Ausgabe 
1.7.1919
 
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g der Zwangs zweck der Er

Negrider erhoben. 6om 1. Juli ds.

1919.

Helden, bneter.

mod)t, billigere Ware beizubringen. Durch frühere ' "ttc das Lebens-,

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Rachniungsablegung und Berick-iie hätte das Le! wittelamt Mißdeutungen in der Bevölkerung beugen können. Tas LebenAmittelamt soll aber jetzt nicht mehr kaufen, ohne vorher den Lebens-, mrttelausschuß beftagt zu lieben.

Berg. Kren zien spricht $ur Geschäfts­ordnung, da die Beratung nicht auf der Tages-'

^Stadtv. Winn (D. V.) begrübt den Bericht und hätte schon öfter eine solche Übersicht der Geschäftsführung gewünscht. Er beantragt, bic 9üt» gelegenheit dem Lebensmittelausschuß zu über^ weilen und zu bestimmen, daß das Lebensrnitteln amt von jetzt ab nicht mebr ohne Zustimmung« des LebensmittelausfchusseS lautet soll. Er wünscht ferner, daß der Kleinhandel mehr berücksichtigt wird.

Stadtv. Diener (Soz.): Es wird aus öriiM zipicllen Gründen gegen das Lebensmittelamt vor- gcgaugen. Ter Großhandel, der 5Ueim<mbcl undt die Schieber wünsä^n den freien Handel. Tio gerügten Lebensmittel sind in Anbetracht bet Um stäube nickst zu teuer. Tee Kartoffeln : in reit teilweise verdorben, «ohne baß man dem Lebens-« mittelamt einen Vorwurf daraus marl>en könnte. Für Kaffee und Sckwlvlade war vor drei ^odxnt em großes Bedürfnis vorhanden. Tie Geschäfte verkauften diese Waren zu außerordentlich l»l)cni Preisen. Damals war das Kaffee- unb Selwststade-« angebot preiswert und die Ware wäre in jenenTagew sckstcmk abgenommen nvrben. Tie Preise in Hiaiin» heim im dortigen Kvnsumverein sind nicht nied-t rüger. Seife kostet 12,20 Mk. bas Pfund, in Lani^ pertherm 12 Mk., Olivenöl 32 Mk., Schmalz 12 bis 14 Mk., vorige Woclpe noch 18 Mk. in Gießen, beute 17 Mk. An dem Tage, da Schmalz hier zu: 13 Mk. abgegeben wurde, kam zu mir ein Schleiche Händler mid bot Sckunalz zu 13,50 Mk. an. Beb dem Hinweis, daß die Stadt für 13 Mk. verkaufe, meinte er, das könne keine reell erworbme Ware sein. Speck kostet in Mannl)cim 1112 Mk., Kartoffeln 40 Pf., in Worms 34 Pf., in Offen­bach 35 Pf., Kaffee in Mannheim 20 Mk., ge«< brannt, roh 16 Mk., Reis in Worms 2,80 Mk., in Mannheim 4,50 Mk., Bohnen und Linse» 2,402,80 Mk. in Akannhäm, Worms, Lampert­heim. Tie Preise, die das Lebensmittelamt nr Gießen nimmt, sind danach an und für sich nicht zu hoch, und in Anbetracht der Verhält­nisse gerechtfertigt. Tas Lebensmittelamt Ijat noch nicht fehl gekauft. Versckstedenen Händlern mögen billigere Angebote gemackst uvrden sein, es handelt: sich aber bab.i um Luftofferten oder gestohlenes! Gut. Großhändler, Kleinhändler und Sckneber wol­len das Lebensmittelamt lahm legen. Solange bic jetzigen VerMtnisse andauern, ist es Psliä>t des Lebensmittelamtes, die Preise herabzu- drücken. Ter Großhandel hat es roodj, nicht ver^

ordnung stand.

Stadtv. Dr .Ebel (Tem.) beantragt erst die Tagesordnung zu erlogen und wenn Zeit verbleibt, die Debatte strrttufüh.en.

