Ausgabe 
2.10.1919
 
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kt. Der nMaq cei bürgerliche Mv eistagsabgevrdM Abrßsttfstn.

-0. Dtt. Das Kriegs- ien Armee hat w- sich zu Tätlichkeiten gen deutsche fttoutn t Franzosenver- lsen bis zu 2 Jahren, zu 1000 M. verur- stammen meist aus essischen oder nassau-

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Vie Angestelltenbewegung in Siesten.

Gießen, 1. OTt.

Nachdem die unter dem Namen Wirtschaftliche Vereinigung locker verbundenen Angestellten ver­bände aus mancherlei Gründen bisher irgendwelche praktische Erfolge nicht aufzuwrisen hatte, wurde tv Wirtschaftliche Vereinigung auf­gelöst und eine Arbeitsgemeinschaft der Angestellten Gießens gebildet, der neben den Mitgliedern der verfchicdenen An­gestelltenverbände auch Nichtorganisierte Angestellte angehören. Der Vorstand setzt sich aus den Ver­tretern der einzelnen Verbände zusammen. Im überfüllten Saale des Gewerkschafts- Hauses hielt diese Arbeitsgemeinschaft gestern ihre erste Versammlung ab. Aus den Ver- lhandlungen, die im wesentlichen nichts renes brachten urch sich meist in allgemeinen Bahnen be­wegten, läßt sich folgender Kern herausschälen: Von den Arbeitgebern sei dem Schlichtungsaus- schnß ein gedruckt.r Tarisentwiirf vorgelegt worden, dem im wesentlick>en die niedrigsten Sätze des in Fulda abgeschlossenen Tarifs zu Grunde lagen. Der Schlichtnngsausschuß habe sich, ohne die Wünsche der Angestelltenvertreter zu berücksich­tigen, für diesen Vorschlag entschieden. Für die Angestellten sei dieser Vertrag unannehmbar, schon deshalb, weil man durch seine Annahme den Kol­legen in den Nachbarstädten in den Rücken fallen würde, die bereits brDeutend günstigere Tarife abgeschlossen hätten. Die Arbeitgeber sollen nun­mehr nochmals zu beschleunigten Verhandlungen eingeladen werden, zu denen die Arbeitsgemein­schaft neben sonstigem Material mit einem ge­druckten Tarifentwurf aufwarten will, den es mit allen Mitteln durchzusetzen gelte. Die Ausarbei- timg der Einzelheiten dieses Entwurfs solle dem Vorstand überlassen bleiben, lieber die darin aufzu- ftellenden Forderungen äußerte man sich leider nicht näher, ausgenonmsten die Lehrlingsvergütung, die man, um der Lehrlingsz-üchterei wirksam ent- gegenzutreten, in den drei Lelwiahren auf 50, 80 und 160 Mk. pro Monat festsetzen werde.

Wenn die Arbeitgeber dieser Aufforderung bis zu einem bestimmten Tage nicht nachgekommen seien, sollen sie durch den Schlichtungsausschuß dazu gezwungen werden. Bemerkenswert ist, daß vom Vorstandstisch betont wurde, daß an einen Streik vorläufig nicht gedacht werde, da ja auch der Schlichtungsausschuß noch nicht die letzte Instanz sei, während der Frankfurter Redner lebhaft dafür eintrat, daß auch die Gießener An- aestelltenschaft sich mit dem Gedanken eines Streiks vertraut machen müsse. Den Nieder- schlag des Abends bildeten die nachstehenden Ent­schließungen:

1. Die Versammlung der Angestellten Gießens beschließt einstimmig, daß der vom Schlichtungs- ausfchuß zur Annahme empfoNene Tarifvertrag abgelehnk wird, da es ganz unmöglich ist, mit diesen Sätzen auszukommen.

