165. Jahrgang
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Turnvereins in Offenbach teil genommen. Jasgefaiut werben die 43 beteiligten Vereine S54bi Sänger zum vierten Gcfangswettsttcit
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fallt und feierlich, wie sie gekommen, kehrt jetzt die goldleuchtendk Kirchenprozession in den heiligen Kreml zurück...
Eine halbe Stunde noch, und der alte heilige Kreml liegt wiederum in seiner Majestät und Schönheit still, unnahbar und ruhig da, um vielleicht nach Jahren wiederum auf einige kurze Augenblicke, inmitten einer sich eifrig bekreuzigenden tausend- köpfigen Volksmenge aufzuleuchten in einem erdenfernen, goldenen Glanz.
Millionenbevölkeruug regiert. Wieder wogt eine erregte Volks menge in den Mauern der alten heiligen Kremlstadt und vor der Perle russischer Baukunst, dem bunten, herrlich-bizarren Wassili Blashennv, vor dem einst auf der Richtstätte, die sich auf dem Roten Platz erhebt, so viel Blut geflossen ist. So viel Mut, das; heute noch dieser Platz „der rote" heißt. Damals nag wohl das Bild der Stadt und der Volksmenge noch malerischer gewesen sein; vieles hat der große Brand von 1812 zerstört,
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Das vierte Wet-singen um den Käferpreis.
Frankfurt ä. M., 24. März.
Immer größer, immer erwartungsvoller wogt eine .. , Menschenmenge hin und her. Das mag wohl auch damals, tun- 300 Jahren, der Fall gewesen fein, da hier in Moskau, cn Kreml, nach erregten Wahlsitzungen die „besten, stärksten ! Lini) verständigsten Männer" des heiligen Rußland endlich cin- i iTintmig den jungen 17 jährigen Bojaren Michail Feodorowitsch i Scmanom zum Zaren und Selbstherrscher aller Reußen wählten. Die schauervolle, lange, laiserlose Zeit war zu Ende. 300 Jahre Lat seitdem Haus Romanow zum Glück und auch Wehe einer
Das vierte Wettsingen der deutschen Männergesangvereink! den Kaiserpreis, für das der Termin erst in letzter Stunde festgelegt worden ist, hat die beteiligten deutschen Männergesaug- vereine in nicht geringe Aufregung versetzt. Nahm man doch ursprünglich an, daß der Wettstreit erst nach der bevorstehenden Hochzeitsfeier im Kaiserhause stattfinden würde, so daß für die Einstudierung des Preischores noch reichlich Zeit gewesen wäre. Zum 'mindesten rechnete man mit einer zehnwöchentlichen Frist, während jetzt kaum 7 Wochen zur Verfügung stehen. Uni) wenn der diesmalige Preischor auch nicht ganz so ist wie die früheren Wettstreitchöre, so wird ihm doch von Kundigen nachgesagt, daß er die Sänger, wie alle Hegarschen Mäünerchöre, zum Teil vor ganz neue Aufgaben stellt. Der jetzt 72 jährige Schweizer Meisterkomponist wandelt mm einmal nicht in den schon etwas aus- gefahrenen Gleisen der beliebten deutschen Liedertaselchöre, sou- bmi gibt sich auch in seiner neuesten Schöpfung als ein krasser Realist na chdem Muster von Richard Strauß-Reeger u. a. zu erkennen. Dazu kommt die eigenartige Dichtung des ebenfalls schweizerischem Boden entsprossenen Dichters Prof. Adolf Frey hinzu, deren sonderlicher Rhythmus dem Komponisten freien Spielraum für den Tonsatz ließ.
wichtige Frage ist für die Vereine naturgemäß die Geldfrage. Die Reise nach Frankfurt und den dortigen Aufenthalt .ll „1Bctn schließlich an der Hand der Bereinskasse und der Zuschüsse zur Not noch erschwingen : allein für die vielen Geschäftsleute, die den Vereinen angeschlossen sind, fällt der Umstand lehr ins Gewicht, daß das Wettsingen diesmal in die Woche vor Pfingsten fällt, in eine Zeit, wo daheim alle Kräfte gebraucht werden. Trotzdem ist die Zahl der wettstreitenden Vereine noch gestiegen und zwar auf 43 gegen je 34 in den Jahren 1909 und 1903 und 18 im Jahre 189'.).
