Ausgabe 
1.3.1913 Sechstes Blatt
 
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Keb ist wieder beigctrcten, so baß die Kolonne am Jahrcsschluß o zählte, darunter 12 der Abteilung Klein-Linden,

9 frühere Mttglicdor werden noch als inaktiv weitergeführt.

.Der Vorstand setzt sich zusammen: 1. Vorsitzender: Land- genchtEt Wiener, 2. Vorsitzender: Kolonnenarzt Dr Schäffer, 1. Kolormensührer: Hch. Balser, 2. Kwlonnen- und Schrift- Grümg, Zugführer und Rechner: Hrch. .Kraushaar, Zugführer: Konr. Graulich, Sektionssührer: Paul öartmann, Otto Dang, I. Germer und Adolf Mülln, Beisitzer: Hch. .Pfeiffer, L. Kratz und I. Mand.

lieber die Tätigkeit der Kolonne und wichtige Ereignisse im abgelaufenen Jahre ist zu berichten:

DieEichener §amilienb!ätter" werden dem »Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Ereisblatt Mr den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Di»LandWlrtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Hochschule für Flauen in Leipzig. Infolge des überaus starken ^Besuchs und de? rastlos fortschreitenden inneren Ausbaues der jungen Hochschule sind schon jetzt be-

Sinn für Humor haben." Rach Marjorie Boiven gibt es nur eins, was die Frau dem Manne nicht verzeiht: Willensschwäche. Physische Kraft ist vielfach reizvoll. Die vier wichtigsten Eigen­schaften eines Mannes sollten nach meiner Meinung sein: Mut, Klugheit, Heiterkeit, sympathisches Wesen, und wenn man hinzu- fügt: Liebenswürdigkeit und Edelmut, dann ist die Vollkommen­heit erreicht."Wenn man Gatten wie neue Hüte bestelle,: würde," meint Mrs. H. H. Penrose,dann würde zweifellos.jedes Mädchen verlangen, daß ihr Mann groß, stark und schön ist. 9lber wenn sie sich wirklich verliebt, so sieht sie.in dem Gegenstand ihrer Neigung etwas Vollkommenes, mag er auch klein, gebrech­lich und häßlich sein." Männer, die von Frauen zu Ehemännern begehrt werden, müssen nach ihrer Meinung haben:Gemeinsam­keit der Interessen, geduldige .Gutmütigkeit, jenen Sinn für Humor, der die Räder des Lebens ölt, und endlich Charakter­stärke." Andere der Schriftstellerinnen umschreiben anders jenes gewisse Etwas, das sie vom Manne verlangen. Sophie Cole fordert vor allem die Fähigkeit des V e r st e h e n s. Mrs. Philipp Campion nennt Ritterlichkeit die Eigenschaft, die am meisten anzieht, und May Edgington, die dem Aussehen nur ganz geringe Bedeutung beilegt, begeistert sich für einen Manu, derRomantik mit sich bringt".Die Frau null täglich ihre kleine Portion Romantik haben: es können ein paar Worte sein, ein Blick, ein Kuß, eine Berührung, eine Blume". Das Gleiche fordert Mrs. Baillie Reynolds von dem, den sie liebt, in der Fähig­keit des Mannes zu faszinieren.Sie besteht in einer gewissen Kaltherzigkeit, einer Fähigkeit, ganz unbeeinflußt von jedem Gefühl zu erscheinen." Die Selbstsüchtigen und die Llvlten haben nach iljr das meiste Glück. Es fehlt auch nicht die Frau, die int Mann den guten Kameraden sucht, und eine Menschen­kennerin definiert das Ideal in dem paradoxen Satz:Ich denke, daß wir Frauen die Art Mann am meisten lieben, von der wir zu Anfang denken, wir könnten sie am wenigsten lieben." Jene Halbgötter mit allem möglichen Tugenden würden auf die Dauer unendlich langweilig werden, während die rechte Mischung von Fehlen: und Tugenden stets von neuem interessiert. Mrs. Msred Südgwick aber möchte schon so einen Tugendhetden haben, wenn sie mir nicht so schrecklich selten wären.

Redaktion, Expedition und Dnickerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: 51.

JRebaftiün:e^ll2. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

Jahresbericht der Freiwilligen Saniiätsfo'oitne vom Roten Aren; zu Eichen für da; Jahr 1912. (9. Jahr des Bestehens.)

