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Ur. XII

Zwettes Blatt

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Sberhefsen)

ßrertag, August (919

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Vereine^

(Nachdruck verboten.)

Fortsetzung 23.

über christlich organisierten Arbeitern mehr im Druck vor.

nominal.

Uni ' \2 Uhr vertagt sich das Haus.

Weiterberatung nachmittags 3 Uhr.

Frage der Ministerpensionen ausgiebig in dec Oeffentlichkeit zu behandeln. Das kann

Sigrid hatte das Bild, das sie mit Sven darstellte, durch Chajas Vermittelung bald nach ihrer Hochzeit, die vor einigen Monaten statt- gehmben, an Ragna gesandt.

Dem ersten Impulse folgend, hatte Ragna das bild, das ihr Svens Züge im Verein mit der Seliebten Schwester zeigte, weit von sich geschleu­dert, aber dann war es wie ein Tonnerwort in

ha. Bebra, 31. Juli. Am 27. Juli sind hier eine Versammlung von Landwirten aus den Kreisen Kassel-Land, Hanau, Hersseld, Hom­berg, Kirchhain, Marburg, -Melsungen, Rotenburg, Schmalkalden, Witzenhausen, Wolfl-agen und Zie­genhain statt, ytad) eingehender Beratung wurde beschlossen, dem bereits in die Wege geleiteten Provinzialverband für Hessen-Nassau sich anzuschließen und Herrn Kapp-Äolfshausen, Kreis Marburg, zu beauftragen, die Gründungsversamm­

lung einzuberusen.

= Frankfurt a. M., 30. Juli. Seit zwei Tagen weilt hier ein Vertreter der Berliner

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Ragna Svendburg

Roman von Anny Wothe.

*

rmk. Darmstadt, 29. Juli. Dec Hess. Volkskammer ist eine dringliche Anfrage der Abgg. Gesser u. G. zugegangen, in der um Auskunft darüber ersucht wird, ob es der Re­gierung bekanitt ist, daß beim Eisenbahnbv- triebsamt Hanau die bestimmte Absicht be­steht, Arbeiter, welche nicht in der Stadt Ha­nau oder Groß-Auheim, sondern in den an­grenzenden hessischen Gemeinden ihren Wohn­sitz haben, aus dem Dienste des Eisenbahn­betriebsamtes in aller Kürze zu entlassen? Es sollen derartige Entlassungen schon stattgefun­den haben? Was gedenkt die Regierung zur Verhütung dieser ungerechtfertigten Maß- nahnte zu tun?

Die Abg. Reh und Gen. beantragen die Schaffung gehobener Stellen für die Bezirks- kasfierer in den Städten Mainz I und II Worms, Darmstadt, Offenbach, Gießen, so­wie weiterer 6 der ältesten Bezirkskassierer, im ganzen 12 Stellen, für welche eine Mehrauf- wendung von 6000 Mk. nötig ist.

Eine dringl. Anfrage des Abg. Dorsch fordert Abhilfe wegen der Beschaffung der nö­tigen Druschkohlen.

Weiter liegen verschiedene Regierungs­antworten insbesondere auf die AnfrageH of- m a n n betr. Ausfuhrverbot von Baumate­rialien aus Baden, auf die Anfrage Rei­ber und G. betr. Vermessungswesen, und auf die Anfrage Scherer und Gen. betr. die Ge­fährdung des Koalitionsrechts usw. gegen-

freiet.

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B In einer hatben Stunde war C. mit fort ®°1ßdT "lmbahn bequem zu erreichen, aber es war, als »- ll

Jtie Seele gefallen:Tu sollst nicht begehren deines Nächsten Gut." Und nun ftanb das Bild xjunt steten Gedenken", aber anders, wie die kleine vigrid es gemeint, auf Ragnas Schreibtisch und °rahnte sie, ein leidenschaftliches Begehren zu be­kämpfen, das wieder und imme.c wieder in ihrem ttrzen aufkeimen wollte, wenn sie an Sven Svend- durg dachte, den sie vergessen mußte und wollte, bas Bild war ein guter Helfer. Ern Blick darauf ?nd Ragnas zagende und sehnende Seele wurde M und sicher. Aus dem Anblick des Bildes °N'pite sie täglich neue Kraft, weim sie zu er­regen drohte, es half ihren ost gefuntaien Mut en Nichten, es sagte ihr täglich, daß es für sie kein Zurück, sondern nur ein Vorwärts gab. Und vsnn der Anblick der beiden Menschen, die ihr [j- liebsten auf der Welt waren, auch tausend ^teilte Wunden au friß, er war ihr notwendig tu ihrer Existenz, zu ihrem Kampf ums Tasein!

