Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Zweites Blatt
Ur. 250
Donnerstag, 2. Oktober 1919
hi Zukunft nicht unterschätzt werden. Es ist ni
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getraut.
Kreis Wetzlar.
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Östthüringens und des Regnerungsbeznrkes Arnsberg. der Wehrkreis V, nöÄlich«e Hälfte, gebildet.
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Art» Stadt rrnd Land.
Gießen, den 2. Oft. 1919.
WehrtreiS V, nördliche Hälfte.
Am 1. Oktober 1919 tritt infolge der durch
Pellorest.Tamrnllbk m.L!onogr.HK-iw^edee ^ÄÜeÄ'ederbitns- LeÄ Lel°bmm
— Hans Thoma hat aus Anlaß seines - -. Geburtstages sein Selbstbildnis radiert „Hans Thoma 80 Jahre". Tas meisterhafte Blatt, gleist sam die Krönung von Thomas graphischem Werke, hat er E. A. Seemann in Leipzig in Verlag
Vereins
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" Schriftliche MM möglichst mU k-ld^ wieder ?,uruM rog unter 018)94 an b. ®i» $4 erbeten. Diskrel.°° Ehrensache. __________.
Einschränkung der Beleuchtung, Festsetzung der Polizeistunde usw., sollten den städtischen Werken die Maßnahmen überlassen bleiben, welche erforderlich sind, uni mit den zugeteilten Kohlenmengen auszukommen. Daß bei der Notlage, in der iirir ... ----------
uns befinden, eine Kohlenbelieferung der Gas- Tie Befugnisse, die bisher den KommarDiereno^n werke auch nur annähernd wie im Frieden un-1 Generälen des II. und XVIII. A.-Ks. zustanden,
sucht auf diesem Wege de Bekanntschaft eines, gr
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** Hörnsheim, 28. Sept. Auf Anregung der Kriegsbeschädigten von Großen-Linden hatten sich die hiesigen Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen iV ^pple des Gastwirts Befeer hier zusammengefunden, wo der Kreisvertreter des Kr- ises Gießen des Einheitsverbandes der Kriegsbeschädigten Deutschlands, Kamerad M ö l l aus Gießen, einen Vortrag über Zweck und Ziele der Kriegsbeschädigtenbewegungen hiett und über die Notlage der Kriegsbeschädigtcn und Kriegshinterbliebenen, sowie die unzulänglichen Maßnahmen der Regierung sprach und die berechtigten Forderungen der Kriegsopfer erläuterte, Nach Schluß des mit allgemeinem Beifall ctufgenommenen Vortrags wurde einstimmig der Beitritt zunt Einheitsverband und der Anschluß an die schon bestehende Ortsgruppe Gvoßen-Linden beschlossen
Hessen-Nassau.
