Ausgabe 
29.3.1913 Viertes Blatt
 
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Nr. Z5

viertes Blatt

165. Jahrgang

Gießener Anzeiger

Erscheint KgNch mtt Ausnahme des Sonntags.

General-Anzeiger für Oberheffen

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8 Proz., Dürkopp 91/. Proz. und Kleher 16, Proz. Niedriger stellten sich Hilgers 71/» Proz., Schlinck Speisefett 12Vr Prozent. Privatdiskont 513/ie Prozent.

3,539,560

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I. Internationaler Musikpäüagogischer ltongretz.

O Berlin, 27. März.

Unter Beteiligung von über tausend Leitern, Lehrern und Lehrerinnen, rnüsil'pädagogischer Institute fast aller Kulturländer der Erde trat heute ifnti grossen Sitzungssaale des Reichstagsgebäudes der 1. Jnterrmtionale Musikpädagogische Kongreß, zu seinen drei­tägigen Verlzanülungen zusammen.

Tic Einladung dazu ist von dein Teutschen Musikpädagogischcn Verbände ergangen, der vor zehn Jahren in Berlin begründet wurde und seit dieser Zeit wiederholt deutsche Musikpädagogen- Kongresse veranstaltet hat, auf denen ein Teil der Fragen für Deutschland bereits gelöst wurde, die jetzt durch den internationalen Kongreß ebenfalls geprüft und erörtert werden sollen. Die Musik­pädagogen nicht mir deutscher Zunge beklagen es seit langem1, daß die Atusikwissenschaft bei weitem nicht die Stellung in der Oeffent lichkeit ein nimmt, die ihr gebührt. 'Ter Kongreß soll daher in erster Linie das Vorurteil ausrottcn, daß wissenschaftliche Vor- und Ausbildimg überflüssig sei zur Ausübung des Musiklehr­berufs. Tie Pflege und Hütung der Musik sei zum' mindesten so wichtig, wie die Pflege jeder anderen Kunst, zu bereit Ausübung und Lehre nur Berufene zugelassen werden. Während alle übrigen wissenschaftlichen Berufe eine entspreckwnde Vorbildung verlangten, seufze der Musiklehrerstand unter der Freizügigkeit, der lieber- füllung und der Unterbietung durch tausende von ungebildeten Elementen, die durch handwerksmäßige ^lächert die von den Musik­pädagogen angestrebte Kunsterziehung verpfuschten und unermeß­lichen Schaden in sie hineintrügen. Eine durchgreifende Reform des Musikunterrichts müsse daher mit aller Entschiedenheit ver­langt werden, damit nicht rohe .täppische Hände das erwachende Musikverständnis unserer Jugend zerstörten, zarte urusikalischc Empfindungen im Keine, crftid'ten und Seichtheit und Geschmack­losigkeit <nt ihre Stelle setzten. In diesem Sinne hat bereits der Erste deutsche Musikpädagogische Kongreß in Berlin 1903 den Regierungen eine große Reihe von ReforMvorschlägcn irnterbreitet, die jetzt durch den Internationalen Kongreß ausgenommen und auch für die Musikpädagogen anderer Länder Geltung erhalten sollen. Neben den wirtsclzaftlichcn Fragen soll der internationale Kongreß jedoch auch künstlerische Fachfragen, wie die Reform des Schiügesanges, den Kamps gegen die musikalisch? Schundliteratur, die Stimmbildung und Stimmpflege in der Schule, die Gehör­entwicklung, die Sprachausbildung u. a. M. erörtern.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktiomd^KI 12. Tel.-Adr.: AnzeigerGietzen.

Erinnerungen aus dem Leben des Leidmarschalls wolseley.

In vier Erdteilen hat der verstorbene Feld marsch all Wolseley gefochten. Er hat sich im Krimkriege mit den Russen geschlagen; er Hal gegen die rebellischen Indier, gegen die Chinesen, gegen die Birnnanen gekämpft, er hat gegen die Rothäute in Kanada und gegen die Aschantis und 'den Mahdi des Sudans Krieg geführt. Sein Soldaten- tefrctt ist ein Abenteuerroman, itrie ihn eben nur ein Offi­zier im Dienste des größten Kolonialreiches erleben kann.

