Ausgabe 
31.1.1913 Zweites Blatt
 
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I

sei um so mehr ein niedriger Preis, als die Stadt für Kanali­sation 40 000 Mark, für Wasser 5100 Mark, für Gas 9400 Mart und für elektrisches Licht 12 500 Mark, zusammen 67 000 Mark

aus prima Stoffen su sehr solidem Preisen in empfehlende Erinnerung

gegen bis jetzt nach kein gangbarer Weg gerunben. ü/er Aus- schuß ersucht imt erneute Erwägung.

Nach Erledigung einer großen Zahl weiterer Bittschriften geht der Ausschuß zur Besprechung der Denkschrift der

Kl. 26

Erscheint ISgttch mit Ausnahme deS Sonntags.

des Umsatzes

Hundert

von einem Umsatz voll

vom weitereil

Str.

den Turn-

Pfeffer' giessen

VA 2 20.

von mehr als 150 000 Mk. 300 000 450 000 600 000 ,

1 600 000

Stadtmädchenschule in der West-Anlage für unterricht überwiesen werden soll.

Der Voranschlag der Armenkasse für in Einnahme und Ausgabe mit 118 000 Mk. ab. der Stadtkasse ist mit 61 200 Mk. vorgesehen, 200 wie in diesem Jahre.

über 50 000100 0 0

100000200 000

200 000

Aus ßcffen.

lbs.) Darmstadt,^30. Januar.

Emführnng einer Warenhaus- und Filialstener in Darmstadt.

In der heutigen Stadtverordnetensitzung wurde nod) langer Erörterung die Einführung einer städtischen Waren-

1913 schließt Der Zuschutz Mk. locnigcr

1 vom

. IbcrlilnrficbQZ/m./yrröcmm 'N-1 Mlreiches C^ridjeiiKncxiud; Tcr 'lioxitanb.

Die Ausnahmetage für den Ladenschluß sollen die­selben bleiben wie seither, also 2 Tage vor Ostern, einen vor Himmelfahrt, 2 bnr Pfingsten, 12 vor Weihnacht-m und einer vor Neujahr. Die Stadtverordneten-Versammlllng ist nur gutachtlich zu hören, sie ist damit einverstanden. Von den 40 gesetzlich erlaubten Ausnahmetagen werden hier nur 18 in Anspruch ge­nommen.

Befürwortet wird ein Gesuch des Samuel Katz um Erlaubnis zum Betrieb einer Kaffee Wirts chaft im Hause N ustadt 14, sowie ein Gesuch des Wilh. C h r i st um Erlaubnis zum Schank- wirtschaftsbetrieb im Hause Walltorstraße 33 (Goldener Stern).

n be in Gießen v Handrich. M. Harth. I-Siever. Gebr. Stamm.

DieLietzener Zamilienblätier" werden dem Anzeiger" viernral wöchentlich beigelegt, das KreisSlait für den Kreis Siehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

B i* mar,

bringt seine

ttlassanfertigung

für

Herren* Garderoben, tarnen - Tlostüme

Sitzung -er Stadtverordneten,

Gießen, 30. Jan.

Anwesend: Oberbürgermeister Mecum; die Beigeordneten Heller, Em melius, Grünewald: die Stadtverordneten Dr. Ebel, Eichenauer, Faber, Friedberger, Habcnicht, fSr. Haberkorn, Heichelheim, Helfrich, Helm, Huhn, Jann, Leib, Löber, Orbig, Petri, Simon, Urstadt, Vetters, Wallenfels, Winn.

Als Urkundspersonen wurden die Stadtv. Leib und Huhn bestellt.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktion:e^112. Tel.-Adr.: Anzeiger Gießen.

Tic Ortsgruppe ltzichcul

IM! te Statt

genr. 1911 hält am Laniötaa, ba l.Sebr., abds.S'/zUdrch

|||Ö rs löOft-

Zreitag, 51. Januar 1915

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unioersttäls - Buch- und Sreindruckerei.

R. Lange, Gießeir.

a) für die Warenhaussteuer: bis einschließlich

3 )0 000 Mk.

