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tmfettn SanbfTcuten nach 3kuxm aroneiben fifcfet, kann überteugt fein, das er feine Heimat nickt viederfieht, dafür sorgt Formosas mörderisches Klima, dafür sorgen die Feuer roaffen und Gist- vicile der dortigen Eingeborenen.

Briefe ans Metz.

Ein Le'er unseres Blatte- stellt uns Notizen «rS interessanten Bcieen zur Perfü iitng, die Ende Februar aus Metz abg -schütt worbe.'. l'mb imb unÄ über die dortigen BerbLltmfs.- unterrichten. Wir entnehmen pcrlge.ibe Zu'ammenstcllirng

L Allgemeines: Bei den Alcketttfchen lil mit Rücksicht auf den brloii crnnrteten Präli- mirarfriebtn eine to f. ungsvol erc Stimmung Sie hoffen, ihre M 3 bel hercuiszube kommen uns auch enter Liguidalion ihres Vermögens zu entgehen. «'Anmerkung der Absckr.: Nach euter neueren Mel­dung desMa in" Ixit die Ktrmmer ein Ofesctz angenommen, nach dem über die Möbel der Deut­schen zu Ctfunfte:i dec Obdall< >sen aus Nordwank- reick »trügt wird. Die Möbel erscheinen hi«t- nack verloren. Die inzwischen auch ausgennesenen Dos, beamten durften Möbel mitnehmen, doch be­kamen manche nur zu zwnen je einen Waggon, so bflh viele Stücke zurückbleiben mufttnt Tie Eisen­bahner können rru-b ihre Sachen mitn hnen. B - sonders guten Eindruck hat der Aus all der Wahlen zur Nativ"alVersammlung in Deutschland auf die Metzer M.derttsckien gemacht. Bei den Emheimi- scken ist die festliche Stimmung verflogen! Es wird daS vor allem auf die gedrückt wirtschaft­liche Lage, die TeuerungSverlfältm sse und die düstere Zufiinft von Weinbau und Landwirtschaft zurückgc führt.

II. Zeitungen: Dab^nd die französischen Zeitungen von Metz in ihrem Fabrwa'ffr geblie­ben sind, bat die einzige in deutscher Sprache er­scheinende Zeitung, bi*SotTnTigrr BolkSzeitung" unter Leit'mg eines Freunbes von Wetterle, des Dr. hackspiw. in den letzten Tagen und Wacken eine sehr erwrg f<f»? Svracke gefunden Die Ver­wunderung darüber war bei den Al deutschen all­gemein. DieVolkszeimng" hat einen energischen Kampf ausgenommen für die Er^l'ung des for- sesfionellen Charakters der Sckrule, gegen die ^rdyntreimimg, für die Deik Haltung der jetzigen Beamteng^höl»er, für Beseitigung des Schrw'hes mtf den Straften gegen daS llnmrstSndiw' Ver­halten der französischen Soldaten <rrf den Strafen ^Verrichten bet Nvtburst aut öffentlichen Straften). Diese Zeitung hat auch tregm den Teuerimgsver- l«st nissen ständig Nage oe'übrt Zu erwähnen ist besonders noch, daft sie Me gering? Meldung Ein­heimischer zum Nich erdie-rst auf bte s^/echten ffan- f.ösischen Gehok Sverchältni se zurückführt.

