Ausgabe 
23.4.1913 Drittes Blatt
 
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Mndtmreri uud Ncitzhelligkeiten führte. Ten deutschen ^Reformern füll tut werter WrrküngÄreiS und ein? rm eingeschränkte Macht- besirgnis ringer.wnt iurrbeir. Sie erhallen auch, was sie bisher nicht befaßen, die Strasgewalt über ihre Untergebenen. .Kürzlich wurden scyon s-iuc i deutsche Fli ege rosfi z ierc in der lürfrschen '2lvnree angcftftlr. Tas Gereicht, das Feldmarschül Freiherr tmn der GolK-Pascha an die Spitze sämtlicher in der türkischen 'Jtrntec tätigen deutschen Offiziere treten werde, be­stätigt sich rucht.

Nach benr Kriege tverden sofort etwa 200300 Zöglinge aus der türiischeu Militärschule nach Deutschland geschickt, wo sie als Fahnenjunker in bnnicüe Truppenteile einireicn und erst, toeun sie den Gang der Ausbildung der deutschen Offiziere durch-- getnackt haben, in Dkutschlaud zu ^entnanty befördert werden, in «relcfent Tienstgrad sie dann nock mehrere Jahre Dienst tun. Die bisherige sofortige (finftelliiug als Leutnant hatte nämlich zur Folge, daß die türftfdiicn Ofsiziere den deutschen Tienstbetricb nicht rirtitig kennen lernten, und die drei Jahre ihres Kommandos sich titeln amüsierten als Dienst taten.

Die Mder-Modauer Genosseirschaftrkrise.

bs. Dar m sta dl, 22. April. 1 3 en g en d e r n e hm itn g.

Als erster Zeuge wird heute der Instizrat Tr. Osann- Darmiftadt oernommen. Er war Vertreter der Nieder-Modaner Kiffse und batte als solcher die Beitreibung von Außenständen zu betör gen. Zn seiner Tätigkeit hat er mehrfach die Beitreibung der Zinsrückstände beanstaitdet. Ein.großer Teil davon ist durch große Lässigstil des Pereinsvorstandes verfallen, lieber die Geld­geschäfte selbst, insbesondere über die Wechselangelegenheiten des Vereins hatte der 3enge keinen Einblick. Schon vor mehreren Iahreitz als ihm diese Wechselgeschäfte bekannt lvurden, hat sich Dr. Osairn an den Vorstand der Landwirtschaftlichen Genossen­schaftsbank gewandt, um Ansilirung über die Verbindlichkeiten der beiden Vorstandsmitglieder Adam imb Roßmamr zu erhalten. Eine genügende Antwort hur er aber nicht erhalten. Immer luiticrer wurde ihm! der Bescheid, daß die dazu nötigen Unterlagen noch nicht fertiggestellt seien. Als man ihn 1911 zu Rate zog, hat er roegat der hohen Verluste nnbebingt zum Konkurse geraten. .Kommerzienrat Ihrig wollte aber hiervon nichts wissen und schlug deshalb die lieber nähme des Verlustes durch den Vorstand und den Aufsichtsrat vor. Dr. Osann hat dann mit seinen Bedenken dagegen nicht zurückgehalten. Besonders warnte er davor, die hohe Summe nur auf wenige abzuwälzen. Er empfahl auch eine .Hilfe durch die Landwirtschaitlick e Genossenschaftsbank: denn diese sei in erster Linie verpflichtet, hier einzugreifen, einmal des ge- uosseusckmsilicheu Gedankens wegen und bann auch, »veil dem Vvrftcuw der Bank belannt war, das Unregelmäßigkeiten dor- gelommen seien. Es wäre seiner Ansicht nach Pflicht der Bank gewesen, hier rechtzeitig einzu sch reiten. Ter Zeuge legt an Hand seiner Akten eingehend dar, bar er gegen die Geschäfte Adams Einspruch erhoben habe. Im weiUren Verlauf der Vernehmung merben die Sanierungsversuche oesprockeu. Der letzte Rechner der .Kasse, Nesi, wollte sich mit den Vorschlägen Ihrigs nicht einverstanden erklären. Der Staatsanwalt weist darauf hin, daß «Ihrig zu Nesi gesagt habe:Wenn Sie nicht parieren, wer­den Sie rausgeickiuifsen". Ihrig bezeichnet das als einegrobe Lüge" des Nesi. Tie Veneidigung Ihrigs fragt den Zeugen, luarunr er brnn nicht auf Grund der vorhandenen Wechsel selbst gegen Dldam und Rostmann eingeschritten sei. Tr. Osann betont, daß dazu fede rechtlichc Unterlage gefehlt habe: denn die Wechsel waren rechtsgültig für den Verein ausgestellt und mußten von diesem' auch eingelöst werden. Und gegen den Verein hätte er als Vertreter des Vereins doch keine .Klage anstrengen können. Es mußten also andere Unterlagen vorhanden sein, uw ein Einschreiten möglich zu machen.