Stadtv. Winn (D. B.) beantragt Ueberwei- fung an den Lebensmittelausschuß.

Stadtv. Sommer (Tem.) ist der Ansicht, daß der Punkt Besprechung der Lebensmittelver­hältnisse in der Tagesordnung hätte aufgeführt werden müssen. Er beantragt, erst die Redner­liste zu erschöpfen.

Beig. Krenzien teilt mit, daß die Mittei­lung erst nach der Festsetzung der Tagesordimng dringlich wurde.

Stadtv. Winn (D.D.) beantragt eine be­sondere Sitzung anzuberaumen.

Stadtv. Noll (Dem.) beantragt Weiterfüh- rimg der Debatte, damit auch gegenteilige An­sichten zu Worte kommen.

Stadtv. Neuen ha gen (D. V.) beantragt ebenfalls besondere Sitzung. Dem schließen sich an Stadtv. Vetters (Soz.) und Stadtv. Schmahl (D.-N.), der sich dagegen verwahrt, daß Großhandel, Kleinhandel und Schiebertum auf eine Stufe gestellt werden.

Beig. Krenzien beantragt die Besprechung der Lebensmittelverhaltnisse in der nächsten, Sitzung.

Stabtb Fourier (U. S. P.): Ter Lcbcns- mittelausschuß ist bisher üocrlstmpt noch nicht zu­sammengerufen worben. In Gießen besteht mit Recht oder Unrod)t eine Mißstimmung, die sofort beseitigt »verden muß. Talstr sollie der Lebens­miltelausschuß im Anschluß an die Sitzung tagen.

Stadtv. Ebel (Dem.) hält eine weitere De­batte für unfruchtbar, beantragt aber, den Herren, die auf der Rednerliste standen, das Wort zu lassen.

Stadtv. Volz (S^.) beantragt, den Punkt als ersten aus die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu setzen.

Stadtv. Noll (Tem.) möchte die bisherigen Ausführungen alS nichtöffentlich erklärt wissen, damit nichts davon in die Presse gelange.

Ter Antrag des Stadtv. Volz wird Mm Beschluß erhoben.

(Schluß folgt.)

hier um reelle Ware hanoeft. Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß es sich hier um Fleisch handelt, das bei der Demobilmachung von den Militärbehörden mit großem Ver­lust abgestvßen wurde. Ich mache darauf auf­merksam, daß wir seinerzeit in Lollar Waren übernommen hätten, die wir auch teilweise billiger

als jetzt abgeben konnten.

Es wird weiter angeführt, daß Kaffee von Köln zum Preise von 10,50 Mk. pro Pfund an» geboten werde. Dazu ist zunächst zu bemerken, baß der Kaffee bei der Ausfuhr aus dem besetzten Gebiet der Beschlagnahme der Alliierten und der deutschen Reichsstelle unterliegt. Außerdem weiß man noch lange nicht, ob es sich in bezug auf die Qualität um ein reelles Angebot handelt.

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zu 56 Mk. verkauft.

Es wird nun die grundsätzliche Frage zu prüfen sein, ob es Ausgabe des LebenS- mittelamtee ist, ausländische Kolo- nialwaren.wennauchüberdemHöchst- prcis, einzukaufen.

