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4.6.1913 Drittes Blatt
 
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Nr. <28

Drittes Blatt

Erscheint räg»q mtt Ausnahme des Sonntags.

General-Anzeiger für Oberheffen

TieGießener ZamMenblätter" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das »-Krtisülatl f8r den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit- fragen erscheinen uronatlich jroennaL

Redaktion, Expedition und Truckerei: Schul- strahe 7. Expedition und Verlag: fcgä) 51. Redaktion:112. Tel.-2ldr..AnzeigerGießen»

_ dbg. Dr. Claim <9?at( > bemängelt die Anrechnung eines Postens von 11^71,24 Mk. zu Lasten Bad-Nauheirns für die Aufstellung des Schmuckhofes auf der Landesausstellung Darm­stadt 1908 und wünscht Aufklärung.

Minister Tr. Braun: Er erklärt in längerer Darlegung die Entstehung dieses Postens. Es gäbe zwei Wege: cntmcbcr man bewillige diese Summe nachträglich oder man ziehe sic nachträglich von dem Ausstellungsgewinn ab.

Mbg. Bähr (wild) spricht sich gegen die Belastung Bad- Rauherrns aus.

Mg. Dr. Osann -9?atL' beantragt Ueberwcisung der Rc- glerungsantwort an den Ausschuß.

Das .Haus beschließt demgemäß.

^)luß der Sitzung 1,15 Uhr. Fortsetzung morgen 10 Uhr.

Mittwoch, 4. Zuni <913

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universikäts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

veremznachrichten.

Ju.'ii. Boni 31. Mai bis ?. Juni hielt der Hessisch -Naffaulsche (Marn - Rhein ° Gan) Verband Gabels­berg e r s ch e r St e n o g r a p h e n hier seinen 3 4. Verband s- t a g ab. In der rzeitversammlimq ivurde der Verband du» ch Ber- treter der Staatsregierung nnd Stadt begrüßt ; die Festrede: Ans dem.Wege zur Emheitsstenographie" hielt Magistrats-Syndikus ~r- § Uler au§ (yranffurt a. HL In der am Abend vorher ab­gehaltenen Vertreterveriammlnng konnte über eine erfreuliche E,,t- iDidhing des Verbandes berichtet werben. Tie Gabelsbergersche ^^"Oäraphie hat sich m Hessen-Nassau zum verbreitetsten System entroitfelt und ist in Hessen schon nahezu das Einheitssystem qe- ivorden. Mit einer --.eilnehmerzahl von rund 1200 steht das bei diesem Verbandstag abgehaltene Welt schreiben an der Spitze aller bisher von Unteroerbänden eines Systems veranstalteten Wettbewerbe. Es errangen Preise ans Gießen: _20 Silben: 3. Pr, Otto Trapp (Gym.), lobende Erwähnung: Rudolf Fourier

hessische Zweite Kammer.

_ b.°; Darmstadt, 3. Juni.

Ter Präsident Korell-Angenrod eröffnet die Sitzung um 10 35 Uhr iind weist in einigen einleitenden Worten aus das Wich­tige der Tagung hin.

Punkt 1 der Tagesordnung: Dringlicher Antrag der Abg. Dr. Osann, Brauer, Reh, Ulrich: Wir beantragen, Großh. Negierung zu ersuchen, alsbald eine Vorlage einzubrmgeii, durch die der neugegrüiideten Zentralkasse der hessischen landwirtschaft­lichen Genossenschafteii verzinsliche Darlehen aus der Staatskasse gewährt werben. Hierzu liegt der bereits mitgeteille Ausschuß antrag vor, dreses Tarlehn aus 1 Million sestzusetzen. Tie daraus dem Ausschuß erteilte Regierungsanlwort ist gleichfalls schon be- rannt gegeben.

