Ausgabe 
4.2.1913 Drittes Blatt
 
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Eine Dramatisierung de SR o t c n Zimmers". Man schreibt der Boss. Ztg.: Der berühmte Roman August StcindbergsDas rote Zimmer" (Röda Ruminet") ist von dem Schweden Herrn Algot Sandberg dramatisiert worden und wird demnächst im Stockholmer >-venska Theater ausgcführt werden. Wie dasAstonbladct" niitieitt, ist die Dramatisierung schon vor ein paar 3 n Irr eit auf die Anregung des Stocthotmer Bolts- theaters hin im Einverständnis mit Strinbbcrg selbst erfolgt. Sand­berg erhielt von Strindberg verschiedene Weisungen und Winke für die Art der Bearbeitung, und es ist denn auch auf den aus­drücklichen Wunsch Strindbergs selbst zurückzuführcn, wenn für die

künstler finden in einer zweiten Abteilung statt und in der dritten Gruppe soll Kunst in .Handwerk und in Industrie vorgesührt werden und zwar Erzeugnisse verschiedener Gewerbe in Einzeldarstellung und Raumkunst. Einzelgebiete der Werkkunst umfaßt lüe 4. Gruppe, auS der nnr einzelne besonders interessante und auch neue Ab­teilungen hervorheben möchten. Die kirchliche Kunst und Fried­hofskunst wird in Köln wohl deshalb von besonderer Bcdeuttrng «sein, weil der verstorbene Kardinal frischer verfügt hatte, daß alle kirch­lichen Gegenstände in der Art des 12. Jahrhunderts l>ergestellt werden sollten. Wie sich der neue Erzbischof dazu verhalten wird, ist noch dahingestellt. In der Gruppe Farben schau sollen vorgeführt werden die Farbenharmonie in der Natur und gleich­zeitig, wie sie von den Jtfmftlern benutzt wird. Ebenfalls neu wird, die Abteilung Kunst im Handel sein. Auf dem Wege zur Ausstellung sollen zu beiden Seiten einer nicht zu breiten Passage Berkcrufsläden errichtet werden, deren Schaufenster eine muster­gültige Auslage zeigen sollen.

Auch im Sport soll vorbildliches geschaffen werden und namentlich wird es eine mit in das Äusstellungsgebiet ein­bezogene mustergültige Rheinbadeanstalt sein, die zahl­reiche Besucher anziehen wird. Etwas durckmus neues ist das Haus für die deutschen Kolonien. Der Vortragende wies darauf hin, daß in Deutsckrland dafür noch gar nichts geschehen sei, während die Engländer schon seit Jahren darin vorbildliches geleistet haben. Gedacht ist auch eine Ausstellung für Frauenbekleidung, auf die der Vorttagende ganz besonderen Wert legt. Da diese Abteilung in Wien und München großen Erfolg gehabt hat, hofft man, daß die Künstler sich stark beteiligen, damit wir endlich einmal von dem Pariser Geschmack freiwerden.

Bei dieser Gelegenheit erwähnte der Vorttagende noch, daß in Köln kürzlich zwei große Häuser von französischen Firmen ein­gerichtet morden seien und daß dabei für das eine Haus mehrere Millionen aufgewendet worden seien, deshalb könne eine Werk- bündschau gerade hier besonders erzieherisch wirken.

Gruppe 5 umfaßt künstlerische Erziehungsmethoden, Gruppe 6 das österreichische Hans.

Bühne verschiedene Personen und Situationenhinzugedichtet" wurden, die sich im Roman nicht finden: Strindberg war der Ansicht, daß diese Zusätze notwendig seien, um der Dramatisierung Leben und Kolorit zu geben. Aus dex Aufsührung des Stücks am Volkstheater wurde indessen nichts, da Sttindberg und Sand- bcrg der lleberzeugung geworden waren, daß das Haus zu klein und die Regie dort zu einfach seien. Inzwischen hat der bekannte schwedisckic Theateröirektor Ranft das Stück erworben: er wird es nach einer sorgfältigen Einstudierung in seinem Svenska Theater aufführen, wo die Rollen in den besten Händen sein werden. Wie verlautet, soll sich Strindberg seinerzeit mit der endgültigen Form der Dramatisierung seines berühmten Romans sehr zu­frieden erklärt und sich auf die Aufführung gefreut haben.