Ein weiterer Zeuge ist der I-ustizrat Tr. Reist. Dieser ist Rechtsbeistand des Aussichtsratsmitgliedes Jakobi, der als solcher ebenfalls die Uebernahme-Urkiinde unterzeichnet hatte. Um Jakobi von dieser Verpflichtung zu befreien, hat er ihm ein Schreiben an den Vorstand des Vereins entworfen, worin er die Rechtlich­keit der Unterschrift anfechtet, da diese Unterschrift durch Arglist und Täuschung gewisseimasten erzwungen wurde. Jakobi hatte seinepzeck nur unterschrieben,^ weil Ihrig gesagt habe, zu zahlen soäre nichts, der Betrag ließe sich abnirtschaften. Dieser Brief ist dahin beantwortet worden, dast man den Brief zu den Akten genommen habe. Von den Wechseltransaktionen der Kasse weist der Zeuge nichts. Der Zeuge war auch Rechtsbeistand Pallmanns. Diesen hat der Zeuge für einen wohlhabenden Mann gehalten, lieber Pallmanns Verbindung mit der Nieder-Modaner Kasse kann der Zeuge keine Auskunft geben. Aus der Verhandlung geht hervor, das; Dr. Reist offenbar nur der Beistand Pallmanns in seinen anständigen Geschäften war.

Ein anderer Zeuge ist der Nachlaßverwalter Pallmanns, Kausinaim Wilhelm Schneider. Bei der gerichtlichen Eröffnung einer Geheimkassette Pallmanns fanden sich darin n. a. auch drei Blankowechsel mit Adams Unterschrift. Von einer Verpflichtung Rieder-MödauS Pallmanu gegenüber ist dem Zeugen nichts be­kannt. Es wird dann ein Vertrag verlesen über die Abtretung aller Rechte des Pallmannschen Baukonsortiums an die Verwal­tung^ und Verwertnngsgesellschast. In diesem Vertrag heißt es. daß das Konsortium alle Rechte an die V. V. G. abtritt. Daß es sich ferner bereit erklärt, alle Verluste, die der V. V. G. aus der llebernahme der Häuser entstehen sollten, tragen zu wollen. Von irgend welchen Rechten des Konsortiums ist in benr Vertrag keine Rede, lieber diesen merkwürdigen Vertrag ist die Verhandlung bestrebt, Aufschluß zu erlangen. Ter Zeuge hat diesen Vertrag angefochten, bis jetzt aber ohne Erfolg, da der Prozeß noch schwebt. Im weiteren Verlause bestreitet bei- Angeklagte Isaak ganz ent­schieden, zu dem Konsortium gehört zu haben. Isaak will nur der Geldgeber gewesen sein, lieber die Zugehörigkeit des AngeU. Isaak zu diesem Konsvrliirm must aber längere Zeit debattiert Serben, ebenso über die geschäftliche Verbindung zwischen Pallm'ann und Isaak. Es werden noch eine ganze Reihe weiterer Verträge verlesen die bann ivicber an anbere Personen abgeschoben wurden. Es ist schier unmöglich, aus all diesen verwickelten Transaktionen sich berauszusinden.