Abg. Henrich (Fortschr. Vp.) begründet den Ausschußantraq rote folgt:

Diese Bereitwilligkeit der gesetzgebenden Faktoreii ist das Wirkungsvollste und Wertvollste an der Aktion. Tas Vertrauen der Bevölkerung zu dem Genossenschaftswesen wird znrückkehren, wenn Regierung und Kammern Vertrauen zu ben Genossen­schaften und ihrer neuen Zentrale zeigen. Ohne die Rückkehr des Vertrauens ist auch die Ctaatshilie zwecklos. Das Geld selbst könne natürlich auch ganz gut gebraucht werben. Der von der Preustenkaffe eingeräumte Kredit von 6 Millionen ist Wechsel- kredit, für die laufende Rechnung fehlen die Gelber umsomehr, als die einzelnen Genossenschaften mit einem beträchtlichen Teil 'brer Mittel bei ber Genossenschaftsbank festgelegt siub. Der Weg ber Hil'c müsse über die neue Zentrale, die Hessenbank gehen. Es seien ihr zwar mir 216 von 500 bis 600 Genossen­schaften nut einer Hilissnmme von 374000 Mark und 187 000 Mark Geschäftsanteilen angeschlossen. Aber der Staat könne sich nicht mit einzelnen Genossenschasten befassen, durch den Anschlliß an die Zentrale werben sie an der Staatshilse beteiligt. Außer Betracht bleiben zunächst die in Konkurs oder in Liquidation bc ßxdlichen Genossenschaften, sowie die Genossenschaftsbank. Die Verhältnisse sind hier noch zil wenig geklärt, nm jetzt schon eine Entlcheidling zil treffen. Jedenfalls schließe die heutige Entscheidung wertere Hilfe nicht aus. - Im Antrag des Ausschnsses wirb 1 Million gefordert. Gedacht iit ein billiger Zinssatz, etwa 3 Proz., niii damit die neue Zentrale finanzkräftiger zu machen. Redner weist in diesem Zusaniinenhange auf die geringen Vermögensbestänbe ber Genossenschaften des Reichsverbandes im Verhältnis zu den fremben Geldern hin. Es sei nicht richtig, den Kredit allzusehr auf die Haftsumme zu stützen. D,e Regierung stellt Hilie in Aussicht, soweit die Finanzlage es gestattet und sofern die Rückzahlung sicher gestellt ist. Der Verliist aus der Zuisenbifferenz kann nut Rücksicht nut deii^ Zweck getragen werben, er bient zugleich zur Erhaltung eines Teiles ber Slenerkrait. Wegen ber Sicherheit müsse man die Vorschläge ber Regierung abwarten. Wichtig ist bie Frage der Staatsaufsicht. Solange ber Staat mit Gelb beteiligt ist, ist eine staatliche Kontrolle selbstverständlich, ohne daß bas ein Mißtrauens­votum gegen bie neue Zentrale ober eine schäbliche Hemmung ber genosienschaitlichen Tätigkeit zu bedeuten braucht.

Maii kann da an einen Staatskommissar denken, ber in alle Vorgänge Einblick hat unb von dessen Genehmigung alle wichtigen Entscheibungeil abhäiigen. Voil der einen Seite wurde im Aus­schuß dauernde Staatsanfsichl ans dem Wege der Beteiligung des Staates als Mitglied bei der neuen Zentrale und dementsprechende Vertretung im Vorstand und Aussichtsrat gewünscht. Dem ivurde von der anderen Seite widersprochen, weil damit der Genossen- ,-tzaftsgedanke gelähmt und dem Staat eine viel zu iveitgehende Heranwortimg aufgeladen wurde. Auch bie Genossenschasten selbst werden lieber Herr im eigenen Hause bleiben ivolleii. Diese Meinungs- verschiedeuheit soll heute mir an gebeutet werben, ausgetrageii kann ne-wenn überhaupt nötig erst bei Beratung ber dernnächstigen Vorlage ber Regierung werben. Heute handelt es sich um eine Kundgebung für die bedrängten Genossenschasten, denen man heute Zurtlseu wolle: Hallet aus und verziveifelt nicht, der Staat bringt Hilfe. Auf die moralische Wirkung dieser Kuiidgedung kommt eS vor allem an, und deshalb sei auch im Ausschuß gewünscht worben, daß dessen Antrag möglichst einstimmig werben möge".

