Kt. <75
Erscheint täglich nm Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger für Cberheffen
Klasse,
^Herzog ans. i iO)iett)t. 2/ie Zerrung oct sruirurarotu lorveci vic ocu- ßfTmeTnbebQumeiftTr'S d-,warz bearüF.te namens der Ortsgruppe pherische Differenzierung, die psyÄ>logische Eigentümlichk^ der bTe &kiwnen. Er führte aus, daß der Gememderat > Lernanranger die gemeinsame Fundamentierung Schul-
von ihm ausgestellten Leitsätze lauten:
1. Für die Schulorganisation sind zwei Elemente ausschlaggebend: das Kulturleben der Gegenwart und das neue Geschlecht. 2. Die Teilung der Kulturarbeit fordert die peri-
Die „Siebener Zamilienblätter" werden dem „Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, daS „Krcisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Did „Landwirtschaftlichen Seit» fragkn" erscheinen monatlich zwennal.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« stratze 7. Expedition und Verlag: 5L
Redaktion.e^A1I2. Tel.-Adr.: 2lnzeigerÄieven»
Aus Stadt uud Land«
Gießen, 29. Juli 1913.
Studcntcnhcrbergen.
Das Wandern findet unter der akademischen Jugend immer mehr Anklang. Deswegen soll gerade jetzt zu beginnender'Ferienzeit, in der der Bursch sein Ranzel schnürt, um sich, unbekümmert des Alltagbetriebes, die Welt anzufehen, auf eine Einrichtung hinge« wiesen werden, die noch immer nicht genug bekannt ist. ^eit langer Zeit besteht in vielen deutschen Gauen die Einrichtung der sog. Studentenherbergen, in denen älteren L-ckülern und Studenten mindestens Ermäßigung gewährt nrirb. Für uns kämmen hier vor allem die, die von Hvhenelbe uno dem akademischen Touristenrlnb in Straßburg i. Els. gegründet sind, in Frage. Beide unterscheiben sich in ivesentlrchen Punften. Bei ersteren übernachtet der Inhaber einer Legitimationslarte kostenlos, d. h. die Kosten werden von, Ortsveremen getragen. In letzteren Herbergen bezahlt der Besucher den Preis 'iclbi't Er genießt nur eine vertragsmäßig festgesetzte Vergünstigung auf: alles. Zu ersteren kostet das Verzeichnis der Herbergen 2 Air. und kann nur für eine beschränkte Anzahl von Uebernachtungeit und nur für gewisse Zeiten des Jahres benutzt werden, wahrend die Straßburger Verzeichnisse 50 Pfg. losten und das ganze Jahr hindurch unbeschränkt benutzt werden können. Die Herbergsgrun- dungen von Hohenelbe erstrecken sich auf: Berkiden, Sudeten, Glatzer Gebirge, Riesbngebirge, Jesdchen- und Jsergebirge, Böhmen, böhmisch-sächsische Schweiz, Erzgebirge, Vogtland, Böhmerwald, Eifel, Sauerland, schwäbische Alp, Taunus, Thüringen, Die Straßburgs dehnen sich aus auf Vogesen, Schwarzwald, pfälzische Hardt, Bodensee und Rhein, Taunus und Vogelsberg (Band L, Schwei; und Oberitalien (Bandll). Die Legitimations- tartc kostet hier fürs Jahr 25 Pfg., während jeder Bano des Verzeichnisses ebenfalls 25 Pfg. kostet. Um das Znrechtftnden zu erleichtern, beffndet sich in jedem Heftchen eine Karte, tn Der alle Herbergsorte angegeben sind. Im übrigen sei auf die, Vorbemerkungen in jedem Heft verwiesen. Die Verzeichnisse lind am dem Sekretariat der Universitäten und bei den Direktioiren der höheren Lehranstalten erhältlich, wo nicht, unmittelbar von der Geschäftsstelle des akademischen Touristenklubs Strapburg t. (rl). gegen vorherige Einsendung des Betrags in deutschen Briefmarken. Bei Bestellung von mehreren Exemplaren sende man bat Betrag aus Postanweisung vorhin ein. Im Interesse der eigenen Person und der Ausbildung des, Herbergsnetzes,, das letzt auf über 250 Herbergen angewachsen ist, wäre eine eifrige Benutzung durch alle Studenten unb älterer Schüler sehr angebracht.
