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28.6.1913 Erstes Blatt
 
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giftet Abt. A wurde hnüt rhard Metzger Nachfolge. ) zu Gießen, eingetroptn. Heinrich Driesch zu @i^r. ni 1913. i8

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Die heutige Nummer umfaßt 24 Seiten.

erhitzt aus der Wohnung ins Freie trat, n>ar das Wetter nm- geschlagen, ich bemerkte sofort ein Frösteln, und am nächsten oder übernächsten Tage hatte ich meinen Katarrh." Dieses Frösteln, welches als Zeichen der Erkältung angesprochen wird, ist nichts anderes als eine *

bereits stattgehabten Infektion. .. . . .

freier zu beobachten, wein, daß dem Ausbruche des Schnupfens nicht selten schon mehrere Tage ein Unbehagen, Empfindlichkeit

Tageskalender aus dem Jahre 1813.

2 8. I ii n i. Der verdienstvolle preußische General Gebhard David von Scharnhorst stirbt an den Folgen seiner Verwundung bei Großgörschen in Prag.

Donnerstag in der Kammer nochmals einen rednerischen Sturm 'gelaufen. Er verwies aufdie Pläne des Nachbar > Volkes"; da die deutsche Armee 870000, die französische gegenwärtig höchstens 480000 Mann zähle, so müsse diese <te geschlossen werden Herr Barthou verlas auch eine Er­klärung des deutschen Kriegsministers, daß cs nötig sei, Frankreich schnell einen entscheidenden Schlag bcizubringen, um sich dann gegen Rußland wenden zu können. So hat also Herr v. Hceringen die Quittung für seine undiploma­tische Aeußerung erhalten, für deren Gel>eimHaltung er unbedingt hätte Sorge tragen müssen. Solche Momente versagen in der französischen Volksstimmung nie ihre Wir- fung, und cs ist kaum zweifelhaft, daß Herr Barthou für fein Gesetz eine Mehrheit erhält. Am gestrigen Freitag verbesserte er seine Aussichten noch durch die auf allen Bänken mit Beifall begrüßte Mitteilung, daß die neuen Opfer für die Verlängerung der Dienstzeit zur unvermeid­lichen Folgeeine Steuer auf den erworbenen Reichtu m" haben würden. Wird es sich da auch um eine Berrnögenszuwacljssteuer handeln wie in Deutschland? In Frankreich, dem Lande der Rentner, würde damit frei­lich fein so harter Schlag gegen das Wirtschaftsleben ge­führt werden wie in Deutschland, weil Handel und In­dustrie dort doch nicht in solch aussteigender Entwicklung sich befinden wie auf deutschem Boden.

gegen Temperaturunterschiede, leichter Kopfschmerz usw. ooraus- gehen. Sie beruhen aus Gistwirlungen der infektiösen Keime; die örtliche Reaktion der Schleimhaut folgt.erst nach. Sehr viel häufiger als durch Erkältung entsteht der Schnupfen durch Heber- tragung von Person zu Person, er geht durch die ganze Familie, einschließlich der Dienstboten, besonders, wenn sie eng Zusammen­leben.

Aehnlich steht es auch mit rheumatischen Krankheiten, deren wahrer Ursprung uns zwar zum größten Teile noch unbekannt ist, die aber sicher ebenfalls mit infektiösen Ursachen in engem Zusammenhang stehen. Jeder Rheumatiker bestätigt es, daß kalte Zugluft und Feuchtigkeit seine Schmerzen Hervorrufen oder ver­stärken, während trockene Wärme sic mildert Es ist ihm deshalb selbstverständlich, daß jein Leiden auf Erkältung beruht, aber er irrt; die Abkühlung steigert nur ein Anzeichen des Leidens, nämlich die Schmerzen: das Leiden selbst besteht auch unter der schmerzlindernden Wärme weiter, bereit, sich jederzeit trott neuem zu melden. Hier Ivie fast überall ist der Irrtum des Laien darauf zurnckzusühren, daß er Krankheit gleich Schmerzen seht. Der Durchschnittsmensch hält sich so lange für gesund, als er keine Schmerzen bat, und lernt häufig erst später ein sehen, daß viele und gerade die gefährlichsten Krankheiten, wie Tuberkulose, Krebs, schmerzlos entstehen und selbst schmerzlos verlaufen kön­nen. Der Schmerz ist oft nur ein einzelnes, sehr bedeutungs­loses Zeichen, und nickt der maßgebende Ausschlag, zu dem ihn der Kranke selbst macht.

