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Montag, 4- August 1919

169. Jahrgang

Erster Blatt

Bäck.

Ter Prinz erklärt weiter, er könne sich einen Ge-1 Wendel sich an die gesamte Bevölkerung des Landes

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Telephon 285..

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Von einer mit den Verhältnissen in Wiesbaden auf das genaueste vertrauten, aus dem besetzten Gebiete zurückgekchrten Persön-

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Ter Siebener Anzeiger erscheint täglich, allster Sonn- und Feiertags.

vezugrpreir: nwnatl.Mk.1.60, viertel­jährlich Mk. 4.80^ durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Dtk. 1.50: durch diePost Dck. 4.50 viertel- jährt, ausscht. Bestellg. Ferusprech - Anschlüsse: sürdieSchristIeitui,g112 Verlag,Geschältsstelleöl Auschrist für Drahtnach­richten: Anzeiger Stehen.

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Berlin, 2. Aug. (Wolff.) Die Reichsregie­rung wird, wie wir erfahren, erst Anfang der nächsten Woche nach Berlin zurückkehren.

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kälten zu der Mistachtung der Souveränität bayerischen Volkes beigetragen zu haben.

Rückkehr der Reichsregierung nach Berlin.

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zrankreich und der Zriedensvertrag.

Versailles, 2. Aug. (Wolff.) Ter Frie- dei-Sausschust der französischen Kammer rati­fizierte gestern nachmittag den Friedens- Vertrag mit 35 gegen eine Stimme (Abg. Louis Narin) und zwei Stimmenthaltungen (Abgg. Gro- bct, Taniel-Vineent). Ter Frierensausschust besteht aus 60 Mitgliedern.

Paris, 2. Aug. (Wolff.) Havas. Tie eriebenskorninission der Kammer hat mit 34 Stim­men bei zwei Stimmentl-altungeu beschlossen, für tic Ratifikation des Fricdensvertrages einzutreten.

Amerika und der Friede.

Amsterdam, 2. Aug. (WTB.) Presse­bureau Rn!io. Ter ReuyartcrWorld" meloet, tast Wilson dem Senat kurz vor der Vertagung kine Botschaft übersandte, die, wie angmommen vird, oorschlägt, den Frieden mit Deutsch­land h.'rbeizufülwcri, ohne dast erst die Geneh- ; ntiginig des Friedensrer tragest abgewartst wird, i Ter Vl'rtagungeantrag schweb e noch, als die Dot- Maft eintraf. Sie nnrv erst heute verlesen. Tas Blatt meldet, dieser Plan verfolge das Ziel, bie Bereinigten Staaten aus dec Verlegenheit zu ^freien, die dadurch entsteht, dast sie sich noch -'n Kriege befinden, während der übrige Teil der I tLelt den Frieden geschlossen habe. Er l»czwecke Iuch, die Lage in Europa, die nach der Ansickft es Präsidenten gefahrdrohend ist, zu festigen.

Wilson und der Völkerbund.

Amsterdam, 2. Aug. (WTB.) DerTele- ^aaf" schreibt: DieTimes" melden aus Vashington: Wilson beriet gestern und heute mit republikanischen Führern, die erklärten, der > Mkerbundvertrag könne nicht vorbehaltlos än- teirommen werden. Der Präsident soll geantwortet ijLben, daß es für die Alliierten ernten ' brigend sein würde, neuerlich mit Deutsch- [ 1 _mnh zu verhandeln und es zu ersuchen, s®er Abänderung zuzustimmen.

Kaiser Wilhelms II. Abstand zu nehmen.

Kronprinz Rupprecht gegen den Gerichtshof der Entente.

München, 2. Ang. (Wolff.) DieMüw- detter Zeitung" veröffentlicht folgendes Schrei­ben, das der ehemalige Kronprinz Rupp- re d)t von Bayern an den Präsidenten des bayerischen Landtages gerichtet hat:

Sxrr Präsident! Bis zur Stunde toartcte 14,- auf die Einsetzung eines deutschen Staatsge­richt s h 0 s e s, der die Verantwortung aller Füh­rer des deutschen Volkes für die politische Leiwng der letzten Fahre und für die militärpolitischen Führer während des Krieges seststcllen soll. Durch die Bildung eines fotdjen deutschen Staat sgerichts- hoses wäre die Gemeinsamkeit der Verantwortung für alle deutschen Stämme und damit die innere Geschlossenheit in der Erfassung ihres einheitlichen) Schicksals aufs neue festgclcgt worden. Es ist nickst zu diesem Akte der klarer! Betonung der Volks- soirv-cränität gekommen. Tie deutsche Regierung hat sich in der traurigen Zwangslage gesehen, ge­mäß dem Friedensvertrag die Auslieferung aller jener Personen an die feindlichen Mächte

Aus dem besetzten Gebiet.