2. Die Angestellten Versammlung erwartet, daß der hiesige Schlichtungsausschuß alsbald eine «andere Zusammensetzung erfährt. Es ist vorge­kommen, daß zur müitblidfen Verhandlung weder ein ständiges Arbeitnehmermitglied noch ein Stell­vertreter zugegen waren, sondern nur zwei un­ständige Beisitzer, die der Vorsitzende von sich aus für den Sitzungstag bestimmte. Auch wird es als ein Mißstand bezeichnet, daß kein stän­diger unparteiischer Vorsitzender gewählt ist. Daß der Geschäftsführer hier und. da als unparteiischer Vorsitzender beslimmt wird, verwerfen wir, da er in der Geschäftsführung an die Weisungen des Arbeitgebervorsitzenden gebunden ist.

Die letzte Entschließung soll dem Landes- Arbeits- und Wirtschaftsamt mit der Bitte um Abhilfe übersandt werden. Falls hierzu keine ge­setzliche Handhabe vorliege, solle auf die Mitglieder des Schlichtungsausschusses cingcnnrtt werden, daß sie von ihrem Posten zurücktreten und daß eine Neuwahl erfolgt.

Stenographie.

Der Hessisch-Nassauische (Main-Rheingau) Verband Gabelsberger Stenographen hielt am 27., 28. und 29. September in Bad H outb u r g seine tO. Verbandstagung ab. Zu dem Wett schrei­ben hatten sich über 1100 Teilnehmer aus allen Teilen des unbesetzten und besetzten Hessens, aus Hessen-Nassau und Kurhesscu cingefunbcn.

Die beiden Gießener Vereine (Gesellschaft = G., Verein von 1861 B.) hatten folgende Preisträger zu verzeichnen:

260 Silben: 3. Preis Georg Scholl (G.).

200 Silben: 1. und Ehrenpreis Aug. Hirsch (G.), 1. Preis Lina Karnbach (G.).

180 Silben: 1. und Ehrenpreis Karl Hammel (B.), 1. Preise Lina Brasch (G.), Karl Röhm (G.).

160 Silben: 1. Preis Karl Roth (G.), 2. Preise Heinrich Heckroth (53.), Emil Grobe (V.), .Elli Bingel (G.).

140 Silben: 2. Preis Jakob Schmidt(G.).

120 Silben: 1. Preise Margarethe Hüb­ner (53.), Tilly Hofmann (G.), Liefet Lich lG.), 2. Preise Willy Reinhardt (G.), Irmgard Wag­ner (93.1, 3. Preise Maria Schmidt (93.), Wilhelm Momberger (G.).

100 Silben: 1. u. Ehrenpreis Emmy Zecher (G.), 1. Preise Anna Dörr (G.), Paula (G.), Karl Heß (G.), Heinrich Ganß (G.), Else Euler (93.), Minna Hammel (G.), Georg Dahl (G.), 2. Preise Anna Spieß (93.), Babette JArNV.), Wilhelm Haus (G.), Karl Kolbe (93.), ^1«^ (93.), 3 Preis Sophie Bepler (V.).

1. und Ehrenpreis Kurt lVO, 1. Preise Willem Rinn (G.), Willy Adolf .Kopf (G.), W. Kratz (©.); i ^S WEy Heckroth'sV.), Paula Stxobel (G.), fax Kurt Welter (93.), Karl Simon

(G.), Frieda Zrnk (G.).

Der Offenbacher putsch vor dem 5chwurgericht.

rm. Darmstadt, 30. Sept. Di eheutige Schwurgerichlsverhandtung gegen E i s e n r e i ch und Genossen begann am heutigen zweiten 93eri Handlungstag mit der Vernehmung des Haupt­manns v. Wachter, dem Leiter der Reichswehr- Kompagnie, die am Karfreitag vom Volksrat Offen­bach zur Hilfe resp. zur Aufrechterhaltung der Ordnung gerufen worden war. Schön alsbald nach Betreten des Offenbacher Bodens war die Grhrung in der Bevölkerung bemerkbar, die sich sehr bald auf dem Wege nadji dem Wilhelmsplatz und dann nach, der Kaserne in beleidigender Form bemerkbar machte. Einem Sergeanten wurde das Seiten­gewehr, einem Soldaten Gewehr von der joh­lenden Menge abgenom «Line Masckinenge- wekrbemannung konnte > , um Blutvergießen zu vermeiden, nur dadurch ten, daß sie schleunigst davonjagte, um später nach der Kaserne zu eilen. Ter Offizier schilderte die 93orgänge in der Kaserne, wo er mit allen Mitteln versucht habe, die Leute zu beruhigen und dazu zu bringen, daß deren Füh­rer verl)andeln. Es war alles umsonst, das Dor wurde eingedrückt. Man Hobe durch' Trohirngen die Menge eingeschuch/ert, bis plötzlich von der Rückseite her ein -Lchuß fiel, woraus seine Leute sich wehrten itni> ohne Kommando ans die wilde, nicht mehr zu haltende Menge fchpsfen. Dabei wurde versucht, das eine Maschinengewehr den Soldaten zu entreißen.

