Ausgabe 
26.5.1913 Zweites Blatt
 
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yr. 120

Zweites

Blatt

163. Jahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

'hüben etc.

Sonderleben führen, und daß dadurch das

für

I gegen dos lsennanenru zu sein. Daher müssen die Verabschiedung der

nötige Verständnis gckrübt wird. Das besuchen. Wir alle zufrieden sein. Wir

an» die be- der

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t. a"l.

für^ die Bedürfnisse der andren Provinz beste Mittel ist, die andere Provinz zu können mit unserem diesmaligen Ausflug

Frankreich erwachende Chauvinismus hat den Revanchegedanken wieder in den Vordergrund treten lassen. Dieser und die immer häufiger zum Ausdruck kommende Stiinmüng der Panslawisten gegen das (Germanentum zwingen uns, jeder (Gefahr gewachsen ......t wir rufen: Deutschland sei wach! (Gegen . , Wehrvorlage muß natürlich jede andere

ün! Hotel Kaiserhof Familienfrühstückstafel statt, an der , * außer dem Prinzen und der Prinzessin sowie den Prinzen-

löhnen Waldemar und Sigismund der Gr oßherzog und 'die Großherzogin von Hessen, Prinz Friedrich

Ärl von Hessen, und der Erbprinz und die Erbprinzessin v»n Meiningen teilnahmen Die Kaiserin erschien kurz, brr 11 Uhr. Es folgten im Laufe des vormittags die Groß- Herzogin Luise von Baden, der Herzogregent von Braun- schweig nebst Gemahlin, der Fürst von Hohenzollern, die Prinzessin August Wilhelm von Preußen, der herz-og von ^Cumberland nebst Gemahlin, die Prinzessiit Olga von Cum A 'icrland, Prinz, Max von Baden nebst Gemahlin, der Groß- ' Herzog von Mecklenburg Schwerin, der Fürst zu Solms.

Dir 12 Uhr erschien die' Kronprinzessin, sie traf jedoch das ^rinzenpaar nicht mehr an, das bereits nach Charlotten» <^rg zur Kirche gefahren war, wo es vor 25 Jahren Mraut worden war. Die Kronprinzessin gab eineu präch- ^zen Blumenstrauß ab. C.r"..

ll-hcn Herrschaften mit ihren Gästen zu

n mit Zucker eingekocht L75Ä|

Zur Silbernen yochzeit des Prinzen Heinrich.

Berlin, 24. Mai. Anläßlich der silbernen Hochzeit Prinzen und der Prinzessin Heinrich fand heute morgen

Dent-chss ISeidp.

Eine argentinische Sondergesandtschaft in Berlin.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Am 25. Mai trifft dre^ argentinische Sondergesandtschaft, an deren Spitze der außerordentliche Botschafter Carlos Salas steht, in Berlin ein. Sie hat den Auftrag, dem Kaiser den Dank Argen­tiniens für Deutschlands Teilnahme an der Jahr­hundertfeier der argentinischen Unabhängigkeit im Jahre 1910 auszudrücken. Der deutschen Sondergesandt­schaft unter Führung des Generalfeldmarschalls Frei- Herrn v. d. Goltz ist damals in Argentinien von der Regierung und dem Volk ein glänzender Empfang bereitet worden. Diese Gastfreundschaft werden die Abge­sandten Argentiniens auf deutschem Boden wiederfinden. Die wirtscl-aftlichen Beziehungen beider Länder entwickelten sich günstig. Der Aufschwung Argentiniens, dem seine reichen natürlichen Hilfsquellen einen wichtigen Anteil an der Weltwirtschaft sichern, wird bei uns mit Verständnis für die Tüchtigkeit der argentinischen Nation begrüßt. Wir wünschen Salas und seinen Begleitern einen angenehmen, für die Freundschaft zwischen Deutschland und Argentinien fruchtbringenden Verlauf ihres Besuches.

Genosse Borchardt keines Mandats mehr r di g.