III. Gerichtswesen: Das Gerichtswesen ist materiell noch nickt in Betrieb genommen. Die Achter imb Staatsanwälte bes Landes sind An­fang tVebntar in ffolmar gemeinsckas's-ck vereidiat worden. Die GerichtSschreiber und Meh'r Anwälte fmb letzten Montag (24. Februar) in Der Sitzung deS Landgerichts vereidigt worden. M war dies tzio Eröffnungssitzung, welche mit einer gewissen Feierlichkeit umgeben wurde. Die deut scken ökickter und Staatsanwälte sind durch Verfügung vom 30. Hannar 1919 als in ihrem Amter setzt betrachtet worden. Sie erhalten nach bicfer Verfügung ab L. Feckrnar 1919 keinen Gehalt inehr. I>edem Richter und Staatsanwalt nntrbe die Verfügung als eine Art EntlassungSnr- ? u n b e zu gestellt. DaS Amtsgericht Metz hat über­haupt noch Trine Tätigkeit begonnen Die GerickttS- schreiber brutsckwr Abstammung würben zum 1. Fe­bruar 1919 ohne Gehalt suspendiert, aber nicht «entlassen. Eine Anzahl derselben hat sick um Ent- lassungSurkimde an die französische (Behörde ge» wandt Mehrere GerichtSschreiber, z. B Aktuar Petri imb Sekretär (bubet vom Amtsgericht, sind in den framdfjfrfien Dienst Übernommen worben, nlnnohl sie Altdeutsche sind: man nimmt an, baß dies aeschelirn ist, weil sie mit einheimischen Frauen verheiratet sind.

[V. Pensionen: Seit bem 1. Februar 19 werden an die Pensionäre deutscher Ab - flammungbiTenftonenntrfitmcbrbe* zahlt. DaS trifft sowohl Staats- wie städtische Beamten. (Deutsche städtische Beamten werden auch kurzerhand entlassen und abgeschoben.) An bet Steuerkasse, wo die Staatsbeamten ihre Pensionen holten, hing ein Schild, auf welchem eS hieft, daft bi- zu c*ncr neuen v6ntfrfwninmg an Altdeutsche Pensionen nickt mehr be<ah(t würden. Eigentüm- 'ficbcrmcifc haben aber Altdeutsche, fbte mit ein­geborenen Frauen verheiratet find. z. V. der Post­beamte Vntcraugc in Metz-Ost, ihre Pension auf Antrag erhalten und zwar hauptsächlich auf die Begründung hin, ihre Frauen wollten nicht rack Deutschland! Die deutschen Pensionäre sind durch die Entziehung der Pensionen natürlicherweise in «ine ganz entsetzliche Notlage gekommen Sie ver­schaffen sich Geld durch Darlehen, Verkauf der Möbel usw. Arbeitsgelegenheit für sie ist nicht vor­handen!

V. Zwang-verwaltung: Die Zwangs- verwaltirng bnitfcfirn Besitzes ist prinzipiell ge­regelt worden. All.' Gitllxiben bei Notaren. ssv- richtSvollziehern. Banken, Sparbrssen sind beschlag- nahmt, fiäwit sic Deutschen gehören Die Dank^m uhr. zahlen daher auch au Deutsche nichts mehr ans. <Amn. b. Absckr : nach einer Mittei'nng der Nls. Bankges. in Diedenhosen wird au- bcutfdien Guthaben mich an Einheimische nich-S ausgrzahlt 1 ES wurde betanntgracbcn, daft diele Au Gablungen rm Bedürfnissalle durch den Lmckosgericknsvräsi - deuten gcsta 1r> werden könnten, angeblich ist dii fetzt kein einziges dwartiges Gesuch bomitTvjrtrt worden. sAmn. d. Absckr : Straßburger AuSge- toiefcnt, die am 26. 2. in Offenburg aukamen, er- aäMten, daft in Straßburg an Bedürftige, die ein Guthaben batten, v-sn diesem 500 ^?Nk. misgo^ihlt worden seien. Aufterbrm bade jeder Erwachsene 2000 Mk und teW 5hitb 1000 Mk mituehinen dürfen Dies bestätigten auch die Ende Pnbntar and Tiedeudosen Ausgewtz scnen.) ES wrbe unter der £ymb erzählt, daft die Metzer Sparkasse bei Vorzeigung der Rriieerlaubnis nach Deutschland 2000 Mk in Franken auszadle. Ein Ptoviant- heamtcr, der mit hem Austvandererzu^ am 19. 2. lvegjuhr. erNäitr. daft er trotzdem nichts bekom­men habe. ES sind eine ganze Reihe von Deut­schen be». ihre- Gesamtvermögens unter Zwangs- Verwaltung gestrNt. Es-ien dies in Mer 15 biS 20 Persomm sein: hauptiächlbch wurden solche tjetoinü. die deutsche Zwangsverwalter waren, aber auch solche, die den Franzosen voiitilch unbequem waren, inäbefonberv audi Ansgewiefenr Die Zwangsverwaltet geben im alljrmcmen milde vor, nur einzelne Fälle von Schroffheit, » B Versuch der Entziehung des Ga-Verbrauchs denn Forst­meister Schröder sind betaunt g-nvorden. Zwangs- Verwalter luurben vor allem Rechtsanwalt, ivic Samuel und Schamann.

