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Nr. 51 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Tberheffen)

Samstag, 1. März 1919

Am

* * Amtliche Personalnachrichten.

20. Februar d. I. wurde den Bauassessoren Martin Grünewald zu Alsfeld und Franz Pabst zu Mainz der Titel und Rang eines Bauinspektors verliehen. - Entlassen wurde aus dem Staatsdienst am 24. Fe. bruar der Vorsteher der landwirtschaftlichen Winter, schule zu Lich, Oekonomierat Dr. Reinhold Wetz, auf sein Rachsuchen mit Wirkung vom 1. Februar 1919 an. - Am 18. Februar d. I. wurde der Forst- wart Wilhelm Konradi aus Oppenheim a. Rh. zum Forstwirt der Forstwartei Dorndiel, Oberförsterei höchst, ernannt. - Am 24. Februar d. I. wurde der Oberförster der Oberförsterei Isenburg, Geh Forstrat August Reih zu Darmstadt, auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste in

^Goetheschule^

iHealftoff.,oerb nuvorfchule,ert.LinsährigenzeugLs

Letzte Nachrichten. Line gewaltsame Unterbrechung der

Münchener Rätefongrefics,

München, 28. Febr. (WB.) Ms in der Nachmrttagssitzung te5 Rätekvnqresses eben Minister Unterleithner sein Referat über die Kommiss ionsbeschlüsse beendete, dir die Plattform iür die Klärung der politischen Lage darstellrn sollen, erschien plötzlich naclMittags gegen j UTrr eine Abteilung der republikanischen Schutztruppe in Stärke von 15 bis 20 Mann im Sitzungssaal und nahm bei den Bänken der fpttrturiiiifdjen Wrl.ünger Steilung. Mit vorge­haltenem Revolver kommandierten diecingedrungenenSoldaten: Lände hoch! Es entstaiid eine furchtbare Aufregung. Mle Tclegierten im Saal hoben die Hände in die £>ölje. Ter Führer des Kommandos rief mit er» Ebenem Revolver zur linken Seite des Hauses: Wirkönnen unsnichtmehrlängervon Lumpen der Straße regieren lassen! Wir brauchen eine richtige Regierung! Die Sol­daten des Kommandos packten darauf Dr. Levien, der am Mriristerlisch saß, und führten ihn ab, ebenso die kommunisnschen Arbeiterrats- mitälieder Mühsam und Landauer. Die Verlor ftuug wurde von einigen Bänken der Mehr» hnlsfoziallsten mit Beifall begleitet. Auf den Zu- hövcrtribünen setzte ein gvoßer Lärm und Propst ein. Die Tribünen wurden geräumt, nur die Pressevertreter dursten bleiben. In der ständig wachsenden Erregung forotte sich der Präsident des Kvngvesses N i e k i s ch nur scl-ver Gehör verschaf­fen. Er protestierte gegen das Eindringen der Soldaten und ftiriUe ansdrücktich fest, baß die Leitung des Kongresses mit dem Vorfall nichts M tun habe. Ich gebe Ihnen mein Ehietznwtt! Bravo!) Er empfahl, so ort eine Untersuchungs- tommission einzusetzen. Schärfster Protest gegen das gewaltsame Eindringni der Soldaten inurbe von versänedenen Seiten erhoben. Tie Erregung ivuchs bis zur Siedehitze. Ter Unabhängige Tel­ler geißelte die Verletzung der Souveränität des Rätekongresses als größtes Verbrechen. Er sagte: Tie Sämtztruppe steht unter dem Kommando des Stadtkommandanten Dürr. Diese muß sofort ver» hastet werden. Solche Vorfälle treiben nur in den Vürg^krieg Mit vorgehafteiiem Revolver be» kämpft mau keinen Gegner. (Pfuirufe links. Toben gegen die Melz-rheitssozialisten.) Der Vorsitzende des Cifldatenrates Sauber erklärte, daß l/hrter dem Putsch weder die Mehcheit, noch die linken Sozialisten stehen. Es sck?cine eine bestimmte Per» sünlichkeit dahinter zu stecken. Man will provo­zieren! Tie drei Genossen müssen sojbrt wieder herein. Nur so faim der DürgerSrieg verhindert rovrben. Präiident Niekisch: Es muß aufs fclpärsste verurteilt werden, ein Mitglied aus die­sem Hause heraus zu verhaften. (Tobende Zu- slchnnums. Hierauf protestierten noch wettere Red-

An» Statt rind Land.