Der bekannte Abg. Borchardt erfreut sich nicht mehr des früheren großen Beifalls seitens desVorwärts" und seiner Parteigenossen. Er stand vor einigen Tagen als An­geklagter vor einer Parteiversammlung, weil er einige an­gesehene Parteimitglieder durch unbegründete ehrenrührige Anschuldigungen beleidigt hatte. Die Versammlung erteilte ihm zwar ein Mißtrauensvotum, lehnte aber den Antrag ab, ihn für unwürdig zur Bekleidung eines Landtagsmandats zu erklären. DerVorwärts" fuhr darauf sein stärkstes Ge­schütz auf, und zwar mit dem Erfolg, daß jetzt Genosse Paul Hoffmann im 5. Berliner Wahlkreis den Platz Borchardts einnehmen soll.

Die Eichener Zmmlienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Krcisblatt für den Kreis Eichen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Besseren belehrt worden sein. Sie ist durch den Willen ihrer Bewohner glanzvoll aufgestiegen. Ich spreche dem Herr": Geheimrat Usinger meine Anerkennung dafür aus, dab er berufen ist, an der Spitze dieser Provinz zu stehen. Allen, die nns die Schönheit dieser Provinz über­mittelt haben, spreche ich meinen herzlichsten Dank aus. Der Ausflug gilt aber nicht allein den Bemühungen, Kenntnis des Landes zu gewinnen, er dient auch dazu, sich persönlich einander zu nähern. Ich freue, mich, daß wir so viele Herren der 1. Kammer hier sehen. Unsere ganze Kraft gehört unserem lieben Vaterlande. Blicken wir nun auf zu dem, der an der Spitze dieses schönen Landes steht, dem seine ganze Liebe ck) gehört. Unser geliebter Landesherr er lebe hoch, hoch, hoch!

Staatsminister v. Ewald brachte das Hoch auf die Stände aus und forderte in kurzen, humorvollen Worten auf, sichüber Kreuz" zuzutrinken.

Der Fürst zu S o l m s - H o h en sol in s-L i ch trank auf das Wohl der Reaierung. Sein Tank galt auch der Zweiten Kammer für die Einladung der Mitglieder der Ersten Kammer.

Dann schlug Präsident Köhler vor, dem Prinzen- öa a r Heinrich von Preußen zur silbernen .Hochzeit ein Telegrammit senden. An das Kaiserpaar wurde gleich­falls ein Glückwunsch-Telegramm zur Hochzeit der Prinzessin aogesandt. Au den Großherzog wurde ein Telegramm ge­sandt, das erneut die Versicherung unwandelbarer Treue gab.

Nach dem Mahle fanden sich die Teilnehmer in den schönen Anlagen des Bades Salzhaufett zirm Kaffee zusammen. Um 5,45 Uhr wurde hie Fahrt nach Friedberg angetreten. Der offi­zielle Teil des Ausfluges hat damit sein Ende erreicht.

Der ganze Ausflug verlief in harmonischster Weise, und die Erinnerung an ihn wird den Teilnehmern noch lange im Gedächt­nis bleiben. B. St.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktion:<L:^I12. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen,

Heer unö KLstte.

Reformen in der französischen Marine.

Paris, 24. Mai. Der Marinemini st er hat einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, der eine Verjüngung des Offizierkorps der Kriegsflotte bezweckt. Durch den Entwurf wird der Grad der Korvettenkapitäne neu geschaffen und die Zahl derselben auf 325 festgesetzt. Tie Zahl der Schiffsleutnants wird von 754 auf 830 erhöht. Außerdem wird die Altersgrenze für die Grade vom Kontre- admiral abwärts beträchtlich verringert.

Der Ausflug der basischen Kammer nach Gdcrhcssen.

Bad-Salzhausen, 24. Mai.

Noch zahlreicher als gestern war beute die Beieibgung an der Ve- sichtigungssahrt. Bei Abfahrt beS Sonderzuges, der Punkt 8 Uhr Vad-Nauheim verließ, halten sich weitere Teilnehmer eingefunden: Der Fürst zu S o l m s-H o h e n s o l m s°L i ch, der Fürst zu - S o lm S - Laubach, der Geheimrat Pros. Dr. L e ist, Vertreter der Gießener Universitär in der Ersten Kammer, Oberbürger­meister vr. Go Neiman n, Freiherr von H e y l, sowie die beiden Vertreterder Stadt Gießen, Juslizrat G r ü n e wa l d unb Prof. 11 r ft a b t.