X Schlüchtern, 29. Sept. Der Kreistag des Kreises Schlüchtern hat den Kreisausschutz ermächttgt, zur Deckung der Kosten für die e l e k * irische Ueberlandzentrale eine Anleihe bis zur Höhe von 3,Millionen Mark aufzu- nehmen. Ferner beschloß der Kreistag, im Kreis- krankenhause Schlüchtern eine chirurgische Abteilung zu errichten und einen Arzt mit chirurgischer Vorbildung zu unterstellen, der gleichzeitig als Chefarzt die Behandlung der inneren Anstalts- sckranken übernimmt. Es wurde ihm ein festes Gehalt von 4000 Mk. bewilligt und gestattet, Ho-
.... Fri-edensv ertrag Dertetgtcn HecresUrrminde- rung eine grundlegärde Aenderung der Besefesbe- fugnisse und Arbeitsgebiete der Obersten Militärbehörden ein. Aus den Bereichen der Generalkommandos II und XVIII — Thüringen, Hessen- Nassau, Freistaat Hessen-Darmstaot, siwl. Teil von Westfalen — wird unter Abtrennung von Teilen
stand fern von den Stätten jener Ueberkultur des zärtlichen bleu mourant. Zu Bernau im Schwarz- walde wurde er am 2. Oktober 1839 geboren. Nach e^ner ländlich-lieblich verträumten Jngenid brachte man Hans nach Safe! zu einem Ltthogropheu in die Lehre. Aber das wurde nichts Rechtes, ebenso wie ein paar Monate später bei einem Baseler Stubenmaler, und der Einige war fr»h, afe ihm, die Mutter, 1855, nach Hause znrückrief, damit er in dem eben des Hansdaters beraubten Landwesen mitschasse. Aus dem Jahve 1859 schon stammt das schöne Selbstporttät Thomas mit dem freien Witzchelhaar, den offenen Angen nrö dem trotzigen Munde, Hans war auf dem Umwege über eine ländckche Zeichenschule, die ihn zmn Uhrfchichnmter machen sollte, und dörflicher Sonn- taasmalerei iwx ein bis drei Gulden, auf die dlkademie in Mrlsrrche gekommen, wo Schinner das Takent erlemrte und dem ärmlichen Schüler ein großherzogliches Stipendium versckMjtr. Basel, D-üsfeldorf, Paris, München, daMlichen immer wieder das heimarklicfe Bernau, sind die Stationen des Künstlers. Rechite Kreuz- und LeLxnsstatrrmen eigmtlich: denn ttotzdem Thoma in Courbet ärern großen Lehrer fand, in Boecklin einen F«nnv, trotzdem ein Münchener Kreis den Künstler liebte, in dem Frankfurter Arzt Dr. Eifer sich auch scho« ein treuer Mäcen gefunden batte, — die Ausstellungen liehen Thomas Bilder nicht zu ihrem Rechte fontnrm, und gerade Karlsruhe bereitete ihm bei seiner ersten großen Ausstellung em en glatten Mißerfolg.
In diese dunkle Zeit fiel «n Sonnenstrahl. Hans Thoma vermäUte sich 1877 mit einer ferner Scknilerinnen. Sie wurde ihm die beste Gmrm. Ais sie, 1901, starb, glaubte der Meister Me Schwingen seiner Kunst auf immer gebwchen. Daö Heim, das sich Thoma 1877 in J-rarfhrrt a. »1. gründete — seine greife Akutter ietb eine Schwester nahni er zu sich —, ist die Aiege dßex lener großen Thomaschrn Werke, die wrr. lwben, und die damals regrimäßig von den LüBstellung-k-m- mifsionen zurückkamen. Bis 1890 enre Ausstel-
m6rfre, nm ms badtsche Parlament, wo er für KWmstPßkge, Heimarichntz und Kutturpvogramme weise wirBc. Als H«rs Thoma 70 Jahre alt wurde, sttzentte sich das deutsche Volk das Thoma- Must um in Kavlsruhe, der Fünfundsiefeigjährige spendete eine köstliche «inen Frittaltnder mit bHUstk?en Historien e* tiefsinnigen Spüchlein aus Altershausen. llrtb diesen Hotts Thoma mm, um befai Bikfer .in den Galerien sich immer wieder die von Altdorfer, Cra«ach und Dürer heriommeUden Kunftfveu»de sammeln, dessen LiThcgraphien von den fehlen Wänden der Schulzimmer erste Sonne verkünden, dessen Fstderzeich- nungen durch istfece Kalender lieblich spuken, und dessen eigenfrrange pl-antastifst^phScchapfesche Bücher wir zwischen Goethe, Bibel iutb Schatzkästlcin stellen — drrirn Hm*s Thoma kennt und liebt heute das deutsch eVolk.