Als letzter Zeuge wird der Iustizrat Dr. Bender-Darmstadt gehört, der , früher der Rechtsbeistand Isaaks gemeßen ist. Der Zeuge legt in längeren Ausführungen dar, was ihm von den Ge­schäften Isaaks bekannt ist. Er hat auch die Sanierung Isaaks durch die Landwirtschaftliche Kreditbank besorgt. Als sich später heransstellke, daß Isaak einige Werte, die er trotz seiner gegen­teiligen Versicherung noch besaß, verschwiegen hatte, bat sich der Zeuge von Isaak getrennt. Tie waghalsigen Spekulationen Isaaks haben ihn auch an der Lauterkeit Isaaks zweifeln lassen.

Die Verhandlung schließt um 2 Uhr. Fortsetzung morgen vormittag S1/., Uhr.

GerichtssaaZ.

Vom Reichsgericht.

DerHausfriedensbruch" der sozialdemokrati­schen Abgeordneten Borchardt nnb Leinen im P r eustis cb e n Landtage.

Der befannie Strafprozeß gegen die beiden sozialdeMo- kratischeu L a n d t a g s a b g e o rd n e t e n Julian Bor­chardt nnb Robert Sciitcrt wird mir heutigen Mittwoch das Reichsgericht beschädigen. Es lmirdelt sich hier um chic Frage von wei11ragendst er Itaatsrechtlich^r und parlamentarischer Bedeutung, die ihre Lösung durch den lwck'sten deutschen Gerichtshof finden soll Tas Landgericht I Berlin bat die beiden Abgeord neten durch Urteil vom 28. September 1912 wegen Haussriedens- bruc^' imb WwerstandoS gegen die Staatsgewalt, begangen ge­legentlich der gewaltsamen und mit polizeilicher Hilfe erfolgten Ausschließung des Abgeordneten Bvrdacbl aus der Sitzung des Preustisckwn Mgeorbnetenhauses vom !'. März 1912, zu 100 bezw. '>0 Mark Geldstrafe verurteilt Tie Angeklagten imb die politische Partei, der sie angehören, selbst die äußeren Vorgänge, die den Anlaß des Prozesses gebildet haben, treten jetzt bei ber Revisionsverliandlung vor dem Reichsgericht vollkommen in tun Hintergrund; als Ankläger ooet, wenn man nuh, auch als ?(u geklagter erscheint jetzt vielmehr lediglich der § 64 der Sc-

schäftsordnung d-es Preußischen Abgeordneten­hauses, mit dessen rechtlicher Würdigung das Urteil steht und fÄlr. Denn wenn ixt^et § 64 der Geschäftsordnung, soweit er die Ans Weisung von Abgeordneten enthält und foweit darin 3um ^Ausdruck kommt, dast der Präsident einen Abgeordneten wahrerrd der Sitzung für den Ziest des Tages zeitweise ans s ch l testen kann, mit der prentzischen Verfassung oder mit dem Reichsreckcke in Widerspruch stehl, nyenn dieser § 64 etwa dem Strafgesetzbuche widerstreiter, dm den schwer bestraft, der einen LLbgeordneteir an der Ausübung seines Berufes hindert oder gar die Immunität der Mgeordneten verletsi, dann wäre die Polizei, auch 'formt vom Vorsitzenden zur Tnrcksuhrung des eigenen Ge­schäftsganges und der eigenen Disziplin herbeigehvlt, nicht in derrechtmäßigen Ausübung ihres Amtes" gewesen, als sie gegen die Angeklagten einschritt. Damit würde der Anklage von vorn­herein der Boden entzogen fein. Tas landgerichtliche U r- t e i l bejaht bas rechtsgültige Zustaubekommen bieses Paragraphen ber IGcsch iscsorbuung unb lehnt and die 'Annahme der Verteidigung ab, bas ber § 64 rechtlich unzulässig sei. Ter Artikel 78 der preußischen Bersassirng, so führt bas Urteil aus, bestimmt für Preußen, bas; jede ber beiben Kammern ihren Geschäftsgang unb ihre Disziplin durch eine Geschäftsordnung regele. Inwieweit aber eine Regelung dieser Disziplin und durch welche Mittel sie zu erfolgen habe, sei in ber Verfassung nicht bestimmt. Daraus entnimmt das Landgericht, dast ber Gesetzgeber dies den Kammern habe selbständig Überla s s c n wollen. Tas individuelle Reckst des Einzelnen finde seine Grenzen an dem Rechte der Gesamtheit auf eine ordmrngswästige Durchführung der Parlamentsgeschäftc. Der Präsident des MgeorbnetenhauseS sei also sehr wohl be­rechtigt gewesen, den Abgeordneten Borchardt für den Rest des Tages auszuschließen, er sei aber auch befugt gewesen, zur Wahrung seines HauSrechts die Hilfe ber Polizei anzurufen, Die baruni in rechtmässiger Ausübung ihres Amtes gehandelt habe, als sie zur Beseitigung bes .HauSfriebensbruches bic gewaltsame Ent­fernung Borchardts bewerkstelligt habe. Tas Landgericht stützt sich bei diesen Ausführungen auf die Urteile namhafter Rcchts- lmd Staatswissenschaftler, verkennt aber am Schlüsse ferner Aus­führungen selbst nid?:, dast auch für die gegenteilige Ansicht der Verteidigung wichtige Gründe vorlägen.

