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Hr. 1( 2 Zweiter Blatt
Eigener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen)
Samstag, 5. Mai V>V>
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l Heolflaff., verb m.vorschule, erl.Linjahrigenzeogiu^
| SBcrnrr von Hartenfels in vytt sich nutzt mir um Ihre Gunst bemüht, sondern auch die Gc- schmacklosigkeit besessen, der Frau von Maarkatz
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! Ich N'che auch, verzeihen Sie, Ihr^ Sxmb an eine «iTtefe
en iljn gan; untegrünDrt. Was kann er Ihm, es macht auf mich den Eindruck, als haoe
An- au$
keinerlei Eindruck.
„Auch die Polini kann sich irren!" sagte fic. „Außerdem kann sich niemand seine Eltern und seinen Namen aussuchen."
„Seine Eltern nicht, da haben Sie recht," meinte Torival, der mit Erstaunen bemerkte, dak dos junge Mädchen sich immer mehr für diesen Emil Schnepfe zu ereifern begann. „Aber was die Wohl des Namens anbetrifft, so scheint Herr Emil Schnepfe anderer Ansicht zu fern. Er wählt sich seine Namen selbst. Und ffe sind immer sehr schön Er tut es nicht unter einem Graten odev wenigstens einem Baron. Sonderbar, daß er immer Leut« find?', die auf den Sckxmndel hiueinfallen. Verzeihen Sie, wenn ich schon wieder mu rauher
nähet zu treten?"
,3p. er hat nicht anders gekonnt! Er motzte, um mich sehen und sprechen zu können, Frau von Maarkatz den Hof machen."
Sie lädjcltt. Und dieses Lächeln verschönte sie. Es wurden rechts und links aus ihren Wangen zwei kleine Grübchen sichtbar, die sehr niedlich aussahen.
„Ick bin nie eifersüchtig auf Frau von Marr- katz gapefen . .
„Tazn hatten Sie wohl auch keine Ursache! Tie Zuneigung des Herrn von Hardenfels galt nicht brr Frau von Maarkatz, sondern ihren Schmus sack en."
„Ich bin überzeugt, daß Werner den Rrng, um d.sdn Vcr.uit Frau von Maarkatz jammen, nirfiith zu einem Juwelier gebracht hat!"
„Und warum hat er dann den Ring seiner Eigentümerin nicht zurückgegeben oder ihn zn-
Kircf>Ticfy< Nachrichten
GotteSd. am Sonntag d. 4. Mai (Miscricord. Dom > Evangelische Gemeinde
Inder Stadtkirche. SV»: Vfr -Ass. Schaefer: 11: frinbert f. d. Matth.-Gem. Pfr-Aff. Schaefer. — In der Johanneskirche. 91/»: Pfr. Bechtolslieimer; 11: Kinderk. f. b. Lnk.-Gem. Pfr. Bcchtolsl-eimer. — Kirchberg Vorm. 10: Hl. Abenbm. f. Taubringen u. Ruttershausen. — Lollar. V/i. — Daubringen: V/z-
Kalholische Gemeinde.
6i/2: Beichtgel.: 7: Dl Messe: 8: Aust. d. hl. Komm.: 9: Lwckamt m. Pred : 11: Dl. Messe m. Pred.: 2: Christen!., daraus Anb.: 4Vs: Jnngsr.» Kongr. Samstag, nachm. 5 u. abbs. 8: Beichtgel. — Diaspora-Gottesb. am 4. Mai: Laubach 10, Lich 91/2.
Der Doppelgänger.
Roman von Carl Schüler.
Fortsetzung Nr. 17.
Sie zog ihre bamnwollenen Handschuhe an. versteckt? das Tasckientuch in dem schnarren Leder- täsckcheu und woll.e auftiefen. Aber Donval legte ihr die Hand auf den Arm. „
, Nein Sie dürfen jetzt noch nicht gehen, bat er. „Ich bin froh, daß ich endlich einer Menschen getroffen habe, der mir von meinem Toppel- g&nger etwas erzählen tarnt." .