Der Gcßlerhut von Oestrich.

Oestrich a. Rh., 31. Juli. Unbekannte Täter hatten kürzlich die auf dem .Hause beä frän­kischen Ortskommandanten wehende Fahne durch Ucbergiesten mit Salzsäure beschädigt.. Zur Sühne für diese Tat mußte die Gemeinde binnen 24 Stunden eine neue Fahne besorgen. Unter Musik zog die ganze Besatzung vor dem Hause auf. Bürgermeister Becker mußte barhäuptig eigenhändig die Flagge hissen, und sämtliche Ge­meindevertreter mußten entblößten Hauptes dem Sühneakte beiwohnen.

Amerikaner und Franzosen.

hl. Mainz, 2. Aug. Vor einigen Wochen meldeten mehrere Blätter, daß die amerikanS». schen Truppen eigene Flugzeuge ver­brannt haben. Von ameribrnischen Offizieren erfährt man jetzt auch die Gründe. Wegen Mangel an Schiffsraum zum Rücktransport sollte Amerika diese Flugzeuge den Franzosen überlassen. Die Soldaten der Union sagten aber: nein, eher ver­brennen wir die Flugzeuge. Und so taten sie es.

Französische Justiz.

hl. Mainz, 2. Aug. In einem einzigen Stadtteil von Mainz beffnden sich seit 3 Wochen 12 junge Leute in hast, die der Handlung des Z op sa bsck neidens" an ehrvergessenen Frauenzimmern geübt beschuldigt werden. Tie Franzosen bezeichnen das wls ,,Sittlichkeitsver- brechen". Gegen Sittlichkeitsvergehen einzusckr eiten besitzen aber die Besatzungstruppen kein Recht, das ist Sache der Zivilbehörden. Daher gibt man neuer­dings den Zopfabschnaidern die Deutung eines Komplotts gegen die französische Arm«". Jetzt will man sogar die Bürgermeister haftbar machen, wenn sich ein solchesKomplott" bemerkbar macht.

Das Singen wieder erlaubt.

kp. h ö ch st, 2. Aug. In höchst dürfen wieder Gesangsstunden ftattfinden, aber Siebet politischen und nationalen Inhalts sind streng verboten.

Erntestreik in Rheinhessen?

hl. Worms, 2. Aug. Die landwirtschaft^ lichen Taglöhuer und Winzer Rhein-* Hessens, zum größten Teil fölitglieber des christ­lich-nationalen Zentralverbandes der Forst-, Sanb- und Weinbergsarbeiter Deutschlands, haben Lohn­forderungen eingereicht und bie SSermitthmg des Kreisamtes Oppenheim an gerufen unb gleichzeitig die Angelegenheit dem Schlichtungsausschuß in Worms unterbreitet. Tie Mehrzahl der Arbeit­geber verhält sich den Forderungen gegenüber ablehnend. Tie Arbeiter wollen in den Ernte, streik treten, falls ihre Forderungen nicht in den nächsten Tagen bewilligt werden.

Mainzer Handküsemarkt.

dt. Mainz, 2. Ang. Ein Zeichen befferer Lebensmittelversorgung ist der Beschluß einer An­zahl Käsehändler aus Finthen, in Mainz einen regelmäßigen Handkäsemarkt zu eröffnen. Auf Verfügung des Amts für .Kriegswirtschaft ist der Höchstpreis für handkäse auf 38 Pf. fest­gesetzt. In Frankfurt sind Handkäse im freien handel für 60 Pf. massenhaft zu haben.

