165. Jahrgang
Drittes Blatt
Nr. 3
Gietzener Anzeiger
Erscheint tSgNch mit Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger für Cberheffen
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Telephon
Nr. 2059
lieber eine Verschärfung des deutschen SPio - nagegesetzes
haben in den letzten Tagen Besprechungen von Vertretern der Heeres- und Marineverwaltung und des Reichsjustiz- " ~ gung zu diesen Vesprech-
iltunq ausgegangen. Die
Die Krisis in Spanien.
Die ehemaligen konservativen Minister Spaniens kamen, wie aus Madrid gemeldet wird, am Donnerstag im Hause des Generals Azcarraga in Madrid zusammen, ' • ■ ~ ‘ ---* - n, wie
Deutiches Ueicv.
Der Strafrechtsausschuß wird nach einer kurzen Weihnachtspause seine Arbeiten zur Schaffuirg eines neuen Strafgesetzbuchs in den _ nächsten Tagen wieder aufnehmen. Er wird die erste Lesung des neuen Entwurfes Ende Januar beenden. Die nächste Sitzung wird die 200. Sitzung seit dem Zusammentritt des Ausschusses sein, der feine Arbeiten am 4. April 1911 begonnen hatte. Die erste Lesung hat somit einen Zeitraum von l - i Jahren beansprucht. Die zweite Lesung soll sofort angeschlossen werden, und es ist zu hoffen, daß btejc bis zum Eintritt der Gerichtsferien int Sommer dieses Jahres abgeschlossen werden kann.
-Abgeordneten wurden durchweg Parteigänger gewählt, Dr. Wiemer (f. Vpt.), Bauer (bahr. Bbd.), Hägy (Els -Lothr., von Flemming-Basenthin (kons.), Kohen (Soz.), v. Boehn (kons.).
Ein K o l o n i a l g e r i ch t s h o f in Hamburg?
Eine Korrespondenz verbreitet die Meldung und eine Reihe von Blättern verbreitet sie weiter, es würde demnächst eine neue Vorlage über die Errichtung eines Kolonialgerichtshofes dem Bundesräte zugehen. In dieser Vorlage würde als Sitz des Gerichtshofes Berlin in Vorschlag gebracht werden. Tie T. R. versichert demgegenüber, daß diese Nachricht falsch ist. Tie Sache verhalte sich vielmehr so: Die ursprüiitzliche Vorlage, die nicht zur Verabschiedung gelangte, sah einen Kolonial- und Konsular-Gerichtshof vor, dessen Sitz in Berlin sein sollte. Die Reichsregierung hat sich nun aber entschlossen, eine Trennung der beiden Gerichtshöfe vorzunehmen, und sie wird zunächst die Errichtung eines uolo- nialgerichtshofes in Vorschlag bringen, dessen Sitz nicht in Berlin, sondern in Hamburg sein soll.
Die „siebener Familienblatter" werden dem „Anzeiger" viermal lüödientlitf) beigelegt, daS „KrelsVlatt für den Ureis Stehen" zweimal roöcbentlid). Die „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal.
Samstag, Januar 1913
Rotationsdruck und Verlag der 'Bruhl'schen UniversitälS • Buch» und Sleindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Ein freudiges Ereignis am rumänischen Hof.
B u k a r e st, 3. Jan. Die Er b p r in z e s s in ist glücklich von einem Prinzen entbunden worden. Der junge Prinz ist das sechste Kind des Prinzen Ferdinand von Hohenzollcrn-Sigmaringen, der nach dem Verzicht seines älteren Bruders auf die Thronfolge in Rumänien (-0. März 1886) durch Dekret vom 18. März 1889 Erbprinz wurde. Er vermählte sich am 10. Januar 1893 zu Sigmaringen mit Maria Prinzessin von Sachsen-Koburg und Gotha. Der Prinz ist 48, die Prinzessin 38 Jahre alt.
