Die heutige Nummer umfafot 12 Seiten.
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Königsbaues Tir ftaiferiti und bic H'ömgtn begaben nach ihrem Eintreffen in den ofthdien Thronsaal durdi
21uslatiD.
Dclcasfe in Paris. Nach einer Meldung der Äaence Havas ist der französische Botschafter in Petersburg, Del- e ass«, am Montag in Paris eingetroffen, ummitderRe- gicrung Fühlung zu nehmen.
Tie Ankunfl der deutschen Offiziere in konftantiiiopef. Tas türkische Äriegsmimsterium rid>- late an alle Armeekorps ein Rundschreiben, in dem es heißt, bag General Üimo von Landers für die Dauer von fünf Fahren in türkische Dienste genommen sei als (Sbef der Reformmission. Er »verde das Mommanbo des I Armeekorps, bas in Konstantinopel und Umgebung liegt, übernehmen, außerdem werde er Mitglied des Kriegs- rars sein. Tas Kriegsministerium veröffentlicht ferner ein vom 27 November datiertes Frode des Sultans, welches bas am 28. Oktober abgeschlossene Abkommen über die deutsche Milikörmission sanktioniert. Rach Informationen aus diplomatischen Kreisen Wiens hatte der Schritt der Vertreter der TriplcEntente hanptsächlid, bie Anfrage zum Gegenstand, ob die Dardanellen undder Bosporus unter
2lus Meriko.
Mexiko, 15. Dez. Nichtamtliche Depeschen bestätigen die Nachricht von per Niederlage der Auf st ändi- scheu bei Tampico. Tie Aufständischen nahmen alle Lo- komotiven und Wagen der Eisenbahn mit sich. Tie Bundes iruvven berichten, daß 800 Aufständische getötet ioorden seien, ehe sie sich aus der Reichweite der Geschütze retten konnten. Es wird keinerlei grober Sachschaden gemeldet.
Spalier der Vctbgarbc unb der xwrtfdnerc Eier wurden von den Pnnzcffimien des Königlichen Hauses und Palastdamen erwartet Der Kuiser und der Mtönig trafen um 11.30 Uhr ,n der Residenz ein. schritten die
anderen Prinzen schloffen sich der Fahrt nadi der Residenz an
Tas Kaiserpaar bewohnt in der Residenz die Raume
Nach einer Depesche aus Elpaso. weldie die Bertchtk amerikani'dier, deutscher und spanischer Flüchtliiige wieder- gibt, ist General Billa tati'äd>l»ch der Diktator von Lbi huabua. Er wies die Forderungen der Vertreter des Aus landcs zurück und brmädihgte sich des Eigentums der Aus länder, das auf Mill. Dollars geschätzt wird. 20 Mexiko n e r Hot er b i n r i ch t e n lassen. (General Villa bat die oustandischen Kaufleute wissen lassen, dost f»e große Tum men zur Unterstützung der Redellen zu zahlen haben.
Tie „Tribuna" meldet aus El Paso 300 deutsche Flüchtlinge sind aus Ehibualma wer eiiigelrojsrrn.
Front der Ehrenlompognie ab und begaben sich dann gleich falls zur Begrünung zu den Prinzessnmen In den Straften der Stabt bildeten Veteranen- und 'tnegernereme Spalier Aus dem Mar-Josefs Platz hatte hdi bie Studenten d) at un Wichs mit Föhnen und Bannern aufgeuclll Im Hosgartcn stand die Ingendvereimgung „Wehrkraft"
Am Vormittag ,nachten der Kaiser unb die Kaiserin dem Königspaare einen Besuch un Wittelsbocher Palais
Der Kaiser besuchte unmittelbar nadi seiner Ankunft in der Residenz bie Thcatiner Hofkirche unb legte dort am Grabe des verstorbenen Prinzregenten Luitpold einen Kronz nieder Um 1 Uhr war Familienfrühstück in den Weiften Zimmern unb Marscholltaiel ui den Steu,zimmern
Um i Uhr fuhr das Kaiser paar nach dem Wittels badter Palais, um dort dem König unb der Königin und hierauf der Prinzessin Arnulf erneu Besuch abzustatten Das kaiserpoar beiuditc hieraus und) die Prinzessin Therese von Bauern, die Herzogin von Modena und die Prinzessin Klara unb gab bei den übrigen Mitgliedern der Königs- fatnilie ihre karten ab.