Gleicl) im Krimkrtege wurde Wolseley auf die härtesten Proben gesteNt, und schon damals hatte er Gelegenheit, sich von der Rückständigkeit der englischen Heereseinrichtungen zu überzeugen, gegen die er nachher einen erbitterten und er­folgreichen Kampf geführt hat. Als er z. B. vor Scbastopol seine «erste Feldwache beziehen sollte, begnügte sich der Offi­zier, der ihr ihren Standort zu bezeichnen hatte, damit, in eine unbestimmte Richtung zu weisen, wo die Wache ihren Platzganz gewiß finden würde". So zog Leutnant Wol- fefet) auf seine Feldwache aus, von der er erzählt:

Man stelle sich das Gefühl vor, wenn man an einem frühen, kalten, rauhen Morgen, der so dunkel ist wie die finstere Mitter­nacht, im strömenden Regen abmarschieren soll, um einen ent­fernten Punkt aufzusuchen, zu dem man nur über ein grund- unb wegloses Borkshirer Moor gelangen kann, wo es keine her- vvrftehenden Landmarken gibt, und wo man zu solcher Stunde feine Aussicht bat, jemanden zu treffen, welchem man nach dem Wege fragen könnte. Weder Mond noch Stern war zu sehen, istt uns einigermaßen Nord und Süd cinhalteii zu lassen, und doch sollten wir eine Kompagnie ablösen, welck>e auf uns wartete, und sich natürlich sehnte, ins Lager zurück­zukommen. Das Abenteuer verlief überraschend, aber glücklich.

DieSkfiener §amtlienblätt«r" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für Öen Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen 3eib fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Börscn-Wochen-ericht.

_ Frankfurt, 28. März.

Die Stimmung hat an Zuversicht gewonnen, wenngleich dem Verkehr noch etwas Uneinheitliches anhaftete. Das Publikum begann zögernd einzugreifen, aber die Hauptumsätze entsielen auf die Berufsspekulation, die sich angesichts der beginnenden poli­tischen Entspannung zur Vornahme von Deckungskäufen veranlaßt sah. Günstig wirkte die Erklärung Greys über den Standpunkt Englands nnd der Mächte zu den Balkanfragen. Die Börse gewann daraus die Ueberzeugung, daß die Mächte über die Balkan- probelme einig geworden sind. Dieser Eindruck wurde noch durch die Flottenrede Lord Churchills verstärkt. Trotzdem sieht sich die Börse zu einer abwartenden Haltung veranlaßt. Im Zu­sammenhang mit der zuversichtlichen Beurteilung der politischen Lage hat die Lage d e s G e l d m a r k t e s eine leichte Besserung erfahren. Die Reichsbank wird in enormem Umfange auf Wechsel­konto in Anspruch genommen. Die Inanspruchnahme der Banken, die zum Apriltermin bisher noch nicht dagewesene Ziffern wird answeisen müssen, wäre sickyu noch weit größer gcroefen, wenn nicht die Seehandlung der Börse Geld, etwa 100 Millionen Mark, zur Verfügung gestellt hätte. Es ist möglich, daß nach dem Quar­talswechsel die Geldsätze nachgeben werden. Aber an eine wirk­liche Gelderleichterung ist für die nächste Zeit nicht zu denken. Schon deshalb nicht, weil neun große Anleiheemissionen, so eine 4' 2 prozentige Anleihe Ungarns, bevorstehen. Auch die krieg­führenden Staaten werden sehr bald mit großen Summen an den Geldmarkt appellieren. Dazu kommt, daß man in der Industrie die Erlebigung dringender Geldbedürfnisse bis nach dem April- termin hinausgeschoben hak. Weiter werden bald neue große Geldbedürfnisse deutscher Städte sich melden. Und so wird man and) in den Sommermonaten mit recht hohen Geldsätzen rechnen müssen. Bei der U l tim or e g n l i er u n g zeigte sich, daß die Spekulation zeitig Vorsorge getroffen hatte und Schwierigkeiten in der Geldbeschaffung nicht bestanden, loenn hohe Zinssätze bewilligt werden mußten. Ultimogeld stellte sich ans 81 K Proz. und mar reichlich angeboten. Von Einzelheiten bleibt hervorzuheben, daß bescheidene Nachfrage nach festverzinslichen d e u t s ch e n A n l a g e - werten eine leichte Befestigung dieses Gebiets herbeiführte Fremde Fonds blieben vernachlässigt. Mehr Interesse zeigte sich für Bankaktien, namentlich für leitende Werte. Bahnen blieben gut behauptet, etwas fester tagen Oesterreichische Staats» bahn und Schantungbahn. S ch i f f a h r t s >v e r t e konnten an­ziehen Montanpapiere gewannen 2 bis 3 Proz., Kon­kordia sogar 6 Proz. Von anderen I n d u st r i e p a p i er en! stiegen Aluminium Neuhausen auf die Dividendenerhöhung 9l 2 Prozent, Akkumulatoren Berlin 10 Proz., Chemische Albert 5 Proz., Anilin ll*/2 Proz., Höchster Farbwerke 121/2 Proz., Scheideanstalt 25V» Proz., Holzverkohlung ll1/» Proz., Daimler