Tiefer Kampf war nicht leicht, aber Ragna cmpfte ihn mit ernstem Willen und unerschütter- uhem Pflichtgefühl. Seit sie von Berlin nach E..

Fabrikstadt, wie Frau Lorenzen verächtlich verzogen, hatte sie außer Gunhild und Dag - pur, die sie einmal ausgesucht, niemand ioieder ge-

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Zum Ministerpeiisionsgcfctz.

Vom Verfasser des ArtikelsZur poli­tischen Lage in Hessen" wird uns geschrieben:

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. agen von der großen Masse der Bevölkerung, sondern von einer Hand­voll Kapitalisten, Industriellen und Großgrund­besitzern. Oberschlesicn weiß ganz genau, welch

WWSZ Äfeftembä «SWtawl neit)ung. ^atneo °°n 20-24 SäS S6tt.,lL Ang?!. Zkl.mil Bild, L gesandt wird, wL LyiPeneitUH '»Hew.-llung d» Brikett, brennbaren Abltt, Hohlenfitu&.ftobla. nm, Läaemebl ulti .M vergebe, et» mich einer M Kresse, für 'werbrauchLWA kur die geweid.'i kellung für 500 ft loeft flrottfi. 8931« Abelen inMüniha rchellingiirahe 91

erften sechs Wochen nach ihrer Heimkehr neben den allgemeinen Rationen lvöchentlich 1 Pfund Brot, 50 Gramm Fett, 250 Gramm Hülsen- ftüchte und 125 Gramm Auslandsspeck oder Kon servensleisch, und zwar zu den festgesetzten Der billigten Preisen erhalten Die Ausgabe der Sow derzuweisungen ist auf dem Entlassungsschein tUeberweisungsschein, Urlaubsschein) unter Stempel und Unterschrift für jede Woche zu vermerken

Kreis Lauterbach.

O Schlitz, 30. Juli. Auch in unserer Stadt ist jetzt eine Mütterberatungsstelle ein gerichtet und damit einem fühlbareir Bedürfnis Rechnung getragen worden. Die Beratungsstelle be. ftndet {üb im Graftichen Hospüal. Beratender Artt ist Dr. de B ra, der dabei von einer Schwester unterstützt wird. Nachdem erst kürz lich durch eine Wohltätigkeitsvcranstattung ein Reinertrag von 680 Mk. für die Kriegsgesangenen. Kriegshinterbliebenen und Kriegsbeichädigten er­zielt worden war, fand am Sonntag unter dem Protektorat der Gräfin Elisabeth eine zweite der­artige Veranstaltung statt, deren ansehnlicher Rein­ertrag zum Besten der heimkehrenden Gegangenen verwandt werden soll. Schützer Damen und Herren hatten sich in den Dienst der guten Sache gestellt und brachten das VolksstückDie^ Perle von Savoyen" mit schönem Erfolg zur Darstellung Der Andrang zur Veranstaltung war so groß, daß sie kommenden Sonntag wiederholt werden must

O Aus dem Schlitzerland, 29. Juli. An der Willina fand am Sonntag ein auS der ganzen Gegend stark besuchtes Missionsfest statt, das Stadtpsarrer Boeckner-Schlitz leitete Pfarrer Reith-Harte cslxmsen und Missionar Haupt- mann von der Leipziger Missionsgesellschaft hielten Ansprachen: der letztere gab ergreifende Bilder über die Mission in Deutsch-Ostafrika während des heldenmütigen Kampfes unserer Truppen.

Kreis Schotten.