Um 3 Uhr erschienen der Kaiser unb der König mit dem Gefolge vor dem Neubau des T c u t) d) c |i M u s e u in s an der Isar Die Majestäten besichtigten unter Führung des Vorstandes des Museums mit Reichsrat Oskar v. Miller an der Spitze, zunächst die groften Modelle in dem Modellbaus, schritten dann zu dem riesenhaften Neubau des Hauptgebäudes, wo sie von Emaiiilel v Seidl empfangen wurden, dem bie Durchführung d s Entwurfes des verstorbenen Gabriel v Sei bl obliegt Die gewaltigen neuen Säle und Treppenhallen, lueldie erst im Rohbau fertig sind, wurden nach allen Richtungen burd)fdrritten; n a wurde im Eyrensaal das grobe Iripti)d)on des Münchener Malers W a 11 en Verger beseiten, die Grundstein! ?gnng des Deutschen Museums barftclleub. Tarottf fuhren bie Majestäten zu den Sammlunzten des Deutschen Museums in der Mazimilianstrafte unb besichtigten sic.
Um 5».4 Uhr sand bei dem Kronprinzen zu Ehren des Äaqcrpaarcv Tafel statt.
;|u Ehren der Anwesenheit des Kaiserpaares fand heute abend X Uhr im Ho st Heater die Festaufführung des dritten Auszuges der Meistersinger von Richard Wagner statt. Tie musilalische Geltung hatte Hofkopcll- nieifter Röhr. Herr Bender sang den vanS Sachs, Frau Bosetti die Eva und Herr Aols den WaUer Stolzing. Ter Kaiser zeichnete die Vertreter der Hauptrollen mit Ge- jchenlen aus.
Der Kaiser verlieh eine grafte Anzahl Auszeich - nunaen, u. a.: den Schwarzen Adler-Orden nebst dem Gros',kreuz des Roten Adler-Ordens dem Prinzen Adalbert von Bauern: dem Ministerpräsidenten Tr. Frhrn. von H e r l l i n g schenkte er seine Bronzebuste.
Dcufldw»
Zobern n n d s e i n e G a r n i so n. In Jabern madit man sich nun allerlei Sorgen. Es wird von dort berichtete Aus dem Umstande, daft nun and) der Rest der Kasernenbestände des Insanterieregiments Nr. 99 hier geräumt und noch Hoqenou bezw. Bitsch geschidt worden ist, ivollen ge- ivh'fe Zeitungen den Schluss ziehen, dost die 99er tatsächlich hierher nicht mehr zurünkehren und boft ein anderes Regiment hier Garnison nehmen wird. Demgegenüber wird von gilt insorniierter Seite versichert, dost überfeinen bevorstehenden R e g i m e n l S w e d) s e 1 bei der Ge meuibcucrnmltuiig vis letzt nod) keinerlei o f fizielle Mitteilung vorliegt. — Die übermorgen stoltsiiibenbe Gemeinderolssitzung wird sich u. o. auch mit der in Aussicht stehenden G a r n i s o n s v e r in e h r u n g sHierherver- legung der Reitenden Abteilung des Feldortillerie Regiments Nr. 84 Straßburg > zu besassen haben. — Um irrigen Zet- tnitgsmelbnngen voi zubeugen, sei übrigens aufgrunb einer on amtlicher Stelle cingcboltcn Information sestgestellt, daft die Beziehungen zur j e tz i g e n n t e r > m i ft n ck e n G a r n i - son Wachkommando des Straftburger Sochsenregi.ments Nr. 10 » nnier Hauptmann Rammler und der Zivilbevölkerung die denkbar besten sind. Olcgcnteiligc Nachrichten, wonach der genannte Offizier auf der Strafte durch spöttische Zuruse beleidigt worden sei, beruhen aus tendenziöser Ersin« düng.
