Ausgabe 
31.7.1913 Zweites Blatt
 
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2£&* rten Giessen Ju* ^13, abends 8y( Uhr- rkonzert «er-Abend). lg|4 ----Eintritt 40 pfg lenaufenthalt AAiMM.kMH 'Dolle Pension4.50undö.-Mk. -tt ^nbober Ludwig Hafner, t Herbiteln (Oberbellen), ffl/.

' ahnend eitag abend W8 'lienMe Hacht len, sowie auf der ? mit besonderem zertprogramm

Nr. (77

Der Zahresbencht der sozialdemokratischen Partei.

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grandiose

Mitteldeutscher Bäcker verbanüsiag.

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nicht untersticht würden, so sei man lediglich auf den Boykott an-

sich eint 100

Starkenburg und Rheinhessen.

m. Offenbach a. M., 30. Juli. Arbeitsnachweis für Reservisten. Eine begrüßenswerte Neuerung trifft der Offenbacher städt. Arbeitsnachweis dadurch, daß er erst­mals für die im Herbst 1913 zur Entlassung kommenden Reservisten au*> Stadt und Kreis Offenbach eine ausge­dehnte Stellenvermittlung, insbesondere auch für landwirt­schaftliche Betriebe, vornimnrt.

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dem tapferen 9)tanne zusammen sein zu können, der unserer deutschen Kolonialbewegung den kräftigsten Stoß nach vor« wärts gegeben Hot. Ter Ertrag aus den Eintrittspreisen ist für den Invalidendank hilfsbedürftiger Afrikakrieger bestimmt. _ r. Bad-Nauheim, 29. Juli. In der heute abgehaltenen Ltadrver ordneten- Versammlung kamen folgende Punkte zur Verhandlung. Im Herbst lausenden Jahres soll im logen. Kurviertel mit den Kanalisationsarbeiten fort» gefahren werden. Die Versammlung bewilligt als zweite Nate 359 500 Mark und die Ausstellung eines zweiten Bauaussehers für die Dauer der Bauzeit. Tie Arbeiten sollen am 1. Oktober beginnen. Das Hochbauamt Friedberg hatte gebeten, die Ab­wässer des Wirtschaftsgebäudes auf dem Johannisberg in die städtische Kanalisation leiten zu dürfen. Die Versammlung gibt ihre Zustimmung unter der Bedingung, daß die alten Abortanlagen durch neue ersetzt werden und es Privaten gegen entsprechende Vergütung geltattet ist, sich an die Johannisberg-Leitung an­zuschließen. Die notwendigen Arbeiten dürfen erst im Herbst ausgeführt werden. Der hiesige Sportverein hat um Ermäßigung der von ihm zu zahlenden Pacht für einen Spielplatz nachgesucht, -i-enr Gesuch wird in der Weise entsprochen, daß die Stadt "für die Benutzung des Platzes durch unsere Schulen und durch die Kinder des Elisabethenhauses, dem Verein gewissermaßen 30 Mark für das Jahr zurückoergütet. Ein Faselochse nmrde sür 869 Mark an den Viehhändler Meier Bär verkauft und lieferte Bär der Stadt einen jungen Zuchtbullen für 600 Mark. Außerhalb der Tagesordnung regt Stadtv. Schäfer an, unser Krieger­denkmal au) dem alten Friedhof aufsrischen zu lassen und es mit neuen Anpflanzungen zu versehen. Stadtv. Rissel rügt das pietätlose Verhalten gewisser Leute auf dem Friedhof und wünicht, daß gegen Uebertretungen energisch eingeschrilten wird. Unter Führung von Pros. Tr Garmo von der Unioerfität Rew Port City trafen die schon gestern angezeigten amerikanischen Aerzte um 2,52 Uhr von Frankfurt kommend hier ein. Tie Herrschaften wurden von Kurdirektor Oberst v. Franken berg auf das herzlichste begrüßt. Im Badehaus I hielt Sanitäts­rat xt. Baur einen beinahe einstündigen Vortrag, dem die Besichtigung der Badehäuser anschloß, und folgte dann Wagensahrt auf den Johannisberg, an der sich nahezu Personen beteiligten.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: 5L

5Rebaftion:e^ll2. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen»

4. Sch Wal heim, 31. Juli. Vorgestern wurde 2t- Morell verhaftet, der sich an seiner 10jährigen Tochter seit 2 Jahren fortgesetzt vergangen hat.

Donnerstag, 31. )uli 1913

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steinbruderei.

