m. 279
Zweites Blatt
163. Jahrgang
Donnerstag, 27. November 1913
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Tie „Ssthener Famtllenblütter" werden dem »Anzeiger" viermal wöchentlich beigeleot, da« „Kreisblatt für den Kreis Siehen" zweimal wöchentlich. Tie .^Landwirtschaftlichen Seil' tragen" erscheinen monatlich zweimal.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhchen
Rotationsdruck und Verlag der Brühpscheo Universitäls • Buch- und Sstindruckerei.
R. Lange, Lieven.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Scbul» straße 7. Expedition und Verlag:
Redaktion: 112. Tel.-AdruAnzeigerGießen,
gescheut bedacht.
worden.
w.
Universitätr-Nachrichten.
— Tem a. o. Professor und Direktor der medizinischen Poliklinik der Universität Freiburg i. Br. Tr. Paul Mora- witz ist aus sein Ansuchen die Entlassung aus dem staatlichen Dienste erteilt worden. Prof. Morawitz folgt einem Rufe nach Greifswald als Ordinarius und Direktor der medizinischen Klinik als Nachfolger des nach Innsbruck gehenden Professors Dr. A. Steyrer. ........
— Auf eine 25jährige Tätigkeit als ordentlicher Univerutats- Vrofessor kann am 28. November der Berliner Romanist Geh. Justizrat Dr. Theodor Kipp zurückblicken.
Kreis Friedberg.
Q Friedberg, 26. Nov. Unter dem Vorsitz von Provinzialdirektor Geheimerat Fey-Darmstadt fand heute nachmittag imHotel Trapp eine von Geistlichen, Lehrern, Bürgermeistern gut besuchte Versammlung des Hessischen Verein für l ä n d l i ch e H e i m a t-, Wohlfahrts- und .Kunstpflege statt. Nach interessanten Ausführungen des Vorsitzenden hielt Professor D. Dr. Diehl vom Prediger- seminac einen beachtenswerten Vortrag über „Bestrebungen des hessischen Ministers F. K. von Moser, den hessischen Bauern ihre Heimat lieb zu machen." Die Ausführungen -geben einen hochinteressanten Einblick in die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in Hessen im 18. Jahrhundert, Nach dem Vortrag wurde einKreisvercinFriedberg des Hess. Heimatpflegevereins gebildet. In den Vorstand wurden gewählt: Prof. T. Dr. Diehl-Friedberg, Hauptlehrer Storch-Butzbach, Pfarrer Dörr-Ossenheim, Pfarrer Vogel-Reichelsheim, Landtagsabgeord. Breidenbach- Dorheim, Bürgermeister Dr. Kayser-Bad-Nauheim, Lehrer Oßwald-Bad-Nauheim, Lehrer Will-Rendel, Bürgermeister Becker -Holzhausen.
Hessen-Nassau.
u. Usingen, 26. Nov. Der Kreistag hat in seiner letzten Sitzung die Errichtung einer Dampf-Wasenmeisterei für den Kreis Usingen mit Anschluß von 13 Gemeinden deS Obertaunuskreises beschlossen. Diese ivird in der Gemarkung Wilhelmsdorf aus der sogenannten .Jägerwiese' errichtet.
Notar am Landgericht Frankfurt a. M. Alexander Reichsmann ist seit einigen Tagen verschwunden. Man ver. mutet, daß er wegen seiner finanziellen Schwierigkeiten mit seiner Geliebten ins Ausland geflohen ist. lieber sein Vermögen ist heute Konkurs erklärt worden.
Frankfurt a. M., 26. Nov. Der königliche
Landkreis Gießen.
f. Geilshausen, 26. Nov. Mit Ende dieses Monats werden die Feldbereiniaungsarbeiten in unserer Gemarkung, die am 1. September 1907 begonnen wurden, nahezu beendet sein. Bei der Versteigerung der Massengriindstücke in voriger Woche wurde der Betrag von 74 0()0 Mk. erzielt. Mit der Feldbereinigung ist zugleich eine umfangreiche Drainierung des Feldes und die Regulic- rung der Lumda bis zur Gemarkungsgrenze durchgeführt
bevölferungsbew^gung im Reich (912.