Gießen, 1. März 1919.

Lebensmittel.

Auslandsbutter. Dom Lebensmittelamt wird mitgeteilt: Die von der Landes-Milch, und Fett- stelle zu Darmstadt überwiesene Auslandsbutter kommt von der nächsten Woche ab zur Verteilung. Der Verkaufspreis mußte unter Berücksichtigung des höheren Einkaufspreises und der sonstigen Unkosten auf 5,90 Mk. per Pfund festgesetzt werden. Der auf die Person entfallende Anteil von 40 Gramm kostet 48 Pf.

* Freibank. Montag, 3. März 1919, werden von 12-4 Uhr die Nummern 901-1100 beliefert.

* * Seifenpulver-Ausgabe. Dom 28. Fe- bruar bis zum 3. März d. 3 einschließlich werden in den Kleinhandelsgeschäften 100 Gr. Seisenvulver zum Preise von 12 Pf. gegen Abgabe des Abschnittes 10 der Lebensmittelkarte ausgegeben. Näheres siehe De- kanntmachung.

Der Samenverkauf im Turmhaus wird nur noch von kurzer Dauer sein. In nächster Woche kommen nur noch Buschbohnen und Erbsen ver- schiedener Sorten zur Saat zum Verkauf.

Erhöhung der Preise für Nähfäden ufro. Infolge der starken Steigerung der Produktions- kosten ist seit der Veröffentlichung der Preise für Nähgarne ufw. den Spinnern von der Kriegsrohstoff- Abteilung eine bedeutende Erhöhung der Preise für die Rohqespinnste zugebilligt worden, so daß die Reichsbekleidungsstelle dis von ihr am 1. Februar 1919 bekanntgegebenen Preise für fertige Baumwollnäh- faden und baumwollene Strick- und Stopfgarne mit Wirkung vom 19. Februar 1919 ab hat erhöhen müssen. Die neuen Preise sind im Reichsanzeiger vom 18. Februar 1919 veröffentlicht worden.

uachgcgrbcn würde, ha ber Reichsrrrt feine aus- l chlaggebcnde Stellung wie der bisherige Bundes- rat einnchme. Beim Schul- und Verkehrswesen habe man es freilich an der nötigen Eitergw i gegenüber den Einzelstaaten fehlen lasseri. 4/ie Frage nach bet Neuaufteilung der Bundesstaaten, die im wesentliäsen die Zerlegung Preußens be- ' trifft, wurde von dem Gesichtspunkt gestreift, daß die Größe des Reiches von diesen Problemen gar nicht abhängig sei. Als eine echte Temokrattsie- nmg stellte ^er Vortragende im weiteren die Tatsache hin, daß im Entwurf von den A.- und S.-Räten gar nicht gespvoä>en werde, und cs sei Äießlich noch aus den Erörterungen des Redners der Hinweis auf den Liberalismus envähnt, dem der Entwurf in der Aufstellung der Grundrechte eine Stütze verleihe. In der folgenden Aus- 'prache übte Herr Prof. Dr. G m e l i n noch an einigen Punkten des Entwurfes Kritik, schloß sich aber im wesentlichen den Ausführmigen des Herrn Geheimrat Mittermaier an, nur glaubte er die barten Abweichungen des ersten Entwurfes von dem gegenwärtigen, an dem er selbst mit gewissen Richtlinien beteiligt war, noch besonders betonen zu müssen.

* Die Gesellschaft zur Förderung des oberhessischen Handwerks und Kunstgewer­bes hat einen Wettbewerb zur Erlangung von Ent- würfen für Möbel ausgeschrieben. (Siehe Anzeige.)

(Eine Frauen-Versa mmlung findet Diens- tag, 4. März, abends 7'/, Uhr, im Saale des Hotels Schütz statt. Frau Marie Kahle wird überDie Arbeit der Nationalversammlung in den letzten Wochen" sprechen.