Wohnungsenteignung für französische Offiziersfamilien.

dt. Ludwigshafen, 2. Aug. Die Woh­nungsnot wird durch die Bereitstellung von 40 eingerichteten Offizierswohnungen durch die Stadt immer größer. Es kommen meist Wohnungen für verheiratete Offiziere in Betracht, die bezüglich Umfang und Ausstattung der Woh­nungen nicht geringe Ansprüche stellen. Dabei Hot die Stadt, um 800 bis 1000 Familien aus Not­wohnungen allmählich in menschenwürdige und hygienisch einwandfreie Raume zu bringen, Mittel zum Ausbau von zunächst 100 Mansarden usw. zu Dachwohnungen bewilligt.

fg. Höch ft a. M., 1. Aug. Die Einwohner- schaft befindet sich in großer Erregung, denn die Franzosen verlangen bis morgen

mit einem Aufruf, worin es heißt: Der regie­rende Rat ist in Konsequenz der mit der Entente gepflogenen Verhandlungen zurückgetreten. _ Tut Regierungsgewalt übernahmen alterprobte Führer der Arbeiter und Gewerkschaften. Jeder Arbeiterrat bleibt auf seinem Platze. Bei der Entente wurden die notwendigen Schritte im Interesse des Ab­schlusses eines Waffenstillstandes gemacht. Die Wiederaufrichtung des aus tausend Wunden blu­tenden Landes, die Schaffung des Friedens und die Sicherung der Ernährung der Bevölkerung

Prinz Heinrich an den König von England.

Hamburg. 3. Aug. (Wolff.) DieHam­burger Nachrichten" veröffentlick-en einen offenen Brief des Prinzenheinrich an den König von England. Darin heißt es u.a.:

Da die Stimmen in der Ententepresse bezüglich der Auslieferung Kaiser Wilhelm II. nicht verstummen wollen, richte ich fol­genden offenen Brief im Anschluß an meine bis heute unbeantwortet gebliebene De­pesche vom 7. Juli an Eure Majestät, indem ich nochmals an das Gerechtigkeitsgefühl Eurer Majestät appelliere. Sollten sich Eure Ma­jestät und Ihre verantwortlichen Ratgeber noch nnrklich im Unklaren befinden über die Ursache und Schuld am Weltkriege, so bitte ich zu be­denken. daß vorhandene Dokumente sowie Tat­sachen zweifelsfrei darauf hindeuten, daß einzig die-englische Regierung es war, welche seit Jahren diesen Weltkrieg vorbereitete,. um Deutschland als lästigen Mitbewerber auszuschal­ten. daß somit diese Regierung allein die Schuld für die Entstehung d?s Krieges, sowie dessen Folgen trägt. Ich möchte noch erinnern an die Begegnung Eurer Majestät mit Sassonow im September 191- in Valmoral und an jene von Eurer Majestät bei dieser Gelegenheit ge­machten Aeußerungen über das Schicksal, welches der deutschen Handels- und Kriegsmarine zu- gedacht war. Trägt somit England die haupt- jckuld an ixt Herbeiführung des furchtbarsten aller Kriege so tragen Mitschuld auch alle jene Na­tionen, welche sich als mit England verbündet betrachten. Wollte man in der unerhörten Forde­rung der Auslieferung eines Souveräns den Wunsch erblicken, der Wahrheit der Kriegsursache näherzukommen ich vermag dies nicht müßte man folgerichtig den Schluß ziehen, daß auch jene vor das Forum gestellt werden, die in erster Linie sich der Schuld am Kriege dringend ver­dächtig macksten. Dazu gehören die leitenden Stoatsmänner der britischen Regierung, sowie die der mit England verbündeten Staaten.

Internationale Sozialistcn-Konserenz.

Bern, 2. Aug. (Wolff.) Tie am Samstag in Luzern zusammen getretene internationale Sozialistenkonferenz wird voraussichtlich bis zum 10. August dauern. Die Konferenz wird sich vor allem mit folgenden zwei Fragen befassen: Jnternattonale politische Sage und Wiederherstel­lung der Internationale. Für beide Fragen werden Kommissionen eingesetzt, die dem Kongreß bis Mittwoch Berichte und Anfragen cinzurcichen ha­ben. Bis jetzt sind aus folgenden Ländern Dele­gierte angenreldet: Groß-Brilannien, Frankreich, Holland, Dänemark, Ukraine, Tschccha-Slowakri, Georgien, Rußland, Teutsch-Oesterrrich, Deutsck>- land, Bulgarien. Italien, Luxemburg, Litauen, Schweden, Lettland, Norwegen, Portugal und Spanien.