Greick^n Lotz setzte sich »weder, jah Tortvol mit ihren kläglichen, an Unterwürfigkeit gewohnten Augen an, und sagte bittend: „Seien öie ihm nicht böse!" . __„ , , . r-
Tvrival war erstaunt. Ties Mädchen bat für ben Mann, der es doch augenscheinlich auf btc viederrräch.igste Weise hi.ckergangtn hatte
, Wie kommen .Sie zu dieser Bitte? fragte er. ,Lch kann Ihnen ganz offen gestehen, datz ich diesen Schnepfe geradezu hasse!"
„Hat er Ihnen etwas Böses getan?
„Wenn Sie damit meinen, ob er mich bestohlen hat oder einen Mordversuch auf mich gemacht hat, so muß ich Ihre Frage mit einem Nein beantworten," antwortete er lachend. . Aber seine Aehnlichkeit mit mir bringt mich aus Schritt und Tritt in die fatalsten Lagen. Ich lasse mir daS nickt länger gefallen. Ich sorge dafür, datz er dahin kommt, wohin er gehört, hinter Schloß und Riegel. Und Sie können mir dabei behils-
2lus Stadt und Land.
Gießen, 3.Mai 1919.
Tie Reichswehr im I8.Armcetorps.Be irl
Born 18. Armeekorps werden V/t kleine Reichswehrbrigaden ausgestellt. Ten Stab einer I kleinen Brigade und den InsanteriefÜhrer stellt1
Sie schwieg einen Augenblick.
Tann sagte sie erregt:
„Es ist nicht wahr daß er ein Dieb unb Betrüger ist! Tic Polizei Derfofi ihn, das hat er mir selbst er-ählt. Tarum muß.« er auch plötzlich von Sylt abreisen, darum ist er auch gezwungen, sich manchmal einen salschon Namen beizulegen Er hat einen jungen Mann ans einflußreicher Familie, der ihn beleidigt hatte, im Tuell erschossen. Tas ist alles. Ich fuge Ihnen das, weil ich gern möchte, daß Sie besser von chm Deuten, Sonst ist es mir gleichgültig, was die Leute von ihm sagen. Frau von Maarkatz schimpft Den garv- zen Tag aus ihn Daran bin ich gewöhnt. Aber wenn er wirklich der Spitzbube wäre, den alle aus ihm machen wollen, so wäre mir das auch gleichgültig. Er hat mir erzählt, daß er eine schlimme Jugend gehabt hat. Wer weiß, wie man ihm milgespielt hat Das Leben macht den Menschen gut oder schlecht. Ich verurteile ihn nickst. Ich brauche mich nicht fei der Polizei über ihn zu erfimIngen. Ich habe in seinem Herzen gelesen. Ich farm Ihnen nicht so sagen, was er mir gewesen ist. Und — was er mir noch ist Ja, noch! Obwohl er mir seit Wochen nicht geschlafen hat. Ich will mir sein Bild in ter Er innenmg rein erhalten. Ja, wundern Sie sick nur über das dumme Mädchen, das sein Herz an einen Mann gehängt feit, der ganz plötzlich vor ihm misget nicht ist und ebenso plötzlich nneöer verschwand Es waren nur drei kurze Wochen. Ader diese wenigen Wochen, die er mir fftf(fenrt hat, festen mich reich entschädigt für viele Jahre trostloser Erniedrigung. Ich will mir die Erinnerung an sie nickt trflfen lassen. Ich will nichts
(Fortsetzrmg folgt)
dafür, daß er Ihnen ähnlich sieht? Vielleicht 1 Wcmer von Harfensels in Sylt sich nicht nur wenn Sie ihn näher kennen würden, würden Sie t*u /u” r* c" A1~* 1
ihn auch müder beurteilen. Er ist der erste Mensch gewesen, der wirffich gut zu mir war, und dafür werde ich ihm immer dankbar bleiben, auch wenn er mich wirklich über sich getäuscht haben
Sport.