Aehnlich lauten die Aussagen des Leutnants Schmidt und einer Anzahl Unteroffiziere und Mannschaften, bie alle für die Angeklagten ziemlich belastende Aussagen machen. Auch am Nachmittag fallen die Aussagm in der Hauptsache belastend für die Angeklagten aus, loenn auch einzelne Zeu­gen. insbesEondere ein Mitglied der U.S.P. ihn zu entlasten suchen. Durch die fortdauernden Gegen­fragen der Angeklagten Eisenreich, B o ck h a r d t und Bauch, wird die Verhandlung sehr in die Länge gezogen, s-o daß heute trotz des frühen Beginnes der Verhandlungen um 1/»9 Uhr noch, lange nicht alle Zeugen zur 93ernehmung kommen konnten. Es ist nicht anzunehmen, daß der morgige Mittwoch für die Zeugenvernehmungal noch nicht ausreicht, so daß im günstigsten Falle der S'ck'luß der Verhandlung a in Don­nerstag, voraussichtlich aber erst am Freitag zu erwarten ist.

Anschieinend ist aus diesem Grunde die für Freitag vorgesehene 93erhandlung gegen Kutscher Dieburg wegen Körperverletzung mit tödlichem Er­folg auf kommenden Montag verschoben worden und der Fall Lehr und Genossen wegen Raub fällt zu- näck. st ganz aus.

Darmstadt, 1. Okt. Am 3. Verhandlungstage wird mit Verlesung, der V o r st r a f a k t e n der An­geklagten begonnen. Danach ist Eisenreich schon in seiner Jugend mit 18 Jahren rvegcn schweren Dieb­stahls vorbestraft worden und hat nad) einer kurzen Gesängnisstrche im Jahre 1911 in Frankfurt toegen Diebstahls hintereinander in Bamberg, Nürnberg und Offenbach verschiedene schwere Eirchruchsdieb- stähle in frechster Weise meist am Hellen Tage be­gangen, für die er zuletzt GesamtzuchitHausstrafen von sechs Jahren und 10 Jahre Ehrverlust erhalt imb verbüßte. Er ging ganz raffiniert vor, reiste nur mit einer ganzen Reihe von Embrecherwerk- zeugen, die er in einer Ledermappe mit sich führte, versuchte aber immer wieder zu leugnen, obwohl er in einem Falle bei der Tat direkt erwischt wurde, aber durchging. Er behauptet unschuldig das Opfer der Verhältnisse geworden zu sein. Seine 93erur- teilungen seien nur auf Grund von Indizienbewei­sen erfolgt. Seit Jahren bekennt er sich zur anar­chistischen Partei.

Ter Angeklagte Bauch hat etwa ein Dutzend Vorstrafen, meist wegen Diebstahl, Körperverlet­zung Geiralttätigkeiten.

Tie Angeklagte B ra u n ist entrüstet, als man ihre 79 Vorstrafen verliest, darunter etwa 60 wegen Kontvollübertretungen, eine Zuchthausstrafe wegen Meineid, sowie wegen Kuppelei, die sie als Inhaberin öffentlich'er Häuser in der Rosengasse und der Heiligkreuzgasse erhielt. Ter AngeKrgte B o ck h a r d t ist bisher unbestraft.