Dienstag, 29.3uli M5
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unioersitäts - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Veränderungen im hessischen Verwaltungsdienst.
Der Großherzog hat 26. Juli den Provinzraldirektor der Provinz Rheinhessen ^nd Kreisrat des Kreises Mainz, Geheimerat Dr. Andreas Breidert, auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langfährigen mit Treue, Eifer und Auszeichnung geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober 1913 an in den Ruhestand versetzt und ihm die Krone -zum Komturkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliel>en; den Ministerialrat im Ministerium «des Innern und Vorsitzenden der Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege, Geheimerat Wilh. Best, zum Proviuzialdirelior iber Provinz Rheinhessen und Kreisrat des Kreises Mainz, den Ministerialrat im Ministerium des Innern, Franz Hölzinger, zum Vorsitzenden der W teiluug des Ministeriums des Jnnerit, für öffentliche Ge- sundheitspflege, den Kreisrat des Kreises Friedberg, Karl S ch l i e p l- a k e, zum Ministerialrat im Ministerium des Innern und Vorsitzenden von dessen Abteilung für Land- wirtschast, Kandel und Gewerbe ernannt.
Wir neben nach der „Darmst. Ztg." die Personalien der
** Bahn-Personalien Anläßlich ihres Uebertritts in den Ruhestand erhielten das Allgemeine Ehrenzeichen in Silber der Weichensteller Käst in Friedberg: das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen der Lokomotivführer H. Schmidt in Gießen. Versetzt wurde Bahnmeister Eberhard von Wetzlar nach B.-N.-Gemünden. Tie Prüfung bestanden der Technische Eisenbahnsekretär Hainbach in Gießen zum Eisenbahn-Betriebsingenieur; die Hilfsschafiner Schmahl, Häuser, Weber, Stamm, Ariivld, Weigel, Möller, Ulm,Becker I. und D i ck e l in Gießen: D i e tz in Hungen, Leidner in Laubach, Hack in Lollar und Eisenolb in Frankfurt zum Schaffner. Belohnungen erhielten Bahnmeister Dammer in Grünberg, Bahnmeisterdiätar P f e i f f e r in Dillenburg, Wagenmeister Kliffmüller, Rottenführer Klein, Hilfsrottenführer Volk, Zugabfertiger Junker, Streckenarbeiter Haber- mehl in Gießen, Weichenschlosser Faber in Langgöns, Hilfsbahnwärter 5) a r t m a n n s h e n n in Kirchgöns für die Entdeckung und Beseitigüng betriebsgefährlicher Schäden.
•* Beschädigung der Anlagen. Fast täglich werden die öffentlichen gärtnerischen Anlagen durch Abreißen von Blumen und Zweigen, durch Betreten der Rasenflächen und Beete beschädigt, durch Hinwerfen von Papier und sonstigen Abfällen verunreinigt. .Um diesem Unfug wirksam zu steuern, bedarf e§ neben dem Eingreifen der Polizeiorgane, die in derartigen Fällen unnachsichtlich Strafanzeige erheben ,verden, auch der tatkräftigen Unterstützung de§ Publikums. Alle Be- sucher unserer schönen Anlagen werden daher dringend ersucht, diesen ihren besonderen Schutz angedeihen zu lassen.