♦* Fußball. Gestern traten sich auf dem Sportplätze an der Hardt die I. Mannschaften des V -A.-R. 1900 und F.-C. Germania liegen gegenüber. Wie die DörfergefenDen Spiele, so war auch dieses Spiel stark durch die Ungunst der lWitterung beeinflußt^ .Anhaltender Regen fe^ gleitete das Spiel, so daß der Boden sehr schlüpf rig wurde, was eine Anzahl Stürze hervorries. Tas Spiel selbst war äußerst lebhaft. In der 23. Minute Cann Gießens Linksaußen-Stürmer durch einen hohen Schuß feinem Verein die Fick' rung geben. Bereits 10 Minuten später hat jedoch Siegens Inncnsturm durch einen f(feierten Lauf den Ausgleich erzielt. Mit 1:1 Toren werben die Seiten gewechselt. Ein 11 Metzer (?) bringt der hiesigen Mannsckstift ein 2. Tor. Dann wird Siegen überlegen und vermag auch den Ausgleich zu erzwingen. Tie letzten 10 Minuten, wirb Siegen nrteber stark eingeschnürt, ohne jedoch Gießen einen zählbaren Erfolg $u bringen. Trotz Regenwefer war der Besuch wieder äus^rst rege
♦* D D. C Gießen. Die für morgen an* gesetzte Wanderung wird der ungünstigen Wttze° nmg mögen auf Sonntag ben 11. Mui verschoben. S. Anzeige.
rüdg.-ben lassen?"' . , ...
Er wird es vergessen haben." meinte etwas unsicher Fräulein Lotz.
„Sie dürfen es Frau von Maarkatz nAi r er Übeln, wenn sie an eine solche Bergeßlichtet ki nicht glaubt. Ich tue es auch nicht. Und »u werden es auch nicht tun, wenn ich 3W» »»J einmal auf das Bestimmteste erkläre, baß die re Emil Schnepfe, der sich bald so, bald lo nennt, gewerbsmäßig stiehlt. Wenn Sie mir nickt glauben, so erkundigen Sie sich **1 bem rtrinrmal- tommiffar Fehlfeuer nach dem Mann e« werden Dort viel über ibn ertafeen. Er tft emu sehr gesuchte Persönlichkeit. Em Dutzend JBohret- behörben ssnd fenttr chm fer. Bitte, gefen ete nur hin. Man wird Ihnen gern Auskunft geben.
Mittwoch 9 Uhr vertagt.
Sitzung vom Mittwoch, 30. April. f Präsident Walter eröffnet um 9V< Uhr die Sitzung. „ _
Generalsekretär Dr. Hamann erstattet Bericht über ben Ausbau ber Landwirt- schaftskam mer-Einrichtung. Es sollen tu allen Gemeinden Hassens Mitarbeiter für fol- ßeubc Fachgebiete gewonnen werden: 1. Acker- und Pflanzenbau, 2. Pferdezucht, 3. Rmdviehzucht, 4. Sck)weinezncht, 5. Ziegenzucht, 6. Schafzucht, 7. Geflügelzucht, 8. Obst- und Tfeinbau. Die e Mitarbeiter sollen in einem Ortsausschuß vereinigt werden. Auch die freie Bereinstätigkeit soll von |>er Kammer gefordert werden durch Bildung von -Ortsfemern- und Bezirks- unb Kreisbauernverei- -hen. Ferner sollen bte Fachvereme in nähere De- snehungen zur Kammer gebracht werden burch die Wilbung besonderer Fackwereinsau^fcküsse, und zwar für Obstbau, Weinbau, Gartenbau, Geflügelzucht und Pferdezucht, die aus Vertretern ter Kammer unb ber Fachvereine zusarnmenge-etzt werten 1>llen. Für bte freien landwirtschaftlichen Orts-, Bezirks- unb Kreisvereine soll ein Bereinsaus- srfeiß ber Landwirtschaitskammer gebildet werden. Endlich soll ein Ausschuß für Arbeiter wesen bet ber Kammer gebildet werben, in dem die landwirtschaftlichen Arbeitgeber unb Arbeitnehmer zu gleichen Teilen vertreten sein sollen. Die Versammlung erklärt ihr Einverstänbnis mit diesem Programm.
