Ausgabe 
4.6.1919
 
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Nr. 128

Zweites Blatt

Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhchen)

rinnwoch, 4. Juni (9(9

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Der­

ben 4. Juni 1919,

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fteborgen. Einen Augenblick schien cs, als wolle dj-cn eine Besuchskarte und schrieb mit Bleistift Nc Um wieder herausnehmen und ihn zurückgeben. einige Worte auf die Karte.

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Das habe ich Ihnen

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en sich anznzeige« b Frau Mim geb. Döpfer

Silberhochzeit nerksamkeiten i Dank.

m u. Frau Steinmauer.

irt eines gesund«»! hocherfreut an mpfiLgrauft geb. N

$3ier ist der Brief," sagte er.

Ruth stieß einen Freudenschrei aus, nahm Brief, betrachtete zuerst den Umschlag <x>n

Sie nickte.

Ta wurde er rabiat.

Ich Tarnt Sie so nicht geizen lassen!" sagte heftig. .

Sie sah ihn an.

rumänischen und tschcchisckicn Front. Wir folgen die Rumänen auf der ganzen Linie.

Eine Streikbewegung in Frankreich.

Versailles, 2.^ Juni. (WTB.) Tie beiterbcwegung in Frankreich nimmt

mg

'»nigfter Teil. * unserer ll9en wir Herz,

ter zu. Laut einer Meldung deSMalin" gy wann die Streikbewegung der BergU-erksarbeiier in Nordfrankreich über Nacht weiter an Urn'ang. Es feiern heute vormittag mindestens 8 2 0 00 Be rg l e ute in N o rd fr an kr ei ch. Tic Berg arbeitcrverbändc im übrigen Frankreich haben fa - schlossen, am 15. Juni den Generalstreik zu er- klären, falls bis dahin nicht alle ihre Forderungen durchgeseht sind.

Tie Angestellten der Pariser Waren- h ä u s e r rühren sich ebenfalls. Im Warenhaus Printemps wurde heute der General streik erklärt. 5000 Angestellte traten nicht zur Arbeit an. Auch in der Provinz streiken zahlreiche Arbeiierorga- nisattvnen.

HochverratSprozetz gegen Levin^-Nissen.

München, 2. Juni. Vor dem Müuckc ner Standgericht begann heute der H o ch Verratsprozeß gegen den russischen Bol­schewisten Eugen Levin6-Nissen, den geistigen Führer der Münchener Räterepublck, und seine Mitangeklagten Prof. Dr. Artur- Salz, Kunstmaler Botho Schmidt und Architekt Zimmer, die ihn gemeinsam in der Wohnung Schmidts verborgen gehalten hatten, um ihn der Verfolgung durch im Truppen der Regierung Hoffmann zu ent ziehen. Nach Schluß der Beweisaufnahme, über die wir noch ausführlich berichten wer­den, beantragte der Staatsanwalt für Levinö' Nissen unter Ausschaltung mildernder llntt stände die Todesstrafe und für Zimmer fünf Jahre Zuchthaus. Die beiden andern An- igeklagten sollen dem ordentlichen Gericht überwiesen werden.

,r3a. Ich weiß io nicht, wie ich Ihnen Im fall"

,,£), bitte!" >

.ES muß fürchterlich gewesen sein"

,,£> nein!

Sie sind sehr geschickt gewesen"

Tanke!"

allen Seiten, dann überflog sie den Inhalt des Schreibens.

Er ist's! Er ist's?" jubelte sie.Wie wird sich Vater freuen! Sie glauben gar nicht, in wel­cher Sorge mein guter Vater wegen dieses Briefes gewesen ist. Aber Sic haben ihn gerettet!"

Ehrliche, überströmende Tankbarkei! sprach aus ihren Worten, ihrem Blicke, dem Truck ihrer Hand.

Sie sah, wie seine Blicke wieder bewundernd auf ihr ruhten. Und da verstummte sie plötzlich, wandte sich ab und wurde rot. Aber dann itaTym sie sich zusammen und fragte mit erzwungener, geschäftsmäßiger Ruhe:

Wie darf -Ihnen mein Vater das Geld ans-

Der Doppelgänger.

