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Mittwoch, 2. Juli W9
Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen)
Zwettes Blatt
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von
(j5^jrr77r-rli!it6 der Höhe des Erbanfalles statt, und Äiffltlll II I Uießlich wird die Höhe des bei dem Erwerber 7 . bereits vorhandenen Vermögens berücksichtigt.
TDirWi!
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|j MD,nst “Ä*"1 H Erwerbs steuerpflichtig ist, und daß bar* reich' ab Ä 8”- über hinaus ein Erwerb, der Ehegatten, Ab- C: __ (Sebrflbet M lömmlingen, Eltern oder Voreltern zufällt, a- ....... nllT insoweit steuerpfl chlig ist, als er den Be-
Fahrrad-; trag von 5000Mark übersteigt.
Zubehöre
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Die Lrbcmfallsteuer betrügt
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200000 Mark
weiteren Beträge
Fortsetzung 3.
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für die weiteren Beträge . .
Die Steuer erhöht sich
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Wesentlich ist ferner, daß allgemein nur der dm Betrag von 500 Mark übersteigende Teil
in der Steuerklasse i |n |iii|iv। v |vi vom Hundert
600000 Mark --1O4OO Mark
Der Gesamtrohertrag der dem Entwurf in Aussicht genommenen
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. Im einzelnen gibt über die Steuersätze dcr 8 25 des Gesetzentwurfs Auskunft, der olgendermaßen lautet:
sam stammelte:
Tie junge Gräfin kommt nicht, die gnädige Großmama hat es strengstens verboten. Gräfin
—-d liest Großmama -vor und —" nr«t vutr iud an utn a/vcifwitiaunut, iuiv „Ta wttl sie nicht einmal kommen, der ein*
dar empfehlen, zu verkaufen, so bleibt Ihnen' zigen Schwester einen Abschiedsgruß zu sagen i
Wettervoraussage
für Donnersta g
Vorwiegend bedeckt, zeitweise Regenschauer, Temperatur wenig geänbert, Wi.idc aus wesllicher Richtung.
bfl. 811 JCL
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Tt-ledentoancr „Nipala mr raschen, splltloirn icitiflunn iettiner, ö!i| barziqer rc. Rieden. Jnilnndsetz. und 2lnjst im Ecbranch brlMin Kleidung dirne die?i anzuarets. Flasche A\ E. Fi-chbach, .
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Für die ersten angefang. ob. vollen 200000 MK. des steuerpflichttNachlatzvermög.
für die nächst, angefang. od. vollen 3OOOOO „ l ...... 500000 ff :
... . . 1000000 „ -
ix die ersten angefangenen ober vollen 20000 Mk. des steuerpflichtigen Erwerbes Lr die nächsten angefangenen ober vollen 30000 Mark Brbie nächsten angefangenen ober vollen 50000 Mark lirdienächsten angefangenen ober vollen 100000 Mark
Kagna Svendburg
Roman von Anny Wothe.
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krbieten zu können?
Etwas wie ein leises Lachen stieg in Ragna «wvr. .als sie der AMwort gedachte, die sie heute
Die bneA« ÄW die 9,ni,,h{n jur
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Gttthestra^
ihren eigenen Weg gehen, bte sich nie zwmgni lassen. Im übrigen schlagen Sie einen Ton m Ihren Briefen an. der in „unfern Kreisen", auf welche Sie so hohes Gewicht leyen, nicht üblich ist, und der mir verbietet, wettere Zuschriften von Ihnen zu empfangen und zu geben.
Beispiel.
Mark = - Mark
, = 2000 ff
, = 6000 „
„ = 2400 „
wirklich nicht den Weg zu Fuß r schwerlich bei den Schneemassen.'