„Kunstwerke Md ein Reichtum des Volkes, durch fern Geld ausgewogen werden kann," schrieb der 75jährige Thoma. Wir wollen darin gedenken, wieviel dieses MrichAims uns der KünUer selber erworben hat. Mle Stoffe und alle Atten der Teckmik umfeßt Thomas Mästerei. Landschaft, Porträt, Sttlleben, Genrebild, Phantasie, Mlusttation; Del, Tempera, Aquarell, Fresko, Zeichnung, LrllivDvaphie, IleMeqmg, Sfefetzrnck — eine rich- tig-c ist ine KunstgeschWe entr*m sich da vor uns. An 300 Bilder zählte schon 1900 ein Biograph Thomas seinem Meister zu. Und überall strahlt uns der glsiche künstlerische Wille entgegen: aus den Erscheinungen ihren seelischen Gehalt, ihr „LebenSlied" hemuszuho-m. Ob Thoma 1867 im
esse weiterer Kreise für dies Werk der Dankbarkeit zu gewinnen. Stadtpfarrer Boeckner eröffnete die Versammlung imd berufecte, wie der Plan, auf dem stimmungsvollen Platz unter der alten Edelkiefer neben d.r Totcnkirche immer mehr Au- klang gefunden habe. Bautechniker Ihle erläuterte einen ersten Entwurf von dem er ein Schaubild und genauere Pläne hergcstellt hat. Oberpsarrer Knodt berichtete über die Beschlüsse des Kirchern Vorstandes und teilte mit, daß auch andere in Schlitz geborene Künstler zu einem Entwurf aufgefordert werden, sollen. Zur Aufbringung der veranschlagten Kosten (6000 Mk.) sprach 11. a auch Bürgermeister N i e p 0 t h. Es w'urde ein Finanzausschuß gebildet, der zur Sammlung der nötigen Mitttt dem Kirchenvorstand sich zur Verfügung stellt. Das Schlußwort sprach Oberpfarrer Knodt.
** Sickendorf, 29. Sept. Heinrich Wilk von Sickendorf, der am 13. Novemlber 1916 von Engländern gefangen genommen wurde, kehrte am Dienstag aus Frankreich zurück.
z Aus dem Vogelsberg, 1. Oft. Durch die anhaltende warme Witterung ist der Wasserstand in den Bächen sehr knapp geworden so daß bei einigen Mahlmühlen der Betrieb fast vollständig eingestellt ist. Da sie nur bei stundenlanger Stauung etwas Frucht mahlen können und die Oelmühle, welche jetzt dem Theodor Möller gehört, schon früher als Kunftmühle eingerichtet wurde, hat der jetzige Besitzer einen Motor angeschafft, um seiner Kundschaft zu genügen, und den Selbstversorgern .ihren Bedarf zu inahlen. Dei Motor ist schon seit einiger Zeil int Betrieb.
Krcis Schotten.
b. Burkhards, 29. Sept. Nach einjähriger .Kriegsgefangenschaft kam der Musketier Karl 23 ö cf) er, Sohn des Metzgers Adam Böcher, zurück.
§ Ulrichstein, 1. Oft. Dieser Tage weilte ein Ober-Postinspekotr aus Darmstadt hier, um die fernere Festlegung der Autopv st Verbindung zwischen hier und Mücke zu regeln. Diese wird in zweimaligem Hin- und Hergang des Wagens ausrechterhalten. Als Beitrag verlangt die Ober-Postbehörde von den interessierten Ortschaften einen Zuschuß von 6000 Mk., der je nach dem Maß oes Interesses an dem Verkehr zum Llusschlag kommen soll. Es steht wohl außer allem Ztveifel, daß die betreffenden Gemeinden sich nicht meigent, das erforderliche Opfer zu bringen, da es keiner Beweise zur Dringlichkeit der Autoverbindung bedarf. Haben doch diese Gemeinden früher bereitwilligst die ersten Kosten zur Festlegung einer Ohmtolbahn aufgebracht, für die in absehbarer Zeit bei der gegen» wärttgen Wirtschaftslage kerne Aussicht ist.
