Mittwoch, 50.3uli 1915
165. Jahrgang
Erster Blatt
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Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.
Und hier ist der Punkt,
An- Gruben angeroorben und müssen während der ganzen Zeit
2S. Zuli bis 1. August: t_
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Die Lage auf dem Balkan.
Tic Friedensverhandlungen.
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Die Bulgaren haben sicher gemordet und geplündert, aber vielleicht nicht mehr als die anderen Balkanvölkett: sie alle und keine Gemütsmenschen, und ein Menschenleben hat ber ihnen keinen großen Wert.
Bukarest, 29. Juli. Ministerpräsident Vcnizelos und die hellenische Mission trafen gestern abend um 10 Uhr
VcrnaSorclS: monatlich 75 Pf^ vierteljährlich Wir..2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pi.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausichl. Bestell«. Zeilenvreis: lokal 15Pf., auswärts 20 Mennig. Chefredakteur-. A Goei;. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für „Feuilleton', .Vermischtes' und ^Gerichtsfaal": K. Neurath; für .Stadt und Land-: E.Heü; inr den Anzeigenteil: H. Beck.
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Ter Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich Siehener^amilirnblättcr; ^ivecmal wöchentl.Breis- blatl sürden Krtis Giehen «Dienstag und Freitag); zweiinal inonatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Ferufprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depefchen:
Auzeiger Gießen.
Annahme von Anzeigen ’ür die Tagesntumner bis vormittags 9 Uhr.
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m Vorspiel und 2 Akten, hat die Eclmr-Gesellschast ein der Kmokunft geschaffen.
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^o^Penize los erklärte in einem Interview: Vor dem zweiten Kriege wäre Kavalla den Bulgaren zugefallen. Wie können wir aber jetzt nach dem für uns so siegreichen Kriege auf die ganz griechische Stadt verzichten?
Die offiziöse „Presa" schreibt in ihrem Leitartikel: Rumänien wird in der wichtigen Rolle ernes mäßigenden Friedens st i f te rs sortfahren, eine Rolle, für die Ru-
Giern« , t 'ab* SV.Uhr; ^Ronzerf l,er-Abena)
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mänien weder eine materielle noch moralische Hegemonie verlangt, die es übernimmt, um bte Genugtuung erfüllt.r ^^Jn^polMschen Kreisen wurde mit Befriedigung fest- gestellt, daß alle Vertreter der Friedenskonferenz ab|o>* tute Vollmacht haben, daß man hofft, ohne allzugrotzL Schwierigkeiten in n i ch t a l l z u l a n g e r Z e i t mit den Bukarester Verhandlungen zu Ende zu kommen.
Bukarest, 29. Juli. Die bulga risch e n V e r tret er auf dec Friedenskonferenz haben nicht verabsäumt, durch die Vermittlung der hiesigen Gesandten der Großmächte die tadellose Haltung der rumänischen Truhhcn in Bulgarien anzuerkennen.
~ Paris 29. Juli. Rumänien lästt kategorisch erklären, daß, es über T n r t h u kai- B a l t s ch i k .keinen territorialen Zuwachs erstrebe und niemals die Abtretung von Rustschuk und Varna gefordert habe,
Prag, 29. Juli. Rach dem tscheäsischen Blatt ,,^->ami Patnos" erklärte König Nikita in einer Unterredung, er hoffe bestimmt, daß der F r i e d e zwischen den Balkanstaatcn in den n ä ch st e n T a g e n u n t e r z e i ch n e t werden wurde.
Damenver^ 30, gsili u‘ -vnwM'. Jttr
Ö' Konstantinopel, 29. Juli. Der wahre Zweck der europäischen Reise Osman Nisamr Paschas ist, den europäischen Kabinetten den türkischen Standpunkt betreffs der türkisch-bulgarischen Grenze klar zu machen. Deshalb wird Osman Nstann in den verschiedenen .Hauptstädten während seines ein- ms zweitägigen Aufenthaltes mit den Staatsmännern der GroA- mächie Fühlung nehmen.
Neue Greueltaten.