Er weist bann aus folgenden Beschluß ber Sonderkornmission der Landwirsichaftskammer hin, der gestern gefaßt wurde: 1. Die Uebernahme von Hypotheken der Kreditgenossenschaften durch die f-'andeshypothekenbank bezw. durch die Bezirkssparkassen wirb emp­fohlen, um den betreffenden Kassen das zurzeit vielfach fehlende Betriebskapital zu verschaffen. 2. Die Einräumung eines Staats­kredites in Höhe von 1 Million Mark an die Zentralkasse in Darmstadt zu einem mäßigen Zinssatz wird allseitig empfohlen. 3. Tie Aufsicht bezw. Kontrolle der Zentralkasse durch die Regie- ritng durch einen Staatskommissar wird als wünschenswert be- nichnct. 4. Die Bereitstellung eines Staatskredites für direkt notleidende Genossenschaften nach dem Antrag des Abg. Tr. Ainller erscheint wünschenswert.

Abg. Schmitt (Z.) beantragt eine einstündige Pause, damit die Frattionen zu dieser Begründung Stellung nehmen tonnten.

Minister v. Hombergk: Zu dem Antrag des Abg. Winkler, her eine staatliche Aufsicht wünscht, Jjat die Regierung zu be­merken, daß dazu mangels rechtlicher und tatsächliclter Unterlagen "?ch keine Erklärung abgegeben werden kann. Die Regierung ist aber bereit, auf diese Frage näher einzugehen, wenn diese Unterlagen vorliegen werden.

Nach einer einstündigen Pause wird über den Anirag ab- gestirnrnt. Tas Resultat ist die einstimmige Annahme des An­trages. (Lebhafter Beifalls

Tie Abgg. Ulrich u. E i ß n e r t haben eine Anfrage gestellt, der Regierung bekannt ist, daß das Kreisamt Offenbach o4 Offenbacher Schweinemetzgern gestattet hat, zwecks Boykottie­rung des städtischen Schlachthofes in einem Rumpenheimer orivatschlachthaus schlachten zu lassen.

Punkt 2. Regierungsvorlage über die Nachweisungen über ne Staatseinnahmen und -Ausgaben im Etatsjahr 1907 wird °hne Debatte erledigt.

Punkt 3. Besprechung der Anfragen der Abgg. Dr. Osann wd La ng: Teuerungsverhältnissc der Eisenbahnbediensteten betr. Um Zusammenhang hiermit stehen die Anfragen wegen Arbeits­zeit ber Lokomotivführer und die Anfrage wegen der Sonntagsruhe ur Eisenbahnbediensteten.

Abg. M o l th a n (Z.) ersucht die Regierung, den Wünschen ftr Eiseubahnbediensteten entsprechend bei den Direktionen vor­stellig zu werden.

Abg. Henrich (fortschr. Dpt.) bemängelt die unterschiedliche Behandlung der Eisenbahnarbeiter in den Direktionsbezirken Mainz pt-h Frankfurt.

.Wg. Korell-Angenrod (Bbd.^ wünscht Aenderung in der Ilisammensetzung der Arbeiterausfchüsse.

Abg. Lang (Natl.): Die Löhne sind nicht ausreichend er- °*t worden.

Abg. Dr. Osann (Natl.) vergleicht die beiden Berechrrungs- . frten: Stücklohnvcrfahren unb ZeiÜohnverfahren. Habe man sich 1 iniher gegen das Zeitlohnversahren gewandt, so stehe man heute . Pji einem anderen Standpunkt. Allgemein wird anerkannt, daß : letztere Verfahren für die Arbeiter vorteilhafter sei. Die i tanffurter Direktion zahle bessere Löhne als die Mainzer. . Punkt 4. Regierungsvorlage. Nachweisungen über die i ratseinnahoiLn unb Ausgaben im Etatsjahr 1906,

Hauptversammlung der Deutschen ttolonialgesellschaft.

~ Breslau, 2. Juni.

