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Nr. 149
Erscheint iägttch mit Ausnahme des Sonntags.
noch Zweifel beständen, solle zunächst eine Prüfung durch , W'c!l Segen." einen landwirtschaftlichen Sachverständigen erfolgen. — Ab- - —
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gelehnt wurde schließlich ein Antrag des Superintendenten Klamroth, ivonach die,Nebenschulen-der Regierung von der Mission übernommen werden sollten, welche die Lehrkräfte zu stellen, während die Regierung die Kosten zu tragen und die Schulaufsicht zu führen hätte.
Lin Journalisten- und Zchristftellerverbandrlag.
Stuttgart, 27. Juni. Dem in der heutigen 21. Ber trcterversammlung der deutschen Journalisten und Schriftsteller - vcrbändc erstatteten Jahresbericht ist zu entnehmen, daß die Mitgliederzahl zurzeit 3000 beträgt. Ein Vorschlag von W e n tz c l - Vertin, die Frage des Verrats militärischer Geheimnisse von der Tagesordnung abzujetzcn, weil diese Frage nur von Reichsangehörigen entschieden werden könne, während dem Verbände auch Schweizer und Oesterreicher angchören, und weil sie vom Reichs verband der deutschen Presse auf seiner lebten .Hauptversammlung in Düsseldorf in durchaus sachgemäßer und zutreffender Weise behandelt worden sei, wurde abgelehnt. Auf einen Vortrag von Oppenheim-München über Schriftsteller und Kincmato- graphcntheater wurde folgender Antrag angenommen: Ortsverbände zu veranlassen, bei den Regierungen der Einzelstaaten Schritte zu tun, daß bei der Ausübung der Zensur über Kinos ständig ein Mitglied des Verbandes als Beirat beigez-ogen werde. Ferner soll ein ständiger Ausschuß ernannt werden, dem alles Material über die einschlägigen Verhältnisse zuzuleiten ist. Zur Frage der Vorbildung des Journalisten wurde folgende Entschließung angenommen: Der Verband crHärt in Ucbereinstim mung mit dem Verbände der deutschen Presse unbedingt daran fest- zuhalten, daß der Beruf des Journalisten ein freier, allen Begabten zugänglicher bleiben müsse. Der Verband lehnt jede zwangsweise Vorbereitung auf den Journalistenberuf'durch Besuch der Hochschule oder Privatunterweisung ab, hält es aber für wünschenswert, daß eine Hochschule, die über geeignete Lehrkräfte verfügt, Vorlesungen über die rechtliche, technische und kaufmännische Tätigkeit einführe, um Interessenten Gelegenheit zu geben zur theoretischen Ausbildung in dieser Beziehung.
4 Berlin, 27. Juni. Nach viertäffiger Verhandlung vor der 1. Strafkammer des Landgerichts I ist ein Prozeß gegen die Si 11 e n beam tc-n der Berliner Kriminalpolizei Thiede, Bachmann und S e g c b a r t h wegen A m t s - vergehens, sowie gegen die Ehefrau Thiede wegen .Kuppelei zu Ende gegangen. Der 'Dtaatsanwa.lt beantragte gegen Thiede neun Monate und seine Frau vier Wochen Gefängnis, gegen die übrigen Angeklagten Freisprechung. Ter 0K- richtshof verurteilte Thtede zu drei Monaten Gefängnis und sprach die übrigen drei Angeklagten frei.
I). Marburg, 27. Juni. Tie Strafkammer verurteilte einen Stembruchsauffeher aus dem Kreise Biedenkopf, der die Dynamitpatronen nicht vorschriftsmäßig verschlossen hielt, wegen Uebertrekung des Sprengstoff- g e s e ß e s zu vier Monaten Gefängnis.
zukommen, sondern weil man dicht besiedelte Gebiete erschließen und unbewohnte, von der Tsetsefliege verseuMe Gegenden vermeiden wolle. Der Vertreter aus den Nord- bezrrken wiederholte seinen ablehnenden Standpunkt aus Besorgnis vor einer Schädigung der Usambarabahn. Das Projekt Tabora-Ruanda wurde gegen die Stimmen der Vertreter Mts den Nordbezirkcn angenommen. Ebenso eine Entschließung betreffend die Beschleunigung des Bahnbaucs Moschi-Arusü'a. Der Einstellung von Mitteln zu den Vorarbeiten der Erschließiungsbahnen in den Landcsteilen südlich der Tanqanyikabah'n wurde zugestimmt. — Bei der Aussprache über die Abgabe von K r o n l a n d in den Nordbezirlen erklärte der Gouverneur, daß er die Land- sperre der Nordbezirke aufheben wolle. Ta jedoch über die Größe der den Eingeborenen vorzubehaltendca Landflächen
Dcnncbe Kolonien.