In Wölfersheim wurde bas neue Kraftwerk besichtigt. Saurat Schöberl hielt zu nächst einen einleit nbm Vortrag unb erläuterte bie Einzelheiten des Werkes, soiveit dies in der kurzen Zeit, bie ziw Verfügung staub, möglich war. Trotz bcr großzügigen Anlage des Werkes war inan boch bestrebt, bie größtmögliche Einfachheit obwalten zn lassen. Baurat Schöberl dankte am Schlüsse seiner Ausführungen dem Finanzmnister für die Förderung des Werkes. Durch die heutige Besichtigung habe es seinen würdigen Abschluß gefunden.

Alsdann wurden die einzelnen Anlagen besichtigt. Eingehend wurde die Preßstein-Fabrik, die bekanntlich dem Werke angliedert ist, besichtigt. Sie ist nut allem ausgerüstet, was die Technik der neueren Zeit hervorgebracht hat. Die Landes-Boten koniiten hier den Weg genau verfolgen, den die Kohle von der Griibe bis zum Ofen zu burcblaufen hat.

Nun ging es in bie weiten Hallen des Elektrizitätswerkes, das nicht nur die umliegenden Ortschaften mit Licht und Kraft versorgt, - sondern auch den Strom nach Friedberg1 und Bad Nauheim abgibt, die nach den neuen Anlagen (Bahnhof ilsiv.) große Anforderungen an das Kraftwerk stellen.

Die Besichtigung des Wölfersheimer Kraftwerkes nahm mehr als eine Stunde in Ansvrnch. Dann wurde um 10.27 Uhr wieder der Ertrazug bestiegen, der die Teilnehmer nach dem neuen Wasser­werk Inheiden brachte. Provinzialdirektor Usinger lud hierzu einer kleinen Erfrischung ein. Danach wurde das Wasserwerk selbst in Augenschein genommen.

Von Inheiden fuhr man nach Bad Salzhausen. In einem hübschen Saal erläuterte Proviiizialdirektor Usinger die Aufgaben, die das Kraftwerk Wölfersheim zu erfüllen hat. Für die Provinz fei bas Werk von bcr benfbar größten Bedeutung. An Hand von großen Karten erklärt er die weite Verzweigung des Netzes. Tie R :eu für dessen Herstellung allein betrugen 1 330 000 Mark. Um eine möglichst schnelle Fertigstellung des Werkes zu ermöglichen, habe man fünf große Firmen mit der Herstellung des Leitungsnetzes betraut. So komme es, daß knapp innerhalb eines Jahres fast die sämtlichen 350 Kilometer Fernleitungen hätten aeleat werden können. Die Gesamtkosten des Werkesbetrngen 3 890 000Mark. Wenn man natürlich auch heute noch nicht von einem Gewinne sprechen könne, so dürfe man doch die berechtigte Hoffnung hegen, das; das Werk eine gute unb gesunde Entwicklung nehm werde. Der Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen.

Im Kurhaus des Bades Salzhausen war dann um 722 Uhr Festessen.

Tie offizielle Festrede hielt der Präsident der 2. Kammer, Oberbürgermeister Köhler. Er führte etwa folgendes ans:

Ich halte es für wichtig, daß derjenige, der berufen ist, für das Land etwas zu tun, auch berufen ist, das Land zu kennen. Es ist nicht zu leugnen, daß die einzelnen Proviirzen auch heute noch ein Sonderleben führen, und daß dadurch das

... nehmen alle eine Fülle von Erinnerungen mit nach Hause. Ten Herren der Regierung können wir für die ausgezeichnete Führung sehr dankbar sein. Tie Provinz £>b c rj) e f f en i ft in glänzende mAuf stieg begriff fen. Diejenigen, bie Oberhessen für eine rück­ständige Provinz gehalten haben, werden eines

Bezutttierschau Lich.

w c t . n. Lich, 23. Mai.

Auf dein hiesigen Viehmarktplatz veranstaltete der Land- wtrtschaftskammer-Äusschuß für Oberhessen heute die letzte der drei B e z i r k s t i e r s ch a u e n. Tie war die tnterepanteste von den dreien: die Schau hatte deshalb auch ein östlicheres Gepräge als die beiden vorausgegangenen. In der Nahe des Platzes war ein Wirtschaftszelt errichtet und war den Beiuchern hier genügend Gelegenheit geboten, sich zu stärken. Während des Mittagesfens und den Nachmittag spielte die Licker Stadtkapelle.