Krcis Friedberg.
ba. Friedberg, 30. Sept. Am letzten Sonntag wurden zwei Töchter, sowie ein Sohn des Gerichtsvollzieher i. R. Wagner in der Stadtkirche
möglich ist, wissen wir alle. Tie Gründe bafür I übernimmt der Kommandeur der 11. Reichswelir- sind uns Wohl bekannt. Tie Schwierigkeiten sind! brigade, Generalleutnant v. Stolz mann, Sitz von uns nie unterschätzt worden und werden auchl des Brigadekommandeurs ist Mssel.
Unmögliche^ von uns verlangt worden. Daß aber bei der Zuteilung der K'»feen meng en gerecht und nicht ganz willkürlich verfahren wird und rnsbejondere bei unumgänglicher Minderung bit vorgesehenen Kohlenlieserungen diese Minderung bei allen Werken gleichmäßig an den nack) einem bestimmten Schlüssel ungeteilten Mengen erfolgt, ist eine Forderung, die von uns solange wiederholt wird, bis ihr Rechnung getragen fein wird. Ich glaube es als ein besanderes Verdienst unseres Vereins, ich darf sogar sagen, in erster Lime unserer badischen Gruppe, anssprechen zu dürfen, daß nunmehr endlich oie angestrebte Regelung der Kohleiiverforgung der Gasiverke in vorsleh.mdem Sinne in Aussicht steht. Haffen wir, daß nun auch die Leiter der Landeslohlenstellen bei der Neuregelung das nötige Verständnis für die große Wichtigkeit der Aufrechterhaltung der Gasversorgungen der Städte zeigen. Es muß int allgemeinen Wohl unbedingt vermieden werden, daß weiterhin in Küchenherden Gas kohlen mit einem sehr schlechten Wirkungsgrade verfeuert werden müssen, weil das Gaswerk gar keine Kohlen bekommt oder nur solche ganz ungeeigneter Besch assen heil, so daß es zeitweise Gas für Koch- Snette zur Verwendung mit sehr günstigem Wirkungsgrade nicht abgeben Euren.
In der anschließenden Diskussion ergriff zuerst Heinrich (Pforzheim) das Wort. Er gab Erläuterungen über den Kohlerrverbrauch in den Gaswerken und den noch immer steigenldcn Gasverbrauch, was auf den Zuwachs der Bevölkerung in den Städten zurückzufül)ren sei. Die Straßenbeleuchtung fei allgemein auf 20 bis 30 Prozent herabgesmrken und müsse, falls sich die Kohlenbeliriernng nicht bessere, ganz eingestellt werden. — G » hrum (Stuttgart) schilderte die Zustände in Württemberg und wies darauf hin, daß durch die Verladung von Waschbergen unendlich viel Kapital verschleudert werde. — Dr. Liese (Ludwigslwsen) schilderte an Hand von Karten die Kohlenfrage im linksrchnnischen Gebiele. — Bäumt T i l l m e tz (Frankfurt > betonte, daß die Elektrizitätswerke den Gaswerken vorgestellt würden.— Auf die vielen Klagen antnroriete der Vertreter des Kohlenkommissars, Divekwr L e m p e l i u s, daß die Behauptung, die Elektrizitätswerke würden den Gaswerken vorgezogen, mcht richtig sei: der Reichskommissar stelle nach der Eisenbahn gleich die Gaswerke. Er versprach, die vorgebrachten Klagen dem ReickSkohlentlommissar Vorträgen und die Wünsche der Gaswerke nachdrücklichst vertreten zu wollen.