An allen vier Wettstreiten haben bisher nur die Aachener „Concordia", der Kölner Männergesangoerein, die Essener „Concordia", der Männergosangverein Erfurt und der Sängerchor des
grüßen das bisherige Vorgehen der Regierung in dieser Angelegenheit. Die Blätter vermuten, daß die trotzige Haltung des Königs sich auf die Annahme stütze, Montenegro werde schließlich doch die Unterstützung Rußlands, besonders auch in der Frage Skutaris., finden, wenn dieses erst gefallen sei, sprechen dagegen die Hoffnung aus, daß sich diese Erwartungen der Montenegriner recht bald als Illusionen erweisen und daß gerade bezüglich der Zugehörigkeit Skutaris der mehrfach kund- gegebenc Wille Europas sich trotz der augenblicklichen Schwierigkeiten durchsetzen werde.
Wie das Wiener „Fremdenblatt" meldet, hat K ö 11 i g Nikolaus in seiner Antwort auf die Vorstellungen Oesterreich-Ungarns wegen des B 0 m b a r d e m e u t s von Skutari erklärt, er bedauere, daß die Beschießung der Stadt so viel Schaden angerichtet habe; er werde dafür sorgen, daß das Bombardement in Zukunft nicht mehr in solchem Maße sich gegen die Stadt selbst, sondern gegen die Befestigungen richte. — Das Verlangen, daß es der Zivilbevölkerung ermöglicht werde, die Stadt zu verlassen, wurde von dem Könige, mit der Motivierung abgelehnt, es sei aus militärischen Gründen nicht möglich, diesem Wunsche zu entsprechen.
Das Einschreiten der Mächte.
C e t i u j e, 23. März. Die Gesandten der Groß in ächte unternahmen gestern ihren g e m e i n s a m e n Schritt bei dem Minister des Aeußern und gaben die schon zum Teil bekannte Erklärung betreffend die Grund- lageu für die FricdeusVerhandlungen ab, in der es zum Schluß heißt: Wenn die Verbündeten es ableh- nen s 0 llten , die A n s ch auunge n'd e r M ä ch t e an - z 11 n e h m c >1, erklären diese, daß die V e r b ü 11 beten bei Regelung der finanziellen und anderen Fragen, deren Lösung nach dem F riebe n s s ch l u ß notwendig werden wird, ajif d i e Unterstützung der Mächte nicht werden zäh-
Liid auf dem historisck n „Roten Platz", der am F.temls liegt, Aufstellung.
Dienstag, 25. März 1913
Bezugspreis: monatlich75Pf.,vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenvreis: lokal 15Pf., auswärts 20 Pfennig, Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für „Feuilleton", „Vermischtes" unb „Gerichtssaal": K. 91 eu-
Auf den Straßen und Plätzen der Stadt wogt und summt eine ungeheure Menschenmenge. Das Wetter ist herrlich: aus einem Tiefblauen Himm l, der sich malerisch über die winterlich weiße •etabt spannt, scheint eine sehr reine, fast frühlingshelle Sonne Tieber und ihr Licht leuchtet blendend auf die hundert und aberhundert goldenen Kirchenkupvcln der alten Residenz Ruß Hands. Die Häuser sind alle festlich flaggengeschmückt, fröhlich jflattern die weiß-blau-roten Farben im Winde. Ost iahende Trommeln und klingende Musik: Militär jiatternben Standarten und Wimpeln auf und nimmt
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Vilöer ans den MosZuuer ZudriäumsLagen.
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Moskau, im März.
Das war eine Feier, wie sie in solch blendender Pracht und Ciginar.t einzig nur in Moskau, der alten Zarenstadt, hat statt- iimöe-n töiTiei:. l’a-j Herz Rußlands, der heilige, ehrwürdige, vielhundertiadrige Kreml, der i'onft iu stiller, feierlicher Ruhe üaiicgt, erblühte in diesen Tagen zu einem feierlichen glänzenden Scbcn.
Schon in den frühesten Morgenstunden läuten über der Stadt all die unzähligen Glocken. Im Herzen des Kremls, im U s UcnS li w 0 b 0 r (der Krönungskirche des Zaren , ertönen feier- ßche Kirchmgesänge, dort zeülriert der Moskauer Metropolit ckiakari, umgeben von der höchsten Geistlichkeit, die in goldenen L-ewänderit und goldenen Kronen hafte!;t, an den Gräbern oer im Loobor ruhenden Zaren den weihevollen Jubilüumsgvttesdienst.