Hodler nicht! Ein Scherzwort des Kaisers, das aber für die Kunst auch seine ernste Bedeutung hat, wird in Han­nover erzählt. Es war während der Hannoverschen Festwoche, deren Glanzpunkt die Einweihung des neuen Rathauses bedeutete. Die Hannoveraner haben den erfreulichen Mut gehabt, für die Ral- hauswände ganz moderne Fresken von H o d l e r und auch von F-ritz (frier zu bestellen. Und sie hatten soviel Selbstbewußt sein, den Kaiser mm zur Besichtigung der Werke dieser Künstler zu führen, obwohl sie mußten, wie wenig die neue Richtung Wilhelm II. paßt.

Der Kaiser kam, sah und sagte nichts. . . Bis er im Festsaal des Rathauses auf eine Wand stieß, die merkwürdigerweise noch unbemalt war . .

Was kommt denn da noch hin?" fragte er dann den ihn be­gleitenden Stadtdirektor von Hannover.

Das Bildnis Euer Majestät!" war die Antwort.

.Der Kaiser lachte.

Da bitte ich aber: nicht von Hodler!"

Eine griechische Note an Bulgarien.

Athen, 27. Juni. Ter griechische Gesandte in Sofia über« gab heute der bulgarischen Regierung eine Note, welche gegen­über dem Versuch der bulgarischen Negierung, die Verantwort­lichkeit für die schwierige Lage und die blutigen Kämpfe zwischen den beiderseitigen Truppen auf die griechischen Truppcmuisamm- langen zu wälzen, zunächst darauf hinweist, daß schon am 19. Febr., als die meisten griechischen Truppen in Epirus standen, bulgarische Truppen mit Artillerie die Gricckxm bei Nigritta angegriffen hätten. Sckon damals wäre auf Anregung von Athen ein ge­meinsamer Ausschuß ernannt worden, um einen modus vivendi in den Bezirken, wo die beiderseitigen Truppen in Berührung standen, zu verabreden. Trotzdem wären die Bulgaren quer durch die griechischen Stellungen im Pangüongebirge vorgerückt. Die auf die griechischen Bescl)werden erlassenen Befehle, Halt zu machen, wären von den bulgarischen. Truppen nicht befolgt worden. Im Gegenteil hätte das bulgarische Oberkommando seine mazedonischen Truppen zwischen Kowalla, Darian und Gab- nili von Ende Marz an binnen drei Wochen vvn 19 000 auf 60000 verstärkt, wonach blutige Zusammenstöße ganz natürlich gewesen wären, wie der Versuch der Bulgaren vom 8. Mai, die Griechen aus Pangäon zu vertreiben. Es war von An sang an das Be­streben des bulgarischen Oberkommandos, den Griechen stets mit den gleichen Truppenstärken zur Seite zu bleiben, und so ein effektives Kondominium in den besetzten Gebieten zu schaffen.

Griechenland habe demgegenüber stets eine versöhnliche Haltung bewahrt und wolle deshalb auch jetzt auf die bulgariscstn Klagen über die Verfolgung von mazedonischen Bulgaren durch die griechischen Behörden nickt eingehen, da es sich einerseits nur um die Bestrafung von Verbreclvn und die Verfolgung von Banden gehandelt habe, andererseits auch Griechenland über Gewaltsam­keiten der Bulgaren gegen Griechen in Thrasien und Mazedonien mehrfach Klage führte. Tie Antwort der Regierung in Sofia lasse den griechischen Vorschlag, den Truppenbestano der Verbündeten in Mazedonien herabzusetzen und so eine heilsame Entspannung herbeizuführen, nur uni er der Bedingung zu, daß Griechenland damit einverstanden fei, daß die bulgarischen Truppen

Erkältung als Krankheitsursache.

Und woher kommt nun meine Krankheit?" Das ist die stereotppe Frage, die der Patient dem Arzte vorzulegen pflegt, wenn dieser durch seine Untersuchung irgend welche Krankheiw erscheimingen an feinem Körper festgestellt hat. Ja, woher kommt die zßrankheit? Die Frage ist leichter gestellt, als beantwortet, und bei- Haller Geheime Medizinalrat Professor Dr. Adolf Schmidt setzt in einem fesselnden Aussatze überwahre und vermeintliche Krankheitsursachen", der soeben im Juliheftc der bei der Deutschen Verlagsanstalt in Stuttgart erscheinenden Deutschen Revue" zur Veröffentlichung gelangt, auseinander, auf welche Schwierigkeiten die Beantwortung der Frage nach den Krankheitsursachen stößt, und wieviel irrige Meinungen hier­über in der Laienwelt noch verbreitet sind.

