tat) tfdb Len, gen bis vol. wir frtar seir Wil
Be: rur vol dal Nh an ael -De! bili
W bet
Sri Sch geb. ■ Gat W bis sich! kor Bec Da'' wei
uni Wil ren siel
Vie' i
vor feie“ Mi nu Be der ert bei ba
err Ar gef int
gci
Bc die stel au so wi bei fid fü- Jr au
La D. fd),i S< gc D > M Tt( W so ih bL
Nk <n',' ®k’ - dc w rc ■
L
9
v a b' 1? d.
0 !
nj'i*
?: i
! ■
bi: ■'
S. •.
SU
liberalen Arbeiter ^itb Anqr^ellten vegrimber, rem sie sich hier mrgrschtvffen hätten. Er bitte, ihre Bestrebungen zu unterstützen und ihre Bersamnckunq am Samstag im Schivkapaß zu besuchen. Man solle daraus hinarbeiten, daß man ein freies Volk im starken Staat bekomme.
Abg. Urstadt betonte, daß er zahlreich" Fälle bou total* demolratischtem Terraristnus nennen könne Er erinnere n-r an den bekannten T-oll des Arbeiters in Frankfurt, der von Arb-tts- stätte Ru Arbeitsstätte gehetzt wurde, weil er denr Hirsck'-Dunckvr- scheu Verband angehörte. Dann besprach er die Verhältnisse der hessischen Nationalliberalen, die durchaus reaktionär seien. Die freie Vereinigung hessischer Nationalliberaler habe noch nichts geleistet. Man sei also auf sich allein angewiesen. Er schloß mit der Aufforderung zum Einttitt in die fortschrittliche Organisation. Justizrat Metz widmete dem verstorbenen Parteifreund Fabrikant Barnaß Worte herzlichen Gedenkens. Schließlich teilte er noch mit, daß demnächst eine weitere Versammlung stattfinden werde, in der Herr Erkelenz sprechen wird.
Aus Stadt und Land.
Gienen, 25. April 1913.
Maßnahmen gegen Tierquälerei beim Schlachten.
Der BerbunD der Tierschutzvereine des Deutschen Reichs fiat durch Rundfrage bei den 70 Handwerks- und Gewerbe- Kammern im Interesse einer möglichst schmerzlosen Betäubung der Schlachttiere um Auskunft gebeten, in welcher Weise die Ausbildung der Metzgerlehrlinge in dieser Hinsicht geschieht, und ob die Gesellenprüfungsordnung Bestimmungen über die Ausführung der Betäubung enthält und welche. Aus den Antworten war zu ersehen, daß große Verschiedenheit herrscht. In 19 Bezirken wird Unterricht und Ausbildung nicht erteilt, in 11 Bezirken wird Ausbildung erteilt, ohne Angabe von wem, in anderen 11 Fällen unter Aussicht oder Belehrung durch einen Meister oder Gesellen, in fünf Bezirken ist ein Uebungsapparat zur Ausbildung vorhanden und nur in sechs Bezirken werden die Lehrlinge in Fach- und Fortbildungsschulen ausgebildet. Der Verband ist der Ansicht, daß gerade diese Schulen der geeignete Ort sind, wo die Lehrlinge darauf hingewiefen werden, das Schlachten der Tiere in einer angemessenen Weise vorzunehmen. Sicher muß hier, wie auch sonst der Gedanke 'maßgebend fein, daß die Gesittung der Menschen und die wahre Religiosität sich stets durch eine barmherzige Behandlung der Tiere erweist. Die H and Werks kämm er in Koblenz gibt zu, daß in der Erziehung der Metzgerlehrlinge noch heute mänches versäumt wird, und gerade durch diese Versäumnisse ein durchaus achtbarer Stand nicht selten Elemente aufweift, die keineswegs als Zierde betrachtet werden können. Der Verband der Tierschutzvereine hat sich deshalb- auch an die hessische Regierung mit der Bitte gewandt, durch einen besonderen Erlaß sämtliche Fach- und Fortbildungsschulen anweisen zu wollen, daß bei dem Unterricht der Lehrlinge auch die Tierschutzfrage ab und zu erörtert werden muß, und daß besonders die Metzgerlehrlinge darauf hingewiefen werden müssen, das Betäuben und Schlachten der Tiere in angemessener Weife vorzunehmen. Mit dieser Anregung ist die hessische Regierung durchaus einverstanden und empfiehlt den unterstellten zlreisschul- kommissionen, bei für Sorge zu tragen, daß in den Schulen der Anregung stattgegeben wird.