9L Lange, Dießen.

Die ttrupp-Affaire vor dem Kriegsgericht.

4. Berlin, 27. Juli

Tas Kriegsgericht der Kommandantur zu Berlin bildet von heute ab den Schauplatz eines Prozesses, dessen Vorgeschichte nicht nur in ganz Deutschland, sondern weit darüber hinaus das allgemeinste Aussehen erregt hat. Ten Vorsitz führt Oberst Hausse vom Jngenieurkorps (Berlin), während Kriegs- qerichtsrat P o e r r e n S als Verhandlungsführer fungieren wird. Militärische Beisitzer sind Major Wagner von der Landesauf­nahme des Großen Generalstabes und Hauptmann v. Langen- borff vom Generalstab: als gerichtlicher Beisitzer fungiert Kriegs­gerichtsrat Tr. Bärensprung: als Verteidiger sind die Rechts­anwälte Karl Ulrich, Tr. "Sarnau, Tr. Thurm und Grassow tätig. Auf der Anklagebank nehmen folgende Personen Platz: 1. Oberftftendantursekretär Pseisser, Berlin Charlottenburg, kom­mandiert zum Kriegsministeriiim, 2. Zeuglentnant Hoge, Char­lottenburg, zugeteilt der Artillerie-Prüfungskommission, 3. Feuer­werker Dröse, zugeteilt srüher bei der Artillerie-Prüsungskom- miiiion und später angestellt bei der Firma Krupp, 4. Zeugleutnant Tilian, Spandau, von der Munitionsfabrik in Spandau, 5. Zeug­leutnant Hinst vom Artilleriedepot in Marienburg, 6. Zeug­leutnant Schleuder vom Artilleriedepot in Koblenz und 7. Feuer- wcsker Jürgen Schmidt.

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Erscheint täglich mn Ausnahme des Sonntags.

DieSiebener Lamilienbläiter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. DisLandwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Ans Stabt nn- Land«

Gießen, 31. Juli 1913.

Einen vorbildlichen Erlaß zum Schutz der Dorfblumen : hat Landrat Büchting in Lüneburg den Gemeindevertretungen seines Kreises zugehen lassen. Es heißt darin:Nur nb und zu sieht man einige kümmerliche Rosen oder eine Staude, während die prächtigen Sommerblumen und die alten, alljährlich wieder kommenden Pflanzen, die Stauden mit ihren oft weithin leuchtenden Blüten zur Seltenheit geworden sind. Ich denke dabei besonders an Fuchsschwanz, Strohblumen, Malven, Astern, Löwenmaul, Ringelblume, Goldlack, Phlox, Bartnelken, Feuerlilien, Sturm oder Eftenhut, Glockenblumen, Christrosen, Pfingstrosen, tränendes Herz, Schwertlilien, weiße Lilien und die schone Centisolie lMoos- rose). Wenn wir die Liebe zum eigenen Heim und dadurch zur Heimat wieder stärken wollen, müssen wir die Anpflanzung der sclwn von unseren Vorsahren mit Liebe und Sorgfalt gepflegten, schönblühenden alten Gartenblumen in jeder möglichen Weise wieder betreiben. Ihr Schönheitswert wird dann bald nicht nur vom Eigentümer, sondern auch von den Vorübergehenden wieder geschätzt und der traulicl-e Eindruck unserer Dörfer erhöht werden. Zur Erfüllung dieser Aufgabe durch Rat und Tat beantragen, bin ich gern bereit. Ich bitte daher alle diejenigen Dorfbewohner, die ein noch so kleines Fleckchen Gartenland zur Anpflanzung von Blumen frei haben und Helsen wollen, die alten, schönen, farben­prächtigen Blumen in den Hausgarten unseres Kreises wieder heimisch werden zu lassen, mir dies auf einer Postkarte recht bald mitzuteilen. Wenn mir dabei angegeben wird, welche Blumen in ihrem Heimatsdorf srüher besonders beliebt waren und gewünscht werden, bin ich auf Verlangen gern bereit, den Bedarf an Samen für Sommerblumen oder auch an jungen mehrjährigen Pflanzen, an Stauden, Blumen, Knollen oder Zwiebeln, direkt ober durch Angabe zuverlässiger Bezngsguellen zu vermitteln. Selbstver­ständlich möchte ich aber nur da eintreten, wo zuverlässige Gärt­nereien oder Samenhandlungen nicht bereits zur Verfügung stehen. Auch Ratschläge für den Anbau der einzelnen Blumen lasse ich gern in den Zeitungen des Kreises veröffentlichen."