Ein Durchfall am Burgtheater. Aus Wien, 2. Febr., wird uns geschrieben:Wie Man einen Mann gewinnt" nennt sich die letzte Neuheit des Burgtheaters, die am Samstag in Szene ging und einen glatten Durchfall erlebte. Der Autor dieses .Lustspiels" heißt Ri da Johnson Poung, und es geschal) das erstemäl, daß ein amerikanisches Stück auf unserer Bühne erschien. Herr Thimig, der noch immer provi­sorischer Leiter ist, schien große Hoffnungen auf seine erste selb­ständige Erwerbung gesetzt zu haben.T h e L o t t e r y m'a u" hat die inimerhin artige Idee, daß ein junger Journalist, Jack Wright, der an einem Blatt alsSpezialist für Sensationen" angesttllt ist, sich selbst als Haupttreffer einer Lotterie aussetzt, wovon ein Los für einen Dollar zu haben ist. Der gut begonnene Scherz wird aber nicht mit frischen Späßen und Witzen durchgeführt, sondern durch ewiges ''Auswalzen^u einem dünnen Teig ansgezogen. 300 000 Lose sind verkauft worden, die Gewinnettn ist eine dürre, häßliche Gesellschaftsdame: Jack, derHaupttreffer", ist umsomehr bestürzt, als er ein anderes Mädck>en liebr, auf deren er und feine Mutter, die uni die Neigung des Sohnes weiß, eine Anzahl Lose aufgekauft haben. Lustig, nicht? DerKonftikt" löst sich: das dürre Fräulein hat das Los dem. Küchenmädchen entwendet, welches sich aber zum Glück inzwischen verlobt hat, so daß die Bereinigung der Liebenden nichts im Wege ffrHt. Die Darstellung konnte deur öden Machwerk, das, selbst durch den Fasching nicht zu entsckmldigeu war, nickn aushelsen. M.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wisse-n- schaft. Zwei schwere Verluste hat die Univei-sität Kiel er­litten. Am 31. Januar starb der Geheime Medizinalrat Prof. Dr. med. Arnold Heller, Direktor des pathologischen Instituts, im 73. Lebensjahre, Ulnd am 1. Februar Verschied der Ronnnrrft Geh. Rat Prof. Dr. vhil. Gustav Körting im 68. Lebensjahre. Ein Fortbildungskursus für Zahnärzte wird im Einverständnis mit dem Ausschuß der Fortbildungskurse deutscher Zahnärzte rm Rheinland an der K ö l n e r Akademie für praktische Medizin vom 16. bis 19. Februar 1913 veranstaltet werden.

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Nr. 29

Der Sietzrner An^iger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenrrKmrrWLüblLlter zweimal wöchentl.Nreis-. blatt für den Kreis Stehen (Dienstag und Freitag): zweimal monatl. Land- wirtschaftliche Zeitfragen Fenisprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag tu Expedition 51 Adresse für Depeschen:

Anzeiger Gießen.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr.

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Erstes Blatt

Dienstag, 4. ßebruar 1915

165. Jahrgang

jTSkWsT Bezugspreis:

UU monatlich75Ps.,viertel«

jährlich Mk. L.20; durch Abhole-- u. Zweigstelle« monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk.2. viertel- jahrl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Ps., auswärts 20 Pfennig. Ehesredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August

eneml-Anzeiger fur Oberhessen »tzs-ZL

Rotatisn§-ruS und Verlag ter Vruhl'schen Univ.Vuch- und §tein-ruäerei R. Lange. Redaitron, Expedition und vrnSerer: Zchulstratze 7. And« ^E.Heß^ür den Büdingen: Kernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck.

Die Beschießung von Adrianopel.

Am gestrigen Montag abend ist di« letzte Frist des gekündigten Waffenstillstandes abgelaufen, und wirklich bornierten auch sogleich die Kanonen vor Adrianopel:

Konstantinopel, 4. Febr. Die Beschießung Adrianopels durch die Bulgaren hat um 5 Uhr begonnen. Angeblich hat bei Tschataldscha ein ernster Zusammenstoß stattgefuuden. Die Bulgaren sollen Tschataldschaköj in Brand gesteckt haben.

Wien, 3. Febr. DieNeue Freie Preffe" meldet aus Sofia: Ihr Korrespondent erfährt authentisch, daß soeben um 8 Uhr 7 Minuten die Kanonade von Adrianopel begonnen hat. Regierungsseitig wird diese Mitteilung bestätigt.

