Nr. 299
viertes Blatt
165. Zabraana
6rid>rmi Oßklch mit lei nahmt des Benni« gl.
Tie w#tf|f»eT fewitinMmt*' werten dem ,Sa*nfler* nennol ipöd>eeilüb bei gelegt, da» „MrettMen ftr kl Krth »ietzei- iweunal wodKtuh*. Tie ..lartWirrichaftliche« teil- trotze," eild)emen wiuuliQ zweimal.
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhesjen
Samstag, 20. Dezember 1915
SLiianorrfbnitf und Serlag der Brühlfche» llnreerfnäti • thid>- imd Stttnönidmu 9L Üenge, ® leien.
Rebofiion. Grpebittoii und Tmcferet: S<fruk ftrafce 7. Erpedinon und Benag 5L ftebatnoK«-MO 112. LeU-Adru tlnictgedBietttb
Der TOeibna4 tsbefüd) des enaliften Marineminii.tr .
Lord Winston Churchill, der brinidK Flotte nchef, der nad) mehrtägigem Äufrntbah in Pans drei Wochen lang in Deulschkand weilen wird, besucht und ;u einer Seit, da nicht nur Weihnachisfrtede auf Erden herrscht, sondern auch die unfllüdielige deutsch-englijche Spannung etwa» nachgelassen bot, wofür die Entsendung starker fthmenteile öroftbritan- men« ins Autelmeer und die Absendung unserer beiden neuesten und stärksten Kriegsschiffe noch Süd-Amenka al» untrügliche Beweise angesehen werden. Churchill kommt, nachdem am 8 Dezember da» Repräientantenhau» der Bereinigten Staaten feinen Vorschlag über da» frlottenfeienabr mit 517 gegen 11 mummen angenommen hat Churchill kommt, so sehr auch offuirllc Erklärungen zunächst widersprechen mögen, mit ähnlichen Absichten und Vollmachten wie seinerzeit Lord Haldane Aber gerade Churchills Persönlichkeit, so interessant und fast romantisch sie an sich ist, borgt leider gar nicht dafür, daß feine Mission von größerem Erfolge begleitet fein wird, al» der mißglückte Besuch Hal« danes Churchill hat noch im vorigen Monat auf dem Lord- mavors Bankett in der Londoner Wuilbhall eine Fanfare geblasen, die deutschen Cbren nicht einschmeichelnd klang Er verkündete, die britische Marine werde im nächsten Äriege 150000 Seeleute und Marinefoldaten zählen, eine stärke, die zum ersten Male d,e größte Sahl von Mannschaften über treffe, die wahrend der navoleon»kchen Kriege auigebrad4 motben fei; diese unvergleichliche Macht fei zweimal so stark, al» birienige der nachststärksten Seemacht und, was die Tauer der Dienstzeit und Ausbildung betreffe, drei oder viermal so stark. Diese Behauptung war schon beinahe eine Beleidigung für da» Deutsche Reich. Aber selbst wenn man sich dadurch nicht getroffen fühlte, erregte es doch in unseren politischen Mreifen ernstliches Mopffdiüttehi, als Churchill erklärte, 1911 werde es feine Pflicht fein, dem Parlament wesentlich höhere Voranschläge zu unterbreiten als die ungeheure Summe, die urfpTÜnglid) in dem nun zu Ende gehenden Jahre bewilligt wurde.