*

Aerztliche Beratungsstellen der Großh. Zen­trale für Säuglingsfürsorge in Oberhessen. Büdingen: Leitender Arzt: Tr. Brettel, Beratungsstunden: eine alle 14 Tage, (Zahl der Geburten int Jahre 1912: 69, Kinder kanten zur Beratung tm Jahre 1912: ca 50); Bürstadt: Dr. Duseberg, wöchentlich eine Beratungsstunde, (236, 104); Butzbach: Sanitätsrat Dr. Ohnacker, alle 14 Tage eine BeratungSstunde, (82, 62); Friedberg: Medizinalrat Tr. Nebel, wöchentlich eine BeratungSstunde, (203, 118); Gießen: Prof. Dr. Koeppe, wöchentlich eine BeratungS- ftunde, (1043, 148); Lauterbach: Dr. Stotz, alle 14 Tage eine Beratungsstunde; Vilbel: Dr. Knllinann, alle 14 Tage eine BeratungSstunde (154, 102); Alsfeld: SanitätSrat Dr. Schlofier, alle 14 Tage eine BeratungSstunde, (104, 49).

Veteranenbeihilfe. Mit Wirkung vorn 1. Oktober 1913 sind die Beihilfen für unterstützungsbedürftige Kriegs­teilnehmer durch daS Reichsgesetz vom 19. Mai 1913 von 120 Mk. auf 150 Mk. jährlich erhöht worden. Auch werden den Witwen der Beihilfenempfänger, die vom 1. Oktober d. I. ab sterben, die Bezüge des Verstorbenen für die auf den Sterbemonat folgenden drei Monate weiter belassen. Ihre Zahlung hat im voraus in einer Summe zu erfolgen. Die Kreisämter sind angewiesen, allen bereits im Genüsse der Beihilfe befindlichen Kriegsteilnehmern vom 1. Oktober an statt eines Betrages von 10 Mk. einen solchen von l?,50 Mk. monatlich auszahlen zu lassen und bett Witwen der nach Inkrafttreten des Gesetzes versterbenden Beihilfenempsängern die Beihilfe auf weitere drei Monate ohne weiteres aus- ztizahlen. Beim Ableben des Berechtigten fällige, aber noch nicht abgehoben) Beihilfen stehen wie seither den Hinter­bliebenen Familienangehörigen zu.

** Probearbeiten des Stockmotorpfluges. Am Samstag, 2. August, vor- und nachmittags, findet auf dem Gute des Herrn Bich l er (im Lahntal) ein Arbeiten mit einem Stockmotorpflug statt. Die Landwirte von Gießen und Umgegend können die Gelegenheit wahrnehmen, das Gerät in seiner Arbeit aus eigener Anschauung kennen zu lernen.

- Berlin, 30. Juli.

TerVorwärts" beginnt heute mit der Veröffentlichung des Berichtes Yes Parteivvrstandes an bett Parteitag za 3«na. -ber allgemeine Teil geht auf die Steigerung der Lebens- mEelPretse em und stellt fest, daß Deutschland seit Jahren nahezu regelmäßig int Spätsommer oder Herbst von einem Aufstieg der Lebensmtttelpreise, besonders sür Fleisch, heimgefucht wird.' Der Bericht erinnert an die einstimmige Annahme der Teuerungs^- Tefohitron auf dem Chemnitzer Parteitage, durch die daS ar beitenbe Volk zu einer wuchtigen Bewegung gegen die herrsche noc Agrarpolitik veranlaßt wurde. Die Bewegung gestaltete sich so machtvoll, daß die verbündeteit Regierungen nicht umhin konnten, kleine Konzessionen für die Einfuhr von Fleisch und Vieh fit machen, die später mut) vom Reichstage sanktioniert wurden. Mitten m diese große Volksbewegung hinein traf die Nachricht von doch Ausbruch des Balkankrieges, der sofort einen Weltkrieg in greif bare Nähe setzte. Selbstverständlich erhob das klassenbewüßte Prvis tariat sofort seine Stimme gegen den SVrieg. Es wurden zahl reiche Flugschriften im ganzen Reich in vielen Millionen Exern plaren verbreitet und machtvolle Kundgebungen gegen die Kriegs befcer und für den Völkerfrieden veranstaltet. Der Bericht uommt sodann auf die Wehrvorlage zu sprechen und führt dazu aus: Den Imperialisten waren die Vorgänge auf dem Balkan willkommener Borwaiid zu weiteren Rüstungstreibereieu. "vier dem unwahrhaftigen Hinweis auf dieMachtverschiebung am Volkan" brachte die Reichsregierung denn auch int ReickStag etne Militärvorlage ein, die alles übertraf, was selbst Militär begrtftcrtc Kreise sür möglich gehalten hatten. Aus das Volk wirkte diese Vorlage geradezu aufpeitschend, die Militaristen aber jubelten. Dieser Jubel verstummte jedoch bald, nachdem bekannt geworden war, daß die Regierung es nicht gewagt hatte, aber malS mit Steuern auf Lebensrnittel und unentbehrlickw Gebrauchs gegenstände zu kommen, sondern die besitzende Klasse durch Be- sitzsteuern zu den Kosten heranziehen wollte. Der Bericht bedauert fcbann, daß diese wie die Tatsache, daß die Annahme der Militärvorlage durch sämtliche bürgerliche Parteien gesichert war, die Protestbewegung abflauen ließ.