Der Vorsitzende begrüßt Oekonomierat Dr Leithiger, der in ber gestrigen Sitzung als fdd)0erftänbigc5 Mitglied gewählt rourte
Generaliekretär Dr. Damann berichtet dann über ben Antrag über eine Nackwrüfung des Wr- gesetzes. Die Landwirtschastskammer hat sich seit ihrem Bestehen mit bieier Frage beschäftigt. Die am weitesten gehenden Abänterungsanträ e gingen von Oberhessen aus, wo man es als einen Mitzstand empfunden hat, baß bte Hochzucht in die «Lände des Lanbwirtfchastskammerausfchusfes gelegt ist unb die frörung Der Gemeintesasel in die Hände iber Körkommisfionen. Da die Beratung ter einzelnen Abänderungsvorschläge in ter Hauptversammlung »untimlich erscheint, werben bie von dem Kammer- vorstand vorgeschlagenen Abänderun-en en bloc angenommen. Ti E nz lheit n soll n vcn em Vorstand mit der fRegierung durchteratem werten. Hierbei können wertere WLnberungsvorsckläge schristlich beim Vorstand eingcrcufe werden. ' Lanostallmeister Sckürcke macht bei dieser
lich fein."
Tas Dulder gesicht nahm einen erschreckten Ausdruck an: „Dabei werde ich Jhnen^nie behilflich sein! 2^ ’’ c c “ 's=:‘ 0,1
Haß gegen ihn ganz unfegrüntet.
sprechen, bie dieser bi Llbrete geueflt habe, aber von den Rednern tvotztem ausrecht erhalten lveree, sowie gegen verhetzende Ausführungen des Abg Urftnbt. EnLZKiebner sprach die Befürchtung aus, daß bie biesjWrige Kartoffelernte die schlechteste werten würde wegen ter fehlenden Süßkartoffeln Ganz trostlos war bas Bild, bas fast iämtlüfr Redner vom. ter ferneren Lerfergungj der Bevölkerung mit Fleisch entwarfen.
Nach einstimmiger Ainrahmc ter feiten träge tourten .Die weiteren Verhandlungen
sollte." e
Torival schüttelte den Kopf.
„Seit wann kennen Sie ihn?"
„Im vorigen Herbst war ich mit Frau von Maarkatz in Sylt. Tort hat et sich mir genähert."
, Unter welchem Namen, wenn ich fragen darf?" ,, „
„Werner Mit Hartenfels.
„Ein schöner Name!" lächelte Torival.
„Er ist jedenfalls aus guter Familie. Mag er nun Hartenfels heißen oder nicht "
„Er heißt Emil Schnepfe unb tst bet anher- eheliche Sohn einer Wäscherin. So sagte mxm> mir auf dem Polizeipräsidium."
Tiefe MitteUung machte auf Gretchen Lotz
17 " g e Du» altbewährte Nervenptdver iyl ttITip 1 C • Ncrvinuui l>r. Weil der Nehwanen-Apotheke In Frankfurt,Main tfF* wird Arztl. jrerne verordn, bei KrAinpfen "HÜ |*rel* Mk. 5.—. zu haben durch <iie iwhv Privileg. Schwanen-Apo hake in Franklnrt. Kain 61. BesL KF/uHaein ogl.M'VaEhenbr.udP/oEiizianbltti • rat.