Alsdann gÜtg die Versammlung zum zweiten Tell der Tagesordmmg über, der ausgefüllt wurde mit Vorträgen über technische Fragen. Dipl.-Jng. G 0 s f i n (Gaswerk Frankfurt a. M.-Heddernfeirn) sprach über „Die Wassergaserzeugimg in Horizontalreform und deren Wirtschafttichkeit". Direktor Steding (Gießen) referierte über „Tie Herstellung von Motorbenzol in mittleren und kleineren Gasanstalten", nachdem er in der vor- gegangenen Besprechung der Betriebsleiter über Düngemittel im allgemeinen und über die Herstellung von schwefelsaurem Ammonial' in besonderen gesprochen hatte, lieber „EinVau und Kosten von öelfeuerungen, zu beobachtende Sicherheitsmaßnahmen und Erfahrungen im Wasserwerk Hatters heim-Frankrurt" spracht Dipl.-Jng. V i e s 0 h n (Frankfurt a. MO und im Anschluß stellte Direktor Dr. .Burschell (Landau) eine Abfrage über Erfahrungen mit Devasteinen für Ofeneinbauten.
verschiedenes
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lang im Münchener Kunstverein den Künstler berühmt machte. Er war damals 51 Jahre (dt!
Zwanzig Jahre lebte Thoma in der Stadt Okrrihes, den er einmal als feine „Lieblingsspeise" bezeichnet hat. Dor Rufen von 1890 hat ihre nicht mefe verladen. Mit dem preußischen Professor sing's an. Karlsruhe holte ihn an die Akademie
Heldensage — immer, immer erklingt das alte romantische Zauberlied, bei dessen Klang unser Inneres entgegcnquillt, Schmerzen in Melancholie, Freude in stilles Lächeln lösend.
Die starke, unmittelbave Wirkung der Thoma- S)en Kunst in das Volk hinein hat ihre letzte rsache wohl in der tiefen Ehrfurcht, die diesem Maler stets den Pinsel führt „Tas tieffte Wesen, das der Seele zntesl wird, yat er einmal geschrieben, „dürfen ivir das Gewissen heißen." Immer späri Thoma sich int Banne eines künst- 1 erriefen Gewissens. Niemals gab es für ihn nur Impression, Stimmung, Augenblickliches. Wo sein Auge ein Stück Natur erfaßt, fein Stift sich ansetzt, gilt es Ewiges.
Ich komme aus der Ewigkeit.
Frühling war's, dann heiße Sommerszeit: Der Herbst bracht' Frucht und Blätterfall Und wilder Stürme Widerhall.
Nun ist still der kalte Winternebel da, Er hüllt in eins, was fern und nah: Mich deckt das Schneetuch der Vergeffenfeü. So sah' zurück ich wieder in die Ävigkeit.
** Die wirtschaftliche Notlage der K r i e g S b e s ck> ä d i g t en und Kriegshinterbliebenen. Tie Ortsgruppe Hungen und Umgegend des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten, Hinterbliebenen und 5triegsteilnehiner fchreibt uns: Im Reichsarbettsminifterium fand am 18. September 1919 eine Sitzung unter Hinzuziehung der Vertreter der Oruamsationen statt. Wegenflanb waren die vom Reichsbund crngeieicijten Forderungen. Die Verbände einigten sich ans solgenden Vorschlag: „Tas Reichs- arbeitsministerium soll die Regierung ersuchen, für die Wilwen, Weisen und Ktiegseltern eine uionatliche laufende Unterstützung von 25 Mk. und für die versorgungsberechtigten Witwen eine einmalige Beihilfe von 300 Mk. zu gewähren." Hieraus geht hervor, daß auf Veranlassung des Reich'-'imndes die Angelegenl)rit betr. Besserung der Lage der Hinterbliebenen längst über die Besprechungen, wie sie in der gestrigen Mitteilung des freien hessischen Landesverbandes der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen erwähnt werden, hrrea»sgelommen ist.
** E i n W e l t e n b n m m l e r. Uns wird eine Karte zugeschlickt, die am 19. Juni 1914 von Gießen aus an einen Polizei-Sergeanten in DeutscfeSüd- West abgesaridt wurde uitii ohne den Empfänger erreicht zu haben, am 29. August 1919 dem Absender wieder zugestellt wurde. Die Starte war also fünf Jahre unterwegs.
Landkreis Gießen.