Die Zusammenstellungen des Kaiserlichen Statistischen Amtes über Eheschließungen und über die natürliche, in der Zahl der Geborenen und Sterbefälle zum Ausdruck kommende Bewegung der Bevölkerung ergeben
KreiS Alsfeld.
A Ruppertenrod, 26. Nov. Die Forstbehörde hat in unseren Gemeindewaldungen automatische Futter st eilen für die nützlichsten Waldhüter, die Meisen, anbringen lassen. Im Jahre vorher hat die Forstbehörde eine Anzahl Nistkästen für Stare und Meisen in den Gemeindewaldungen auf- hängen lassen. Daß ein solch werktätiger Vogelschutz seinen Erfolg bringt, steht außer jedem Zweifel.
x Ilsdorf, 26. Nov. Die in unserer Gemarkung tätige Eisensteinbergwerks-Gesellschaft läßt zurzeit eine Vergrößerung des Schlammteiches vornehmen, der durch das Waschen der Eisensteine entsteht. Zur Erreichung dieses Zweckes hat die Gesellschaft von den Freiherren v. Riedesel einen Erlenwald und ein Stück der Weidenanpflanzung an- gekaust. Um die Weidenanlage im seitherigen Umfange zu erhalten, legt die Riedeselsche Forstverwaltung einen Morgen Wiesenland zur weiteren Anpflanzung von Weiden gegenwärtig an.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 27. November 1913.
** D i e neue Universitätsklinik fürOhren-, Nasen-undHalskranke wurde tim Montag in Betrieb genommen. Im Erdgeschoß befinden sich die Räume der Poliklinik mit besonderem Eingang von der Stadtseite her und die Lehrräume. Das erste Obergeschoß enthält in einem Flügel die Operationsabteilung, im anderen die allgemeine Männer-Station, in der Mitte das Direktorzimmer mit Warte- und Behandlungszimmer für Privatpatienten. Im zweiten Obergeschoß liegen die allgemeine Frauen- und .ibinder-Station und die Pr-ivatkrankenzimmer. Das Dachgeschoß enthält außer Wohnzimmern für das Personal Laboratoriums- und Nöntgenräume. Im Sockelgeschoß sind neben weiteren Jnstitulsräumen die Zentralheizung und eine Wärterwohnnna untergebracht. Die Verwaltung und die Küche der im übrigen selbständigen Klinik, die zurzeit bis 30 Krankenbetten aufnehmen kann, ist der chirurgischen Klinik angegliedert. Hof- und Gartenanlagen kommen im Frühjahre zur Aufführung. Tie Baukosten betragen rund 200 000 Mk. Zu diesen, sowie den gleich hohen Kosten der ihrer Vollendung entgegengehenden Haut-Klinik hat die Stadt zusammen 100 000 Mk. beigetragen. Projektierung und Ausführung erfolgte durch das Großh. Hochbauamt.
** O r t süblicher Tagelohn 1914.'Das Oberversicherungsamt Darmstadt hat auf Grund der §§ 149 ff. der Reichsversicherungsordnung die Ortslöhne gewöhn-
_'l Jahre 2.40 Mk., männliche Personen von 16 bis 21 Jahres 2.80 Mk., weibliche Personen von 16 bis 21 Jahre 1.90 Mk., männlickfe Personen unter 16 Jahre 1.80 Mk., weibliche Per^ sonen unter 16 Jahre 1.40 Mt.: b) für Gießen-Land: männliche Personen über 21 Jahre 3 Mk., mciblidye Personen über 21 Jahre 2 Mk., männliche Personen von 16 bis 21 Jahre 2.50 Mk., weibliche Personen von 16 bis 21 Jahre 1.60 Mk., männliche Personen unter 16 Jahre 1.50 Mk., weibliche Personen unter 16 Jahre 1.30 Mk.