** Ober-Lais. 31. Juli. Sonntag den 3. August ftndet hier das bereits angezeigte große Fest der Jugendvereinigung Over- Lais-Glashütten statt. Die Veranstaltung wird eingeleitet durch einen morgens 10 Uhr statt - findenben Festgottesdienst, dem sich nachmittags 3 Uhr ein Waldsest im Wald? bei Ober-Lais anschließt. Neben der Festrede des hessischen Kul­tusministers Dr Strecker (Dannsiodtt wird die Aufführung der drei großen Volksszenen aus SchillersWilhelm Tell" das größte Interesse finden. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

Starkenburg und Rheinhessen.

e. Offenbach, 30. Juli. Ab 1. August werden die Straßenbahnfahrpreise für die Stadt und den Gemeinschaftsverkehr mit Frank­furt wiederum wesentlich erhöht. Außer den Schreinern streiken nunmehr auch die Glaser in sämtlichen hiesigen Betrieben. -- Die Stadt soll jtd) mit einem Beitrage von 25 000 Mk. an der Krafwcrtehrsgesellschaft Hessen G. m. b. H. be- telltflOL

Art. 134 wird mit mrwesentlichen Aenderimgrn angenommen. Zum Art. 135, wonach die auf Be­sonderen Rechtsttteln beruhenden Staatsleistungen an die Religionsgesellschasten durch die Landesge­setzgebung abgelöst werden, beantragt Abg. Dr. Kahl (D. Vp.), daß auch die auf Herkommen be­ruhenden Staatsleistungen abgelöst werden können. Der Antrag wird mit 171 gegen 143 Stimmen abgelehnt. Auf Antrag Spahn (Ztr.) wird ferner die Bestimmung, daß vis zum Erlaß eines Reichs­gesetzes die bisherigen Staatsleistungen bestehm bleiben, gestrichen. Iw übrigen wird der Abschnitt nach den Beschlüssen der zwecken Lesung

baben wir dann sogar noch noch Rücksprache mit leinen Abgeordneten ein Stück Berwaltungsresorm vorweggcnomrnen. Das war aber gewissen Kreisen noch immer nicht genug. Sie verlangten sofort eine selbständige Provinz oder einen selbständigen Staat andernfalls würde es zur Ab­stimmung für Polen kommen. Das ist die Art, wie man immer mit Handgranaten vor uns hmtritt. Wenn man in Preußen in ein Dutzend kleiner Republiken auflöst, so hintertreibt man dadurch die Möglichkeit, einen Anheitlichen deut­schen Vetwallungskörper auSzubilden. Tie vielen Einzelstaaten würden auch eine außerordentli-che Teuerung des Berwattungssystenrs frebeuten. Tas alte preußische Verwaltungssystem ist das billigste gewesen, das es in der Welt gegeben Hot. Jawohl, es läßt sich nicht bestreiten, daß das demokrattsch- repnblikanische Velwaltungssystem viel mehr Geld erfordern wird; dafür hat es auch erhebliche Vor­züge, da es die Möglichkeit zur Entwicklung der inneren Shtäfte bietet. Aus der Stellungnahme Preußens zu den thüringischen Plänen werden Sie ertennen, daß Preußen absolut loyal vorgehen will. Man soll nickst mehr in den Ereignissen oon 66 herumwühlen, Iweil damals Unrecht geschehen ist. Es ist in der Welt viel Unvecht geschehen. Das größte Unrecht aber, das je gestehen ist, ist der Frieden, den uns unsere Feinde nuferlegl haben. (Langandauernde Zustimmung.) Tcm- gegenüber gibt es nur eine Aufgabe, geschlossen und fest zusarnntenzu stehen und uns nicht in inneren Streitigkeiten zu verlieren. Nehmen Sie den Ar­tikel 18 in der neuen Fassmig an. Er möge aber nur in Anwendung gebracht werden, wenn wirkliche Interessen des Reiches in Frage kommen. (Leb­hafter Beifall.)

Regierungskommissar Dr. Preu ß: Ich freue mich, aus den Ausführungen meines Vorredners entnehmen zu können, daß er Ihnen die Annahme des Kvmpramißantragcs empfohlen lptt. Auch ich erblicke in ihm nicht die Erfüllung eines Ideals. Er ist eben ein Nnnpvnniß.

Der Kompvomißantrag zu ArAel 18 wird mit großer Mehrheit angenommen.