Damit hat das Landgericht wohl selbst den Weg zum Reickis- gerickt gezeigt, den die Revision der Angeklagten bann auch be­schritten hak, und m'ait darf gespannt sein, wie das Reichsgericht in dieser Frage entscheiden wird.

Gietzener Strafkammer.

t . 63 ieben, 22. April.

" Ein unverbesserlicher Dieb

ist der Stallschweizer K. W. von Behle bei ©cfmeibenuibL Seine Vorstrafenliste weist fast aus jebein Jahre eine Tiebstahlsstrcsie auf. Im ganzen hat er nicht weniger als elf Bestrcnnnaeu wegen Dieb- slalsts erlitten. Die letzte Strafe hatte er am 31. Januar I. Is. verbüßt. Gleichwohl hat er sich bereits am 9. März I. Is. wieder an fremdem Eigentum vergriffen Er hat in Friedberg in der Wohnung des Schreiners K., als er hier beim Betteln niemand antraf, einen Schrank durchwühlt, einen Rock und einen Stehkragen daraus an sich genommen und sich damit entfernt. Tas 63ericht hielt es für geboten, dem Gewohnheitsverbrecher mildernde Um­stände zu versagen unb ihn wegen Rückfallsbiebstahls mit 1 Jahr B u ch t h a u § zu bestrafen. Ein Monat Untersuchungshaft kam von ber Strafe in Abzug

Urtu nbc nf ä [fehlt ng und Unterscblagung.

Der noch nicht vorbestrafte Schweizer O. S. von Offenbach war im Sommer vor. Is. gegen geringen Lohn in Bab-Nauheim in einer Wäscherei als Ausläufer beschäftigt unb bat babei, angeblich weil fein Verbienst zur Ernährung seiner Familie nicht ausreichte, mehrere Unreblichkeiten verübt. In bem einen Falle hat er eine Quittung über 2,50 Mk. in 2,80 Mk. iimqeänbert unb bie ihm zuviel bezahlten 30 Psg. für sich behalten. In den beiben anderen 'llen hat er Kundengelber in Höhe von 1,89 Mk. unb 4,25 Mk. nicht abgeliefert, sondern für sich verbraucht. Tie Strafkammer sprach wegen ber Urkunbensälfchung die geringst zulässige 63efängni§- strase von einer Woche und wegen bet Uiiterfchlagungen Geldstraien von Mk. 10. unb Mk. 15. aus.

veremsnachrichten.

Heuchelheim, 22. April. Den Beweis, daß auch kleinere Stenographen-Vereiue auf dem Lande recht schöne Leistungen erzielen können, lieferte am Sonntag der hiesige S t e n o g r a p H e n - V e r e i n G a b e l s h e r g e r bei dem vom Bezirk Gießen in Lich abgehaltenen Wettscbreibeu. Folgende Preise wurden errungen: 2( 0 Silben Herrn. Rabes und Herrn. Schleenbecker je ein 1. und Ehrenpreis, 140 Silben Rich. Sack 2. Pr., Alb. Seipp 3. Pr., 120 Silben Aug. Lenz 1. Pr., 80 Silben Hans Rinn 2. Pr. und 60 Silben Art. Sack 1. Pr., Karl Weller und Adolf Rinn je 1 3. Preis.