Die Kolonne hatte zu Beginn des Jahres 56 Mitglieder.

Im Laufe des Jahres schieden 5 Mitglieder aus, 8 Mitglieder sind in: Laufe des Jahres neu hinzugetreten, ein früheres Mit-

Samstag, I. Mrz 1915

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universiläts - Buch- und Steiudruekerei.

R. Lange, Gießen.

25. August: Wachestellung beim Radrennen.

8. Sevtember: Abschlußübung am Neubau des Lupusheims bei sehr schlechter Witterung. Aufgabe war die Bergung der bei dem Einsturz des Dachgeschosses (Annahme) verletzten zahl­reichen Arbeiter, die aus dem oberen Stockwerk nach Anlegung von Verbänden herunterzuholen und in das Krankenhaus zu ver­bringen waren. Leitern und Treppen konnten nicht benutzt wer­den, sondern es mußte ein vorhandenes Gerüst in geeigneter Weise verbreitert und verstärkt werden.

14.16. September: Wachestellung bei der Landwirtschafts- lichen Kreisschau.

29. September: Wache beim Radrennen.

7. Oktober: Uebungsabend in der Turnhalle in der West- Anlage. Trageübungen.

15. Oktober: Beginn des Ausbildungskursus unter Leitung des Herrn Stabsarzt Dr. Krankenhagen.

27. Oktober: Wachestellung beim großen Flugfest durch die ganze Kolonne.

15., 22., 29. Oktober, 4., 11., 18., 29. November, 3., 9., 17. Dezember Kursusabende.

19. Dezember: Vorstellung der Kursusteilnehmer.

Untern: 9. Dezember wurden namens des Kommissars und Inspekteurs der freiwill. Krankenpflege durch den Herrn Landes- dele^ierten Auszeichnungskarten nebst Diplome für 9 jährige vor­wurfsfreie Dienstzeit verliehen an Kolonnenführer H. Balser, 2. Kolonnenführer G. Grünig, Zugführer H. Kraushaar und Konr. Graulich, Sektionsführer P. Hartmann und Otto Harig und an die Mitglieder K. Heck, Hch. Pfeiffer und G. I. Reich­wein.

Die Kolonne war 23 Mal zu Hebungen und zur Belehrung versammelt. Außerdem fanden 5 besondere Vorstandssitzungen statt.

An Hilfeleistungen sind durch Meldekarten gemeldet: 52 (26) bei Knochenbrüchen, Verstauchungen usw.; 2 (1) bei Augen­

verletzungen: 232 (228) bei Verletzungen anderer Art; 47 (59) bei Ohnmachts-, Schlag- und epileptischen Anfällen, Blutun­gen usw.: 102 (50) bei inneren Erkrankungen.

Es wurden insgesamt 174 (140) Transporte ausgeführt, darunter 19 von ansteckenden Kranken.

Bei Infektionskrankheiten werden besondere Vorsichtsmaß­regeln beobachtet. Es wird zum Transport nur eine zu anderen Zlveckcn nicht benutzte Tragbahre verwendet, die ebenso wie alle beim Transport benutzten Gegenstände alsbald einer hinsichtlich ihrer Wirksamkeit ärztlich geprüften Desinfektion in einem be­sonderen Desinfektionsraun: unterzogen werden.

Zur Hilfeleistung wurde gerufen in 62 <34'' Fällen von der Polizei, in 117 (97) Füllen von Aerzten, in 56 (170) Fällen non Privaten:. In den übrigen Fällen kamen die Verletzten selbst. Von diesen Hilfeleistungen entfallen: 116 (131) auf Verband­stellen, Heren in Gießen 5 und in Klein-Linden 2 bestehen. 90 (22) auf Wockxmu

Eine Trage war im Winter wiederum dem Eisverein leih- we:se überlassen.

Der Gesamtwert des Inventars beträgt nach der üblichen Abschreibung 5000 Mark. Die Mitglieder der Abteilung Gießen sind gegen Unfall- und Ansteckungsgefahr im Dienst versichert mit 3 Mark täglicher Entschädigung. 9000 Mark Invalidität und 3000, Mark Todesfall. Die Prämie:: hierfür zahlt die Stadt Gießen. Außerdem erhalten alle Mitglieder bei Beschä­digungen nach bestimmten Grundsätzen eine Vergütn.ng seitens des Zentralkomitees vom Roten Kreuz.