So spricht ein Churchill, der da» RüstungSfeierjahr al» fein Steckenpferd und die Abmilderung der englisch-deutschen Wegemapc al» seine Lebensan'aa»" ausgibl Der Sohn de» großen Renegaten Randol h Churchill an» dem herzoglichen kaufe Marlborough» ist uno ouibt eben leider unberechenbar Als er am 18 März 1912 den Marinevoran- fchlag im Unterhause einbrachte, gab er Erklärungen ab, auf die d«e deutsche Regierung ihre neue Flotlcnrüstungsvolittk aufbaute, d h Deutschland ließ den Gedanken einer riesigen Flotten Vorlage fallen und richtete feine Mraftäufterung gegen einen anderen Punkt. Eine namhafte 5)eeresverstärkung wurde in Aussicht genommen. Wir setzten den weiten Vor fvrung unserer Bevölk--'i"aszabl ui militärische Stoßkraft um und ve uneben eo absich l di England du ch neue „B d o- hung" zur See zu eraLienen Schritten zu reizen. Unterdessen erfolgte der Besuch Georg V. und Lord Morleus in Berlin. Mauui aber war die Tinte der fdiöncn Momnientare getrocknet, die man an diesen Besuch knüpfte, da überraschte Marine miniper Churchill die Welt mit der Erklärung, die britifdic Admiralität sähe sich gezwungen, anstelle der von Canada vorläufig nicht bewilligten drei „Dreadnoughts" drei Zu favgroßkampffchiffe zu fordern
Damit war das vielbesprochene Verhältnis der deutschen zur englischen Flott^wte 10 :16 über den Raufen geworfen. Wenn England 10 Schiffe gegen 6 deutsche baut und außerdem beliebig viele zum „Schutze de» Reiches", so liegt in dieser Haltung eine Unaufrichtigkeit nicht nur gegenüber dem britischen Steuerzahler, sondern auch gegenüber dem beut dien Marineamt
Was wird uns nun der Ente Lord der englischen Admiralität bei seinem Veihnachtsbesuch in Deutschland unter den pol ui scheu Christbaum legen? Wieder eine Formel, wieder ein Sahtenverhältnis? Wir werden uns aber durch neue Flottenalgebra Aidjt beirren und verwirren lassen. War ja schon die Gcschwaderberechnung bei dem heute gegenständ- lo» gewordenen Verhältnis 10 : IG irreführend. Wir werden am besten vorläufig ohne jede Rücksicht auf Lock rede und Verständigungsangebote die S w e, d r 111 e l st ä r k e anftre- ben. Wir können diese ganz automatnd) erreichen, da nach der letzten Flottenvorlage unsere Hochseeflotte, wenn sic fertig ist, einschließlich der Panzerkreuzer 61 Großkampfsdiisse zäh. len wird, und dann England aus finanziellen und perfonel
len Gründen nicht imstande ist, dieser Sabl etwa 122 Groß kampsschisse entgegenzustellen. Da» Verhältnis von 2:3 in notwendig und ausreichend, um für England einen Angriff al» völlig unratsam erscheinen zu lassen, weil das Risiko zu groß wäre. Dieser Risikogedanke ist der Leitfaden aller Flottenvorlagen feit dem Amtsantritt untere» Staatssekretär» v. Tirpitz gewesen. England soll sich sagen müssen, daß e» zwar untere Flotte vernichten könne, babe^ aber auch den größten Teil seiner eigenen und damit seine Seegeltung ver löre.
Dom £ bei der japanischen Hofdame.
Ta» Leben der Tomen am lapanlschen dose war btölvr für die Crfirntlubfnt ein Budr mit heben Stegeln. Erft reährenb der Ürankbeil de» verstorbenen Saiiet» durften einige Fremde in ben Palast nittreten und konnten hier einige khiu. ibetL h loobaditen Tie intcrtifanlcn Schilderungen, bie eine Mrnncrin unter dem Pseudvnom ..Iavonica" in der Eontemvorar.