Sofia, 29. Juli. Diü Nachrichten aus Konstantinopel, daß die Bulgaren vor ihrem Ruckzuae auv Adrianopcl 200 Griechen niedergernacht hatten, werden von der Agcnce Bulgare als unrichtig bezeichnet. In Wahrheit hätten die T ü r k c n ut D i m oti ka A dria- n o p c l und M u st apha Blutbäder angerichtet. Sie hatten weder die Griechen noch die Bulgaren noch die Armenier geschont. — Flüchtlinge aus dem Dorfe Bifikovo erzah- I tcu, daß die Serbe n alle Männer zwischen 23 und 30
•oTztiglicher selbst- rligter Qualität zu igen Preisen unter antie t Haltbarkeit
— Wilhclm Riechmann r. Der Darmstadter Kammer- ...... - ■
fanget Wilhelm Riechmann ist am Montag im Omeebad Kolberg. schon 94 Kinder geheilt werden, gestorben. Mit ihm ist ein bewährter Künstler, denen Run - ______
weil über Darmstadt hinaus bekannt war, eme feste Stutze des
Höftheaters und eine als Mensch hochgeachtete.Persönlichkeit dahin- gcganqcn. Der Verstorbene trat am 31. Mar dieses Jahre^au dein Verband des Hostheaters aus chind sollte vom l. SePtlnnbcr ab pensioniert werden. Noch am 14. Dezember Atzten Jahres kom Kammersänger Riechmann der ,,D.armst. Btg. rmo ge das ^ub I'äum seiner 25 ja fingen Zugehörigkeit zu der Hofbuhne feiern. Seine ungewöhnliche Begabung für die Buhne, lerne Mündliche schauspielerische Durchbildung, seine gediegene himmliche Schulung ermöglichten ihm, das gciamtc Baßfach von Hagen und Marke bis^um Leporello, van Bett, Ollendors oder Jupiter m mnstn- gültigec Weise zu vertreten. Er stellte auch sein reiches 2~Uien und Können dem Theater als Regmeur zur Venugung und war daneben dem Schauspiel eine unentbehrliche stutze geworden, ohne die zum Beispiel der zweite Teil der Hebbelichen Nibelungen kaum denkbar war - Riechmann wurde am 29. März 1854 in Bunde, nahe der holländischen Grenze geboren, besuchte das Gymnchium in Lüneburg und Naumburg und. widmete sich dann dem staut» mannsberuf. Doch Lust und Liebe zur Kumt führten ihn zum Theater, mit 20 Jahren begann er feine Buhnenlautbahn als Schauspieler am Leipziger .Üarl-, später Karolatheater. In den solgenden Jahren sinden wir ihn in Posen, Neustrelitz, ranzig, Freiburg im Breisgau, Magdeburg und 1881 in Köln engagiert. Hier ging er zur Oper über. Als Sänger kam Riechmann nach Bremen, Posen, Stettin, Breslau und von dort nach Darmstadt anstelle Karl Gillmeistcrs. Am 1. September 1887 swelte er hier als-„Kardinal" in der „Jüdin". Gammele erhöhten 1 ein An,ehen als Künstler ganz gewaltig. Er gastierte m Berlin,„D^nchcn, Amsterdam, Christiania, Llockholm, Gent im Haag und London, wo er im Rahmen des Richard Wagner-Theaters, das Angelo Neumann durch halb Europa tührte, den „Fafner im ,'Rhem gold" sang. In Anerkennung 1 einer Verdienste verlieh ihm der Großherzog schon vor 17 Jahren den -titel „^mmer)angel'. Am 23. Mai 1910 erhielt er das Ritterkreuz 1. Klasse be» Vir- dicnstordens Philipps des Großmütigen. ,
— Der Lupus entsteht, wie Dr. Wichmann tnt ärztl. Verein w Hamburg Mtsführte, in der überwiegenden Zahl der Falle im Kindesalter Aus diesem Grunde ist eine Ueberwachung der Kinder in den Schulen und schon vorher (2. 7 Zetenpafy. > dringendes Erfordernis einer exakten und folgerichtigen -upus- belämpfung In Hamburg befinden sich infolge der neugeregelten Luvussürsorge über 628 Fälle von Lupus unter ständiger Auf- ftch^Dft frühe be§ Lupus bei .den Kindern gewahr-
tcStct natürlich eine bessere Heilung. Bis letzt konnten ui Ham
Vom Kriegsschauplatz.