** 1813/1815. Es wird uns geschrieben: Im Jahre 1913 wird mancher den Vorsatz gefaßt haben, wieder einmal ein Geschichtsbuch zur Hand zu nehmen und die Jahre 1813—1815 durch- zugehen. Häufig wird es beim Vorsatz geblieben sein. Eine Gelegenheit, in müheloser und genußreicher Weise Verfinimsts nack>- zuholen, bietet der Vortragsabend des Alldeutschen Verbandes nwrgen Freitag abend in Steins Garten. Man hört oft geschickttiche Vorträge und Rezitationen hervorragender ^ckau > fVieler: aber man hört ganz selten einen geschichtlichen Vortrag von einem hervorragenden Schauspieler gehalten. Außer durch die Kunst der Rede soll das Miterleben der Vorgänge auch noch durch 100 farbenprächtige Lichtbilder erleichtert werden. Hof- rezi.'ator Neander wird seinen Lichtbilderapparat mitbringen, mit dem er die sorgfältig ausgewählten Bilder etwa 20 Quadratmeter groß auf die Leinroarrd wirft.
•• Seinen 70. GevurtZtag begeht am Freitag der als früherer langjähriger Obergütervorsteher hier in weiten Kreisen bekannte königliche Rechnnngsrat Ferdinand Mentzel.
*• A ns zsich nun g. Ten: ßubrmmm Jobs. DeltenI. wurde wegen seiner unnntevbrod)encn 36jä'hviqen Tätigkeit bei dec Firma I. Pirr & (So., Likör'abrik in Großen-Linden, vom Großherzog das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift »Für treue Arbeit* verliehen. Von seiner Firma ivurde er mit einem namhcüten Geld-
Aus QeHen.
Die Wünsche her Altpensionäre.
rb. Darmstadt, 26. Nov. Die hessischen Alt-Pen- Sonare hatten sich heute nachmittag im Saal der „Stadt Pfungstadt" zu einer sehr stark besuchten Versammlung etnnc «unden, um aus Anlaß der bevorstehenden parlamentarischen Be- der neuen Besoldungsvorlage zu den sie betrefienden Vorschlägen Stellung zu nehmen. Auch eine Anzahl Witwen früherer Beaiirten und Lehrer und auch Lehrerinnen waren zugegen. Den 'Loruy führte Rend. H e r t s ch, der die Versammlung und besoirders dte Abgg. Dr. O s a n n und Henrich begrüßte. Er gab dann einen kurzen Heber blut über die schwierigen Verhältnisse unter Den Mpensionären, erinnerte an den von der Regierung erlassenen Fragebogen über die Familienverhältnisse und die Bedürftigkeit der Betreffenden und wies besonders das Ansinnen zurück, die Al.Pensionäre von der Unterstützung durch ihre Kinder und sonstige Verwandte abhängig zu machen. Schon seit etwa 16 Jahren erstrebten die Altpensionäre ihre Besserstellung, auf die sie ein moralisches Recht zu haben glaubten. Im Laufe der Jahre hätten sich die allgemeinen Lebensverhältnisse außerordentlich verteuert, und da man die Gehaltsaufbesserung der aktiven Beamten als etwas Selbstverständliches anerkannte, so müsse man auch die Bezüge der Pensionäre entspreck^nd verbessern. Auf die an die Regierung gerichtete Eingabe, in der eine 8prozentiae Erhöhung der Pension bis 1500 Mark, eine 6prozentige Erhöhung für Pensionen bis 3000 Mark und 4 Prozent für höhere Pensionen angefordert wurde, sei überhaupt Teilte Antwort erfolgt. Durch die Gnadenbewilligungen sei "ja manche Not gelindert worden, aber das Ziel müsse eine Gleichstellung der Altvensionäre mit den Nenpensionären sein. Der Redner schloß mit einem dreifachen Hoch auf den Großherzog. Der Vorsitzende machte dann Mitteilung über den Kassenstand und die -Versammlung stimmte der vorgeschlagenen Wahl eines Vorstandes von 8 Herren zu, unter denen sich Rendant D e r t s ch und Stadtv. Schupp befinden. Dann erstattete Baurat Kaibel einen eingehenden Bericht über die Sachlage, worin er besonders beklagte, daß sich die Regierung fortgesetzt weigere, den berechtigten Wünschen der Altpensionäre Rechnung zu tragen. Es beständen bezüglich deren Renten iwch ganz veraltete, morsche Zustände, die man bei den Juristen und andern Akademikern schon längst beseitigt babc. Tie hessischen Beamten hätten seinerzeit ihre volle Schuldigkeit getan und sie hätten deshalb auch ein Anrecht auf eine ausreichende Versorgung. Der Redner empfahl^schließlich die einstimmige Annahme einer an Regierung und Finanzausschuß zu richtenden Entschließung, in der ihre Wünsche näher dargelegt werden.