Das beliebteMädchen für alles" auf diesem Gebiet ist noch immer die Erkältung, die bei vielen Krankheitsfällen die Rolle des Karnickels spielen muß. 'Ihre früher unbegrenzte Bedeutung in der Feststellung der Kranlheitsursacken hat freilick, wie Professor Schmidt heroorhebt, seit der Zeit der Infektionskrankheiten er­heblich gelitten, aber es gibt noch viele Leiden, über bereit Entstehung wir nicht viel wissen, und gerade für diese bildet dann die 'Erkältung den Lückenbüßer. Daß eine unerwartete Ab kühlung, besonders zu einer Zeit, wo der Körper, wenn man so sagen soll, nicht darauf vorbereitet war, wo die natürlichen Sckutzvvrrrichtungen der Haut Zusammenziehung der Hautmuskeln, Blutleere durch Verengung der Gesäß', Gänsehaut nicht tadellos funktionieren, Störungen im Körperhaushalt Hervorrufen kön­nen, wird niemand bestreiten wollen. Sicher ist aber andererseits, daß die gewöhnlichen Erkältungskrankheiten: der Scknupfen, bi: Halsentzündung, Katarrhe der Luftwege ufro. im wesentlichen infektiöser Natur sind, daß fie also auf Bakterienansiedlung be­ruhen ober zum mindesten durch diese unterhalten ,verden. Kann eine Abkühlung, ein Windzug, ein Wetterumfcklag, ein kalter Trank den Organismus so um stimmen, daß unter ihrem Einfluß die Mikroben, die ihn beständig bedrohen, plötzlich festen Fuß fassen können? Dieses Problem ist noch nicht gelöst. Man nimmt heute als das wahrscheinlichste an, daß die Herstellung ckmnischer Alwehrstoffe, der sogen. Antikörper, durch Erkältung gestört wird, aber auch hier bewegen wir uns noch auf dem Boden der Hypo­these. Jedenfalls ist die Erkältung a l s solch e nnsckäd sich, wenn nicht noch etwas hinzukommt, nämlich die Infektion. Es ist ja klar, daß wir uns hundertmal Erkältungseinflüssen äus­seren, ohne zu erkranken: nur ganz ausnahmsweiseholen" wir uns was dabei. Polars.'rscher, Seeleute und Bewohner des Hoch­gebirges. die ständig mit schweren Witterungsschäden zu kämpfet» haben, bleiben nicht etwa deshalb von Erkäuungskrankheiten ver­schont, weil fie ach-!.härtet >ind, sondern weil die gefährlichen Bakterien in den dünn bcvölicrten Gegenden die Luft viel we­niger verunreinigen.

Nicht selten geben Laien den Augenblick, wo sie sich erkältet zu haben glauben, ganz genau an, aber sie machen dabei einen bemerkenswerten Trugschluß.An dem und dem Abend, als ich

leickte Fieberbewegung, das erste Zeichen einer en Infektion. Wer gelernt bat, sich vorurteils-

örtcrungen gepflogen worden, deren Ergebnisse von beiden Regierungen mehrfach mit Genugtuung erwähnt worden fiiw. Es hat sich dabei um die Bagdadbahn frage gehandelt, über welche gerade jetzt der WienerPolit. Korrespondenz" von englischer Seite optimistische Mitteilungen gemacht wur­den. Es heißt da, daß England gegenwärtig bereit sei, der Bagdadbalm-Gesellschaft größere Zugeständnisse zu machen, als es vor zwei Jahren der Fall' war, da die Bagdadbahn-Gesellschaft den bekannten Vertrag mit der Türkei schloß. Wenn nun berichtet wurde, daß Herr Pichon, der französische Minister des Auswärtigen, und der fran­zösische Botschafter Eambon mit Sir Edward Grey und Sir Arthur Nieolson über beiderseitige Interessen in der Türkei sehr lange und eingehend verhandelt hätten, so darf dem gegenübergestellt werden, daß der WienerPolit. Korr." aus London erklärt worden ist, England habe nicht den geringsten Anlaß oder Wunsch, daß die deutschen Inter­essen in' der asiatischen Türkei einen Rückgang erführen. Immerhin müssen der deutschen Regierung diese Dinge fortan näher liegen, als die ja freilich aus allgemeinen Gründen erstrebenswerte Sicherung des Friedens auf dem Balkan, zu der die deutsche Mitwirkung gewiß nicht versagt wird. Gerade in der Bagdadbahnfrage vermag Deutschland am ehesten zu erkennen, wohin Sir Edward Grey seinen Kurs zu nehmen geneigt ist.