Roman von CarlSchüler.

Fortsetzung Ar. 35.

Sie rurhm bte Blumen dankend an und be- l'stigte das Sträußchen an ihrer Jacke.

Haben Sie die Zeitung schon gelesen?" fragte -vrival lächelnd.

,^Tarf ich Ihnen diese Veilchen übcrreick-en?" i fegte Torioal und hielt Ruth das Sträußchen hin.

ton mein Vater wird nie vergessen, Ihnen schuldet. Und ich"

Sie brach mitten im Satz ab, erhob reichte ihm die Hand.

Sie wollen schon gehen?" fragte erschrocken.

Der zeitgemäße

Massiv-Bau: e

Ich fahre jetzt zu meinem Vater und gebt ihm den Brief," sagte sie leise.Sie Tonnen selbst oder durch einen anderen das Gelb, do- Jhneot gehört, im Geschäft meines Vaters an det Kasse abheben. Sie brauchen, nur die .starte vor zirzeigen, die ich Jlmen dort hingelegt Ixibe." Sie stockte einen Augenblick, dann fuhr sie fori: Und wenn Sie einmal in Not geraten joll-

nrie würde er sich jetzt benehmen jetzt, da ex den großen 'Trumpf gegen sie in der Hund hielt? Torival nahm aus der Brusttasche den Brief.

AffiBI, am. i Berlin-Johannisthal

»8.

'Mcret SJfr

1919.,

VLcherttfch.

D i e Bockreiter. ^iovelle von Joses Ponten. Geheftet 3 Mk., gebunden 5 Mk gart, Deutsche Verlags-Anstalt.)

vermischtes.

17 000 M k. für eine griechische Amphora. Einen Preis von 8.50 Pfund Ster­ling erzielte bei einer Versteigerung in London eine attische rotfigurige Amphora von IGVa Zoll Höhe, die etwa aus dem Jahre 480 v. Ehr. stammt. Auch andere griechisckw Altertümer, die mit der Sammlung von Alessandro Castellani zur Ver-

hören werden, unabhängig von dem Status, i>.n diese Stadt selbst erhallen ivird. Tie g r i ? ch i s ch - bulgarische Grenze wird von Agathopoli am schwarzen iOieer in ivesnicher Richtung ver- laufm, bis sie in die frühere Grc'! trnie' nrer- geht. Tie Bulgaren erhallen einen Ire,basen am Avgaischeu Meer, und zir-ar cntwedr Saloniki, Kawalla oder 'Ted.agatsch nach i Irrer sr ieu Wahl. Sie werden durch diesen Hafen einen freien Zu­gang zum Meer erhalten unter Bedingungen, die in großen Zügen dieselben fein imrdc u, wie die­jenigen, die Serbien im Bukarester Vertrag von 1913 erhielt. Tie neuen Gebiete, die auf diese Weise an Griechenland fallen, sind überwiegend türkisch, aber, wie der Korrespondent desDaily .Gerald" erfährt, sollen sich die sechs mohamme- dänischen Abgeordneten in der bulgarischen So- branje einstunmig für die Annexion durch Griecken- land ausgesprochen haben..Tie übrigen Grenz­revisionen sind von untergcjibneter Ledeutlmg.- Tie Serben verlangen nur einige kleine Grenz­berichtigungen und werden diese auch crbalteit. Tie Rnmänen werden gegen, Anerlennung grö­ßerer Annexionen an anderer Stelle den Bulgaren die südliche Hälfte der Tobrudscha, die sie im Jahre 1913 annektiert haben, deren Bevölkerung ledoch überwiegend bulgarisch ist, zurückerstatten

Erfolge ungarischer Truppen.

Budapest, 2. Juni. >(WTB.) Tas uuga» rische Korrespondenzbureau meldet: Am 1. Juni haben unsere Budapester Truppen nadi ltervorragender artilleristischer Vorbereitung nörb-4 lick der Thei^s stehende Streitkräfte der Ru­mänen z u r ü ck g e s chla gen. Dadurch burrl* brachen wir den verbrndenden Teil zwischen der

Hier*1- E

(In einem Teil der Auflage wiederholt.)