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5)er Slehencr Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich GiebenerZamilienblätter: zweimal wöchentl.Areis- blatt für den Ureis Siehen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech - Einschlüsse: MIW ■ General-Anzeiger für Gderhessen mT^Va®ne§nx?mu^ Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Buch- und Steindruckerei u. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrahe 7. Lmch": E.hE^r den bis vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Ur. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck.
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und vor 300 Jahren gingen die Russen noch in ihren bunten malerischen Trachten.
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Das Meer von Glockcutöncn braust nun gewaltiger. Im Herzen des Kremls, in der Krömmgskirche, ist der feierliche Jubnäumsgottesdienst zu Ende, jetzt wird der Höhepunkt der Romanow Feier erreicht, hier auf dem Roten Platz wird das zarische Manifest öffentlich verlesen werden. In feierlichster Er- wartung Hegt diese» schönste Platz Moskaus da. Tausende von Augen richten sich am die heilige Spaßü Pforte, die so heilig ist, dm: jeder, der sie passiert, die Mütze abnehmen muß. Man muß Russe sein, nm die hohe Erwartung zu verstehen, von der nun daS Volk immer mehr ergriffen wird.
Und immer überwältigender schwellen die Glockentöne an. (rin ganzes hochwogendes Meer voll Glockentvneil klirrt und dröhnt in der hellen sonnigen Mittagsluft: es dröhnen und stöhnen, cs summen und brummen im Baß die ganz großen Glocken; cs jauchzen und fingen inbrünstig und heil die schönen kleineren; eö klirren und klingeln, hüpfen und springen etwas vorwitzig und naiv viele, viele ganz kleine Glöckchen dazwischen.
Tic Erwartung steigt. Da naht endlich die goldfunkelnde, endlos lange Kirchenprozessivn. Wie ein goldener blendender Strom ergießt sie sich aus der Spaßki-Pforte auf den Noten Platz tu all das harrende Volk hinein, nieder von den Höhen des heiligen Kreml. Alle Geistlichen sind in goldenen Gewändern. Blaue Weihrauch wollen steigen feierlich empor in die klare, früh lingshcllc Mittagsluft und umwehen wie blaue erbenferne Schleier das blendende Gold der Prozession. Das Heilige Rußland erblüht nun auf kurze Augenblicke wie eine goldene Wunderblume aus dem Grau der Alltage. Es scheint, als wäre Moskau wieder die alte, feierliche Residenz.
In der Prozession blenden und funkeln alle goldene, mit Edelsteinen übersäte, allerheiligste wundertätige Heiligenbilder; die reine Sonne fällt auf unzählige Kirchenbanner und goldene Kreuze. Die Lust dröhnt und klirrt, das Auge wird geblendet . . . Taufende von Meufchen nehmen die Mütze ab und bekreuzigen fich . . .
Nun besteigt, vom Gesandten des Kaisers, dem Fürsten Galizyn, begleitet, der Moskauer Metropolit den Richtplatz. Hier übergibt ihm der Fürst das Maniseft. Makari bekreuzigt sich, küßt das Manifest und übergibt es hieraus einem Prioatdikon zum Vorlesen. Tiefste Stille tritt ein. Eifrig bekreuzigen sich abertaufend Menschen. Die unzähligen Glocken verstummen plötzlich, und mit dröhnender, weithinsckfallender Stimme, verliest der Protodiakon das zansche Manifest . . . Kaum, daß die letzten Worte verklungen sind, dröhnen Kanonenschüsse über bi? Stabt, wiederum setzt das volle Geläut der Glocken ein und dazwischen ertönt der feierliche Gesang russischer Kirchenlieder. Ebenso lang-
werde nach Einvernehmen mit den Verbündeten antwort, n
Oesterreichs Forderungen.
Rom, 22. März. Die „Tribuna" erklärt: Die D ia- kowa betreffende Frage wurde in der letzten Botschafter Vereinigung geregeit. O e ft err ei ch- Nngarn iu i l- 1 igte ein, da ß S e r b i c u D i a k o w a a n n e Miere unter der Bedingung, daß Rußland fick; mit der E i n - Verl eck b u n g Skutari s i n A l b a n i c i: cinverstauden erkläre. Rußland willigte ein, fich i>cm Schritt der anderen Mächte anzufchkie tz.cn, der gestern in Belgrad und Eetinje unternommen wurde und das Ziel hatte, die Illusionen Serbiens und Montenegros über die Zukunft Skutaris vollkommen zu zerstören und Serbien 311 überzeugen, daß jede Anstrengung bezüglich Skutaris nutzlos fein werde. Demnach -ist die Ansicht allgemein, daß man einer Regelung auch der Slütarifrage entgegengehe.