Der Verlauf der Schau war dank der Unterstützung der Stadt Lich, der landw. Winterschule und einer Anzahl Lieber Landwirte sehr schön: die Arbeiten konnten alle gut erledigt meröen. Auch war es gut, daß der Himmel ein Einsehen hatte und sein Naß nicht so stark und nicht andauernd strömen lieft?

Die Simmentaler waren mit ntnb 100 Tieren ver-

Mmag, 26. Mai M3

Rotationsdruck unb Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Tas Prämiierungsergebnis ist: 1. Simmentaler.

Klasse 1, Bullen, sprungfähig b i s zu 2 I a h r alt: Gg.. Arnold II.-Leihgestern und Krd. I. Diehl-Ober-Hörgern je einen zweiten Preis: Hernt. Jhring Lich, Th. Stcin Grünberg und Gg. Langsdorf III. Leihgestern je einen dritten Preis. K l. 2, Bullen, 21 Jahre alt: Gemeinde Leihgestern ersten Preis; Gemeinde Hattenrod zweiten Preis: Gemeinde Ober-Hörgern dritten Preis und die Stadt Lich ,außer Konkurrenz, zwei Än- erfennungen. Klasse 3, Kalbinnen: W. Mles-Ober-Hör- gem ersten Preis: Krd. I. Düringer-Ober-Hörgern und Heinr Münster-.Hattenrod je einen zweiten Preis: Ludw. Schmidt-Langs­dorf, Kasp. Jung-Leihgestern und Th. Stein-Grünberg je einen dritten Preis. Anerkennungen erhielten noch: Will) Maltlstins- Olter - Hörgern, ül'arl Zimmer-Lich (2), Heinrich Münster-Hat tenrod, Hetnr. .Klernkttrt III.-Langsdorf, Gg. Ariwld II -Leihgestern und Jobs. Heß XXI.-Leihgestern. K l a s s e 4, j ü u g e r e K übe W.: Müller-Ober-Hörgern erster Preis: Gilbert Müller, Jak.' Müller II und Hetnr. Lotz-Ober-Hörgern je einen zweiten Preis: Johs. Heß XX-Leihgestern, Karl Zimmer-Lich, Will) Haller - Ober-Horgern, Hetnr. Krd. Görlach-Oder Hürgern. Gg Will V- Lethgestern unb Gilbert Müller-Ober Hörgern je einen dritten Preis. Außerdem erhielten je eine Anerkennung: Th. Stein Grünem' -g (2), Heinr. Klein kurt III.-Langsdorf, With. Stenl !.=> Bettenhausen, PH. Müller-OberHörgern, Hernt. Ihring-Lich, (2), Gg. Langsdorf V.-Leihgestern und Karl Zimmer-Lich >k l a s i e 5, ältere Kühe: Th. Stein-Grünberg, Ehrenpreis des ibreis- rinderzuchtvereins für Simmentaler, für die beste Milchkick), Hch.

oitzen, Sticke- Ews'itp / lohlsäumen \

treten; das vorgeführte Material fand allgemeine Anerkennung. Am ausgeglichensten waren die Tiere aus Ober-Hörgern: dies kant besonders in der großen Sammlung zum Llusdruck. Lich und Umgebung hatte auch sehr schönes Material: es war aber noch etwas zu leicht. Leihgestern hätte noch mehr Gewicht auf einen gleichmäßigeren Nährzustand der Tiere legen nrüffen, der bei den zur Schau gestellten zum Teil M mastig, zum Teil zu dürftig war. Eine schöne ausgeglichene Herde zeigte (Grünberg, bei der hervorzuheben ist, baß diese Tiere regelrechten Weidegang haben. An denselben konnte man sehen, was man durch Weidegang erreichen kann und was der Weidegang in der Viehzucht zur Erzielung von Höchstleistung für eine J>erüorragenbe Rolle spielt.

