Ausgabe 
22.2.1913 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Kk. 45

Echheinl KgUch mit ÄuSnshme des Sonntagr.

General-Anzeiger für Oberheffen

ra

des

mlstrasse1

Sckstuß IV2 Uhr.

ein der die

. Mk. IUI jnd meliert

m Frankfurt, wo sic tätig seien, besteuert werden. Er bittet um Abhilfe.

Samstag, 22. Februar 1913

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu UniversuätS - Buch- unb Steindruckerei.

R. Lange, Sieben.

Redaktion, Expebitton und Dnickerei: Schul- straße 7. Expedition und Vertag: e=^5L Redaktion: ^^1 12. Teü-Adr.: AnzeigerGießen.

Wg. Lutz (Bbd.) spricht gegen die hohen Stempelgebühren. Nun 'haben irir aber auch einen Stempel siür ausländische Arbeiter erhalten. Was kosten ausländische Arbeiter? Allein die 23er mittler sind teuer. Dazu kommen die Bahnkosteu. Zumeist sind es ausgehungerte Leute, die, wenn sie i m1 5) erb st zurü ck- g eHeu, a ll e d i ck u nd ru n d si n d. (Heiterkeit.) Dazukomint dann noch eine Steuer von 6 Mk. pro Kops. Biele lassen sich ruch hierher transportieren, um dann zur Industrie zu gehen. Der Redner geht dann aus die geplanten Staatsvereinsachungen und macbt einige Vorschläge, besonders inbezug auf die Art Steuererhebungen. Er bespricht dann die Schenkungssteuer,

Die«etzever $aemtnN3tter werden dem .Anzeiger* Btermol wöchentlich beigelegt, baS Kreisbtolt ffir bett Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. DieL«mdwirtschastkicher, öttt» sra-ev" erscheinen monatlich zweimal.

viel Härten mit sich bringe.

Abg. Dr. Osann (Ntl.) schneidet noch einmal die Frage Gencralpardons an. Der Mobiliarstempel sei zu hoch, er belaste das Immobiliengeschäft. Die Erbschaftssteuer kommt, darauf können Sie sich verlassen. Wenn die Landwirtschaft so stärk belastet wird, wie dies der 91bg. Lutz dar gelegt hat, so muh auch dafür Sorge getragen werden, das; auch das mobile Kapital herangezogcn werde.

Geheimerat Dr. Becker: Eine Heranziehung zur doppelten Besteuerung ist an und für sich nicht ungesetzlich. Wir haben im Gemeindeumlagengesetz aber eine Möglichkeit, eine derartige Doppelbesteuerung zu vermeiden: ob es sich aber in allen Fällen möglich machen wird, ist fraglich. Er erläutert dann näher den Begriff derWohnung". Dr. Becker verbreitet sich dann über die Besteuerung. Man soll die Wirkung der^neuen Steuergesetz­gebung erst abwarten. Auch die Frage der Staatsvcrein- f a ch u n g wird ja noch später auf die Tagesordnung gesetzt werden, und darum erspare ich es mir, näher auf die Frage einzugehen. Der Staat zahlt in Bad-Nauheim jetzt 18 OOO Mk. Gemeinde­steuer, 1890 3000 Mk. Seit Erlast des Generalpardons hat sich sowohl das Vermögenssteuersoll wie der jährliche Einkommen- steuerzuwachs wesentlich erhöht. Ter Redner verliest Zahlen. Im übrigen ist der Generalpardon eine Prämie für die Unehr­lichen. Wir decken unseren Staatsbedarf zu einem1 Viertel aus direkten Steuern, Preusten dagegen nur zu einem' Zehntel. Wir müssen daher eine höhere Steuer haben. Ter,Redner geht dann auf die sozialdemokratische Forderung, Abschaffung der inb: retten Steuern, ein, und fragt, wo denn das Geld hergenommen werden soll. Er führt eine große Reihe von Zahlen an, die die Un­möglichkeit der sozialdemokratischen Forderung erweisen.