*• Vom Alldeutschen Verband wird uns geschrieben: Die Südflawen Oesterreichs träumen seit den Balkankriegen mehr denn je von einem großen, slawischen Reich, die Adriaküste bis Triest inbegriffen. Soll der Wert Oesterreichs als Birndesgenosse nicht wesentlich für unS verlieren, sollen Oesterreich und Deutschland den wirtschaftlich und politisch ungemein wichtiaen Zugang jtum Mittelmeer nicht einbüßen, so muß der deutsche Cbaralter im Süden Oesterreichs gemabrt und gestärkt werden. In bieien locker beuölferten Gebieten kann durch zielbewußte Arbeit Großes geschaffen werden Heber die ganzen, sebr intereffanten Verhältnisse wird morgen Samstag abend in Steins Garten der seit 15 Jahren im Vordei treffen des nationalen Kampfes stehende I. Hope r, der Geschäftsleiter des Südmarken-Vereius, des größten wirlschast- lichen Schntzvercins Deutsch-Oesterreichs <90 000 Mitglieder), einen Vortrag halten: Lichtbilder werden dem, der die Südsteiermark imb die angrenzenden Gebiete nicht kennt — Bartsch sagt in seinem Werk „Das deutsche Leid", fein Land Eurovas gleiche ihm an Schönheit und Segen — einen ungefähren Begriff von der Beschaffenheit des Landes geben.
** Vorsicht bei her Steuerzahlung. In der Provinzialhauptstadt Gießen sind die Staatssteuern bei der Großh. Bezirks küsse Gioßeu I., .Senckeubergerstraße 7, die Gemeindesteuern dagegen bei der Stadtkasfe, Gartenstraße 2, zu bezahlen. Die äußere Form der Zettel und die Farbe des Papiers war seither nicht gleichmäßig. Es sollte dies ein sicheres Merkmal für die Zahlenden bilden, damit sie nicht mit falschen Zetteln an die Hebestellen kamen und unverrichteter Sache wieder nach öaufc gehen müßten. Am Kopfe 'der Zettel "stand mit fetter Druckschrift: „Staats- fteuer" 'ober „Gemeindesteuer". Bei den neuen Staatssteuerzetteln ist dies nicht mehr der Fall. Die erste Druckzeile enthält jetzt die Nummer des Hebregisters der Gemeinde Gießen, während der Aufdruck: „Staats- und allgemeine Kirchensteuer" erst etwas weiter unten erscheint. Wer nun den Tert nicht genau liest und sich durch die erste Zeile irre führen läßt, der geht mit feinem Staatssteuerzettel an ine Stadtkasse und muß von dort unverrichteter.Sache wieder weiter gehen. Es wird daher im Interesse der Zahlenden auf die angedeutete Aenderung aufmerksam gemacht und gebeten, vor der Zahlung erst genau nachzusehen, um welche Steuerart es sich handelt.