In der dann fortgesetzten Zeugenvernehmung erklärt der Kreisdirektor Spanier, daß der Re- botteur Kaul- Offenbach zur Zeft der Vorkomm­nisse in der Kaserne und später aufdem Kreis­amt war. Tanach wird die von den Angeklagten aufgestellte Behauptung, daß Kaul das Zeichen zum Schließen gegeben habe, hinfällig. Weitere Zeugen betätigen, daß Bauch, mit zwei schweren Brow- nrngpistolen renommiert hat und wie er wieder­holt die Posten belästigte. In der weiteren Ver­nehmung wird wiederholt festgeftellt, daß der e r ft c S ch u ß aus der Menge gefallen ist

In der Mittagspause hat der Vorsitzend«' cm- geordnet, daß der bisher in Freiheit befindliche Angeklagte Bockhardt in Gewahrsam genom­men wurde und stellt auf Bcschtverde der 93erteidi- gung fest, daß dies keine Haft, sondern nur als Gewahrsam der Verhandlung zu betrachten sei: ein Haftbefehl sei nicht erlassen. Im 93erlaufe des Nachmittags treten verschiedene Mitglieder der Kommunistischen Partei auf, die Eisenreich zu ent­lasten suchen. Auch die Ehefrau Eisenreich tritt für ihn ein. Er sei der beste Mann, der nur durch die unschuldig erlittenen Zucksthaussttafen sehr nervös geworden sei. Sie gwt zu, daß ihr Mann infolge Familienzwistigkeiten einige Zeit bei der Angeklagten Braun gewohnt habe. Eisenrcich hält dann einen Vortrag über telepatische, suggestive und hypno­tische Einwirkungen, deren Opfer er sei. Er werde oft von einer inneren Stimme beherrscht, der er sich nicht entziehens könne. Zum Schluß mackst noch der Kartell Vorsitzende der Offenbacher Gen'erkschaften, Zeuge W. Weber längere Erörte­rungen über die Beziehungen Eisenreichs zu der Partei, die schließlich in persönliche Gehässigkeit und Verfolgungen ausarteteir.

Dann werden die 93erhandlungen abgÄwochen. Sie sollen jim Donnerstag früh fortgesetzt werden. Nach Schluß der Vernehmung Webers, die noch einige Zeil in Anspruch nehmen dürfte, sind noch zwei Zeugen aufzurufen, alsdann werden die Plä­doyers beginnen, so daß die Verhandlung voraus­sichtlich morgen abend zu Ende gehen wird.

^ochschrilnacbrichten.

Genf, 1. Ott. (Wölfs.) Schweizerische Te- tKjdenagentur. Gestern abend fand hver die erste Sitzung der französisch-schweizerischen Konferenz der Universitäten dieser bei­den Lärlder statt. Sie wurde von dem Tirektvr der Genfer Universität Tirektvr Raoul Gautier prä­sidiert. Zweck der Konferenz ist, Mittel und Wege zu prüfen, um zu gewissen gleichen Bedingungen in der Jmmotrikulatioli, im Studiengang zu kom­men und einen intellektuellen Gedankenaustausch in den höheren Studier: zu fördern. Tie Ver­handlungen werden die ganze Woche in Anspruch) nehmen.

Annft unb Wissenschaft.

Frankfurter Theater. »

Das altflämischo SchauspielL a n z e l o t und San de rein", eine anmutig dramatisierte Hi­storie, die ahne viel Bekümmernis um Wahrschnn- lichkeitslehre und Psychologie der rein in Tugend den Lebenspreis zuteilt und die Lauheit unter-« gehen läßt (die hübsche Ueberttagung von Fri^rich Marcus Hübner stellt ein schmuckes Bändchm der Jnsel-Büchevei dar), ward tm Frankfurt;r Schauspielhause neu gegeben und gefiel dem kri­tischem Publikum des späteren Jahrhunderts um seiner unverwelkt poetischen Reize willen. Die Bühnenbilder nach Entwürfen vori Ludwig Sievert zauberten eine Welt des Märchens hervor. In der von Richard Weichert illxeiwachten Auf­führung gemahnt Irl. Brod alsschöne, reine Magd" >an ein Gemälde von van Eyck: sympathische Ritterlichkeft strahlte von ihrem Partner, Herrn Karchöw, aus. Molieres LustspielGe o rge Dandin" mutet uns in seinem eigentlichen Ge­halt eher ttagisch an. Wir können es nicht mehr als possenhafte Belustigung empfinden, 'roenn dem einzig Anständigen in diesem Kreis von Frivo­lität und Leichtsinn, von Betrug und Ehrlosigkeiten immer neues Unrecht geschieht. Und für uns gibt der Adel der Geburt nicht im Mindesten das Recht, einen wackeren Bürgerlichen zum Narren zu halten. Ta dachte und war diegute alte Zeit" doch un­moralischer. Erne feinsinnige Inszenierung und flottes Spiel der Darsteller (Jmpekov-ens be­mitleidenswert hilftoser Dandin voran) erregten auch hier gefesseltes Jntereffe. tt.