Nächste Sitzung Dienstag, den 25. Februar, 9 Uhr.

Die Ernennung Mcafies zum Botschafter in Petersburg.

Paris, 20. Febr. Die Ernennung D e l c a s s 6 s zum Botschafter in Petersburg wird von der Presse im all­gemeinen günstig beurteilt.

Jan res schreibt in deröumamte":

Telcasse hat mindestens zwei Jahre lang unermüdlich be­hauptet, daß auch Kaiser Wilhelm seine friedfertigen Absichten kenne. Es wäre ein dreifaches Verbrechen von Del- easse, wenn er nach Petersburg ginge, um dort die.Polle eines Störenfrieds zu spielen. Diejenigen, die ihn für diesen Posten gewählt haben, sind für seine Tätigkeit verantwortlich, unb wenn Deleasse durch ihr dunkeles Ränkespiel die europäische i^paimung vermehren würde, dann würde .a.uf dem Haupt .Poinears eine furdjtbare Verantwortung lasten.

Der5 i 9 a r 0", der zu den entschiedensten Gegnern Delcasses gehört, schreibt: , .

Telcasse kann in der Regierung kein Minister des Aeußern sein. Die von ihm begangenen Fehler, die wir noch jetzt schwer zu büßen haben, beweisen dies. Er kann auch fein klarblickender und vorsichtiger Ministerpräsident sein, aber er hat zahlreiche Eigenschaften, um ein wirklicher Botschafter in der nützlichen Bedeutung des Wortes zu werden. Sein einziger Platz ist übrigens in Petersburg, die übrigen Hauptstädte find ihm verlchloffen wegen der Erinnerung an seine famose Einkreisungspolitik gegen Deutschland, die so kläglichen Schiffbruch erlitten hat, sowie wegen seiner Sucht, Geheimverträge abzuschließen.

In Kamm er kreisen hat die Ernennung Delcasses viel Befriedigung, aber auch große Ucberraschung hervor­gerufen, da ihm noch vor wenigen Tagen die Präsidentschaft der radikalen Linken angeboten worden war und er zur Ucbernahme dieser Stellung geneigt schien.______________

lephon

Spielplan der vereinigten Srantfurter Stadtlheater.

Gpernhaus.

Sonntag, den 23. Februar, nachmittags 7,4 Uhr:Ein Wal,er­träum." Abends 7 Uhr:Aida." Montag, den 24. Februar, abends */,8 Uhr: .Mignon." Dienstag, den 25 Februar*): .Oberst E hadert." Mittwoch, den 26. Februar, abends 7,8 Uhr: .Der hebe Augustin." Donnerstag, den 27. Februar: .Die Hugenotten." Freitag, den 2». Februar, geschlossen (10. Museums-Konzert). Sams­tag, den 1. März: »Die Jüdin." Sonntag, den 2. März, nach­mittags %4 Uhr: .Martha." Abends 7 Uhr:£a Boheme." Montag, den 3. März, abends ya8 Uhr:Orpheus und Eurydike." Dienstag, den 4. März:Der Barbier von Sevilla." Mittwoch, den 5. März:Lohengrin." Donnerstag, den 6. Aiärz:Iphigenie auf Tauris."

Schauspielhaus.

Sonntag, den 23. Febr., nachmiltags 734 Uhr:Die Zarin." Abends 7 Uhr:Der gute Ruf." Diontag, den 21. Februar')' Romeo und Julia." Dienstag, den 25 Februar:Der gut! Rust" Mittwoch, den 26. Februar:Der gute Ruf." Donnerstag, den 27. Februar, abends 7,8 Uhr:Püppchen." Freitag, den 28. Februar, abends >48 Uhr:Püppchen." Samstag, den 1. März:Die Zarin". Sonntag, den 2. März, nachmittags 7,4 Uhr:Die Journalisten." Abends 7 Uhr:Püppchen." Mon- tag. den 3. Marz:Ter gute Ruf." Dienstag, den 4. Marz : König Heinrich IV." Erster Teil. Mittwoch, den 5. März:6'ra> Pepi" Vorher:Wann wir altern." Donnerstag, den 6. Marz, abends 7.8 Uhr:Püppchen."