Russische Justiz. ,
Das Bezirksgericht in Moskau fällte das Urteil in einem Prozeß gegen 280 Inden, die beschuldigt waren, sich durch Bestechung gefälschte Zeugnisse über Vorarbeiten zum Zahnarztexamen verschafft zu haben, um dadurch das Recht zu erlangen, außerhalb der Ausiedelungszone zu wohnen. 79 Angeklagte wurden frei- aesprocheu, die übrigen zu einjähriger Kerkerhaft verurteilt. Für die Mehrzahl der Verurteilten will das Gericht bei dem Kaiser um Strafmilderung bitten. Neun Aerzte und Beamte wurden zu Kerkerhaft von ein bis drei Jahren verurteilt.
Inh.: Peter Kronenberg
Generalvertreter der Dürkopp -Automobile
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» stratze 7. Expedition und Verlag: e^ä)51. Redaktion: e=g@ 112. Tel.-Adr.: AnzergerGreßen.
amtcs stattgefunden. Die Anregung zu diesen Besprechungen ist von der Heeresverwaltung ausgegangen. Die ausfallende Zunahme der Spiouagesälle in letzter Zeit scheint die Heeresverwaltung veranlaßt zu haben, der Frage der Verschärfung des Spionagegesetzes näher zu treten, obwohl sie bisher die geltenden Bestimmungen für aus- reichend gehalten hatte. Es ist auch in Erwägung gezogen worden, ob man zum Schutze der deutschen Luftflotte neue gesetzliche Bestimmungen treffen soll, die zum Teil im neuen Spionagegesetz Aufnahme finden können. Vorgeschlagen wurde ferner zum Schutze der Luftkreuzer die Bewachung der Luftschiffe und der Lu f t schi f f h a l l e n zu v er s ch är f e n. Ob dem Reichstage noch in dieser Session ein neues Spionagegesetz vor- igelegt werden kann, ist noch unentschieden.
Don einer Sachverständigen.
Wie viele meiner weiblichen Leser mögen wissen, daß es möglich ist, die äußere Teintschicht bis zu -einem gewissen Grade zu entfernen! Ter junge, frische, lebhafte Teint unter dem blaßen, verwelkten, fleckigen oder gerunzelten Teint ist außerordentlich anziehend. Er wartet nur auf Befreiung von der erdrückenden und häßlichen äußeren Hülle, die Jahre hindurch unter dem Einstuß der Atmosphäre, der Kosmetika, schlechter Seifen und Gestchts- cvemes entstanden ist. r.,r
Viele kluge grauen sind zu dieser Einsicht gekommen und wenden eine äußerst ingeniöse Methode an, um ihren jugendlichen Teint zu erlwlten. Sie brauchen für diesen Zweck halbstarkes Cleminit, wie es in jeder Apotheke erhältlich ist. Ungefähr füm- unddreißig Gramm dürften für diesen Zweck genügen. Sie legen Eleminit während einiger Nächte wie Goldeream auf und waschen es des Morgens ab. Es scheint langsam die leblose und häßliche äußere Haut in winzig steinen, mikroskopischen Teilen zu absorbieren und dadurch den Naren, festen und jugendlichen Teint darunter zur Oberfläche zu bringen. Der Prozeß ist durchaus angenehm. Er schein' den idealsten Weg zur Wiedergewinnung und Erhaltung jugendlichen Aussehens darzustellen.[ss2</ia