btt 25. Division mit dem künftigen Standort in Darmstadt Die sonstigen Stäbe unb Formationen werten gebildet aus ten ehemaligen Insamerio- Regimentern 115, 116, 117, 118 unb 168, oen Feldartilletie-Regimentetn 25, 61 unb 63, dem Dragoner-Regiment 23, dem Fußartiller ie-Regi- ment 3, dem Pionier-Bataillon 18, dem Nachrichten-Bataillon 18 unb dem .^rasffahrer-Ba tai!1 vn Als S t a n b 011 e sind für später teftimnfl Darmstabt, Worms, Marburg, Friedberg. G i e ste n, Schlüchtern, Babenhausen, Butzbach und Weilburg. Zur halten kleinen Brigade stellt Oie seitherige 12. Infanterie-Brigade ten Insantrrie- iübrer mit dem vorläufigen Standort Siegen. Die in'iteren etöte unb Formationen werden gestellt von. den Füsilier-Negimentetn 80 unb 81, ben Infanterie-Regimentern 87 unb 88, ben Feldarffl letie-Regimcntern 27 unb 63 unb dem Nackrichten- Bataulon 18. Als Standorte dieser kleinen Brigade sind für spater vorgeiehen: Bad Homburg v. ik d., Arolsen, Fulda, Gießen unb Ftanlsurt a. W - Bonames.
•
♦♦ Zu Gunsten deS Deutschem H i l f s w e r k s für Kriegs- unb Zivilgefangene wird am Samstag den 3. Mai, nachmittags 5 Uhr, unb Sonntag den 4 Mai, vormittags 11 Uhr, in ber Süd-Anlage ein Konzert mit Sammlung für unsere KriegS-
dnrch die Volkskammer fei beten gegenwärtigen, Zusammensetzung. Auch wünscht er eine Verlegung ber landwirtschaftlichen Versuchsstation nach Gießen unb ihre Sin- Gliederung an das lantevirtschaftliche Institut ter Uliiveriilät.
Tie Hauptversammlung stimmt einftimntig den Anträgeir ter Tenkfchrifl zu und erflärt ihr Ein- versuirnteris dazu, das'., sofern die Derfenblungen mit ter Regierung nich! erfolgreich geführt werten können, die Lanbwirtschaftskammer von sick aus die Einrichtungen und Maßnahmen trifft, die nötig find zu einer zielbewußten und erfolgreichen Arbeit im Interesse ter Landwirtschaft und des Volks ganzen.
Ein Antrag Hensel u. Gen. beantragt test die Landwirtschastskammer fei der Regierung auf eine Revision ter Bestimmungen über die Zn- siammensetzung unb Tätigkeit ter Viehhanbelsver- bärnbe bringe. Der Antrag wird eftrstimmig tnv- genommen.
. Der Vorstand ber LanbwirtschaftSkammer hat 2 Anträge auf Errichtung von Versuchs- wirtschaften unb auf Errichftmg txrr Beisvires^ «wirtschaften unb ben Ausbau ter Wirtschaftsfera- tfung ein gebr acht, bie zusammen beraten twrbcn. bteneralsekretär Dr. Da mann berichtet über die Notwendigkeit beiter Einrichtungen. Sie finden allgemeine Zustimmung.
Die Versammlung stimmt ter Einrichtung.von Berspielswrrts»<iaften verschietener Betr-iebsgrösteii imter Verücksichtigimg der Verschietenartigkeit von Boden unb Klima in ben einzelnen Landes teilen tzu unb erklärt ihr Einverständnis bazu, daß bie erforderlichen Geldmittel aus ben Kapiteln des Voranschlags entnommen werden, bei denen im laufenden Rechnungsjahr Ersparnisse gemacht werten. Bei ber nächsten Darrptpersammlung ist Vorlage fiter biete Einrichtung zü erstatten. Ferner stimmt btr Haupt Versammlung dem Ausbau ber Wirt- ichaftsberatung, besonders der bäuerlichen Bettiefe zu. Desgleichen stimmt bie Dauptversannnimig ter Einrichrung von BersuchSwirtschuften zu unb er* snächtigt ten Dorstanb, bie Pachtung unb Er wer- feing geeigneter Güter einzuleiten imb noch im Lause des Jahres bie Einrichtung zu treffen unb darüber ber nächsten Versammlung Bericht zu erstatten. '
Der Antrag Densel auf Abschaffung der Drusch Prämien f in bet bei al en Rebnem «ungeteilte Zustimmung. Sckwn bie vorige Dauvl- versamrnlung hat sich für Abschaffung ausgesprochen. Ministerialrat Scküiephake erfiärt, daß bie Regierung den selben Antrag in Berlin gestellt habe. Ater die Doeresverwaltung habe bie Ge- mäferung von Drusckwrämien gefordert zur Sicherung der Ernährung des Boltes unb Heeres. Es sei eine aus ber Not geborene Maßregel gewesen. Der Antrag Den sel wird einstimmig angenommen. Damit ist die Tagesorinung ersck>öpft
Präsident Walter schließt um 12 Uhr bie Hauptversammlung.