*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um! *1 Uhr-

. Mk. v"'

1 Rosshaarver u, zweite^

D* |\75 1*1* bis < 0 pfft ? KJöppel-Spitzen. Jencienne- cen, je nach Grüß« und 10

Aus Stadt «utz Land»

Gießen, 22. Februar 1913.

** Aus dem Militär-Wochenblatt. Die Leut­nants der Reserve Lotz (I Breslau) und Miehle (Katto- witz) des Jnfanterie-Lcibregiments Grosth. .zogin (3. Hess.) Nr. 117, und Wiese (II Köln) des Garde-Dragoner-Regi­ments (l.hess.) Nr. 23, wurden zu Oberleutnants befördert. Vizewachtmcister B 0 e l l i n g des Leib-Dragoner-Regiments (2. Hess.) Nr. 24 wurde zum Leutnant d. Res. befördert. Die Leutnants d. Res. Oehlert (I Darmstadt) des Garde- Dragoner-Regiments (1. Hess.) Nr. 23, und Meyer (IDarm­stadt) des 2. Leib-Husaren-Regiments Königin Viktoria von Preußen Nr. 2 wurden zu Oberleutnants befördert. Die Leutnants der Landwehr-Infanterie 1. Aufgebots Otto und Leist!er, sowie die Leutnants der Landwehr-In­fanterie 2. Aufgebots Weibert (I Darmstadt) und Rahn (Worms) wurden zu Oberleutnants befördert. Der Leut­nant d. Res. B e ck e r (I Darmstadt) des Telegraphen-Batail- lons Nr. 1 wurde zum Oberleutnant befördert. Die Vize­feldwebel Schaefer (Worms) des Inf. Regts. Prinz Karl (4. Hess.) Nr. 118, und Lcibfried (Erbach) des 3. Ober- Elsäss. Inf. Regts. Nr. 172, zu Leutnants der Reserve be­fördert. B ö n i n g (Wiesbaden), Lt. der Landw.-Jnf. 1. Auf­gebots, wurde zu den Res.-Offizieren des Leibgarde-Jns.- Regts. (1. Hess.) Nr. 115 versetzt. Koch (Saarbrücken), Hauptm. der Res. des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Hess.) Nr. 116, wurde mit der Erlaubnis zum Tragen seiner bis­herigen Uniform, der Abschied bewilligt.

** l ke rku nd lich e Ausstellung. In den Tagen vom 6. bis 27. April wird hier in Gießen in den Räumen der alten Klinik, die von der Stadtverordneten­versammlung dazu freundlichst bewilligt wurde, eine groste VölkerkundlicheAusst. ellung statt finden. Die Ver- anstaltung geht aus von der Basler Missionsgesellschaft, die dafür ihr seit Jahrzehntert gesammeltes, reichhaltiges Material aus Ehina, Indien, der Goldküste und Kamerun zur Verfügung stellt. Ahnenhallen aus China, Götzen­tempel und (Ängeborenenhütten aus Afrika, eine indische Küche, Modelle von indischen Straßen, Gerätschaften, Er­zeugnisse der Handfertigkeit und vieles andere wird da zu sehen fein. Vor allem werden aber auch die Ergebnisse