** Ein Wort an bic Eltern der zur Entlassung gekommenen Schuljugend. Viele junge Leute wurden zu Ostern aus der Schule entlassen, und der größte Teil davon ist genötigt, nnverzüglich den harten Kamps ums Dasein auszunehmen. Sie müssen mitverdienen Helsen, weil der Vater allein nicht mehr imstande ist, den Unterhalt für die Familie zn beschaffen. Das junge Blut muß nun alljährlich erfahren, daß die ,,Güter des Glücks" höchst ungleich verteilt sind. Zn der Tat hängt ja die wahre Freude am Dasein von höheren und wertvolleren Gütern ab und zu diesen wahren Freuden gehört ein gesunder frischer Sinn im gesunden frischen Körper. Wer diese sein eigen nennt, wird den Kamps ums Dasein leichter führen und — das dünkt uns die Hauptsache zu sein — er wird ihn mit Freude führen können. Um Körper und Geist sich gesund zu erhalten, gibt es kein besseres Mittel, als unser deutsches Volksturnen, wie
es uns Vater Jahn gelehrt hat. Die Deutsche Turnerschask, bereit eifrig mitstrebendes Glied der Gießener Turnverein von 1846 sich stolz nennt, ruft deshalb den Eltern der im Erwerbsleben sichenden Schuljugend zu: Schickt eure Knaben in unsere Reihen! Sorgt unter unserer Mithilfe dafür, daß ihnen der Kampf ums Dasein in der Zeit zwischen Schule und Heer, der Zeil, in der es ihnen körperlich am schwersten fällt und in der die Berufsarbeit ihnen m der Entwickelung am meisten schaden kann, durch die planmäßige Betteibung von Leibesübungen erleichtert wird. Schickt eure Kinder in unsere Turnhalle, um dort als Zöglinge im Kreise ihrer Altersgenossen und unter sachverständiger Anleitting sich die Faust fest und hart und das Herz froh und frei zu turnen! Die Vergangenheit unseres Vereins bürgt dafür, daß eure Kinder hier zu kräftigen jungen Männern mit frohem Sinn herangebildet werden. Tau- scnde von jungen Leuten sind durch den Turnverein hindurchgegangen und haben ihm bleibende Werte für ihr Leben zu verdanken: Gesundheit, Kraft, Gewandtheit und Lebensfreude! (Siehe Inserat.)
Landkreis Gictzen.
— Großen -Linden, 23. April. Der Kaiser passiette heute im Auto um 12.10 Uhr den hiesigen Ort, von Leihgestern kommend ging die Fahrt durch Bahnhof-, Moltle- und Altetwerstraßc. Die Häuser waren beflaggt und die Straßenunebenheiten mit Sand ausgefüllt.
— Geilshausen, 24. April. Gestern nachmittag nach ö Uhr entstand in der Scheuer des Landwirts K. ein Brand, der in einer halben Stunde sämtliche Wirtschaftsgebäude in Asche legte. Wohnhaus und Nachbargebäude blieben verschont. Der Brand soll durch Arbeiter der elektrischen Leitung verursacht sein. Der Schaden ist sehr groß. Geilshausen hat noch keine Wasserleitung.
Kreis Friedberg.
v. Bad-Nauheim, 24. April. In dem Glas- und Kristallwaren-Geschäft des Hoflieferanten Weitz in der Parkstraße wurde heute Nacht ein Einbruch verübt. Der Dieb erbrach die zum Laden führende Flurtüre. Im Laden erbrach er die Kusse, die aber nur weniges K'le-ingeld enthielt. Ob von den Waren etwas gestohlen wurde, ^ust die Untersuchung ergeben. Die Polizei war am frühen Morgen zur Stelle, konnte bis jetzt aber keine Anhaltspunkte für den Täter finden. — In den Nachmittagsstunden spielte sich ein Drama ab, das in der ganzen Stadt die größte Aufregung hervorrief. Die Frau des Installateurs Schmidt überfiel kurz nach dem Mittagessen, als ihr Mann zur Arbeit gegangen war, die int selben Haus wohnenden Wrrtsleute R. und brachte beiden im Gesicht und am Hals mit einem großen Küchenmesser entsetzliche Wunden bei. Darauf stürzte sie zurück in ihre Wohnung und legte dort Feuer an. Als die Feuerwehr anrückte, müßte sie das Haustor, das die Frau abgeschlossen hatte, erbrechen. In der allgemeinen Verwirrung entkam Frau Sch., nahm sich in der Parkstraße eine Droschke und fuhr mit dieser in die Frankfurter Straße, wo eine Schwester der überfallenen Frau R. bei Bekannten in einer Villa aushilfsweise tätig ist. Auch hier richtete die anscheinend wahnsinnig gewordene Frau Sch. ein förmliches Blutbad an. Die Inhaberin der Villa, das Dienstmädchen und eine Verwandte der Frau R. wurden schwer verletzt. Mehrere Schutzleute waren nötig, um die aufgeregte Frau zu bewältigen, die in Begleitung ihres Mannes und zweier Wärter, um 5.28 Uhr zur Be- obachttlng nach Gießen überführt wurde.