** Ein Zeichen der Zeit bildet eine Nachlaß-Versteigerung, welche Donnerstag nachmittag im Saale zum Pfau in der Neustadt ftattfand. Etwa 500 Bietungs- lustige hatten sich eingefunden, von welchen mindestens 300 auf dem Hofe standen. Es wurde unter anderem ein Eßzimmer für 2800 Mark und ein Nußbaum-Schlafzimmer ohne Kleiderschrank, das mindestens 30 Jahre in Gebrauch gewesen ist, für den gleichen Preis verkauft. Ein zweitüriger alter Kleiderschrank brachte 250 Mk ein, ein Eisschrank fand einen Liebhaber für 180 Mk., 6 Nohrstühle gingen mit 220 Mk. fort. Ein Taselservice für 12 Personen, in seiner Dekoration durch­aus geschmacklos und unmodern, erzielte 350 Mark. Für Gegenstände des täglichen Ge­brauchs in Porzellan wurden Preise bezahlt, welche über die heutigen, nicht einmal billigen Ladenpreise weit hinausgingen. Eine gewöhn­liche Wasserflasche mit 2 Gläsern erzielte un­ter anderem 5.50 Mk., ein Ofenschirm, aus gewöhnlichem Schwarzblech mit schon verschab- ter Lackierung erreichte mit 17.50 Mk. den Höchstpreis, ein Spiegel, der im Frieden mit 3 Mk. gekauft werden konnte, wurde mit 17.50 Mark bezahlt. Zwei Fenster Tüllgardinen er­zielten 240 Mk., zwei Fenster schon gestopfte Zugrouleaus 80 Mk., ein glatter, baumwolle­ner Fenstervorhang erreichte sogar ein Höchst­gebot von 37 Mk. Dabei waren die Ersteher all dieser Herrlichkeiten noch glücklich, für ihr gutes Geld etwas bekommen zu haben, denn die versammelte Menge, darunter der über­wiegende Teil aus den umliegenden Ortschaf­ten, war beim Bieten wie besessen. Erfahrene, regelmäßige Besucher von Versteigerungen schüttelten über die Höhe der abgegebenen Ge­bote den Kopf und erklärten, man tue bei diesen Preisen gut, alles zu verkaufen, was man besitzt, um ein reicher Mann zu werden. Aller Tant und Plunder, der sich ja in jedem Haushalt mit der Zeit ansammelt, wurde bei der Versteigerung ausgcboten und weit über seinen Wert bezahlt. Selbst die Familienbilder erzielten der alten, unmodernen Rahmen we­gen Gebote, die mindestens dreimal soviel be­trugen als die Umrahmung neu gekostet hat. Die Versteigerung wurde mit Dunkelwerden abgebrochen, um spater eine Fortsetzung zu erleben.

* In den Schwarz. Weiß-Lichtspielen, Seltersweg 81, gelangt von Samstag bis einschließ­lich Montag das Monurnental-Filrnwerkßufanbra, die Königssklavin" zur Aufführung. Maffenszenen von Römern und Germanen werden bei hervorragen- der Aufmachung von nur erstklassigen Künstlern aus- geführt. Dieser Film führt in oie deutsche Vergangen- heit zur Zeit der Völkerwanderung zurück.

Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34. Ab heute bis Montag tritt Emil Sondermann in seinem Lust- spielDie Notbremse" auf. Außerdem wird das DramaDie Vase der Semiramis" gegeben.

Landkreis Gießen.

H: Lang-Göns, 27. Febr. Vor einiger Zeit fand hier eine stark besuchte Versammlung derjenigen statt, die unter der Brennstoff- knapp h e i t und damit zusammenhängend miter den hohen Preisen für Brennholz bei den Ver­steigerungen leiden. Ter Gemeinderat hatte vor­her schon beschlossen, jeder Familie zum Prelle von 30 Mk. 1 Meter Hartholz abzulassen. Es (tratmen bei der Verteilung etroa 400 Familien ht Betracht Tie Versammlungsteilnehmer wünsch- ten aber ebenfalls zu einem billigen Preis die Zuteilung van je 5 Meter Wellen. Tie in der Versammlung anwesenden Gemeinderäte erklärten, vaß die Eltzüllung dieses Wunsches nicht gut mög­lich ist, 'weil es an den nötigen Arbeitskräften fehlt, die Wellen zuzurichten, uiti> well man auch yeev selt, ob Material genug vorhanden ist, um die er- svrderlichen 2000 Meter Wellen liefern zu können. Nun erfährt inan aus Kreisen der Gemeinderäte, daß man sich in der Versammlung nicht geirrt hat, als man erklärte, man habe zu dem Gemeinderak das Vertrauen,, daß er im allgemeinen Jntevtsse den Wünsclnrn der Bewohner willfahren würde. Es soll nämlich die Absicht bestehen, den 400 In­teressenten in der Gemeind: soviel Wellen Holz zum Taxpreis zu überlassen, als irgend möglich ist. Wenn keine 2000 Meter, so hofft man doch etivas über 1000 Meter sertigzubrrngen und das was vorhanden ist, gleichmäßig an oie Haushaltungen zu verteilen.