Die Schwei ne wurden von den Lxhiveinezuchtvereinen Lang- Göns und Ober-HörgernMuschenheim ausgestellt: beide Ver­eine hatten ihre vollwertigsten Tiere zur Schau gebracht. Tie Lang-Gönser hatten vorzügliche Eber und Sauen, ebenso auch Ober-HörgernMuschenheim: dies wurde vom Preisgericht sehr anerkannt. Das Material der beiden Vereine wurde auch als gleichtvertig betrachtet. Bei der Prämiierung der großen Samm­lung kam aber Lang-Göns an die erste Stelle,' weil jämtlitic Trere selbst gezüchtet und die Herde ausgeglichener war als die Ober-Hörgerner. Letztere hatten, wie schon gesagt, auch vorzüg­liches Material, aber die Ausgeglichenheit fehlte und dann sind die Tiere nicht so bnrchgezüchtet wie bei. Lang Göns getvesen.

Die Ziegen sind lyier etwas besser dabei weggekömmen, als tn (Grünberg und Gießen. Das aufgetriebene Material ist zweifellos hochwertiger gewesen als auf den vorgenannten Schauen, wentt auch die Leistungen an das gesteckte Ziel noch nicht voll- vollstänbig lyrranfamen. Durch Auswahl der besten Tiere, bessere Aufzucht unb durch gute Pflege muß noch viel verbessert werden.

In der Gruppe Schafe war sehr gutes Material vorhrnden. Sehr zu bedauern ist es, daß so wenig .Prämiierungsmittel zur Verfügung ftanben. Seit Bestehen der Landwirtsehaftslämmer war es heute das erstemal, daß sich die Schafzüchter in dem Maße an einer öffentlichen Schau beteiligt haben. Ter Anfang war gut. Möge dies ein Ansporn sein für die Zukunft. .Hoffentlich liegt die Zeit auch nicht mehr allzufern, wo mehr Mittel ' die Hebung der Schafzuckst zur Verfügung stehen.

Der Aussteller ist auch zu gedenken. Es ist sehr erkennenswert, daß so viele Züchter aus Nah und Fern Mühe und Arbeit nicht gescheut haben, die Ausstellung zu schicken und sich einer öffentlichen Kritik auszusetzen. Wenn eine oder andere auch nicht so ganz befriedigt nach Hans ge­fahren ist, so braucht er deshalb nicht den Mitt zn verlieren. Frisch ans Werk, an die Arbeit, und das zn erreichen juckten, was die höchsten Preisträger schon erreicht haben! Tas Beste zu belohnen, die Landwirte zu belehren und tierzüchterisch zu er­ziehen, das sind die gesteckten Ziele bei Veranstaltung solcher Sckstiuen.

wf^c5urt(l surutftreten, wir hoffen aber, daß die berechtigten Wunsche der Martne in Zukunft nicht unberücksichtigt bleiben. .Sen Vorschlag Churchills auf Einführung eines Flotten- f e i e r i a h r e s begrüßen wir als eine Besserung des Verhältnisses o1/ v ' chknn wir ihm auch nicht beizutreten vermögen. Vuch muffen wir bitten, daß man nicht jenseits des Kanals jeden ^tapellauf unferer Flotte mit eifersüchtigen Augetr verfolgt. Der Jtebner erörtert die unzulängliche maritime Vertretung Deutsch- cUauf *)clr Auslandsstationen und verlangt, daß int Rahmen beö iflottengesetzes in den Jahren 1914 und 1915 je ein weiterer Panzerkreuzer unter Aufrechterhaltung des Dreischiffbaues an- geforbert werde. (Lebh. Beifall.)

Es wurde dann zunächst ein Antrag der Landesverbände Hamburg, Lübeck und Bremen einstimmig angenommen, der ver­langt, daß zur Vertretung deutscher Interessen je ein Kreuzer nn der Ost-- und Westküste von Amerika stationiert werde.

Nach dem Geschäftsbericht, den Köntreadmiral Weber er- itattete, umfaßt der Verein gegenwärtig 3786 Ortsgruppen mit über a3L 000 Mitgliedern. Die Zahl der körperschaftlichen Mit­glieder reicht art eine Million heran. Weiter nahm die Ver- fammlung den Kassenbericht entgegen und die Berichte über die verfchiedenen Fonds des Vereins. Ein Antrag des Präsidiums, tm xsabye 1914 1000 Mitglieder des Allgemeinen Deutschen -o o l ks f ch u 1 l ehr e r t a g e s, in Kiel zu einer Fahrt nach ^onberburg und Mürwik auf Kosten des Vereins einzuladen, fand Betfall. Die Verhandlungen über die evtl. Angliede - r un g Der unter der Aegide des Feldmarschalls Frhrn. v. d. Goltz tns Leben gerufenen Jugendbewegung an den Deutschen Flottenveretn sollen toeitergefüfyrt werden. Zum Ort der nächsten Tagung wurde unter großem Beifall der Versammlung Breslau gewählt.