** Im Lichtspiel-Haus, Bahnhofstraße 34, kommt ab morgeit Mittwoch bis Freitag das überall mit riesigem Beifall aufgewommene fünfaktige Lustspiel von F r a n z v o n Schönthan „Wo ist Eoletti?" zur Vorchl)rnng. Bet der Uraufführnng in Berlin schrieb die „Berliner Morgenpost ' . ,Das geheimnisvolle Dunkel, das den 9La,men „Eoletti, der seit.Wochen an den Berliner Anschlagsäulen prangte.
von Gonsenheim durch seine Anwesenheit sein großes Interesse . an den Bestrebungen des Verbanocs zeige. Durch die Aufnahme der Fürsorgekasse an die Gemeindesatzung habe die Aemeinde- verwaltung bewiesen, daß sie an der Spitze der hessischen Gemeindeverwaltungen stehe. Der Gemeindeverwaltung spreche er den Dank der Versammlung aus. Der Vorsitzende führte aus, die Gemeindeverwaltung Gonsenheim dürfte mancher Gemeinde als Vorbild dienen. Auch er danke der Gonsenheimer Gemeindeverwaltung und ihrem an der Spitze stehendem Bürgermeister. Regierungsrat Schön dankte im Auftrage der Provinzialdirektion für die Einladung und betonte, daß die Staats- und Kreisverwaltung großes Interesse für die Bestrebungen des Verbandes habe. Bürgermeister Alexander versicherte, daß er mit großem Inter esse der Einladung gefolgt sei. Er heiße die Versammelten in Gonsenheim willkommen und wünsche ihren Verl>andlungen Den besten Verlauf. Es sei bekannt, wie schwierig die Stellung der Gemeindebeamten sei. Der Schriftführer des Verbandes, Bürgermeistereisekretär Schäfer-Eberstadt, erstattete den Rechenschaftsbericht. Daraus ging hervor, daß die Gemeindegruppen im vergangenen Jahre rege gearbeitet hatten. Der Redner sprach zum.Schlüsse seiner Ausftihrungen den Behörden den Dank der Versammlung aus, fiir ihre Teilnahme an den Interessen und Bestrebungen des Verbandes. Der Rechner, Ar n old-Grünm- gen, gab einen Ueberblick über die Kassenverhältnisse ab. Danach betrugen die Einnahmen 1410,55 Mk., die Ausgaben 1182,96 Mk., das Vermögen beträgt 282,10 Mk. Die Revisoren, Schmitt- Ober-Olm iirtb Seib-Rockenberg, haben Bücher und Belege in Ordnung befunden und die Versammlung erteilte Entlastung. Zur Hauptversammlung waren drei Anträge eingebracht worden. Die Feldschützen hatten beantragt, der Vorstand des Verbandes möge dahin wirken, daß allen Gemeindebeamten, die nicht inj)ie Fürsorgekasse ausgenommen worden sind, in Fällen der Invalidität ein angemessenes Ruhegehalt von den Gemeinden zugebilligt werde. Der Vorsitzende führte aus,„beim Landtag werde beantragt, eine Verfügung zu erlassen, daß besser für die Gemeindebeamten gesorgt werde. Nach lebhafter Aussprache wurde der Antrag einstimmig angenommen. Ein zweiter Antrag forderte, der Vorstand des Verbandes solle dahin wirken, daß die Regierung gemäß des Artikels 138 Abs. 2 der Landgemeindeordnung auch die Beamten und Bediensteten in den Gemeinden unter 3000 Einwohnern nach den an sie gestellten dienstlichen Anforderungen besoldet werden unb dementsprechende .Kreis- oder Ortssatzungen erlassen würden. Der Vorsitzende bemerkte hierzu, die Kreisämter hätten darüber zu wachen, daß die Besoldung im Verhältnis zum Dienstverhältnis stehe. Verschiedene Kreisämter bereiteten eben Ortsfatzungen vor, worin alle Besoldungsansprüche geregelt würden. Diese Regelung könne erst nach und nach erfolgen. Es sei Tatsache, daß gerade bei den Feldschützen die Verhältnisse unhaltbar seien. Gewöhnlich würden nur alte Leute als Feldschützen angestellt, damit sie den Gemeinden nicht als hilfsbedürftig gur Last fielen. Zu Fildschützen gehörten tatkräftige Leute, die ihre Stellung vollständig auszufüllen imstande wären. Man könne verlangen, daß sie einigermaßen menschenwürdig bezahlt würden. Eine entsprechende Anregung werde an das Ministerium und die Kreisämter gegeben werden. Die Versammlung nahm den Antrag einstimmig an. Als dritter Antrag wurde vom Vorstande bei der Versammlung beantragt, zu beschließen, die deutsche Volksversicherung A.-G. in Berlin als Verbandseinrichtung einzuführen, und den Vorstand zu beauftragen, mit dem Vorstände der deutschen Volksversicherung in Verhandlungen einzutreten.