= Schotten, 21. Febr Die Abg. Dr. Weber und Genossen beantragen, die Kreisstadt Schotten in die Orts­klasse II des Wohnungsgeldtarifs aufzunehmen. In der Begründung des Antrags wird ausgeführt: Abgesehen davon, daß er für Schotten gerade keine Empfehlung sein kann, wenn es als Sitz eines Kreisamts unter sämtlichen Kreisstädten zurück- stehen soll und damit gewissermaßen aus die kleine Bedeutung des ärmsten Kreises hingewiesen wird, so liegen doch Verhältnisse vor, die diese Beurteilung nicht rechtfertigen. Aus einer Auf. stellung der zurzeit von Beamten gemieteten Wohnungen geht hervor, daß die Mietpreise nicht niedrig sind. Wenn einzelne Wohnungen dabei sind, deren Miete gering zu sein scheint, ,so liegt der Grund in den besonderen Umständen. Schöne und tadellose Wohnungen, die in neuerbauten Häusern vorhanden sind, müssen teuer bezahlt werden. Infolge der regen Bautätigkeit sind die Preise der Bauplätze auf 5Mk. für den qm gestiegen. Die Her­stellung der Gebäude erfordert dadurch, daß außer Basaltstemen das Baumaterial von auswärts bezogen werden muß, einen höheren Geldaufwand, als in größeren Städten, wo durch Frachtersparnis billigeres Material und leisMngsfähigere Bauunternehmer vor­handen sind. Wenn auch der Geländepreis gegen andere Plätze etwas niedriger steht, so wird die Differenz durch das von außerhalb zu beschaffende Baumaterial aufgehoben. Die guten Arbeiter müssen hier so hoch bezahlt werden, wie in den größeren Städten. Was die Preise der Nalnungsmittel und der fonftigen Bedürfnisse der Lebensunter Haltung betrifft, so sind gerade aus Beamtenkreisen schon oft Klagen laut geworden, da rnnan in den Städten der höheren Ortsklassen billiger leben könne, tote auf dem Lande. Wir glauben, daß dies bei den Familien zu­trifft, die kein Land haben jinb alles zu kaufen gezwungen smd. Auch die kostspielige Erziehung der Kinder auf dem Lande ist in Betracht zu sieben, wie denn überhaupt alle Verhältncsse auf dem Lande so gestaltet sind, daß viele Beamte der Versetzung auf eine Stelle in einem Landstädten meist widerstreben.

dir Privatarbeiter. c,_ ,

<fter Redner wendet sich bann dem Gemem)chaftsvertrage ?ii: Kein Mensch bekämpft jetzt den Vertrag an sich Der Vertrag ist ein Hindern ngs gründ Zu einer wirklich g rotzen deutschen E i s e n b a h n g c m e i n, ch a f t Wenn auch die Losten für den Ankauf der Ludnngsbahn sich choher gestellt hatten, so wäre dadurch doch auch die Beteiligungsziffer gestregen und ' dadurch wäre der Höheibetrag wieder mehr als wettgemacht. ,

Abg. Reh (Fortschr. Vp.): Für mich unterliegt e^ keinem Aueifel, daß die Abg. Raab unb Ulrich sich einer Entgleisung .Uuldig gemacht haben, unb baß sie heute mit großen Aui- tanbung von Lungenkraft diesen Eindruck verwischen fuchem L Abg. Bähr (Md.): Ich bedaure, daß ich keme Antwort lauf meine Anfrage megen der Bahn S) anau $ u b jngen erhalten habe. Sieht man meine Anfrage als so unbedeutend an?

Finanzminister Dr. Braun:

Die Regierung bedauert den Verlauf, den die Angelegenheit IBüdingen genommen-hat. Während früher die preustAemeinben I Üb dagegen ausgesprochen Wu, hegt^ka^inberms bei den | b-ssisckren Gemeinden; namentlich bei Büdingen, s^e Gewah- nng einer stattlichen Hilfe fetzt voraus, daß etwaige Strm punkte I tagen Geländestellung erledigt sind. 213 enn ) id) ab er bi e Ok- liwcinbcn noch darüber streiten, )01 ftfur bie Regierung leine | Möglichkeit gegeben, den Ständen eine Vorlage zugehen zu lasten Dir müssen warten, bis ber Streit seine C^igung gemnden | fat. Daß die Gemeinde Langenbergheim dadurch m eine mist- I Iahe Lage gekommen ist, bedaure id? mit.dem Jbg. mit | ihm ich in dieser Beziehung ausnahnisweise ^meinstimme. , 1 Die Ab st i mmu n g ergibt einstimmige Annahme des stu^ sickutzantrages: Bewilligung der EinnalMe Mit 17 443000 Mk., o«:r Ausgabe mit 480 Ö00 Mk. «v.