12 Reichstagsersatz wählen im Fahre 1912.
Im Jahre 1912 haben 12 Reich st<rgsersatz wählen stattgefunden. Mit einer Ausnahme haben die.Parteien ihre Mandate in diesen Ersatzwahlen behauptet. . Tic Veränderungen, die durch diese Ersatzwahlen cingctreten sind, sind folgende: Für die Zentrumsabgcordncten Dr. Becker (Siegkreis-Waldbröl), Frhr. v. Hertling (Münster- Kösfeld., Rören (Saarburg-Merzig-Saarlouis) wurden gewählt die Abgg. Trimborn, Dr. Gerlach und .Werr. Tie 2lbgg. Dr. Kaempf und v. Halcm, die ihre Mandate niedcr- gelegt hatten, um einer Ungültigkeitserklärung ihrer Wahl vorzubeugen, wurden in Berlin I und in Schwetz wiedergewählt. Für den konservativen Abg. Pauli, dessen Mandat für Hagenow-Grevesmühleu ungültig erklärt worden war, wurde in der Ersatzwahl der Freisinnige Sirkovich
vpielplan der vereinigten Sraitfiurter StaUiheater. Opernhaus.
Sonntag, den 5 3anuav, uacumulags ‘,4 Uhr: „Tie goldene Gans." abends 7 Uhr: .Orpheus und Eurudike." Montag, den 6. Oaniiar, abends A& Uhr: „Tei feine Klang " Tienstag, den 7. Januar'): ,Tct liebe Augustin." Mittwoch, den 8. Januar, nachmittags A4 Uhr: .Tie goldene Gans." Abends 7 Uhr: Einmaliges Gastlpiel des Grostb. Bad. Kammersängers Herrn Heiur H e n i e l: „Loheugrm." Tonuerstag, den 9. Januar: „Ter liefe Augustin." Freitag, den 10. Januar, abends A^ Uhr: »Jer Kuh- reinen. Samstag, den 11. Januar: „Pelleas und Melisaude." Sonntag, den 12. Januar, nachmittags *',4 Uhr: „Tie goldene GauS." Abends 7 Uhr: .Cavalleria rnsticana.“ Hierauf: „Ter Bcstazzo." Awntag, den 13. Januar, abends 1 ,8 Uhr: „Ter liebe Augustin " Tienstag, den 14. Januar : Zum ersten Male: „Ariadne om istaros." Oper in einem ÄMzuge von Hugo v. Hounannsthal. A.ittwoch, den 15. Januar, »ackmiittags 1/a4 Uhr: „Die goldene Gans." Abends '/.,8 Uhr: ..Ter lie e Augustin."
; Schauspielhaus.
Sonntag, den v. Januar, nachmittags ’/24 Uhr: „Ter Störcn- frieb." "Abends 7 Uhr: „Ter Retter in der 9lot." Alontag, den 6. Januar'): „Ter Reiter in der Not." Dienstag, den i. Januir: „Tic Hochzeit dec 'Mozart " Alittwoch, den 8. Januar: „Tie Sui en der Gesellscha't" Toimerstag, den 9. Januar, abends 12h U.,r: „Alt-Frankiurt." Freitag, den 10. Januar, abends 0,8 Uhr: „-er Wetter in der Not." Samstag, den 11. Januar: „Tie Jour-aliuen." Sonntag, den 12. Januar, nachmittags A4 Uhr: „Alt-ve-delberg " "Abends 7 Uhr: Zum ersten Mate: „Tie Zarin." Schauspiel m drei •Jiften von 'Melchior Vengnel und Ludwig Biro "Montag, den 13 Januar : „Tie Stützen oer Geselstch dt" Tienstag, den 14. Jan.: „Tie Zarin." Mittwoch, den ■ 5. Juuuar: „Tie Zarin."
aVlvählt Durch den Tod waren sechs Mandate erledigt, um über die Lage der Partei zu beraten^ nämlich die Kreise Varel-Jever (bisher Träger), Pfarr- sie sich aus dem Rücktritt Maurav ergeben hat. Es wurde kttchcn (bisher Bachmeier), Schlettstadt (bisher Dr. Will), beschlossen, der am Mittwoch statt findenden Hciuptvc^amm- Greifenberg-Eammin (bish. v. Normann), Greiz, (bishi För- lung der Partei die Entscheidung über da» wettere 23er» ster), Dtolp-Laueiiburg (bish. Will). Für diese verstorbenen halten der Partei zu uverlaften.