Der I u n g d e u t s ch I a n d b u n d hat gemctnfam mit dem Zentralausschuft für Volks- u. Iugendspiele ein Gesuch betreff- Einfiihrung des obligatorischen Xuruun- terr, chtsan den Pflichtfortbildungsschulen an alle Staotsministcrien der deutschen Bundesstaaten gesandt und den Reichstonzler gebeten, den zuständigen einzelnen Re- gierungen bir Einsührung bes obligatorischen Turm ben Fortbildungsschulen, unb zwar gleidimästig für das männliche und weibliche Geschlecht, warm empfehlen zu wollen.
Das Kaifcrpaar in München.
Genau vor einem Jahre hat der jepige König Ludwig IU. als Prinzregent die Herrschast in Bayern <uige treten Siebzehn Jahre sind seit brr Moskauer V a fallen rede des heutigen Königs Ludwig 111 verflossen und immer nod) spukt hier und da das t*st)penst der bayerischen Reichsverdrossenheit Gerade aber das ..Ba- fallenproblem" ist zwischen Wilhelm II. und dem heutigen Ludwig III. vollständig erledigt und abgeschlossen, toi es überhaupt mit dem Ansdruck ^lainU so feine Bewandtnis hat, die in der Erinnertnig nicht ganz richtig sonleda Prinz Ludwig befand fidi damals, im Frühiahr 1M9U, als Vertreter feines Vaters, des Prinzregenten Luitpold, bei ben ikrönungsfestUchkeiten des jetzigen Zarenpaares in Moskau: fr nahm dort an dem Stiftungsfest des Vereins deutscher Reichsangehöriger teil, aus den, der deutsch- ibeneralfonful in Mo tau einen Trinkspruck) auf ben Prinzeu veinndi von Preutzen und olle deutschen Fürsten hielt, die im „Gefolge" dieses Vertreters des Deutsch.'« Kaisers er schienen seien. Der Konsul sprad) also gar »idit von „Vasallen"! Erst Prinz Ludwig crtlarte in seiner berühmten Gegenrede, daft die deutschen Fürsten nicht als Vasallen bes Kaisers, sondern als dessen gleichgestellte Verbündete auMifbredien leien. ‘liegen dieser Pierscharfung d.'S g.'wist nimt berechtigten Ausdrucks „im Gefolge" in Vasallen gab es bann die grafte Verstimmung zwischen Berlin und München, bis dann die Aussöhnung gelegentlich einer Reise be» Prinzen Ludwig zur Kieler Woche erfolgte Seitdem ist bas Verhältnis zwisdieu dem Kaiser und dem jetzigen Bavernkonig ungetrübt geblieben, ja c9 hat seit dem Fe- bruar 1912, als Prinz Ludwig beim Stapellaus des Linieusdiifses „Priuzregent Luitpold" die 'Tausrede mit dem vom Kaiser ausdrücklich wiederholten Resraiu „Iii Treue fest" hielt, red}! sreundschastliche Forme« angenommen. Gewift hat Ludwig als König seine Vorstellung vo»i der SxrrhcMcit des alten Bauerns nicht verloren unb bedauert vielleicht heute nod) deu Verlust her badisdk« Pfalz , aber er ist dodi viel zu klug unb kennt bie Stimmung im viel zu genau, um eint Rolfe spielen zu touden, bie einfadi unspielbar wäre. Als fübö.'iitidicr Fürst wiro ci stets eine Stütze des föberalipen Prinzips bleiben, aber wenn er jetzt seinem königlichen unb kaiserlichen „Bruder" Wilhelm II „in Treue sest" bie Hand zum Willkomm bietet, fo ist dies sicherlidi das denkbar aufrichtigste (»Gelöbnis der banerifdien Reichstreue
M ü n di e n, 15. Dez. Tas Kaiserpaar ist um 10 Uhr 50 Minuten auf dem Hauvtbahuhos eingetroffeu, wo es vom Königspaar und ben Mitgliedern des löniglid)en Hauses empfangen wurde.