Unter dem Vorsitz des Regenten von Braunschweig, Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, trat in der Stabt der Jahr­hundertfeier der Erhebung des deutschen Volkes zur Besreimig von ber Fremdherrschaft die Deutsche Kolonialgesellschaft heute zu ihrer diesjährigen Hauptversammlung zusammen. Das Reicl>s- lolonia'amt, das Hamburger Kolonialinstitut, die Deutsche Kolo- niallchnle in Witzen hausen, das An tisklaverei-Komitee, der Frauen- bund der Tcutschen Kolonialgesellschaft, die Zentralauskunstsstelle für Auswanderer und die Deutsche Schutztruppe haben besondere Vertreter zu der Tagung entlaubt. Ter Jahresbericht ber Gesellschaft, dessen Erörterung an -erster Stelle steht, kommt noch einmal auf die Mifchlingsfr age in den Kolonien zurück, ivelche bie vorjährige Hauptversammlung in Hamburg sehr ein­gehend beschäftigt hat. Damals hatte die Gesellschaft im An- ichluß an die Reichstagsoerhandlungen in dieser Sache es im nationalen Interesse für unerläßlich bezeichnet, der Vermehrung des Mischlingstums in den deutschen Kolonien mit allen zu Ge- bote stehenden Mitteln entgegenzutreten. Sie sprach sich infolge dmen int Gegensatz zu der Entschließung des Reichstags dahin aus, batz die gegen die Ehe zwischen Weißen und Farbigen er- Iniiencn Verordnungen aufrechterhalten werden müßten und gab zugleich ber Ansicht Ausdruck, daß einerseits die Sicherstellung der Alimentation der außerehelichen Mischlinge ein Gebot ber Menschlichkeit sei, andererseits, daß dem außerehelichen Verkehr zwischen Weißen und Farbigen nach Möglichkeit entgegengetreten werde.

Auf diesen Beschluß ist inzwischen vom Reichskanzler v. B e t h m a n n H ollw e g eine Antwort e i ng etroffen, in ber mit Bezug auf die in der Entschließung ber Deutschen Kolonialgesellschaft behandelten Probleme der Alimentation der außerehelichen Mischlinge unb Verhinderung des Auskommens einer Mischlingsrasse ausgeführt wird, daß sie zu den wichtigsten Fragen ber Kolonialpolitik gehörten und den Gegenstand des an­dauernden lebhaitesten Interesses des Reichskanzlers bildeten. Ta indessen die besonderen Verhältnisse der Schutzgebiete und die Anichammgen der dort ansässigen deutschen Bevölkerung nicht un­berücksichtigt bleiben dürsten, seien zunächst die Gouverneure ausgefordert worden, die M i f ch l i n g s s r a g e n ben ^V^nemcntäräten zur Beratung vorzulegen, über das Ergebnis ber Beratung ausführlich berichten sowie auch ihren eigenen Standpunkt barzulegen. Im Anschluß daran hat der Vorstand dem Staatssekretär des Reichskolonialamts seinen Tank und jeinc Anerkennung für sein mannhaftes Eintreten jur ein Festhalten am Verbot der Mischehen ausgesprochen.

. Weiterhin ist auf Anregung der Deutschen Kolonialgesellschaft eine Härtere Bereitstellung von Mitteln für die geologische Erforschung der Schutzgebiete, insbesondere auf Kohlen, "folgt und veranlaßt .worden, daß. mit Rücksicht darauf, daß das deutsche Strafrecht auch in den Kolonien gilt, dafür Sorje getragen werde, daß bei der in Angriff genommenen Strafrechts­reform die Kolonialkreise recktzeitia .gehört werden.

Juch die neuen kolonialen Erwerbuna»n haben bie Teusiche Kvlonialgesellschaft nach wie vor beschäftigt, nach­dem von Hamburg aus angeregt worden war, bie Frage zu be- ra-C-j.' tti welcher Weise sich die Reick>sregierung mit ben sran- UstNcheil Konzessionsgesellschasteii unten Anerkennung bestehender Rechte am besten auseinandersetzen könne und durch eine wissenschaftliche Expedition sich seststellen läßt, ob die Möglich- leit gegeben ist, bie neuerworbenen Gebiete zu erschließen und der alten Kolonie anzugliedern. Insbesondere wurde angeregt, die öffentliche Meinung dahingehend zu beeinflussen, daß gleich wie im belgischen Kongo und in den deutschen (Gebieten die Kon- MNonen durch Achindung ber Gesellschaften beseitigt unb bamit bie wünschenswerte Handelsfreiheit in diesen Gebieten hergestellt worben ist, so auch in Kamerun seitens unserer Regierung vor­gegangen werben möchte. Dieser Beschluß ist bem Staatssekretär des Reickzskolonialamres zugegangen, eine Antwort ist jedoch bis heute nicht erfolgt.