Hessen-Nassau.

--- Frankfurt a. M., 28. Febr. Am Samstag gesellen sich zu der Fülle von Tanzsälen, die Frank- furt bereits besitzt, zwei weitere mit gewaltigen Kosten aufgeführte Luslbarkeitslokale, der Eldorado- Palast und die Dlumensäle. Wie gering das bißchen Geld geachtet wird, zeigen die für die vom Samstag

den Ruhestand versetzt.

Reifeerlaubnisscheine. Mehrfachen Klagen zufolge, die Bureaustunden, an denen die Reise­erlaubnisscheine ausgegeben werden, seien ungünstig gelegen, haben wir uns an das Polizeiamt Gießen gewendet und folgendes erfahren: Die Personal- und Raumoerhältnisse erlauben es nicht, die Dienststunden hierfür zu vermehren. Reiseerlaubnisscheine werden ausgestellt täglich von 10'/,-12 Uhr und 47,-6 Uhr. In besonders dringenden Fällen können auch Sonntags von 11-12 Uhr Scheine ausgestellt wer- den. Auskunft darüber, an welcher Stelle dies ge- schieht, gibt jeweils die Polizeiwache.

* Notgeld des Kreises Friedberg. Es wird darauf hingewiesen, daß nach einer Bekannt­machung des Kreises Friedberg die Umlaufsftist des nom Kreis Friedberg ausgegebenen Notgeldes in Scheinen von 5, 10 und 20 Mk. am 1. April endigt und die Scheine bis zu diesem Tage bei der Kreis- kaffe des Kreises Friedberg einzulösen sind. Nach diesem Tage haben sie keine Gültigkett mehr.

"Jur Behebung der Arbeitslosigkeit ist durch Anordnung an die Baubehörden des Landes Vorsorge getroffen, daß alle Bauarbeiters im De- reich der Staatsbauverwaltung, die infolge des Krieges seither zurückgestellt waren, und solche Ar­beiten, die für die nächste Zeit als notwendig erkannt sind, unverzüglich vergeben werden, wobei von der Möglichkeit freihändiger Vergebung in größerem Umfange Gebrauch gemacht werden soll, um das Ver­fahren abzukürzen. Die Inangriffnahme und Aus­führung der Arbeiten wird mit Nachdruck betrieben, sobald und insoweit die Unternehmer mit den nötigen Baustoffen versehen sind, eine Frage, die allerdings in erster Linie von der befferen Kohlenversorgung ab- hängt.

*» Einstellung von Angestellten und Arbeitern. Bei vielen Gewerbetreiben­den und Handwerkern bestecht die Befürchtung, daß sie Migeswllte und Arberter, die sie letzt zur Bewerkstelligung vorliegender .Aufträge erstellen könnten nach .Aufhören der Arbeit nicht wieder entlassen dürften, daß sie vielmehr gezwungen, ivürden diese «Arbeitnehmer zu behalten. Aus diesem Grunde sollen trotz Varliegens von Au,- trägen keine Neueinsdellungen erfolgen. Demgegen­über weist das TemobilmacknrngSamt daraus lnn, daß die Vorschriften über Zulässigkeit von Kün­digungen uni) KüntngungSfristen ut der Verord­nung über die Einstellung, Entlassung uno Gmt- lvhnung gewerblicher Arbeiter während der Zert der ivirtschaftlichen Demobilmachung vom 4. Jan. 1919 und in der Verordnung über die Emstellung, Entlastung und Entloh:rung der Angestellten front 21. Januar 1919 sich nur auf die wieder­ringestellten Kriegsteilnehmer und die bei dem Inkrafttreten dieser Ver­ordnungen beschäftigten Arbeitneh­mer beziehen, nicht aber auf sonstige Ange­stellte und Arbeiter, die zu einem späteren Zett- mrrdt eingestellt werden.