Die Nieder-Mo-auer Genossenschastrkrise.
bs. D a r rn st o d t, 24. April.
Als erster Zeuge wird ein früherer Buchhalter der Sanbio. Kreditbank, Otto Wiches, vernommen. Unter der Leitung, des verstorbenen Direktors von Zangen hatte er Buchungen auszuführen. In welchem Zusammenhänge diese aber standen und über die geschäftlichen Verbindungen der Bank selbst kann der Zeuge keine Auskunft geben.
Der nächste Zeuge ist Bankdirektor Roßmann von der Elsäßi- schen Bankgesellschaft. Diese Bank stand längere Zeit mit Isaak in geschäftlicher Verbindung. Die Verbindung lockerte sich aber, als der Zeuge von den Beziehungen Isaaks zur Landwirtschaftlichen Kreditbank hörte, die nach Zeitungsartikeln sehr schlecht stehen sollte. Um nicht in ungelegene Geschäfte zu kommen, suchte der Zeuge mit Isaak abzubrcchen. Man drängte ihn, größere Sicher- l.iten zu leisten und suckste auch sonst die Geschäfte zu crschü ren. Isaak sei dann auch von der Kreditbank abgelöst worden, lieber den Charakter Isaaks befragt, bekundet der Zeuge, daß er den Isaak für leichtsinnig in geschäftlicher Beziehung gehalten habe. Auch über die Verhältnisse des Angeklagten habe er gehört, daß sie verworren seien. Er ging oft recht wacklige Geschäfte ein.
Es wird der jetzige Direktor der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank, Valentin Zobel vernommen. Seine Vereidigung wird ausgesetzt bis nach der Vernehmung. Zobel trat bereits 1893 bei der Bank ein, wurde 1896 Prokurist, war neben Ihrig später als zweiter Direktor tätig und. führt jetzt die Geschäfte der Bank allein. Die Kreditbank stand von Anfang an mit Nieder-Modau in Beziehung. Seit 1901 machte sich dort ein großes 'Geldbedürfnis bemerkbar. Die Vereinbarung, auf Grund deren im Jahre 1905 die Wechsel des Vereins von der Kreditbank eingelöst wurden, hat der Zeuge nicht getroffen. Das war lediglich Sache des Kommerzienrat Ihrig. Der Zeuge hatte für ordnungsmäßige Kassenführung und Depots zu sorgen. Die Kasse führte er daher selbst, was ihn voll in Anspruch nahm. Bros.: Sind die Sicherheiten, die von Niedcr-Modau hereinkamen, geprüft worden? Zeuge: Nein. Sie sind sämtlich an unseren Anwalt, Justizrat Kleinschmidt gegeben worden. Beis. Äonradi: Haben Sie sich bei dem großen Wechselverkehr der kleinen Bank gar keine Gedanken gemacht? Zeuge: Ausgefallen ist es uns schon. Deshalb haben wir ja im Interesse des Vereins die Wechsel eingelöst. Vors.: Aber warum haben Sie beim den inneren. Zusammenhang dieser Dinge nicht geprüft? Zeuge: Das mußte ich meinen Kollegen überlassen. Wir hatten den Auftrag von Nieder-Mvdau, diese Wechsel einzulösen, wozu uns Sicherheiten gegeben waren. Wie der Aufttag selbst entstanden ist, weiß ich nicht. Adam und Roßmann haben 1905 das Versprechen abgegeben, feine Wechsel mehr in Umlauf zu setzen. Dies Versprechen haben sie aber nicht gehalten, und deshalb war ich selbst gegen eine weitere Einlösung der Wechsel.