G r o ß e u - B u s e ck, 22. April. Am Sonntag wurde im Saale des Gastwirts Wagner ein Verein der Naturfreunde, ge­nannt ^Wanderklub", ins Leben gerufen. Rach kurzer Be­ratung konnte man zur Vorstawswahl fchreiten. Gewählt wurden Zahntechniker Hochüätter als 'V orsitzender, Spengler und Installa­teur Karl Alüller als Schriftführer Fril; Hühnergarth als Kassierer.

AzTrVerfttätL-Nachr»eehten.

Professor Tr. meb. Ernst Sch tv albe, Ordinarius und Direktor des pathologischen Instituts in R o st o ck hat einen flhif in gleicher Eigenschaft an fric Universität Königsberg i. Pr. als Nachfolger von Prof. Henke er­halten. Der Romanist Prof. Dr. O. Schnitz-Gora in Straßburg i. E., der einen Ruf au die Universität Kiel erhalten hat, bleibt in Straßburg. Der Bouner Kunsthistoriker, Goheincrat Prof. Dr. P. Elemen erhielt vom Großherzvg von Hessen das Ehren kreuz des Verdienst- ordens Philipps des Großmütigen. Ter a. o. Professor Dr. phil Johann Pleuge in'Leipzig hat einen Ruf auf ben Lehrstuhl der 9tationalökonomie an der Universität Münster i. W. als Nachfolger bes verstorbenen Professors M. v. Heckel erhalten. Der Privatdozent an der Ber­liner Universität Professor Tr. Ifsui Schur hat einen Ruf als a. o. Professor der Mathematik an die Universität Bonn als Nachfolger von Prof. Hansdorff erhalten und angenontmen.

Lanöwirtfchaft.

n. Düdelsheim, 22. April. Die hier abgehalteue Be­zirk s p f e r b c s ch a u war von den Pfcrbebesitzern ber Umgebung sehr gut beschickt. Im ganzen wurden etwa 30 Pferde zur Prämiierung vorgesührt. Preisrichter waren (Gustav Mogt-Grund- Schwalheim, Fenchel-Griedel und Rullmann-Mittelckf/ründau. Außerdem war Freiherr von Stark-Darmstadt als Vertreter des Lanbos-P f erde zücht Vereins anwesend. Das Präniiicrungscrgebnis i|t folgendes: I. Belgier: Ed. 9iobrian, Erbacher Hof, Ehren preis des Landes-Pferdezuchrvereins: Adolf Güugcrich, Engelthal, zwei 1. Preise: Heinr. Straft, Voubaiisen. ei n J. Pr.: Rob. (*üngc rief?, Engelthal und Heinr. Baumann, Eckartshausen je ein 2. Pr ; Fr. Titzel, Eckartshausen ein 3. Pr.; Heinr. Brück. Düdelslreim, Wilh. Ros, Düdelsheim unb Heinr. Will). Höchstem, Dübelswsim je eine Anerkennung. II. Oldenburger: Wilh. Titzel, Herrn- haag und Phil. Fr. ?üeicheit, Altwiebermus je ein 1. Preis: Heinrich Wilhelm Kraft, Dübelsheim ein 2. Preis: Fr. (V3ertb, Ticbad) a. H., Wilh. Straft, Bleickieiibacki unb Wilh. Titzel, Herrn haag je ein 3. Preis: Karl Sckneiber. OSlauberg, Jöhs. Fr. Muller, Eckartshausen und.Karl Schreiber, (Nauberg je eine Anerkemtung.

VermNichLes.