Salem Aleikum

mff Hohhriundßfuck

Samstag, 29. März M3

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitöts Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

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solle, bemerkte der Redner, daß zwei Mahlzeiten am Tag völlig genügen. Ter Zustand des Nervensystems sei non einer richtigen Verdauung in hol)e»r Maße abhängig. Der zweite Redner Dr. Lothar Meyer (Lichterfelde) erörterte das ThemaUnsere Er- nährungsmöglichleilen vom land- und volkswirtschaftlichen Stand­punkt aus". 'Die bäufipe Fleisch-Weißbrot-Emährung bezeich­nete er als eine Moderichtnug. Zum Schlnsse betonte er die häufige Verschwendung von Nahrungsmitteln in der Privat- und öffentlichen Wirtschaft, und behauptete, daß Deutschland leicht 100 Millionen Menschen ernähren könne, ganz zu schweigen von den Menschenmengen, die auf veränderter Ernährungsbasis ihr Brot finden könnten. Der dritte Redner Dr. med. Schönen­berg ex (Berlin) sprach überFleischnot und Krankheit". Das Uebermaü von Fleischgenuß bilde die Quelle zahlreicher Erkran­kungen, da infolge des Kalkmangels des zur Nahrung beituIjlcn Fleisches die Verdauung ganz außerordentlich ungünstig beein- ftußt werde. Der kranke M eirsch müsse vor allem mineralsalAhaltige Kost erhalten. Die Fleischbrühe und ihre Ersatzmittel seien ledig­lich Reizmittel, die keinen Nahrungswert besitzen. Tie fleischlose Kost habe seit Jahrhunderten in der Krankenernährung eine große Rolle gespielt. Ter Riedner schloß mit der Mahnung, auch in den Krankenhäusern der fleischlosen Ernälwungsweise mehr Beachtung als bisher zu schenken. Nach einer kurzen Aussprache behandelte Kapitänleutnant a. D. Paasche (Waldfrieden) das ThemaEr­nährung und Wehrkraft", während Frau Hirt (Berlin^ praktische Wege zur Selbsthilfe angab, uml derFleischnot" zu entrinnen. Damit schloß die Tagung.

Jl 22,000,000

HanSel.

Hilfstätigkeit im Nieder-Modauer .Konkurs.

Darmstadt, 28. März.

Im vorigen Sommer wurde einS ch u tz v e r c i n f ü r Nieder-Mvdau" unter der Führung des Bankdirektors Stein in Darmstadt gegründet, um die schweren wirtschaftlichen Folgen des Zusammenbruchs des Nieder-Modauer Kreditvereins zu mildem. Den Bemühungen des Schutzvereins ist es jetzt gelungen, eine umsasjende Hilfstätigkeit, die in erster Linie den notleidenden Spareinlegern helfen soll, auf folgender Grundlage durchzusuhren.