£anöwirttd)aft$fammcr in Hessen.
Generalsrckretär Cefonomierat Dr. Hamann berichtet utec die Xätigfieu ter Lanbwirffcko'ls- kammer feit bet HauptvccsamnUung un Jahre 1917. Die Buckführuim, ter die Mammcr Förderung angeteifen ließ, wird in Zukunft noch viel größere 8xieutung lut die iandwirtschaffticken Belrnfe baten als bisher, nicht nur mit Ruck ficht auf die Steuerpläue fes R.-ichcs, sondern vor allem im eigenen Interesse, M bie Buchführung vor allem eine liefersicht über btc Erzengertt tft ermögiicht. Tie Bauferaiung tuav loegcn bei Ta° nicterikgung des ®aufemoiiKtl*-- iffckn so in Anspruch Genommen. Zic Haushalttlngsscknlten itmren wabreup ves Nrieges voll besucht : nur bte Schule in Langen mußte im letzten Jahre ihre Täligkeit wgen dec Besetzung eimtellen. Die Hessistfe^ Lanb- wirl>ch.ifuick>e Zeftchrift hat sich günstig ciitroidtlt; ab 1. AprU mußte eine PrewerHöhung für den Bezug «intteten. Tie Pferbevermittelun« war während des Krieges eine wichtige Arbeit ter Kammer. Sie hat feit An fang des Liriegc» 7080 Pferde ter Lanbwirffchast vermittelt. Nachdem durch bie Verschleuderung von Pferden in <xr Zeit nach fern 9. November sick) geradezu unhilt- bare Zustände entwickelt hatten, übertrug man der Latlbwirtschnflskantmer wieder die Vermittelung. Tie Erhöhung der Schlachtviel-preise um 50 Proz. wurde in Hessen von unserer Landesregierung selbständig torpenommen ohne Zustimmung der (festenicrung, nachdem sie sich davon iiteryugm mußte, daß diese Erhöhung unumgänglich nötig war Infezug auf die Obstfersorgung stehe die Landesstelle für Obst auf dem selten Standpunkte wie Die Kammer, daß die Ztvangsbetvirt- schaslung für Obst auszuheben sei. Sehr tvichtig für bie hessische Landwirtschaft war die San t» gutverteilung der Landwirffchaftskammep. Sowohl in 1917 als auch in 1918 tourten <m (Vvtreite und Kartoffeln rund 117 000 ZeittneN Saatgut vermrttrit. Ter Anbau von Dulsenftück)- ten muß nicht mir in Hessen, sondern im ganzen Reiche erheblich gefördert werden. Ter Dibau von Oelsaaben wurde gesteigert. Der größte Mißstand ist die Beschaffung von Futtermitteln und Ersotzfuttermitteln, insbesondere deren uuerschwin<.ltck hoben Preise. Der Brotgetreide der kehr ist veriMtt.isrnäßig am testen geregelt. Eine unerfreuliche Erscheimmg sind Dia Druschprärnien, da sie eine Vergünstigung einzelner Teile barperten; so ist im Odenwald und Vogelsberg die Ernte gewöhnlich drei bis vier Wochen später als in unteren Teilen des Landes Ohne Truschprännen wäre genau so früh wie mit Prämieit abgeliefert Worten. Tie gleichen Erfahrungen tourten mit ber Lieferprämie für Aartoffeln unb Hafer gemach!. Ein völliger Abbau ber Zwangswirtschaft ist dringend erwünsckt. Wenn man nicht so mcit geben ivill, möge man wenigstens einen teilweisen Abbau vornehmen. Bei einem Abbau ber Preise kann nicht fei den 'Erreugittssen ber Landwirtschaft ter Anfang gemacht werten, sontern es muß rin allgemeiner Abbau ter Preise vorgenommen werten, in Verbindung damit ein Abbau ter Löhne.