Der Gouvernementsrat von Deutsch-Ost- a f r i k a setzte am Mittwoch die Debatte über die R u a n d a > bahn fort. Der Gouverneur drückte die Auffassung aus, das; die Route von Tabora aus nickst deswegen zunäclstt nach Norden führen solle, um nahe an den Viktoriasee heran-
GanöcL
Berlin, 27. Juni. In der heutigen Zentralausschußsitzung der Reichsbank führte der Vorsitzende Geheimrat Schmiedecke aus, daß der letzte Ausweis vom 23. Juni sich im allgemeinen günstig darstelle. Tie Inanspruchnahme der Bant war zwar wesentlich l)öber als im Vorjahre, aber die Bank gehe im Vergleich zum 23. März diesmal wesentlich stärker dem Quartalswechsel entgegen. Am 23. März habe die steuerfreie Noten- reserve 70 Millionen betragen gegen 266 Millionen am 23. Juni. Eine sehr befriedigende Entwicklung zeige der Goldbestand, der am 23. März 951 Millionen ausgemacht habe und jetzt 1115 Millionen betrage und damit den weitaus größten Goldbestand bilde, den die Reichsbank je gehabt habe Tie erfreuliche Zunahme des Goldbestandes sei auf die niedrigen Deoisenlurse zurüäzu- sühren. Die Zunahme habe im letzten Vierteljahr 126 Millionen betragen und im ersten Semester 1913 175 Millionen, während die Goldzunahme im ganzen ersten Semester des Vorjahres sich nur aus 60 Millionen belief. Trotz dieser Verhältnisse schlössen die große Anspannung am Geldmärkte und der bevorstehende Quartalswechsel mit seinen jedenfalls sehr bedeutenden Ansprüchen eine Tiskontermäßigung aus.
auch eine regelrechte „Svnnenschriumelanckwlie" gibt, daß auch die Himmelskönigin gerade durch ihr lieber maß an Gnade den armen Erdenbürger lief traurig stimmen kann. Ter Gefahr, durch Sonnenschein trübsinnig zu werden, sind nnr in unserem Klima allerdings nicht ausgesetzt. Die „Reihe von schönen Tagen," die uns nördlich der Alpen zugemefsen ist!, läßt sich sehr wohl ertragen, mögen wir anch einmal in den Hundstagen recht vernehmlich nach Wolken und Regen seufzen. Dagegen ist beobachtet worden, daß wanche von uns ;. B. itfpn dem heiteren Himmel Italiens seelisch nicht gewachsen sind. Ter vielgerühmte italienisch Früh Ling kann, wenn die Bewölkung gar &u sehr mangelt, aus den) RÄsenden verstimmend wirken. Eine ähnliche Erfahrung hat maii aber namentlich an den Winterkurgästen in Aegypten gemacht. Tie Monotonie des Sonnenschrins, der sie dort — wie auch in den südlichen Mittelmeerländern — ausgesetzt sind, führt nicht selten zu seelischen Teprefsionen, um so mehr, als es sich ja hier weilt um Kranke handelt, die psychisch einpsindlicher ju~ sein pflegen als Gesunde. Doch auch die letzteren können der Sonnenschiver-- mut verfallen, wenn sich rin ununterbrochen heiterer Himmel allzu lange über ihnen ausspannt. So schreibt z. B. Pros. K. Dvvv in seiner „Teutschen Klimatik": ,^Jch labe in Südafrika nicht selten Fälle von ausgesprochener Melancholie bei sonst ganz gesunden Leuten zu beobachten Gelegenheit gehabt, die cingcstaiid.uer- maßen die Folge des ganze Jahreszeiten hindurch fast gänzlichen Fehlens der Bewölkung waren." Für uns, die wir unter feinem „ewig" heiteren Himmel geboren sind, gilt also auch in feebjeher Hinsichst das Won: „Sonnenschein und Regen bringt dem Men-
Die Kieler Woche.
