Ausgabe 
25.4.1913 Drittes Blatt
 
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Drittes Blatt

M. Jahrgang

Nr. 96

Giehener Anzeiger

Erscheint tSgltch rrm Ausnahme des SsnntagS.

General-Änzeiger für Oberhessen

DieGießtner Kamilienblätter" werden dem ^Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Krelsblctt fßr den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Di^Landwirtschaftlichen ZeiL- fra-en" erscheinen monatlich zweimal.

Freitag, 25. April l9sZ

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Universitäts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e=g©51.

Rcdaktion:^^112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

Mb. Deutscher Reichstag.

148. Sitzung, Donnerstag, den 24. April.

Am Tische des Bundesrats: b. Geringen.

Vizepräsident Dr. Paa sch e eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 15 Min. und teilt mit, daß ;m Hause eine Ausstellung von Wahlurnen beranstaltct ist.

Sie gestrichenen KoNM-mSMlrw.

-Öotn Militärctat ist nur noch ein Kapitel zu erledigen: Bouberncu re . Kommandanten und Platzmazore.

Dre Kommission hat beschlossen, daß der Kommandant in Karlsruhe vom 30. September 1013 ganz wegfallen soll. In Darmstadt soll die Äonimandantenfrage anders geregelt werden. Aehnlich steht cs mit Sachsen und Württemberg.

Kriegsminister p. Hecringen:

Dieser Antrag der Budgetkommission greift in die staats­rechtlichen Verträge ein, die Preußen mit den anderen Staaten abgeschlossen hat. Die Kommandanten in .Karlsruhe und Darm­stadt sind durchaus notwendig. Ich bitte Sie dringend, dem Antrag der Budgetkommission nicht zuzustimmen. Geben Sie uns doch die Möglichkeit, eine freie Verhandlung mit den Staaten einzuleiten. Dann kann ebentuell 1914 eine Aenderung erfolgen.

Hessischer Bevollmächtigter Frhr. v. Biegeleben spricht im gleichen Sinne für Darmstadt.

Badrscber Bevollmächtigter Dr. Nieser tritt für Karlsruhe ein. Erschüttern Sie die Vertragstreue nicht!

Abg. Schöpslin (Soz.)

beantragt, auch den Kornmandanten in König 8 stei n zu streichen. Mit allen diesen Stellen muß aufgeräumt werden. Die badische und die hessische Negierung müssen den finanziellen Ber- haltnifsen Rechnung tragen.

Kriegsnlinister v. Hecringeu widerspricht auch diesem Anträge.

Abg. Fchrenbach (Zentr.)' bittet, den Karlsruher Kommandanten zu belassen. Bei solchen staatsrechtlichen Fragen muß man das äußerste Maß bon Loyalität zeigen. Der Redner kündigt für die dritte Lesung einen Vermittlungsvorschlag an.

Abg. Blankenborn (Natl.) begrüßt diesen Ausweg. Den Staatsberträgen gegenüber haben wir eine moralische Verpflichtung. Die Frage "ist noch nicht spruchreif. Wir behalten uns unsere Stellungnahme bis zur dritten Lesung bor.

Abg. v. Liebert (Np.) widerspricht der Streichung der Kommandantenstelle in Dres - b e n. Dresden ist eine der größten Garnisonen des Reiches. Bei einer Mobilmachung reicht da eine nebenamtliche Stelle nicht aus. Stellen Sie die Regierungsborlage wieder her oder betrauen Sie wenigstens einen General zur Disposition mit der ausschließlichen Wahrnehmung dieser Geschäfte.

Abg. Noske (Soz.):

Wenn Sie diesen Wünschen zustimmen, dann können Sie Ihre ganze Dudgetkommission gleich ganz ein- packen. Was hat deren Beratung dann noch für einen Zweck? Ihn ein paar Sinekuren zu retten, marschieren hier gleich ein Vaar Gesandte auf. Wir appellieren an die Regierung: Sparen Sie doch endlich! Zeigen Sie einmal ein kleines bißchen guten Willen!

Hessischer Bevollmächtigter Frbr. v. Biegeleben:

Wir haben im Namen des Rechts gesprochen und zur Wahrung gestehender Staatsverträge.