Wg. Dr. Osann toics zunächst darauf hin, daß 1911 zunächst von den Landständen 50000 Mark und dann weitere 125 000 Mark zur Aufbesserung der Bezüge für die bedürftigen Pensionäre bewilligt wurden. Das Staatsministerium teilte auf die Anfrage des Finanzausschusses mit, daß von den vorhandenen 2553 Pensionären 1560 entsprechende Aufbesserungen von der Regierung erhalten hätten. In erster Linie müsse doch für die Besserstellung der Witwen und Waisen gesorgt werden und das geschehe in der Besoldungsvorlage durch die Erhöhung der Witwen- pension von 30 auf 35 Proz., was hn Beharrungszustand über 100 000 Mk. ausmachen werde. Tie Regierung sei zudem der Meinung, daß durch eine prozentuale Erhöhung die individuellen Verhältnisse nicht berücksichtigt würden. Die zuerst gestellte Forderung von 10, 71/2 und 5 Prozent Pensionserhöhung würde einen Gesamtbetrag von 247 000 Mark ausmachen. Es werde aber zunächst kaum über den jetzigen Betrag von 125 000 Mark hinaus gegangen werden können. Auch er sei der Meinung, daß für die Altvensionäre mebr getan werden müsse, und er werde alle Kräfte dafür einsetzen. Der Finanzausschuß werde sich in den nächsten Tagen nochmals mit der Sache beschäftigen und wenn es nicht gelinge, jetzt eine höhere Summe für die dlufbüferung zu erhalten, so würden später durch ein Pensionsgesetz die berechtigten Ansprüche der Allgemeinheit erfüllt werden müssen.
Abg. Henrich betonte, daß, wenn auch kein rechtlicher, so doch ein moralischer Anspruch für die Erhölping der Pensionssätze bestehe. Man dürfe bet der Acmdernng des Bewl- duugsgcsetzes nicht achtlos an der Vergangenheit oorübergehen Die Form, in der die Verteilung der bewilligten Summen als Zuschuß an die bedürftigen Pensionäre erfolgte, und die Art der Fragebogen müsse auch er beanstanden. Das Wichtigste sei zunächst daß der Rechtsanspruch der Altvensionäre anerkannt werde. Dieser könne dann in auch später geltend gemacht werden, -iic Besolduugsvorlage habe noch mit tausend Schwierigkeiten zu kämpfen und eine Geltendmachung weiterer Forderungen für Pensionen könnte leicht das Ganze gesälwden. Stadtv. schupp trat für die Erhöhung der Pensionssätze ein. -ter Vorsitzende pcs Hess Landeslehrervereins, Hauptlehrer H n f f, «sagte der Ver- sammluiig die kräftigste Unterstützung zu. Es müsse unbedingt daran festgehalten werden, das; die Pensionäre, wie die Witwen und Wai' -' ebenso aufgebessert werden wie die attiven Beamten. Während der Versammlung wurde die neue Vorstellung von allen Anwesenden, Damen und Herren, unterzeichnet.
Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer hielt am Mittwoch wieder eine gemeinsame Sitzung mit der Regierung ab die durch die Herren Staatsminister Dr. v. Ewald und Geh. Räte Becker und S ü f f e r t vertreten war. Die Beratung drehte sich um verschiedene Fragen des Besoldungstarifs und die Prüfung einer Anzahl hierzu neu eingereichter Vorstellungen aus Beamtenkreisen. Es war seither nur bestimmten S t e u e r a u fs e h e r n nach 15 Dienstjahren eine jährliche Zulage von 200 Mk^ zugebilligt lüorben: diese Zulage ist jetzt vom Ausschutz allen ftoteuer- aufsehern bewilligt worden. Weiter wurden die Kanzlergehüsen hei den Kolleaialgerichten und den Staatsanwalt^aften aus Klane 8 in Klasse 12 des Gehaltstariss (2300—2900 Mk.) versetzt Die Bekleidungszulage der D r ü ck e n w ä r t e r wurde von ,0 nuf 100 Mk erhöht, desgleichen biejemge der Gestutsdiener und des Futtermeisters des Landgestüts. Dem Letzteren wurde eine jährliche Nebeneinnahme von 100 Mk. garantiert. Den Wunsch der Reallehrer um weitere Erhöhung ihrer Bezüge wurde vom Ausschuß mit Stimmengleichheit abgelehnt: ebemo wurde abgelehnt die Registratoren bei den Amtsgerichten mit denen bei dm Landgerichten gleichzustellen. Durch Emporheben der Oberrevisoren bei der Oberrechnungskammer stellte sich das ^.lenstein- kommen der Dirigenten der beiden Justisikaturen der Oberrech- nun^kammer w niedrig: hier wurde vom Ausschuß eine Zulage von st 200 Mk. gutaebeißen. Der Ausschi,tz unterzog schl.etzlich noch die Frage der Schaffung von Amtsgerichtsdirektoren und von Funktionszulagen für die Oberstcuerin,Vektoren einer eingehenden Erörterung, doch wurde die Beschlußfassung und Abstimmung darüber für die Sitzung am ^ounerolag Vorbehalte. ___
teiligt hat? Gegebenenfalls: Welche Gründe sind hierfür maß gebend gewesen?
Der Abg. Tr. Herzberg (Soz.) fragt an:
Ist es richtig, daß das Reichsamt des Innern eine Unter suchung über die Beziehungen des eng lisch-amerikanisch en Tabak-Trustes zur deutschen Zigarettenindustrie in die Wege zu leiten beschlossen hat? Wird der Herr Reichskanzler die Untersuchung unter Hinzuziehung von Vertretern der Fraktionen des Reichstags vornehmen?
Ter Abg. Bock (Soz.) stellt die Anfrage:
Ist die die Waffenindustrie stark beunruhigende Nachricht richtig, daß die verbündeten Regierungen gesetzgeberische Vorschläge zu machen beabsichtigen, die auf eine Einschränkung des Handels mit Waffen .hinzielen?
Ferner wurden folgende kurze Anfragen an den Reichskanzler gestellt: Erstens: Wann und in welcher Gestalt wird der in Aussicht genommene Sachverständigenausschuß ür die Wohnungsreform in Tätigkeit treten? (Abg Göhre). Zweitens: Ist die öffentlich wiederholt ausgestellte Behauptung richtig, daß anläßlich der Hcercsverstärkung seitens der deutschen Heeresverwaltung Pferde ausländi- ch e r H e r k u n f t angekauft werden, obwohl geeignete Tiere Kutscher Zucht reichlich angcbotcn sind? Für den Fall der Bejahung der Frage, welche Maßnahmen gedenkt der Reichskanzler gegen die Benachteiligung der deutschen Pferdezucht zu treffen? (Abg. Alpers).
Neue kleine Anfragen im Reichstag.
Die nationantbcralen Abgeordneten Tr. Jnnck und Dr. Böttger haben im Reichstage zunr Fall Ihne folgernde Ansage g-steM. Dot-
f ch ^s?°M/°inW ashing t°n über-
Meinen WMbewcrb Rutscher Architekten Lb-chmcht mcht b°.
licher Tagcarbeiter mit Wirkung vom 1. Januar 1914 feftgesetzt: a) für Gießen-Stadt: männliche Per- ltuu, ullvu ..... ....
sonen über 21 Jahre 3.30 Mk., weibliche Personen übe^Hchwankens des Schirmes glatt in einiger Entfernung.