Die Konsuln der fremden Mächte haben bereits' um freien Abzug nachgesucht oder um Nachweisung eines Platzes, wo sie von dem Feuer der Bulgaren unbehelligt bleiben. Einen solchen Platz zu finden, wird natürlich nicht leicht sein. Die Türken wollten die Sultansgräber und Mo­scheen in ihrem Besitz erhalten, und nach einer letzten Mel­dung sollte Bulgarien auch geneigt gewesen sein, einen Ver­treter des Kalifen in Adrianopel rejidieren zu lassen.1 Frei­lich sollte er nur geistliche .Hoheitsrechte haben und die Bulgaren in oer Verwaltung der Stadt nicht beeinträchtigen dürfen. Wie wird es nun aber mit den alten, ehrwürdigen Bauten, auf die der Türke so stolz ist? Man vergegenwärtige sich das Bild der alten Sultansveste. Die Stadt ist bekanntlich auf 3 Hügeln erbaut, die durch die Flüsse Maritza und Tundscha durchschnitten werden. Fünf Kilometer südwestfich von der Stadt fließt die wilde tArda in die Maritza. lieber die Arda führt eine Brücke der Eisenbahnlinie KonstantinopelAdrianopelPhilippo- pel. Die Brücke ist bis heute intakt, und so konnten die bul­garischen Züge während des Waffenstillstandes nach Tscha- taldscha fahren. Vom Montag an können die Bulgaren die Brücke kaum mehr benutzen, da sie im Bereiche des Feuers der Festung Adrianopel liegt.

Auf den höheren und gesünderen Quartieren befinden sich die prachtvollen Moscheen, unter denen die erste Stellung die Sultan Selims II. (15241574) einnimmt. Diese Moschee ist wundervoll, hat vier Minarets, und auf Rebern sind drei Gallerien. ibie Sultan Selim-Moschee ftat 1000 Fenster. Ein Fenster ist immer geschlossen, weil in der Phantasie des Volkes die Größe des Banes besser Zum Ausdruck kommt, wenn man sagt: die Moschee hat Dokus jus doksau dolus" (999) anstattbin" (tausend) Aenster. Dieser Prachtbau ist von Granit und Marmor m) gilt als das schönste Bauwerkaufder ganzen Balk an ha lbinsel.

In Adrianopel sind viele Paläste, die zum Teil -in Kasernen Uimgewandelt sind. Unter vielen Sehenswür­digkeiten ist erwähnenswert:Ali Pascha Tscharsisi", der »Marktplatz von Bei Pascha. Dieser Marktplatz ist einen Kilometer lang' und ist wie ein Tunnel aus Stein gebaut und mit Blei gedeckt. Inwendig sind Magazine "eingerichtet. In diese Magazine dringt kein Strahl Sonne. Es ist fast immer dunkel. Die Luft ist sehr schlecht. Die Verkäufer sehen daher alle blaß und mager aus. Morgens um 8 Uhr wird der Platz geöffnet, am Abend um 7 Uhr

wieder geschlossen. Drin bleibt kein Mensch, mit Aus­nahme des Nachtwächters, pusavant, der mit einem dicken Stock von Zeit zu Zeit auf die Steine klopft, um zu zeigen, daß jemand die Magazine bewacht.

Die Straßen Adrianopels sind schmal und krumm. Die Häuser sind sehr leicht gebaut, und es ist klar, daß ein Bombardement hier schreckliche Wirrnisse anrichten kann. Mit größter Spannung richtet sich jetzt das Interesse der Welt wieder auf die Eingeschlossenen, die sicher unter Ent­behrungen zu leiden haben, die aber bisher so glänzende Beweise ihres ungebrochenen Mutes und tapferen Aus- harrens gegeben haben.

Wir erhalten noch folgende Meldungen:

Konstantinopel, 4. Febr. Nach offiziellen An­gaben hat vor Adrianopel ein heftiger Kampf begonnen. Vor Tschataldscha kam es zu einem belanglosen Zusammenstoß. Nach der Agence Ottomane meldete ein serbischer Offizier vor dem Kampf­beginn vor Adrianopel dem türkischen Kommandanten, daß der Waffenstillstand um vier Tage verlängert sei, um 'ihn irre zu führen. Die Konsuln in Adrianopel er­suchten die türkische Regierung um Anweisung einer vor dem bulgarischen Bombardement geschützten Stelle ober andernfalls um die Erlaubnis freien Abzugs.

