Ausgabe 
3.5.1913 Drittes Blatt
 
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m. <02 Drittes Blatt

165. Jahrgang

Erscheint tiigllch mit Ausnahme des Sonntags.

DieGießener Familienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblalt für den Kreis Gietzen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit­fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Cderheffen

5amstag, 3. Mai 1915

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Univerftläts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e=^51.

Redakt'wn:T^l12. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

Der Uaiser md der Erinnerungrtag von Groß Görschen.

Döberitz, 2. Mai. Der Kaiser erschien heute morgen nach 5 Uhr -auf dem Truppenübungsplatz und nahm ein-e Besichtigung des einen Bataillons des 1. Garde-Regi- ments zu Fuß vor. Hieran schloß sich eine Gefechtsübung des 1. Garde-Regiments, der Gurdejüger und des Regi­ments Gardes du Corps gegen einen markierten Feino, den das 3. Garde-Regiment stellte. Es folgte der Vorbei­marsch der beteiligten Truppenteile. Hierauf hielt der Kaiser eine Ansprache un das 1. Garde-Regiment aus Anlaß des hundertjährigen Gedenktages der Schlacht bei Groß- Görsch-en. Der Kaiser kehrte nach 11 Uhr nach dem Neuen Palais zurück.

Auf dem Truppenübungsplatz waren auch die Kaiserin, die Prinz-essin Bittoria Luise und Prinz Ernst August, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, anwesend. Das Gerücht, wonach der Kaiser mit Rücksicht auf die poli­tische Lage seine Reise nach Wiesbaden und Frankfurt a. M. abgesagt habe-, ist unrichtig.

preußischer Herrenhaus.

Berlin, 2. Mai.

Zu Beginn der heutigen Sitzung erstattete Graf v. Hutten- C z a p s k i den Bericht des Matrikelausschusses. Danach sind für das Herrenhaus gegenwärtig 389 Berechtigungen auf Sitz und Stimme, die königlichen Prinzen ungerechnet, vorhanden, und zwar 116 erbliche Berechtigungen und 273 Berechtigungen der auf Präsentation Berufenen. Davon ruhen 47 Stimmen; 3 stÄnMberechtigte Mitglieder sind bisher noch nicht in das Haus eingetreten. Tas Herrenhaus zählt also zurzeit 339 Mitglieder.

Es folgt die Beratung des Entwurfs eines Ausgrabungs­gesetzes. Berichterstatter Prof. Dr. Bus; empfiehlt die An­nahme des Entwurfs in der vom Abgeordnetenhaus beschlossenen Fassung. Er empfiehlt außerdem' namens des Ausschusses eine Entschließung, in der die Regierung ersucht wird, dafür zu sorgen, baß bei der Verteilung von Gelegenheitsfundei» von 'kultur- öder naturgeschichtlicher "Bedeutung, die bei den Anlagen von staatlichen Werken, wie Kanälen, Eisenbahnen, Wegen und ähnlichem ge­macht werden, die örtlich interessierten Museen, insbesondere die Universitäten und Provinzen, in höherem Maße als bisher berück­sichtigt werden. Es zeigte sich bald, daß das Gesetz im Hause nur mäßigen Sympathien begegnete. Man beschäftigte sieb stunden­lang und sehr gründlich mit ihm und hatte vielerlei Ausstellungen zu machen. Verschiedene Herren erzählten mit großer Weitschweifig­keit allerhand seltsame Fund- und Ausgrabungsgeschichten zur Stützung ihres jeweiligen Standpunkts. Schließlich wurde das Gesetz nebst der Entschließung aber doch angenommen, jedoch mit Abänderungen lStreichung der Gelegenheitsfunde), so daß die Vorlage an das Abgeordnetenhaus zurückgehen muß. Dann wandte sich das Haus noch in vorgerückter Stunde der Ost- markenvorlage zu._____________________________________________

AAS ßeRctt.