Es trifft sich eigentümlich, daß zur selben Zeit, in der Herr Poineare an den freundlichen Kundgebungen des eng­lischen Volkes sich erfreute, in der französifäzen Kammer der 'Abgeordnete Leygu.es, der für die dreijährige Dienstzeit eintrat, den Ausruf tat:es fei zweifellos ein Unglück für die Welt, daß Frankreich und Deutschland uneinig seien; welch ein Glück wäre ihre Einigkeit! Aber die geschichtlichen Erinnerungen lasteten auf Frankreich mit allen ihm durch Generationen vererbten Pflichten!" Sind solche Aus­sprüche nicht in gewissem Sinne ein Achtungserfolg, den die deutsche Politik der letzten Zeit davongetragen hat? Auf die Franzosen kann es nicht ohne Eindruck geblieben fein, daß der deutsche Reichstag die neuen Wehrforderungen der Regierung ohne vieles Feilschen angenommen hat. Wenn in Berlin eine Politik der Zagheit und Schwäche geführt würde, wäre die Wirkung im Westen wohl eine ganz andere! Man würde dort dieererbten Pflichten" zur Ausführung zu bringen suchen, während bei der gegenwärtigen Haltung der' deutschen Regierung und des deutschen Volkes der fran­zösische Patriot geheime Wünsche der oben erwähnter, Art tn sich aufsteigen fühlt. Noch einmal wendet Frankreich alle seine Kräfte dran, mit dem deutschen Heere Schritt zu halten. Ter Kampf um bie dreijährige Dienstzeit ist hart und schwierig. Wochenlang hat sich der Ausschuß der Kammer darüber gestritten; seit dem 16. Juni hat die Kammer selbst den Stoff in Beratung genommen, und sie soll' sich nun nicht nur über die Regierungsvorlage, sondern auch über etwa 150 Gegenentwürfe und Verbesserungsvorschläge schlüssig werden. Dabei nimmt die Agitation gegen das Gesetz im Lande seinen Fortgang. Erst am Donnerstag haben in Paris wieder 3000 Personen gegen das Gesetz protestiert, und darunter befanden sich sogar drei Generale außer Dienst! Kein Wunder, daß die Regierung ihre An­strengungen, das Gesetz durchzubringen, auf das Aeußerste steigert! So hat der Ministerpräfident Barth ou am

Noch ein Lall Hauptmann?

In Rr 174 der Frankfurter Zeitung (25. Juni, Abendblatt) stch-t unter dem Strich folgender Brief deS Herrn von Wvlzogen:

Zu dem Kapitel vom stolzen Geist unserer Zeit, wie er sich in der Breslauer Hauptmann-Affäre so Ixrrhd) ortenbartc, kann ich auch einen loschen Beittag liefern, iÄe Gießener ^tudenicm- sckaft beabsichtigte, auf dem dortigen Naturtheater heuer mein WeilrespielDie Maidraut" aufzunck.ren xie Vorderer taugsw mären soweit gediehen, daß alle künstlerischen Fragen als glücklich gelöst angesehen werden durften: um die notigen Geldmittel zu beschaffen, war es aber notwendig, sich der Beihrlw zweier Pro­fessoren der Universität und Geheimrate veriichern und diese Herren lehnten jede Unterstützung des,Plan^ "ftt der Be­gründung ab, daß mein Werkunsittlich )et Es s^ sur Stu­denten und insonderheit für junge Dcnmm au- der Mten OKull- sckjoft Gießens unmöglich, in einem wlckrn Werst nutzilwirken. Tie vielen Tausende, die seinerzeit mein Wnhnpiel im Wies­badener Nervtal oder am Darmstädter Hoftheater erlebten wer­den ermessen können, wie unsinnig gerak der ^orwuN der Un- sittlickkeit diesem Werke gegenüber ist. Es verherrlicht di. beutjd. Treue im Kampfe gegen den neuen Vorstoß Roms in der Ver- ChristcnUrms. Da li-g- der unuttluh- Hase im Pfeffer! Die Herren Geheimrate haben dajur gejorgt, daß ein dramatisch bisher unbescholtener Herr X mit der An­fertigung eines FestspielsBlücher in Gießen betraut wurde.

Öiersu sei folgendes bemerkt: Herrn von Wolzogen jmb in diesem Briefe einige Irrtümer untcrgelaufen:

1 wurde die Aufführung derMcnbraut .nickt von der Stu­dentenschaft, sondern von der Gießener Freilichtbühne geplant:

2. wurden die Herren Geheimräte nicht um pcckumare, touoern um ideelle Unterstützung gebeten: .___ .. r.T»rr

Z die Herren Geheimrate haben keinerlei Werturteil ubei WolzogensMaibraul" gefällt, insbesondere nicht daran gedacht, das Stück alsunsittlich" zu bezeichnen: . .