Ferner werden angenommen die Anträge S -

Ungernng der Strecke für Arbeiterfahrkarten und Kohler bezüglich

Kafütel L11 ^Lotterie, wird ohne Aussprache genehmigt: Ein- ^^Vei^Kapi'tel 12^'Direkte Steuern, Regalien^usw^IlomM^t « zu einer Geschästsordirmigsaussprache über die 7 9/ J?an die AngÄegenhelt der S ch r e 1!b g e h.i l f e n m biefon ^u ß-Mmcnhange behandeln soll. Tas Ergebnis rstzdaß die Schreib- Nhilfen-Sache bei Kapitel 89 zur Sprache kommen soll.

Zu dem Thema selbst spricht sunächst .

Aba Uebel (Ztr) Er beklagt sich darüber, datz eme ^n-atzl Arbeiter, die" aus dem Rotgau stammen, in Hcfftn »nd

hessische Zweite Kammer.

bs. Darm st adt, 21. Februar.

Präsident Köhler eröffnet um 9.20 Uhr die Sitzung.

Am Negierungstische der Finanzminister und einige Ministe­rialräte, später Staatsminister v. Ewald.

Der Präsident weist nochmals darauf hin, daß heute bereits btr vierte Verhandlungstag über dieses Kapitel ist; er bitte, I loch daher möglichst kurz zu fassen. Er erteilt dann das Wort dem Abg. Raab (Soz.). Dieser wendet sich nochmals den Arbeiter­innen zu, die er als von dem Minister einseitig gesdstldert I bezeichnet. Er spricht dann gegen die Abg. Dr. Osann und Reh I i$r habe tun Arbeitern keinen Vorwurf gemadjt, nur der Eisen- I bahiiverwaltung. < Zwischenruf Ulrick)s: Sie erzieht ihre Arbeiter ft Heuchlern.) Die Arbeiter wissen, wie id) das gemeint habe. I Aker für Arbeiterintereffen kämpft, der darf nickst so zimperlich tun.

Abg. Ulrich (Soz.): Es kann keine Rede davon sein, daß I wir den Arbeitern Heuchelei vorgeworfen haben. Der Arbeiter, | brr aut sein Recht verzichtet, der steht unter dem Druck des Bewußt- U seins, daß er sonst verhungern müßte. Ich selbst war Eisen- U bohnarbeiter. Ich habe aus der Debatte die Ueberzeugung ge- K Wonnen, daß wir nicht ruhen und rasten dürfen, gegen den M preußischen Fiskalismus zu kämpfen. 40 Redner haben M gegen den Vertrag gesprochen. Nur einer hah gelobt. Und hat er 1 kpvaS vorgebracht, das für den Vertrag einnehmen könnte? Ich sage lautNein!" Herr Rechtsanwalt, Justizrat Dr. Osann hat sich als ein vorzüglicher Vertreter preußischer Interessen er- I wiesen Ich lasse mich nicht durch die Ueberschüsse in Träume cinwickeln, als käme nie mehr eine Krise. Ich halte die Ver- tcetung der Eisenbahninteressen durch Dr. Osann für sehr bedenk- M sich. Preußen tilgt keine 200 Jahre, Preußen hat ein Extra- mtbinarium von über 800 Millionen liegen, Preußen hat 37 Proz. getilgt im Zeitraum von 50 Jahren.