Es folgt die Beratung der zurückgestellten Ar- titd 74 und 76 (Bolksentscheidung und Verfas­sungsänderung). Nach kurzer unerheblicher Aus­sprache wird ein Antrag Waldstein (Dem.), Dr. Beyer le (Ztr.), Kätzenstein (Soz.) angenommen auf Einfügung eines Art. 75a: Durch die Bolksent­scheidung kann ein Beschluß des Reichstages nur barm außer Kraft gesetzt werden, wenn sich die Mehrheit der Stimmberechttgten an der Abstim­mung beteiligt. Angenommen wird ferner ein Kvm- prontißantrag Walostein (Dem.) und Gen., wonach in Art. 76 bestimmt wird, daß, wenn auf Volks­begehren durch Volksentscheidung eine Verfas­sungsänderung beschlossen werden soll, dazu die Zu­stimmung der Mehrheit der Sttmmberechtigten er­forderlich ist. Endlich wird noch ein Antrag Dr. Beyerle (Ztr.) angenommen, wonach Art. 76 einen Zusatz erhält: Hat der Reichstag entgegen dem Einspruch des Reichsrates eine Verfassungsände­rung beschlossen, so darf der Reichspräsident die­ses Gesetz nicht verkünden, wenn der Reichsrat bin* (hat zwei Wochen die Volksentscheidung verlangt.

Darauf geht das Haus $mn dritten Abschnitt der Grundrechte: Religion und Religionsgesell­schaften, Art. 132138 über.

Vorlage bestand. Das M i n i st e r i u m selbst beantragte darin für seine Mitglieder 50 Prozent des Gehaltes als Pension, dazu käme noch das Privateinkommen, so zwar, daß bei­des zusammen nicht das Gehalt von 12 000 bzw. ,15 000 Mk. übersteiyen dürfe. In» zwischen hat die Kommission (allerdings etwas Hals über Kopf) die Vorlage der Re­gierung etwas abgcschwächt. Die Tatsache aber, daß einer unserer Minister nari) nur sechsmonatiger Dienstzeit 50 Prozent seines Ministergehaltes gerantiert bekommt, ist ge­blieben. Wenn das von dem amtlichen Pressc- bureau recht ausführlich der Oeffentlichkeit klargelegt wird, so haben wir garnichts dcv-

** Besondere Zuweisungen von

Der amtliche Pressedienst unseres Lan- Lebensmitteln an die heim kehrende n des empfindet offenbar das Bedürfnis, die Kriegsgefangenen Dec Reichsernährungs- - mlmster bat bestemmt, daß dte letzt hamkehrenden

Kriegsgefangenen von den Kommunalverbanden, r (Ts- . - "7 - z von denen sic zum erstenmal in die ordentliche

Ote"Ļllt" Sc1 c? Lebensmittelversorgung aufgenvmmen werden,

fchtedenen Blattern veroffentlrchte Aufsatz iftiSonberüuroeifungen an Lebensmitteln er- gefchrteben worden, als iwch die Regierungs- - lwlten. Die Kriegsgefangenen werden während der

sie einst gedient, so empfohlen hatte, warm an. Wenn Ragna am Spätnachmittage, wo der Re­daktionsdienst bei derPost" für sie beendet war, heimkehrte, fand sie immer ein kräftiges, gut zu­bereitetes, wenn auch einfaches Mahl, immer ein freundliches Gesicht und die lieben, lachenden Augen der drei Blondköpfe, die ganz ernsthaft glaubten, Ragna sei eine verzauberte Prinzessin, von der in dem hall^errisienen Märchenbuch, oas ihnen die alte Muhme geschenkt, so viel schöne und gute Sachen standen.

Tie freien Stunden, die ihr der anstrengende Redaktionsdienst lieft, benutzte Ragna nicht allein sich weiter fortzubilden, sondern' auch zu eifriger schriftstellerischer Tätigkeit.

Doktor Metzner hatte sie dazu ermutigt.Tas hier," sagte er, auf die dicken Redaktionsmappen und die drei ansehnlichen Papierkörbe, die das Redaktionszimmer derPoft" schmückten, zeigend, ist nur alles Frondienst. Verstehen Sie, Mittel zum Zweck, überhaupt für Sie, die Sie sozusagen von der Pike auf bienen müssen. Na, verziehen Sie nur nicht gleich Ihr hübsches Mäulchen," fügte er hinzu,und lassen Sie sich von mir alten, erfahrenen Redaktionsonkel sagen, daß das alles Mumpitz hier ist, wenn man nicht ordent­lich arbeiten kann. Rcdaktionsarbeil besteht aber nicht,,wie viele angehende Schriftstellerinnen glau­ben, bann, daß man sich hinsetzt und hier unb da Zeinen Artikel schreibt über das, was man ge­rade möchte, ober was dichtet, so vonHerz und Schmerz" unb ,/Siebe und Triebe", sondern daß man versteht, dem Augniblick zu leben. Und mm, mcin verehrtes Fräulein," fügte er hinzu,setzen Sie sich gefälligst hin unb schreioen Sie mir einen flotten Artikel über die letzte Vorlesung von Pra> feil'or Sitt, über die Frauenbewegung."