Die neue Lage in Ungarn.

Budapest, 2. Aug. (Wolff.) Ungarisches Korr.-Bureau. In der Stadt lrerrscht musterhafte Ruhe und Ordnung. Die neue Regierung

Annahme von Anzeigen f. die -lagesnummer vis zumNackmiltag vorher oynejedeVertnndlichkett Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v.34mmBreite örrli ch 15 Pf., auswärts 18 Pi., für Reklame- anzeigen von 70 mm Breite 48 Pf. Bei Platz- Dorid)rm20°/c9Iuffd)lag. Hanptschriitleiter: Aug. Goetz. Beraukivortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Auzelgeuleil: ö. Beck; sämtlich ui Gießen

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhefftn

ZwillingrrnnbdruS u.verlag: vriihl'sche Univ.-Such- u. Steinörnderd R. Lange. 5christleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei- Schulstr. 7.

Spanien und der Völkerbund.

Madrid, 2. Aug. (WTB.) havas. Der Senat genehmigte den Entwurf, durch den sich Spanien * dem Völkerbund anschließt. Ter Minister des Aeußern legte die Rolle dar, die Spanien zufalle, welches eingeladen worden sei, im Ausschuß für den Völkerbund teilzunehmen.

Polen ratifiziert.

Paris, 2. Aug. (WTB.) Reuter. Das pol­nische Parlament genehmigte den Frie­be nsvertrag mit Deutschland gestern mit 285 gegen 41 Stimmen. Bezüglich des Rück­tritts ber Tschechio-Slowaken von ben Derhand-i hingen mit ben Polen in Krakau über das Her­zogtum Teschen verlautet, daß bie Polen eine An­zahl Vorschläge machten, von denen jedoch keiner 6er Prager Regierung zusagte. Es erscheine wenig wahrscheinlich, daß bie Verhandlungen darüber*(=> neuert w«den. Die Frage wird zweifellos vom Obersten Rat in Paris geregelt werden müssen.

Danzig.

Amsterdam, 2. 9(ug. (WTB.) Reuter meldet aus Paris: Ter Oberste Rat hat beschlos­sen, daß die deuts chen Truppen aus Dan- z i g zurückgezogen werden sollen. Den poluischrn Truppen wird es untersagt, Danzig zu betreten. Tas Gebiet - wird drei Abgrenzungskommiffron^n übergeben. Tie Kommission für Lustschisfahrt hat der Konferenz Vorschläge unterbreite, nach denen ber Verkauf von Luftschiffahrtsmaterial an neutrale Länder beschränkt werden soll.

Amerikanische Kredite für Belgien.

Rotterdam, 2. Aug. (Wolff.) Laut Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet der Brüs­selerSoir", daß die belgische Negierung mit der Bank von PrerPont Morgan Besprechungen über die Beschaffung der von Bel­gien benötigten Kredite begann.

Der Wiederaufbau Nordfrankreichs.

Berlin, 2. Aug. (Wolff.) Amtlich. Am 30. Juli abends ist, wie schon mitgeteilt wurde, die aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusammen­gesetzte Kommission nach Versailles abgefahren, um dort unter Leitung des Geheimrats Schmidt vom Auswärttgen Amt und von Le Suirc t*m Rrichswirtschastsministerium mit der Ententekom­mission die Bedingungen für die Gestellung heu t- scher Arbeiter für den Wiederaufbau Nordfrankreichs festzulegen. Erst nach dem Abschluß ber Verhandlungen und ber notwendigen Vorarbeiten kann die Entsendung von Arbeitern von Reicks wegen in Frage kommen. Es wird aus­drücklich davor gewarnt, daß Arbeiter sich fdyort jetzt von irgendwelchen Agenten für den Wieder­aufbau anwerben itnb nach Frankreich schicken lassen, ba die in Versailles zu vereinbarenden Be­dingungen nattirgemäß nur für solche Arbeiter Anwendung finden können, die auf Veranlassung des Deutschen Reiches für die Wiederaufbauarbei­ten gewonnen werden. Zugleich wird darauf hin- gewiesen, daß Bewerbungen von Arbeitern, Archi­tekten und Unternehmern um Beschäftigung bei den Wiederaufbauarbeiten zur Zeit zwecklos sind, und nur eine erhebliche Belastung der Behörden zur Folge haben. Sobald die Vorarbeiten abge­schlossen sind, werden die Reichsbehöckden odeS die von ihr beauftragten Stellen mit ber Werbe­tätigkeit einsetzen. Die Durchführung ber eigent­lichen Arbeiten wirb einer besonderen, dem Rrichs- wirtschaftsministerium cmzugjiedernden Behörde unter einem Reichskommissar übertragen werden, worin den Arbeitgebern ein weitgehendes Mist­bestimmungsrecht eingeräumt wird.