Es ist anzunehmen, Paß mir Abschluß des Friedens und Wegfall der Blockade eine allge­meine Senkung der Lebensmittelpreise ein treten wird. Es wird nun zu entscheiden sein, ob man diese zu erwartende Senkung dem freien Handel überlassen, oder durch eigene Maßnahmen zu einer beschleunigteren Senkung beitragen soll. Ich stehe persönlich aus dem Standpunkt, daß es Aufgabe des Lebensmittelamtes ist, zu einer möglichst beschleunigten Senkung der Preise beizutragen. Selbstverständlich wird diese Senkung auf verschiedene Bevölkerungskrcise auch eine nachteilige Wirkung ausüben. So wird zunächst der Schleichhandel betroffen. Es ist natürlich keine Frage, daß die Schleichhändler die Lebensmittel keineswegs zu billigeren Preisen als die Stadt werden ein laufen können. Tie zweite Gruppe, die notleiden wird, werden die Klein­händler sein. Soweit diese ausländische Lebens­mittel zu höheren Preisen eingekauft haben, wer­den sie ost ganz empfindlichen Schaden erleiden müssen, sobald die Stadt durch eigene Einkäufe diese Preise herabdrückt. Weiter ist zu bebenten, daß die Stadt, wenn sie die Ware den Kleinhänd­lern zur Verteilung überläßt, diesen auch die Ver­kaufspreise und damit den Gewinn vorfchrcibt. Tiefer betrug z. B. beim Kaffee 95 Pf. pro Pfund, bei der Schokolade 35 Pf. Tie Preise, die dem Kleinhandel hierbei vorgeschrieben werden, ent» sprechen zweifellos nicht dem Gewinn, mit dem er sonst zu rechnen pflegte. Anderseits müssen wir mit Rücksicht auf die allgemeine Preislcuerung und die Notlage des Publikums bestrebt fein, die Preise so niedrig als irgend möglich zu halten.

Soweit nun Angriffe gegen die Art des Ein­kaufs vorliegen, .dürften diese am richtigsten der Lebensmitteldeputation zur Prüfung überwiesen werden. Sic wäre seinerzeit zweifellos herangezogen worden, wenn sie schon bestanden hätte. Es ist aber auch zu bedenken, daß es sich meist nicht um Geschäfte gewöhnlicher Art han­delt. Ter Ankaufsort ist gewöhnlich sehr ent­fernt und erfordert eine zehn.- bis awöljstunbige Eisenbahnfahrt. Ter Telephon- und Telegraphen- verkchr ist sehr erschwert, mitunter ganz unter­bunden. Tie notwendige enge Verbindung zwischen Verkäufer und der Stadt Gießen ist daher nicht immer möglich. Dazu sind die Angebcüe meist ziem­lich kurz befristet. Es wird also, wenn der,Einkauf weiterhin sortgeführt nxrben soll, sehr schwierig sein, die Fühlung mit der Lebensmitteldeputation im einzelnen vorzunehmen.

Vielfach wurde eingcroertbet, daß die Leb en 5» mittel anderswo z u billigeren Prei- s c n abgegeben würden. Sollte dies zutreffen, so wäre es vor allem für die Gießener Klein- und Großhändler ein betrüÄiches Zeichen, wenn es ihnen nicht gelingen sollte, diese Waren hcranzu- biingen. Ich habe nicht feftftdlen rönnen, daß an­fangs Juni derartige Lebensrnittel in Gießen bil­liger verkauft wurden, als dies jetzt seitens der Stadt geschieht.

Die Herren, bte die Eingabe versaßt haben, gaben an, diesen Schritt im öffentlichen Interesse unternommen zu haben. Man muß daher auch erwarten, daß sie bei ihren sonstigen Geschäften das öffentliche Interesse nicht aus bat Augen