Laboe, 27. Juni. Ter Kaiser begab sich an Bord seiner Jacht „Meteor", die vom Tepeschenboot „Sleipner" gefolgt, zur Regatta auf die Förde hinausging. Zum Mütsegeln waren geloben: Ter Fürst von Monaco mit Begleitung, Großadmiral v. Tirpitz, die Mmirale v. Pohl und Eörper, v. Seckendorfs, die Vizeadmirale v. Jngenohl und Bachmann uno Admiral ä la suite v. Arnim. Ilm 10.15 Uhr begann auf der Mieter Förde die große See wettfahrt und das Handicap des Maiserlichen Jachtklubs bei kühlem, trübem Wetter und leichter frischer nordwestlicher Brise. Zahlreiche Beglritdampfer, Tampsiachten, Motor- und Segel sachten sowie andere Fahrzeuge folgten dem Verlauf der Wettfahrt. Tie „Viktoria Luise" der Hamburg Amerika-Linie lag beim Start in der Strander Bucht. 26 Rennjachten hatten gemclber.
Die „Zonnenscheinmelancholie".
Man weiß, wie groß der Einfluß der Witterung auf die Gemütsstimmung sein kann. Gefürchiet sind namentlich die Nebel, die ja in England an dem sogenannten Spleen schuld jein sollen. Toch auch gewisse Winde stehen in dem üblen Rufe, Verstimmungen
und Unlust zur Tätigkeit l-ervorzurufen. So, gilt es z. B in Italien als eine alte Volksersahrung, daß der Snrocco, ein feucht warmer Südostwind, träge und übellaunig macht. Hypochondrisch stimmen soll in England der Osstwnw, m Shakespeares Hamlet will auch vom Westwind nichts wissen. In besserem Leumund steht seit jeher die liebe Sonne. Bei ihrem Schein pflegt die Nervosität zu verschwinden und Lebensmut den Menschen zu erfüllen. Eine ganze Reihe hervorragender Manner, die den Einfluß der Witterung auf ihr Seelenleben und ihre geistige Lristiiugs- fähigkeit studierten, mußten die anregende und auihciternde Wirkung sonniger Tage nicht genug zu rühmen. Recht erstaunt mag darum monchcr sein, ivenn er erfährt, daß es nichtsdestoweniger
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Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzelgerÄießen.
Die Rückreise Des Präsidenten Poincare.
London, 27. Juni. Präsident Poincare verließ heute morgen Londoii, um über Dover nach Frankreich zurückzukehren. Auf bent Bahnhof sanden sich der König, der Prinz von Wales, Prinz Arthur von Connaught und Staatssekretär Grey ein.
Calais, 27. Juli. Präsident Poincare traf heute nach- mittag um 1.30 Uhr an Bord des Dampfers „Pas de Calais" hier ein. Ms Poincare um 1.40 Uhr an Land ging, wurde er allenthalben begeistert begrüßt. Der Minister des Innern Klotz und die Zivil-, Militär- und Marinebehörden waren bei dein Empfang zugegen. Nach einer Willkommenansprache des Bürgermeisters begab sich Poincare zur Einweihung des Denkmals für die auf dem Unterseeboot „Pluviosc" Umgcfommcncn. Er schritt unbedeckten Hauptes zu bent Denkmal für bic mit dem Unterseeboot „Pluviosc" Umgcfommcnen, wobei die gegenwärtige Besatzung der „Plnviose" die Ehrenbezeugungen erwies. Im Namen des Präsidenten wurde ein prachtvoller Kranz niedergelegt. Unter Kundgebungen der Menge begab sich der Präsident sodann zum Stadthaus.
Bevor Poincare England verließ, sandte er an König Georg ein T e t e g r a m m , in dem er nochmals seinen Tank für den so freundschaftlichen Eiiipfang und alle ihm als Vertreter Frankreichs erwiesenen Aufmerksamkeiten ausspricht. Er werde eine tmuernde Erinnerung an den großartigen Empfang bewahren, den ihni das britische Volk überall bereitet habe. Er bitte den König, an seine beständige Freundschaft zu glauben.