„Mir ziemt es jetzt wohl zu Fuß zu gehen, Chasa. Im übrigen habe ick kein Recht, Pferde und Wagen des Grafen Svendburg zu benutzen. So leb' denn wohl, Erik mag mich bis »um Schiff« begleit en, bald werde ich ganz, ganz allein meinen
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Schachte ssö jertilMg.mriiricil-1 Eierschale ,gr 6 bis t8 Stü-k^ empfiehlt I
Die Erbanfallsteuer wird nach dem pecsön- ' chen Verhältnis des Erwerbers zu dem Erb- lasser in sechs Klassen erhoben. Zur ersten die niedrigsten Steuersätze ausweisenoen Klasse gc- kstender Ehegatte und die Kinder, wobei hin- jichtlich der unehelichen Kinder der Mutter und der vom Vater anerkannten unehelichen Minder eine verschiedene Behandlung nicht mehr begründet erscheint. Die zweite Steuer- llasse umfaßt Abkömmlinge der Kinder, die übrigen Steuerklassen entsprechen den des bis- Ifrigen Gesetzes. Abgesehen von der Staffs ung nach dem Verwandtschaftsgrade des Er- verbers zum Erblasser findet eine Staffelung
„Arrogant und frivol," sagte fie mit zuckenden aoven, das Briesblatt zusammensaltend. „Tiefer jirtef soll mir eine Stütze sein, wenn meine Mache Kraft zu erlahmen droht, er soll mich |oft»mcn, mich wenigstens frei zu marbeit von te Vormundschaft dieses verhaßten Menschen und Nm dem Joch der Konvenienz, unter dem Tausende leinet Mitschwestern schmachten."
I Tief auffeufzend preßte Ragna die Stirit gegen Rt kühlen Scheiben.
War es eigentlich nötig, so aufgeregt über frei Vetters Äries zu sein? Des Vetters, oer nie gesehen und bei auch sie nicht kannte, Ikr so lächerlich dumm sich anmaßte, ihr etwas
Letzte Nachrichten.
Di« Vermögensabgabe.
Weimar, 2. Juli. (Deutsche Allg. Ztg.) Ter Entwurf über die große Vermögensabgabe soll der Nationalversammlung erst im Herbst vorgelegt werden. Der Ertrag soll, vor allem zur Tilgung der Reichsschulden bienen. Die Vermögensabgabe kann hauptsächlich in Kriegsanleihe erfolgen.
Der Streik in Berlin.
Berlin, 2. Juli Der Groß--Berliner B er- kehrsstreik wird sich auch aus dre Omni- bus-Angestellten erstrecken, so daß die Reichshauptstadt von heute ab nur noch aus Auto- und Drvschkenv.rkehr sowie auf Hilfösuhrwerke angewiesen ist. Tie Streikleitung hat neuerdings auch die Beförderung von Postpaketen durch tue Straßenbahn untersagt. Die mangelnde Zufuhr infolge des Eisenbah.ierausstandes hat die Kohlenstelle Berlin veranlaßt, eine weitere Koh le n - Verteilung vorläufig aufzus ch i e b e n. — Tie Sritung des Verbandes deutscher Bank- a n ge st e l l t e n hat den Proteststreik der Bankbeamten anläßlich der Verhaftung von Emonts abgesagt, weil der Verband die Arbeitsnieter - legung in diesen kritischen Tagen für einen überaus schweren wirtschaftlichen Schaden hält.
Der n«ue Chef des Generalstabs.
Berlin, 2. Juli. General von Seeckt wird die Leitung des Generalstabes übernehmen
Einrückrn von Re^ic ungstruppen in B i?lefelÄ.
Berlin, 2. Juli. In Bielefeld sind nach der „Morgenpost zur Wiede, h rflelung von Ruhe und Ordnung Regierungstruppen ein» gerückt. Sic besetzten oh.te Widerstan d die öffentlichen Gebäude. Sechs Rädelsführer wurden verhaftet.
Gewalttätige Arbeiter in Rothenburg a. d. T.