Mit den Fortschritten in d e r O r g a n i s a t i o n drückt der Parteivorstand feine Unzufriedenheit aus. Tie Zahl der Mitglieder ist auf 982 850 gestiegen, was eine Zunahme von 12 748 Mtgliedern oder 1,3 Prozent gegenüber dein Vorjahre bedeutet. Allerdings ist zu bemerken, das; infolge der Aeuderung des Geschäftsjahres diesmal nur die Ergebnisse von 9 Monaten verwertet sind, doch wird ausdrücklich festgestellt, daß die geringe Zunahme geradezu an Stagnation grenze. Interessant ist, daß mehr als 80 Prozent der neuen Mitglieder, nämlich 10 744, Frauen sind. Die Zahl der Wahlkreissekretäre beläuft sich zurzeit auf 100. Bildungsausschüsse bestehen an 791 Orten, Jugend ausschüsse an 757 Orten und Kinderschutzkommissionen an 200 Orten. Tie Frauenbewegung hat gute Fortschritte gemacht. In 228 Wahlkreisen gehören Frauen zu den Vorstandsmitgliedern. Von besonderer Bedeutung ist die Tätigkeit der Frauen in den Kinderschutzkommissionen. Der Bericht beklagt sich sodann über die Schärfe, mit der der Kampf der bürgerlichen Parteien mit Unterstützung der Behörden gegen die proletarische Jugendbewe­gung geführt wurde. Selbst an den Pforten der Jugendheime, die von bürgerlichen Kritikern als mustergültig bezeichnet wur-

Landkrcis $icfecit.

----- Reiskirchen, 30. Juli. Ein bedauernswerter UnglückSfall ereignete sich gestern nachmittag beim Frucht­schneiden. Die Ehefrau des Landwirts und Weißbinders Ludiv. H a h n durchfchnitt sich beim Hantieren mit derSichel die Sehnen von drei Fingern der rechten Hand. Die erste Hilfe leistete Tr. Gengnagel, Großen-Buseck, der and) die so­fortige Uebcrsi'ihrung in die Klinik nad) Gießen anordnete.

Kreis Alsfeld.

Ruppertenrod, 30. Juli. Ausfallend wenig Schmet­terlinge hat der gegenwärtige Sommer auszuweisen. Das Gegen­teil zeigte der vorjährige Sommer. Insonderheit trat der sonst gar nicht häufige Distelfalter damals stark auf. Kein Pfauenauge, temen Schwalbenschwanz, keinen Admiral und keinen anderen der bekannten Tagfalter sieht man fliegen. Nur der Kohlweißling Hattert in der Luft. Der überaus nasse Nachsommer und Herbst haben pcher diese Dezimierung der Tagfalter bewirft. Tie Ento- nwlogen machen in diesem Sommer keine große Beute.

KrciS Schotten.

§ Aus dem Vogelsberg, 30. Juli Von den Waldbeeren, die in diesem Jahre wie alle Garten­beeren schlecht geraten tvaren, gibt es nun doch noch durch das eingetretene Sommerwetter eine reiche Himbcer- ernte. Tagtäglich eilen Kinder und Erwachsene in die Wälder, um Himbeeren zu pflücken, und kehren mit voll­gefüllten Töpfen heim. Unter dem Beerengelee nimmt das von den Himbeeren bezüglich Aroma, Farbe und Geschmack die erste Stelle ein. Was unseren Hausfrauen durch den Mangel an Gartenbeeren fehlte, ersetzt der Wald durch die .Himbeerernte.