DirtschaftlicheS In Metz herrschen noch Teuerungen und Wucher. Der Bürgermeister Prevel hat sich infolgebeften oeranlast gesehen, einen stammenden Ausruf an die französischen Geschäftsleute zu richLu, m welchem er sie er­mahnt, sich anständiger Preise zu befleiftigeN. Lrevel erhofft alles von bem guten Willen der französischen Geschäftsleute und rügt hm zu, daft sie dock nicht mehr durch die deutsche Peitsch: ;u anständigen Berkau-spreiien gezwungen werden müßten. Brot kann man überall unbeickcänkt ohne Marken bekommen, ebenso Fleisch. Die deutichen Metzaer werden bei der Zuteilung des Fleisches uHedget behandelt wie die französischen, sie er halten nur die schleckten Stücke. Amerikanischer Tpcck, mehr ober weniger ranzig, ist in unge­heuren Mengen angekommen Eigentümlickerweise gibt es in den Metzsetll.cken aber noch deut schcs Ge- mcrfltiidi aus den öeutfdien Prov^intämtern. Süd­früchte Jinb auch in groften Mengen eingettofien. Es ist in Metz überhaupt wieder alles zu haben, wie vor bem Kriege. Es sollen sehr viele Arbeits­lose in Metz sein: man spricht von 4000. Bor einiger Zeit wurde mir von dem Leiter bet Arbeitsnackweisstelle mitgeteilt, daft durch die fron- iösischc Regierung zur Steuerung der Arbcftslo ig- keit bte Bahn MetzEhateau-saüns zweigleisig auögebaut werben solle Arbeitslose sind eine Zeit- lang von ber Strafte weg verhaftet worden. Es handelte sich dabei aber nur um Altdeutsche, die bann zu einer Arbeitsstelle gebracht wurden Tie Metzer Geschäftswelt klart allgemein über schiech e Ge cha ts age Tie beut chcn Ge chä tc werden foll> während noch an Franzosen verkauft Infolge­dessen vermindern sich die deutschen Geschälte zu­sehends : überall sieht man Schilder heraus! äugen mit ber Aufschrift: Eha Zement au prvprietcnre. Tie Aufschriften: Maisou Fvancai.e und Maisou Allemande sind fast plötzlich verschwunden Man nimmt an, baß die französischen Geschäftsleute dies wegen Ausbleibens der deutschen Kundschaft veranlaßt haben. Besonders teuer sind die Erien- waren in Metz geworden. Alte Eisenwaren werden von den Franzosen zu lächerlich hohen Preisen angekauft.

Ungeheure plünderungrschä-en in $rantfurt

Frankfurt a M., 1. Avril. Rach vie­len Millionen sind die Sckä-en zu werten, die durch die stnnlose Vernichtwbgstvul in her Nackt rom Montag zum Dienstag und auch noch heute einer sanatlschm Menge zum Opfer fielen. In manchen Straßen, wie Siebfrauenberg und Neue iPräme, li gi Laden neben La d " n ausge - pT ü a b er t ba. Ein M ee von -erbrochen n Schriu- senilcf cheiben, jerbrodyeLcn Wein,las jen, zer­tretenen Lebensmitteln und zerbrochenen LaDenein'-ichtui'gcn bedeckt die Straßen. Manche 0)«s<hänSle'Ute stick in wenigm Minuten an Den Bettelstab gebracht. Nur einig: Beispiele.