450 000 v

600 000

1 000 000 ,

Haus- und Filialsteuer gegen die drei sozialdemokrati­schen Stimmen beschlossen. Es toaren folgende Sätze vor­geschlagen :

Regierung über d i e Beamte norganisation über, soweit es nicht durch die seitherigen Besckstüsse schon geschehen ist. Ein fortschrittlicher Redner spricht über die schlechten Befördern ngs möglich leiten der mittleren Be­amten. Eine Assistentenstelle könne nicht die Normalstelle feilt, sondern nur die Sekretärstelle. Er bittet unt Auskunft, wie viele der seit 1900 cingetretenen mittleren Beamten die Berechtigung zum Einjährigendienst haben. Man irinunt an, daß, es 90 Proz. wären. Auch die Beförderungsverhältnisse der gehobenen Unterbeamten sind verhesserungsfälig. Ein Zentrums- m rt gli e b will nicht neue Beförderungsstcllen schaffen, nur um der Beförderung willen, sondern lediglich da, wo es das Interesse des Dienstes verlangt. Betreffs der verlangten Vorbildung für die einzelnen Beamtenklassen schließt er sich den Wünschen der Unterbeamten an, daß der Eintritt in höhere Klassen nicht von dem Grade der Vorbildung abhängig fein soll, sondern von den Leistungen in ihrer Stellung, eventuell von abzulegenden Prü­fungen. Insbesondere wünschen die Unterbeamten für sich die Schaffung einer subalternen Beamtenstellung, etwa als Betriebs­assistenten.

Unterstaatssekretär G r a n z o w verteidigt zunächst den Ge- samtcharalter der Denkschrift. Organisationsänderungen sollten nur erwogen werden bezüglich der Verwendung gehobener Unter­beamten. Die Verwaltung erstrebt Verbesserung der Beförderung der mittleren Beamten durch Umwandlung höherer Beamten, stellen in solche für- mittlere. Bei den Assistenten müssen die­jenigen aus der Bmechming ausscheiden, die für Sekretärstellen überhaupt nicht in Betracht kommen, und das sind etwa 20 000. Die Beförderung zum Sekretär geschieht jetzt 11 ?3 Jahre nach Ablegung der Prüfung, die zum Obersekretär nach etwa 53A Jahren und das sind nicht ungünstige Verhältnisse. Von den n a ch 1 9 0 0 eingetretenen Zivilanwärtern für die mittlere Laufbahn haben allerdings rund 90 Prozent das Einjährigenzeugnis. Tie Stellung und die Besoldung der Assistenten entspricht ihrer Arbeit. Infolge­dessen ist auch der Zuocang zu dieser Laufbahn, gleich hoch ^ge­blieben, insbesondere auch von Söhnen von Postbeamten. Für die Assistenten, die die Sekretärprüfung nicht, bestehen, Beför- derunasstellen, etwa als Betriebssekretärc, zu schaffen, enrpsiehlt sich nicht. Darunter würden wieder die anderen leiden, die die Prüfftng machen. Für die gehobenen Unterbeamten ist seit 1908 gesorgt, seit 1911 werden sie auch versuchsweise in mittleren Stellen verwandt. Das hat sich bis jebt bewährt und soll fortgesetzt werden. Einen neuen ,Titel ihnen zu gewähren, bleibt noch zu erwägen. Ein konservativer Redner mißbillgt ebenfalls den übermäßigen Zudrang zu sogenannterhöherer Bildung" als Bedingung zum Eintritt in bestimmte Beamtenklassen.

Der Antrag, den II n t e r b c a m t e n eine bessere Befördern ngs Möglichkeit zu verschaffen, wird einstimmig angenommen.

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2. Februar: Kartenspielvereio'

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im Reslauram zum bei SicuitabL zwecks stcltaf nabmcgeg.denAueiM'l CAcr-, »imi-elfabw ettj '}iot)coil)cr .'./arktrs mI 'Hüe GJeitfmi'uitexrit . ,e L jntcrefie an d. ^cibebnirunt,

vom jn Merlin.

BeddaH

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Mitteilungen.

Stadtv. Kru nt m hat durch Schreiben vom 19. Januar sein Stadtverordneten-Mandar niedergelegt, als Grund gibt er die Meinungsverschiedenheiten mit seinen Parteigenossen wegen der Gemeindesteuern an. Tie Stadtverordnetenversammlung hat schon in ihrer letzten Sitzung allgemein ihrem Bedauern über den Ent­schluß des Stadtv. Krumm Ausdruck gegeben. Ter Vorsitzende stellt aus der Städteordnung fest, daß der angegebene Grunds nicht stichhaltig für eine Mandatsniederlegung sei, zumal die Stadt­verordneten nicht als Parteivertreter, sondern als Vertreter der gesamten Bürgerschaft gewählt seien. Er habe dies dem Stadtv. Krumm vorgestellt und dieser habe eingewilffgt, bis zum Ablauf seiner Wahlzeit Ende dieses Jahres sein Mandat auszuüben.