Oiegen Haftpflichtschäden hat der Landesverein die Kolonne versichert. Für evtl. Dienstbeschüdigungei: im Krieg stehen den Angehörigen der freiwill. Kriegskrankenpflege und deren Hinter­bliebenen laut Reichsgesetz dieselben Sätze zu, wie den Angehörigen der Armee und Marine. Die Kolonne bat unter ihren Mit­gliedern 6 in der Krankenpflege geprüfte Kameraden, von denen zwei im Jahre 1912 im hiesigen Militärlazarett als Helfer ausgebildet wurden.

Rechnungsergebnisse und Voranschlag. A. Ein­nahmen 1912 1954.20 Mk. <1911 2544.10 Ml.): Voranschlag 1912 2350 Mark 1911 2150 Mark'. P. Ausgaben 1912 1961,02 Mark (1911 2578,97 Mary: Voranschlag 1912 2350 Mark (1911 2150 Mark).

Aus den Einnahmen sei bervorgeboben, daß die Stadt Gießen 100 Mark, die Bezirkssvarlasse 100 Mark, zwei Geschäftsjnbiiare je 50 Mark einmaligen Beitrag gegeben haben. Außerdem hoben neben einigen Vereinen viele Firmen und Private in dankens­werter Weise die Kolonne unterstützt. Leider ging die Zahl der unterstützenden Mitglieder und deren Beiträge zurück, so daß nur durch diese einmaligen Zuwendungen ein Rückgang der Ein-, nahmen vermieden werden konnte.

Bei bei: Ausgaben ist zu erwähnen, daß von den 174 Transporten nur 58 bezahlt, di e übrigen 116 dagegen unentgeltlich ausgeführt wurden.

deirtende räumliche Erweiterungen notwendig. Im März dieses Jahres wird daher ein umfassender Neubau begonnen lverden., In dem neuen Gebäude sollen vier Hörsälc, darunter einer für 400 Personen, sowie zwei wissenschaftliche Institute untergebracht werden. Die gesamte Bausumme für den Erweiterungsbau ist von einen: Gönner der Anstalt gestiftet worden.. Soeben ist das Vorlesungsverzeichnis für das Sommer-Semester 1913 erschienen, das unentgeltlich von der Kanzlei der Hochschule (Leipzig, König- straße 18) bezogen werden.kann, und aus alles weitere zu er­sehen ist.

DaS Weiberdorf von P embr o kesh ir e. Im stillen Pembrokeshire in England gibt es ein abgelegenes kleines Dorf, Slangwin, das auf der Welt einstweilen wohl seinesgleichen sucht, denn diese kleine Gemeinde vor: 1105 Köpfen besteht, wie der Daily Mirror ausführt, ausschließlich aus Frauen. Nur ein einziger Manu, offenbar ein moderner Held, lebt in diesem eng­lischen Weiberdorfe, und das ist der alle Pastor, der Nev. Pryse. Aber das Fehlen der Männer hat hier nichts mit frauenrechtlichen Theorien zu schaffe::, es ist ein Ergebnis der Gewohnheit, die zur Tradition geworden ist. In Wirklichkeit sind die meisten Frauen verheiratet, die Männer wohnen auswärts, iit der Nähe ihrer Arbeitsstätten, unb nur hin :md wieder, ein paarmal in: Jahre, besuchen sie auf einen oder zwei Tage ihre Frauen, iror dann wieder ju ihren Arbeitsstätten zurückzureisen. Die Gemeindeverwaltung von Slangwin rittst natürlich ausschließlich in bat Hände:: der Frauen: als Bürgermeisterin wirkt eine 82jährige Greisin, Fräst Mary Palmer, die an ilyre Schutzbefohlenen die Arbeit verteilt, :ltt Leben regelt und über eine dhutorität verfügt, um die sie Bürgermeister beneiden könnte. Ein Mitarbeiter des Datty Mirror hat die alte Bürgermeisterin in ihrem Reiche be­sucht. und sie erzählte dem uugenrobnten Gaste:Seit Vi Jahr- fyunberten ist unser Dorf nur von Frauen bewohnt, :md es gehl ganz gut. Wir betreiben Fischerei, wir wissen unsere Boote zu rubern, wir baue:: unsere Häuser selbst, und da wir alle nickst anspruchsvoll sind, herrscht Ruhe und Frieden. Die Regierung hat mir zwar eine Aller sperrst on von 5 Schilling in der Woche ausgesetzt, aber ich bleibe trotzdem bei meiner Arbeit. Einmal ivirrbe in nnserm Dorfe eine Gastwirtsckwft eröffnet: aber wir sind keine großen Trinkerinnen, und so schloß das Lokal bereits nach einer Woche. Hin unb wieder besuchen mt§ unsere Männer, die draußen in der Fremde arbeiten. Na ja ehrlich gesagt, wir sind froh, wenn sie wieder verschwinden."