sind Ausgaben, welche die Regierung nur unter Aufrechterhaltung des inneren Friedens, der Ruhe und Ochnung erfolgreich lösen kann. Die Re­gierung erblickt in der Lösung dieser Fragen ihre ersten und wichtigsten Aufgaben. Sie bittet die gesamte Bevölkerung des Landes eindringlich, die Ruhe zu wahren und die weiteren Verfügungen her Regierung mit Vertrauen abzuwarten.

Wien, 2. Aug. (WTB.) Korr.-Bur. Vel a K h u n, der die Ausenthaltsbewilligung für Deutsch-Oesterreich erhielt, traf in Wien ein. Er wird in einem Internierungslager untergebracht werden.

Budapest, 3. Aug. (WTB.) Ung. Korr.- Bureau. Die amtliche Bezeichnung des ungari­schen Staates ist: Ungarische Volksrepublik, unb bie Bezeichnung ber Regierung: Regierung deck ungarischen Volksrepublik. Sie wird eine vollstäw bige Amnestie für politische Delikte erlassen, welche während der Herrschaft der Räteregierung be* gangen worden sind.

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schen Nachrichten folgende Mitteilungen über den Zweck der Neisc Dr. Dortens:Die Deutsche Oeffentlichkeit sollte auf die Reise Dr. Törtens nach Paris ein scharfes Auge haben, hängt doch von ihrem Ausgang mehr ab, als der Uneingeweihte ahnen kann. Dorten ist in Begleitung französischer Offiziere und dreier Persönlichkeiten feinesKabinetts" zunächst nach Aachen gegangen und begibt sich dann nach Paris, wo er etwa acht Tage zu bleiben gedenkt. Am Niederrhein sucht Dorten zunäckift ;u erfahren, wie weit die Stimmung der Bevöl­kerung der Errichtung einer rheinischen Re­publik günstig ist. Wenn er die Gewißheit er­hält, daß die Volksmeinung am Niederrhein >ich für die rheinische Republik ausspricht, wird er zu General Mangin, der zur Zeit in .Wnigsstein weilt, zurückkehren, um ihm Be­richt zu erstatten.

Es wird immer offenbarer, daß Gene­ra l M a n g i n die treibende Kraft in der rheinischen Loslöfungsbewe- gung ist, und daß er vor aAem seine schut- .ende Hand über Dorten und seine Gesinw- rningsgenossen hält. Er ist es auch, der für den Fall, daß vom Niederrhein ebenso wie bisher aus Teilen Nassaus und des Mittel­rheins günstige Nachrichten hinsickitlich der so­fortigen Durchführbarkeit der rheinischen Re­publik kommen, eine Zusammenkunft wischen Elemeuceau und Dorten in Versailles herbeizuführen gedenkt.

Mangins Sympathie für die Dortensche Republik beruht, daran kann, nach den Poli- lisch-Parlamentarischen Nachrichten, kein Zweifel sein, auf feiner N e i g ung zumKa- lholizismus. Er hat sich damit im Ge­gensatz zu OLerstseutnant Pinau gesetzt, xr der Auffassung ist, daß gegen die Sozial­demokratie nicht gearbeitet werden könne, und dgh die Franzosen mit den Sozialdemokraten in Deutschland rechnen müßten, um feste Ber- bältnisfe zu fd)affen. Es sei dem General Man- Igin jetzt gelungen, feiner Auffassung zum 1 Siege zu verhelfen und Clemeneeau davon zu überzeugen, daß die rheinische Bewegung sich überwiegend auf den Katholizismus stutze, daß l Frankreich mit diesem also Hand in Hand ar­beiten müsse. Sicheren Nachrichten aus Dor- | lens nächster Umgebung zufolge, wird Cle- I menceau infolgedessen and) bereit sein, Pinaud I fallen zu lassen, sobald Mangin den Nachweis I erbringt, daß die rheinische Republik mit vilfe katholischer Kreise gebildet werden könne. Die Unterredung Dortens mit Clemeneeau I soll dem Zweck dienen, die Entente zu veraiv- lassen, auf die deutschen Unterhändler und Ministerien in der Richtung zu drücken, daß rie Sperrfrist hinsichtlich der Ab- stimmung über bie politische Ge­staltung de r rheinischen Lande fal- rn gelassenwird.