Generalleutnant von M a d a i hat auf die Glückwünsche der Stadt durch ein herzliches Schreiben gedankt.

Fräulein Möser hat ein Dankschreiben für die ihr bewilligten 1000 Mark geschickt.

Vergolder Leib hat im Nachlaß seines Vaters einen Brief Hetzers vom 28. August 1885 wegen der Gründung des Kunst- vereins in Gießen und eine Zeichnung über das geplante Kunst­ausstellungsgebäude gefunden und der Stadt zum Geschenk ge­macht. Ter Vorsitzende sprach ihm hierfür Dank aus.

Baugesuche.

G. Wohlmuth hat für Selterswcg 71 ein Baugesuch ein­gereicht, das wegen der Baufluchtlinie einen Dispens bedarf. Auf Antrag der Baudeputation wird beschlossen, daß die neuen Bauteile an keiner Stelle weder im wagrechten noch im senkrechten Schnitt über die jetzigen Bauteile hinattsragen dürfen.

PH. Nicolaus will an seinem für den Se.tersweg beab­sichtigten Neubau 2 Erker nur 2,40 Meter vom Nachbargebäude entfernt anbringen, während die Bauordnung 3 Meter Vorsicht. Der Dispens wird erteilt.

Tie Obcrhessifche Volkszeitung will am Hause Bahnhofstraße 23, Ecke Löwengasse, einen Sck>aukasten an- vringen. Man ist damit einverstanden, wenn die Ausladung nicht mehr als 6 Zentimeter beträgt.

A. Rahnefeld will an seinem Haus in der Schanzen strafte die Mansarde gerade ausbauen, wofür Dispens erforderlich ist, weil es sich um 'Fachwerk handelt. Der Dispens wird befürwortet.

Adam H o p f c l d will an seinem Hotel in der Friedrichstraße einen Anbau ausführen. Ta durch den Anbau der Hofraum nicht mehr die vorgeschriebene Hofgröße von 6 zu 8 Meter hat, wird der Dispens nicht befürwortet.

Fr. T ei gl er will feine Wirtschaft An den Bahnhöfen 20 durch einen Anbau vergrößern. Ter Dispens, der erforderlich ist, weil das Haus außerhalb des Bebauungsplanes liegt, wird be­fürwortet.

Städtische Straßen- und Grundstiicksangelegenheiten.

Bei der Festsetzung der Baufluchtlinie am Linden- p l a!; ist das kleine Stück an der Ecke der Marktlaubenstraße und des Lindenplatzes noch nicht festgelegt worden. Es wird beschlossen, die (Fluchtlinie in der Richtung der bestehenden Fluchtlinien fest­zusetzen.

Ter Bebauungsplan für das Gebiet zwischen L i ch e r Strafte, Eisenbahn und Wald , ist nebst der dazugehörigen Orts­satzung vom Ministerium bis auf einigeJIcnberuiigcn der Satzung, die inhaltlich ohne Bedeutung sind, genehmigt worden. Man ist mit den vorgeschlagenen Aenderungen einverstanden.

Wegen des BerkaufsvonGeländefürdiegemein- nützige Baugenossenschaft haben neuerdings Verhand­lungen stattgefunden. Die Baudepntaffon ist der Ansicht, daß man an dem vorgesehenen Preise nichts ändern könne. Bei dem Preise von 2,50 Mark für den Quadratmeter und den entstehenden

b) für die Filialsteuer:

1 OOo 50 000 Mk. einschl. 1 vom Hundert

M ie' 'n der

r

Im Einvernehmen mit dem Finanzausschuß der Stadt wurde beantragt, die Steuern zunächst einmal versuchsweise für die Jahre 1913, 1914 und 1915 einzuführen, um ihre Wirkung in Verbindung mit der neuen Veranlagung der sonstigen Ge­meindesteuern zu erproben. Aus der ziemlich erregten Aus­sprache, die sich bis weit in die Abendstunden hinzog, ging hervor, welche Bedeutung dieser Steuervorschlag, der schon im August vorigen Jahres von einigen Stadtverordneten gemacht worden war, für die Stadt hat. Die starke Konkurrenz, die den hiesigen Geschäftsleuten insbesondere durch Frankfurter Firmen erwachsen ist, läßt eine Einführung der Steuer als gerechtfertigt erscheinen, wenn auch in der heutigen Sitzung nicht verkannt wurde, daß eine solche Steuer eigentlich eine Belastung des Erwerbssinnes bedeute. Ter Stadtv. Dr. N v e l l n e r führte in seiner Begrün­dung ans, daß es sich hier um ein Kapital von rund 5 Millionen Mark handele, das für die Besteuerung in Frage käme. Der Ertrag der Steuer würde sich etwa auf 83 000 Mark belaufen. Stadtv. Dr. O f an n führte ans, daß die Steuer auf dem Prinzip von Leistung und Gegenleistung beruhe. Die großen Firmen nützen die städtischen Einrichtungen viel, mehr ans, als die kleinen Betriebe. Auch in anderen Mittelstädten ist diese Steuer mit Erfolg eingeführt. Von einer Erdrofselungssteuer. wie es so vielfach heißt, könne nicht die Rede sein, eher könne man umgekehrt von einer Erdrosselung der Kleinbetriebe durch die großen Warenhäuser usw. sprechen. Die Steuer beabsichtigt, dem Mittelstände zu helfen. Stadtv. Friedrich lSoz.l ist gegen diese Steuer, da sie eine Sonderbelastung darstelle, der­er unter allen Umständen widersprechen müsse. Letzten Endes seien ja doch die Konsumenten die Leidtragenden. Wenn die kleinen Geschäftsleute ihre Selbständigkeit verlieren, so , sei das eben ein Zeichen dafür, daß sie nicht mit der Zeit sortschreiten, sondern im alten Stile weiter wirtschaften, wie es der Vater, der Großvater usw. getan habe. Derselben Ansicht war auch der Fraktionsgenosse Friedrichs, Dr. Fulda, der in dem Ver­schwinden der kleinen Geschäftsleute nur einen Zug der Zeit sieht. Menu die kleinen Zwergbetriebe nicht mit können, müssen sie eben untergeben. Stadtv. Henrich bekannte sich zwar nicht unter allen Umständen als ein Freund der Steuer, stimmte aber doch zu, weil er in ihr wenigstens eine augenblickliche Hilfe für den Mittelstand sah.

Oberbürgermeister Dr. G l ü s s i n g trat einer sozialdemo­kratischen Forderung entgegen, die eine Erhöhung der direkten Steuern wünschte. Tie Stadt Tarmstadt stehe an der Spitze aller Städte in der direkten steuerlichen Belastung. Wenn die Bürger­schaft erst im Jahre 1910 eine Erhöhung von 18 Prozent auf sich genommen hat, zu einer Zeit, wo auch der Staat die Steuern um 13 Prozent erhöht hatte, ohne zu klagen, so hat die Bevölke­rung doch wohl ein Anrecht darauf, ihr nicht weitere Lasten aufzuerlegcn.

Aus den Reid)$tag$ausfd)üfien.

:: Berlin, 30. Januar.

Ter Wahlpriifnngsausschnß

kam heute zur Entschmbuna, die Wahl des nationalliberalcn Ab­geordneten Kölsch (Kehl-Offenburg) für ungültig zu er- nären. Tic Gültigkeit des Mandats des sozialdemokratischen Abgeordneten H ü t t m an n ^Cassel) wurde bestätigt. Tie Prüfung der Wahl des Abgeordneten Dr. P a ch n i ck e (Vp.) kam noch nicht zu Ende.

Das Leuchtölgefeh in erster Lesung abgelehnt.