Ans dem Vcrfassnngsausschuß der Nationalversammlung.

Berlin, 2. Juni. (WTB.) Der Ver- fassungsausschuß der Deutschen Na­rr onalversa mm lung nahm den Artikel über die E r n f ü h r u n g v e S Rates h st e m s in die , Berfas,ung mit geringfügigen Veränderungen nach den Vorschlägen der Regierung an und schloß da- mtt die erste Beratung des Verfassungsentwur­fes ab. Die zweite Lesung findet morgen statt.

Die Umtriebe in Wiesbaden.

Berlin, 2. Juni. (WTB.) Von zuständiger Stelle erfahren wir, das; die französisckfe Be- satznngsbehörde vom Polizeidirektor in Wies- ba d e n ausdrücklich verlangt hat, dafür zu sorgen, daß die Plakate, die die Proklamierung der Rhei­nischen Republik enthalten, nicht entfernt würden. Diese Forderung steht merkwürdigeriveise im Ge­gensatz zu dem von den Besatzungsbehörden immer wieder betontenrein privaten volkstümlichen" bcr Separationsbewegung.

Mannheim, 3. Ium. (WTB.) In allen größeren Städten der Pfalz fanden ge- nem nachmittag g roße Kundgebungen statt.

nwnstvationszügen, an denen sich je nach der Größe der betreffenden Stadt zehn tau sende von Personell, hauptsächlich Arbeiter, beteiligten, bekundeten die Teilnehmer in ruhiger Haltung ihr Deutschtum unü protestierten gegen die Er- richttmg einer selbständigen pfälzischen Ide publik Viele Betriebe waren geschlossen. Alles verlief in flhilte und örtnuing. Heute wird üüberall hjjeher gearbeitet

Versailles, 2. Juni. (WTB.) Die Aus­rufung der r h e i n i s ch e n Republik nnrd non den französischen Morgen blättern im allgemeinen nur in kurzen Meldungen wiederge­geben. Tie Blätter lehnen natürlich jede Betei­ligung Frankreichs, ab. Es muß jedoch ermähnt werden, daß der eifrigste Agitator für die separa- tistisckK! Strömung in Teutsckstand, Maurice Da.rröre, gestern in Mainz eingetroffen ist und schon teilte imEcho de Paris" das Ereig­nis feiert.

Amerikanischc Ausbeutung Ostprevtzcn».

Bern, 2. Juni. (Wolff.) Aus gut unter­richteten Handclskrcisen verlautet: Neu- vorker Bankkrcise unter Führung des Hauses Morgan planen eine Erschließung der oft preußischen Bodenreich­tümer.

Der Vertrag für Bulgarien.

Amsterdam, 5. Juni. (WTB.) DemAl- gemeen Handelsblad" zufolge meldet der Parlier Korrespondent dcSTaily Harald", er stabe von maßgebender Seite erfahren, daß die Arbeiten an denl Konzept des Friedensvertrages für Bulgarien gut vorwärts schreiten. Der Ver­trag ist von Veniselos in Gemeinschaft mit der serbischen und rumänischen Delegation entworfen worden und ist jetzt soweit ferttggestellt, nm vom Rat der Vier erwogen zu werden. Tie Be- stimmnngen lauten wie folgt: Bulgarien tritt das gesamte Küstengebiet am Aegäisclnm Meer, das Bnlgarieir nach dem Balkankrieg annektiert hat, an Gn'ieck>enland ab. Griechenland erhält a n ck Adrian opel und einen Teil der Ge­biete rn Thrazien, die nach dem zweiten Balkan- krieg im Besitz der Türkei verblielen. Tie Grenze zwijten Gnetenland und dem Gebiet von Kon- stantinrpel ;nnrb durch die bekannte Linie Enos- Mpdia gebildet werden; das bedeute!, daß die g^'wmte Küste des Marmurameeres und die Halb- instl Gallipoli weiteren zu Klonstantinopel ge-

Aber die Hand, ine schon das Täsckck)en ge­öffnet halle, drückte es mit plötzlichem Entschluß wieder zu.