6. Hauptversammlung der Deutschen volkrschullehrerveremz.
~ Elberfeld, 27. Juli 1913
Unter außerordentlich zahlreicher Teilnahme trat der Deutsche Volksschullehrerverein zu seiner 6. Hauptversammlung zusammen. Als erster Redner sprach Lehrer Schaefer (Köln" über: „Unsere Stellung zu den schwebenden Schulfragen". Er führte aus: Die wichtigste der aktuellen Schulfragen ist für uns die Lehrerbildungsfrage. Ter gewaltige kulturelle Fortschritt und die gesteigerten Anforderungen der Gegenwart an jeden Einzelnen verlangen gebieterisch eine allgemeine Hebung der Volksbildung und demgemäß eine entsprechende Ausgestaltung der Volksschule. Die Leistungsfähigkeit der Volksschule hängt aber in erster Linie von der Leistungsfähigkeit ihrer Lehrer ab; zudem geht der Wirkungskreis des Volksschullehrers über die vier Wände seiner Schulstube weit hinaus. Die Jugendpflege, das Fortbildungsschulwesen und zahlreiche andere Unternehmungen int Dienste der Volksbildung können auf seine Unterstützung und kräftige Mitarbeit nicht verzichten. Diesen Aufgaben entspricht die heutige Lehrerbildung so wenig, daß alle Anbauten und alles Flickwerk abgelehnt werden müssen. Nur eine Neuorganisation von Grund auf kann wirksame Llbhilfe schaffen. Die Präparandenanstalten und das Seminar sind zu einer höheren Lelpanstalt mit dem Lehrziel der ncunflanigcn Realschule zu vereinigen: ein zweijähriger Seminarkursus hat auf die abgeschlossene allgemeine Bildung die Fachbildung zu setzen. Mit dieser Reform ist selbstverständlich die Zulassung der Lehrer zum Universitätsstudium gegeben. Tie von Rektoren aufgestellte Forderung akademischer Bildung für die Schulleiter, während für die eigentlichen Arbeiter.in der Schule die feminarische Vorbildung für ausreichend erklärt wird, weisen wir entschieden zurück. Höchst unflar und unsicher ist die rechtliche Stellung der Lehrer (in Preußen. Red) ^as aus den finsteren Zeiten der Reaktion stammende Disziplinar- gesetz bedarf einer zeitgemäßen Reform. Dem Lehrer ist Kenntnis von den Revisionsprotokollen zu geben und die Einsicht in feine Personalakten zu gestatten. Ein Beamtengesetz muß mit möglichster Bestimmtheit die Grenzen zwischen den durch das Amt auferlegten Verbindlichkeiten und den Rechten des Staatsbürgers festlegen. — Wir fordern die Beseitigung jeder Ortsschulaufsicht und bekämpfen die einfache Uebertragung ihrer Befugnisse auf die Rektoren. Der nächste Vorgesetzte des Lehrers sei der Kreisschulinspektor. Der Schulleiter soll Leitungsbefugnisse, aber keine Aussichtsbefugnisse haben. Wir beanspruchen für die Volksschul- lehrer eine Besoldung, die der Vorbildung, die der Bedeutung der Lehrerwirksamkeit für das öffentliche Wohl entspricht. Das Verhältnis unserer Besoldung zu derjenigen der akademisch gebildeten Lehrer muß ein ganz anderes werden, als es gegenwärtig ist. Für alle Lehrer in Stadt und Land ist die gleiche Besoldung zu fordern. Aufs entschiedenste wenden wir uns gegen die fortschreitende Differenzierung der Besoldung innerhalb des Kreises der seminarisch gebildeten Lehrer, die den eigentlichen Volksschullehrer zum Proletarier des Bildungswesens zu machen drohen. Den halb in Verachtung geratenen Titel „Volksschullehrer" müssen wir wieder zu Ehren bringen.