Der Beuge erörtert bann die Kreditgeschäfte mit der Landwirtschaftlichen Kreditbank. Letztere halte einen Kredit von 750000 Mk., wofür Sicherheiten hinterlegt waren. Bon Isaak sind einmal 55 000 Mk. auf Delcrederekonto übergeben worden dafür, wenn der Bank aus dem Verkehr mit Nieder-Modau Schaden erwachsen sollte. Vors.: Wie kam denn Nieder-Modau zu dieser Beziehung? Zeuge: Das weiß ich nicht. Durch Ver
mittlung des Angeklagten Isaak erhielten wir das Geld. Diese 55 000 Mk. sind Dann auf ein besonderes Konto gekommen Delkredere für Nieder-Modau. Wenn wir keinen Schaden gehabt hätten, hätte Nieder-Modau diesen Betrag überwiesen erhalten. Vors.: Warum hätten Sie das Geld nicht an den Hinterleger zurückgegeben? Zeuge: Weil es den nichts mehr anging. Vors.: Haben Sie sich über die rechtliche Natur besondere (Skbanfeit gemacht? Zeuge: Bei all diesen Verträgen habe ich ja nicht mitgcwirkt. Ich hatte nur ja ober nein zu sagen. Wenn ich auch nein gesagt hätte, wären diese Geschäfte schließlich doch zustande gekommen. Ihrig ist ein Mann, der alles durchsetzt, was er sich vorgenommen hat. Von der Ueberschreibung der 275 000 Mark-Urkunde an die Bank weiß der Zeuge nichts. Auf Vorhalt gibt der Zeuge zu, daß man sich bei diesen ost zweifelhaften Geschäften eigentlich hätte Gedanken machen müssen. An direkte Unterschlagungen des Adain habe er nie geglaubt.
Es wird dann der Geschäftsführer der Verwaltungs- und Verwertungsgesellschaft, Joseph Notis, vernommen. (5r- trat am 1. Oktober 1909 dort ein und wurde am 1. Januar 1910 Geschäftsführer. Der Zeuge wird über Einzelheiten der Geschäftsführung gehört, die aber wesentlich neues nicht ergeben. 11. a. kommt in der heutigen Verhandlung zur Sprache, daß sich Notis auch an der Bestrebung beteiligt hatte, die Unter schriften zu der Uebernabmeirrfunbc von 52000 Mk. herbei- zuschafsen. Weiter wird festgestellt, daß ihm von einem Reservefonds in Höhe von 60000 Mk. Mitteilung gemacht wurde. Auf den Vorhalt, warum man denn trotzdem die Urkunde von 52 000 Mk. unterschreiben ließ, erwidert er, daß er darüber nicht nachgedacht habe. Von der Urkunde über 275 000 Mk. weiß er nichts. Wegen dieser Mitwisserschaft beantragt der Staatsanwalt, den Zeugen nicht zu vereidigen. Justizrat Hallwachs beantragt aber die Vereidigung. Das Gericht verkündet nach kurzer Beratung, daß die Vereidigung einstweilen ausgesetzt werden soll. Sie soll evtl, später noch vorgenommen werden.
Die Sitzung schließt um 1 Uhr. Morgen, Freitag, Fortsetzung.