Wir tilgen nickst mehr wie Preußen: wer das glaubt, der kann nur die Hosen mit der Beißzange anziehen. (Große Heiter­keit.) Jetzt, wo der Vertrag leider abgeschlossen ist, arbeiten wir daran, nicht il)n zu vernichten, sondern ihn zu revidieren. Mr können 3: 97 fordern statt 2: 98. Wenn damals die hessischen llrterhändler besser den damaligen Minister Achenbach verstanden hätten, der Mainz unter allen Umständen haben wollte, so hätten itdr fidjer die Teilungsziffer 3 erhalten. Es sind Fehler ge­macht, die jetzt fortgesetzt wirken und immer weite Fehler .erzeugen. Dagegen müssen wir uns durch eine, Revision schützen. Die Achwierigkeiten, von denen Dr. Osann sprach, sind nicht so groß. Bei einem derartigen Material sind die Statistiken so minitiös geführt, daß sie sich leicht tlartegen lassen.

Der Redner behandelt dann den A u 10 m 0 b 1 l v e r k e y r. Mir sollten den vorliegenden Antrag annehmen. Wir müssen bessere Verbindungen mit unserem Odenwald schaffen.

Ich habe einen Antrag gestellt, die Strecke für Arbeiter­sahrkarten zu verlängern. Ich bitte, diesem Anträge zu ent­sprechen, um einige Unzuträglichkeiten abznstellen.

Abg. Ulrich behandelt dann die Umgehung der ^tabt Osten- ißaif); eine solche würde eine Schädigung nicht nur für bie Stadt, .sonoern für das ganze Land bedeuten. \

Mit der Leisetreter ei kommt man nicht weit: wir muhen kZ den preußiscknm Junkern klarmachen, was wir wollen. Wir laben einige Vorteile erzielt, aber wir wollen mehr erreichen! Die jetzt fast viertägige Debatte wird in Berlin nicht ohne Ein­fluß bleiben.

Präsident Köhler: Der Abg. Ulrich hat gesagt, daß ber Abg. |8tdj bei der Erteilung. des Notarspatentes, wenn ihm zugemutet ivorden wäre, nicht mehr freisinnig zu sein, der Regierung dies Patent um die Ohren geschlagen hätte. Ich halte diesen Aus- I druck für unzulässig uni) rufe den Abg. Ulrich zur Ordnung.

Abg. Wiegand (Zentr.) sprickst über Ergebnisse des Gostautomobilverkehrs in Hessen, die als ungünftig zu bezeichnen [ s-ien

Finanzminister Dr. Braun stellt einige Zahlen richtig, die Abg. Raab angeführt hat.

Es tritt dann eine Pause ein.

Nach dieser spricht .... . .

Abg Henrich (Fort)chr. Vp.). Er bespricht zunächst bie »Lohnsrage. Er erkennt an, daß durch das Stückzeitlohnver- Htbren gewisse Verbesserungen geschaffen wurden. Er geht bann Lauf die Eifenbahnarbeiter und ihre speziellen Verhältnisse ein, bic freiwillig auf das Streikrecht verzichten. Das batte cr auf­recht und nehme bic Arbeiter entschieden gegen den Vorwurf der 5>mchelei in Schutz. Tie Eisenbakmarbeiter dürfen nickst stteiken int Interesse des ganzen Landes. Sie stehen IP.auch ganz anderen Faktoren als die Privatarbeiter gegenüber. Sie haben die Mög­lichkeit, auf anderem Wege ihre Forderungen durchzusetzen, als

Duttes Blatt <65. Jahrgang

Gießener Anzeiger

. Mk. UW jo, ein- und eihig

*ior " aW

Uli9t0

, ID* S'W ' 11 SWj

. Mk. Uh (elgrau Meltoo zweireihig

Der von der Mission in ihren Schulen und Werkstätten geieifteteten Erziehungsarbeit vorgeführt und damit ein Eindruck von dem groß,en .Kulturwerk, bas dort getrieben wird, gegeben werden. Genaue Kenner von Land und Leuten werden als Führer durch die Ausstellung dienertz unb alles erklären. Ganz besonders soll damit auch den Schulen in Stadt und Land gedient werden. Eine große Zahl von Herren und Damen aus allen Kreisen der Stadt sind zusammengetreten, um die Ausstellung vorzubereiten. Wir hoffen, daß ihr auch hier in Gießen derselbe glänz-ende Erfolg beschieden sein werde, wie in den vielen anberien Städten, in denen sie bisher veranstaltet wurde.