** T ie Demvkratische Partei hatte gestern abend ftnGroßh^rzog von Heften" ihre Mitglieder zu einer öffentlichen Versmnnllung ern- >zcladen, in der Herr Gehcwnrat Pws. Dr. M i t - lermaier überDie Reichsvcrfassung^ sparch. In weniger alS einem Jahrhundert sei das deutsche Volk zum drittenmal auf gerufen wor­den sich eine Verfassung zu geben; diesmal müsse e& 'den Wurf aus sich heraus wagen, da kein Bismarck ilyui znr Seite stehe. Ter Verlust der inneren .-öarmvnte und der Diangel an Verständ­nis für die Volksseele mürben als die Haupt­schwächen bezeichnt, über denen wir Msarnrnenge­krochen seien Jetzt aber sollten wrr uns als stolze Revolutionäre betauten und mit Vertrauen an btc Arbeit gehen, deren Ertrag unseren Enkels zum Segen gereichen möge Der Redner stellte nachdrücklich fest, .daß das Reich als solches ge­blieben sei: es lebe in der Nationalfrenammlung, und wenn sich das Volk durch sie allein, ohne Mitwirkung ber Einzelstaaten, eine Verhaftung gäbe, so sei dies ein großer Gedanfe. Jin $>m- blick auf den Entwurf selbst sei es als ein Fort­schritt zu begrüßen, daß in Gesetzgebung um» Ver­waltung den Einzttstaateil, obwohl sie als solare sehr wohl ihren Bestand bewahrten, nicht viel

In« Theater oderKonzert enwfinbet man eS äußerst peinlich und kommt um den ganzen Genuß, wenn neben uns jemand sitzt, der unangenehm nach Schweiß riecht. Wer stark transpiriert, gebrauche täglich das neue flüssige SchweißmittelManaxol", das gegen übermäßigen Achsel-, Fuß- oder Handschweiß vorzüglich wirkt, ohne der Gesundheit auch nur im geringst. zu schaden. Sie werden uns dankbar fein, wenn wir Sie auf das einfache und vielfach ervrobteToileltemittel aufmerk­sam gemacht haben Für Mk. 4.50 die Flasche zu haben bei A.Noll, Drogerie zum Kreuz, Gießen.

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ncr energisch gegen die schmachvolle Handlung und die Verletzung der Immunität von Mitgliedern deS Rätekongresses. Nach einer Viertelstunde erfdneneu Dr. Levien und Mühsam wieder im Sitzungssaal. Sic waren auf die Znterven- tion von Mitgliedern des Hauses von der Wacht wieder sreigclassen worden. Bei ihrem Erschenwn im Saal wurden sie stürmisch begrüth. Gs nmrt* ofort eine UMcrsuchungskommissron eingesetzt. Dir Sitzung wurde unterbnxiicn.

Die Beschlußfassung.

München, 28. Febr. (WTB.) Fn der heu­tigen Nachmittaassitzung des Rätckongresses wurde ein Antrag Mühsam, der den Wortlaut hat: Ter Landcskongrcs; der Arbeiter-, Soldaten- und Dauernräte beschließt: Bayern wird zur sozialen Republik ausgerufen. Die gesamte Gesetzgebung und Vollzugsgewalt.wird dem in diesen A-, S. u. B-Räten repräsentterten arbeitenden Volk zu gewiesen" mit 234 gegen 70 Stimmen abgelebt. Tagcacn wurde ein An trag Eichmüller-Landau mit .großer Mehrheil angenommen. Ter Antrag enthält folgende Punkte: Der Landtag bleibt vorerst vertagt. Die Tagung des prvvisorrschen Nattoncklvats wird für gefdrtohen erklärt, lieber den Termin der Wieder- einbcrufung des Landtages cntfcfjvtxt das provi­sorische Ministerrum in Gemeinschaft mit dem Aktionsausschuß. Die jetzige Tagung der A-, S. u. B.-Räte stellt den provisorischen Nationalrat des freien .Volksstaates Bayern dar. Ter, zur Wahrnehmung der Geschäfte zu biDende Aktions­ausschuß besteht auS 33 Mitgliedern. Die Mitglieder des Aktionsausschusses können jeher* zeit vom provisorischen Nationalrat abberufen werden. Ter AktivnsaussckMß wälstt aus seiner Mrtte einen 7 gliederten Natio-nallrat, dessen Mit- altebcr wieder dem Aktionsausschuß veuantwortlich sind und von ihm abberufen werden können. So­bald die VeLHAtnisse es gestatten, wird dem ge.- samten Volke das am 4. Februar proklamierte StaatsgrunL^esetz zur Abstimmung vvrgelegt. T i c künftige Berfassungdes freien BvlkS- staates Bayern Ivtrb von der Hrofrisyrischen Negierung in Gemeinschaft mit dem Attionsaus- schuß aiisgearbeitet und dem gesamten Volke zur (SntidKidung vvrgele<ft. Der Kongreß der A., S.- u. B.-Rätr wälstt ein neues Ministerium unter Hinzuziehung eines Bauernbüirdlrrs als Lantnoirtschaf.sminrster. Dem Minileeium für Kultus und Unterricht wird eine Abteilung für Volksaufklärung angegliedert. Das Gesamtminisrerium soll dem Zentralrat bzw. dem pwvisorischm Nationalrat verantwortlich sein. Der Zentralrat wird mit den Parteien der Mel/rheits- f-ozialisten. Unabhängigen und des Baue-nrbundcs sofort zusammentreten, um über die Bildurrg eines Ministeriums zu beraten, das sich am Sonnabend früh dem Kongreß vorstellt.