Atlicn, 29. Juli. Die Griechen haben gestern ohne Widerstand au finden Gnemneldjina besetz t. ^.te Bulgaren haben 3 Belagerungsgeschütze im Stiche gelassen.
Berlin, 29. Juli. Nach Sofioter Depeschen eMelt General Iwanow bedeutende Verstärkungen gegen die Griechen. Es soll eine Schlacht im Gange sem m der die Griechen g e s ch l a g e n wurden. Sie ^iehen gegen Newrokop, verbrennen unterwegs bte -orser und inässakricren die Bevölkerung.
B e r l i n , 29. Juli. Der zur d e u t s ch e n Gesandtschaft kommandierte Hauptmann Eunze, der von einem gpiechl- säen Offizier begleitet war, geriet gestern zusammen mit einem deutschen Kriegskorrespondenten in bulgarisches Feuer, jedoch wurde niemand verletzt.
K o n st a n t i n o p e l, 29. Juli. Der Thronfolger ist nach Adrianopel äbgcreist. ,Y
Wien, 29. Juli. Wie das „Neue Wiener Tagblatt aus Paris berichtet, hofft man dort in politischen Kreisen, daß die Adrianopel-Frage keine europäischen Verwickelungen zeitigen werde, weil -Deutschland den gegen die Türkei gefaßten Beschlüssen nicht widersprechen werde, ohne allerdings an einer solchen Aktion teilzunehmen und weil Rußland einer gegenwärtig nicht notwendig erscheinenden Kundgebung tn Asien ab
streiten,
tags 6 H6r, findet tn der offenen ft Musitreften nd daselbst zu haben. 4931 rich, Universitäts-Reitlehrer.
MMS . citf giter reine-’ ksilic f._
-Sd: abrik
vie „6ßlfangreuer*.
G H. Konstantinopel, 19. Juli 1913.
<nc; SeneS wurden die Bulgaren von untern
Athen Bet Ei ’o . .brem f(ud.;nrligcn Ruckzuge
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Rückzüge die Stadt u"L. erlitten die Bulgaren eine ver-
Belgrad: -Bei ^vtschma erbeuteten 80 Kanonen und nichtende Niederlage. Untere Truppen croium
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General-Anzeiger für Gberhessen
Kotationsörud und Verlag der Srühl'jchen Univ.-Such- und Steinöruderei R. Lange. R-daNion, Expedition und Druckerei: Schulstratz« 7. Seschäst5stelle biidingen, vahnhosstratze 16a. ________________
5001&tfd»nn wurden die Serben aufs Sml geickpugen, "äBtr. auf ihrem Dor-
maÄ dLÄÄ^mi. Arme.
S°Uw°sich"wlders>n:echcn^ N°chrr^en^n m°"dal°°n?egie. in den Zeitungen studen. Tie P A^,„^chkeit irre zu fuhren, rungen verstehen es wersterhaft, die nur Sicgcr, teilte Be- Bei allen Gefechten und schlachte g . -0 ,mgeheuer, daß
siegten, die Verluste der GegnerKanonen und Ge- Iein Mann mehr im P,-elde stthen wnm -rfv?n vollständig
Ä ^^L^^eidun-en wahr
ist uustermdenUi» fdW« Ä«!
den Balk-inh-npistädten "" >'"r^ ^--d d ^„„.;eh.rlten wer- zu machen, um s°. m-»k. ais TreE mos ftr 3cn|ur ben, und alle Mitteilungen AS Wahrheit durch; ne ganz unterliegen. Erst spat s e tz^altHabern auf dem Balkan uw zu unterdrücken ist stlbst der w tatsächlich so ungenügend über möglich- In auf der Balkanhalbintel unterrichte
die politttä>en Verhaltniite a r Rat mehr -veitz- xW
Su sein, dav sich dre DlMmmne französischen Vorschläge, ganze Hilflosigkeit ostenbaite ia) mehr emMmuchew
sich in den Balkanrumm^ ^crhauw Backankrieges gehören die Zu den dunkelsten- Scheußlichkeiten ^te über die von den Armeenmg Tausende unschuldiger
Serben sollen gleich» zuAnfang Bulgaren und Gneehen
Albaner Nieder gemetzelt, uno Gegenwärtig werden wieder
W Nicht schlecht KNU
die Bulgaren und Gmechen oet > gemacht zu haben. Am
i^LkÄLLLn sich d'° G-cchm.
Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten. li-rvat d-r Weißen sind, a»hlm schon heute ;
7 ' —-1 Schwarze in nicht unbeträchtlicher Zahl. In den -verg-
I werken allerdings find nach wie vor die Vorarbeiter
Die schwarze Wolke über Südafrika. ^c^a{te^n'fel^11bi5cnsanbd..auintSni9% Generalstreik in der ganzen Union? weißen Arbeit Vorbehalten. Diese ungeheure Masse der
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betracht des Ernstes der Lage nahm die Unwnregicrung hrer ck^elt avmacyung
selbst die Vermittelung zwischen den Griibengesellschaften und von der Außenwelt ga za g s ) ' - 9(l5 ,u
«den Arbeitern in die Hand. Botha und mehrere Minister m bie «'ch Arbett w^ d^n
kamen eigens von Kapstadt nach Transvaal gereist. Uni> ®^nbf b r .Wanb * «Mr y nun schien auch alles gut zu gehen. Die ftrcitenbcn Militär trieb sie zurück. Dann war es auch
teien kamen sich immer näher und die Aufregung legte sich ) rnin-n geworden Nun aber meldet eben der mehr und mehr. Die Arbeiter hatten folgende Forderungen ) man^unter ihnen aufrührerische Proklamationen ausgestellt: Die Arbeit unter der Erde muß neu 9^9^ 3n)e^^^^ burun lassen, daß sie
werden, um die groge Sterblichkeit an der ! g f deu^h ^^nblick warten, wo sich die weißen
.phtisis**, der blcichsuchtartigcn Berufskrankheit, zu ver- s g 0 ^nnren Iie9GU werden.
ringer n. Der Achtstundentag soll eingefuhrt werden - D'ud^^gegenseu g gan.clJt Schwere des Angen-
Die Lohnauszahlung ift anders zu regeln. ^sollen ^wnß?der sie vor die doppelte Gefahr des weißen Auf- endlich Garantien gegeben werden für eme stetigere Vcr^ bl^cks^ Revolte stellt. Sie hat in ganz Süd-
weudlmg der cmmal angeworbenen Arbeitskräfte. 1 gesamte Reserve des Militärs zu k>en Fahnen ge-
plötzlich, mitten im Lauf der Verhandlimgen wurde d-r aftika ^^Au^n Toppen in Südafrika sind an Zahl sehr GewerkschaftSvcrband ungeduldig. Er kam mit einer Art st 11500 Mann. Tie .Reserve", also dw Bürger-
Ultimatum heraus und erklärte bei nicht schrankenloser so-1in emec Umformung begriffen. Es ist fortiger Annahme seiner Bedingungen den Generalstreik fürI hefn^ lvic m3eit diese gediehen ist. Aber selbst nach ganz Südafrika. Das hatte die Lahmlegung des ganzen n(mbetee Neuorganisation sind es nicht mehr als 20— staatlichen Betriebs zu bedeuten. $on Kapstadt bis ^um! vo ift säst nichts für ein so ungeheures
Zambesi würde der Eisenbahnverkehr stocken, m den Hasen I ^cl llnru()cn größeren Umfangs, die auf verschiedenen könnten die Schiffe nicht mehr entladen werden, die Fabrike , ausbrechen wurden, wäre die Regierung also voll-
Industrien und Gruben im ganzen gewaltigen ^.and' N'uyten3 den Nachschub aus dem Mutterlande angewiesen, feiern. Da der größte Teil der im InnernbUf« iber prarti« an Ort und Stelle sein kann, Städte und Siedelungen m Bezug mif b e BW)1- «nä g mie ber «urenfrieg zur Genüge gezeigt hat, kostbare
und allein auf bie gB^en. Wenn nicht im letzten Augenblick noch die Weißen
weiter Hungersnot, lokale Revolten, Hilslosigkett und Ver- ) besinnen, steht so die Zukunft der ganzen
zweifelung unter der weitzen Bevölkerung da und dortt Wh ^ie schwarze Revolte
r'lber selbst diese Moglichkech Südafrika cini Nand wäre der Beginn. Wer kann sagen, wie bald P.e