Abg. Erzbcrger (Zentr.):

Diese Debatte ist fhmptomatisch für die Politik der Abstriche. Es ist noch lange nicht genug gestrichen. (Zustimmung.) Kaum haben wir beschlossen, diese Stellen zu streichen, sofort erheben, sich Stimmen, die auf dieses M i n d e st m a ß bon Sparsamkeit einpökeln und für bessere Zeiten aufbewahren wollen. (Sehr gut!) Wenn man in dritter Lesung die Wieder­herstellung der Regierungsvorlage beantragen will, so kündige ich jetzt schon Anträge auf namentliche Abstimmung an. (Hört, hört!) Wenn man alles so erhalten will, wie cs 1870/71 war, so führt das zur Versteinerung und Berzopfung unserer Armee. (Sehr richtig!) Auch die Streichung in meinem Heimatlande W ü r t t e m b e r g ist durchaus berechtigt. Auch die Kommandantur in Königstein ist vollkommen über­flüssig. j*

Kriegsminister v. Hccrirtgen:

Königstein wird zur Verbüßung von Festungshaft verwendet. Dort ist em Kommandant durchaus notwendig.

Abg. Dr. Becker-Hessen (b. f. P.): spricht für Darmstadt.

Abg. Fehrcnbach (Zentr.):

Die E - n s ch ü ch t c r n n g S b c r s u ch c Erzbergers verfangen bei mir nicht. Es bandelt sich um einen Vertrag, und da muß ich dafür eintreten, auch wenn es sich um das kleine Baden handelt und nicht um das große Bayern. (Heiterkeit.) Württembergiscber Militärbevollmächtigter Generalmajor v. Graevcnitz:

tritt für Aufrechterhaltung der Kommandantur in Stutt­gart ein.

(Sächsischer Militärbevollmächtigter Leuckart b. Weißdorf tritt für die Kommandanturen in Königstein und Dresden ein, die im Mobilmachungsfall von Wichtigkeit sind.

Abg. Gans Edler Herr zu Putlitz (Kons.):

Bei den vorhandenen staatsrechtlichen Bedenken halten wir e? für das 'einzig Richtige, die Kommandanturen auf rechtzuer­halten. Wir können zu einer eventuellen Vergewaltigung von Baden und Hessen nicht die Hand bieten.

Abg. Erzberger (Zentr.):

Ich schüchtere niemanden ein. Ich halte auch meinen Freund Fehrenbach für zu klug, als daß er sich einschüchtern lassen wird. l2bg. F ehrend ach (Zentr.): Sehr richtig! Es gibt aber auch noch andere Leute! Heiterkeit.)

Abg. Liesching (Vp.):

Es macht einen sehr peinlichen Eindruck, daß die Heeresverwaltung alle Ersparnisversuche so schroff ablehnt. (Sehr richtig!)

Der Antrag der Budgetkommission wird an- g e ii o m in c n. Auch der Kommandant von K ö n i g st e i n wird gestrichen. Dagegen stimmen mit der Rechten nur einige Nationalliberale und Zentrumsmitglieder.

Damit ist dec Militäretat in zweiter Lesung endgültig erledigt.

Der Etat für das Reichsmilitärgericht wird erledigt.

Set 8ml für öen Rechnungshof.

Abg. Rauch (Soz.):

Es kommt bor, daß höhere Beamte Unter­stützungen erhalten, weil ihre Frauen krank sind. Wenn ein Arbeiter öffentliche Mistel in Anspruch nimmt, so verliert er fein Wahlrecht. Soll man das nicht auch auf jene Beamte ausdchnen?

Jet Elsi iibet öen sllgeweineu Penflsnssmös.

Die Kommission beantragt einen Gesetzentwurf, durch den eine Aufbesserung der Altpensionäre ermöglicht wird, sowie bei der Reichsversicherungsordnung die Herab- setzungderAlters grenze für die Gewährung der Alters­rente von 70 auf 65 Jahre.

Die Sozialdemokraten beantragen eine Erhöhung der Renten. Auch sollen die Renten der Kriegs- und Militärinvaliden nach erfülltem 60. Lebensjahre nicht mehr gekürzt oder entzogen werden dürfen.

Abg. Hügel (Soz.). begründet den Antrag.