Wie von informierter amtlicher Seite aus W en mit- gcteilt wird, wäre Oe,.err i..,-Ungarn b reit auf bi E i n verleib un g von Diakowa in Albanien, falls Siu- .ari Albanien verbleibe, zu verzichten, unter der B- ckngung, daß interna ionaic Garantien für die nationalen .mb religiösen Rechte Der katholischen und invhammed.ini- ,chett Alb. nifen uno'Slawen in den von Serbien und Mon- cnegro zu annektierenden Gebieten geschaffen werden. — ^on Eetinje ist telegraphisch Befehl nach San Giovanni i Medun gegeben murren, daß dort eine Untersuchung der Vorgänge be.reffend die „S.odra" einge.eilet werde. Äleich- 1-itig hat die montenegrinische Regierung erklärt, alles
Die kritische Lage.
Im Balkankessel hat e£ auch über das freundliche Osterfest. hinaus weiter gebrodelt; ja es ist sogar, als die Christenheit sich zur Feier anfchickte, zu einer sehr gespannten Lage gekommen. Am Samstag find plößlich die Botschafter noch einmal in London zn einer Beratung Zusammen getömmen und das Reuter-Bureau veröffeut- lid)te darüber eine aufgeregte Notiz. Nun konnte es ja ]yei dem Uebermut und Draufgängertum der Montenegriner and Serben wirklich zu einer schwierigen Verwicklung stommen — wenn eben nicht die gemütlichen Oesterreicher Üc Entscheidung hätten. Kaum haben sie das besriedigerrde Abkommen über die Demobilisierung mit Rußland getroffen, Io müssen sie schon wieder die Schneide ihres Schwertes prüfen. Tas Schicksal der Katholiken in Albanien liegt ihnen natürlich nahe am Herzen, aber weit wichtiger für lie ckls das Genngtuungsbedürfnis wegen dieser und ähnlicher Uebergriffe der Balkanvölker interessiert sie doch die fehr kritische Lage von Skutari. Dschak'owa hat betanntlich Der König Nikolaus für montenegrinisches Gebiet erklärt, sind dieses für Oesterreich fehr ärgerliche 5königswort hat Len Grasen Berchtold nochmals zn einer Einlenlung ver- »mlaßt. Wahrscheinlich auf den Rat der Botfchafterkon- Icrenz. Dschakowa soll also montenegrinisch werden dürfen. Aber, so sagt man in Wien, Skutari muß Albanien werbleiben! Die Montenegriner aber schlagen alle War- irtmgen in den Wind und fahren mit der Beschießung der Stadt fort, durch die hauptfächlich auch Privatleute, Frauen imb Kinder getötet und verletzt werden, während die tür- rischm Soldaten hinter den Befestigungen sich besser zu schützen vermögen. Ferner haben die Montenegriner einen Sturm auf die Festung anaSiinpigl. So tüt denn nun Lie diplomatische Eile not. Oesterreich verzichtet auf die Einverleibung Tschukowas in Albanien, und rechnet nun cuf bic Mithilfe Rußlands in der Frage über Stülari. Diese Dinge hängen völlig in der Schwebe. Namentlich unsicher und unverbürgt sind die Meldungen, daß Oesterreich in Eetinje bereits ein Ultimatum habe überreichen lassen. Wir erhalten folgende Meldungen:
London, 22. März. Wie bekannt gegeben wird, raachle die Entwicklung der Balkanlage gegen alle Erwartung weitere Verhandlungen der Botschaft e r v e re i ni g n n g noch vor Ostern wün- sch enswert. Die Botschafter hatten heule nachmittag ■_ Uhr eilte Zusammenkunst mit Sir Edward G r c ij ; es f ljltc nur der an Influenza erkrankte russische Bot- schaster, der durch den Botschaftsrat vertreten war.
Bukarest, 22. März. An der am Dienstag statt- flinbriibcr. Sitzung der Botschafter-Vereinigung cknrnt der Vertreter Rumäniens in London teil' Die ablehnende Antwort des Königs von Montenegro
Die Wiener Blätter bezeichnen in der Hauptsache die a b - S c h n c!- u c 'J.iitmort des Königs Nikolaus auf bii Aorpcliungcu Oestcrreich-llngarns als eine s ch w e r e Heraus - florbcrung 4 ; ^io:mrchie uns find besonders entrüstet, daf j:uf die Forderung einer strengen Bestrafung der Schuldigen wegen lTcv Bruche- des Völkerrechtes in San Giovanni bi MÜdua eim Antwork noch gar nicht erfolgt ist. Die Blätter fordern überein frir.’.incnb, daß bic Schritte Oesterreich-ckngarus in diesen 21rci. Engen ans das nachdrücklichste und rascheste erfolgen, um in jede. L-instmt eine ausreichende. Genugtuung fichcrzustelleu, und be
tun zu wollen, um Oesterreich-Ungarn die Schiffahrt zu erleichtern. — Oesterreich-Ungarn besteht au£ strenger Bestrafung der an der Vergewaltigung der „Stodra" schuldigen Personen.
