 2. O. Rödiger (Germania Meßen) 2 Std.50Min. 30 Sek., 3. Aug. Deibel (1885 Gießen) 2Std. 52 Min. 15 Sek., 4. L. Klinller, Großen-Buseck, 2 Std. 54 Min. 38 Sek., 5. H. Riesland (Germania Gießen) 2 Std. 56 Min. 5 Sek., 6. Ad. Deibel (1885 Gießen) 3 Std. 5 Min. 50 Sek., 7. K. Seht (Germania Gießen) 3 Std. 16 Min. 10 Sek., 8. E. Alt ho ff (1885 Gießen) 3 Std. 42 Min. 30 Sek. Senioren: 1. L. Käb, Wetzlar 2 Std. 50 Min. 45 Sek.
Hochschrrlnachrrchten.
l) Marburg, 1. Aug. Die Wahl der Dekane für das Universitätsjahr 1919/20 hatte folgendes Ergebnis: Theologische Fakultät: Prof. Dr. thevl. und Ml. Hermelink; Juristische Fakultät: Geh. Justizrat Prof. Dr. jur. Traeger: Medizinische Fakultät: Geh. Medizinalrat Professor Dr. med. Bielschowsky: Philosophische Fakultät: Professor Dr. phil. und jur. von Prem erstem.
Vermischtes.
dt. Mannheim, 2. Aug. An der Schieberbörse im Schloßgartcn geht es wie auf einem Jahrmarkt zu. Alles wird durch Ausruf angeboten. Eier und Kartoffeln werden als Lockruf benutzt. „Aha, der Jakob aus Amerika ist da! Sckwkolode, prima Kernseife, hochfeiner Tee!" Hingt es durcheinander. Zigarren werden zu Tausenden umgesetzt, Seife in ganzen Kisten und Kartons. Amerikanische Kleiderstoffe, 3,20 Meter für einen Herrenanzug, werden zu 100 Mk. angeboten, Schuhe zu 60 Mk., Hosenträger, Taschenlampen, Weizenbrötchen zu 50 Pf. das Stück. Ein Verkäufer setzte drei Zentner Schinkm an einem Tage um, verdiente am Pfunid 2 Mk. und hatte fomu einen Tagesverdienst von 600 Mk. Ta ist es fein Wunder, wenn sich die Mannheimer Tetailgeichäfte beflogen. Der Umsatz wird täglich auf 100 000 Mk. geschätzt.
ht. Bremen, 2. Aug. Nachdem ber Dampfer „Uranu" mit 4CKX) Ballen Tabak bereits in Bremen ein getroffen ist und hier gelöscht wird, ist auch der Dampfer „Delius" von Amsterdam nach Bremen mit 5646 Ballen Tabak abgegangen. Weitere größere Tabakeinfuhr steht bevor.
* Nix mehr Bart kratzen! Wie man aus Budapest meldet, hat die ungarische Räte- rtgierung beschlossen, das Barbiergewerbe vollständig abzuschaffen, well das Barbiergew^rbe kein „produktives" Gewerbe ist, sondern nur d.'m Luxus und der Beguemlichkeit wohlhabender Menschen diene. Es dürren künftig nur noch Haare geschnitten werden.
Büchertisch.
— Wissenschaft und Bildung. Verlag von Quelle und Meyer. Leipzig 1919. „Die deutsche Reichsverfassung" Von Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Ph. Zorn. Dritte verbesserte Auflage. 141 Seiten. Gebunden 1/50 Mk. .— „Tas deutsche Haus in Torf und Stadt". Ein Ausschnitt deutscher Altertumskunde. Von Professor Dr. Otto Lauffer. 126 Seiten mit 16 Abbildungen. Geb. 1,50 Mk. — „Westdeutschland zur Römerzeit". Von Pwf. Dr. H. DraMndorff. Zweite verbesserte Auflage. 125 Seiten mit 16 Tafeln. Gebunden 1,50 Mk. — „Das Christentum im Weltanschan- ungskampf der Gegenwart". Bon Prof. D. Dr. A. W. Hunzinger. Dritte verbesserte Auflage. 125 Seiten. Gebunden 2,50 Mk. — „Unser Teutsch". Einfühnung üt die Muttersprache. Vorträge und Aussätze von Prof. Dr. Friedrich Kluge. Vierte Auflage. 16. bis 20. Tausend. 128 Seiten. Gebunden 2,50 Mk. — „Musikalische Bildung und Erziehung zum musikalischen Hören". Von Prof. Dr. Arnold Schering. Dritte, veränderte Auflage. 11. bis 15. Tausend. 132 Seiten. Gebunden 1,50 Mk. — „Grundfragen ber allgemeinen Geologie" in kritischer und leichtverständlicher Darstellung. Bon Professor Dr. Paul Wagner. Zweite, verbesserte Auslage. 146 Seiten. Geb. 1,50 Mk.
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Briefkasten der HcfcaFtion*
H. V. Ein Kvstenerlaß ist nicht erfolgt. Es war nur angeordnet, daß während des Krieges gewisse Kostenbeträge nicht angefordert werden sollten. Eine Anwrderung der Kosten ist also auch heute noch bercchtlgt.