Der Leuchtölausschuß kam heute zur Abstimmung über den grundlegenden § 1. In weiterer längerer Aussprache über die OEganifationssragen gaben auch die Konservativen ihre Stellung bekannt und zwar dahin, daß sie sich nicht auf die einzelnen Organisationsformen binden möchten, aber die Betei­ligung des Kleinhandels an der Organisation in erster Linie wünschen. Es kam nun zur A b sti m m u n g üb e r d en g r n n d- legenden §1. Dabei wurde durch eine Mehrheit aus Zen­trum, Konservativen und Nationalliberalen und einem Teil der Volkspartei das konservative Amendement angenommen, dem ersten Absatz des ersten Paragraphen über das Einfuhr- und Herstellungsmonopol des Reiches hinzuzufetzen:jedoch so, daß an der Ausübung dieser Befugnis die Wiederverkäufer von Leuchtöl, soweit sie sich zu einer einheitlichen rechtsfähigen Orga­nisation zusammenschließen, zu beteiligen sind. Bei der darauf folgenden entscheidenden A b st i m m u n g über den ersten Satz des § 1 des Gesetzes, Monopolbefugnrs des Rei­ches für Einfuhr und Herstellung von Mineralölen, stimmte infolgedessen die Sozialdemokratie mit dem Zentrum gegen diesen Absatz, womit in erster Lesung, der ganze Gesetzeiltwurf gefallen ist. Nach einer längeren er­regten Geschäftsordnungsaussprache, in der insbesondere das Zen­trum in dem soeben gefaßten Beschlüsse die gänzliche Er­ledigung der Vorlage erblickte, entschied man ftch doch dafür,' in eine zweite Lesung einzutreten und wählte dazu auf Vorschlag von fortschrittlicher Seite den Ausweg, über Einleitung und Uebcrschrift noch gesondert ab zu stimm en und diese ohne den Text des Gesttzes anzu- nchmen. Damit ist die Möglichkeit zu weit er en V e r- Handlungen offen, die deshalb erwünicht ist, weil eine wirk­liche Abstimmung über den Grundgedanken des Ent­wurfes, nämlich das Eingreifen des Reiches, wo­für offenkundig eine Mehrheit im Ausschuß besteht, nicht erfolgt ist. PostBittschriften und Denkschrift über die Beamtenorganisation.

Ter Budgetausschuß verhandelte heute im Anschluß an die Beratung des Postvoranschlages über die dazu einge­gangenen Bittschriften. Eine längere Aussprache entspann sich über die Stellung der P o stb a u sc kr etä r e. Tie Regierung gibt gewisse Härten zu und stellt eine neue Regelung dieser Laus­bahn, sowie Ue'bergangsbestimmungen für die setzt Betroffenen in nahe Aussicht. Für die Neuregelung der Anstellungsbedin­gungen derjenigen Beamten, die vorher längere Zeit als Arbeiter im Dienst der betreffenden Verwaltung gestanden, hat^ sich da-

Zweites Blatt 165. Jahrgang

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhefsen

- «u. d lner PW® ,........

Wgnedern Stellungen

zu Wol|en 1111611 Erwartung hin 6 entsprochen werden las für das unserem ^wollen

Verschiedenes.

Für die landwirtschaftliche Kreis schau war im Voranschlag eine Einnahme und Ausgabe von 15 550 Mk. vor­gesehen. Die Einnahmen betrugen aber nur 11492 Mk. und die Ausgaben 16117 Mk., so daß ein Defizit von 4824,75 Mk. enlstandeu ist. Auf ein Gesuch des Laiibwirtschaftskammeraus- fchusses hin bewilligt die Versammlung einen weiteren Zuschuß von 500 Mk. 300 Mk. wurden schon früher bewilligt.

Die Viehzählung am 2. Dezember 1912, die le'der abermals einen Rückgang des Viehbestandes ergab, wurde durch Schutzleute ausgeführt. Man bewilligt ihnen eine Vergütung von 100 Mark.

Für die Wartefrau an der B e d ü r s n i s a n st a l t in der M a r kt l a u b e n st r aße, die täglich eine Mark erhält, und die bauliche Unterhaltung der Anstalt wird ein Kredit von jähr­lich 400 Mk. bewilligt.

Für die Erhebung der S t r o m g e I b c r in den hessischen Orten der Heberlanbicuträte soll ein Mann als Be­diensteter eingestellt werden, der im Einkommen den Schutzleuten gleichgestellt werden sAl. Er soll 56 Jahre beim Mifftär ge­dient haben, die nötige Bildung besitzen, um das Ablesen des Ver­brauchs und gleichzeitiges Erheben der Beträge selbständig aus­führen zu können, und 500 M k. Lstch^rheit stellen. Ter Mann soll Fahrtvergütnng erhalten, sowie für einen Tag auswärtiger Tienst- geschäfte 1,50 Mk. und für einen halben Tag 1 Mk. erhalten. Die Versammlung stimmt diesem Vorschlag zu.