Tie Jabresrechnung für 1916 wurde hieraus genehmigt und Dem Rechner Entlastung erteilt, ebenso nnrh eine nachttägliche Ätcbit<w*i **c"hi •igiirta für 1916 erteilt: das gleiche gesckteht für die Jabresrechnung für 1917 und eine Kredit- gcnehmigung für 1917.
Die Ausstellung eines besonderen Voranschlags für 1919 soll dadurch toermvten werben, baß im allgemeinen der Voranschlag für 1918 für 1919 verlängert wird mit ben entsprechenden Abänderungen Danach stellt sich ber Voranschlag für 1919 in Einnahme und Ausgabe auf 1 408 712,84 Mk. gegen 1 557 495,57 Mk. des Voran'chlaas für 1918. Bei Titel „Förderung .ber Viehzucht" wird Mitteilung gemacht von den Bestrebungen ber Kammer, vorteilhafte Dieb stahl- verssckxn:ungsfedingungen für Großvieh zu erlangen Dafei wird von mehreren Rednern gewünscht, diese Bestrebungen auch auf bie Versicherungen von Schafen auszubehnen. Dem wirb zugestimmt. Sobann wirb ter Voranschlag in ber vorgeschlageneu Form einstimmig angenommen.
Einer Nachtragssortemng bes Ausschutses Oberhessen auf Erhöhung ber für Zwecke der Ziegenzucht zur Verfügung ftefcnbcn Staatsmittel um 3300 Mk. wirb zugestirnrnt. — Zur An- Tage einer Rebschule in der Gemarkung Bensheim soll rin Gelände zum Preis von 1450 Mk. an- gefauft werten. Dem wird zuge'kimmt: desgleichen wird der Ankauf eines Geschäftshauses zur Unterbringung ber Diensttaume des Landwirtschaft s k a m m e r - A u s s ck n s s e s Ob erste s s e n in G ie ße n zum Prei,e von 78dOO Mk. genehmigt.
Bei ter Tätigkeit ter Kvmmrsssonen hat sich gezeigt, daß ihre Bildung nickt ztoeckmäßr.i i|t. Es
und Zivilgefangenen veranstaltet.
** Befitzwechsel. Dr. Adolf Weyl, Spezialarzt für Ohren-, Nasen- und Hals- lrankheiten, erwarb für 130000 Mark das Anwesen des Spezialarztes Dr. Tl)eophil Reinewald, Liebigsttaße 32. — Stadtverordneter Hch. Leib verkaufte sein Anwesen Walltorstraße 34 für 23 000 Mark an Schuhmachermeister Ernst Radtke.
Gelegen feit Mitttilimgen über bte auhervrtenl- tichen Ernährung^sckpincrigtnten für bie Zuchthengste.
General le krrlär Dr. Hamann berichtet so- Daim übet Die Denkschrift ter Laridwirtschafts- lammet übet die Uebernahme staatlicher Einrichtunyen durch bie Landwittschafts- (ammet. Der Eriolg aller Maßnahmen aui dem Gebiet ber Lairbwirffckwftsivrterung Fann nur bann feschieden fein, wenn bie Förberungsmaß- nahmeii von einer Stelle aus eriolgen. Als Sammelpuntt artet Förde tun gSmaßnahrnen kann mir bie Laubwreischaitslammet in Betracht kommen. Die Denkschrift ioroert deshalb 1. die Anglie. bciung des laiibwiitschaftlichen Unterrichtswesens, 2. ber lanbwlNjck-ajtltchen Versuchsstaffon, 3. des LandgestutS, 4. ber üutturinspettwnen unb 5. des Feldbereimgungsioesens.