Vermischtes

Raubüberfall.

Würzburg, 1. Ott. Ter Juwelier K u h- n c r t wurde Montag abend in seiner Wohnung von zwei jungen Burschen überfallen, mit Chloro­form betäubt und niedergeschlagen. Ehe die Räuber an die Ausraubung der Wohnung gehen konnten, tarn Kuhnert ^ur Besinnung' und rief aus dem Fenster um Hilfe. MS Straßenpassanten in die Wohnung etnbrtmgvn, richteten die Einbrecher ihro Revokver auf fick' selbst. Der eine Bursche war sofort tot, der andere starb kurz nach seiner Ein­lieferung in das Jnliusspftal.

Mord.

3 b ft ei n, 1. Oft. Im nahen Wall- robenftein paßte der Sohn des früheren Bür­germeisters, der Färber Wilhelm B a u - man n, seinem 77jährigen Schwiegervater, Christian Kilian, in dunkler Morgen­stunde auf, als er sich von seiner Wohnung in die Wohnung seiner Tochter begeben wollte, und schlug ihn mit einer Mistgabel nieder. Dann tötete er den Greis durch mehrere Stiche in den Leib. Der Grund zu der Blut­tat ist in Familienzwistigkeiten zu erblicken. Der Mörder wurde verhaftet.

Ein Heimkchrcrzug auf einen Eilzug ans- gefahren.

Berlin, l.Ott. (Priv.-Tel.) Der Heim­kehrerzug 6 055, von Tauberbischvfsheim nach der Auflösungsstatioii Eorbethtt bei Leipzig bestimmt, ist derB. Z. a. M." zufolge, heute mor­gen bei Naumburg an der Saale auf den Eilzug 692 aufgefahren, wobei acht Personen schwer verletzt wurden.

Auslandsfahrt des LuftschiffesBodenfee".

Berlin, 1. Ott. Am 7. und 8. Oktober wird das deutsche LuftschiffBodensee, der 93oss. Ztg." zufolge, die erste Auslands- fahrt antreten und zwar von 93erlin nach Stock­holm und zurück. Die Reisedauer zwischen Berlin und Stockholm beträgt rund sieben bis acht Stunden.

Ausschreitungen gegen Neger.

Haag, 1. Okt. (Wolff.) DerNieuwe Cou­rant" meldet aus Omaha «Nebraska) vom 30. September: In der Sonntagsnacht kam es hier zu Ausschreitungen gegen die Neger- bevölkerung. Ein Neger, der beschuldigt wurde einen Anschlag auf ein weißes Mädchen verübt zu haben, mürbe aus dem Gefängnis ge­holt, aufgehängt unb mit Kugeln durchsiebt. Der Bürgermeister, der sich weigerte, den gefange­nen Neger auszuliefern wurde von der erregten Menge mißhandelt und beinahe selbst aufgehängt. Die Bevölkerung unternahm zehn Stunden lang Ueberfälle aus Neger, bis schließlich 2000 Soldaten die Ordnung wieder herstellten. Ein Aufrührer wurde getötet, 56 andere Derinunbet. Man besürch- tet eine Wiederholung der AussckTreitungen.

Kirchliche Nachrichten.

Israel. Religionsgemeinde. Goiles- dienst in der Synagoge (Süd-Anlag^. ^am-3tig, 4. Oktober 1919: 93 e r s ö h n u n g s fe st. Vor abend: 6 Uhr. Predigt: 6.30. Morgens: 7.45. Predigt u. Seelenfeier: 11.30. Nochm.: Schlußpredigt: 5. Festesausgang: 6 40. NE. Während der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet.