Berlin, 2. Juli. Wie das „B. T." meldet, wurde die Tagung der Tarifkommission der Schauspieler- und Direktorenverbände in Rothenburg (Tauber) gestern nacht durch Eingreifen der Arbeiterschaft gestört. Mehrere hundert Arbeiter besetzten berde Rothenburger Bahnhöfe. Abordnungen begaben sich ins Genossenschaftsheim Wildbad und durchsuchten Gebäude und Anlagen vergeblich nach Lebensmitteln.
Memel.
Berlin, 2. Juli. Laut ,LZ. Z." hat die Stadt Memel zu viZeichen der Trauer üb’r die Abtrennung vom Vaterland die Flaggen halbmast gehißt.
Der Gothaische Radikalismus.
wennbasoor dem Crbanfall vor.
L handelte Vermögen des Er.
I w«rberslOO0OOM.,aber nicht
I 200 000 Mk. übersteigt, um 10 v. tz.thres Betrages kenn es 200000 Mk., aber nicht
300000 Mk. übersteigt, um 20 w , ,
wenn es 300000 Mk., aber nicht
[ 500000 Mk. übersteigt, um 30 „ , ,
fuenn es 500000 Mk., aber nicht
[ 1000000 Mk. übersteigt, um 40 „ , ,
exnn es 1000000 Mk. über.
| steigt, um...........50 w „
Bei einem Erwerbe, der vor dem 1. April i!94O anfällt, wird die Steuer für jedes volle Mr von diesem Zeitpunkt um 2 v.H. ihres Betrages ermäßigt.
Die Ermäßigung, die nach dem §25 |ki einem Erwerbe, der vor dem 1. April 1940 unfällt, vorgesehen ist, soll Unzuträglichkeiten tmsschließen, die sich aus einem Zusammentiessen der großen Vermögenssteuern und der kvanfallsteuer ergeben können.
Für die Berechnungen der Erbanfatl- 1 teuer möge folgendes Beispiel dienen:
Anfall von 100000 Mark an ein ehe- ßfches Kind des Erblassers, das bereits ein Wrmöaen von 200000 Mark hat.
,,So bring beim meinem Herzenskinde tausend Grüye, Chaja," sagte Ragna weich, energisch die buntte Pelzmütze auf das blonde Haupt drückend und den hohen Kragen der Pelzjacke schließend, „und sage ihr, daß ich sie stets lieben und sie nie vergessen werde. Ist der Weg frei zum Schiffe?"
„Ter Erik hat Bahn gefegt, gnädigste Gräfin, das Gepäck ist bereits dort, aber Gnädigste sollte "" zu Fuß machen, et ist be-
Borge«,jj 19il bCNÄ’,.
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so schweren Stunde!"
Chaja bedeckte die Hände Ragnas mit ihren Küssen und Tränen.
,/D, daß ich es sehen muß, daß unsere junge Gräfin so hinauszieht in die Welt," schluchzte sie, „so, als wäve sie eine Ausgestoßene, Verbrecherin, sie, die doch so viel besser ist als die alte, gräfliche Gnaden und das hochmütige Fräulein Schwester."
„Still, still, Chaja, du darfst nickt so reden," wehtte Raana oer treuen Alten, „du darfst Sigrid das nicht so anrechnen, sie steht ganz unter dem Einfluß von Großmama und wagt keinen Widerspruch. Aber du hast fie ja dock auch lieb, meine kleine Schwester, hast sie wie mich aufwachsen sehen, hast dich für fte gesorgt, wie für mich, hast sie gepflegt uno auf deinen Armen getragen, und um dieser Liebe willen bitte ich dich, verlaß Stgrtb nicht. Wache über fie, und weicht sie vom Piade der Pflicht, bann nenne ihr meinen Namen, rurc ihr all meine Liebe ins Gedächtnis zurück, und sie wird umkehren, trifft fie aber ein Leid, so rufe mich au ihrem Schutze Hier auf diesem Blättchen findest du e n: Adresse, unter bet mich ein -lei gramm jeder Zett erreicht. Avec niemand dan ahnen, wo ich bin, vor allem nicht Graf Svendburg, hörst du, Gfjaia?" .