« Review vetöfsentlidt, hcien daher ein Nculand de» trauen leben», das erkennen Uel wie auch in dem reformierten und modernisierten Japan die alten Sitten noch immer eine große Rolle spielen. Ter neue «hnfer bat den Srtiiota-Palast, b*; kaiserliche Residenz, die gegenwänii umgcbmit wird, noch nub: wieder bezogen. Tic kaiserliche Wohnstätte erbebt sich im Mittdvunkl von Z 'ho, und zwar liegt eint Unmenge von Heineren wnu'em, von Beamleu- mobnungen, Äaiemen, Ställen Post inb Telegrapbenanstallen utw innerhalb der großen, dos Ganze unririeb.nden Mauer Bon aller»her ist der eigentliche Palast bee Mikado durch eine »weite Maner von dem umhegenben vaniergeroirr geschieden 3n bet faiierftdien Resident, bie einstöckig ist. gab es b »brr weder (Ha» noch elektrisches Licht, noch irgendivelchen europäischen Ämnfort Alle» tst noch durchaus nach alliaparaitbem Brauche eingerichtet Ein Messingbelt, da» während der ÄranPbeit de» Mikado für ibn in den Palast gebracht wrl>e, mar das einzige fremdländische Mübd, das je in die Zimmer de» Mikado ringet nmgen
Tie japanische Art de» Schlafens batte der Herrscher allerdings irfron aiiigegeben und benutzte ein Stopfhf .m und Betttücher .sterzenlichl erleuchtet die kaiserlichen (Hemacber, Wärm- Pfannen beizen sie, der ganze innert Dienst liegt in den £>1nben von Frauen, denn kein mäntilicheS Wesen mit AuSnabme der Pagen und der Prinzen amn (Hebtüt darf die (Hcbäuhe hinter betreten Muß doch einmal tricnb ein Ar leitet bincin, so bebart es zahlloser RnnigungSzeremonien, unt den Schaden dieser unreinen (Hegenroart wieder gut zu machen Drei Tinge sind es, die da» Leden der 300 £wtarnen ausfüllen, die bur nn emsigen Dienst malten: Sauber keil. Zeremonie und Tradition Die Eigenheit in der fcalhinfl des störpers wird io weit getrieben, daß die Tienerinnen, die den Hofdamen bei ihrer Ixnlrtte helfen, die den Leib ihrer Sxmn nie berühren türfen: geschie'bt bie» doch, dann muß sich die Dienerin erfi einer langen Reinigung unterziehen, bevor sie wieder vor der Hofdame erscheinen darf. Wie die Tarnen selbst von ihren Mädchen kniend und mit erhobenen Händen bedient werden, io dürfen sie selbst roieber den Majestäten nur auf den .tnien nahen. Jede Handtcichung leisten sie in dieser SMlung, die die allein statthafte in Wegennxirt hoher Herrschaftm ist: niemals berühren sie den Sörpcr des Kaisers und feiner Familienangehörigen ander» als mit öanbfdrüben. Der sterbende Kaiser gab zwei Aerzten inm erstenmal die Erlaubnis, ihm den Puls zu fühlen, ohne daß sie vorher ihre Finger imt Seide umroiddn mußten. Tie Hof tarnen haben unter sich eine strenge Rangordnung: nur langsam steigt man durch die einzelnen (trabe, Ks zu dem höchsten, dem siebenten, empor. Tie Bezüge sind nicht groß. Da» Meiste, was eine japanische Hofdame monatlich erhält, sind etwa 500 Mk Tie Tarnen vorn Dienst haben sich um C. Uhr zu erheben und müssen I iS zum Nachmittag den hohen Herrschaften m curo- päischer Kleidung aufwarten. Erst um 3 Uhr dürfen fie die ia- vanifche Tracht anlagen. Den Abend verbringni fie mit der kaiserlichen Familie in Plauderei, Spielen oder dichterischen Wett bewerben, wie sie feit alter»brr in 3apan belicht sind Fast alle yofharnen stammen au» den altadligen Familien der frühe rrn Maifcrftabt Mioto und sprechen den Dialekt von Jtioto. de «en Kenntnis zum Eintritt in den kaiserlichen Dienst noirornbig ist. Nur ganz selten kommen bie Tarnen aus dem Palast heraus, und bie hohe zweite Mauer schließt sie völlig vom Leben der O'egenroart ab, io daß sie mit den alltäglichen Dingen unsrer Seit unbekannt sind. In» Theater zu gehen, gilt z. B. für unanständig Sie reiten in den kaiserlichen (Härten, bestellen Blumenbeete ;,nd fischen, um sich zu unter ballen. Lange Zeit hatte die Baronin Sannrnma, die Oattin de» Zercmonienmeister-, eine Engländerin von iHeburt, die Aufsicht über die 61arbcrobe. über die weißen (HaU'Him.ino? Und die Purpurgew^nber, dic mir von den Majestäten getragen werden, deut find bie drei an gesehensten unter den rofbamtn die Damen flanagireara, Ta- futa und Sone; die erste ist dic älteste, die zweite txc curiluß- 'eichstc unb die dritte, dic „Tarne des FlafchengemacheS", dic schönste.
r^vrsen-Wvchcnhericht.