Verantwortlich für Politik:
I. B.: Dr. Reinhold Zenz.
Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen._____
Höchste Temperatur am 3. 8. —18.7°, 4. 8. —18.6".
Niedrigste „ „ 3.8. = 11.8’, 4. 8. = 8.7".
Datum
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Temperatur der Luft
Absolute Feuchtigkeit
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Wetter
3. 8.
3. 8.
4. 8.
nm. abds. om.
16.2
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9
tags meist bedeckt kühl nachts bedeckt
Wettervoraussage
für Dienstag:
Vorwiegend wolkig, leichte Regenschauer, Temperatur wenig geändert, westliche Winde.
Letzte Ilacbyicbtcn.
Das deutsche Weißbuch.
Bern, 3. Aug. (Wolff.) Der „Corrierc della Sera" bezeichnet die Auswahl der Schriftstücke int deutschen Weißbuch als tendenziös. Erzberger habe die Auswahl der Dokumente so getroffen, damit das deutsche Volk bei dem Glauben bleiben solle, daß e r nicht die geringste Schuld an der Katastrophe hc^be.
Eine Erklärung Hindenburgs.
Berlin, 3. Aug. (WTB.) Von der Kommandostelle Kvlberg geht uns folgende .Kundgebung zu: Die Angriffe gegen meinen früheren Mkt^ arbeitet, General Ludendorff, mehren sich. Ohne mich in eine Erörterung über das Unberech- ttgte dieser Angriffe einzulaften, bemerke ich, daß für albe Entschließungen der Obersten Heeresleitung ich allein die volle Verantwortung trage. General Ludendorff hat stets im Einverständnis mit mir gehandelt. Wer General Ludendorff trifft, trifft also mich.
Hannover, den 31. Juli 1919.
Gez. v. Hindenburg, Generalfeldmarschall.
Die Verhandlungen über dir besetztrn Rheinlande.
Köln, 4. Juli. (WTB.) Ter parlamentarische Beirat des Reichskornmissars für die bese tzten Gebiete tagte Ijeute unter dem Vorsitz des Urtterstaatssekretärs Lewald unb im Beisein des Reichskommissars v. Starck sowie Vertretern der Regierungm Preußens, Bayerns, Badens und Hessens. Die Antwort der alliierten und associierten Mächte wurde von den An wes m- den eingehend erörtert. Bon bm Mitgliedern des Beirats wurden zahlreiche Wünsche zur Berücksichtigung für die in den nächsten Tagen beginnend'n weiteren Verhandlungen rn Versailles empfohlen. Allgemein bestand der Wunsch, daß das Reichskommissariat und die alliierte Borkommission sobald wie möglich ihre Tätigkeit aufnehmen möchten.
Berlin—Ävpenhagen.
Kopenhagen, 3. Aug. Die durchgehende Schnellzugsverbindung zwischen Kopenhagen und Berlin über Gjedser-Warnemünde wird nach dänischen Zeituirgsmeldungen ab 3.August wiederhergestellt. Die Ententekommission habe entschieden, daß die beiden Fähren wegen ihrer besonderen Bestimmung in deullcknn Besitz verbleiben werden und am 3 August wieder in Dienst gestellt werden. Auch die zwelle dänische Fähre wird demnächst den Betrieb wieder aufnehmen.
Auflösung des interalliierten Ernährungs- ausschusses.
Versailles, 4. Aug. Aus dem Bericht des franzöftschen Handelsmrnisteri ums über die vorgestrige Sitzung des interalliierteil obersten Wirtschaftsvates in London ist hervorzuhcben, daß der interalliierte Ernahrungsaus- s ch u ß in Rotterdam, der das Brüsseler Nahrungsmitte labkvm men mit Teuschland durMuführen batte, für aufgelöst erklärt worden ist.
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Die -rtegSbrute
Paris,3. Aug. (Wolff.) Reuter. Der Oberste Rat beschloß, daß der Kommandierende General der srailzösllchen fTruppen gleichzeitig Oberbc- s e h l s y a b e r über die alliierten Besot- zungstrupven sein soll. Die Frage der Ver teilring des erbeuteten f ci nb lrtbcn Kriegsmaterials wurde den militärischen roachverständigen überwiesen. Es wurde enbgültig beschlossen, daß es keiner Regierung gestattet wird, derartiges Material zu verlausen.
Die Kohlennot.
London, 4. Au-. (W.B.) Bei den gestrigen Beratungen der interalliierten wirtsckxistlichen Kommission in London erklärte Sir Auckland Geddes, England sei nickst in der Lage, im kommenden Winter auch nur eine Tonne Kohlen aus zu führen. jFrankreich erhielt jedoch auf der Konferenz das Zugestündnic- für Lieferung von Nahrungsmitteln von Amerika gegen eine Dollar anleihe.
Erzbergers Steuerpläne.
Berlin, 4. Aug. Nach württembcrgischen Blättent hätte der Erzbergersche Steuer unitarismus Aussicht, angenommen zu werden, trotz heftigen Widerstcmdes verschnchener Einzelstaaten. Die sächsische Staatskanzlei ocr breitet die Mittellung, daß Sachsen gegen eine vereinheitlichte Finanzverwaltung sei.
Jahrhundertfeier der Universität Bonn.
Bonn, 4. Aug. Zur gestrigen Jahrhundert feier der Bonner Unioerfitat sprach Kultnsmimster Hänischdie Glücklvünsche der Regierung au8 und versicherte, das; die neue preußische Regierung unter kernen Umständen die Freiheit der Forschung und Lehre antasten lassen merbe. Der Minister warnte eindringlich vor einer Abttennung der Rheinlande und der Zerstückelung Preußens.'
Die Lage in Rußland.
Berlin, 4. Aug. Zu den Nachrichten über einen Umschwung in Rußland äußert die „Ttsch. Allg. Ztg.": Diesen Umsc^vung möchten wir noch vor dem Winter für wahrscheinlich Italien Ter politische und wirtschaftliche Bolschewismus hat prakttsch in Rußland längst ausgespielt. Bolsck)ewislisch ist noch das Heer, solange eß von den bolschewistischen Machtl-abern Lenin und Trotzki besoldet, bekleidet und verpflegt wird. Aber die breite Masse wird von dem noch herrschenden bolschewistischen System im lommenden Winter mit der doppelten Todesart des Erfrierens und des Verhungerns bedroht. Zu der inneren Unhalt barfeit kommt hinzu, daß es mit Friedensschluß wieder einen Welttvillen geben wird, und dieser Welrwlllen hangt nicht vom Bolschewismus ab, dem damit seine Stunde schlagen wird.
Nach einer Bukarester Meldung der „Rundschau" sollen auch Lenin und Trotzki sich auf die Flucht oorberellen.
Die neue ungarische Regierung und die Räte Verordnungen.
Budapest. 3. Aug. (W.B.) Ungar. Kor, Bureau.) Der Ministerrat beschlos gestern, daß die Ressortminister die Verordnungen der Räteregierung unverzüglich einer R f - Vision unterziehen und bereite dem nächsten Ministerrat vorsckstagen sollen, welche Verordnun gen zu beseitigen sind, und wie der Rechtszustand vor dem 21. März wieder herzustellen ist. In erster Linie wird die Mteverordnung über die Sozialisierung der Häuser außer Kraft gesetzt werden.
Rücktritt des serbischen Ministeriums.
W ie n , 3. Aug. (WTB.) Nach einer amtlichen Meldung aus Belgrad nahm Kronprinz Alexander das Rücktrittsgesuch des Ministeriums an.
Aegypten.
Versailles, 3. Aug. (WTB.) Die Mitglieder der ägyptischen Delegatton, die nach Paris geEommen sind, um die Forderungen der Aegyvter vor der Friedenskonsevenz zu vertreten, empfingei^ gestern eine Anzahl französischer, englischer unb aeritonischer politischer Persönlichleiten. Vor diesen formulierten die Aegnpter ihre Forderungen dahin, bah Aegypten die Autonomie verlange, daß sie aber bereit seien, Englands Freunde zu bleiben. Ter französische Dechrtterte Augagneur versicherte die Aegypter seiner Sympathie. In der „Hnmanitö" veröffentlicht Anawle France eine Äunbgebung, worin er gegen die Aegyvten zuteil -werdende Ungerechtigkeit protestiert.
Die Schantungftage.
Versailles, 3. Aug. (WTB.^ ,/3ntran- figeant' erwähnt eine Tepesche aus Tokio, n» nach Japan und China in Peking über die Schantungfrage verhandeln würtzen. Japan soll danach zum Entgegenkommen bereit sein
Eisenbahnangestelltenstreik in Amerika.
Chicago, 3. Aug. (Reuter.) Etwa 100000 Arbeiter der Ersenbahnwerkstätten unb Eisenbahnange stellte in Chicago legten gestern die Arbeit nieder. Meldungen aus Atlanta und Georgia besagen, daß 300 000 Eisen bahnwerkstättenarbeiter in den südlichen Staaten die Arbell eingestellt haben. DieWerkstättenarbeiter in Philadelphia, Boston, Denver und anderen wist tigen Lwndelspuntten sind gleichfalls ausständig.
Die Negerunruhen in Amerika.
Berlin, 4. Ang. Der „Verl. Lok.-Nnz.' berichtet: lieber die N-egerunruhen meldet die .Tarly News": Die Ursachen dieser Scmegung liegen darin, daß die Südstaaten 230000 schwarze Soldaten lieferten gegen 379 000 weiße Soldaten In den ganzen Bereinigten Staaten wurden 360000 Neger rekrutiert Im Heer erfuhren bir schwarzen Soldaten, daß sie unter der Dienstpflicht in allen Rechten den Weißen gleichgestellt wurden, und sie verlangten nun dieselbe Gleichstellung im bürgerlichen Lebien.
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