Kreis Friedberg.

-l. Friedb e r g, 31. Juli. Ein aufregender Vor­fall spielte sich vorgestern in der .Hanauer Landstraße nahe beim neuen Bahnhof ab. Aus dem Hofe des Pferde­händlers Isenburger gingen zwei Pferde durch in der Richtung nach deut neuen Bahnhof zu. Zwei Koppelkncchte, die die Tierc^ halten wollten, wurden mit fortgcrissen und eine große Strecke Weges weit geschleift. Es wäre in der belebten Straße ein größeres Unglück geschehen, wenn nicht die Schutzleute Bender und Böckner mutig den Pferden in die Zugel gefallen wären und die Tiere auf dem Platz zum Stehen gebracht hätten.

-l. Friedberg, 31. Juli. Bei einem hiesigen Trödler wurde ein Revolver beschlagnahmt, den dieser von einem Fremden gekauft hatte. Man dachte, daß es vielleicht die Waffe fei, mit der der Kaufmann Brechner von Darmstadt ermordet worden ist. Eine Untersuchung ergab aber die Unhaltbarleit dieser Annahme. Denn die Tat muß mit einem Browning ausgeführt worden sein, während die be- schlagnahmre Waffe ein Bnlldogg-Revolver ist.

Bcid-Rauheim. 29. Juli. Bei dein 7. Künst­lerkonzert wird Professor Henry Marteau, Mitwirken. Der berühmte Geiger wird diesmal ein neues Konzert eines schwedischen Tonkünstlers, nämlich das in C-moll von Tor Aulin, zu Gehör bringen. Den Freunden klassischer Musik aber bringt er Bachs gewaltige Ciacona, in deren Wieder­gabe der Künstler unerreicht dastehen durfte, zu Gehör.

Bad-Nauheim, 30. Juli. In dem oon unS bc* rcit§ angekündigten Vortrag am Dienstag, 5. August, wird Dr? Karl Peters über die Gründung Deutsch - Ost - afrikas sprechen. willen Kolonialfreunden wird es oon größtem Interesse sein, zu hören, wie dem stürmischen, wage­mutigen Eroberer Osiafrikas jetzt nach nahezu 30 Jahren daS große Werk seines jungen MannesalterS sich darstellt. Alle Freunde und Verehrer werden sich freuen, wieder einmal mit

F. C. Dillenburg, 30. Juli

Tic Verhandlungen des 16. Verbands tags des Zweigverbandes Mitteldeurscküand des ZentralverbarrdeS deutscher Bäckerimmngen Germania" wurden heute vormittag im Thierschen Saale zu Ende geführt. Scheffel-Wiesbaden besprach dasMühlensyndikai", und führte ans, daß dieses noch bedeutend mehr Interesse bei den Bäckern beanspruche, als das Hefesyndikat und viel schärfer bekämpft werden müsse. Schwere Vorwürfe seien dem Zentral­vorstand in dieser Frage zu machen, der nickst mit der nötigen

Zweites Blatt . (63. Jahrgang

Mehener Anzeiger

General-Anzeiger sür Oberhessen

gewiesen. Es wurde beschlossen, den Bundesrat daraus aufmerksam, hu macken, daß die ^imbifatöbitbung in der bezeichneten Foru^ m;tocnvicgcnbc wirtsck-aftliche Folgen für das gesamte deutsch,' rdolk, vor allem aber für das Bäckerbandwerk habe und durch entsprechendes Einschreiten einer erheblichen Brotleuerung vorgei beugt und der Untergang vieler Existenzen im Bäckerhaudwwk verhütet werden müsse.

Ucbcr die Änderung der §§ 1123 und 1124 BGB. ließ uw Lander-Wiesbaden aus. Seinem Anträge, dahin vorstellig zu werden, daß Pachten und Mieten hur insoweit gepfänbet und abgetreten werden können, als diese nicht zur Teckung ber lungOlhckenzinscn nötig find, fand die Zustimmung der.Versaimn

Ebenso eifrig wie das Mühlensydikat wurde das Hefesyndikat besprochen. Nach einem Referat des Obermeisters Ochs Frank rurt a. M. empfahl dieser einen Antrag, der ausspricht, daß Nch die Bäcker des Verbandes darin einig sind, daß das Hefe syndikat die Preisbildung ungünstig beeinflußt und den freien Wettbewerb ausschließt, und den mit dem Hefesnvdikat von dem Verbände abgeschlossenen Vertrag nicht gutheißen könne, stirschner' Frankfurt a. M. forderte, daß nur von ringfreien Fabriken bc jagen und die bestehenden Verträge mit Syndikatsmühleii bald möglichst gekündigt werden sollen. Dem Antrag Ochs stimmte die Versammlung zu.