Einem Lavastrvme gleich drangen bimbenc von Männern trnb Frauen in das bekannte Lebens­mittelgeschäft non ,Schepeler <Roftmark1, Ka- chariitenpfortr imb fot^ßmben) em. Tic eiser­nen Läden wurden erbrochen. Tann begann PlLickenrng. Nichts von ben imgeI>eucTen Be­ständen verblieb ber Firma! Zehn tausende Weinflas che n, sämtliche S^ganetrorräte, alle Lebensmittel, alles fiel dem Mvb in die 5)ände. Die Telephone. Schreibma­schinen, Ko ntroll kassen send verschwun­den, Mite Scheibe des vierstöckigen Häuserüom- dlftcs ist mdjr ganz. Mrndes'enS aus eine Mil- lion Mark bewertet bte Firma ihre Verluste. Tas Geschäft kamt vorläufig nicht geöffnet werden.

Gleich furch: bar häufte bie Menge im Frank­furter £>0 f. Zunächst raubte bte Meng? die am Eingang stehcnbc Kasse mit 18000 Mark, bann ergoß sie sich in bie vier Weinkeller mit ihren Tausenden von Flasck^u Nich s blieb J>icr unversehrt. WaS nickt ges»hlen würbe, verfiel t«r Zerslörurgswut. Tie Keller schwammen buchnäblich im Wein. Aus ber S ilberfüdie raubte man bie Silberbestecke. Leider muß sest- »estellt werden, daß an diesen Plündcrung-n sich nickt ber Mob, sondern besser g"kleidete Leute be­teil igten. Ungmiert trugen Tarnen mit Nerzpelz und Brillanten, bei denen Pelz und Brillanten vermutlich ebenfalls genvllen waren, Weinflaschen, wviel die Arme zu fassen vermochten, über die etrafie imch Dause. Tie Weinsdiäden beziffert man aus '/»Million Mark. Der andere Cd>3- ben ist noch nickt abzuschätvn.

Aus bem LebeirSmitlel-Gw^ eckiäft von Bü­sche l unb Baumgartner t andre bie Mer gr 200 Zentner Bu t ter, 70000 Eier unb 100 Zentner Fett, Daren, die in Frankfurt demnächst zur Verteilung tbmmen sollten. Tie Einrichtung der Lagerräume ist ein Ebn») Hier beträgt ber Schaden rund 3 0000 0 Mk. Bei Esders u. T i ckbo ff, riron: ber ersten Kleider- firmew ist buchstäblich allcS auS-^aubt. bie kost- ba e Cabmcinrih u g l egt in Trümmern. Vorn Lmtge:chäft Geschwister Guttma nn am Liebst auenlieia starren mir poch öbe Döhlen aus die Straße. Dio Kleckerhandlungm von Earsch unb von Jansen bie en das gleiche Md. Das gnoße Kvnfck.» v:g scksäft twm Fuhr länder a t ter Anl ist tm Erdgeschoß ausgeplistidert. U m den Raub ßrnden, bei nieten Blutsvurrn ju- ^lge, erbitterte rn pfc statt. Dort ist ein Vutgeschift, Hier ein KorsettrnHaus, dort bte Zi. garmrkntblung Schiele, Hei di- Wissen Hand­lung ^otzert ein wüster TrümntnhQu'en. Ter CklDtoatiulai-en von Wilke ist völlig miS<ierlüu. bert, in bon Irümnwm such en heute früh zahl­reiche Derber noch nach Goldnxiren. Vollständig gekci-t ist die Äleiberlvarenßrbrik ton Solomon nt ber Falngasse.

Heute mittag k-gntnen nette Plün­dern nq en in der Swltze- lind Allerheilig.-n- strafte. Die ge.amte P-?littinwims-l«afi.kt'- steben '/»! Uhr zur Bekämpfung bes Mobs nach dort ab.

. Tie vaup!vertchrS!°ftaßen sind fit heute vor­mittag von starken Polizeiposten besetzt Ter JßcrM>r fdnyffli fortgekbt an. besonders in beit Altstadtstaaften. Ter Börneplatz. der Quell aller Unrulm, ist geräumt mck wirb von ben Kommunisten gesichert

& ,^i nochmals mr5bi-ürflüf> festvestrllt, baß bet den Uimrlxn lebigltchunretfeunbver- brcdierifdie Elemente d« Land im Spiel kvlttiscbe Parteien matren beute fei Aufrufen rhrv 'Äng-bjoae-i zu rhrcngfter Ruhe unb jTtbnurg Ter S tragen verkehr von 9 Ubr abends bis f ü->moegens 5 Ubt ist oer'D en.