■b Frankfurt a. R, 19. Tczemder
Ta» lHefd>aft an der Bör'e ist wieder sehr still geworden und die mandrrint# nach her Ti. lonidcrabscpunq enoarieie A ui wärt»- beweg.ing ift bi» ie»t auSgedlieben Cbenw wie die TiSkoniermäßi- gung spurlos an brr Vörie oorüberging, ist aber auch von einet Rocknirkin.i auf da» Virisiha isleben noch nichts zu verspüren, was angesichts der zablrrichcii anregenden Meldungen au» den 3n- dustricreoiercn um fo überraiilwnder erscheinen muß Ein bemerkenswerte» Ereignis war zunächst dcr Eintritt der schlesischen Werke in das R ö d r e n s o n d i k a i, tav nun als erster Verband für B» Produkte bie Bahn für die nachfolgende 3nnbiiirrung der anderen !r Artikel freigemadu hat Eine Prri»erböhung von roabrid)anlidl 10—15 Mk. wird die unmittelbare Folge des Zusammenschluffe» sein, und idion verlautet, dah auch die Blechprcife erhöbt und ernsthafte Verhandlungen bezüglich de» Suianum nfdilufic# her Blech- probuicnten im Wange men Auch die Verlängerung de» 3nter- nahonalnt Zinksonoikats, wodurch erst bie Befchlüsle des Teulfchen Zinkkyndikat» in straft gefetzt werden, sowie bie Neubildung de» i hcinifch-westfälifchen Z e m e n t f o n t» 11 a t » und die Preiserhöhung 'ür etabeifm, waren anregende Momente Allein fn sehr vermutlich da» Scheitern and) nur eine» dieser Verbände die WriamthaUung in MilleidenstHaft gezogen haben würde, fn wenig boten alle diese günstigen Meldungen der Börie Anregung (es icblt dem Markt icgliche Ihucrncbmungöluft, er ift durch die vielen Mißerfolge entfräitei und da» Publikum, bleibt au». Bon bufer Seite kam in her letzten Zeit sogar vielfach Material an den Markt, ba für bie Wehr st euer immer ncue^ Effekieubelrägc realisiert werben müssen. Aubelerieils erlag bie Spekulation um so leichter den ungünstigen Einflüssen. Solche kamen einmal von der N c m Yorker Börse, namentlich vom (sauadamarkt, wo bie neue Fiuanzmetbode her Wcidlfdiart noch immer die Aktionäre beunruhigt Ein wunder Punkt war iotann die Sdiaaffbaufcn- Affäre Das Eingeständnis der Bank, daß auf die unnot irrt en Werte bebfutenbe Abschreibungen erforderlich seien, verstimmte außerordentlich Man glaubt, baß die Bank bie in Au>nchl gestellte drriprozenlige Tividenbe nur ihre» Prestiges halber zahlt unb meint, baß s»e be'fcr getan hätte, im Ritter cf je ihrer ganUidieii Moniolt- bicrung auch ben )ahre»verbicust eimubebaltrn. Ter Mure der Aktien ging stark zurück unb konnte sich erst auf Stüvungskänst der rheinischen Interessenten wieder etwas erholen Andere Banken stellten sich ebenfalls meist etwas niedriger. Einige Glatt- flcllungcn unb (fkroinnrfalifationin fanden auch in den seither begünstigten Babnei, statt Etwas besser hielten^ fid) nur österreichische Werte, die von Wien gestützt wurden. SchiffahrtS- aktien unterlagen md)rfa(hcn Schwaiikuugen, neigten aber hoch vorwiegend zur Schwadic, zu deren Begründung bie Raten-Ermäßi gungen ins Feld geführt wurden. Ter Montanaktienmark» war nicht eigentlid) matt, immerhin gaben auch hier dic Shirk gegen die Vorwoche etwas nach. Im allgemeinen glaubt man aber, den ungünstigen Verhältnissen in dcr Montanindi'strie bereit» genügend Rechnung getragen ;u haben. Fest unb höher waren Elchweiler Bergwerk-Aktien. In anbcren Inbustrievapiercn bleiben bie Umsätze eng begrenzt Größeres Interesse trat für Röbrenwerke, namentlich für Wittener Stahlrohren hervor unb sehr fest lagen auch Zememwcric, sowie Bau unb Tcrraiugekllichaflen. (thcmisd* Werte lagen schwächer, ebenso Naphta Nobel, Waghäuier Zucker unb Türkische Tabakreoie Aknen 'Im Nentenmarkk waren -1"« bfiitfdic Anleihen auf die '.’lnfünbiqung der neuen Bauern und der preußischen Anleihe gedrückt. Von ircmbcii ^onds unter lagen auch wieder Mexikaner größerem Angebot. Privatdiskoni 41/. Prozent.