<0crid)t$faaL
Köln, 23. April. Der am 8. Mai 1879 in Gießen geborene Schlosser Justus Wagner lernte im Frühjahr 1912 in einem Theater in Köln die von ihrem Mann getrennt lebende Ehefrau Christine Berger kennen. Da die Frau dem Wagner immer wieder versicherte, nie wieder zu ihrem Manne zurückzukehren, so bezogen sie im April 1912 eine gemeinsame Wohnung und lebten ganz gut zusammen. Der Ehemann Berger befand sich während dieser Zeit in Krefeld, wo auch ein Kind der Bergerscheu Eheleute in der Erziehungsanstalt unter gebracht war. Anläßlich eines Besuches der Frau Berger bei ihrem Kind traf sie auch mit ihrem Mann zusammen. Beide versöhnten sich und verabredeten, wieder zusammenzuziehen. Berger folgte dann auch seiner Frau nach Köln, lieber dieses Vorkommnis geriet nun Wagner, der für die Frau sehr gut gesorgt hatte, in große Erregung. Nachdem der Ehemann Berger die Wohnung seiner Frau verlassen, drang Wagner in diese ein. Im Verlauf des nun entstandenen Stteites nahm Wagner ein unter dem Schrank liegendes dreikantiges Schlosserwerkzeug, einen sogen. Schaber, und stach so lange auf die Frau ein, bis sie tot nieder- stürzte. Im ganzen hatte die Frau 26 Stiche erhalten. Nach der Tat hing sich Wagner am Bettpfosten auf, wurde aber von Hausbewohnern abgeschnitten und ins Krankenhaus gebracht, wo er sich erholte. Heute hatte er sich wegen dieser Tat vor dem Schwurgericht in Köln zu verantworten. 'Der Angeklagte war geständig und zeigte große Reue. Die ärztlichen Sachverständigen gaben ihr Gutachten dahin ab, daß Wagner in einem schweren Affektzustand gehandelt und dieser wohl geeignet sei, die freie Willensbestimmuug zu beeinträchtigen. Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage, billigten dem Angeklagten aber mildernde Umstände zu. Das Urteil lautete auf eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren neun Monaten. Der Angeklagte nahm die ©träfe an.
Luftschiftahrt.
Zwei Fliegerunfälle im Johannisthal.
Johannisthal, 24. April. Der Flieger Abramowitsch stieg heute früh um 6 Uhr auf einem Wrightdoppefeecker mit der Fürstin Schakowskoy zu einem Probefluge auf. Aus unbekannter Ursache stürzte die Maschine 6—8 Meter hoch seitlich zur Erde. Der Apparat wurde gänzlich zertrümmert. Abramowitsch hat Arm- und Beinbrüche, anscheinend aber auch innere Verletzungen erlitten. Die Fürstin ist leichter* verletzt. Die Fürstin Schafewskoh saß am Steuer und muß dabei das Höhensteuer falsch gebraucht haben. Die Maschine stürzte vornüber. Die Fürstin scheint durch den Sturzhelm vor einem tödlichen Unfall bewahrt worden zu sein. Abramowitsch hatte bis zum Mittag das Bewußtsein nicht wiedererlangt.
Johannisthal, 24. April. Der Flieger Dunetz stürzte heute früh um 7 Uhr auf einem Luftverkehrs-Eindecker aus be- bettächtlicher Höhe steil zur Erde. Dunetz wurde durch den Sturz sofort getötet. Dunetz machte einen sehr steilen Gleitflug aus tausend Meter Hohe und richtete in 250 Metern Hohe seinen Eindecker auf. Plötzlich hörte man ein Krachen und sah das Flugzeug vornüberschießen, beide Flügel im Sturze nach rückwärts geklappt. Der Apparat grub sich tief in die Erde ein.
Leipzig, 25. April. Der Flieger Abrahmowitsch ist seinen Verletzungen erlegen.
Airchliche Nachrichten.
Israelitische Religionsgemeinde.
Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage), Samstag, den 26. April 1913;
Vorab end: 7.15 Uhr.
Morgens: 8.30 Uhr.
Nachmittags: 4.00 Uhr.
Sabbatausgang: 8.25 Uhr.
Ein fröhlicher Gefährte auf Deiner Erholungsreise, der Dich in Stimmung bringt, Dir die Schönheiten der Natur in Hellen Farben malt und Dich schützt gegen Abspannung und schlechte Laune! Ein solch fröhlicher Geselle sind die echten Kola-Pastillen Marke Dallmann (Dallkolat). Eine Schachtel Dallkolat Mk. 1.— in Apotheken und Drogenhandlungen. d”/s
Jedenfalls in der Uniocrsitätsu. Hirsch-Avotheke. Ferner: Adler- Drog., Central-,Kreuz-, Löwen- u. Germania-Drog , sowie Ernst Noll.
Sunlicht Seife greift nichts an, nur den Schmutz,den aber gründlich! Das wissen alle Putz - und Waschfrauen, welche diese Seife aller Seifen einmal verbuchten und nun immer wieder verwenden! — Beweis: Stetig wachsender Absatz!
j i
i führet H
I Dacl
i 68 ver$ au( Masse
8