Als zweiter Redner sprach Maaß, (Wiesbaden) über die „Einheitsschule und ihre Verwirklichung". Die
Der Antrag wurde einstimmig gutgebeißen. Der Vorstand wurde durch Zuruf wiedergewählt. Als nächster Versammlungsort wurde Dieburg bestimmt. In einem Schlußwort wies der Vorsitzende darauf hin, daß der Verband durch die heutige Verhandlung wieder einen Schritt vorwärts gekommen sei.
Organisation. 3. Jede besondere Schulgattung muß einen besonderen Kulturinhalt, ein besonderes Bildungszi.l aufwcisen, nach dem sich die Schülerzusammensetzung zu richten hat. 4. Alle Kinder müssen zunächst elementar geschult werden, darum beißt die erste Ausgabe für alle Elementarbildung. Ihre allseitige Verwirllichung fordert elementares Gemeinschaftsleben, fordert eine Schülerzusammemetzung, die alle Elemente des Volkskörpers enthält. Die Grundlage der Schulorganisation muß so breit fein wie das Leben, dem sie dient. 5. Tie gemeinsame Grundschule reicht bis zum 6. Schuljahr. Vom 4. Schuliahr an können Sonderkurse für befähigte Schüler nebenher lausen. 6. Auf die Grundschule bauen sich auf einesteils die höheren Lehramtalten, anderseits die ergänzenden Volksschul-einrichtungen. Beide Formen umfassen wieder je 6 Sdpiliahrc und können, — dort int Ein- heitsghmnasium, hier in den drei Oberkassen der gehobenen Volksschule — jede Schulgattung für sich, eine dreijährige gemeinsame Grundlage haben; dann differenziert sich dort das (Sin- heitsghmnasium und beginnen hier die Fortbildungsschulen. 7: Tie Gleichstellung aller Schuleiiirichtungen in der Güte der äußeren Existenzbedingungen ist anzustreben, ferner muß dem Voltsickul- system mit entsprechend sozialen Formen — Kindergärten, Knab.n- und Mädchenhorten usw. — nachgeholfen werden. 8. An die höheren Lehranstalten und Fortbildungsschulen schließt sichrem mel- verzwrigtes der Kulturdifferenzierung entsprechendes Vottsntzul- wesen, das wiederum einheitlich zu verbinden i)t. 9. Zwilchen der gemeinsamen Grundschule ttnkl. der zwei anschließenden Haupt - äste) und dem Fach- und Berufsschulwesen findet Gegenbewegung mit wechselseitiger Ergänzung und Ausgleichung statt. Unten wird der Einheitsgedanke organisatorisch, oben methodisch und im allgemeinen Parallelkursen gepflegt. Bei der Differenzierung und Individualisierung ist es gerade umgekehrt: ^.as Fachschulwesen nimmt diese Aufgaben organisatorisch, die Grundichule nimmt sie methodisch und in difserenzierenden Parallelkurien auf. 10. Alle Schulgattungen werden nach ihrer äuperen Gestaltung vom gemeinjamen Staatswesen, nach der inneren von der pädagogischen Idee beherrscht und getragen. 11. Xie Einheitsschule als Gesamtorganisation hat die Hauptaufgabe, Gerechtigkeit in den äußeren Existenzbedingungen, Konzentration und Rhhthmus der inneren Gestaltung für alle Schulgatlungen auszuprägen. — Die Leitsätze fanden einstimmig Annal-ne.