Ter Präsident reifte im Sonderzug um 3.40 Uhr nach Pans ab. Es wurden ihm lebhafte Kundgebungen bereitet. ..
London, 28. Juli. Aus das Tanktelegramm des Prap- denten Poincare sandte König Georg folgende Erwidern n gsd epe s ch e: .
Die Königin und ich danken Ihnen für Ihre freundliche Depesche. Wir wünschen lebhaft zu wiederholen, was für ein großes Vergnügen für uns und das englische Volk es gewesen ist daß Sie uns besucht haben, und dieses EmpNnden wird erhöht durch die Rritteilung, daß Sie von Ihrem, Besuch angenehme Eindrücke ausgenommen haben. Wir wünschen chnen glückliche Reise und geben uns der Zuversicht bin, bau bic Ereignisse der letzten Tage nicht zu ermüdend für eie waren.
Samstag, 28. Juni 19p
Rotationsdruck und Verlag bet Brühl'Ichen Universitäts • Buch- und Eteindruckereu R. Lange, Gießen.
Die „«iehener Zamilienblatler" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das ..Kreisblatt für den Kreis Siehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
den. Soeben wurde nämlich ein Museum für die Geschichte ber Medizin und der Chirurgie eröffnet. Die Anregung, ein solches Museum zu gründen, geht auf den bedeutenden Sammler Mr Henri Welle ome zurück, der denn auch ben Hauptteil d.'r Sammelgegenstände aus allen Teilen der Welt zusammengebracht hat. Tas Museum will einen Ueberblüf über die Entwicklungsgeschichte ber Medizin und der angrenzenden Gebiete, wie z. B. der Arznei künde und Pharmazie, geben. Zahlreich vorhanden sind die Fetische. Masken und Zaubergegenstände der Medizinmänner wilder Völker. Aegyrtisck>e, chaldäische, mexikanische, ucru- vianische Medizingottheiten sind neben den ältesten chirurgischen Instrumenten aus römischen, germanischen und keltuchen Ausgrabungen ausgestellt. Besonders interessant sind die mit allem Zubehör versehenen Llpothekerlädcn unb Laboratorien aus dem 18. Jahrhundert, die m seltener Vollständigkeit dem Museum eiiiüerleibr sind. Ferner läßt sich die geschichtlich^ Entwicklung der einzelnen chirurgischen Instrumente verfolgen. So^ind z. B. die ersten chirurgischen Nadeln, die noch genqu die ?rorm von Sck)langenzähnen haben, zu sehen. An eine der schaurigsten Zeiten der menschlichen Kultur erinnern bic vielen Marterinstrumente, mit denen im Mittelalter die Irren behandelt worden sind.
— Baltische Ausstellung Malmö 1914. Die im nächsten Jahre kommende Baltische Ausstellung in Malmö, an ber sich auch das Deutsche Reich amtlich beteiligt, setzt alle Krache daran, am Eröffnungstage int Gegensatz, zu der Mehret hl der sonstigen Ausstellungen fertig zu sein. Die schwriftschen Gebäude sind schon heute unter Tack. Mit dem Bau der großen deuticken Soliderhalle wird jetzt begonnen, nachdem die deutsche Jnduttrie, namentlich die Maschinen-Industrie, ein leb Haches Interesse für die Ausstellung, von der sie mit Recht erhebliche Vortrile erwartet, gezeigt und den größten Teil des zur Verfügung chehenden Platz^ belegt hat. Indessen ist das deutsche Generalkvmnmsariat doch noch in der Lage, eine Anzahl ausgezeichneter Plätze zu vergeben, da die deutsche Halle, wie gesagt, erst im Bau begriffen ist und bauliche Aenderungen daher noch vorgenommen werden können. Mlerdings müßten etwaige Interessenten sich bald melden wenn sie noch eine ihren Wünschen entsprechende Berücksichtigung fiitben wollem Auskunft erteilt das Deutsche General- kommissariat für die Baltische Ausstellung in Malmö 1914, Berlin, von-der-Heydt-Straße 2. ~ _
— 2 er erste Blitzableiter. Dal? iyranflut, mcht nur bem Tyrannen das S-zepter, sondern auch dcm Himm«r den Blitz
Der deutsche Landwirtschastzrat und die wehrund Deckungrvorlagen.