Als Ort der nächsten Verbandstagung in 1915 wurde Hanau festgesetzt, für den nächstjährigen Obermeistertag Rüdesheim und Limburg vorgemerkl, Frankfurt a. M. als Sitz des Verbandes erklärt, und der seitherige Vorstand: Fischer Fransurt a. M., Vorsitzender; Rauch Frankfurt a. M., Schriftführer: Zwergel Frankfrirr a. M, Kassierer: Bommann-Kassel, Sander Wiesbaden, Runkel-Marburg, Simmer-Fulda einstimmig wiedergewählt. Wenz-Frankfurt a. M. sprach zum Schlüsse über Ein- und Ver kaussgenossenschaften und empfahl deren Gründung auf Grund eigener Erfahrungen angelegentlichst.

den, habe die Zerstörungswut nicht Halt gemacht. Dennock) habe sich die proletarische Jugendbewegung behauptet. Der Abonnenteu- ftand derArbeiterjugend" ist von 80 086 auf nahezu 90 000 gestiegen, die Zahl der Jugendausschüsse von 574 auf 655, die der Jugendheime von 208 auf 291. In 171 Heimen sind Bib­liotheken mit- 36 681 Bänden vorhanden. Die Agitation hatte reiche Nahrung in der nnerttäglichen Lebensmittelteuerung und in dem Balkankriege sowie in der dadurch hervorgerufenen Heeres- vorlage.

Mit den Nachwahlen zum Reichstage ist der Bericht zufrieden: die schwächere Wahlbeteiligung bei Nachwahlen sei eine selbstver­ständliche Erscheinung. Mit Genugtuung konstatiert der Bericht die Eroberung von 10 Mandaten bei den preußischen Landtagswah­len, er verkennt indessen nicht, daß die kleine Verschiebung nach links au den Machtverhältnissen im Abgeordnetenhaiise so gut wie nichts geändert hat. Ter Plan der Konservativen, für sich allein d .e Mehrheit zu erringen, sei mißlungen. Von den Wahlen in an­deren Bundesstaaten ist bemerkenswert, daß in Schwarzburg-Son­dershausen, einem der wenigen Länder mit bisher sozialistenrei­nem Landtag ein Mandat erobert wurde. Auch in Württemberg ist die Zahl der für die Sozialdemokratie abgegebenen Stimmen er­heblich angewachsen. Erfreulich sei, daß die Sozialdemokratie nun­mehr auch in den deutschen Gemeindevertretungen in steigendem Maße zur Geltung kommt. In den Stadtverordnetenversamm­lungen von 509 Städten sitzen 2753, in den Gemeindevertretungen von 2973 Landgemeinden 8928, im Magistrat bezw. Gemeindevor- stand von 65 Städten 133 und von 120 Landgemeinden 187 Ge­nossen. Die Maiseier wies diesmal eine außerordentlich starke Beteiligung auf, was zum Teil jedoch darauf zurückzuführen ist, daß der 1. Mai auf einen gesetzlichen Feiertag fiel. Die Partei- Presse hat sich um drei Zeitungen vermehrt, die Zahl der Abonnen­ten ist um nahezu 13 000 zurückgegangen.

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tag, den 3. August 1913 nd-rem s-i"

ins Bestehen.

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U Eintritt frei!

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Der GaswirttArM^'

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** Die Ziehung der Gießener Geldlotterie zum Besten des Flugtages rindet unwiderruflich am 19. Aug. in der Turnhalle der Stadtknabenschule statt. Die Ziehung ist öffentlich und firrdet unter polizeilicher Aufsicht von nachmittags 2 Uhr an statt, während die Einschüttung der Los- und Gewinnummern in die Ziehung«rüder am gleichen Energie vorgegangen sei. Da auch von der Regierung die Be-i^^ge von vormittags 10 Uhr ab ebenfalls öffentlich und ftrebinigen der Handwerker $itr Unterbindung dieses Uebelstandes upter polizeilicher Aufsicht stattfindet. Wie wir hören,

*-*-in--.'*-*-zri.s ?w>tt -atnhiwd- z>M%1 finden die Lose guten Absatz. (Siehe die