Tie alte Frau schwur unter .Tranen und Schluchzen tausend Eide unb küßte immer wieder zum Abschieo Ragnas Hände.
düng herauskommt, so ist der Erbanfall nicht st e u e r p f l i ch t i g. Auch auf arbeitsunfähige Erwerber mit kleinem Vermögen bzw. Erbanfall ist im § 30 Rücksicht genommen.
Entsprechendes wie für die Erbanfallsteuer gilt für die Schenkungssteuer, die auch auf alle sonstigen, ohne entsprechende Gegenleistung erhaltenen Zuwendungen unter Lebenden (Vermögensü ergäbe) ausgedehnt ist. Es mußte jedoch hier rückwirkend auch für eine Besteuerung derjenigen Schenkungen (Bermögenszerfchlagungen) Sorge getragen werden, die gerade auch unter nächsten Familienangehörigen in Erwartung der kommenden .Erbschastssteuer vorgenommen worden sind und eine vorweggenommene Erbteilung darstellen, und zwar erschien es zweckmäßig, hierbei auf die Zeit bis zum 31. Dez. 1916 als dem Stichtag oer letzten Besitz- und Kriegssteuerveranlagung zurückzugehen: Die nach dem gleichzeitig vorgelegten Gesetz über eine Kriegsabgabe vom Vermögenszuwachs zu zahlende Abgabe soll hierbei angerechnet werden.
Die Nach laß steuer ist eine Steuer vom Nachlaß als solche ohne Rücksicht auf die Personen, auf die er int Wege der Vererbung übergeht. Als Nachlaß gilt das gesamte Vermögen des Verstorbenen, das bei seinem Tode vorhanden ist, und zwar:
Grundvermögen (Grundstücke einschl. des Zubehörs),
Betriebsvermögen (das dem Betriebe der Land- oder Forstwirtschaft, des Bergbaues oder eines Gewerbes dienende Vermögen),
Kapitalvermögen.
Dagegen gelten nicht als steuerbares Nachlaßvermögen Möbel, Hausrat und andere nicht unter den Begriff Kapitalvermögen fallende bewegliche körperliche Gegenstände, sofern sie nicht als Zubehör eines Grundstückes oder als Bestandteil eines Betriebsvermögens anzusehen sind. Von dem Nachlaßvermögen sind abzuziehen die vom Erblasser herrührenden Schu.deu und die in 8 9 des Entwurses bezeichneten Kosten.
Die Nachlahsteuer beträgt:
toritraiic 29, Ed. kuth. -JJlarbit
®en.-^i'tr. S. Ki für die nächsten angefangenen
d-im. Friedberg *»-«•
Weg gehen " .. . ,
Wehmütig umarmte )ie noch einmal die treu«? Tienerin, dann fchrttt fie, das Haupt tief gesenkt, durch den verschneiten Park hinab zur Msle, wo ein stolzes Schiff vor Anker lag.
Ter Diener Erik stampfte hinterdrein, und die anderen Diener und Dienerinnen des Schlosses guckten ihrer stets so gütigen und gerechten Herrin nach, als ginge sie einen Todesweg.
Noch einmal blickte fie zurück, ein leises Winken mtt der Hand, .ein stilles, freudloses, wehmütiges Lackeln, bann war auch das vorbei. Sie sah nicht mehr, wie sich ein Kinderantlitz fest gegen die Scheiben des Turmgemaches preßte unb Ijrrtr nicht mehr wie Sigrid gellend ausschrie:
„Großmama, sie geht wirklich, Ragna geht, und du sagtest mir doch, sie würde nicht gehen. £. mein Gott, wie schlsht, wie erbärmlich schlecht bin ich doch, ohne Gruß, phne Abschied ließ ich sie ziehen! Ragna, mein guter Geist, verlaß deine arme, kleine Schwester nicht!"