Seit heute nachmittag sind die P o l i, e i u n b bte übrigen « icke r heitS t r u p pe n völlig ^<rrc" ber Lage. Df am Mittag in der Alt» ausslackernden Plünberun^s"cr'ucke tvurcen MU «time erstickt. Außerorbemlutz starke Pa-

troniNen zu Fuß und auf AutoS durchziehen ununterbrochen bie 3taDt. Um 7 Ubr abends muroe die Straßensperre für irden Passantenoerkehr ver­fügt. Ter Straßenbahnverkehr wurde eingestellt. Der Straßen handel, soweit er nicht konzesnon tert isst wurde oerbvlcn. Ter Börncvla^. der Curl, aller Unruhen, bleibt gesperrt T« Zahl der P l ü n - derungsopfer i st aut 16 gestiegen. Unter den 12 getöteten Plünderern beiinben sich auch 4 Frauen. Tie Polizeitruppe der 81er und die STatrotcnabtciluTtg verloren je 2 Angehörige durch den Tod. Weitere sieben Matrosen liegen noch sckwerverletzt darnieder. Tie Zabl der ver­wundeten Plünderer konnte noch nicht sestgestellt werden. Insgesamt wurden bisher 5 60 Plün­derer und Marodeure verhaftet, «darunter zahlreiche ber schwersten Verbreckier. Die Ar­beiterorganisationen aller Fabriken beschlossen ein­hellig. bei etwaigen weiteren Unrul en sich ber Poli­zei zur Seite zu stellen Fünf Personen erschienen gestern abend in ber Wohnung einer Tarne am Überweg und versuchten von ihr mit vorgehaltenen Revolvern 10000 Mark zu erpresen. Da bi: Frau diese Summe nickt besaß, muftbe sie alle ihie kchmucksacken bergeben. Tie Polini verfügt in aller Kürze bie «ckließung der Zucker- warengcschäf te, die in den letzten Wochen wie Pilze aus der Erde geschossen waren Auch soll tie Kuchcnbäckerei in den Konditoreien verboten nrrben. Nur ein Einheitsgedack soll fortan ge­stattet fein.

Ter Streit im Ruhrgebiet.

Essen, l. April. sWDB.) Soweit sich bie Sage bis jetzt übersehen läßt, batte bie St reik- aufforberung ber Spartakisten nur gerin­gen Erfolg. Die größte Zahl ber Ausständigen ist im Dortmunder unb Wittener Bezirk, von wo bit Bewegung ihren Ausgang genommen bat. Im Oberhausener Bezirk ist nur bte Zeche Lohberg aus­ständig. Auf ber Zcchcngewerk'chatt Deutscher Kai­ser und in öamborn wird überall gearbeitet. In den Bezirken Altendorf, Werden und Döttingen find die Zechen Gottfried, Wilhelm und Victoria, im öYiener Bezirk die Zechen König Wilhelm unb Amalie vom Streik betroffen. Auf ber Zeche Her­kules, wo bie Belegschaft gestern ausständig war, ist die Arbeit beute wieder ausgenommen worben. Ebenso arbeiten bie Belegschaiten ber Zechen Lan- genbrahm und Königin Elisabeth. Im Reckling- Ixmier Gebiet sind die Belegschaften der Zechen »Augusta Victoria und Wnig Ludtvig ausständig.

Ruhestörungen ist es nirgends gekommen.

Aur 5taM und (and.

Gießcn, 2. April 1919.

Die tage der LandwiNe.

Stadt Gießen au< bet Ortsklasse C in b i< K lasse B bes DobnungsgeldzusckußwriseS überführt wirb.

Sein Antrag gebt bahin, brc Sxnlifdx' Volks rammet wolle beschließen, baß seitens ter helft cken tigeierung bie tnerzu nötigen Maßnahmen sogleich eingeleitet werden.

verhältniswahlrechr und vc«einderat4wahl.