Das >raiferpaai ivnrde von dem Möuigopaar auf» berzlidiste btgrüstt. Die Kaiserin und die Königin begaben fidi nad) der »tönigluticu Resideiiz trotz des starken Schneetreibens in einem offenen ä la Taumont gefahrenen Sechsspänner. Seitwärts ritt der Stadtkommandant, Generalmajor Goe ringer: der Wagen wurde von einer Eskadron des ersten fdinieren Reiterregiments geleitet. Ter Kaiser schritt mit dem Könige inzwischen die Fron! der Ehreniompagnie ab, hielt bann groften militärischen Empfang ab, begrüpte die im Salon versammelten Herren unb nahm ben Borbeimo renkompagnie ent
gegen Der Kaiser und der König Uhren im offenen sechs- jpannigcu Wogen zur Rejidenz Seitwärts ritt LberftalJ- mciftcr Freiherr v Leon rod Eine Eskadron des 1 jchweröii Reiter-Reqiments bildete die Eskorte Tas Publikum tu den festlich geschmückten Straften begrüßte die Majestäirn überall aus das allerherzlichste. Der Kronprinz und die
Ht. 295 Lrttes Blatt 165. Fatzrqang Dienstag, 16. Dezember 1915
Sictzencr Anzciger
MU General-Anzeiger für Oberhessen
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3um 500. Murtstag von £a iiochesoucaul».
3h bat „euroimiidm Büchern", die über dem Wandel bes nationalen GeichmackeS sieben, rechnet Nietzsche die „M arime n" pes Herzoas von La Rvchewucauld, und er meint, daft man bei ihm und einigen andern Franzosen dem Altertum näher sei. als bei irieub irrldiri (Smpix von Autoren anderer Völker Wobt nmßte der fcttiidy.’ Jerglirbefcc aller menichiiaen Lei^einchart:n. der Provdei der 3d)iudM unb mibarmberjiflc M.n scheu kenn er b.mi Einsiedler von SilS Maria (»eionders teuer und geittesoenoanol sein und uns iii der «ranzöiische Grandstianeur, dessen unfiab ItcbA' Büchlein auch m der Form des kriftallklaren und leuchtend flei*hiirnm ArKrorisinu^ den: denticben Pbitoiovden ein V-rbil" boi beute besonder $ bnrdi die Veredrnng seines Sdiülers Nietztch- wieder nabe arrued. Unter den kraftrollen und vvmphanen Ftauren „m Höre Ludwcas XIV enchfint dieser fülle in sich gekehrte Beobachter tu ein inicresiantes Dämmerlicht geriidt
3n einem ratenfrvden. in AuSdrücben wlilticber LeideniOiait fid) entladenden T")drhundert geboren, halle er selbst bie Gabe uem Geschick crbaltcii. überall nadi der Kehrseite der Dinge zu suchen, stet.- nach den Gründen ,11 ftagen. Der Üoltc Parteriüdrer. her VUr" Frcmdeur, der ferne Leute ui Kamp: und Stea tübreit fönte war eine Hamlet N^llir. ein naditienhtdwr Grübler, un- fäbifl Auaenblick und in der Forderung des Augenblickes auszuaed So ;iebt itd> eine tragt ich- Iiffonan; durch dies Qckn begnmt. wie da^ eines kecken und romnnti'dKii Au- rübrers nnd endet wie ixu« eines ,oellabgewandten Einsiedlers Das Geichiechl der La Rochefoncautd.' rühmte sich als inner Ahn berriii der f(bönen Meluiine: e.- gehöne zu den tedmm nach dem be* König So ift denn der nmge Prm, Moreillae. — wie er bi* »um Tode inner Balers die). -dwn mit 13 Jo dem Cbent.