** Der Vorstand des Landesverbandes der Hausbesitzer-Vereine in Hessen hielt am 20. Februar in Mainz eine Sitzung ab. Nach Mitteilung von Mainz, daß die Beschwerdeschrift gegen Landeswohnungsiuspektor G r e tz s ch e 1 ber Staatsregierung eingereicht sei, gaben die Vertreter von Darmstadt, Ofsenbach unb Worms die Erklärung ab, datz auch sie Veranlassung zu Beschwerden hätten und voraussichtlich bet ber Staatsregierung vorstellig werden müßten. Hinsichtlich bei Wassergeldfrage berichtete Geschäftsführer Winter, Onenoach, dahin, daß die Sach^ dank ber Bemühungen des Oberbürgermeisters Dr. D u 1 l 0 unb bes Dezernenten des dortigen Wafierwerkes, Beig. Weil, hinsichtlich ber nötigen Vorarbeiten, Beschaffung von Material usw. ein gutes Stück vorwärts gerückt sei und ei Grund habe anzunehmei', daß alsbald in der Sache ein weiterer Schritt erfolgen könne. Die Eingabe gegen bic Erhöhung ber Schornstein feg ergebühren ist von ber Regierung noch nicht beantwortet worden, indessen ist bekannt, -baß Erhebungen ftattfanben. Es war der Versammlung unerfindlich, warum bte hessische Regierung zu einem solchen Schritt griff. lieber bie Eingabe betr. bie Landesbrandversicheru n g s a n st a 1 t mürbe von einem Landtagsabg. mitgetcilt, daß diese Sache noch schwebt. Betreffs 2. Hypotheken berichtete Direktor Volk über den Fortgang unb den Stand ber Sache. Auf einen Antrag würbe einstimmig beschlossen, unverzüglich eine Eingabe an bas Justizministerium zu richten, damit es beim Reichsjustizamt m dringlicher Form vorstellig werde, daß die §§ 1123 unb 1124 B. G. B. zu beseitigen seien unb der § 10 des Zwangsveriteige- rungsgesetzes dahin abgeändert werben Müsse, daß dem 1. Hvpo- thekengläubiger ein Vorzugsrecht bis zwei Jahre rückständiger Zinsen von dem nachfolgendou 2. Gläubiger gewährleistet ist. Die Bestimmung müsse gemildert unb höchstens auf ein halbes Jahr herabgesetzt werden. So allein könne das Vertrauen zurück^ kehren und Kapitalien für zweite Hypotheken wieder flüssig ge­macht werden. Allerdings werde diese ?Naßregel ein­tretendenfalls die Not allein noch nicht beseitigen. Herr Grünewald, Mainz besprach die Eingabe, die der Neichs- verband zum Schutze des deutschen Grundbesitzes und Realkredtts an das Reichsjustizministerium gerichtet habe In verschiedenen Städten Hessens haben sich Mißstände hinsichtlich Handhabung der Zwangsverwaltung unb unverhältnismäßig hoher Honorierung zum Nachteile ber Besitzer und Gläubiger fühlbar- gemacht, auch soll es bei der Wahl der zu solchen Z wg n g s- ver walt nngcti bestimmten Personen nicht immer einwand­frei hergehen. Es wurde beschlofsen, mit einer Eingabe bei bet Staatsregierung vorstellig zu werden. Ein Anttag auf Bildung von Hausbesitzerkammern, ähnlich wie die Handwerks­kammern, wurde an den Zentralverband nach Berlin verwiesen. Architekt Schembs, Darmstadt, sprach über Kanal-Ein- laufgebühren.

Kreis Schotten.

n # : ieli # sters t