Sofia, 4. Febr. Aus Mu stapha-Pascha wird vom 3. Februar 9 Uhr abends telegraphiert: Gewal­tiger Kanonendonner von Adrianopel her macht die Fenster hier erzittern. In unterrichteten Kreisen rechnet man, daß die Festung in höchstens 14 Tagen fallen wird.

Ein bulgarisches Entgegenkommen?

Das Reutersche Bureau ist zu der Erklärung ermäch­tigt, daß Bulgarien durchaus bereit ist, den Vor­schlag der Mächte anzunehmen, daß ein Vertreter des Kalifen in Adrianopel ernannt wird, der nach der Uebergäbe der Stadt an die Verbündeten in Adrianopel residieren soll.

Auf der Berliner bulgarischen Botschaft wurde er­klärt, es sei unrichtig, daß Bulgarien noch in letzter Sttinde nachgegeben habe. Durch das Zugeständnis eines geist­lich en Vertreters des Kalifen für Adrianopel gebe Bulgarien seine Ansprüche auf die Stadt und die Umgebung tricht auf. Im übrigen werde Bulgarien für dieses Zugeständnis Beengungen, die noch nicht bekannt seien, stellen.

Die Botschafterkonferenz.

London, 3. Febr. Die Botschafter hatten um 31/2 Uhr heute ngchmittag im Auswärtigen Amt eine Zu­sammenkunft mit Grey, die nur eine halbe Stunde dauerte, da tatsächlich nichts zu erldbigeit war. Die Bot­schafter tarnen zu dem Entschluß, daß es zwecklos sei, vor Donnerstag.wieder zusammenzukommen, wenn nicht ein besonderer Anlaß vorliege.

Die türkischen Friedensbevollmächtigten erhielten den Befehl, erst nach Wiedereröffnung der Feind­seligkeiten von London äbzureisen. Eine offiziöse Note erklärt, die türkischen Truppen seien angewiesen worden, nicht früher zu feuern, als bis die Bulgaren nadj- Ablauf der

Kündigungsfrist des Waffenstillstandes zu schießet! be­ginnen. Die Pforte hielt es für nötig, diese Weisungen ru erteilen, damit die öffentliche Meinung überzeugt werde, daß die Verantwortung für den Wiederbeginn des Krieges ausschließlich auf die Verbündeten falle.

Der bevorstehende Angriff auf Skutari.

Dnrazzo, 3. Febr. Gestern sind 1300 Serben mit reichlichem Proviant eingeschifft worden. Man nimmt an, daß sie sich nach Alessio begeben, um sich mit den anderen Streitkräften zu vereinigen, auf Skutari vorzu- rücken und im Sturm gegen die Stadt vorzugehen.

Der türkische Nationalgeist.

Konstantinopel, 3. Febr. Der Scheich! ü l I s' l ain richtete an die geistlichen Behörden ein Run d f ch r ei- 6 en, in dem er sie auf fordert, auf die Bevölkerung einzu­wirken, zur Verteidigung des Vaterlandes durch Spenden beantragen. Ein Komitee zur Verteidigung des Lan­des, das sich in Smyrna bildete, stellt fünf Bataillone auf. Unausgesetzt schreiben sich Freiwillige für den Kriegsdienst ein. Frauen der türkischen Ge­sellschaft bieten Spenden für die Truppen an und melden sich als Krankenpflegerinnen.

Eine Entschuldigung Bulgariens.

Sofia, 3. Febr. Das BlattMir" weist es zurück, daß die Bulgaren jetzt mit übertriebener Hast handelten. Diese Vornürse sind, schreibt das Blatt, nicht verdient. Denn die Langsamkeit in den Verhandlungen, die dem Lande ungeheuere Opfer, die selbst diejenigen des Krieges übertreffen, auferlegte, durfte nicht ins Unendliche fort­gesetzt werden. Es genügt, dar an zu erinnern, daß Bulgarien wegen der Halsstarrigkeit der Türkei mehr als 1/2 Million Mann auf dem Kriegsfuß erhält, um die Notwendigkeit der von der Regierung getroffenen Entscheidung zu verstehen. ^Da die Türkei der Kollektivnote der Mchte nicht nachgegeben hat, konnte niemand von den Mächten verlangen, daß sie zu Zwangsmaßnahmen gegenüber der Pforte greifen. Di«' Wiederaufnahme des Krieges ist daher unausweichlich, und dann wird es sich nicht mähr um d as Wilajet Adrianopel handeln, sondern es wird nur von Kvw ftantinopel und den ^Dardanellen, zu sprechen jein.