K K. Wie entsteht ber amerikanische Scnsations- fitan? Mit der technifcheii Vervollkommnung des Lichtfpiels steigerte der Anderikaner auch die 'Ansprüche, die er an bie Tac- ck Klung en richtete. Man begnügt sich jetzt nicht melyr bamit, Aufnahmen vom fahrenden Zug zu machen, nein, man mietet

eine 'verkehrsarme Erfeiwahnstreckc für einen Tag, fauft ein Wrt alte Lokomotiven und Eifcnhahnwagen an, bic man mit Wieder- pupveii besetzt, und läßt zwei Züge mit Volldampf aufeinander- fahren, um bem Publikum den Vorgang eines Eisenbalm-Zu-- jantinenftof c-3 vvrsühren zu können. Auf die gleiche Weise kon­struiert man, wir wir int neuesten Heft tk-r MonatsschriftFilm unb Lichtbild" lescn, künstlich Automobilzufarnmenstößr, um den Leuten, die etwas Terartiges noch ihr erleid haoeu, dicjen Gnmst, wenigpens im Bilde zu versckräsien. Schifte nx?rben auf offenem Meere Wit eleltrischer Fernzündung in bic Luft gesprengt, bamit man bic Erploswu und den Untergang festhalten kann, ganze Städte werden mis Fachwerk errichück und bann niebergebrannt, bamit man bem .Kinobefticher eine halbe Stunbe eblen Entzückens verschaffen kann. Selbst Menscheickeben setzt man aufs Spiel, und das uittcr den Augen der Obrigkeit. So flatterte während eine-5 Grofsieuers in Los Angeles mit GenelMigung des Feuer- wehrhaupcmanns em als Fenerwehrmamt verkleideter Schau- fviclrr oie RettungSleitcr empor, versckiwand inmitten der Flammen unb rettete aus dem obersten Fenster unter dem Jubel der Menge eine in höchster Todesgefahr sich verzweifelt gebärdende Frau, eine ^cknuspielerin, die für eine Handvoll Dollars ihr Leben wagte und in bas brennenbe Gcbäuec eingebrungen war, um sich bann unter Lebensgesahc wieder retten zu lassen. Natürlich bleiben Ungliirtswlle bei solchen künstlich herbeigeführten 6kfahren nicht aus, tiitb der ncitcftc Tob, berKinotob", f)*it schon manches Opstr gerorbert. Es sinb schon Fälle vorgelonintcn, baß ein Filmschaw (Vieler, ber bic Tobesaitgst eines Grtrinlcnbcn mit aller Realistik barzultcllcn schien, plötzlich wirllich von Krünpfen ergriffen wurde und unter beit Augen ber entsetzten Zuschauer versank. Einmal wllte ausgenommen werben, wie ein Bahnwärter von einer Räuber- banbe aus bic Schienen gebunden wirb, bamit ber Zugführer den Bug anhält unb bic Bug rauher ihr Plünbcriiitgslverk bcgtiturn können. Durch einen unglücklichen Zufall gelang es aber nicht, ben Zug, ber ausgenommen werden sollte, vor dem gefesselten Bahmvärfer, wie bcabfidtigt war, zum Stehen zu bringen, er Tuftr oielmehiz einige Meter weiter unb zermalmte ben Wehr- loien. äic Staatsaiuvaltschast beschlagnahmte sofort den Film, der den ganzen Vorgang deutlich zeigte, und benutzte ibn zur Feststellung des Tatbcftanbed. Häufig werden Schauspieler auch bei ^Ausnalmie von Kriegsbildern burch scharfe Schüsse oder durch unerwartete Explosionen verletzt, aber auch die Photographen entgehen manchmal, z. B. bei Ausnahmen von wilben Tieren, mit tttapper Not dem Tobe. Für den Unternehmer spielen die hohen «summen, die er ben für solche Wagnisse sich hergebenden Schau- fpielern und Photographen bezalilen muff, keine Rolle, denn dafür erzielt er wieder einen außerordentlichen Gewinn, wenn er dem Prchlikuin etwas bietet, das alles übersteigt, was vorher dagewesen war.