Märkte.
liefen, 20. Teju T1 n rfthyci *ruf f enflneni ^ockien-
n-otfte kol eie. S utter ba« 3 funb 1,25—1.'*) ” f'ilhiieretei l Stück l'-00 «11,^ ? eti’irf 0 Pka, 51 Sie ba» Stück n—i ifq, nälcmalte 2 Stück 5—6 11g., Tmibei» bal Paar 0/<0—l,no t)1 rw kühner per ■ :. !
Pr. Stück 1^O-2^fi '."L Linien rr. Et. 2,00-3,00 l'lfN Fön ft bas 1 <b. 05—75 Pkcu, rr. Pld. 92—100 1 <g„
Ihlnbfleifrfi rr. hmb (K>—94 U fa» SiubfleHth bO Pkg^ Schiveiue« l eifch rr. 1 hmb >*<—lf>0 1 <q., Malbf rfidi rr. 1 *b, - 9H . (q.. L ainmelOeisch rr. 3 fb 70—90 Ig„ Partafleln pr. 1"0 stq, 4.50 Ml 5/<0 2lk^ Weißkraut ba« ch'icf 10 bi» 20 Psg, Zwiebeln per Ztr. 9,00—i< ,00 Dlk.. 2' ilch da« ' fter 22 Flüsse 100 Stück 50— 0 Plg^ per Ztr. 0—00 Dlk, Birnen ba« l'hinb 15 bri 0 Ptg., ‘Jleplel bet Zentner 15 bU 22 Mk. Marktzeit von K bi» 2 Dbr.
la, Frankfurt a. 19. Tca. Peu- nnb 61 r#hmat‘l: Angetabren waren Waae ■ Heu. ' n Stroh. Man "oi>ne re» '>, . Etrob d'ornlana^rob) 1. o -".10 Mk., Wirr-
strah ",00—0,00 Mk. 2llle» je W Rm. Gefchält inittrlinnwia. Tie Zutuhren waren au« dem Cbcrtauuu«, sowie au» den Streifen licbiuq und . anau.
V1SITKA RTEN tn *c£tzr bdifbtgm Schriftart und Kartonwrt^ ----------- vrwu mit Zirkeln aller dudrntisdun Vcr
tuugungtn Ur tert tu mäßigen Pensen die BrühTtche U«uv -DnuJtfr*
Mc-rziniscdc Rundschau.