DaS Verhältniswahl recht soll be­kanntlich auch bei ben Ge me in be r a t - wa b- len Mir Anwendung fcnuncK Biele Leute sind über seine Anwendung aber nod' im Unfiaren und namentlich über einzelne Ausdrücke wieg e - b u n be ne" undungebundene" imbv e - b u n b e n e" Listen. Um diese Unklarheit zu be* fettigen, muß man auf das Verhältniswahl recht im ganzen noch einmal kur» c in gehen Wie bte Bezeichnung bereits anbeutet, werden bet öief.-m Wahlrecht die Mandate nach bem Verhältnis ber abgegebenen Stimmen auf bie Parteicn verteilt

Nehmen wir z. B an, es feien 20 Gemeinde Vertreter zu wählen unb cd würden 2000 Stim­men obaegeben, so mußte eine Partei minbifirn5 2000: 20 =» 100 Stimmen aufbringen- um einen Titz zu erhalten. Fallen auf ba- Partei 200 Stimmen, bann erhält fit 2 Sipe unt> so ton. genau im Verhältnis zu den abgegebenen Stim­men. Nach bem bei uns eingeführttn Verfahren erhält jede Partei, bte bte Zahl von 100 erreicht ober überschritten bat, zunächit ie einen Kandt baten unb »o fort bis »ur Etschöpfimg ber M ver­gebenden Sitze.

Nun kann e<, namentlich bei hem Vorhanden­sein von mehreren Parteien Dort*mmen, daß er­hebliche Slimmenreile bei einzelnen Par­teien, bst iich na bestehen, übrigbleiben imb nickt verwertet werden. SZcbmett wir z B an, die Pattei A Härte 276 Stimmen, tue Partei B 390 Stimmen unb bie Partei C 440 S immen er­halten, bann gingen 75 4-90 4-40 S.Immen ver­loren unb würben bem gemeinsamen Gegner D zu weiteren Mandaten verhelfen Um daS nun »u verhindern, verabreden die brei zuerst gmana ten Pa rieten eineL i st e n v e r b i n d u n g", nx>* durch die Reste zuiammeng zählt und verwertet werden können. Tie genau.K- rt Reste ergehm »u sammen 75 4-90 4-40 205 Stimmen, so daß den drei genannten Parteien zwei weitere Man­date zufallen: sie werden den beiden Parteien mit ben höchsten Resten »ugetetit. Nack bem bei uns eingesührten Verfahren werden habet die Ge- sarntstimmen ber brei P^rteren zusimmengezahlt unb bie so errechnete Mandarzahl auf bie Parteien unterverteilt. Es hanbelt sich also bei ben , vei bunbenen" Listen nicht um eine gemeinsame Liste, bte beteiligten Parteien sind vielmehr in brr Listen- aufilertung unb bet ber Agitafton ganz frei.

** Einbrucks-Diebstähle. ®m

28 März b. I wurden mittelst Ei nbrucks aus einer Wohnung eines Dauses in ber Mar-

Unter ben baitüim Wobmrngs- intb wirt<ckaft- tidrn '^rbdlintern in Gießen ist eine Gleickstel- lang mir ben Stabten Darmstadt und Oi«enback

Auf unsere ArtikelEin Wort an die Lanbwirie" unb ,^Zndustriestreik ist jetzt Agrarsireik" sind utw im Zu ammcnhang mit ber Aussprache in der RubrikEingesandt" noch zahlreiche Zuschriften zugegangen, bie nicht mehr viel Neues darbieten unb wegen Raummangels nicht veröffentlicht werben können. Nur eine Zusenbung eines praktischen Landwirts scheint uns noch bemerkenswert zu sein, weil sic über ben Mangel an lano- wirtschaftlichen Arbeitern noch einige Erfahrungstatsachen erwähnt. Es heißt darin:

Daß ber Landwirt als Arbeiter voll feine Pflicht tut, wirb wohl niemand bezweifeln. Er tonn aber nicht gleichzeitig hinter zwei Pflügen bergeben. Nur eine Einschränkung ber Arbeits­losenunterstützung auf Unrerstützung für Krank­heit und Krankheit ht ber Familie kann hier helfen: benn Arbeit ist genügend vorhanden, und jeder gesunde Mensch muß sich seldlt ernähren. Daß man sagt, nicht jeder städtische Arbeiter kann auf bem Lande arbeiten, ist eine Ausrede. Wenn jemand nur etivas guten Willen bat, kann er landw. Arbeiten leicht erlernen. Beweis hierfür find bie vielen Kriegsgefangenen, bie nie zuvor auf bem Lanbe gearbeitet hatten und nach kürzer Zeit bie besten Arbeiter waren. Auch hier bie nur wenigen Uratnlligen ausgenommen.

Daß Lanbwitte die bei ihnen unbesetzten Stellen ben Nachweisen nicht anmetben, sckint h>ol< nicht ganz zu sttmmen Auch ist ber ArlllA-- fefrcitme ülier bie ländlichen Wvhnvi gsverhältnisse nicht gmüg-nb orleiteut. Sonst mützte er wi sen, daß ber Arbeiter in der Stobt sich oft mit einer engen bumpfigm Hrnlerhauswokmung begnügen muß, wÄirend er auf bem Lande höchst .Instän­dig e", sckzöne, Helle imb saubere Doh-niirgm ge­boten brfonrmt. Ter erbärmliche Zustand städti­sche MielSkasenen, m denen bie Mensckien eng zusammengepsercht wohnen müssen, ist doch wohl bekannt, hierin liegt auch nicht ber Grunb, wi- rum städtische Arbeier nicht aus daS Land gehen Bon ArbeitSfreubigkeit ist nicht bas ge­ringste zu bemerken. Im Gegenteil, bft Leute, bie man von ben Nacha»isen bekommt, arbeiten 23 Tage unb laufen bann wieder we>i, da ihnen bie Arbeitszeit in lang ist unb bte Arbeit zu viel Tann werden Löhne gefordert, bie ein Landwirt nicht bezahlen Bann.

Der Einsender ist mit uns einig, daß alle Berufsstände in bie'er schweren Zeit fest ju- sammenstchen müßten, um über bie Mühsale dieser traurigen Zeit hinauszukommen.

Da es uns bei unseren Raumverhält­nissen unmöglich ist, die große Zahl weiterer Eingesandts zu veröffentlichen, beschließen wir hiermit die Aussprache über diese Frage.

Der WohnungSgeldzufchuß für die Vec.mtcn der Stadt «testen.

Abgeordneter Fenchel macht in Drucksache Nr. 81 der Verfassunggebenden Volkskammer nach­stehende Feststen un gen:

Bei der für die Reicks und preußischen Be­malen vorgesehenen N«ire>5elung der Leuerungs- Mlagen, die nach teuersten, teueren unb weniger teueren Orten abgeftuft sind, ist die Stadt (Ste­tten den weniger teueren Orten zugeteilt worben. ßen wirb hiernach mit den kleinsten Orten be- Landes auf gleiche Stufe gestellt. Tie in Gießen ansässigen p-«ißtscken Ei en- balmbeamten und ReüdsPostbeamten erhalten also bie niedrigste TeuerungSnilage unb sind gegenüber ben m Darmstadt unb Offenbock wohnenden Be­amten benachteiligt Infolgedessen hat unter ben in Betracht kommenden Beamten in Gi'ßen berech­tigte Unzufriedenheit und große Unruhe Platz ge­griffen