Die Maitagnng der Zweiten Kammer.

rb. Darmstudt, 2. Mai. Die Zweite Kammer der Land stände wird am 20. oder 21. Mai zu einer kurzen Tagung zusammentreten, in welcher eine größere Anzahl von den Ausschüssen zur Plenarberatung fertiggest^lltcr Gcigenstände erledigt werden soll. An den Schluß der Kammertagung wird sich ein größerer Aus- flug der Kammer und Regie run gs vertret er nach Oberhessen anschließen. Der Ausflug soll mittelst Sonderzugs nach Schluß der Sitzung am 23. Mai zunächst nach Bad-Nauheim erfolgen, von wo ait§ am Nach­mittag auch in Friedberg verschiedene Besichtigungen staatlicher Bauwerke stattfinden. Für den Abend ist ein geselliges Beisammensein im Kurpark zu Bad-Nauheim 'ge­plant. Nach der üebernachtung in Nauheim erfolgt am Vormittag des nächsten Tages eilte gemeinsame Fahrt nach der staatlichen BraunkohlengrübeL u d w i g s h o f f n u n 9" bei Wölfersheim und Besichtigung der Oberhessischen Elek- trizitätszentrale bei I n h e id e n; am Mittag geht die Fahrt dann weiter nach Bad-Salzhausen, wo im Kurhaus ein gemeinsames NUttagsmahl statt find en wird.

Heer uub Flotte.

D i e Marschleistung des Jnfanterie-Regts. Nr. 13 2. Um den übertriebenen Zeitungsberichten entgegen­zutreten, ersucht das Generalkommando des 15. Armeekorps um Aufnahme folgenden, dienstlich sestgestellteu Tatsachen­berichtes: Bei den am 29. April d. I. abgehaltenen Hebungen des Regiments Nr. 132 e r kr a n k t en 2 8 M an n a n M a r s ch- ohnmacht. Davon wurden 18 in das Lazarett ausgenommen, 10 Leichtlranke blieben in der Kaserne in Revierbehandlung. Bei zweien der Lazarettkranken lag der Verdacht auf Hitzschlag vor. Das Befinden sämtlicher Mannschaften war schon am 30. April, morgens, zufriedenstellend, und auch bei den beiden zuletzt erwähnten Leuten nicht mehr besorgniserregend. Auch heute befinden sich die Leute wohl. Neue Zugänge sind nicht vorgekommen. Die höchste M a r s ch l e i st u n g hat 33 Kilo­meter, bei einzelnen Kompagnien nur 21 Kilometer betragen. Die Mannschaften wurden mittags bei Lampertsheim während einer mehrstündigen Rast aus Feldküchen gespeist. Die Ursache der Marscherkrankungen liegt lediglich in der unvermittelt schnell e i n s e tz e n d e n großen Hitze, an die die Mann­schaften noch nicht gewöhnt waren.____________________

Die Maifeier der Sozialdemottaten in Wilhelmshaven.

Wilhelmshaven, .2. Mai. Als gestern morgen der Maifestzug in der Nähe der preußisch-oldenburgischeu Grenze in .einem Lokal in Rüstringen z-usamMentrat, stellten sich aufWilhelMs- havener Seite Schutzleute zur Sicherung des Verkehrs auf. Als sich der Zug der Bismarckstraße näherte, machte ein Polizeikom- wissar mit lauter Stimme bekannt, daß das Betreten der Göker- straße, die zur Kaiserlichen Werft führt, verboten sei: dagegen sei es erlaubt, in die Bisntarckstraße einzubiegen. Ta die Menge das Verbot mit Lachen und höhnischen Zurufen aufnahm und an der Straßenkreuzung der Verkehr sich in störender Weise staute.

forderte der Kommissar zum Auseinandergehen auf, widrigenfalls von der Waffe Gebrauch gemacht werden müsse. Da die Menge keine Miene machte, der ersten Aufforderung zu folgen, wiederholte der Kommissar den Befehl und befahl, als die Teilnehmer des Umzuges versuchten, die Schutzmannskette gewaltsam zu durch­brechen, mit blanker Waffe vorzugeben. Hierbei wurden sechs Personen leicht verletzt. Die erregte Menge ging unter heftigen Schimpfreden und Majestät^eleidigungen auseinander und be­warf dabei die Beamten mit Steinen. Ein Schutzmann wurde niebergetoorfen .und Mißhandelt. Verhaftungen wurden nicht vor­genommen.

Aus Stadt unö Fand.

Gießen, 3. Mai 1913.