- Die strafrechtliche Bedanblnng der Jugendlichen. ^li der turistischni dkiellfdxift zu Frankfurt a. M hielt Geheimrat eoinmet au» Gießen einen Vortrag über bie strafrechtliche Behandlung der Jugendlichen nach dem geltenden Strafgesetzbuch unb den Borcniwürfen vom pigduatnüben Standpunkte. Ter Vortragende untersuchte bie piDdnatrüdxn Begriffe in den Itetrefienbcn Bestimmungen beö tetzigen Reichsstrafdrfetzbuches. des deutschen Borentwurse» sowie des Entwurfes der Stra'rechtskom Mission und verglich sie mit den Bestimmungen über die Zured uung»fflhigfat in den entsprechenden Abschnitten des Rcick>sstras Gesetzbuches und be» Borennvurks Tabei cntwidclie er bie ('beschichte dieser Begriffe tm vutblid auf die wisseni'chattlrchcn Fortschritte in dem Mittelgebiete zwischen Pshchiatrie und Pädagogik Anstelle der einseitigen Beionung der zur Erkennt ni» der Strafbar keil erforderlichen Einsicht im ,ev,aen Gesetze tritt im Voreniwurs der Gesichtspunkt der m a » g e l b a f t e n E iebung und im Entwuri der Scraircchlskomrniisiou der Aus druck „wer wegen zurückgedliebfner Entwicklung oder mangels geisti ger Reife mcht die Fähigkeit besitzt, tas Ungesetzliche ber Tai ein iufeben ober seinen Willen dieser Erniidn gemäß zu befammen": eine Formulicriina, dic auf den österreichischen Borennvurf iurüdgebt. Tiefe Fassung bedingt etne viel genauer: m dizmi'ch vwchologifche Analvk des (''kistesrustandes der Jugendlich i, als diese bei dem geltenden Gesetze eriorderlich ist unb wurde ;u einem wesenttichen Fortschritt in der Behandlung dcr Jugendlichen -übr n. Trotz der praktischen Verbesserungen, die schon scpi durch die Ein hibruna der Iugendgcrichtshöie unb bie Maßnahmen im Stre Vollzug erridt sind, ist dic richt,ae Formuttciung ber gr>eBli(tcn Sestirnrnun.ien über die Jugendlichen von größter Bedeurun.i Ter Bcrtragcnbc zog mehrfach die österreichische (^-eMebunj und die betreifenben Emwürfe zum ScrgleidK ucran und empfahl eine c i n zeitliche Fassung ber oiochcatrischen Beitimmungen in ber Strafgesetzgebung von Teutitblanb und Lesterreick
— Durch Nahrung H er vorgcrus^ne Herz Muskel Verfettung. Der Herzmuskel enthält, io führt Tr E. Lcgriin Bcrn in'der Dcriurer Llurischen Wochensckwrit au», auch
bei gesunden Tieren mikroskopisch sichtbares Fett, unter Umständen sogar in bctracbüidKT Menge Bc: längerem Lungern wirb der L>erzmuskd in der Regel settsrei b.s auf nntdnc seine Tropf dien. Bei der Beradreichung einer settreichen Nahrung enthält der Herzmuskel stet» Fett unb zwar am stärksten bei den mit Butter gefütterten lienn iMmngrn Fettanhäufungm f.nbcn jfborf» auch bei fdtarntrr, fohlrbnbritrn(brr Ernährung statt Xie lariatbe, daß im nerischen Herzmuskel durch Nahrung ben>orqetufcne Fe tan- bäniung vorkommt, sicht also außcr Zweifel. In Mne Fettam- spricherung in^ den £»mmu*fdraimi eine phOHolagn'dic Eridiri- nung? Nach Tr Scgchn ist diese Frage mit ia zu bcantworren. Tas Fett bat für ta» x?rri die Bedeutung eine» Reservestoffe», der bet reichlicher Ernährung auigrftapeli wirb, um in Zeiten mangel harter Ernährung verbrauch' zu werden Auch beim Menschen kommr ane vbvnoiogische Fettoufspcicherung tm xxnmu»M vor: ob sic immer als normal zu bezeichnen ist, steh', indessen m*t fest