Torival glaubte ihr an den Augen abzulesen, daß eS Mitleid mit den Sorgen ihres Vaters war, das sie veranlaßte, das Täschchen wieder zu schließen.

Erinnern Sie sich nicht mehr meiner _ derung? Sie sprachen damals, ivenn ein Kuß einen Wert haben soll, so muß man ihn als Geschenk erhalten. Ich bitte um mein Geschenk, Fräulein Ruck."

Sie hatte den Brief sckwn in ihrem Täschchen

steigerung kamen, erzielten bedeutende Preise, so eme andere Amphora 210 Pfund und ein schwarz- ftgurtger Wasserkrug 260 Psnnd.

. Die ölte st e aller Zeitungen er- Itenit noch gegenwärtig in Peking: es ist die Peking Gazette", die im Jahre n. Ehr. ge­gründet wurde und lange Zeit das einzige Blatt war, das in China herausgegeben werden durfte, ia, das überhaupt in der Welt erschien. Seit etwa 60 Jahren sind bann eine Anzahl anderer Zeitungen entstanden. Der Mandarin Chao-Pe, der diese 3 et hing jüngst in einer Rede feierte, hob auch hervor, daß in keinem anderenanbe die Zeitungen soviel Ansehen genießen wie in China, denn die Kinder lernen hier schon in der Schule in jedem bedruckten Stück Papier ein Heiligtum zu verehren.

doch schon gesagt/'

Warum wollen Sie keine Belohnung annch- men? Vielleicht, weil Sie dem Labwein zwölf- tausend Mark fortgenommen haben? Tas ist ganz Ihre Privatsache. Wir bezahlen 3frncn trotzdem die dreißigtaustnd Mark aus, die Ihnen von mir versprochen sind."

Ich will kein Geld, Fräulein Ruth."

Was wollen Sie denn?"

Sie rückte näher an ihn heran und schob ihr Köpfchen vor. Tickst vor sich sah er ihr blasses, ernstes, trauriges Gesichtchen.

So, jetzt können Sie mir einen Kuß geben!" sagte sie.

Einen Augenblick zögerte er. Aber dann faßte et mit beiden Händen ihr Köpfchen nnd drückte auf den roten, frischen Kindermund einen kräftigen Kuß.

Sie blieb regungslos auf ihrem Sttihl sitzen, die Augen gesenkt, die Hände im Schoß gefaltet. Sie saß hilflos da, erbarmungswürdig oerängsttgt.

Wie ein kleiner Vogel kam sie ihm vor, frer still und geduckt in seinem Käftg sitzt. Er dachte daran, wie er als Knabe einmal einen schönen, bunten Schmetterling gefangen batte. Vorsichtig hatte er das zarte, farbenprächtige Tierchen in seinen kleinen schmutzigen Fingern gehalten und von allen .Seiten bewundernd betrachtet. Tann hatte er dem Schmetterling seine Freiheit g.'schenkt, auf die flache Hand hatte er ihn ücsetztz Aber der arme, bunte Schmetterling, dessen feinerFlüg'l- staub an seinen Fingerspitzen klebte, saß angstvoll auf der Hand und fand nicht den Mut, von seiner Freiheit Gebrauch zu madjen. Er nrustte ihn in die Luft werfen, um ihn los zu werden. Mit müdem Flügelschlag flatterte der fiebern fing fr, seines schillernden Farbenstanbs beraubte Lchnret terling davon .

Donval hätte fick ohrfeigen mögen!

Rntzlf schwieg Dam, entnahm sie ihrem Titsch

t Ludwig ......WM** Itfwoeh *1*

zahlen?"

Welches Geld?" Für den Äries." Ich tvUl kein Geld.