Oberst von Dam mann:

Die Ersparnisse, die der Reichspensionsfonds gemacht haben soll, werden keineswegs auf Kosten der Mannschaften gemacht. Diese werden ebenso behandelt wie'die Offiziere. Das beweist schon die Steigerung der Ausgaben, die bon 1900 bis 1911 von 14 auf 27 Millionen gewachsen sind. Bei dieser Gelegenheit möchte ich, da ich zum ersten Male in meinem neuen Amt als Departementsdirektor vor dem Hause stehe, noch betonen, daß es stets meine vornehmste Pflicht sein wird, für meine alten Kame­raden, Offiziere, Unteroffiziere, Mannschaften und ihre Hinter­bliebenen nach Kräften zu sorgen. (Beifall.) >

Abg. Erzbergcr (Zentr.):

Wir freuen uns der Erklärung des Deparlemensdirektors. Er wird nicht alle Beschwerden abbelfcn, es genügt aber, wenn er den guten Willen mitbringt. Hoffentlich gewährt er nicht zu v el Pensionen, mit deren Bewilligung wir überhaupt nie karg ge­wesen sind. Ich will mich in meinen Ausführungen beschränken, denn auch ich habe den dringenden Wunsch, am Sonnabend nach Hause zu gehen. (Heiterkeit.) Ich denke, dagegen wird niemand protestieren. (Große Heiterkeit.) Wir haben uns oft schon über die Pensionierung von Apothekern be­schwert.^ Merkloürdigerweise sind diese immer krank und müssen in Pension gehen, sobald sie eine Konzession in der Hand haben. In das Heer sollten nur körperlich und geistig Gesunde eingestellt werden, nicht auch die halben Idioten, die an Hilfsschulen auf­gezogen worden sind. Diese Leute sind immer schwer oder gar nicht auszubilden. Blieben sic dem Heere fern, so wäre manche Soldatenmißhandlung nicht dorgekommen. Im vorigen Jahre habe ich die Pensionierung eines sächsischen Apothekers be­rührt, der nach den Angaben der Verwaltung Jnval de sein sollte, und zwar, weil er nicht hören konnte. Inzwischen hat sich heraus­gestellt, daß der Mann bei Konzerten mitgewirkt hat.

Oberst v Dammann:

Eine gleichmäßige Behandlung der Entscheidungen über etwaige Entziehungen der .Pensionsgebühren hat sich das Kriegs­ministerium Vorbehalten. Die Generalkommandos sind angewiesen worden, entsprechend zu verfahren.

Sächsischer Militärbevollmächtiger General Leuckart v. Weißdorfs:

lieber die Pensionierung des sächsischen Apothekers habe ich bereits im vorigen Jahre gesprochen. Es hat sich seitdem nichts ereignet; i ch glaube also, daraus nicht antworten zu brauchen.

Abg. Erzbcrger (Zentr.):

Gegen die eigenartige Aeußerung des Herrn General- v. Weißdorfs muß ich Protest einlegen. (Sehr richtig!) Ich v e r Bitte mir eine derartige Behandlung meiner Beschwerden. Er erklärte im vorigen Jahre, däß der Pen­sionierte auf dem einen Ohr taub und auf dem andern sehr schwer hörig geworden sei. Auf Grund späterer Mitteilungen mußte ich diese Behauptung als unzutreffend bezeichnen, denn der Pen­sionierte hat seitdem an einem Konzert mitgetoirft. Auf dem Kasernenhof kann man so antworten, wie es der Be­vollmächtigte getan hat. Hier im Reichstage kann man mit sol­chen Ausreden nicht kommen. Auf eine rein sachliche Beschwerde barf nicht die Antwort gegeben werden, ich habe nicht daraus einzugehen. Bei der dritten Lesung werde ich meine Beschwerde ?och einmal Vorträgen. Keine militärische Behörde dars dem Kontrollrecht des Reichstages in dieser Weise aus dem Wege gehen. (Lebh. Beifall.)

Sächsischer Militärbevolluiächtigter General Leuckart v. Weißdorff:

Ich habe meine Erklärungen aus Grund des vorliegenden Materials abgegeben und gesagt, daß sich seitdem nichts geändert hat.

Abg. Erzbcrger (Zentr.):

Wenn der General kein neues Material bekommen hat, dann hat er doch das Material, das wir ihm hier neu Vorbringen, zu prüfen. Das ist nicht nie Art, wie wir als Vertretung des deut­schen Volkes auf sachgemäße Beschwerden Antwort erhalten wollen. Es sind die Steuergroschen des deutschen Volkes, um die es sich hier handelt. (Lehbaster Beifall.)

Die R e s o l u t i o n der Budgetkommission wird angenom­men, ebenso die sozialdemokratische.

Der EtÄ für das Aelchsschstzaml.