In Sachen ber Schutztruppe hat die Kolonialgesellschaft antangs des Jahres folgenden Beschluß dem Reichstag unb bem Reichslolomalamt unterbreitet:Tie Deutsche Kolonialgesellschaft hält emo weitere Verminderung der Schutztruppe in Südwestafrika nach Lage der politischen und wirtschastlick-en Verhältnisse für unverantwortlich unb ersucht die Reicllsregierung zu prüfen, ob überhaupt die derzeitige Zahl hinreicht, um eine wirkfame Er­füllung ihrer Aufgaben unter allen Umständen sicherzustellen "

Von ben jonifigen Mitteilungen des Geschäftsberichts ist erwähnenswert die im letzten Geschäftsjahre zum erstenmal ion- stant gebliebene Zahl von Frauen und Mädchen, die aus Deutsch­land nach Südwest-Afrika übersiedelten. Im Jahre 1910 gingen 230, 1911 288, 1912 287 weibliche Personen mit Hilfe der Kvlonialgesellschaft nach Südwest-Aftika hinüber, zumeist Ehe­frauen, Kinder, Schwestern, Nichten und Bräute von un Schutz­gebiet lebenden Ansiedlern und Beamten. Ferner ist neuerdings eine oon Frau v. Fallenhausen auf Blackwater eingerichtete. Heim- farnt mit jungen Mädchen beschickt worden, die sich dort mit den Verhältnissen der afrikanischen Farm und Liauswirtschaft ver- trcrut^ machen sollen.

In Sachen der A k kl i m a t i sa t ivn s fr a ge in den Kolo­nien ist es innerhalb ber Gesellschaft zu folgendem Vorschlag ge- Sn: 1.-begabten Söhnen südwestafrikanischer Ansiedler den von schulen in Deutschland durch Gewährung von Stipen­dien zu gewähren. 2. die in den Kolonien befindlichen. Truppen­teile dadurch mit dem Mutterlande enger zu verknüpfen daß ihnen die Namen benimm ter Fürsten, z. B. 1. Südwestafrikanifches Reiterregiment Kaiser Wilhelm gegeben werden: 3. den Schutzgebie­ten eine parlamentarische Vertretung in Deutschland zu gewähren - 4 eine Verbilligung der Seereisen herbeizusühren. Voraussicht­lich werden diese Vorschläge auf der gegenwärtigen Hauptversamm­lung noch eingehend erörtert werden.

Ter schwerwiegenden Folgen ber Schlafkrankheit und Tie-sie-Krankheit der Tiere Hal die Kolonialgesellschast dadurch Herr zu werden versucht, daß sie 100 000 Mk. für Versuche zur Bekämpfung der Trypanosomen-Krankheit gewährt hat Ferner hat die Gesellschaft sich für die Stiftung einer Summe für die Verwendung oon Flugzeugen in ben deutschen Kolonien ringe, etzt.

Der M i t g l i e d e r st a n d der Gesellschaft hat sich gegen das Voriahr um 2029 erhöht und betrug am Schlüsse des Jahres 41162. Die Zahl ber Abteilungen der .Gesellschaft erhöhte sich ;

um 8. Neue Abteilungen bildeten sich u. a in Neuwied, Grimma, Gieße n.

Besonders interessante Verhandlungsgegenstände der diesjähri­gen Hauptversammlung sind: Ausdehnung des Eisenbahii- ii e tz e s in den Kolonien, die architekionische Ausgestaltung der Neubauten in den^Kolonien, die Ausdehnung des' Post sch eckver- kehrs auf Deutsch-Südwest- und Deutsch Ostafrika und Kamerun, dre Nutzbarmachung ber schiffbaren Wasserstraßen in Teutfch- L stasrika unb Kamerun, Aufklärung ber Arbeiterschaft über kolo­niale Bestrebungen, Errichtung der Selbstverwaltung in Süd- westafrika und die Verwenbung von Flugzengeii in ben Kolonien.

Naiiinchenschau des hessiichcn Lanücsoerdandes.

, Butzbach, 2. Juni.