Die Turnhalle der Oberrealfclmle wird an 2 Abenden tu der Woche an die Universität für das Turnen der Stu­dierenden überlassen. Es soll dieselbe Vergütung gefordert wer­den wie sonst bei Vereinen.

Früher wurde grundsätzlich beschlossen, den Fortbil- d u n g s s ch u l z w a n g für weibliche Personen im H a n - delsgewerbe einznführen. Ter Vorsitzende bat mit Rücksicht auf die in Aussicht stehende Revision des Volksschulgcsetzes beim Ministerium angefragt, wie es damit stche. Die Antwort lautete, das; die Arbeiten zur Revision des Schulgesetzes in Angriff genommen seien und die Einsührilng der obligatorischen Fort­bildungsschule für Mädchen in Aussicht genommen sei. Ilm nun nicht für vielleicht ganz kurze Zeit eine Einrichtung zu treffen, die durch das neue Schulgesetz wieder ausgehoben werden muß, sieht man von der beabsichtigten Gründung für die weiblichen Ange­stellten im Handelsgewerbe ab. Tamit sind auch einige in diesen Tagen emgegangene Eingaben erledigt, die sich gegen die Errichtung einer solchen Anstalt aussvrechen.

Bei der Erwerbung des Löbfchen Hauses in der Johanncs- straße wurde auch ein noch gutes Klavier mit erworben, das der

aufwenden müsse, deren Verzinsung und Tilgung durch den zu erwartenden Verbrauch lange nicht gedeckt werden. Rechtsanwalt Rosenberg und Geschäftsführer Fourier hätten sich gestern da^t einverstanden erklärt, daß die Stabt für den Quadratmeter lände 2,45 Mark sofort und für Straßenbaukostcn für den Quadrat meter 2 Mark, für jeden Meter Aufwand immer 50 Pfg. bekommen solle. Der Vorstand der Genossenschaft habe aber diese For­derung in seiner gestern abend abgehaltenen Sitamg für zu hoch erklärt und die Festsetzung der Straßenkoswnbeiträge nach der Ortssatzung angeregt, er wolle also nur die Hälfte der Kosten für die Bürg er steige tragen, trotzdem von Anfang an bic Uebemabnte der gesamten Straßenbautösten durch die Genossenschaft vorge- eben gewesen fei. Ter Vorstand hat erklärt, bei einem Preise über 4 Mark müsse er die Genossenschaft auslösen. Die Bau­deputation beantragt, nicht weiter nachzugeben. Vielleicht könne man bic Bürgersteige noch etwas billiger machen.

Bcig. E m m e l i u s den von ber Stabt geforberten Preis ür billig. Man müsse boch mich auf bie Steuerzahler Rücksicht nehmen.

Der Oberbürgermeister erklärt noch, daß der Bau­platz auf 1500 Mark komme.

Stadtv. Vetters ist für möglichstes Entgegenkommen.

Die Angelegenheit wird zurückgestellt.

StraßcnbahN'Ange'egeiiheiten.

Die Wagenhalle für die Straßenlahn reicht für 16Wagen aus, die jetzt auch vorhanden sind. Für die bereits bestellten dlnbängewagen, sowie die für die neuen Linien erforderlichen Wagen ist jetzt die Ausführung des bereits vorgesehenen Erweite­rungsbaues erforderlich, der im nächsten Jahre ausgefüyrt iver- den soll. Tie Versammlung ist damit einverstanden. Die Wagen­halle bietet nach Fertigstellung des Erweiterungsbaues Raum für 46 Wagen.

Beitreibungsverfahrtil.

Tas jetzige Ai ahnverfahren erfordert viel Arbeit, weshalb man in mehreren anderen hessischen Städten entweder bie Mahn­zettel ohne Namen und Betrag im Briefumschlag durch bie Post verschickt, ober burch bic Zeitung ben Termin, bis zu dem ohne Pfändung bezahlt werden kann, bekannt gibt. Es wird vorgcschlagon, letzteres Verfahren einzuführen, womit die Ver­sammlung einverstanden ist. Die Mahngebühren fallen damit weg.

Ter eine hier vorhanden? Pfand meister ist sehr über­lastet. Er hatte 1911 1.0 234 Pfändungen vorzunehmen und 731 Zahlungsverbote auszuführen, während in ben anbeten hes­sischen Städten für nicht vielmehr Arbeit drei und vier Pfanb- meifter vorhanden sind. Man stimmt der Anstellung eines zweiten Psandmeistets zu.