mit 15 Fabren ver bei ratet nnd spiel! bald in den Hoimtriguen eme wichtige Rolle Durch inne Schönheit, -rinai Seift und 'ein nlänintfe'- Wesen aewmnt er die oUgemerne lunnerk'amkeit. besonders auch die der Kdntam Anna, der er sich in einer gam romantischen Hingebung werbt Um die Regennn dem E: vft deS ffärbinal Richelieu .11 entziehen. 'oN er darnalr ben odantain- ithon Plan geioftt haben, brr Königin nach Bermel -a ntHübren. um von dort auS (rurfluB auf die Polink ,u gewmnen T;* Um- ftänbe verändenrn die Ausführung dieieS tzvedankenr. aber berGraner des all märt-turn Kardinals »ourde in dir Vanille arneA unz» harar auf leine Güter verbannt In brn Kämmen der Fronde ftand er tarn mit an enter Stelle, aber der rechte Erfolg bheb jjm ven'agr. ES fehlte -hpr taS wrtrnftendc Feuer einer groften
Begeisterung Der .Kardinal Rey. der auch ein guter Menschen Fenner inar, -and tu seinem Wesen etwa.- EngentümlicheS, ein anvifses tchnrr zu bearbnirnbe» Etwas Es war inte stme- üxiltiflfcit, die dem Kämoftr den Degen labrntc und bnt Politiker unitchei machte Ter Nachwelt ist taS Rätsel gelöst, mar um La Rocheioucauld mit all feinem ftolint Streben idxuicrtc unb fid) icklieftlich als ein müder resiqiiiener Mami ins Privatleben iurütf- zog Wir haben den Schlnisel in fernen Schriften, nnd es ist ein koiilarer Schlüssel, der hier das komplizierte Räderwerk eines tiefen Genies um> einer feinen Seele offenbar madit Ter Herz.x; bat oft m der Schlacht fein Leben gewagt und doch behauptete er, es gäbe keine Todesverachtuna Er verachtete das Mitleid als „eine Lnbenichan. bie in einer wohlgestalteten Seele zu nichts gilt in", unb bom war er der »irtlich'ie weichste Mensch, dem iedeS Unrecht w Herzen ging Senie Liebeuswürdigknt, feine cnute und Herzlichkeit werden gerühmt, und doch widmete n die lebte Zeit seines Lebens ganz der Aufgabe, bie Hinfälligkeit unb Nichtig- (eit alles deii'rn zu trwnicn. nxis wir Tugend nennen
Tas stets uuederkebeende Lenmotw ferner in ihrer Form r e in ihrer 'giodxHixnr w unnachahmlichen Mapimen ist brr eine dktanke bir Ich'uchl ist bie Ouellc alles Tuns und Memens Damit bat er nichts Neues gefügt: feine Zdeen find 10 alt wie die Welt aber mt * ne hier aus der Enahrung fmeS nornehmen irofirt Per fön cninndfli werden, wie iic fine !>ollendete künstlerische Ausprägung erhalten, de._ bedeutet die Gröpe La Rodf foueaulds und macht feine Reine Apbonsmenkammlung .u einem klassischen Werk der Weltliteratur
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- TaS Frankfurter Heine- Denkmal. Aus Frankfurt a M. werd uns geidniebnt_• Wo der grüne An lagenffünct bie Zeil idmetbet, dem Hauptrerkcbr zwar schon ein bTDdxn enrrückt, aber vor cmnn nrvni Prospekt oller Ahmte, steht non auf weif.graunn Stemiockel bie köstliche Bronregruppe, bie frankfurter Bürger ..dem Dichter Heine" germbmet haben. Heines Porträt, übrigens nicht idrr ähnlich, begegnet nur in