Gut Hohl! Gut Hohl! Das ist nicht etwa ein Druck- fehler, ein verstümmeltes Gut Holz!, sondern es heißt wirklich io:_ Gut Hohl! Man darf ruhig tausend gegen eins wetten, dal/ der geivöhnliche Staatsbürger nicht hwauSbekommen wirb, was bie beiben Worte bedeuten. Vielleicht >oird ein phaMassvoller Leser an das Hohlschleifen denken und einen Sportruf aus der Gegend von Solingen daraus konstruieren: er ist voUständig aus berrr 5)olzwegc Tic Deutung ist vielmehr folgende: Manche oder richtiger^ viele Leute sind Liebhaber von Kanarienvögeln und ergö. cn sich an ihrem Gesänge. Aw begehrtesten sind unter den gefieberten Sängern die sogenannten Hohlroller, die be­sonders angenehm ins Ohr klingen. Wie jede Liebhaberei hat auch diese zu Verein^ Zündungen geführt, nnb es gibt eine ganze Reihe ber Vereine von Kanaricnvögelzüchtem. Einem' Verein in einer mittelbeutscheu Stabt blieb es Vorbehalten, bic Entdeckung desGut Hohl" zu mackwn. Er entlehnte von den Hohlrollem das erste Wort unb verband es mit dem üblichenGut". So entstand das scheußlickwGick Hohl", das bem! betreffenden Verein anscheinend so gut gefallen hat, daß er es zu seinem Vereins- namen erkürte. Wenn die Methode NachalLmer finden sollte, könnten wir schließlich iwch erbauliche Dinge erleben. Das für die Brief­markensammler vorgcschlagcneGut Papp" Würbe ben Reigen toürbig anführen.

Eingesandt.

[Für Form und Inhalt aller unter dieier Rubrik stehende» SfrtiM übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Eiießeu. Weil unser Kaiser wieder zu uns kommt, werden auch die Straßen in der Nähe ber Stadt wieder etwas ausge- bcssert. Traurig erweise ist babei zu bemerken, baß in ber Frankfurter Straße ein in ber vorigen Woche erst frisch chauffiertes Wegestück für kaiferliche Autos passierbar gemacht werben muß baburch, baß man sämtliche in bieseS Stück fallenbe Verschlußbeckel ber Kanalisation etwa 15 Zentimeter hoch mit Erbe unb Kleinschlag auffüllt. Für sonstige Fuhrwerke sinb biese ticfliegcnbcn Deckel ebenfalls ftörenb, ber Fehler, der auch s Zt. in ber Robheimcr Straße äußerst unangenehm zu ernp- finbttt war, sollte eigentlich von unseren Wegebaurneiftern all­mählich übenvunben werben können.

Meteorologisch^ Beobachtungen der Station Sieben.

Höchste Temperatur am 21. bis 22. April -l- 17,1*0.

Niedrigste , 21. , 22. - + 2.0*0.

Niederschlag: 0,0 mm.

Zlpril

1913

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur i der Lust

Absolute Feuchlusieil

Relative Feuchtigkeit

ßmu(pu

Windstärke

Grab der Bewölkung in Zehntel ber sichtd. Hiinmelofl^

Wetter

22.1 256

750.3

16,8

50

35

NE

-

0

Sonnenschein

22. 914

750,0

109

46

48

ESE

2

0

Klarerpimmel

=T

749,4

7,5

5,1

66

N

4

0

Sonnenschein

önTern Zwülingshmdem

Martha unb Grete, die gesunb, ober zart auf die Welt kamen, batte unser Arzt von ihrem 11. Monate an Scotts Emulsion zu ihrer Sträftigung verordnet. Es war^wirklick? eine Freude, zir sehen, wie sich die beiden barauihin von Tag zu Tag Iferausmacksten, wie ihr Appetit sich stänbig besserte und die Gesichtsfarbe frisch unb rosig wurde. Von ber Zahnzeit spürten Weber sic noch wir etwas, beim bic Kinder, von denen jedes jetzt 8 Zähnckfcn bat, waren nie unruhig oder verdrießlich, fonbern immer gleichmäßig munter. Mit 12 Monaten begannen die Kleinen ihre Gehversuche, unb nach kurzer Zeit konnten beide ganz allein laufen. Die Kinder sind jetzt 16 Monate alt unb haben sich nicht nur körperlich, foitbcm auch geistig überraschend entwickelt. Scotts Enrulsion nehmen sie nach wie vor sehr gern und greifen mit beiden Häub­chen nach bet Flasche, denn jebes will zuerst seinen Löffel voll haben.

Siegen, Wests. den 28. August 1911. (gez. Adolf P»tz.)

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