Koburg, 27. Juni Ter ständige Ansschuß des deutschen L<rndwirtsch ast sr ates nahm folgende Entschlichung zur Wehr- und T eckungsv orlage des Reichstags an.
Erstens: Eine unbedingt gesicherte Landesverteidigung ist auch für bic Sicherstellung der landwirtscknstlichen Produktion und für die landwirtsckMtliche Bevölkerung die wichtigste Lebensfrage. Der Ausschuß bittet deshalb den Reichstag, die Wehrvorlage unver- 7ürjt anzunehmen. — Zweitens: Ter einmalige außerordentliche Wehrbeitrag ist mit Rüchsiä 1 auf bic gegenwärtige ernste und schicksalsschwere Lage Teutschlanbs int europäischen Staatenge- bilbe entschieden zu befürworten. Bei dieser Abgabe muß aber der Charakter einet nur einmaligen streng gewahrt bleiben, und sie darf in absehbarer Zeit nicht vom dcutsck)en Volke wieder gefordert werden. — Drittens: Hinsichtlich der De-ckung ber durch die Wehrvorlage entstehenden dauernden Ausgaben muß zwar grundsätzlich mit Entschiedenheit an den fteuerlidieit Grundlagen der Reichs»erfassung sestgehalten werden, ivonach die Ausgaben des Reick>es idurch indirekte, bic der Bundesstaaten durch direkte Steuern zu decken sind. Wenn aber im Widerspruch zu unserer bisherigen Reick-ssinanzversassiina die Deckung der Wehrvorlage heute leider nur dureh eine allgemeine Besitz- fteuer für möglich gehalten wird, so sollte wenigstens die Aufbringung einer solchen Steuer nach Maßgabe der Regierungs- vmlage den einzelnen Bundes st aaten üb erlassen bleiben, da andernfalls der föderative Charakter des Rrichs mehr und mehr z-erstört wird und den Bundesstaaten die finanzielle Selbständigkeit entzogen würde, welche ihnen allein bic Erfüllung ihrer großen Kulturaufgaben, insonderheit bic Förderung ber Landeskultur und landwirtschaftlichen Entwickelung ermöglicht. — Viertens: Im besonderen sind gegen die von der Budgetkommission des Reichstags beschlossene V e r m ö g e n s z u w a ch s- fteucr schwere Bedenken zu erheben. — Fünftens: Ter Ausschuß steht auf der Regierungsvorlage, betreffend die Aendc- rung des Finanzwesens, und hält die Beschaffung der ersorder- lickzen Mittel durch Erhölwng der Matrilülarbeiträge und bic rinsclftaatlidre Regelung ber notroenbigen Besitzsteucrerhöhungen für ben richtigen Ausweg.
Das ist derselbe Standpunkt, den auch die konservative Reichstagsfraktion eingenommen hat und der in der gestrigen Ausgabe der „Krcuzztg." zum Ausdruck gekommen ist.