Die Budgetkommission hat die neu geforderte Di­rektorstelle gestrichen. \

Schatzsekrctär Kühn

bittet, die Stelle zu bewilligen. Die Beamten im Schatzamt werden außerordentlich angespannt. Was sie in den letzten Wochen und Monaten geleistet haben, grenzt fast an das II e b e r m e n s ch l i ch e. Es ist eine Lücke vorhanden, die aus- gefüllt werden muß.

Abg. Stolle (Soz.):

Die deutsche Wirtschaftspolitik ist nur dazu da, den Agra­riern zu helfen und belastet dafür die Arbeiter, Beamten und Handwerker. Ein derartiges System kann auf die Dauer nicht aufrecht erhalten werden. Durch die Einfuhrscheine wird das beste deutsche Getreide ins Ausland gbracht, lvährend die Teuerung bei uns zu einer dauernden Einrichtung wird.

Abg. Dr. van Ealker (Natl.) l begründet eine Resolution auf Aufhebung Derjenigen Beslinnnun- gen des Zollvereinsvertragcs, Die eine einseitige B e - la st u n g der deutschen Weine zulassen, damit diese in allen deutschen Staaten den Auslandsweinen gleichgestellt und nicht schlechter als diese behandelt werden. Unter dem jetzigen Zustande werden die inländischen Weine schlechter behandelt als die eingeführten. Sie tragen das städtische Oktroi, das sie stärker be­lastet, als der Zoll die ausländischen belasten kann. Auch diese müssen unter das Oktroi fallen. Wir möchten bitten, unsere Reso­lution möglichst einstimmig anznnehmen. Sie helfen damit dem deutschen Weinbau, der die Hilfe 'dringend nötig hat.

Abg. Graf Könitz (Kons.):

Ich kann den Vorrednern in ollen Punkten beistimmen und habe die Genugtuung, festznstellen, daß ich dieselben Ausfüh­rungen zugunsten der deutschen Weine bereits int Jahre 1891 bei den damaligen Handelsvertrag ^Verhandlungen mit Oesterreich und Italien gemacht habe. Unsere Zölle haben auf die Preisbildung des Getreides nicht die Bedeutung, die der Abg.

Stolle ihr beimißt. Einen Gegensatz zwischen Grvß-- und Kleingrnndbesitz gibt es nicht und wirdes nie geben. (Beifall rechts.)

Abg. Gunßcr (Vp.)' tritt für die Resolution van Calkcr ein. Für die geschädigten württembergischen Weingutsbesitzer wäre eine Natiotialspende am Platze.

Abg. Hossmaun-Kaiserslantern (Soz.)' begründet eine sozialdemokratische Resolution auf Aufhebung der inländischen Besteuerung des Weines.

Schatzsekretär Kühn:

Ein berechtigter Kern liegt in der Forderung, daß der inlän­dische Wein nicht schlechter gestellt sein soll als der ausländische. Aber es wird kaum möglich sein, in dieser Weise in die einzel- staatliche Gesetzgebung e-nzugreifen. Wir werden aber mit den Regierungen der Weinbau treibenden Länder die Frage eingehend prüfen.

Abg. Baumann (Zentr.):

Die Begünstigung der ausländischen Weine zum Schaden un­seres deutschen Weinbaues muß endlich aufhören. Der Redner stimmt der nationalliberalen Resolution zu.

Abg. Blankenhorn (Natl.) spricht im gleichen Sinne.

Der Etat des Neichsschatzamts wird erledigt.

Nächste Sitzung Freitag: Dritte Lesung des EtatS.

Schluß gegen 8 Uhr.

Vereinsnachrichten.

Lollar, 24. April. Ter Männergesangverein Germania, Lollar, beschloß hi seiner außerordentlichen Hauptversammlung n. a. Den Gesaugswettstreit in Biedenkopf zu besuchen unD im nächsten Jahre einen großen nationalen Wett-- ftreit zn veranstalten, wozu schon in nächster Zeit die Vorarbeiten getroffen werden.

Aniversstäts-Nachrschten.

Ter Privatdozent der Mathematik Dr. T h a e r in Jena hat einen Velirauitvag an die Universität Greifswald erhalten unh siedelt mit Beginn des Sommcrfcmeslcrs dorthin über.

Sport.