entern Neinen MedatllonrAief cm der SockelTront. Aber als um die von allen (Irenen geregnete Denkmalsgruppe "elbst bie Hülle fiel, griff unter rewunberndem Schweigen so fort das allgemeine Ge fühl Platz: Heines Beites, die Effen-. seines Wesens, ieiner Dichtung, konnte kaum reiner unb schöner r'mtnnbdblidx werden als -n dreier Gruppe des bmgclagmtn Mädchens und tas Jünglings, der halb fdnrüa, halb tonyt. Auch wer gegen Heine, fei cs
mit ober ohne Grund, einiges auf dem Herzen haben mag, must vor Innern Bildwerk sich neigen, tas fo «tetn aus dem Rhythmus der schönsten Heinefcken Lieder gehören zu fein scheint Was alle» man an dem Dichter Heine bewundern muh, _bic vor- bnn unrrbörte Leidiirqkeit der Sprachbftanblung, bic Selbstver- ftänblidifeit des schwebtnden, tanzenden Bbtithmu-.-, bir träumende Schmückt und bic ipielerischr, ort auch spöttische Grazie, cd ,st bi. r mit mtaunluh nbäguQtrm Ausdruck ins Plastifdrc ütn-rlragen. Van oller Erdensckwere befreit, ganz Wohllaut unb beschwingte Elastizität, halb Volkslied, halb Hymnus, Gefühl und (Heift, Jaribnt und Kraft in eines verwoben, ist diese (truppe bei allem sinnlichen Reit, aller streng formalen Schönheit ein ätherisch leichtes Gcdicbt, nn Herne -Lied in Bronze. Georg Kolbe, her Sckiöp'.r des Btldwerks, hat mü tbm alle Hoffnungen erfüllt, bie man sckon int längcrrtn auf thrfni raifiqcn, strengen und gra- ziöic'v Llasnker setzen durfte. Tas Denkmal, dessen Kosten int rth-knthcben Frankfurter Bürger auf eine Anregung der freien Ittcianichen tKefetlschaft bin ausgebraät haben, wurde, rott bereits gemeldet, von Paul Fulda, cmnn Bruder des Dichters Fulda mit schlickten Worten der Stadt übergeben Oberbürgermeister Borg: lieft seine Dankesrede tn bic Worte au^Thngen: Heute war dock an Deutscher: bie Stabt Frankfurt roitb das erste öffentliche Heine-TtUkmal gerne in ihre Obhut nehmen.
- Tas erste Konzert nach dem Kriege. Au- Athen wirb uns geidmeben: Unter dem Protektorat der Königin Sophie gab Prosts)or Schaeffer. KonzerNneifttr des Prinzen von Reuft. am 7. Dezember sein erstes dstsiäbrrges Violinkontztin. Tas Programm enthielt das G moll'Konzert Rr. 1 von M. Bruck, troci domon?cn in F unb G-bur von Beethoven, bas T-moll- kanzcit van Bicurternps, Nocturne unb Capriccio von Slunicko. Albumblatt von R Wagner Wilhelm unb trott ungarische Tänzi von Brahms. Die meisterhaft aa'viclttn Stücke fanden bnt lebhaften Beifall der Zuhörer, der sich besonders na'ck dem Vortraq brr Romanzen von Beethoven und der ungarischen Tänze zeigte. Von den mustkgewohmen Tarn dien wurde tas Konzert besonders begrüßt, da es ihnen endlich trnmal roicber einen musikalischen Genuß bot, auf den sie während der Kriegs-eil verzichten mußten.
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wisfen- IdiafL Ter 5 I n ter n a 110 n a lc Kongreß für bie F ü r- sorge der Geisteskranken findet vom 8. bis 11. Januar in Moskau statt.