4. Sie haben ferner nicht behauptet datz es nir ^tuK-utcn und insonderheit junge Damen aus der guten Ge'tlfichoft Gießms , unmöglich/' sei,in einem solchen Werke "nN-uwirken ^ lediglich der Meinung, d-b

bie Rolle der Maibrant von einer rnngen -tarne ber Gesellschaft spielen zu lassen, da Zuicbarier von_ un,>.rrtirfx ub künstlmscheni Urteil, die sich nicht laßen^die^E

billigen könnten, was ganz gegen das unteres,c der xoritäienn ^5^ Herren Geheimrate wissen bis zur Stunde nichts davon,daß ein dramatisch mibescho.lten^ Herr X mtf fertigung eines F-estfpiels (Blücher nt Gießen) wraut wurde .

Gießen, den 28. Juni 1913. »ernbetf.

Tie Entrüstungsstimmung, m der sich Derr .von Woogen öeiunben haben mag, redmcrhgt es doch wohl nicht, tn pld)er Weise die Tatsachen durcheinanderzrychieben.

politische Wochenschau.

Gießen, 28. Juni.

Tie Trinksprüche, die zwischen dem König von England und dem Präsidenten von Frankreich gewechselt worden sind, haben keinerlei Ueberraschungen gebracht. Warum hat Herr Poincars die Reise über den Kanal überhaupt angetreten? Er hat in feinem Trinkspruch mit Nachdruck die herzliche Einladung des Königs Georg hervorgehoben, und es hatte beinahe den Anschein, als wolle der lebendige und wort- kundige Franzose aus der etwas zerstreuten und nichts ge­fährdenden Redeglut seines königlichen Gastgebers möglichst helle Flammen herausblasen. Und doch kam auch er in der Sache über ein paar freundschaftliche Phrasen kaum hinaus. Man kann es sich kaum vorstellen, daß der Präsident Poin- carc ohne die geheime Hoffnung nach London gefahren sei, das britische Reich als Bundesgenossen gegen Deutsch­land enger an sich zu fesseln. Das ist doch heute im Zeichen der Wehrvorlagen eigentlich ein sich zuerst auf­drängender Gedanke. Das englische Königspaar hat vor einigen Wochen in der deutschen Reichshauptstadt geweilt, imb so bedurfte Frankreick) einer gewissen Revanche für dieses Zugeständnis" an seinen Gegner. Tie Diplomatie arbeitete, und Herr Poineare bezeichnete das Ergebnis als die so freundschaftlich erfolgte Einladung. Aber das Verhältnis zwischen Frankreich und England ist doch nicht mehr so eng und intim wie vor ein paar Jahren; die 1904 geschlossene Entente" ist nicht mehr so ganz aktionsfähig und unter­nehmend, weil in den deutsch-englischen Beziehungen ein Umschwung sich vollzogen hat, von dem die britischen Poli­tiker für die nächste Zukunft sich noch einiges versprechen. Und so klang es aus allen Reden und Zeitungsartikeln heraus, daß Englands Freundschaft mit Frankreich keines­wegs ein anderes Volk (natürlich das deutsche) benachteilige, und wie es meist so geht, wenn man schwankende Ziele umschreiben und eine abwartende Stellung einnehmen will man versicherte, daß das Sinnen und Trachten vor allem der Erhaltung des Weltfriedens zugewandt sei. Präsi­dent Poineare wiederholte diese Klänge, und während die Unterhaltung so dahinsloß, saß noch ein unsichtbarer an­derer Gast mit zu Tische, für den die Reden auch bestimmt waren, der sich aber stumm verhielt: der Deutsche. Wir brauchen über das Ergebnis der Londoner Begegnung uns feine düsteren Gedanken zu machen, obgleich einige un­freundliche englische Zeitungen verletzende Worte schrieben und dieDaily Mail" z. B. Deutschland riet, es möge Elsaß-Lothriugen so schnell wie möglich Frankreich Zurück­gaben, das sonst nicht gut den Frieden halten könnte. Nun, die große Mehrheit der Engländer billigt solche Hetzereien nicht.

Zwischen Berlin und Loudon find, nicht nur wegen der britischen Balkanlage, friedliche und freundliche Er-

Erstes Blatt

<65. Jahrgang

Samstag, 28. Juni (913

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