zuzugestehen, bie von diesen angeklagt sind, Hand-- ; Lungen gegen die Gesetze und Gebräuche des Krieges < begangen zu haben. Ich bin mir solcher Hanblun- < gen nicht bewußt. Sollte dennoch meine Aus- , lieferung begehrt werden, lege ich hiermit feier- - liehst Verwahrung ein, ein GerickF anzuerkennen, 1 xxt dem derKlägerzugleich Rich ter ist unb welches in Wirklicl^eit als Instrument der Befrie- bigung des Rachebedürfmffes dient ober zur Osten- tation der angeblich reinen Kriegs moral unserer bisherigen Gegner. Tiefe Friedensbedingung ver­letzt das Selbstbeftiminungsreckt des deutschen Staa­tes in einem wesentlichen Punkte, ein Beweis, . daß wieder einmal die mit Machtüberlegenheit . gegebene Möglichkeit, schwache Völker zu vergewal­tigen, über eine internationale Rechtsidee gesiegt hat: beim ohne den klaren Willen und das zähe Festhalten an dem internationalen Selbftbeftiiw- mungsrecht in jedem Volke ist die Verwirklichung ber sittlichen, auf Rech>t unb nicht auf Gewalt be­gründeten Weltordnung und damit die so erstre­benswerte Versöhnung der Völker undenkbar. Die Sieger haben damit bekundet, daß sie nicht die Träger der sittlichen Idee sein wollen, sondern die Vollstrecker plutokratischer Weltge- roalt. Ich beuge mich nicht freiwillig einer sol­chen Tyrannei unb werde unter keinen Umständen ber Aufforderung, vor einem außerdeutschen Staatsgerichtshose Rede und Antwort zu stehen, gutwillig Folge leisten. Aber ich erkläre hiermit feierlich: Nachdem meine Erwartung auf die Ein­setzung eines deutschen Staatsgeridchshofes nicht mehr erfüllbar ist, bin ich bereit, dem bayerischen Volke vor einem bayerischen Staatsge- richtshofe mich zu stellen, weil die Wahrung des vollen Selbstbestimmungsrechts und ber damit verbundenen Souveränität des bayerischen Volkes mir am Herzen liegt. Darum, Herr Präsident, überantworte ich mid) hiermit dem bayerischen Landtag, als dem derzeitigen einzigen Träger der bayerischen Staatshoheit. Sollte der bayerisdie Landtag, für den Fall, daß meine Auslieferung an einen interalliierten Ge­richtshof verlangt wird, solchem Verlangen Rech­nung tragen, so werde ich mich diesem Bescheide fügen, und ich bin dann wenigstens der Verant- nortung enthoben, durch mein persöllliches Ver-

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richts!-of vorstellen, zusammengesetzt aus Männern I neutraler Staaten, mit dem Sitz in Madrid, der Hauptstadt jenes Landes, das einen rechtlich den­kenden Souverän besitze, der redlich bemüht ge­wesen sei, unbedingte Neutralität zu wahren. Der Prinz schildert bann, wie Deutschland nicht burd) bie Waffen der Entente, sondern durchsilberne Kugeln" und durch die Hungerblockade, dem hu­manen Werkzeug englifd)er Kriegskunst, bezwungen würbe unb wehrlos der. Rache unb Habgier der erbarmungslosen Gegner ausgeliefert sei. Deutsck)- Kanb sei schwer getroffen, aber nicht tot. Der deutsche Grift, ber zur Zeit schwer umnachtet erscheine, lebe nxiter und werbe dermaleinst! Red^en- schast von seinen Feinden fordern. Damm bitte ich, schließt der Prinz, in zwölfter Stunde noch­mals, von einer Vorgeridststellung Seiner Majestät