* D i e O b e r b e s s i s ch e Gesellschaft für Natur- u n b Heilkunde (Naturwissenschaftliche Abteilung) hält eine wissenschaftliche Sitzung aw Mittwoch, 7. Mai, abends 81/2 Uhr im Hörsaale des Mineralogischen Instituts, Ludwiq- straße 23, 1. Stock, ab. Tie Tagesordnung lautet: 1. Vortrag des Privatdozenten Dr. Vogel von Falcken- Jt ein: Einige Faktoren der B 0 d e n fru cht b a r ke it m i n e ral- stoffarmer Waldböden (Buntsandstein). 2. Professor Kaiser: Vorlage von neuen Mineral send ungen aus Deutsch-Südwestafrika (Diamant, Beryll u. a.1 Gäste ivillkommen.

** Studentische Un terrichtskurse. Mit dem nächsten Montag (5. Mai) beginnen hier wieder die Studentischen llnterrichtskurse, und zwar in Deutsch (Mon­tags) , Rechnen (Dienstags), Geographie (Mittwochs im Geogr. Institut Brandplatz 4II), Französisch (Donnerstag, Englisch (Freitag). Tie Kurse finden in der Universität Punkt V29 Uhr abends statt (ausgenommen Geographie). Die Kurse wollen Männern und Frauen der erwerbstätigen Bevölkerung von Gießen und Umgegend Gelegenheit geben, sich in Elementarfächern und Sprachen weiterzubllden. Auch sollen Vorträge und Führungen mannigfacher 9lrt den Hörern geboten werden. Hoffentlich benutzen recht viele diese Ge­legenheit, zumal die Kurse außer einer Einschreibegebühr von Mk. 0,50 für jeden Kurs k 0 stenl0 s sind. Die Kom­militonen seien auch an dieser.Stelle gebeten, sich als Leiter, bezw. Helfer an den Kursen zu beteiligen, und an ihrem Teil zu dem Gedeihen der Kurse beizutragen. (Auskunft erteilt ihnen gern der Obmann August Dell, Riegelpfad 251.)

Landkreis Gießen.

Steinbach, 2. Mai. Das Ehepaar Hch. Reusch- ling, hier, feierte im Kreise feiner Angehörigen das Fest seiner goldnen Hochzeit. Abends brachte der Gesang­verein Eintracht dem Jubelpaar ein Ständchen. Möge es dem Ehepaar vergönnt fern, noch viele Jahre körper­lich und geistig frisch im Kreise seiner Familie zu verleben.

= O b b vrnh 0 fen, 2. Mai. Bvm 17. ?lpril ist unseve Straßenbeleuchtung an der elerktrischen Ueber­landzentrale Wölfersheim angeschlossen. Vom 23. waren die meisten Hausanschlüsse angeschlossen. Jeder­mann bewundert das schöne Licht. Mancher meldet jetzt noch an. Am Mittwoch abend hatten wir ein starkes Gewitter, bei dem es vermutlich in die Straßenleitung einschlug. Sämtliche Straßenlaternen -gingen aus.

Kreis Lauterbach.

Lauterbach, 2. Mai. Die Jun gv iebweide der Landwirtschaftskammer bei Lauterbach wurde heute für die diesjährige Weideperiode geöffnet. Zum Auftrieb' waren 3 7 Rinder und 2 4 Fohlen gemeldet, die auch sämtlich kamen. Auch in biefein Jahr hat sich der trockene Sommer von 1911 wieder recht fühlbar gezeigt, da durch den ein- aetretenen Futtermangel keine Nachzucht vorhanden ist, was Die geringe Zahl der aufgetriebenen Rinder, gegen 50 int Vorjahre und 90 im Jahre 1911 aufweist. Die Zahl der Fohlen ist um drei gegen das Vorjahr gestiegen. Die letzten warmen Tage kamen dem Graswuchs sehr zu statten, so daß die Weidegelegenheit für das Vieh.sehr günstig ist.

Blitzenrod, 2. Mai. Bei 'der hiesigen Bei­geordnetenwahl haben von 50 Stimmberechtigten 37 Wähler abgestimmt. Der seitherige Beigeordnete Gast­wirt Johs. Möller erhielt 18, und Landwirt Thomas Stock 19 Stimmen. Letzterer ist somit auf neun Jahre zum Beigeordneten der hiesigen, zur Bürgermeisterei Frischborn gehörigen, Mialgemeinde gewählt.