(Fortsetzung folgt.)

Hessen-Nassau. Salvarsanschteber.

= Frankfurt a. M., 30. Juli. Dte Recher- chenabtellung kam einer n-eiwerzweigten Sal- Varsan-Schiebergese lisch« kt auf dte Spur, von der sie bisher acht Mitglieder verhaftete, diese aber später, da kein Fluchtverdacht vorlieyt, wieder frei lieft Dte Schieber verkauften das Kcko dieses Heilmittels mit 12 000 Mk. und erklärten den Käufern gegenüber, bis 30 Kilo Salvarsan liefern zu formen. In die Affäre ist auch der In­haber .einer hiesigen Apotheke, der sich «n den Schiebungen beteiligte, verwickelt.

Ein Feuergefecht mit Vietzdleben.

= Greben st ein, 30. Juli. Im Walde non Obcrvillmar kam es zwischen Bauerrc und Dieben, die in verscksiedenen Ortschaften Bich gestohlen hatten, zu einem nächt lichenFeueraefecht. Hierbei wurde ein Dieb schwer verletzt, der nun» mehr die ganze Bande verriet, so daß deren Fest­nahme erfolgen konnte.

lägen Meilen zwisckxm Ragnas Aufenthaltsort und der Professorenfamilte. Frau Theresa grollte, daß Ragna sich selbstärrdig gemacht hatte, wie sie es nannte, und prophezeite nur allerlei Unheil da­von. Ter Profeswr war durch feine Kollegien in Anspruch genommen, Gserd war nach Bonn auf die Universität gegangen, Dagmar durch die Schule gefeffelt und Gunhild nähte mit Todes­verachtung an ihrer Aussteuer, trotzdem der Re­ferendar iwch nichts toeiter besaß als seinen ge­treuenRegenschirm". Und Arne? Ragna mochte kaum an ihn denken. Seit jener Mondnacht auf Mürren 'batte sie den Doktor nicht wieder ge­sprochen. Am Morgen, mir ganz flüchtig beim Abschiede, hatte er wortlos ihre Hand an seine Lippen gezogen, dann hatten sie sich getrennt. Sie, um lstimzukehren, Arne, um weiter hinein in die Schweiz zu reisen. Er war erst zurückgekehrt, als Ragna bereits das Lorenzsche Haus verlassen hatte. Auch keine Zeile war in der langen Seit zu Ur geflogen, .kein Zeichen, baft er noch ityrer gedachte, daß er noch Anteil an ihrem Schicksal nahm. Oft war es Ragna, als wollte sie die Bitterkeit deswegm beschleichen, aber auch das überwand sic. Hatte sie denn ein Recht, seine Freundschaft zu farbem, wo £r Siebe bot, die sie nicht erwidern konnte? Zuerst, da sic itoch oft ge­glaubt, er müsse plötzlich in ihr Stübchen treten und den goldenen Herbstsonnenschein, der draußen auf den Föhren lag, in das stille Gemach hinein- trager. Als aber Blatt um Blatt von den Bäu­men sank und dcr Stucmwirch als Vorbote des Winters kam, da sargte auch Ragna die Hoffnung, Artre wieder zu sehen, ein n ihrem Herzen. Sic lebte jetzt nur noch ihrer Arbeit, unb diese erfor­derte ihre ganze Kraft.

Ein Grauen batte sie befallen, als sie zum erstenmal C. betreten, um i:t einem der großen, düsteren Häuser ihre Stellung als Rcdakttons- gehilsin anzutreten. Wohin sie uätT. rnß-

gwßen Schaven es für die arbeitende Klasse und Sen Mittelstand wäre, von Preußen losgelöst zu Verden. Die Bevölkerung wird der Gefahr mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu besegnen Vissen.