** Erfolgreiche Aussteller aus Gießen. Anc Sonntag, Dsn 20. April, land in W ctzla r eine stark besuchte und von weit her sehr zahlreich beschickte Jubiläums-Ausstellung von H unbe n aller Rahen statt, anerkannt vom Kartell der stammbuch- fübvenben 'Spezialklubs uiib veranstaltet vom »Verein zur Züchtung reiner Hunderassen für Wetzlar nud Umgebung". Von Ausstellern ans Gießen, soweit sie dein hiesigen rührigen VereinHundesport für Gießen und Umgebung, c. 23.", angehören, wurden hierbei für ganz hervorragende Leistungen die folgenben Preise errungen: Von Karl Tietz zwei I. Preise und Ehrenpreis aus Zivergpinscher; von Georg Enler zwei L Preise aus glatthaarige Pinscher; von Fritz Jung 2. Preis auf kuizhaar. Jagdhund; von Fran Kasten 1. Preis und Ehrenpreis ausBoxer; von Ingenieur Paul Müller zwei 2. Preise auf kurzhaar. Vorstehhund: von Ernst Niemann zwei J. und einen 2. Preis auf Boxer; von Friedr. Schreiner für kurzhaar. Vorstehhunde und Dachshunde zehn 1., vier 2 zwei 3. und fünf Ehrenpreise, darunter Ehrenpreis für besten Jagdhund unb beste Jagdhund Kollektion ber Ausstellung; von 2lug. Schwan für Schnauzer acht 1., zwei 2., einen 3. unb fünf Ehrenpreise, bar­unter ben Ehrenpreis für bic beste Kollektion LuxnsHunde; von Sekretär Schwarz zwei 2. Preise anf Foxterriers; von Karl P irr 1. unb Ehrenpreis anf Boxer. Das finb ganz bebeutenbe Erfolge, wie sie mir selten von Mitgliebern eines Vereins errungen werben.

(OcricbUiaaL

[| Marburg, 24. April. TaS Schöffengericht verurteilte heute eine Frau ans einem Nachbaioi te, bic gewässerte M i l ch verkauft hatte, wegen Nahrnngsmittelialschmig zu 90 Mk. (Mbfteafe.

Vermischtes.

* S ch u l st r e i k amerikanische r K i n b c r. In Vitt s- b u r g haben 15 000 Schiilkinber gestreikt, weil ein Schuldirektor namens Heater von ber Anklage frcigesprochen wurde, sich an einem Tieiistmäbchen vergangen zu haben. Tie Kinder verau- ftnlteten einen Umzug, in dem Banner getragen würben, bie Jn- sChristen wie ^Nicber mit Heater!" unbMein Vater ist ein Steuerzahler!" unbWir wollen nichts von Heater wissen!" trugen. Zuerst kamen Tauienbe von Knaben, bie einer riesigen ameri­kanischen Flagge folgten. Tann ebenso viele junge Nia b ch en, bie fast alle in Weiß gekleibel waren. Die Eltern bilbetcn Spalier auf ben Straßen unb wußten nicht, ob sie lachen ober bie Stirne krausen sollten. Nach einer Pittsburger Tepesche würbe wührenb des Umzuges ein kleines Mäbchen von einem Straßenbahn­wagen überfahren und getötet.

* Wieder ein Millionär in London vcr - s eh w u u b e n. Das Verschwinbeii einer bekannten Persönlichkeit halt augenblicklich von neuem bie Gemüter in Vonbon in Erregung. Es ljanbclt sich biesmal um einen angeblich litauischen Millionär namens Älegebns, ber am 17. Januar bs. Is. bie Reise nach Lonbon angetreten hat, unb von bem man seit biescr Zeit nichts mehr ge­hört hot. Tie Polizei würbe seinerzeit buveh bic Familie beS Ver­schollenen von seinem Verschwinbeii boiachrichligt unb hat bisher Nachfoischungcn nach dem Vermißten angestellt. Ällle Bemühungen ivaren jedoch vergebens. Megedüs hatte eine Brieftasche mil 50 000 Rubel Inhalt bei sich.

* Grubeuexplosiou. Aus B r ü x (Böhmen) wirb ge­meldet: Jin Nelsonschacht des hiesigen Bergwerks faut es zu einer Explosion, bei ber 10 Bergarbeiter verletzt wurden. Drei von ihnen liegen im Sterben.

** Vier Banditen in einem Taxameter über - fielen am Hellen Tage in der belebten 6. Avemine in N ew P o rk Passanten und raubten ihnen Geld unb Schmucksachen. Zwei von ihnen konnten verhaftet iverden. Bier andere Bairditen über- fielen einen Wagen des Zuckertrustes, der 10000 Dollar für Arbeitslöhne enthielt. Die Polizei inachte nach heftigem Kugel - wechsel zwei von den Räubern dingfest.

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