Israel. Neligivns - Gesellschaft. Freitag Morgen: 5.00. Nachmittag: 2.30. Sams­tag, 4. Oktober 1919: 93 e r s ö hn u n g s f e sl. Vor abend: 6.00. Predigt, morgens 6.00. Festes- ausgong: 6.38. Wochengottesdienst: morgens 6.30, abends 5.00,

2B e 11 e r n ? t a u v i a g e für wiegend wolkig, zeitweise leicht1 Niederschläge, Tem­peratur wenig geändert. Westliche Wind'.

Letzte 21 a di rieb tcit.

Die Umbildung des Neichskabinetts.

Berlin, 1. Ott. (WTV.) Die Verhandlungen über die Umbildung des Kabinetts führ­ten heute sowohl in der Sache wie bezüglich der Ressorts zu einer vollen Verständigung. Die Temo frateu übernehmen das Ministerium der Justiz, dessen Leiter gleichzeftig mit der Vertretung des Reichskanzlers betraut wird, das Ministerium des Innern sowie das neue Ministerium zur Durch­führung der wirtschaftlichen Friedensbedingungen, insbesottdere des Wiederaufbaues von Nordfrank­reich und Belgien. Diesem Ministerium roerbcii zugleich die wichtigen Ausgaben der Entschädi­gung der Ausländsdeutschen, der Entschädigung der Kolonialdeutschen, der Abwicklung der 93or- kriegsschulden und der Zwangsliguidationeii sölvie der Entschädigung für unsere Handelsflotte zugc- wiesen. Die endgültige Bezeichnung der Geschäfts- abgrenzrmg für dieses Ministerium bleibt Vorbe­halten. Auf Grund dieser Verständigung wird der Reichskanzler im Auftrage des Reichspräsidenten die in der Verfassung vorgeschriebenen Verhand­lungen führen, die, rote angenommen werden darf, noch im Lause des morgigen Tages zu in Abschluß gelangen werden. Minister Dr. David wird dem Kabinett als Minister ohne Portefeuille angehören. Der interfraktionelle Ausschuß tritt wie früher unter dem Vorsitze Payers wieder in Tätigkeit.

Der bayerische Laildt.lg.

München, 2. Ott. (W. BH Der baye­rische Landtag trat Mittwoch nachmittag wieder im Landtagsgebäude, das durch Soldaten der Reichswehr militärisch gesichert war, zusam­men. Präsident Schmidt eröffnete die Sihung mit einer kurzen Ansprache, in der er die Ab­geordneten im alten Heim willkommen hieß. Da- rauf trat das Haus in die Tagesordnung ein und genehmigte die Regierungssorderung von 50 Millionen zum Ankauf von Lebens­mitteln.

Das italienische Kabinett.

Rom, 2.Okt. Nitti hatte heute Unttr- rcbimgcu mit Luzzatti, Giolitti, Salandra, Tu rnti und anderen Parteiführern. Man schließt daraus, daß Nitti das Kabinett durch die Neu­besetzung einiger Ministerposten daiterhafter ge statten will. Die Opposftionspresse greift Nitti toegen der Kammerauflösung in sehr heftiger Weise an.

Die Lage in Albanien.

Bern, 2.-Okt. Nach derAgence Centrale" ist die Lage de r Jta l ie n e r in A l b a n i c n sehr kritisch. Die Italiener erlitten am 21. Sept, eine Niederlage durch die Albanesen, die gegen Durazo und Skutari vorgehen. Sie hatten nur noch die Mitte des Landes besetzt. Ihre Besatzungs- truppen gingen von El Basson nach Valona zurück.

Ungarn.

Berlin, 2. Ott. Wie demVerl. Lokalanz " aus Budapest gemeldet wird, erschienen nm Dienstag Vertreter der Entente beim Minister­präsidenten Friedrich und teilten ihm mit, daß eine Anerkennung feiner Regierung ausgeschlossen sei. Die einzige Regelung sei die Bildung eines Koalftionsläbiuetts. Gleic!>zcittg wurden Vergel- timgsmaß.regeln angedroht, falls diese Forderung nicht erfüllt werde.