(Fortsetzung folgt)
Für die Berechnung der Steuer ist zu beachten, daß von dem Nachlaßvermögen stets der Betrag von 20000 Mark vorweg als nicht steuerpflichtig abzuziehen, und daß im übrigen auch hier der Grundsatz dec Durchstaffelung durchgeführt ist.
Die Nachlaßsteuer für einen Nachlaß in Höhe von 600 000 Mark würde danach, um ein Beispiel anzusühren, sich folgendermaßen berechnen:
etbalt ' im
6000 Mark + 10 ö. 6- • • • 500 .
5500 Mark
Gotha, 2. Juli. (L.A.) Tie aus drei Unabhängigen bestehende Regierung legte ber Gothaer Lande s Versammlung den E n t- rour r einer Verfassung vor, durch die das reineRätesystern feftgeejtweiden soll. Unter den wichtigsten Bestimmungen sind folgende: Tie vollzieh.'nde Staats» walt wird von den A.- und B.-Räten ausaeübt. Tie RegierungSgeschäs e führt der Rat ter Boiksteaustrag en, bestehend aus drei Mitgliedern. Tie Küche wird vom Staat, die Schule von ter Kirche getrennt. Religidnsunter- richt wird nicht mehr erteilt. Privatschulen sind verboten. Ta im Landtag die Unabhängigen mit 10 gegen 9 Stimmen die Mehrl?eit haben, dürfte dieser Entwurf angenommen w.rden.
♦
Das Los der deutschen Kriegsgefangenen.
Bern, 1. IFuli. (WTB0 Ein stark zensurierter Arttkel des „Populaire" beschäftigt sich mtt dem Los der deutschen Kriegsgefangenen im Nes le-Gebiet. Tie (befangenen seien un- 8 tote die Schweine. Tie Ernähmngsver-
: sollen furchtbar fein. Tie Zensur hat aus diesem Abschnitt des Artikels nur den Vergleich mit den gelben Arbeitern, die in ter gleichen Gegend sich befinden, stehen lassen.
Englische Stimmen gegen den FrirdenS- vertrag.
Stockholm,!. Juli. (W. B.) Wie Branting aus London telegraphiert, werden auch in konservativen englischen Kreisen Stimmen gegen den Friedens v er t r a g laut. So schreibt Garvan im „Observer": Gewalt, mag
sie sich nun- Mttttarismus oder BolscheiviSmus nennen, kann nur den eigenen Untergang vor bereiten. Auch in ter letzten verbesserten Form kann der Friedensvertrag niemals ohne Revision bestehen bleiben. Tie Alliierleu haben bat Sieg Überkapttalisiert und dadurch alle reaktionären und anarchistischen Kräste ermutigt.
Vertrag zwi'chen England und Frankreich über Kamerun und Togo.
Am sterdam , 2. Juli. (WTB.> Ter „Tete- graaf" meldet aus Paris, daß die Verhandlungen zwischen Simon unb M i l n e r über K a in c r i! n und Togo zwiscten England und Frankrcich zu einer Einigung geführt haben. Tie Temarw twnslinie bleibt ungefähr so, wie sic im Derbst 1916 festgesetzt worden ist. Frankreich erhält die Hauptstadt Togos, Lome und V< ovn Käme tun mit Tua la unb bem ganzen Eisenbahnnetz. Frankreich tritt einen wichtigen Teil von Togo, dessen Einwohner Anschluß an die englische Käste suchen, ab.
Das Standrecht Über Riga.
Königsberg, 2. Juck. (L.A.) Graf Goltz verhängte infolge grober Ausschreitungen, bei teilen es Tote unb Verwundete gab, über Riga das Stanbrecht unb ernannte den Mm er Sixt von Arnim zum Gouverneur von Riga
Die Demobilmachung in Frankreich.