Ein weiterer Angriff richtet sich gegen bte Verteilung von F le t schkon se r ve n. Tiefe Fleischkonserven flammten vom Reichster-- wertungsamt. Sie mußten von diesem übernommen werden, da das Lager mit Rücksicht auf die drohende Besetzungsgcsahr geräumt wurde. Tie Büchsen wurden zu 10,50 Mk. ab Lager Über­nommen. Dabei mußte die Stadt aber auch noch das Risiko für Fehbüchsen übernehmen. In den Original listen beßtud-n sich häufig Backsteine usw., die vorher nicht ^eüzustellen amen, da die Kisten nur auf ihr Gewicht nachgeprüft waren. Ferner wurde der Stadt Tcinerla Garantie für Qualität und Haltbarkeit geleistet. Es waren Schwarzblech­dosen. Soweit (Kirn Oessnen schlechter J.'hall fest- gestellt wurde, mußten die Toten von der Stadl zurückgenommen werden. Für die Abholung der Büchsen vom Lager und Vornahme der Ver­teilung hat sich die Stadt pro Stück 45 Pf. be­rechnet. Diese Kosten sind im wesentlichen auch aufgebraucht worden. Tie Metzger erhielten 50 Pf. pro Büchse. Dieser Gewinn kann nicht als Über­mäßig hoch bezeichnet werden. Hieraus ist also ohne weiteres ersichtlich, daß die Stadt, keinerlei Einfluß aus die Preisgestaltung hatte. Hätte die Stadt die Konserven nicht abgenommen, bann wären sie eben, anderweit verkauft worden. Heute habe ich ein Angebot vom he ssischen Lan­desernährungsamt erhalten. Tiefes bietet dieselbe 2 Kilo-Rindfleischdose zu 17,65 Mk. an. Tie Stadt hat dieselbe Büchse beim Rcichsernäh- rnngsamt für 10,50 Mk. gekauft. Das Reichs- trnäljrungiamt ist allerdings nachträglich mit einer Nachforderung von 100 000 Mk. an uns heran* getreten, die wir aber ablehnten. Daß dieselben Büchsen von anderen Städten für 7,50 Mk. ver- k.nust werden, kann hier nicht nachgeprüft werden. Weiter steht auch nicht fest, ob es sich um dasselbe Fleisch handelt. Sollte das Reichsernährungsamt anderswo billiger verkaufen, so wäre dos höchst ^bäuerlich. Weiter wurde erwähnt, baß einzelne Städte Fleischkonserven zu 1,65 Mk. pro Pfund abgaben. Ta das Rindfleisch im Kleinhandel mehr als 2Mk. kostet, ist es unmöglich, daß es sich

lassen.

Was die 9lu f bebun . . wirtschaft den Hauptzweck der Eingabe anlangt, so bin auch ich der Ueberzeugung, daß der freie Handel sobald als irgenb möglich wieder iu seinem Rechte kommen soll. Voraussetzung ist allerdings genügendes Angebot, so daß An­gebot uno Nachträge den Preis bestimmen können. Solange dies noch nicht der Fall ist, muh die gegenwärtige Wirtschaftsform beibehalten werden.

Aus die Aeußerungen in der letzten.Stadt­verordnetensitzung zurückgreifend, möchte ich be- mqjfen, daß das Lebensmittelamt in seinen Ein- napmen und Ausgaben von Geldern nicht selbständig ist. Alle diese Einnahmen und Ausgaben müssen durch die S t a d t k a s s e geben und werden von der Bürgermeisterei verchgt. Tas Lebensmittelamt selbst hat nur eine Zahlstelle. Tas Lebensmittelamt ist also nicht in der finge, selbständig eine Ausgabe zu machen. Weiter ist zu bemerken, daß das Lebensmittelamt jeden Monat auf Grund seiner Bücher einen Ab­schluß macht, der jeden Monat der Stadtverwal­tung vorgelegt wird. Von Zeit zu Zeit erfolgt eine Aufnahme der vorhandenen Warenbestände. Tie letzte Aufnahme erfolgte am 15. Mai. Tas Lebens­mittelamt besitzt selbstverständlich Belege und führt die vorgeschriebenen Bücher, schon deswegen, weil die Abrechnung durch die Oberrechnungskammer in Darmstadt nachgeprüft werden muß. Der jetzt

abgeschlossene Friede wirb der geeignete Zeitpunkt fein, über die verflossenen Kriegsiahre eine Ge­samtabrechnung aufzustellen. Im übrigen ist das Lebensmittelamt jederzeit in der Lage, über sämt­liche Einnahmen und Ausgaben Auskunft zu erteilen.