Darauf schloß der Vorsitzende die Hauptversammlung. Nach­mittags gab der Senat den Vertretern ein Festessen im Rat- ya.uK- Morgen gehen sie an Bord derBremen" in See, um bet Helgoland bett Manövern der Hochseeflotte beizuwohnen.

Hauptversammlung öes Deutschen Mteu-vereinz.

~ Bremen, 25. Mai.

Unter Beteiligung von etwa 300 Vertretern seiner Haupt- und Zweigvereine trat heute im Festsaale des Künstlervereins der Deutsche Flottenverein zu seiner diesjährigen Hauptversamm­lung zusammen. Der Präsident, Großadmiral v. Köster, begrüßte die Erschienenen, unter Denen sich die Fürsten Ernst zu Hohenlohe- Langenburg und Friedrich Karl v. Castell-Castell befanden, ge­dachte des Jubiläums der Freiheitskriege und brachte ein Hoch auf die Bundesfürsten und die Freien Städte aus.

Hierauf verbreitete sich

Großadmiral v. Köster über die allgemeine Lage, indem er ausführte: Wir leben in einer schweren Zeit. Kriege­rische Sttmmung herrscht überall, und beruhigt mag nur der in die Zukunft schauen, der stark gerüstet ist und sein Recht verteidigen kann. Immer mehr wächst das Gefühl, daß die brei Grenzen unseres Vaterlandes einer stärkeren Wehr bedürfen, denn die Zahl itnfcrer wahren Freunde ist gering. Ob wir uns der Segnungen des Friedens noch lange erfreuen werden, wissen wir nicht, wohl aber, daß wir als ein mannhaftes, kriegerisches Volk mit kriege­rischem Geiste den Kantpf, wenn er uns aufgezwungen ioerben öllte, bis zum äußersten zu führen haben werben, unb baß wir fi-egen müssen. Wir müssen auf der Hut sein, denn der in

AuslanD.

Die russischen Finanzen.

In der russischen Duma wies am Samstag Minister­präsident Ko ko wzaw darauf bin, daß in den letzten vier Jahren sämtliche Staatsbedürfnisse lediglich durch Staatseinnahmen gedeckt worden seien, was genüge, um die pessimistischen Schlußfolgerungen über die Ftnanzlage Ruß­lands fallen zu lassen. Im letzten Jahrfünft seien die S t aa ts b e d ü r f n is s e um 5 7 7 Millionen ge­diegen. Die Mehrausgaben in diesem Jahre seien größtenteils einmaligen Charakters, so 80 Millionen erster Kredit für das kleine Schiffsbauprogramm. Die Einnahmen des ^Ordinariums seien im letzten Jahrfiinst um 805 Mill, gestiegen. Der Minister hob hervor, das vierte desizitlvse Budget habe es ermöglicht, daß das Reich sich so rasch von dem alten Ungemach erholt habe. In den letzten fünf Jahren hätten die Einnahmen des Staates die Vor­anschläge um 751 Millionen überstiegen, was mit den Anleiheresten der Jahre 1908 und 1909 die Deckung außer­ordentlicher Ausgaben im Betrage von 155 Millionen4 sowie die Bildung eines freien Barbestandes von 400 Millio­nen ermöglicht habe. Der Goldvorrat Rußlands betrage 2 Milliarden. Im letzten 5^erbst hätten angesichts der politischen Lage viele Millionen für die Militärverwaltung ausgegeben werden müssen.

Bestrafung: eines amerikanischen Senators.

Aus New York wird gemeldet: Der Senator Stil- Well ist schuldig befunden worden, Geld angenommen zu haben mit dem Versprechen, die Annahme des Börsen- resormgesetzes durch die Legislatrtr des Staates New York zu fördern. Tie Höchststrafe für dieses Verbrechen ist zehn Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 5000 Dollars.

Im Befinden des Kaisers von Japan, her bekanntlich an Lungenentzündung erkrankt war, ihr aber nicht, wie gerüchtweise gemeldet worden war, erlegen ist, ist eine allgemeine Besserung eingetreten.