Kreis Friedberg.

* Fried berg, 2. Mai. Seit langen Jahren werden alle größere Festlichkeiten in Friedberg, dem Mittelpunkte der Wetterau, gut besucht. Auch für das Reiterfest ist der Vorverkauf, besonders der nummerierten Stuhlplätze, sehr gut, zumal der Vorstand eine gedeckte Tribüne und einen gedeckten Sattelplatz, die zusammen mindestens 1200 Personen aufnehmen können, bauen läßt. Weiter gehört zum Gelingen eines Reiterfestes eine gute Besetzung der verschiedenen Nennen. Die Anmeldungen laufen ebenfalls gut ein. Der Verein hat, da nur Mitglieder sich beteiligen können, in letzter Zeit eine größere Anzahl neuer Mitglieder erhalten und es wäre wünschenswert, wenn die Anmeldungen bald erfolgten, damit das Programm fertiggestellt werden kann. Alle Voraus­setzungen zu einem guten Gelingen eines solchen Festes haben sich bisher erfüllt, hoffen wir dann auch noch, daß der Himmel an diesem Tage uns ein freundliches Gesicht zeigt, dann können wir des besten Erfolges sicher sein. u

----- Bad-Nauheim, 2. Mai. Bis zum 1. Mai sind 319 3 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem

Tage noch 1979 anwesend waren. Bäder wurden bis zmn 1. Mai 31118 abgegeben.

Das 5. Deutsche Kaifcrprets ©cüfingen.

Frankfurt a. M., 2. Mai.

Die Stadt der Kaiserkrönungen des alten Deutschen Reiches, der Deutschen Nationalversammlung und des Frankfurter Friedens rüstet sich, die deutsche Sängerschaft zum vierten Wettstreit deut­scher Männergesangvereine um den Ehrenpreis Kaiser Wilhelms II. festlich zu empfangen. In der Halle sind tausend geschäftige Hände tätig, um ihr dm letzten Glanz zu verleihm. Die ge­waltigen Räume haben diesmal zur .Herstellung einer besseren Akustik mancherlei Veränderungm erfahrm. Der ganze erste Rang ist umgebaut und bis zur Höhe des zweiten Ranges ein großes Amphitheater geschaffen wordm, das die Kaiserloge und Preisrichtertribüne mit dem Sängerpodium in organische Ver­bindung bringt. Nebm der Kaiserkette stehen diesmal den Preis­richtern nod) 21 Festgaben zur Verfügung.

Da ist zunächst der Ehrenpreis der Stadt Frankfurt selbst zu nennen, eine große Vase im Stile Louis XVI. aus vergoldetem! Silber, die HessenberZ & Co. schufen. Schwere getriebene Lor­beergirlanden ziehm sich darüber hin, während zu beidm Seiten reiche Griffe angebracht sind. Die Vase steht auf einem grünen Sockel von Marmor mit vergoldeten Girlandm. Die Freifrau v. Bethmann, deren altem Frankfurter Patriziergeschlecht der deutsche Reichskanzler entstammt, stiftete eine Vase in zart ge­töntem oxydierten Silber mit einfach gehaltmem Schmuck in Treibarbeit. Auch diese Vase zeigt den Stil Louis XVI. und ruht ebenfalls auf grünem Marmorsockel. Zwei andere Frank­furter Patrizier, die Geheimräte v. Passavant und Andreae, stifteten silbervergoldete Pokale und Herr vom Rath eine be­sonders hübsch ausgeführte ziselierte Prunkplatte mit einer ge­ätzten Ansicht Frankfurts. Auch die Freiftaü v. Rothschild, Generalkonsul v. Weinberg, Frankfurts berühmter Rennstall- besitzer, die verschiedenen Sänger-, Künstler- und Sportvereine der Stadt sind mit kostbaren Ehrengaben vertreten. Von aus­wärtigen Spenden seien noch die des Landgrafen von Hessen und des Herrn Albrecht Pagenstecher-New Port genannt.