-rie alliahrlich wicbctfebvenbc große K aninchenfchan des Lanbesverbanbes der Kaninche»züchter für Hessen sand Sams­tag, Sonntag unb Montag hier statt. Tie Ansstellnng war ans allen Teilen Hessens reich beschickt. Vom mächtigen belgischen Riesen unb deutschen Ricsenschecken waren bis zum dichtwolligen i'lngora-Kanincheti unb zum zierlichen Hermelin alle Rassen ver­treten, und der Züchter und Kenner stellte mit Genugtuung fest, daß wahre Prachtexemplare zur Schau gestellt waren, so daß manches gute Tier ohne Preis ausgehen mußte. Stadt, Land- wirtschastskammer, der Verband, Vereine und Private hatten reich­lich Rüttel für die Prämiierung gestiftet. Auch eine Verlosung war mit der Schau verbunden. Ter Besuch der Ausstellung war am Sonntag außerordentlich stark. Tie Preisverteilung hatte folgendes Ergebnis:

1. 2(bteilung Prämiierunqsklasse: Klasse I: A. Belgische Riesen (Rammler): Stadt-EhrenvreiS: Heinr. Diatthes-Tarmstadt, Ehrenpreise: Will;. Aletzger-Gambach, G. Storm U.-Weiterstadt, Ed. Ncunobel-Stangenrob. Kaninchen-Züchler-Ksiib in Klein-An­heim. 1. Preis: Jak. Moldau-Groß-Gerau, G. Falkenstein I Aben­heim, Heinr. Marr-Butzbach. 3. Preis: lh. Krug - Gießen, Beruh. Langsdorf-Bad Naliheim, Karl Happc-Offendach, Richard Wagner- Nackenheim, Heinr. Benner Il.-Gießen. B. Häsinnen: Stadt- Ehrenpreis: L. Steinbrecher-Darmstadt. Staats-Ehrenpreis: R. Weil und K. Weyel-Nidda, Steiiibrecher-Tarmstadt, Heinr. Marx- Butzbach. Verbands-Ehrenoreis: Gg. Pa»ily-Bad°Nallheim, Ä. Schuvpert-Groß-Gerau. Ehrenpreise: Dyonis Alühlbaucr-WormS, Jakob Keim-Worms, Karl Klein-Klein Auheim, W. Schubert- Groß-Gerau, I. Rupp-Darmstadt, Andr. Beyer - Neu-Isenburg, 1. Preis: Franz Weidner-Butzbach, PH. Peter-Weinheim i. B. 2. Preis: W. Schubert - Groß-Gerau, Will). Rose - Babenhausen. 3. Preis: Heinr. Benner II.-Gießen, Heinr. Kohn-Worms, Niartin Sch mall-Gießen, G. Storm II.-Weiterstadt, Fr. Dörr-Gries­heim b. Darmstadt, P. Bauer-Butzbach, Heinr. Marx-Butzbach, Karl Glaser-Worms, Math. Schmidt-WormS. Lobende Aner­kennung: H. Benner Il.-Gießen, Heinr. Linkmann-Butzbach, I. Burgmeyer-Laugen.

KlasseII. A. F r a n z ö s i s ch e Widder (Rammler): BundeS- ehrenpreis-Ph.Buchert-Friesenheim. 1. Preis: Adam Kadel-Birkenau, W. Tekenburg-Offenbach. 2. Preis: Jakob Keim-Worms. 3. Preis: Venn. Euler-Butzbach, Peter Haas-Worms, Ottokar Tiel-Worms. B. Häsinnen: Ehrenpreis: Th. Mönch I.-GneSheim bei Darm­stadt. 2. Preis: Adam Kadcl-Birkenan. 3. Preis: Herrn. Enler- Butzbach, A. Kadel-Birkenau. Lobende Anerkennung: Ferd. Schmidt- Butzbach.

Klasse III. A. Deutsche Ricsenschecken (Rammler'»: 1. PreiS: Ludw. Keil-Klein-Lindcn. B. Häsinnen: Staatsehrcn- vreis: Ernst Ulrich-Butzbach. 1. Preis: Ludwig Keil-Klein-Linden. 0. B e l g i s ch e L a n d k a n i n ch e n (Rammler): 3. Preis: Ang. Geduldig-Groß-Gerau, v. B c l g i s ch e L a n d k a n i n ch e n (Häsin­nen): 3. Preis: K. Happe-Offenbach.