Infolge der intensiven und raschen Betreibung des Konkurs- Derfahren5 ist eine verhältnismäßig erhebliche Konkursmasse ein­gezogen. Die bei den Mitgliedern des Kreditvereins eingezogenen Haftsummen dürfen nach dem Genossenschastsgesetz erst nach Ab- schluß des Konkursverfahrens, das noch geraume Zeit dauern wird, verteilt 1 Derben. Mit Zustimmung der Gläubigerversamm­lung hat sich der Konkursverwalter Rechtsanwalt Dr. Hosf- m a n n II. in Darmstadt bereit erklärt, Gelder ans der Konkurs­masse als Darlehen dem Schutzverein zur Verfügung zu stellen. Außerdem hat die Darmstädter Volksbank, nachdem die lang­wierigen Verhandlungen des Schutzvereins mit dem Staat unb anderen Geldgebern gescheitert sind, auf Ersuchen des Schutz- vereins einen höheren Kredit zur Forderung der Sache bereit- gestellt. 9lut diese Weise ist der Schutzverein jetzt in^ber Sage, den Spareinlegern gegen Abtretung ihrer Forderungen 5 0 Proz. ihrer Spareinlagen alsbald bar auszuzahlen. Ten Spareinlegern wird nach der Reihenfolge der Konkurstabelle bereits in der nächsten Woche mitgeteilt werden, an welchen Tagen die Spareinleger, die von dieser Vergünstigung Gebrauch machen wollen, das Geld bei dem Geschäftsführer des Schutzoereins Privatier Ludw. Roll in Darmstadt in bar in Empfang nehmen können.

Sollte sich bei der Durchführung des Konkursverfahrens später eine höhere Quote als 50 Prozent für die Gläubiger er­geben, so beabsichttgt der Schutzoerein, auch die Ueberschüsse den Spareinlegern zugut kommen zu lassen, da der Sckmtzverein auf rein gemeinnütziger Basis gegründet ist, selbst keinen Gewinn aus seiner Tätigkeit erzielen will und da die in seiner Verwaltung tätigen Personen ihr Amt ohne Entgelt ansübcn, abgesehen von einer geringen Vergütung, die der Geschäftsführer für seine Tätigkeit bezieht.

Durch die werktätige rasche Hilfe, die aus diese Weise den notleidenden Spareinlegern, etwa 1000 an der Zahl, gewährt wird, wird die schwere wirtschaftliche Depression, die infolge des Nieder-Mvdaucr Zusammenbruchs über der dortigen Gegend liegt, einigernraßen behoben werden und Handel und Wandel wieder in Aufschwung kommen. Es ist anzunehmen, daß die Spar- cinleger wohl ohne Ausnahme von dem günstigen Angebot des Schutzvereins Gebrauch machen werden.

Das Konkursverfahren wird selbstverständlich seinen Fort" gang nehmen und wie seither möglichst beschleunigt werden, damit die schwere wirtschaftliche Katastrophe möglichst rasch überwunden und beteiligt wird.

512,888,000;

14,500

4,712,000

Leute, die auf Anruf englisch antworteten. Der Kapitän der Kompagnie auf Feldwache war es nämlich überdrüssig ge- wo r d e n, auf seine Ablösung zu warten und hatte auf eigene Veraittwortung die Hälfte seiner Leute heimgeschickt, damit sie für die andere Hälfte heißen Tee bereitete. Aber die Sache hätte auch so kommen können, daß die beiden sich begegnenden englischen Abteisimgen auseinander gefeuert hätten.Indes," so bemerkt Wolseley cm halbes Jahrhundert später,damals wurde jeder Dienst so schlapp und schlecht wie mir möglich verrichtet."

9?och als ein halber Junge, auf Birmas heißem Boden, hackte Wolseley bereits seine erste Wunde empfangen. Sin Kamerad hatte ihm gerade am Tage vor dem Gefechte ein Hemd geliehen, und als er Wolseley fallen sah, rief er» unwillkürlich aus.Da geht mein einziges Ersatzhemd heidi!"