Aengftlich zögernd stellte sie die Frage. Ge- 'toinit blickte fte ihn an. Tapfer ging sie ohne Mtfchweife auf ihr Ziel los. Aber es bannte ihr ber Cntscheidlmg. Hatte er den Brief go- divcu, ober nicht? Und nxmt er ihn gefunden! an sich gebracht hatte, was würde er jetzt ihe tn-rlangen, ehe er den Brief herausgaß? -gebt dte Ford,-rilng in barem Geld, die er machen wrwrte, schreckte sie Sie wußte, ihr Vater würde V hfc'kr Briiehumg nicht peinlich sein. Ateltz ihr gegenüber war nicht mißzuoer-

^nen. Hub r geftel fljr. Sie mußte sich zn- hroRerntelF1 ce. uni üarf zu bhiben. Sie Mußte rofnt, daß der Mann innen

wrtrrte. »_; flo nxn- ey 8crlemtcr, ein Aus- lemc ö» Vorzüge benutzte, ,^-v-eu-ev <». bel.iaen und zu betrügen. Eigent tir» verachten Und sie wunderte sich

-tev- fuf> seihst, sic das nicht tonnte Und

omp.de Klagers '5>mg von tolerier gierten öeit|d)ri( raume Auch 8 'eilung durch Pott°- ort 8 Klager Gießen. spiiieW an der Hardt, ihtathletil ba« von 6l/i D iden. Umkleiderai _________________OlU

»Und haben Sie. haben Sie den Brief - staben?"

für em Dveipsmrdbrvt twn 82 auf 95 Pfennig hinauffchte, hat der Magistrat ben Brotpreis auf 90 Psemrig sch'tgesetzt

Frankfurt a. M., 2. Juni. (Sine große Mrzahl fo l scher Reichs bankno ten zu 50 Marl, Ausgabe vom 20. Ocktvber 1918, sind seit Anfang Mai in der Stadt im Umlauf und auch bereits ang/balteit worden. Tie Falschsteine, an- scheinend in gwncn Massen tergestellt, tragen kein Wasserzeiten. Eine zweite Sötte von Falschsten­nen, die der Au^vabe vom 30. Novenr-bcr 1918 uachg.-ahint ist uiu> in ben letzten Tagen hier auf- tnud,te, ist babirrd) kenntlich, daß die Scheine ans z usam men geliebten Blättern hergestMl sind.

Aus drin bcsrtztcn Rhcingebset.

-- Mainz, 2. Juni. In fast allen Orten des besetzten Gebietes veranstalteten die Franzosen ß-u Einen der Jungfrau von Orleans am Samstag abend Fackelzüge und am Somttag in den Kirsten entsprechende Feierir

Cron berg, 2. Juni. Tie Ausfuhr der dicsjährigeil E r d b c e r c n c r it t c in das unbe­setzte Gebiet ist von ben französischen Behörden aln-tehnt worden. Tie Franzvsen haben tu Aus­sicht gestellt, falls ein nochmaliges Gesuch unbe­rücksichtigt bleckt, die gesamte Erdbeerentte zu an­gemessenen Preisen aufzuliaufen. Der Königsteiner Adniinisttateur hat darauf hin<xewieseit, baß die Franzosen die Ernte jedock nur im allerdringend­sten Fall au fransen und daß et persönlich Wert darauf legt, daß die Erdbeeren wie ffühcr nach Frankfurt usw. ausg.'sührt toerbcir

Frankfurt a. M., 2. Juni. Marstell Fock hat, wie der Landrat Dr. Klauser in Höchst mitteilt, jeden direkten Verkehr zwischen deutschen Beamten des besetzten Gebietes und der deutschen Waffenstillstandstömmission in Spaa, auch durch Vermittler, strengstens ver­boten.

mr. H ö ch st, 3. Juni. Ein bezeichnendes Bild- tcfien für die Stimmung unter ben französischen «Soldaten gibt ein Llusspruch eines Poilns, der auf jbie Frage was er denn tue, wenn bei Wlehnuirg des Friedens wieder marschiert weite und man das nahe Frankfurt besetze. Jener wackere Kriei^er der grande nattön antwortete:Ich Sergeant Geld 'geben, dann hier bleiben, in F-rankfurt viel Bol­schewik!"

mr. Montabaur, 3. Juni. Die Ameri­kaner fnten die Bevölkerung durch starke Vor­bereitungen, int Falle per Frieden abgelehnt würde, zu bluffen. Täglich fahren Hunderte Anto- ünobile mit Proviant intb Kriegsmaterial cm ote Grenze deS besetzten Gebietes bei Limburg into wer­den dort aufgestellt. Die Mannschaften werden teil­weise neu. eingekleidet und zum größten Teil mit heuern Schuhwerk versehen. Tie Lebensrnittelliefe- lckung an die Bevölkerung Ijat nahezu gwylich aus­gehört und eine außerordentlich fckhirfe Paßkontrolle wurde angvordnet.