Klein-Linden, 29. Sept. Der Gesang verein „Arian" hielt am Sonntag in der „Deutschen Eiche" eine gut besuchte Haupt- versmnmluug ab. Aus dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß der Verein in diesem Jahre eine Zunahme, von 37 Mitglieder verzeichnen konnte imb über eine Sängerzahl von 53 Mann verfügt. Die Sänger K. 'Vierte Ihausen und L. D 0 r - mehl wurden anläÄich ihrer 25jährigen Vereins- zugehorigkett (Sfeenmdyltebem ernannt. Aus gleichem Arriasse konnte während des Krieges schon an 19 Mitglieder die Ehrenmitgliedschaft verliehen werden. Am kommenden Sonntag läßt der Verein im Saale der „Deutschen Eiche" eine Ehren- gedackstnistafel für die gefallenen Sänger zur Einweihung bringen.
** W atzen b'orn-Steinberg, 30. Sept. Mttntag fand dieBegrüßungdes aus englischer G<'angenschaft zurückgeSehrten Otto Harnisch statt. Ter Gesangverein „Sängerkranz" trug einig; schfere, Passende Lieder vor. Sangesbruder Wilhelm Wehrum begrüßte den Heimgekehrieu mit kurzen herzigen Worten und gab dem Wunsche Ausdruck, daß auch> die noch in Gefangenschaft schmachtenden Brüder bald in die Heimat zurückknnmen. Ferner ^edachche er auch derer, denen es nicht vergönnt ist, zurückznkehren. Ihnen werde von allen ein ehrendes Andenken bewahrt werden.^ Zum Schlüsse, nachdem die Menge ein Hoch brachte, dankte der Heim- gekehrte dem Verein sann? Herrn Wilhelm Wehrum für die ihm erwiesene Ehre und n hoffe, daß alle Kameraden bald zu ihren Angehörigen zurück- lehrien. Er habe es am eigenen Leib erfahren, wie es für einen Menschen sei, mimt er in Feindesland festgehalten werde und nicht wisse, ob und wann er seine Liefen sehen w'rde.
Kreis Alsfeld.
S) A u s d e m O h rn t a l, 1. Oft. Tie oberen Ohmtalorie sind bestrebt, die Wasserleitung zu erhalten. Vor wenigen Jahren legte Ober- Ohmen Wasserleitung an; ihm folgt jetzt Unter- Seibertenrod. Nur Rnfeoerienrod fehlt noch. Wegen der Vermögenslage braucht der Rückstand nicht zu erfolgen.
np. Ruppertenrod, 1. Oft. Ein Bahnbeamter von einer Nachbarstation verlor auf dem Wege zwischen Mücke und feer seine Brieftasche mit 700 Mk. Inhalt. Der hiesige Straßenwart Johann Greb sand die Tasche und händigte tze dem Verlierer wieder aus.
Kreis Lvuterbach.
la. Schlitz, 30. Sept. Nachdem der Kirchenvorstand am vergangenen Freitag in Gegenwart des Kreisbauinspektors Pfriffer über die Anlage einer Gedenkstätte f ü r unsere Gefal-
„©oiuitapmorgen" die bäuerische Frau mit ihrem Enkel beim Bibellesen zeigt, der in den siebziger Jahren mit dem „Charon", dem „Paradies", der „Goldenen Zeit" und dem „Gesilde der Seligen" Traum und Tod einer sagenfernen Idealwelt gibt, . ob er sich und die (Sattln in einen blütenschweren Rcnaissaneerahmen faßt oder von seiner Schwarzwaldheimat erzählt, im „Dorfgeiger", rm „Hüter des lTals" die Wunder der Mondnacht enthüllt.
Zruilleton.
1 Hans Thoma.
Zu seinem 80. Geburtstag am 2. Oktober.