Die Einkehr der Ordnung in Düffeldorf.

Düsseldorf, 28. $ebr. (WTB.) Durch tatkräftiges und überraschendes Vorgehen be? Hauptmanns Licht schlaa, der mit einem klei­nen Vortrupp des 'westfälischen Freiwilligen-KorpS sofort nach seinem Eintreffen Haupt bahn Hof, Dahn Hof Derendorf und fonsdige öffentliche Gebäude beietzte, wurden die Spartakisten völlig überrumpelt. Mit der Entwaffnung wurde unter Aufsicht der inzwischen gebildeten Bürger- wehr bereits erfolgreich begonnen. Vereinzelter schwacher Widerstand wurde schnell gebrochen. Eine Anzahl Spartakisten wurde verhaftet. Die Harwt- kräste des Freiwillitzen-Korps mit Airttllerie, Kn- vallerie und .Maschrnengewehrabteilungerl werden nachmittags erwartet. Das Hauptquartier ist int Stäudehaus, dem bisherigen Sitze des kommuni­stischen Arbeiterrats. Der Kommandeur der Re- gierungstruppen ruft die Bürgerschaft auf, die Waffen abzugeben und bei der Ermittellrng der Spartakiften zu -helfen. Weiter wird gemeldet, daß die Regierungstruppen die Sammelplätze der spartakistischm VolkSwehr, tvelche eilig flüchtete, besetzt naben. Große Mengen Waffen und Mu­nition und die Liste sämtlicher VolkswehrmänTter wurden beschlagnahmt. Der Eindruck des raschen Sieges der Regierungstruppen ist stark. Der Jubel der Bevölkerung (über ine Befreiung äußert sich laut. Tie meisten Spartakistrnführer und revo­lutionären Größen, darunter der sogenannte Ober-, büiaermeifber Schmitgen, sind geflüchtet. TaS meist gehaßte Vvllzugsratsmitglied Ochel soll aus der Flucht aus seinem Kraftwagen herau^eholt warben sein und so untrügliche Beweise der VolkS- timt bafroimetragen Haben, daß er schwer verletzt. von den Soldaten geborgen wurde. Frau Ochel und ihr Sohn sind einstweilen verhaftet. Die Polizei fahndet nach den bisherigen Machthabern. 3m Rathaus wurden die Regierungstruppen von dem Beigeordneten Tr. Thelemann begrüßt. Ihr Führer erhärte, Befehl von der Reichsregierung zu haben, die Ordnung in Düffeldorf iviederherzu- stellen, Sicherheit für Stadtverwaltung und Bürgerschaft zu sck>affen und tnc Arbeitswilligen zu schützen. Die Kasernen und das StändehauS sind von den Spartakisten vollständig ausgeplun- dert worden. Im Gebäude der Pvlizeiverwaltung wurden nur noch einige Kontvollbeantte des Ar­beiterrates vorgefünden, die nach Hause geschickt wurden.

Die Not der Preffe.