Mit Bezug aus die. Ermordung des Paters Palie und die gewaltsamen Konv. r i.-rangen wurde Mont'negro mitgeteilt, daß der 0 st e r r e i ch i s ch - u u g a r i s ch c B ize - t 0 nsul in Prizrend in Begleitung des Erzbischofs von U e s küb d c m n ä ch ft i n Ti a i 0 waei n-- treffen werde, um an O r t und Stelle die Unter s uch nn g zu f üh re u. Ferner verlangt Oesterreich- Ungarn von Montenegro die Wieder h e r st e 1111 n g des religiösen Statusqu 0 in den in Frage kommenden Gebieten.
lieber den augenblicklichen Stand der zwischen Oesterreich-Ungarn und Montenegro schwebenden Streitfragen wird von amtlicher Seite in Wien erklärt: Wegen der Untersuchung der Vorgänge bei d.r Ermordung des Paters Palie erfolgte in Eetinje bereits ein z w eiter eindringlicher Schritt des 0 fl e r r e i ch i f ch - n. n g a- .rischen Geschäftsträgers Weinzetl. Zu orn Vorstellungen Oesterreichs betreffend das B o m b a r b c » ment Skutaris und ocit Abzug Der Zivilb.v.ckterung aus der Stadt ergehen au die öj^erreichisch-ungarische Ge- sanbtfchaft Auftrage zu w.ckt.r.'u Schritten. In d-.r Ang-.- legenheit des Dampfers ,„Skodra" hat die -nuuLuc» griuifche Regierung bisher n 0 ch feine A n t w 0 r t erteilt. Von einem b fristeten S.tzritt ober einem Ult mal um ist noch nicht die :...d? — Der Gesandte Freiherr von Giesl hatte vor d.r ückittkehr nach Cct’u.c mehr.re B-sprechungen mit dem Minister oes Aeußern Grafen .Berchlolo.
Die deut' '-e Unter ütz. q TefterreichS.
Die „Agence Havas" beröiicnt.n-;., taut Ber-.inec ,Lok. Anz.", ein Telegramm aus Teriin, demzufolge bi-e b.-ut- f ch e Regier u ug ihren G c j a u b t eu i u ec t iu j. c an-, gc-viefeu 'hat, bei der möu.euegei.tznhen Regi-erung ge.-g- iiete Schritte zu tun, um öen Stanopunke Lefterreichs-Un- garns zn unterstützen.
Daß biefe Mitteilung über P ar i s kommt, ist wieder fehr verwunderlich. Wenn die deutsche Regierung -inen solchen Schritt wirklich getan hat, warum gibt >i: dies nicht auf eigenem Wege dem deutschen Volke bekannt?
Auch Italien erhebt Borstellungeu.
Eetinje, 23. März. (Amtliche Meldung, l Derita- lienische Gesandte unternahm heute im Auftrage feiner Regierung einen Schritt bei der montenegrinischen Regierung und verlangte ebenso wie Oesterreich-Uugarn, daß bic Beschießung Skutaris eingestellt werde, bis die Zivilbevölkerung die Stadt verlassen habe. Der Minister des Auswärtigen wird heute noch dem Ministerrate.Ant- luort erteilen.
Ein Schritt Rußlands.
Eetinje, 24. März. Laut amtlicher montcnegrischer Quelle unternahm der russische Gesandte v. Giers, im Auftrage seiner Regierung eine Demarche beim Minister des Aeußern und verlangte nachdrücklichst, daß die Zivilbevölkerung von Skutari die Erlaubnis erhalte, die Stadt zu verlassen und daß bis zu dem vollzogenen Abzüge die Beschießung eingestellt bleibe.
Dennoch ein Ultinratum?
London, 24. März. (W.B.) Das Reutersche Bureau erhielt aus Eetinje ein Telegramm, demzufolge Oester- reich-llngaru an Montenegro gestern vormittag 11 Uhr die
Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.
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