Hans Thoma — das ist der deutsche Schwarzwald. Mit seinen Tanmm und Seen, seinen Sagen und .Sängen, in seiner fröhlichen Lieblichkeit, in seinem dunklen, ehrfurchtgebietenden Ernst. Wir haben heute keinen zweiten Maler neben Thoma, dessen ganzes Schaffen sich so restlos in die seelische Wurzel eines deutschen Stammestmns znrückver- fotgen laßt, dessen ganze l'ünsllerische Bewegung immer und überall nur her Freude entstieg, ein Deutscher zu fern.
Thoma hat einmal einen Drachen gezeichnet, m besten Rachen ein slöteblasendes Cngelein sitzt, mw dazu die Verse geschrieben:
Vom Mtselrachen der Welt umfangen
2iht die arme Menschenseel in Fürchten und Bangen;
Das ^ngefeuer Tann sie ja spielend versck)lingen, Und möchte doch jede ihr fröhliches Lebenslied _ fingen.
„ . Singen des „Lebensliedes" ist der eigent- liche Sinn der Thomasck)en Kunst. Ob er durch eine Landschaft wandert, oder fein Skizzen buch vor einem bäuerischen Charakterkopf aussckstägt, m einer Dorfkirche der Geschichte tton Christus lauscht oder in Wagners Musik die alte Heldensage mrserstehen sieht, — immer läßt der einzelne Eindruck in diel em Künstler eine ganze Melodie auf- spriregen, die er toeiterfummt, bis sie sein ganzes Füfee» uiti) Denken durchdringt, seine ganze Phan- t«sie spielen laßt. Und dann greift er zu Stift, Pinsel und Palette, um uns eine Erzählung von seinen Erlebnissen zu schenken. Dies Erzählen- müssen ist das Besondere der Thomaschen .Kunst. ES ist das Deutsche in ihm. Was Wunder, daß die Fanatiker einer rein sehenden Malkunst, wie 1ie die Romanen zuhöchst ausgebildet haben, unfern Thoma der Sentimentalität zeihen!
Senttmeretal konnte dieser Schwarzwälder BaperfemWe wa.hrttch nicht werden. Seine Wiege
Mittelrheinischrr Sa;- und wassersachmünner-verein.
Baden-Baden, 28. Sept.
Am Mittwoch tagte im großen Rathaussaile m Baden-Baden die 54. Jatzresversammlung des „Mittelrheinischen Gas- uns Wasfersachmäuuer- Verrins". Stadtbaurat Frahm, früher Assistent am Gasioerk in Gießen, eröffnete di' Sitzung und erstattete den Jafeesbericht. Er führt! u. a. aus, daß das Fach der Dereinsrnitglieder ein: glänzende und fast ununterbvachene Entwicklung genommen habe, bis sie 1914 jäh unterbrachen wurde. Seit 1914 haben wir notgedrungen zufrieden s in müssen, wenn es uns gelang, das Bestehende zu erhalten und für Verbrauchtes Ersatz zu schaffen. T« Wirtschaftlichkeit der Gaswerke ist zunächst dahin. Steigerungen der Gaspreise, um das verloren gegangene Wirtschaftlick.leitsgewicht ivi der hcrzustellen, selbsttätige Steigerung der Preise ivich-- tiger Nebenerzeugnisse z. B. in ungewöhnlicher Weise in letzter Zeit für Teer werden ausgewogen durch hohe Löhne und Gehälter, durch gewaltige Aufwendungen für Unterhaltung der Anlagen und durch immer mehr steigende Preise für Kohlen. Auch hier wie auf anderen Gebieten, bis jetzt eine Stetigkeit der Entwicklung im ungünstigen und im allgemeinen Wohl schädlichen Sinne. Große Sargen, welche mit äußerster Schwere auf uns lasten werden, bereitet ganz bestmders aber den Gas- werksleitem der große Ko bleu m angel und damit im Zusammenhang stehend, die nnvermeid- liefen Einschränkungen des Gasverbrauches. Balle Einmütigleit herrschte bei uns in der Verurieilung der