Die Kommuna!wai)ieit.

uj Lang-Göns, 2. Juni Zur Gemetndc- ratswahl^ sind zwei WahlvorststÄgr' einge.reite «rvr- den. Diu Liste der bu r g> er l ich en Parteien enthält folginte Namen: Ludwig Belten, Architekt, Ludwig Luh, Sanbttrirt, Jochs. Texlvr, Schreiner- melfter, Jochs. Henrich, Land/virt. Karl Schäfer, Maurermeister, Sttd sttern, Landwirt, Anton Mül­ler, .Lmckwirt, Mbett Schmidt, Kiaufmann, Karl Schimidt, Landwitt, Wilh. Müller, Weicknmsteltcr, Karl Brätel, Laerdwitt, Heinrich Beppler, Land­witt intb Karl Bingk, Wagnettneister. Ihr steht eine sozialdemokratische Liste mit folg n- den Namen gegenüber: Heinttch Müller, (5teojfer, Heinrich Steub, Maurer, Karl Rühl, Erdarbeiter, Karl Bergt!', Forstwart, August H>ock, Lackierer, Hch. Heirttch, Gastwirt, Karl ..Boller, Schlosser, Karl Faber, Schachtmeister, Wilh. Brück, Milckchändlcr, Wilh. Tern, Maurer, Ludw. Lauber, Maurer­meister, .August Hofmann, Bergarbeitel'.

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von 7 bis!

. 31. Mal

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An» Stadt un^ant.

Gießen, 4 Juni 1919.

** Die Preisprüfungsstclle für Ober he ssen weist daraus hin. daß der Ver­kauf von Seife außer gegen Seifenmarken -- verboten ist und daß die Höchstpreise nach wie vor in. Gültigkeit sind. Die Bevölkerung wird davor gewarnt, die meist sehr überteuerten Schleich- haiibclstoaren zn kaufen, die jetzt nur in großem ilmfanfl angeboten werden, weil mit betracht- iid»en Preteterabsetzungen auf deni Gebiete des Sdiscnmarkties zu rechnen ist. Ebenso werden in neuer Zeit Kaffee, verschiedene Sotten von aus- ändischem Tee, außerdem Rosinen und verschie- .-,cne Arten von Gewürzen, wie loeißer und schwär zer Paprika usw., Schokolade und Kakao in den handel gebracht, für die bei Friedensfchluß mit »ettäcktlichem Preisrückgang zu rechnen ist. Dieft Kegenstände sind außerdem beschlagnahmt und der Ankauf ist strafbar, sofern es sich nicht um falte nortt Kommunalverband Mgeteilte Mengen hau- !«lt. Die Kaufmannschaft wird ekxmso ivte die Bevölkerung darauf aufmerksam gemacht, daß in nächster Zeit eingehende R c v i s i o n e n auf dem ('Miete des Handels mit Gegenstäicken des täg­lichen Bedarfs durch die Preisprüfungsstelle statt- stnden und daß T)ierbct jeder verbotene Handel jur An-eige gebracht werden wird.

** Die Vordrucke der Post sind teu­rer geworden. Tie Vvrdrucke der Pvst sind, >oie alles andrere, teurer geworden. 10 Postkarten oder Pateckattea kosten jetzt 15 Pf., Vordrucke zu Cinliefermigsfelieineu in Blöcken zu 100 Stück 40 Pf., Vordttlckr für Postanfträg': 25 Pf., 10 Postaifftragskarten zur Annabme-inttolunfi zu 15 Vf.. 10 Nachnahme irrten 25 Pf., Nachnahme- Zahltatten 15 Pf., ebenso Postanuxisungen mit und ohne Empfangsbestätiglmg, 10 Vordrucke für Briefe Mit Zustellunssurknnde 15 Pf Im Post- checkperkehr kosten jetzt 5 gübe Umschläge 20 Pf., 10 Zahlkarten 15 Pf-, 10 Geschästsblätter 40 Pf., 50 Geschäftsblätter 1,25 Mk., 100 Lastschriftzettel ?0 Pf., 100 Sammebiberweisunsen 15 Ps., 50 Gutschttftzettel 30 Pf.