sein mag, wurde bei cmem ^rbeltskanU'f m Dudasrika schivarze Welle über den vereinzelten Autzenpoiten
SÄ,; V X -6cn um b.e -s b°tt UN fernen
"Beißen 4019006 Schwarze unb 678146 An-iehdrige an-tz-uden gebtl ----------------------------
derer farbiger Rassen, 5o'nduS usw. Zieh, man aber auch die nach unter direkter englischer Verwaltung und auperhalb der Union of South Africa" stehenden Gelne e in Be-
' tracht" wie Rhodesia, Swaziland und das Betschuanaland- Protektorat, so erhält man Ziffern, bie eur gegenteiliges ffiertiältniä von 6: 1 zwischen Schwarz und We>g ergeben. Und d" e BerbältniSzahl verschlechtert sich für Weig mtt jedem "lahr Vor kurzem standen die beiden Bevolkerungs- elemente »och wie 5:1. Es kommt ein weiteres dazu: Der Neger beginnt sich zu emanzimeren. Er besucht immer mehr die Schulen und rückt langsam aber sicher in immer wichtigere Stellungen des Erwerbs- und des oneMlichen Lebens ein. Eine ganze Reihe P°Mi°nen, die puher Re- ____
Alle ihre Zeitungen sind voll von angeblich von den Bulgaren, begangenen Scheußlichkeiten. Da haben sie Taufende und Taufende friedlicher Landleute über die Klinge springen lasten, ihre Hau er angezündet und gcplünoert, Frauen ciitenrt, und Mädchen v r- gewaliigt, Verwundete auf barbarifche Weste verstuminel. n,w
Die griechischen Zeitungen schöpfen dreie WeiSlieit zum grotzten Teile aus den Berichten der griechstchen Bstchose uno Grstllill .n an das ökumenische Patttarchat. Die Bulgaren fchweigen dazu und machen keine Miene, sich zu rechtfertigen. Nur wenn fle be- schuldigt werden, griechische Bstchaw verhaftet oder aus ihr n Diözesen entfernt zu haben, erwidern sie, bat’, fie ^hionagc zugunsten der griechisck-en Armee getrieben batten. . -
Die Berichte der Bischöfe ,md mit großer Voriicht zu gen eftrn Die ersten Naäwichten, und oft auch die einzigen über Gräueltaten kommen von den Flüchtlingen, ^n ihrer Aufregung haben. Jic natürlich, nicht genau hingesehen, was eigentlich lo» ift, oder gar keine Zeit dazu gehabt, sie haben es nur knallm horeu und e.mbe fallen sehen, und die Legenoe war fertig. Nicht jcövr, bex fallt, ut tot, und nur selten kennt man die wahren Urfachen, die zu. einer Panik oder einer Metzelei geführt haben. Manches ^rfstt sicherlich aus militärischen Gründen verbrannt worden, den armen Leidtragenden erscheint es natürlich als Barbarei. .
'•Vie Wahrheit sestzustellen stt autzerordentlich fchwierig, in vielen D-ällen ganz unmöglid-. Wird gleich eine unparteiliche Kommission an Ort unb Stelle zur Erhebung des Tatbeftaiwes geschickt, so ficht sie wohl die verbrannten Haufer und die Leiä-n in den Straßen, aber .sie kann feiten nut Sicherheit herausbekommen, neer eigentlich die Täter toareii.
Tic Scheußlichkeiten, die man den Balkanarmeen in die Schuhe schiebt, jinb in ben meisten Fällen von den Banden verübt worden, die ben Armeen folgen. Diese Banden beftehen aus Komitatschis, denen das Morden unb Rauben zur zweiten Natur geworden ist, und die mehr Bestien als Menschen sind. Auch die Niedermetzelnng so vieler Armenier in Rodosto beim Vormarfch der türkischen Armee ist den Freiwilligen aus bas Schulbkonto zu