Serbien und Bulgarien.

Belgrad, 3. Febr.Trogvinski Glasnik" erfährt, daß zwischen Serbien und Bulgarien ein neues Einvernehmen getroffen sei, nach dem Bulgarien für die großen von der serbischen Armee im Interesse Bul­gariens in Thrazien und vor Adrianopel gevrachten Opfer territoriale Kompensationen in Mazedornen an Serbim erteilte.

Belgrad, 4. Febr. Das Nationalistenorgan Srpska Zastava" beschwört König Peter, er solle nicht die Blüte der serbischen Kraft nach Adrianopelund Tschataldscha in den sicheren Tod nm Fremden Vorteils willen schicken. Die serbische Regierung treibe nicht nationale, sondern bul­garische Politik. Wer werde Serbien helfen bei einer et­waigen Invasion von Norden her.Wohin schicken Sie uns, Majestät?" schließt der Artikel.

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Deutsche werkbund-Aurftellung Köln 1914.

Die Deutsche Werkbund-Ausstellung Köln 1914 ist eine ge­meinsam nie Veranstaltung der Stadt Köln und des Deutschen Werkbundes. Sie soll in Köln int Jahre 1914 von Mai bis Oktober stattfinden.

In deml eingettagenenVerein zur Veranstaltung der Deutsänni Werkbund-Ausstellung Köln 1914", an dessen Spitze Ler Oberbürgermeister von Köln, Max Wallraf, und der Vor­sitzende des Deutschen Werkbundes, Hofrat Peter Bruckmann, sowie als Geschäftsführender Vorsitzender der Beigeordnete der Stadt Köln, Carl Rel-orst, stehen, ist ein Organ zur Durchführung 5er Ausstellung geschaffen. Der Geschäfts führende Vorstand des Vereins bildet den Vorstand der Ausstellung, drmt der weitere ^csamtvorstand des Vereins als Arbeitsausschuß und 7 Tättgkeits- eusschüsse zur Sefte stehen. Herr Rehorst führte amJ Sonntag in Frankfurt vor Werkbundmitgliedorn die bisherige Tätigkeit, denPlan imb die N>ee der Ausstellung in großen Umrissen aus. Von der Stadt Köln sind für die Vorarbeiten 50 000 Mark bewilligt und als Beitrag zu dem in der Bildung begriffenen Garantiefonds 500000 Mark gezeichnet worden mit der besonderen Maßgabe, daß un «Falle fines Fehlbetrages die Hälfte dieser Summe vor allen lonstigen Garantiezeichmmgen vorweg in Anspruch genommen wer­den darf. Auch ist für die Ausstellung ein rund 200000 Ouadrat- meter großes Gelände auf dem rechten Rheinufer gesichert, das, mit dem Blick auf das berühmte, vom Tom beherrschte Stadtbild bon Köln, eine wohl einzigartige Möglichkeit zur Gestalttmg reiz- »oller Ausstellungsanlagen bietet.

Tie Ausstellung soll zeigen, was die deutsche gewerbliche Arbeit im Zusammenwirken mit der Kunst zu leisten vermag. Der vom Deutschen Werkbund vertretene Gedanke der Turchgcistigung und Veredlung der deutschen Arbeit durch die Steigerung der Qualität fcmb die >>Entnncklung der Form ihrer Erzeugnisse soll zu sinn- Wigem Ausdruck gebracht werden. Qualitätsgesinnung und das Gefühl und Verständnis für die neue Form! der deutschen Arbeit lollen bei denen, die es zunächst angeht, vertieft und besesttgt Änd auch in den Kreisen derer geweckt werden, die heute noch ferner stehen. Die Ausstellung soll weiteren .Krciseii zum' Be taußtseiii bringen, daß es sich hier um1 eine Zukunftsfrage der deutschen nationalen Arbeit handelt, an deren Lösung jeder zu 'einem Teil, sei es als Hersteller oder als Verbraucher, mitzu virken hat.

Der Plan der Ausstelliing ist in großen Linien folgender- ttaßen angelegt: /

In vorbildlichen Sammlungsräumen, die gleichzeitig der nepräsenttltion dienen, sollen auserlesene Einzelstücke alter und neuer Zeit gezeigt »Verden. Sonderausstellungen einzelner Werk- . L' *--5r-