BMawaMMumMMapsiiiiiiMi wataaam

Fr^ucn-FerrsUeton.

Wen Frauen lieben.

lieber die große Schicksalsfrage, welcher Mann den Frauei: am Kesten gefällt, haben sich eine Reihe der führenden englischen Romanschriftstellerinnen in: Strand Magazine geäußert und bieten damit einen interessanten Beitrag zu dieser gewiß wichtigen Frauenfrage". 2en Anlaß zu diesen Meinungsäußerungen bot eine Stelle in einem Roman .der vielgelesenen Dichterin Ada Leverson.Groß, stark und schon, mit mehr als durchschnittlicher Klugheit, aber mit nichts Beunruhigendem darin, gut gelaunt bei Possen, eifersüchtig in der Liebe das ist wohl der Typus, den Frauen an: meisten lieben. Es ist barer Unsinn, zu sagen, daß Frauen eine Freude daran haben, tyrannisiert zu werden. So weit man verallgemeinern kann, darf gesagt werden, daß Frauen am liebsten eincu: guten, tüchtigen Mann haben, dem sie immer trauen und den sie gelegentlich (wem: es notwendig ist) betrügen können. Auf diese Stimme antwortet nun ein vieltöniger Chorus, her sich in Zustimmung unb Ablehnung temperamentvoll äußert. Besonders oft wird der schöne. Mann abgelehnt.Sicher­lich werden viele Frauen einen häßlichen Mairn mit einer Seele einem Adonis ohne Seele vorziehen," schreibt Adelaide Arnold; und wem: alle Frauen .einen brutalen Menschen verabscheuen, werden viele heimlich einen,ber sie beherrscht, lieben."Die Art Mann, die die Frauen am meisten lieben," erklärt Mrs. Äskew,muß so gut auSsehen, daß er in ber Menge mitläuft, aber für bei: sog. schönen Mann habe ich nichts 'übrig. Ec muß liebe Augei: haben und ein starkes Kim: nichts Gemeines int Gesicht. Er muß weise genug sein, um Ktnder zu verstehen, unb ein guter Freund von Hunden: Hunde müßten tmmer gle:ch zu ihm kommen. Für das K i n d l i ch e im M aitne sprecht sich auch Maud Yardley aus:Als Liebhaber und Gatten wollen Frauen einen Mann, der, ganz gleich wie er aussieht, gut unb liebreich ist zu kleinen Kindern und dummen Tieren." May Wynne ist ber Ansicht, daß ein schönes Gesicht kaum Frauen anzieht, dagegen lieben sie nack ihrer Meinung ßcherltch eure große Gestalt und Kraft: auch Maude Annesle« will Muskelkraft durch - aus nicht unterschätzt wissen.Tas scheint mir ein Teil vom ^beal des Männlichen zu sein. Doch auch dabet gibt es Ausnahmen. Wer wrübc z. B. nicht Heine geliebt haben?" Ihr Typ steht folgendermaßen aus:Aeußere Erschetnung unwichtig, Sttmme von großer Bedeutung, Temperament leidenschaftlich, aber nicht launisch, aufmerksam in Kleinigkeitei:, taktvoll, zuverlässig, gut­mütig, stark, liebevoll, llug natürlich, und außerdem muß er

Am 4. Januar: Vorstandssitzung, Aufnahme von 5 Mit­gliedern, die in dem im Dezember 1911 abgeschlossenen Kursus ausgebildet waren. Vorbereitung der Hauptversammlung, Auf­stellung des Voranschlags für 1912.

15. Januar: Ordentliche Jahreshauptversammlung.

27. Januar: Dem seitherigen Kolonnenführer Oberbahn- asststent Brück wurde von Sr. Majestät dem Kaiser die Rote Kreuzmedaille 3. Klasse für seine Verdienste um das Rote Kreuz verliehen.