Am meisten Aclmlichkcit Hat bkListen- »_e r binbung ' mit einem vorher verabredeten StidüoahlhündniS. Eine mich ip Besttnimung ist, daß wenn A, B und C die Linenverbinbuiu; an gemeldet Haben, nun nicht etwa C auch noch eine zweite Listenverbindung mit D ein gehen kann, also eine Art Rückversicherung abscklieften darf Ter Begriffgebundene" Liste befagt, baß ber Wähler an ber von ber Partei oufgeftcllten und beim Wohlkommifsar angemelbetrn Liste nichts Sn- beni kann. Jede Streichung, Plotzveränderung und £nn»ufügung ist ungültig. Bei den in manchen Ländern des DerHältniswaHlrechtS eiageführten ungebundene n" Listen fcnn der Dälller do gegen an ber Listo ändern, fei e». baft er Me Namen durch vorgesetzte Nummern in ihrer Reihen folge ändert, oder baß er einen Namen mehrfach wieberholt, ober baft er Namen streicht, ober biß et 9?amcn hinzusetzt. Dieses Verfahren gibt bem einzelnen Wähler volle Entscheidung über bie Ge­staltung bes Wahlergebnisses, führt aber, ba mei- stens bas AbänderungSbeftreben nicht unter einer größeren Anzahl von Wählern verabredet ist, zu reinen Zufallsergebnissen. Diegebundene" iliitr verleiht der Partei Dagegen fast alle Macht unb ber Wöhler muß bie Kandidaten wählen, die bte Bartet auf ben Zettel gc'etzt hat In Dieser Be »tehung hat daS System bergelmndenea" Listen- nahl große Aehnltchftit tmt dem indirekten Wahl recht, bei dem bie Wähler Beauftragte n>ähdm die ihrerseits ben ober die MönDiialen bestimmen Tas Korrektiv liegt in ber Betet,iiung am pol, tischen Leben. Wer bei ber Auswahl ber Kwrvi- baten beteiligt sein will, muß einer politischen Partei sich anschließen und sich so ein Mitbcstim- «rnungsrecht sichern. Tie politisch Jickisserenten müssen sich eten bte Bevormundung ber politisch Interessierten gefallen lafien.

Ptsmarckgedenkfeter

Die Teutsch-nationaft Volkspartei hatte zum 1. April alle Verehrer Bismarck: im Saale des Einhorn" versammelt unb bereitete bem Alt kanzlcr eine m jeder Lmsickt würdige Gedenk- feier. Musikalische unb behamatoriidx Borträgc freiwilliger Kräfte wechselten einander ab, und bie einzelnen Leistungen waren künstlerisch vollauf zu würdigen. Besonders eindrucksvoll war der Vor­trag beS G-moll-Älatnerouailette4 von Mozarl durch die Herren Sammet, Flohr, Rodert Schäfer unb Hermann Schäfer, bie Ge­sang svorträge von Frau Alice Be r-luyS, beten klangschöne Stimme bei verschiedenen Gelegen beiten bereits erwähnt wurde Wetter seien ar- Acfährt die anmutigen Ltedervorträge von Frl. Thefla Emmerick, unb ber Frauenchot, ge­leitet von Frl. Felch ner. Profelfor Tr Wer­ner hielt eine eindrucksvolle Rebe, in ber er den Kamp' zweier Weltanschauung«, zweier Frei- heitsbegrissc, des auibauenben tmo zerstörenden ftbilberte, ber ssch feit bem Diener Kdnateß voll­zieht Er fchilberte ben Aufstieg zerstörender inter­nationaler Kräfte, bte heute den Sieg an sich zu reiften scheinen, und wie ber Kanzler ihrem Ansturm entgegen ben nationalen Gedanken hod »um Lichte empor hielt Bismarck selbst bat vom Atheisten unb Republikaner ben Weg zu Christen tum und Monarchie zvrückgeftmden heute oer langen wir mit Sehnsucht und heimfucht nach inner Gestalt, nach fernem undeua arnen Willen tu deutschem Leben Denn etn Volk kam, nur dtitch bie Kräfte bestehen, bte in leinet eigenen Seele wohnen, nicht durch internationale Kräfte Tic Feier wurde beschlossen durch ben genrinfamer. Gelang des Luther!jedesEm feste ®urg" unb Teutichland über alles".

>utger Straße 780 Mk., und aus einem biengen Lazarett 50 Hemden und 10 wollene Decken gestohlen Sachdienliche Mit- iunq uiu ucn oiai*rvn igrmuaoi uno uTfenoaro«teilungni nimm! die hiesige Kriminalpolizei unbebingt gchotau hierzu ist crforDerüdt daß die I entgegen.

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