Bern, 1. Juli. (WTB.) Wie „Progräs de Lyon" meldet, fand zwischen Clemenceau, dem Unterstaatssekretär Teschamps unb General Pö^ tain eine Unterredung statt über die Bedingungen, unter denen eine Demobilmachung erfolgen könne. Ter Staatssekretär für die Demobilmachung schlug vor, daß man die Jahrgänge 1907 bi? 1909 sofort demobilisiere. Der „Matin" protestteri dagegen, daß Clemenceau wegen ter Ereignisse nur 2—3 Jahrgänge frrigeben wolle. Durch diesen überb.-toaffneten Frieden gebe die Regierung den Konkurs des Friedensvertrages zu und wiederhole den alten Fehler. Wie der .^Intransigent" ergän zend mitteilt, verlangte der Kommissar für die Demobilmachung die sofortige Demobilmachung und staffelwrife Entlassung ter Jahrgänge.
Ungarn und Tschechoslowaken.
Budapest, 1. Juli. (W. B.) Corr.-BureaU. Die Rateregierung veröffentlicht einen' Aufruf an alle Soldaten der Roten Armee, worin gesagt wird, die Interessen de^ proletarischen Vaterlandes machten es notwendig, nicht weiter vorwärts zu gehen, sondern einen Teil bet in ruhmvollen Schlachten eroberten Ge biete zu verlassen-und sich auf ein anderes Ge biet zu begeben, das gegenwärtig die räuberischen Truppen ter rumänischen Bojaren besetzt hielten. Man weiche nicht vor den tschecho-slowakischen Imperialisten zurück, man habe es mit ter ge- gesamten Macht der französischen, englischen unb amerikanischen Goldkönige, die ihren großen Sieg ausnützten, zu tun. Die Truppen würden zurück^ gezogen, um das proletarische Vaterland retten äix können. Man ziehe sich an die Grenze zurück, vie die sich in ine Welt teilenden Räuber bezeichneten. Trotzdem sei ter Kampf nicht vergebens gewesen, denn an Stelle der von test Tscliocho-Slowaken besetzten Gebiete erhalte das proletarische Vaterland das viel fruchtbarere teru^ ungarische und an Botenflache größere Gebiet jenseits ter Theis, von wo die räuberischen Horden ter rumänischen Bojaren auf Befehl ter Entente hinaus müßten.
Strine Massenhinrichttingen in Budapest.
Wien, 1. Juli. (Korr.-Bur.) Tie ungarisch.: Gesand! schäft sowie tee italienische Mission erklären die Blättermelbung von Massenhinrichtungen in Bubapest für unbegründet.
Bern, .1. Juli (WTB.) Wie die „Neue Zürcher Zeitung" meldet, hat die ungarische Rateregierung unter dem Eindruck der italienischen Intervention die Hinrichtung der verhaf teten Gegen revolutionäre unter lassen. Die Mehrzahl der 2000 Gefangenen ist aus ter Haft entlassen worden.
französisch-amerikanische Prügelei.
Haag, 2. Juli. (L.A.) Ttt Pariser Ausgabe ter „Chicago Tribüne" bringt die Nachricht, daß es in B re st zu ern ste n Zusammenstößen zwischen französischen Marinesolda- ten und amerikanischen Matrosen gekommen ist, wobei es viele Bettountete gab.
Luftschiffahrt von England nach Amerika.
London, 2. Juli. (WTB.) Reuter. Das L u f t s ch i f f R 34 ift um 1.48 Uhr Greenwicher Zeil von Schottland nach Amerika abgefahren.
Mwurs eines Lrbschaftsfteuergesetzes.