Preuß. Innenminister Heine: Der einge­brachte Kompromiß-Antrag ist kein Fortschritt gegen die Fassung der zweiten Lesung: Ich stelle iwch fest: Ein Kompromiß ist beschlossen worden nach reislicher Ueberlegung und Erwägung. Plötz­lich, im letzten Moment, wird es mteber über den Haufen geworfen durch Verabredungen, bei denen man es nicht einmal für gut halt, die Vertreter der Bundesstaaten zu hören. Wir kom­men aber nicht weiter, wenn wir die Diskussion allzu lange fortsetzen. Ich setze mein Vertrauen in die Gewissenhaftigkeit der Reichsregierung, die itur da, wo ein überwiegendes Interesse des Reiches hervortritt, beanttagen würde, gegen den Willen der Vollsverttetung eines Landes zu ver­fahren. Nun zur oberschlesischen Frage. Im Tc- <embcr lernten bie Oberschlesier eine selbständige Republik entschieden ab. Das Programm kam, llberfchlesien weitgehende Sonderrechte zu geben. Die preußische Regierung tat es, soweit es auf bene Verwaltungsweg möglich war. Dann ein neues Projekt: Oberschlesien muß selbständige Re­publik werden. Bei der allgemeinen Verwaltungs- resvrm plante Preußen längst eine rechtsstatuta- rische Autonomie der Provinzen. Für Oberschlesien

geschwärzte Häuser, himmelhohe Fabrikschornfteiue unb enge Straßen.

Muß man hier wohnen?" hatte sie ihren Chefredakteur, einen Mann, Mitte der Vierziger, nut einem rotblonden, spitzgeschnittenen Bollbart und klugen, braunen Augen, gefragt,hier, wo es so eng und drückend ist, ohne Luft, ohne Licht."

Muß, >Kindchen? Nee, man muß nicht, wenn man nicht will," hatte Doktor Melier geant­wortet, sich behaglich auf seinem Schreibsessel her- umbrehenb,wenn Sie lieber auf Sommerwoh­nung ziehen wollen, als hier in der Stadt wohnen, na, denn man zu. Der Bahnwärter Brand, kaum zwanzig Minuten von hier, hatne Giebelstube, die er im Sommer an lufthungrige Berliner für ein paar Mark abgibt. Gondeln Sie mal saus, hier will ich Ihnen meine Karte als Empfehlung mit geben. Wenn Sie Brands nehmen, können Sie lachen, denn da sind Sie gut aufgehoben, und der Weg hierher ins Redallionsburean kann Ihnen ja nur gesund sein."

Und Brmids hatten Ragna genommen und für einen lächerlich billigen Preis. Freilich von ihren Redaktionshonorar konnte Ragna auch keine gvoßen Sprünge machen. Fünfzig Mark monat­lich! Wer der Gräfin Svendburg einst gesagt hätte, daß sie für fünfzig Mark monatlich tägliche sieben Stunden angestrengt hätte arbeiten sollen, und wär hätte ihr wvhl früher den Glaube?: beigebracht, daß man mit fünfzig Mark monatlich teben und auskommen kann! Mehr batte sie, trotz der wenig glänzenden Verhälttiisie ihres Elternhauses, oft in einer Woche für Putz und Tand verbraucht. Aber Ragna sagte sich, daß dos f'tge, selbst­verdiente Brot immer noch besser sei als bas glänzendste Grmdenbrvt anderer, und sic lernte sich bescheiden unb ihre Bedürfnisse den Verhältnissen anpaffen.

Frau Brand nahm sich ihrer neuen Haus- genvssin, die ihr Doktor Mctzner, bei dessen Eltern

ß Turnverein j? von amStaaabklld^

Deutsche Nationalversammlung.

71. Sitzung. Donnerstag, 31. Juli.

Vormfttagssitzung.

Am Rrgiermrgsttsch; Bauer, Dr. David, Dr. Preuß, Nvske, Tr. Bell

Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 9,50 Uhr.

Tie Genehmigung zur Strafverfolgung gegen dsN Abg. Gandorfer wegen Vergehens gegen den Paragraphen 134 des Lereinszollgesetzes, int Zusammenhang mit dem Paragraphen 1 der Be­kanntmachung über die Regelung der Einfuhr front 16. Januar 1917, wird erteilt

Tie Beratung des Berfassungsenttmrrfs bei dem gestern zurückgestellten Artikel 18 (Länder- frage) wird fortgesetzt.

Abg. U l i tz k a Zentt.) glaubt, daß durch die von Lobe, Trimborn und Heitre vvrgeschlagene Fassung des Artikels 18 eine Grundlage in dieser Frage geschaffen ist, daß insbesondere die bedrohten (tzebiete, wie z. B. Oberschlesien, dadurch bie Mög­lichkeit gewinneit, im Verbände des Deutschen Rei­ches zu bleiben.

Abg. Hofmann (Sv-.) erwartet eine Er- flännig der preußischen Regierung, daß sie einem Zusammenschluß der thüringischen Staaten nichts in den Weg legt.

Ä6g. H am pe (T.-Ntl.) tritt für die Bildung eines selbständigen Niedersachsens ein.

Abg. Heile (Tem.tt Wenn es möglich wäre, alles, was nichtpreußisch ist, in dem preußischen (Staat aufgehen zu lassen, dann rtxftrbe ich damit einverstanden Jein. Aber dieser Weg tst nickst gang­bar. Es würde sich gegenüber dem norddeutschen Block ein süddeutscher bilden, möglicherweise unter Führung Oesterreichs und wir hätten banst statt der Einheit eine Zersplitterung.

Abg. Graf Dohna (D. V.): Die Fasiung deS Kompromisses ist sehr wenig durchsichttg. Die Lichttgste Frage, wer darüber zu entscheiden bat, ob Reichsintercsse vorliegt, ist vollkommen offen gelassen.

Abg. Dr. Philipp (D.-N.): Wir erblicken in dem Kompromiß eine wesentltche Verschlechte­rung des Beschlusses der zweiten Lesung. Es ist der Verein hei tltchung des Reiches ungünstiger als die frühere Fassung. Preußen wird '.vohl zer­stückelt, aber die Vereinigung Thüringens wird nid)t besonders leicht gemacht. Wir werden den Attikel in ferner Gesamtheit ablehnen.

Abg. Koch-Kassel (Dem.): Wir erreichen das Ziel des Einheitsstaates dadurch, daß wir die ßuflänbigfcit des Reiches systematisch erweitern. Solange allerdings die süddeutschen Staaten Schwierigkeiten machen, können wir nicht allein von Preußen Entgegenkommen verlangen. Wir erwarten aber von Preußen, daß es mit der Autonomie seiner Provinzen vorangeht und auf diese Weise zur Annäherung an die süddeutschen Staaten kommt. Das Kompromiß ist eine Ver­besserung unb Klärung des Artikels 18. Wir kennen kein anderes Ziel, als das des Einheits­staates.

Abg. H ö r s i n g (©oj.): Die Bewegung, die vberschlesien zu einer selbständigen Republik

Aus Stadt «nd Land.

Gießen, den 1. Äug. 1919.

** Amtliche Person all nachrichten. Am 25. Juli wurden der Finanzassessor Richard Bender aus Hungen yum Ministerialrevisor bei bet Buchhaltung des Ministerrums der Finan­zen, und durch Entschließung des Hessischen Lan- desamtS für das Bildungswesen der Lehvamts- teferenbar Heinrich Völzing zu Bad-Nau­heim zum Lehramtsassessor ernannt. Dem einst­weilig zu Vilbel angestellten Lehrer Alexander W e i n e r t wurde endgültig eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Vilbel übertragen.

Die Ernte beginnt. UeberaU klingen bie Sensen, unb in langen Weihen liegen die Garben, um abends zu Häuft» zusammengestellt zu werben. Der fleißige Landmann folgt sogleich den Schnittern mit dem Pflug, um für den Herbst Grünsuttec für das Vieh und die berühmten Stoppelrüben zu säen, zu deiwn im Herbst hof­fentlich nicht wieder dec Hammelbraten fehlen wird. Der Roggen oder wie der Landmann sagt bas Korn liefert sowohl in bezug auf Körner als auch Stroh einen guten Ertrag. Die schweren Aehren hängen tief zur Erde herunter. Tie Wintergerste, die in einzelnen Orten angebaut wird, ist bereits eingeerntet. Der Weizen steht sehr üppig da und verspricht ebenfalls gute Ertrage. Die Sommerfrucht, Gerste und Hafer, ist kurz geblieben, so daß das 'Futterstroh knapp ausfallen luirb. Hoffentlich hält das gute Erntewetter weiter an, damit die Ernte gut eingebracht werden, kann.

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2 bis 3 Wochen qe: gütung in Nir.- men? Für Vehr, tret oder Föriin; )etßgeeignet Mi:: jebote erbeten en

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