** Versorgung von Angehörigen der ehern. Oesterr. Ungar. Monarchie W i t w e n, W a i s e n und Invaliden). Wer

für die vormalige ölterreichisch-ungarifte

Monarchie oder bereit Verbündete mili-

tärifte Dienste nicht berufsmäßig geleistet hat, oder ohne solche Tienstleistung un­

verschuldet in militärische Handlungen oettvickelt unb hierdurch in seiner Gesundheit geftluidigt wurde, hat Anspruch auf Bergütung aus Staats- Mitteln, wenn er zur Zeit des schädigenden Er­eignisses deutsch-öfterr. .Staatsbürger oder in einer Gemeinde des Deutsch-Oe sterr ei chi scheu Staates heimatberechttgt war. Das öfter» «itefte Jnvalidengesetz bietet den Kriegs­beschädigten nicht bloß Renten, die nach ter Deichäftigmrg vor dem Kriege abgestuft sind und auf 'bem flachen Lande mindestens 1200 Kra- nsn, in Großstädten in -den höchsten Stufen bis 3360 Kronen, bei Festangestellten. bis 4320 Kr ichttick betragen, cs ist weiter für Heilbehand^ l-ung der Invaliden, für Körperersatzstiicke und orthopädische Behelfe, für beruftidje Ausbildung, sowie für ärztliche Hilfe im Falle der Erkrankung s'wrgt, wobei die Invaliden, falls sie sich in ?-Pitalpflcge befinden, ein Krankengeld von 2 Kr. löglich erhalten. Das Gesetz ist zum Selbsttoste,r- Pveis Dom Teutsch-Oesterreichischen Soldaten-- Rot, Regensburg, Haisplatz 4, zu beziehen.

Zlreis Schotten.

B. Burkhards, 3. Jrmi. Ten Landaustnt- r halt in den Gemeinden des oberen Niddettales gc- uieften in diesem Jachr Offeickachn: Stadtkin­der, bariuitcr auch Schulentlassene.

Kreis Friedberg.

D. Eber stadt, 2.' Jnni. Die während des Krieges ftillgelegte Sandgrube hat wieder ihren -'betrieb aufgenommen und liefert nuit in die ganze Umgegend den Bedarf an Sand. Früher wurde inet nur eine graue Sandart verkauft, baqcgen kommt Kur Zeit reiner weißer Sand zum VvrMin.

Hessen-Nassau.

= Eltville, 2. Juni. Ein Brautpaar, das ui der engen Ottsstraße einem Kleinbahnzuge Lns- oeichen wollte, lief einem Auto in die Arme und iöinbe überfahr en. Der Bräutigam wurde leichter verletzt, die Braut trug dagegen sehr schwere Vcr- lstzungen davon. Das Paar wollte Pfingsten l>'i° raten.

= Frankfurt a. M., 2. Juni Entgegen ben Beschlüssen der Bäckerinnung, die den Preis

Tas kann ich nicht. Es ist alles tn, mm es Zeug. Ich habe die Komödie fatt Ick' muß »en sagen wer ich bin. Sie lwben ja.-iite Ahnung. Ich bin der Freiherr"

Halt!" sagte Ruth.

Er schwieg verblüfft.

k- 'Ä iIni lange an und Tränen kamen ihr in die Augen.

Nein," sagte sie endlich fcife,ich will den .<amcn ^lcht hören. Wie wie können Sie mick in diesen Minutew Mflw:. wollen!"

Unb sie griff nach ihrem Täschchen stand auf und lief eilig sott.

..Zahlenschtte Dorival

Der Kellner kam. Ei' roorr itar ein Geld stück hin und Hik

'ls tue StraUe Al-w Ri.th war nicht mehr zu üben . .

(Fottsetzimg folgt.)