verband der Gemeindebeamten.
b Gonsenheim, 28. Juli, Der Verband öer: Hipinbcbcamten und -Bediensteten hielt hier m der Turnhalle seine 3. H a uptv e r sammlun g unter dem Vorsitze
Stadtrechners liebel -Dieburg ab In Vertretung de- Pro- vin'ialdirektors war Regierungsrat tockon cr)dncneii. Herr .Icbel ^grüßte die zahlreich erschienenen Gruppenvertreter. ,und wies darauf bin, daß der Zweck der Versammlung sei, das Los der Gemeindebeamren- und -Bediensteten zu verbe, [em. Drei es ^nter- smde man bei den Arbeitern ivwohl, als auch den Sta^s- Äantten Auch die Gemeindebeamten müßten mit ihren Wun,chen zur Besoldungsordnung bei der Regierung vorstellig werden^ In h?» letzten Jahren seien einige Fortschritte gemacht worden, es N"be aber noch viel zu wünschen übrig. Die Feldschiitzen standen web am Anfänge ihrer Entwickelung. Der Grundwtz der Gemeindebeamten sei, daß sie aus streng natwrwlem Boden standen Sie würden nur innerhalb der legalen Grenzen u^Mrttel arbeiten. Jlsre Bestrebungen grundeteii ftch auf das ^trauen, das sie zur Regierung unb dem Landessürsten httten. Der Vor- fibenbe.il-ckt. .fotwun ein s°ch Gr-bd-rns”8
Zweites Blatt 165. Jahrgang
Giehener Anzeiger
betr. Beamten wieder:
Geheimerat Tr. Breidert ist am 14. September 1845 in Darmstadt geboren. Nach Bestehen der juristischen Fakultäts- Prüfung 1865 unb der Staatsprüfung 1868 wurde er 1869 der Großh. Gesandtschaft in Berlin attackiert, bet der er am 20. April 1872 als Legationssekretär angestellt wurde. Am 21 März 1874 kam er als Kreisassessor nach Darmstadt und 22. Äugust desselben Jahres in gleicher Eigenschaft nach Mainz. Am 1. Juli 1881 wurde er zum Ministerialsekretär beim Staats- ntiniflcrium ernannt, wo er am 19. Februar 1896 den Eharakter als „Legationsrat" erhielt. Am 10. Oktober 1888 erfolgte seine Ernennung zum Kreisrat in Worms. Von dort ans wurde er am 1 August 1898 als Ministerialrat ins Ministerilim des Innern berufen, am 16. Juli 1902 wurde er zum Provinzial- direktor der Provinz Oberhessen und am 28. Februar 1910 zum Provinzialdirektor der Provinz Rheinhessen ernannt. Am 2. März desselben Jahres wurde er durch Entschließung des Großherzogs mit der Versetzung der Stelle eines landesherr- licheii Territorialkommissärs bei der Festung Mainz beauitragt. — Geheimerat Wilhelm Best, ist am 24. Mai 1859 zu Darmstadt geboren, evangelisch, unb mit einer Tochter des verstorbenen Leibarztes Geheiinrats Tr. Eigenbrodt vermahlt. Er be- stz.no die juristische Fakultütsprüfung im Frühjahr 1881, die Staatsprüfung 1884, wurde darauf zum Regierungsaßeffor und am 7. September 1888 zum Ministerialsekretär bei dem damaligen Ministerium des Innern und der Justtz ernannt. Am 28. September 1895 erhielt er den Charakter als Regierungs- rat und wurde am 14. Dezember 1896 als Kreisamtmann bei dem Kreisamt Darmstadt bestellt. Am 23. Juli 1898 wurde er zum Rat bei der Provinzialdirektion Starkenburg und am 23 September 1899 zum Vortragenden Rat tm Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, mit dem Amts- tiicl Oberregierungsrat ernannt. Seine Ernennmig zum Mini- ftcrialrot in diesem Ministerrum ersvlgte am 24. September 190-. Der Ctzaralter als Geheimerat wurde ihm am 25. November 1908 erteilt Am 26. März 1912 übernahm cr den Vorsitz der Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege des Ministeriums des Innern. Zu dem Geschäftsbereich des Geheimerat Best gelierten insbesondere auch die Gemeindeverwaltungsangelegenheiten. Er ist im Besitz des Komturlreuzes 2. Klaffe mit der Krone des Verdienstordens Philipps des Großmütigen der kaiserlich-russischen St. Aniien-Orden 2. Klasse unb tot. StaniArns-Orden zweiter Klaffe mit ^tern, des Kommanoeur- kreuzes 1. Klasse des schwedischen Wasa-Ordens, der badischen Friedrich-Luisen-Medaille und der Roten 1)^:1111;.