entriß, ist vielleicht bic wissenschaftliche Tatsache, deren Kenntnis am weitesten verbreitet ist. Und ganz sicher ist auch, daß er die erste physikalis6)c Erklärung der Blitzableiterwirkung gab. Doch scheint man empirisch schon früher auf die unschädliche Wlcitung des Blitzes durch spitze, mit der Erde verbundene Metallstangen gekommen zu sein. Man deutet als Blitzableiter hohe, voü Ramses III. errichtete, oben vergoldete Masten in Medinet-Abu, und findet eine Bestätigung der Ansicht, die Alten hätten die Blitz- ablcitung säwn gekannt, in Inschriften am Tempel von Edsu und an dem von Tendern. Aber natürlich konnte das Problem erst richtig erkannt und gelöst werden, als man Die elektrische Natur des Blitzes durchschaute.' Tas ging langsam. 1708 machte der Engländer Wall darauf aufmerksam, daß der elektrische Funke und fein Knistern an Blitz und Donner erinnere. Daß die Analogie genau sei, wies bann 1746 I. H. Winkler nach. Franklin, der von diesen Ansichten, die übrigens auch von andern Forschern geäußert wurden, Kenntnis batte, empfahl nun drei Jahre später in einem Briefe an Collinson in London Versuche über die ^ßlektri- zitäl der Gewitterwolken mit einem Drachen. _ Die Royal Society, die davon Kenntnis erhielt, verlachte diese Idee. Tic Versuche wurden aber doch angestellt, und zwar am 10. Mai 1752 von Francois Talibard in Marly und im Juni von FranNin selber. Nachdem nun auch rin gewisser Eamon in England sich überzeugt batte, „daß man mittels einer zugespitzten Eifenstange sich einen Blitz aus den Wolken verschaffen tönne", änderte die Royal Society ihre Ansicht. Unabhängig von Franklin machte auch 1753 de Romas in Nerac Trachenversuck'e, in demselben Jahre, in dem Franklin nun die Idee des Blitzableiters entwickelte. Unterdessen hatte Procop Tivisch, ein mährischer Pfarrer, von einem Unfälle, der den Professor Richmanu in Petersburg bei Experimenten mit atmosphärischer Elektrizität betroffen hatte, gehört, und konstruierte NUN einen sogenannten Blitzschirm, ein kompliziertes Gc - rüst mit vielen Metallspitzen, das er „Wetterleiter" oder „Con- duktor" nannte und am 15. Juni 1754 errichtete. Man kann dies also den ersten Blitzableiter nennen. Diese Form^ hat >5.ch aber nicht eingeführt, und so muß, wenn man nicht die Elfenstange, die Talibard zu Versuchszwecken aufrichten ließ, mit diesem Titel nennen will, als erster moderner Blitzableiter der bt.echnct werden, der 1760 nach Franklins Angaben auf dem .Hause des Kaufmanns West in Philadelphia aufgestellt wurde.
Dritter Blatt 165. Jahrgang
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Obertzeffen
rewnft, wiüenschaft und Leben.
— Geheim rat Krüger und die deutsche Sprache. Unter dieser Ueberschrift veröffentlichten wir dteser -tage einen Auszug aus der Einleitung zu Pros. -ir. Krugers Handbuch der Kirchengeschichte, in der sich der Gelehrte gegen bic ub^ftmiigerr Fremdwörter in wissenschaftlichen Werken menbet. Geheimrat Krüger legt Wert auf die Feststellung, bar, er ber Vcronencklchung bitfcS Auszuges völlig fernsteht, und wir )ugen dein hinzu, bab mir auf die beherzigenswerten Ausführungen^ durch eine Be- fSxrfung in der Zeitschrift des Allgemeinen uxmtichcn Sprachvereins aufmerksam wurden.
- Peter Rosegger - Ehrend ärger vo nGraZ. Um ben Dichter der grünen Steiermark zu fernem <0. Geburt-- tage (31. Jul, zu ehren, bat die &aul>tftabt vieles lchonen ani£ diesen Beschluv gefallt, thn zum ®6renburScr ber ^tabt 1«® nennen Auch einer neuen groben -Ltraße will ne ben -'<amin des Mannes geben", der mit 17 Jahren der Lehrbub "ves kleinen Flickschneiders war und von Bauernhot zu Bauernhof «og, um GS1 auUeneru, unb mit Ä
Qnnsm ncimnnt wurde, wenn man die Vesten Rainen nannu. Und i^r Sfebziai-ihrige wird zu den Merbeiteu gerechnet, dte >mr haben als Aufrechter, als Charakter als urchter und al, Deutscher ' Waldfchulmeister" wallte er >,ch hublch nennen, aber als wadrha ten m>i> edlen Balksfchullehrer bart man ihn dezelch. nm S« "st hat das schöne Graz sich eutlchlossen, lernen
ton fünf Stl§ten und Märkten, Ehrenmitglied von -11^ Vereinen, Namenspatron von^ l7 Hälnern, un w
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Arbeit eines schönen Mcnichcnlcb.ns. Medizin
-•? (y; n Museum tur bic Geschichte bet J.'ie o t d in in London. London ist um ein neues Muieum bereichert stwr-
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