WilfotlS Gesunüheitszustand.

Amsterdam, 2. Okt. Aus Annap.ckiS wird gemeldet, daß der Zustand Wilsons sich etwas besserte. Wilson wird Washington ^ur Wieder­herstellung seiner Gesundheit verlaßen. Se­nator Knox berurteÜte im Senat die 93erwen düng amerikanischer Truppen in Dalnratien. Se­nator H i t ch c o ck erklärte, daß die amerikanische Flotte nod) dem Obersten Rat in Paris unter­stehe, wie während des Krieges.

Der Größenwahn d'Annumios.

Rotterdams. Ott. (WTB.) TemNicun»e Ri. tterdamsche Courant" zufolge wird gemeldet, daß d ' A n n u n zio die telegraphische Verbindung zwi­schen Fiume und Agram imterbvochen und frer ftanzösischen Mission mitgeteilt hat, daß er sich mit Südslawien im Kriegszustände be­finde.

Der Achtstundentag in Spanien.

Ain sterdain, 2. Ott. (WTB. > TerTimes" wird aus Madrid gemeldet: Am 1. Oktober wurde der Achtstundentag für ganz Spanien ein- geiührt.

Der Secmannsftreik.

Hamburg, 2. Ott. (W. B.) Wie in den meisten größeren Hafenstädten, haben auch in Ham­burg die Abstimmungen auf den 9Berften über den von dem Schlichtungsausschus; ge­fällten Schiedsspruch eine Ableh­nung ergeben. Der Spruch enthielt u. a. auch die Wieder Aufnahme der LMordarbeit, die von dem Ausschuß als notwendige Voraussetzung für das Wiederaufblühen der Wertteil bezeichnet wor­den war. Von 10 392 in Hamburg abgegebenen Stimmen waren 4974 für und 6318 gegen die Annahme des Schiedsspruches.

vehördliche Anzeigen.

Bekanntmachung.

In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma L. Friedberger Söhne Aachs, in Gießen eingetragen: Das Geschäft ist mit Wirkung vom 1. September 1919 auf (Emil Wolff als (Eintel. Kaufmann übergegangen mit Aktiven unb Passiven unb bem Recht der Weiterführung bet bisherigen Firma.

Gießen, den 27. September 1919. 11320B

Hessisches Amtsgericht.

ömtehen M irl

wtrt tle Irthl'seke Ualv.-Druekerel, B. Laag«, »leßes

Bekanntmachung.

In unser Hanbelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma Linden-Apotheke in Großen- Linben eingetragen: Die Firma ist mit Wirkung vom 24. September 1919 mit Aktiven und Passiven und dem Rechte der Weiterführuna der seitherigen Firma auf Wilhelm Schlich Witwe, (Elisabeth geborene Petn von Großen-Linden als Alleininhaberin übergegangen.

Gießen, den 25. September 1919. 11321B

Hessisches Amtsgericht. _____

la. Aufnehmer

in grau Mk. 2.75 u. 3.25, weiß , i.75. (9709 Franz Bette,' äiigbiirg1'>-

Wer arbeitet

Lochstickerei

ii. zu welch. Preis? Schr. Ang. n. 018487 a. b. G. At uiiiiiiiiiiniiiiuiiiiniiuiuiiiiiiuiiiB

Bekanntmachung.

Vetr.: Motoren-Anschlüsse; hier: 9)etriebsein- schröukung.

W gen unzur iijer.ter Strcm'.iefcri m fettend des staatlichen Kraftwerks Wöl'erSh-im sehen wir uns veranlasst, den Betrieb v n Motoren jeder Art in der Licht zeit von Eintritt der Dunkelheit bis abends IOV2 Uhr zu »erbieten.

Sollte festgestellt werden, daß Motoren in dieser Zeit benutzt worden, so wird deren dau­ernde Abschaltung b-is zur regelmäßigen Stromlicferung seitens des Kraftwerks Wölfers­heim erfolgen. 11345B

Friedberg, den 1. Oktober 1919.

Elcttrische Ueberland-Anlage der Provinz Oberhcssen.

Die Direktion: von Stadler.

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