Luftschiffahrt.
Dresden, 27. Nov. Zum ersten Mast wurde gestern durch den Fallschirmkünststr T h 0 m i ck cm Absturz von dem Zeppelim'chiff „Sachsen" ausgeführr. Der «yallschirm blähst sich !mch ctroa 30 Meter Fallen auf. Thomick landete trotz heftigen
Deutschs IColoiticn.
lieber Wildverwüstung in Südwestafrika veröffentlicht die Zeitung „Südw cst" eine Zuschrift eines weidgerechten Jägers, in der es heißt:
„Zwischen Gochas und Arahoab, wo dank einer weisen Selbst- beschränkung der Truppe beim Abschuß sich das Hochwild (Gems- lwck, Harstbeest und Wildebeest) wieder stark vermehrt hat, jagen Buren aus der Malatahöher Gegend mit einem Jagdschein des Bezirksamtes Gibeon. Sie hatten vor wenigen Monaten schon über 120 Gemsböcke gemordet! Mithin werden sie jetzt wohl die Zahl 300 vollgemacht oder überschritten Haden! Ist das nicht geradezu scheußlich und empörend? Es hat den Anschein, als ob auch bi er — trotzdem soviel vom Sckjonen und Erhaltung unseres Wildstandes geredet und geschrieben wird — gerade Buren, denen der Begriff des Wildschutz.es fremd, zu fein scheint, wie in anderen Teilen Südafrikas das Wild schließlich doch noch vernichten werden. Daß seitens des Bezirksamtes diese Wildschlächter wiederum auf das Großwild der Kalahari losgelassen worden sind, ist um so unverständlicher, als schon im vorigen Jahre ähnliche Massenwildmvrde mit Erlaubnis des Bezirksamtes Gibeon vorgekommen sind. Im vorigen Jahre passierten Buren, aus dem Süden des Schutzgebietes kommend, die Kalahari. Sie wollten über Rietfontein-Ost 'ins Englische, nm sich dort anzusiedeln. Im Borb-eigehcn schossen diese Kerle Großwild, hauptsächlich Strauße. Einer schoß nach seiner eigenen Aussage a 1 - lein 73 der schönen R ie s e n v ö g e l!! Im gleichen Jahre zog ein Farmer mit sage und schreibe sieben Gemsböcken auf seiner Karre an einer Truvvenstation vorbei! Wo, fragt man sich, fängt denn nun eigentlich das in der Verordnung besonders hoch besteuerte „gewerbsmäßige" Jagen an, wenn eine solche Jagdbeute mit gewerbsmäßiger Jagd nichts zu tun hat? Eines ist jedenfalls gern iß, das; eine derartig ivüste Schießerei selbst der Wildbestand der Kalahari nicht aushalten kann. Warum! beschrankt man nicht nach englischem Oinb jetzt ostafrikanischem) Muster die Anzahl der Stücke des Hochwildes, die man auf einen Jahresjagdschein schießen darf? Tas wäre meiner Ansicht nach Pas einzige Mittel, um der völligen Vernichtung des Wildstandes im Schutzgebiet vorzubeugen."
für
das Jahr
1912
dagegen iin Jahre
1911
int Durchschnitt 1903 bis 1912
ouf 1000 der Bevölkerung
1912
1911!1903
iyH |bt512
Eheschließungen . .
513 491
512819
495 729
7,91
7,85! 7,94
(tieborenej einscht. Sterbe- > Toste-
1 92)883
1 927 039
2 023 U49
29,12
29,48 32,19
fälle J Jborene
l 085 996
1 187 094
! 179 735
16,42
18,16 18,90
Geblutenüberschuß,
839 887
739 945
848 314
12,70
11,32 1 ;,59
Von den Geborenen tvaren:
Aus 100 Geborene überhaupt entfallen:
Unehelich Geborene
183 857
177 056
178 530
9,55
9,19| 8,80
Totgeborene ....
56 247
56 310
60 353
2,92
2,92 2,98