3 Klasse — Ministerialrat H ö l z in g er ist am 3. toept. 1864 rn Bensheim geboren. Rach bestandenem juristischen F-akultat^examen (1886- niid Staatsexamen <1889) war er: sunadnt bei den Kreisämtern Bensheim, Heppenheim, Offenbach und er am 16. Oktober 1893 zum Kreisamtmann nr CfTenbad) ernannt mürbe Am 18. April 1900 übernahm er die ständige Stelle eines Hilfsarbeiters im Ministerium des ^nnern mit bem Charakter als Regierungsrat. Arn 16. ^ober 1902 wurde er Vortragender Rat bei der Mteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe mit dem Amtstitel Oberregierungsrat, bis er am 16 Oktober 1906 zum Kreisrat in Alsfeld ernannt mürbe. Am 1 Ä 1910 wurde H. zum Ministerialrat iw^Ministerium des Innern und Vorsitzenden dessen Abteilung für^Landwirtschaft, .sandel und Gewerbe ernannt. —. H- besitzt das Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und den russischen St. Anncnorden 3. Klaße Errst mit Aniia Muller, der Oachter des -OberskMttnants i. P. Müller. in Darmstadt verh-iratet — Der neuernanme Ministerialrat Karl S ch l rep- ba e ist lam 23. Juli 1863 zu Schotten geboren, evangelisch, und mit der Tochter des verstorbenen Medizinalrats Tr. Mons Teuner in Darmstadt vermählt. Nach bestandenem lUiistftchem Fakultätsexamen <1886) und Staatsexamen (1890) zum Regierungsassessor ernannt, war er zunächst bei der Burgermeis ir- Gießen, der Invaliden- unb Altersverftd-erungsanstatt in Darmstadt, den Kreisämlorn Gießen, Erbad) und Büdingen und darauf bei dem Sekretariat des Ministeriums des >sunerli be,chartigt. Am 29. Marz 1893 wurde cr zum Ministerialsekretär uibcm genannten Ministerium und am 1. Oktober 1894 zürn Krris- amtmann beim Kreisamt Friedberg ernannt. Am 3.. !November 189,s wurde cr auf seinen Antrag aus dem Staarsdienst entlassen, um die Stelle eines Beigeordneten der Haupt- urck Resi- bcn-’üabt Darmstadt zu übernehmen, die er bis zu seinem ^.leder- cintritt in den Staatsdienst (1. Oktober 1^1)..
jyieü-m Tage wurde cr zmn Kreisrat des Krei>e^ Grbach ernannt unb" am 1. März 1910 in gleicher Diensteigenschaft nach (Friedberg versetzt. Er besitzt das Ritterkreuz 1. Klafte des Ver- dienstorbens Philipps des Großmütigen, den ruftischen St. Stanislausorden 2. Klasse und den preußischen Kronenorden dritter