In der austühtttcheu Tlussprachc nehmen Mi «nisteriulrat Schliept)ale, Geh. Lantesöfewomievat Müller unb Lanteskulturrat Mangold Getegen- hrit, zu einiclnai Punkten ter Denkschrift Stellung zu nehmen. Gehrimevat Tr. Giscvius, Bor» süand des landwirtschaftlichen Insttluls an ter Ikritedinrioerivjät Oketicn, fernft für bie Stiftung, bie btr? Landtuirtschaftskammer für bie ® ieferner Hochschulgesellschaft gemacht Hal unb berichtet über die Anträge, bie er fei ber Regierung über den Ausbau des Instituts gemacht hat.
LandtasSabg. Brauer hat ocriittetene Sc« teufen gegen bie Durchführbarkeit ter Sorftfeägt, fesonters auch wegen Beioilligimg ber Mfttel
,ntrb tesdalb bie Neubildunfl folgender Ätrnirndf»« neu teschlossen.' 1. ätornntüfiOii für Wirischasts« lebte unb Siflfeübntne (6 Mitglieder-, 2. Stern» Mission für Arber erwesen (6 Mftglieter), 3. Stein« miss ton für Obstbau 6 Mitglieder-, 4. Kommrsswn für Wein bau (4 Mr^tieoeri, 5. Kvmmrssuni für Gemüi«' unb ßkmenbau (6 Mi'glieter«, 6. Stern» Mission für Geslüg-lzuich (6 Mitglieder-. Die Wahl ber rirotxdnai Ävmmffsu>nSmiij>reter toirb für <2 taffen bürg unb Oberteilen roiort torgmommen.
Es fommt nun folgender Aittrag Dr. Deh° l i n g u. Gen. -ur Beratung: „Air beantragen, btt 2anbrerct idr i [stammet möge in twttgebentercm Maße als lnsfer burch bie Presse Auituarung ter’ über verbreiten, daß bie Preise, bte ber Landwirt für seine Produkte erhält, in gar Leftttm Verteil' msse stehen zu ten Preisen, Die ter städ.i'chk Jten« sument für düse Pvobutte bejahten muß utti> daß ein gnofeet Teil ter Dom Ko-nsuinent zu zafecnfeu Preise in die T a scheu von Nichtland« wirten fließt."
Gleick^-eitig flomml ein Anttag Rappu. Gen. mit zur Beratung der die Sofortige Auftebung ter Zuangsbewlrtsck-astunfi für Heu, Strofe, Gerste, Hafer unb Rüfen fordert. In Antettacht der Ber- hälmiise Dime vorerst bie Ziva g^feimr schpftuug von Brotgetreide, Ä'artesseln, Milch mid Fleisch nKxti briteljaltat werten, teg?gen bie ZwangSte« toirtschaftung für Gier nur fv loeit, daß die Ber« iorgung ter Uranien unb Säuglinge sichergeitellt ist. Ferner wird gefordert, daß ter Gei »um des Zwisck-enHanfe ls nxsentüch hevabs-'setzt wird.
In der lebhafteri AuSspvack-.! wurde einmütig bie Auffassung vertreten, daß das BerhölmiS zwi« schcu Stadt unb Land viel besser wäre, wenn bie städtisch: üjefelteru'itg wüßte, toas denn der Land« nrirt riL.ittlich iüi seine Erzeugitissc tekvmmt. Einige Redner wandten sich gegen die fefanntm Äußerungen des Mrnisüerialdirrfuois 9Neumann, er fijnne bei Landwirt schift feinen Tank auS«