Weimar, 28. Febr. (WB.) Von den Deutsch» nationalen ist folgende Anfänge erngeMngen: In­folge de§ l)«rrschenden Paviermangcls fiarat diedeutsche Presse rb^en Aüfgabeil weder im Inlande noch in k^tzug auf die nctroe idige wirksame Vertretung der Reichsinteressen gegenüber dem Ausland gerecht werden. Was faim und will die : Regierung tun, um diesem Notstände ab&uMfcn?

bis Dienstag von den Maskenballoeranstaltern ge­forderten Eintrittspreise. In Broßftankfurt kostet die Karte 10, im Ioologischen (Barten gar 15 Mk. Und der Andrang dazu ist gewaltig . . . Auf der einen Seite Heere von Hungernden, Frierenden und Arbeiis- losen, auf der andern Praffer und Schlemmer. Fünf Minuten davon steht mit gespanntem Düchsenhahn der Feind, der uns wirtschaftlich den Hals immer mehr zuschnürt. Derweilen aber tanzt man hier auf dem Vulkan.

== Frankfurt a. M., 27. Febr. Tie Stadtverordnetenversammlung be willigte heute allen städtischen Beamten, Ange­stellten ufto. eine einmalige Teuerungszu­lage fron je 100 Mk. Xie dafür aufzuwendende Summe beträgt choa 1 100 000 Mk. Für den Bau fron 60 Notwohnungen in Baracken stellte man 720 000 Mk. zur Verfügung, für die Anlage einer Kleinwohirunassiedlung im Rieder- roalb 3 125 000 Mk. ;ur Verfügung. In einem Ausschußbericht über ixe Brennlwlzbeschaffung der Stadt wurde mitgeteilt, daß die Stadtverwaltung für 16 Millionen Mk. Holz eingekauft und dabei mehr als 6 Mill. Mk. Verlust gehabt habe, ungc- redmet den Schwund und die ungeheuren Dieb­stahle an Holz. Bei dem Holzverkaus hätten Händ­ler und Schieber die Stadt geradezu genial hinein- gelegt. Im Laufe von drei Moriaten muß der Maaisttat eine Entgegnung auf die Gutachten der Sach-verständigem der Versammlung vorlegen. Kaufmann Leo Oppenheim schenkte der Stadt zu gemeinnützigen Zwecken 100 000 Mk.

Kreis Wetz:irr.

** Wißmar, 1. März. In der hiesigen Zigarren­fabrik von Rinn & (TIoos wurden in der Nacht von Donnerstag auf Freitag über 30000 Stück Zigarren und Zigarillos gestohlen. Don den Tätern fehlt noch jede Spur.

Hochschul-rachrichten.

== Frankfurt a. M., 27. Febr. An der Universität wurde ein Lehrstuhl für Aerostatik und Aviatik errichtet, der dem bisherigen Straß­burger Professor von Mieses übertragen wurde. Tie Stadtverwiltnng berief den Prvstssor Weidenreich» Straßburg nad> Frankfurt, um für das WerkTie Stadt Frankfttrt im Kriege" den Abschnitt ,Lebensmittäversorgung(' zu be­arbeiten.

Frankfurt a. M., 28. Febr. An der Univer­sität Frankfutt a. M. hat sich einNationaler Bund Deutscher Studenten" gegründet. Seine Hauptaufgaben sind der Zusammenschluß sämtlicher Akademiker zur Förderung des nationalen Gedan­kens, ihre politische Schulung durch Diskussionsabende und die Derttetung der Interesssn der Kriegsteil­nehmer. Er hofft, alle korporierten wie nichtinkor­porierten Studenten, gleichgültig, welcher Parteirich­tung, wenn sie nur auf dem Boden der Relchseinheit flehen, zufammenzuschließen, um dadurch die drohen- den Gegensätze und Spaltungen in der deutschen Stu- dentenschaft zu überbrücken. Auch mit den gleich­gerichteten Bestrebungen anderer deutscher und deutsch- österreichischer Universitäten will der Bund in Der- binbung treten.

Spfelplan 6es Siebener Stadttheater,.

Sonntag, 2. März, nachm. 21/. Uhr: Durchs Ohr. Kl. Pr. 6 Uhr: Das Dreimäderlhaus. Gew. Pr. - Montag, 3. März, abends 6 Uhr: Der Kuckum. 17. Dienstags-Abonn.-Dorst. Gew.Pr. Samstag, 8. März, abends 6 Uhr: Der Glückskandidat. 18. Freitags- Abonn.-Dorst. Gew. Pr. - Sonntag, 9. März, nachm. 2'/, Uhr: Die beiden ßeonoren. Kl. Pr. 6 Uhr: Schwarzwaldmädel. Gew. Pr. - Montag, 10. März, abends 6 Uhr: Faust. Auß. Wonn. Gutscheine haben Gültigkeit.