Tas Eingesandt im Gießener A n- z e i g e t bemängelt in seinem ersten Absatz die hohen Preise für Orangen, Zitronen, Kirsckstii usw. Die Regulierung der Ob st preise hat im Kriege bte größten Schwierigleiten bereitet. Mit polizeilichen Maßnahmen ist nach den gemachten Erfahrungen am allerwenigsten zu erreichen. Vor einigen Tagen ist man in Frankfurt zu diesem Schritt über gegangen. Tie Polizei bat sämtliches Obst beschlagnahmt und die Verkaufspreise fest­gesetzt. Die Folge mar, daß in ganz Frank urt das Obst aus den Läden 0 e r f chw and und hin­ten herum dem vergrößertem Risiko entsprechend höher verkauft wurde. Aus diesem Wege erreicht man nichts. Eine wirkliche Herabsetzung der Preise ist nur zu erzielen, wenn man für aus­reichende Ware z u billigeren Preisen sorgt. Unter den bisherigen Umständen ist dies natürlich Lehr schwierig, mitunter kaum möglich gewesen. Tie Stadt hat mit Rücksicht auf die hoben Preise selbst Zitronen und Orangen ein- gekauft und in den Marftlauben wesentlich billiger abgelebt. Zur Kirschenverjorgung ist zunächst zu bemerken, daß die Kirschen in hiesiger Gegend noch nicht reis sind. Was jetzt hier angeboten wird, .kommt aus südlicheren Gegenden. Am letzten Samstag hatten wir hier zum ersten Male Kirsclien Händler aus Roßbach auf dem Markte. Sie hatten bisher ihre Ware in Frankfurt ab­gesetzt. Weiter hat die Stadt sich iefbi't eine gewisse Menge von Kirschen gesichert. Sie hat verschiedene Kirschenbäume frei gekauft und wird die lieber» führung der Früchte auf den Markt veranlassen. Bei vorsichtiger Schätzung dürfte sich das Pfund auf 1,20 bis 1,40 Mark stellen. Eine not­wendige Folge dieser Maßnahme wird ein all­gemeines Sinken der Kirschenpreise. sein. Vor­läufig sind die Früchte aber in hiesiger Gegend noch nicht reif.

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LjntjBtfttdamt tauft solche Öart in ungeheuren lagen zu Milliommbetnägen. Allein die beiden I ekel Kaffee und Schodola« dürften nach unserer ttrrfliruiig etwa 300 000 Mk. erfordern.

I Ter hiesigen Grvßlwmdelsvereinigung wurden L 22. 2)tai 1919, sowie Mitte Juni, fast fämt* Ipt oben angeführten Artikel etwa zur Hälfte |([iger angeboten. Ehe die Grohhandelsver- |^ung sich zum Einkauf entsckstoß, setzte sie sich L xr Preis Prüfungsstelle für Oberhessen in Der- kvmg, >vo erklärt wurde, eine (Genehmigung Lt Arkauf könne nidjt gegeben werden, selbst tat es sich um auf legitimem Wege erworbene fcrm handele.

I Und was macht daS hiesige Lebensmittelamt? I Ter Zweck unseres Schreibens ist, die ver- Michen Stadtverordneten zu bitten, die Be- ijniff« des hiesigen Lebensrnittel- ritd aus die Stufe zurückzusühren, wozu es °r!lich von Anfang an bestimmt war, nämlich 4ilimg und Ueberwachung rationierter Waren.

Tie m letzter Zeit vom fiebenslnittelamt ge- -j.cn w löen Einkäufe müssen im Interesse der lymei'.rlj.it und des elj.baren Handels unbedingt terbkiben und ferner ist es nötig, daß bei allen v und Verlausen das fiebcnSmittelamt Ver- lfr des Groß- und ^Kleinhandels pnd der Kvn- rofreine als Sackwerständige zu Rate gezogen D w üalMalionen und .Preisfestsetzungen vor- rgt werden.

Lief der heutigen unsicheren Marktlage ist es ib.üi.igt nötig, vorsichtig zu Werke zu geben, nii der EiiUvohnersckBift und auch der Stadt- |c Derluste erspart werden.