— 13 i e wirkt oie Ernährung auf d i e luber- Tulofe? Tic aegemettigen Beziehungen von Ernährung unb Infektion finb bisher nur feilen einer eivtrimenteilen Prüfung untei zogen worben (finiac Arbeiten beziehen nch auf Die Beeinflusfuna bes ioungcriuitanbe-? durch bic Infeknon Jetzt haben bie Tofiorrn £ LwrnemMm und E Thoma» vom Rau.nn-August: Vikroe.a- X>au» zur Bekämpfung der Säuglurg-stcrhlichkrii im Tcuf'chen Äeite tihaitoftenhiri an Tieren Unirriudningen über bie Er näbnmg bei Tuberkuio> cngntellt. Sie ncröncnlhmen ihre fr gebnisfe in der nmtiicn Nummer der Teuii'cdem Aecizmiichen Soch-nfchrin Tic 6Tnihrung der Tiere mit Euvciß. RohleHidrrv- itr. und Fett ergab wlgendcs Refultat: Tie Eiwerßtterc uni-r- schieden f,ch auf» r>-utt-chstc von den Ä*oblebhbraretiercu dadurch, daß sie nur vereinzelte Tuderkelli auhvin'en. währ end bv* Lungen uns bie Xrü'nt der Ro bl eh Ob ratenere sörml'ch übervät waren. Die Fettiere Kurien verictuedeues Verhalten, das ein-* au-gebreuetf, dos ander, eine geringe Grfrcrrtuna Da- Tier mit gemischter Ernährung wies ebenfalls eine ziemlich auSgedrettete Tuberkulose auf. TsteS würde tacau' hin- Deren, daß dir reichticbe 6mdbnmg nrit Eiweiß eine bereft idjupeibe Ettuvrrknrg gegen dir Sirtimg des Lnberkuloieha-cklAS arpttütx.
soweit man berechtigt ist, aus diesem einen Versuch weiter gehende Scdiußfolgerungrn zu ziehen.
— Enteignung-verfahren im Dienste der öffentlichen fc* o g i f n e. Wie yenri Talamun Vans auf dem 4 Imernaiionalcn Longreß für WobiiungShogicnc in Antwerpen au£• führte, darf sich ber Staat nicht bainil begnügen, billige und hygienische Wohnungen zu beschaffen bmu. für deren Vorhandensein zu sorgen, sondern die Wohnung»- und B-bauungs» voluik an sich muß daraus bedacht fern, daß die vänser |inb Terrain- als solch, bereits billigen sanitären F roenmgen entsprechen Daher muffen einmal hte Briitzcr gekv.lttti — wie bie» z. B. in .Frankreich seit 19if2 grfdnebt - strengsten- zur Bv- frlgung beiltmmier hygienischer Mininial'or-crungen angehalten werden. Sowcrr dar nicht -um Ziele führt, sind durch an gesetzlich tengdegte» Verfahren, ähnlich wie <*, ut Frankreich seit 1912 besteht, sowohl ernzelne (RnrnM'ifilf, als ganze Teirainkornpleke ui i-nteunun An oem Berfmeie Englands inurb^ gezeigt, wie sich Cie unanziellcn Erfordernisse m;t ben Hvgirnisc^n m Einklang bringen lassen
— X i e Schlaflosigkeit Xr. Sir George Savage weist in-. Brrr. md>. Irmrn. darauf hin, daß entgegen b:r allgemein gültigen Anschauung auch der traumietdx Schlaf erfrifch-nd wirken kann Zur Behandlung der Schla'lo''.7k.tt bienen alb- Mittel, bie da» Gehirn von Blut entlasten, zunächst warme Henfbäbcr, ferner warm Lpeifcn -'flaidn'art abends oder nachts genossen, auch vopnofe. Tas Wichtigste ist btt Sorge für gute Mutrui'ammew- icyung und gute Ernalnung.
— lieber bie Ursachen der verschiedenen Haare. Tr. H. Fa''al Wien stellte nadi feinen Ausführungen in der Wiener medizinischen Wochepschrist au» i'c^var-er, mittelblonden sowie aus (Mrriienbaaren Farblöi'ungcn her, die auf den Farbgehalt verglich. Es zeigte i'ud, saß ber Unterschied zwischen Den vn> idxeteiten Haaren rnrnttlid) auf der Menge an Farbgehalt be* ruht. Das Farbverhilnus der farbreichsten zu den färb ärmste» Haaren war 30:1.