bisherigen Art und Weise, durch welche eine Einschränkung des Brennstoffverbrauchs von den dafür maßgebenden Stellen angesttebt wurde. Es war nicht einmal so sehr der Umstand der Bevorzugung der Elektrizitätswerke zum Schaden der Gaswerke in der Belieferung mit Brennstoffen und deren günsttgeve Behandlung hinsickstlich der Verbrauchseinschränkung, welche Mißmut in unseren Kreifru erregte, alshdie Tatsache, daß die getroffenen Verfügungen und Verordnungen gar keine Rücksicht darauf nahmen, daß bei der Ver- n-cnbung von Gas zum Kochen eine viel wirt schoftlichere Ausnutzung des Brennstoffes err richt wird, als fei der Verfeuerung von Kohlen in Küchenherden. Werke, die sich ganz gmau an die Einscklränkungsvorschriften hielten, bekamen meistens weniger Kohlen, als die Werke, welche sich gar nicht um die Einschränkungsbesttmmungen kümmerten. Es kam dies daher, daß als Maßstab für die Kohlenzuteilavg eine Zeit lang ausschließlich die Meldungen über die noch- vorhandenen Bestände galten. Tie frühere Planmäßigkeit in der Zuteilung unter Zugrundelegung des Verbrauchs im Jahre 1916, übrigens keine gerechte und sicherei Grundlage, ist verloren gegangen, die Zügel find dem Reichskohlenvommisfar entglitten. Ist es doch leider jetzt noch so, daß derjenige, der über einen Vorrat für eine Erzeugung von mehr als 8 Tagen verfügt, erst dann Kohlen bekommt, wenn seine ^Vorräte bis auf 2—3 Tage erschöpft sind. Je- mehr er spart, desto weniger Kohlen b'kommt er. Meldet er in gutem Glauben, sich durch b> fandere Einsparungen — Zusatz von Wassergas über das gewöhnliche Maß. hinaus, Vergasung von Braunkohlen, von Holz usw. — eine stille Reserve, wenn auch nur für einige Tage schaffen fru können, seinen kleinen Vorrat nicht ganz genau an, so läuft er Gefahr, der Staatsanwaltschaft wegen vorsätzlicher Falschmeldung an gezeigt zu werden. Also meine Herren! an Stelle der an- gestrebten Minderung des Kohlenverbrauchs, Vergeudung, st attderEr- ziehung zur Sparsamkeit durch die Vergünstigung der Schaffung von e i- fernen Beständen, Beftra fung der Sparsamkeit und Erziehung zur Mißachtung und zur Umgebung der erlassenen Vorschriften. Daher ast aus unseren Kreisen immer und immer wieder durch Einwirkung auf den Vorstand unseres Hauptvereins, die Forderung nach der Zuteilung einer bestimmten Menge Kohlen für die einzelnen Gaswerke und die Aufhebung aller Sonderrin- schaänkungen verlangt worden. Abgesehen von dm allgemeinen Bestimmungen über die
lenenanfdemFrredhofedae ersten gründ-, . , ..4 , - b. o- - ,
legenden Beschlüsse gefaßt hatte, smid am Sonntag norar von den bemittelten Kranken % 2. und abend in dem Guntramschen Saale ehre gut fe»| 1- Klasse zu verlangen.
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1. uebentabmc eines @t> ichastetz v. ehem. Llnzier sesuchl, nur von Selbst- fieber. Schristl Angeb. 11. O1M6 an öen Qieh. Snz.
und 5X Zinsen zu leihen gesucht Schr. Ang. imt 018496 an den Gieß Anz. Ernstgemeint! Witwer, 37 I. alt ca, m. Kem Heim u. einigen en Land, sucht, da S ihm an nässender &v egenheir o.\\W.?iein Lege m\l einer tüchtigen tzran \aud) StoegSroifroei zwecks späterer Heirat bekannt zu werden, -chr. SlngjtOlBlTOaA®«^
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