Der Entwurf eines Erbschaftssteuec- ^setzes, der nunmehr dec Nationalvecsamnr- :nng zugegangen ist, bringt die Ausdehnung dec bestehenden Bestimmung des Ec- lytrbs von Todes wegen (Erbanfallsteuer) aus Ehegatten und Kinder unter erhöhter Heranziehung der sonstigen Erbanfälle, eine liltsprechende Erweiterung der Scheu- fungssteuer sowie eine ergänzende Nach- „ßsteuer, die unabhängig von der Erb- -nfallsteuer von dem ungeteilten Nachlaß erhoben wird.
H«pieB V
»Ile wtiti.-ea
Arbeit ebwjBBU
Abteilung för ^Hognpiue
Ragna, Gräfin Svendburg.
Ter Brief war fort, nichts ließ sich daran ändern und doch grübelte Ragna immer wieder unb wieder Über den Inhalt nach .
Fast gewaltsam zwang sie endlich ihre Gedanken Mherliegendem zu, als die Uhr langsam zu schlagen begann.
„Es wird Zett," sagte sie, tief ausatmend die Klingel ziehend. „ .
Eine alte Frau mit grauem Haar trat Mixend über die Schwelle.
„Gnädigste Grästti befehlen," sagte sie unterwürfig, aber es war, als bebte die etwas rauhe Stimme ganz leise vor innerer Bewegung.
,Lat Großmama sich entschlossen, mich zu empfangen, Chaja?"
„Nein," nur zögernd kam das Wort aus bem Munde der Dienerin.
Ragna errötete, aber voll äußerer Ruhe sagte sie zu ihrer alten Amme:
„So lasse ich die Gräfin Sigrid bitten, sich einige Minuten hierher iu bemühen, ich will ihr doch wenigstens ein Abschiedswort sagen."
Ragna stockte, mit großen, starren Augen blickte sie auf die abwehrende Landbewegung der Dienerin, die, in Schluchzen ausbrechend, müh-
Jn den §§29 bis 31 ist eine Reihe besonderen Bestimmungen vorgesehen. Wenn z. B. ein Erwerber dec Klasse I oder II durch den Erbanfall lediglich aus einer V e r schul-
oas ia unbenommen, ich aber gehöre zu denen, die i Hat sie bir auch nichts für mich ausgetragen, Chafa^ ----«>— —nichts?"
Tie Alte schüttelte trüb den Kopf, „nichts, gnädigste Gräfin, nichts."
Ragna stöhnte tief und schmerzlich auf und preßte das Haupt in beide Hände.
.Mein Liebling," flüsterte fie, „mein einziger Siebhna, auch du, die ich geliebt, wie mein eigenes Leben, ou wendest dich von mir. Nicht einmal einen Gruß, einen Blick in dieser letzten, schweren, ach
‘S&S'i
’ Egender Ette, gleich !*■ auf Papier gcroorfe
Herr Graf!
. Bei Abfassung Ihres Briefes haben Sie wohl &bt bedacht, daß es nicht Sigrid, Ihr Mündel, t dessen Entschließungen Sie beeinflussen können, Fibern daß ein freies, selbständig denkendes We- h, wie ich es bin, in feiner Weise Ihrem Einfluß ptersteht. Ich spreche Ihnen jedes Recht ab, sich 6 meine Angelegenhriten zu mischen, wie ich jede cilSe Jhrersrits ablehne. Wemi Sie es für vor- l-tetcr halten, sich von fremden Menschen, die Köllig mtt uns venvandt sind, für die wir aber iscuuih lifit die geringste Sympathie fühlen, erhalten zu Sigrid FIMlt, oder sich an den Meistbietenden, wie Sie „3 tllIT zvx iw KarlrtnIn fxf Qfbtum • 21
nach
_____ __________ ____________ Be-I steuerung wird auf etwa 700 Millionen Mart^ jährlich zu veranschlagen sein, wovon etwa 100 Millionen Mark auf die Nachlaßsteuer, der Rest auf die Erbanfall- und Schenkungs- ftru?r entfällt.