Im Mittelpunkt des Interesses steht naturgemäß der Kaiser­preis, die vielgenannte und aus Anlaß ihrer kürzlichen Ent­wendung und Vernichtung vielbesprochene Kaiserkette, die nun in neuem Glanze erstrahlt. Sie lehnt sich der Form nach an die alten Ehren- und Ordensketten an. Der Entwurf erinnert an die reizvollen Goldschmiedearbeiten der fränkischen Perioden. Die Kette selbst besteht aus jeweils drei verschiedenen Gliedern, von denen eins eine kleine Harfe, von einem Eichen kränz chen umrahmt, zeigt. Das nächste viereckige Zwischenglied trägt in der Mitte den deutschen Adler mit Rubinen besetzt: Goldspiralen bilden den Uebergang zum folgenden Glied, das wieder von Eichen- kränzen umrahmt auf der einen Hälfte die Namen der hervor­ragendsten deutschen Liederdichter: Uhland, Arndt, Brentano, Körner und Sckieffel, die andere Hülste die Namen der be­deutendsten deutschen Liederkomponisten, wie Brahms, Schumann, Schubert, Jensen und Koschat, zeigt. In der Mitte der Kette ist ein Schildchen angebracht mit dem Spruch:Im Liede stark. Deutsch bis ins Mark". Darüber zwei germanische Schwerter, durch einen Lorbeerkranz verbunden. An diesem Schild hängt an kräftigen Oeseit das Kleinod mit dem Bildnis des Kaisers in einem Kranz von deutschen Adlern und Eichenlaub, darunter die Inschrift:Wilhelm II., Imperator Rex". Drei Edelsteine, eilt schwarzer, ein weißer Diamant und ein Rubin, die Farben des Deutschen Reiches, bilden den Abschluß. Links und rechts befinden sich zwei Kettchen aus gefaßten ^Rubinen, den kaffer­lichen Purpur versinnbildlichend. Den Schluß der Kette bildet eine thronende geflügelte Viktoria, die mit gespreizten Armen den Sängern den Lorbeerkranz entgegenhält. Die ganze Kette ist in verschiedenen Goldtönen gehalten und neben Gold sind rote Rubinen und am Kleinod rote Emaille verwendet. Aus- gesührt wurde die Kette nach dem Entwurf von Professor Anton S e d e r (Straßburg) in dem Atelier des Hosgoldschmieds Theodor Heiden in München.

Da insgesamt 41 Vereine an dem Wettstreit teilnehmen, so wird etwa die Hälfte aller mit einem Ehrenpreise heimkehren können, wenn es auch nicht gerade die Kaiserkette ist.

Nach wie vor ist es zu bedauern, daß viele erste deutsche Männergesangvereine sich von dem Kaiserpreiswettsingen fern­halten. Denn trotz der gewalttg gestiegenen Zahl der Vereine und Sänger (diesmal 41 mit 8486 Mitgliedern gegen 18 mit 2660 beim ersten Wettstreit in Kassel) fehlen z. B. die große Berliner Liedertafel, der unter Leitung eines Mannes wie Gustav Wohlgemut!) stehende Leipziger Mäunerckwr, der berühmte Dres­denerOrpheus", der Hannoversche Männergesangverein und viele, viele andere, die man gern int angeregten und anregenden Wettstreit mit dem Kölner Männergesangverein und dem Ber­liner Lehrergesangverein gesehen hätte, zwischen denen auch dies­mal fast außer jeder sonsttgen Konttirrenz um die Kafferkettt gerungen werden wird.

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# Preisrückgang. Stabeisen ist im Preise wieder ge* faden und notiert nach einer Meldung ans Dortmund Alk. 112. Vom belgischen Eisenmarkt wird ein starker Rückgang der Ausfuhr- vreise für Halbzeug gemeldet und zwar um durchschnittlich 4 sh. Es notieren jetzt Platinen 99101 eh, Knüppel 9798 sh und Halbzeugblöcke 9496 sh.

# D i e Friedrich Wilhelm Preußische Lebens­versicherungs-Gesellschaft setzte die Dividende auf 38 Prozent fest.

# D i e Magdeburgische Lebensversicherungs» Gesellschaft verteilt 222/3 Proz. (i. D. 212/3 Proz.) Dividende.

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