Klasse IV. Andere Rassen: A. Blaue Wiener: VerbandsehrenpreiS: PH. Krautivurst-Laubach. 3. Preis: E. Bauer- Butzbach. B. Angora weiß: 3. Preis: Heinr. Augslein-Gries. heim b. D C. Holländer: Vcrbandsehrenpreis: Karl Kniß- Nidda. Staats-Ehrenpreis: K. Ott-Klcin-Ai>heim. Ehrenpreis: G. Falkenstem I.-Abenheim, 3. Preis: Heinr. Schmidt-Groß-Gcrau. D. Englische Schecken: Ehrenpreis: PH. Schulz-Nackenheim. 3. Preis: Eng.^Külmer-Worms, H. Marx-Butzbach.

Klasse V. Silber: A. Rammler: Staatsehrenpreise: Gotik. Krauß-WormS, Karl Weyel-Nioda, PH. Peter-Weinheim i. B. Vcr- bandsehrenpreisc: K. Völzing-Nidda, Jos. Recht-9rackenheun, PH Zimmermann-Großen-Lmden. 1. Preis: PH. Hasfer-Nieder-Weiscl. 2. Preis: Gottl. Krauß-Worms. 3. Preis: Jak Hoffmaim-Worms, Ph-Zimmermann-Großen»Linden, K.Ott-Klein-Auheim, W. Engel I.- Griesheim b. T. B. Häsinnen: Ehrenpreise: Jak. Mekcs-Langcn, Arnold Rost-Langen. 2. Preis: Heinr. Oelschläger-Birkenau, H. Kohn- Worms. 3. Preis: H. Kohn-Worms, Karl Klöß-Stangenrod.

Klasse VI. Hermelin: VerbandSehrenpreis: L. Geiger-Nidda. 2. Preis: K. Ott-Klem-?luhcim, Engen Kühner-Worms. 3. Preis: G. Häuser-Watzenborn-Steinberg, Alb. Eckhardt-Nidda.

Klaffe VII. Blak and tau: VerbandsehrenpreiS: Jak. Keim- Worms. Ehrenpreise: Rud. Breiiger-Friedrichsdon. Jak. Keim- Worms. 1. Preis: Karl Weyel-Nidda. 2. Preis: Rud. Brenger- Friedrichsdors.

2. Abteilung Verkaufsklasse: V Belg. Riesen (Rammler)- 2- Preis: Ernst Ulrich-Butzbach. 3. Preis: W. Rose-Babenhausen, M. o d) mall-Gießen (2). Lobende Anerkennung: Ludw. Steinbrecher- Darmstadt. 2. Belg. Riesen (Häsinnen>: 2. Preis: Heinr. Marr- Butzbach, Ludw. Steinbrecher-Darmstadt. 3. Belgische Land- 1- Preis: Ang. Geduldig-Groß-Gerau. 4 Französische Widder­s-Preis: H. Benner-Gießeii. 1. Preis: Willi. Metzger-Ganiback) (2) 3. Preis: H. Benn er-Gießen (2), W. Metzaer-Gambach. 5. Deutsche R i es cn sch ecken: 3. Preis: Ernst Ulrich-Butzbach, Martin S ch ma 11- Gießen, Heinr. Benn er-Gießen (3). Lobende Anerkennung: H Benner Il.-Gießen (2). 6. Silber: Lobende Anerkennung: Wilh. vadermami-Butzbach. 7. Blaue Wiener: 3. Preis: Emil Wahl- Butzbach. 8. Havanna: 3. Preis: E. Wahl-Butzbach, Beruh. Langs- dorf-Bad-Naubeim. 9. Hermelin und andere Rassen: 2. Preis, 3. Preis und lodende Anerkennung: H. Benner-Gießen. 2 Preis- Karl Völzing-Nidda. 3. Preis: Albert Eckhardt-Nidda. Lobende Anerkennung: G. Häuscr-Watzenborn (2).

3. Abteilung Pelz- und Lcderwarcn aus Kaninchen­fellen: Ehrenpreis: Ernst Bauer-Butzbach. 3. Preis: Franz Weidner- Butzbach, Ludwig Götz-Langen, Georg Setzer-Nieder-Biebelsback) Auster Wettbewerb hatte Peter Wohlfahrt-Worms sein berühmtes Kanmchenfutter ausgestellt.