15. Februar: Hebung im Improvisieren.

14. März: Appell, Jnstruktionsabend unb Versammlung. Der seitherige Kolonnenführer Brück, der krankheitshalber znrück- trat, wurde zum Ehrenmitglied ernannt und ihm ein Diplom überreicht.

15. April: Hebung in der alten Klinik im Improvisieren und Heraustragen Verwundeter aus dem Gebäude.

24. April: Vorstandssitzung. Beschlußfassung über Anschaf­fung eines Verbandzeltes unb weiterer Uniformen.

12. Mai: Uebungsmarsch über Hangelstein nach Großen- Vuseck und zurück. Hebung im Improvisieren von Tragen ans an Ort und Stelle vorgefundenem Material. Ausrüstung von Leiterwagen zum Verwundetentransport. Auf- und Abladen von mit Verwundeten belegten Tragen.

3. Juni: Hebung im Depothof. Das Auf- und Abschlagen des Zeltes wird geübt.

1. Juli: Hebung am Ausladegeleise des Bahnhofs im Ein- unb Ausladen Verwundeter. Exerzieren.

30. Juni, 6 7. unb 8. Juli: Wachestellung beim Gau­turnfest.

22. Juli: Hebung in erster Hilfeleistung.

25. Juli: Wacktzytellung beim Jugendfest.

28. Juli: Wachestellung bei der Regatta.

4. August: Hebung in einem Steinbruch an der Hardt. Unter äußerst schwierigen Verhältnissen wurden markierte Ver- wunbete über steil anstehendes Geröll von der hochgelegenen Bruchstraße heruntergeholt.

grm aus die Alpenjäger, dre die Wasserleitung ausbessern wollten; am Samstag Angriff gegen die Südfront der Italiener und am Sonntag neue Attacken bei Bu Mzafer, wöbe: italienische Ar- ttllcne cingreifen mußte.

..Da noch immer türkische reguläre Soldaten unter den an» greifenden Arabern gesehen werden, konnte man fast auf die Mei­nung kommen, die Türkei erschwere den Abzug ihrer Truppen au^> ber Cyrenarka, um die italienischen Besatzungen auf den r-n ^.st? "halten, unb zwar als Schutz gegen gewisse Annexions- gelllste Griechenlands.

. 2löer ein noch bedenklicheres Symptom machte sich, ebenfalls :n juerna, bemerkbar: die Polizei hob eine Geheimversammlung Der Artigen Scheichs in einem Senussia-Kloster auf, an der auch Der Stahl tcugenommen hatte, und in der gegen Italien intri* gutert wurde. Kadi und Scheichs aber erhielten bisher italienische Gehälter unb hatten Italien Treue geschworen! Und dabei kann J?lan o cki h e u t e von der angeblichen Jtalienfreunblichkeit des Großscheichs der Senussia sprechen hören!

Während in Italien das Gold sich eines hohen Agios er» 'reut, verliert es hier in Libyen tagtäglich an Wert! Noch vor zwei Monaten gewann man auf Gold bis zu 2 Proz. unb mehr- biewieder erschlossenen" Araber wollten nämlich vom italieni­schen Papier nichts wissen, sie nahmen nur Goldgeld. Daraufhin hefeen btc Banken unb die Spekulanten so viel Gold kommen, daß ^er Platz damit überschwemmt wurde: heute steht es dem Papier völlig gleich.

.Die Bautätigkeit in Tripolis läßt nichts zu wünschen übrig: man sieht hier bereits alle Bauarten und Stile, von ber Öol5boracte zum aus europäischen Steinen konstruierten Hause, vom Eternit-Palast bis zum Zementbau. Gegenwärtig errichtet eine große Mailänder Firma hier eine Ziegelei großen Stils bie aus h'engem Wüstensand und Kalk bestehenden Bausteine werden mit Maschinen hergestellt, die von der d e u t s ch e n F i r m a Vern- hardi Aohn in Eilenburg bei Leipzig bezogen wurden, und zu deren Ausstellung und Inbetriebsetzung ein Sachverständiger aus Deutschland hier weilt. In Punkto ber hiesigen hohen Gehälter und Bezahlungen möchte ich bemerken, baß dieser deutsche Mon­teur eme tägliche Besoldung von 30 Franken erhält, gewiß ein Zeichen der Anerkennung deutscher Tüchtigkeit seitens der Italiener.