Der Nechenschastsderichl.

btadtamtmann Dr. Seid: Zu der Eingabe t jtlcinhändler ist zu bemerken, daß die Kar- ssel bei ie fer u n g der Stadt durch den oinunalverband räußerst knapp war. Er war nicht der Lage, die erforderlichen, mehrere tau- b Zentner Kartoffeln nachzuliefern. Alle 2k» langen, auf dem platten Lande Kartoffeln auf- Bufen, blieben oljne Erfolg. Die Kellerbcsichti- ggm stellten auch tatsächlich fest, das; Kartofieln ht mehr abzugeben maren. Die Schivierigkeiten bn Kartosselversorgung wurden dadurch noch bt» )>ers gesteigert, daß seit November 1918 über 00 Personen in Gi'.ßeu zugezogen sind, sämtlich noch nachträglra) mit Kartoffeln ver- ft werden mußten. Dazu kam, daß ein großer il der Bevölkerung mit seinen Rationen vorzeitig (rnbe war; auch diese Personen konnten natürlich dit ohne Kartoffeln, dem Hauptnahrungsmittel, lullen 1 verben. ,

I Da wurden nun die Kommissäre des Kommu- »dnbandes, die Vereinigten betreibe» Hub l er , beim Lebensmittelamt vorstellig und flirten, baß sie in bet finge seien, die Stadt mit ,tl än d i scheu Kartoffeln zu versoraen. Mi'ichls der großen Notlage wurde dieses An- fot trotz des boljen Preifes von 40 Mk. pro mtnrr angenommen und der Oberbürgermeister illte die erforderlichen Kredite zur Verfügung, eraufhin fuhren ein Vertreter des Lebensmittel- me3 und der Vereinigten Getreidehändler nach m Abnahmeort, wohin die Kartoffeln von einer brntr Firma aus dem besetzten Gebiet gebracht Aden. Die Besichtigung ergab verhältmsmäßig «>- Veschasfenheit der Ware. Ich muß feststellen, m wir nur durch diese Zufuhren in der Lage kren.bic Ernährung und Versorgung der Bevölkc- pfl weiterhin durchführen zu können, yhne diese Mindii'chen Kartoffeln waren nrir schon Anfang Aii Vvllstänbig ohne Kartoffeln gervesen. Der Reis betrug 40 Mk., ging später aber auf 36 Mk. nmler. Aus Anordnung des Oberbürgermeisters Inbc der Kleinhandelspreis aus 30 Mk. festgesetzt.

ent Händler blieb ein Verdienst von 2 Mk. für rincr, der angesichts des hohen Preises nur als tbrig zu bezeichnen ist.

Anläßlich des Ankaufs von Kartoffeln wurden in der betreffenden Firma auch andere Kolo- ifl I ro a r e n angebotim. Diese Angebote stellten d sämtlich niedriger als die Preise, zu denen ha­lb, Anfang Hum, diese ausländisck^n Kvlonial- ncn in den hie st gen Geschäften verkauft wurden, ir alte Stadtverordnetenversammlung war bereits stelöst, während ihre Nachfolgerin noch nicht ihr |t angetreten Ijattc. Auch die Lebensmitteldepu-, Ion mürbe erst später gewühlt. Deshalb wurde der Mftsführer des Konsumvereins, Diener, zu 1 State gezogen. Nach dessen zustimmendem Gnt- ;cn wurde die Angelegenheit gleick)isalls dem rrbürgermeifter unterbreitet, der dem Ankauf zu- itmte und die erforderlichen Kredite bereitstellte. 1 derselben Zeit, da diese Verhandlungen scl»web- 1, lief auch ein Angebot einer Mainzer Firma 1 ausländischen Kolonialwaren ein. Dieses be- letc Angebot wurde nach seiner Ablehnung durch Großhändler-Vereinigung von der Stadt ange- nmen. Taraufljin fuhr ein 83ertretet des

msmittelamtes nach der Grenze des besetzten stetes und kaufte verschiichene Kolonialwaren ein. 1 diese Zeit wurden in den hiesigen Kleinhandels-

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