Auch an tragikomischen Erlebnissen hat es rratirrTicf) in diesem bewegten Soldatendasein nicht gefehlt. Als er im chinesischen Feldzuge des Jahres 1860 von brr Eroberung der Tabu- Forts ins Lager heimkehrte, fand er dieses überschwemmt. Die Flut war auch über den Keinen Damm gestiegen, den ein sorgsamer Diener um sein Zelt aufgefchüttet hotte, um es trocken &u halten. Dieser Damm hatte, als sich die Wasser sonst verliefen, in Wol- seteys Zelt die Flut zurückgehalten imb dessen Boden in einen etwa vier Zoll liefen Teich verwandelt.Ich werde nimmer", so berichtet er,den Schmerz vergessen, den ich empfand, als ich sah, wie mein Lieblingspaar leichter, alter , Lagerschu h e in diesem Teich herumschwamm. Auf mei­nem traurigen Wege steckten meine Füße in den patsch­nassen und zusammengeschrumpften Stiefeln, die ich früh vier Uhr angezogen hatte. Ich hatte mir schon die Wol­lust ausg.'malt, sie mit den Schuhen vertauschen zu können, die ich trocken und bequem vorzusindcn hoffte." Zur Er­höhung dieser Gefühle entdeckte Wolseley dann, daß auch seine ganze übrige Habe unter Wasser stand. Es war stock- bunfel, ein Feuer ließ sich nur mit größter Schwierigkeit anzünden. Und so legte sich der Eroberer der Taku-Forts au diesem Abend gründlich naß nieder. Ms man ihn aber einmal fragte, wo er das schlechteste Klima auf, feinen F-eldziigen angetroffen habe, dachte er nach und antwortete bann:Der-einzige Ort, wo ich mich einmal nach meiner Erinnerung beim Erwachen am Morgen nichtganzw 0 hl fühlte, war Suakim."

Eine furchtbare Prüfung für Wolseley war der Feldzug zum Ersätze des unglücklichen Gordvn im Jahre 1884. Monatelang rang er mit Gladstone, der zu dieser Expedition kein Herz hatte, um ihn zur Eile zu drängen, um die Ex­pedition zu einer Jahreszeit führen zu können, wo ber Wasserweg des Nils noch benutzbar war. Er selbst hat einmal versichert, er habe damals lange Monate vor Glad­stone g e t n i c t". Nichts hals, ber alte Querkopf war nicht zu belehren, bie Expebition würbe verzögert, ber Nil fiel und Gordvn fiel auch. Das hat Wolseley nie ver­wunden.

Und so war auch das Jahr des B u r e n kr ie g e s für ihn eine Zeit schwerster Prüfung und Enttäuschung. Erst 65 Jahre alt, suhlte er sich zum Kommando noch durchaus fähig und rüstig. Aber statt feiner ftemb Sir RebverS Bul­ler an der Spitza des Heeres in Südafrika, und Niederlage fvlgte auf Niederlage. Damals gab er einem, der ihn fragte, wie es ihm gehe, die bittere Antwort:Danke. Es geht mir gut, und ich verbringe meine Zeit mit dem Versuche, zu vergessen, daß ich je Soldat gewesen bin."

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Kongreß für volksernahrung.

OBerlin, 27. März.

Unter zahlreicher Beteiligung von Aerzteu, Hygienikern, Bolks- wrrtschastlern 1111b Interessenten aus allen .Kreisen tagte am Donnerstag nack-mittag int großen Saale des Archttektenhauses unter dem Vorsitz von ''Paul Schirrmeister lBerlin) der Kongreß für Volkscrnährung. Als erster Redner sprach Dr. v. B 0 r 0 f in 1 (München, über das ThemaLebensgenuß und Naturgesetz". Er streistc dann bas Thema Vegetarisntus imb betonte, daß augen­blicklich die gemischte Koste unter Boranstellung der Vcgetabtlien das wichtigste sei. lieber die Frage, wann ber Mensch essen

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