.. Dieser Tage hat sich hier eine Persönlichkeit zur Ruhe gesetzt, die mabrenb ihrer langen Dienstzeit fast mit allen hier gewesenen deutschen Berühmtheiten in intime Berührung gekommen war: der langjährige Kawaß des österreichisch-ungarischen Konsulats Achmet Beschir. Er war bereits vor 43 Jahren, im Jahre 1869, Nachtigals Gehilfe bei der Zusammenstellung ber Karawane, die für bie große Reise von Tripolis nach Bornu ausgerüstet wurde, unb mit welcher ber berühmte Forscher seinen vom da­maligen, König von Preußen Wilhelm I. erhaltenen Auftrag der Ucberbrmgung von Geschenken an den Sultan von Bornu aus- fuhrte. Keimtet selbst begleitete Nachtigal auf dieser Reise bis in den Fesan. Iw Jahre 1873 sehen wir ihn als Begleiter des Erz­herzogs Ludwig Salvator auf dessen Reise ins Innere Tripoli- taniens, unb 1878 war er die rechte Hand Gerhard Rohlfs' den er ebenfalls auf ferner Fahrt von Tripolis nach .ber Senussia- Oasa Stiifra bis Sokna begleitete.

Endlich wollte auch der österreichische Reisende Artbauer Acknnet cur feiner 1911 geplanten, aber durch den Ausbruch des Krieges verhinberten Sahara-Expedition mitnehmen. Achmet ist fast ein halbes Jahrhundert im österreichisch-ungarischen Dienst unb Besitzer der kaiserlich-königlichen Jubiläumsmedaille. Achmet der selblt ansehnlicher Grundbesitzer ist, lebt jetzt ausschließlich : feiner Landwirtschaft; er erfreut sich bei allen hier lebenden i Deutschen wegen seiner Gefälligkeit und Dienstbereitschast großer i Beliebtheit.

Ans 3taliens jüngster Kolonie.

2u3 Tripolis wird der D. T. Z. geschrieben: yrenaikk haben bie Dinge einen eigenttim*

1 - - angenommen: der Lausanner Friede scheint hier nicht die geringsten Folgen aufzuweisen. In den letzten Januar­tagen wurde m Derna gerabc wie vor einem Jahre Nacht d-z Mittwochs feindlicher AiigriTT auf die italienifche Ostfront, namentlich auf die Merabet- ?^doute: am Donnerstag Zerstörung der nach der Stadt führen- den Wasterlettnng durch die Araber: am Freitag arabischer An- GUI Oie PT . hijp hr#* f .

Aus Stadt

Gießen, 1. März 1913,

" Lehrerpersvnalien. Hebertramni würbe bent Lehrer Ferd. Werner zar Lorsch eine Lehrersbelle an der Gemeinbeschule zu Laubenheim unb dem Schulamts« aspiranten Phil. Hahn auS Wendelsheim eine Lehrerstelle an der Gemeinbeschule M Osthofen. Erledigt sind: Eine mit einem tatst. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinbeschule $u Mörlenbach. M-it der Stelle ist Orgajtistendienst verbunden. Dem kath. Pfarrer und deut Ortsvorstanb zu Mörletrstach steht bas Präsentationsrecht zu. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrer- stelle ^u N eu-Jsenb urst. Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Jüg es heim, dem die Funk­tionen eines Hauptlehrers übertragen werben können.

Fvrstpersvnalien. Der Großherzog hat den Oberförster der Oberförsterei Ober-Ramstabt, Forstmeister Herrn. Da ab zu Ober-Ramstabt, in gleicher Äenfteigen- chaft in die Oberförsterei Befsungen versetzt. Die Stelle )es Oberförsters der Oberförsterei Ober-Ramstabt ist erledigt.

" Ruheftandsversetzung. Der Grvhherzog hat )en Oberrechuungsrevisor bei der II. Justififaturabteitung )cr Oberrechnunastammer Rechnungsrat Otto Z i m m e r zu Darmstadt auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen, treu geleisteten Dienste in den Ruhestand

Kr. 51 Sechster Blatt M. Jahrgang

ErscheirN tägltch nm Ausnahme des Sonntags. aRO®' A

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhesien