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163. Jahrgang
Zweites Blatt
M. 65
Giehener Anzeiger
Erscheint laollch nth Ausnahnte des Sonntags.
General-Anzeiger für Oberheffen
Die „riehener Zamilienblatter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt ffir den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Did „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zwennal.
Dienstag, 18. Mr; 1913
Rotationsdruck und Vertag der Br ühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.
N. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Dntckerei: Schul- straße 7. Expedition uird Verlag: e^5L Redaktion:^^112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.
Mhs*
braucht nkcht auszufallen, meine Kerren, wenn Sie sich angewöhnen, Wybert-Tabletten bet sich zu führen und bei belegter Stimme oder rauhem Kais davon zu nehmen, „(fs gibt Kein besseres Mittel, um die Stimme sofort Klar und frisch zu machen." Dies ist der Inhalt zahlloser Zeugnisse über die in Ihrer Wirkung unerreichten Wyberl-Tabletten, die in allen Apotheken und Drogerien 1 Mark pro Schachtel Kosten-Nieder- leigen in Gießen: Pelikan-Apotheke u. Löwen-Drogene. (ss3^
81-83
79-00
94—98
86-90
89—97
78-82
84—89
75—78
63—74
113—117
105-113
97—103
88-96
Lebend- Schlachtgewicht
Mk. 52—56 51—55
46—50
48-51 44-47
50—55
43—46 45—49
38—42
32—37
68—70
63—80 58—62
52—57
Mk. 95—97 93—96
84-91
80—85 74—79
81—83 30-82 .
Märkte.
F.C. Wiesbaden. Viehh o' -M ark tbe r: cht vom 17. März. Auftrieb: Rinder 10 (Ochsen 48, Bullen 0, Kühe 62), Kälber 316, Schafs 0', Schweine 378.
Marklverlautt In Großvieh bleibt bei mittlerem Geschält Uebersland, Schweine u.Klemvieh l ei ruhigem Geichäst ausverkauit Preise für 100 Pid.
Ans Stadt nnd Land.
Gießen, 18. März 1913.
Die stille oder Karwoche.
Ausland.
Eine Gedenkfeier in Wien.
Ans Wien wird gemeldet: Die Reihe der ans Anlaß der Iahrhnndertfeier der Befreiungskriege geplanten Fest- stchkeitcn wurde, durch eine Feier vor dem Denkmal Theodor Körners eröffnet. Anwesend waren u. a. der deutsche Botschafter, Statthalter Frhr. v. Bienerth, btc Vizebürgermeister Porz er und Hoß, Vertreter des Unterrichtsministeriums, zahlreiche Gemeinderäte, Vertreter der Presse unb Vereine. Rach der von dem Stadtrat T o m o l a gehaltenen Festrede legte Viz-ebürgermeister Porz er an dem Denkmal einen Kranz nieder, worauf die Vereine Kränze uiederlegten. Mit einer patriotischen Ansprache Porzers und dem Vorbeimarsch der Schulkinder und Vereine vor dem Denkmal endete die Feier.
Eine Einigung in der ungarischen Krise?
Wie ein Oseupesler Abendblatt meldet, seien die Regierung tind die Opposition bereit, aus folgender Grundlage sich zu einigen: Ministerpräsident Luckas und Graf T i s z a d ent t1 - sio nieren. Die Regierung verpfltchtet sich, daß Rechtsve^ letzungen wie am 4. Juli uicht mehr Vorkommen und erklärt s^ch bereit ein neues, bett Wünschen der Opposition löte der bürgerlichen Parteien befriedigendes Wahlgesetz einzuführen.
Der Prinz von Wales
ch »am Montag abend unter dem Nckrnen eines Earl of Ehester inkognito nach Deutschland ab gereist.
Der Prinz von Wales besucht, bevor er srch nach Stuttgart begibt, zunächst Köln, Düsseldorf, Koblenz und Hetdel- berg. Unter seinem Gefolge besindet sich der Professor/ Dir. Fiedler von der Universität Oxford.
Der Budgetausschuß der französischen Kammer billigte den Bericht über den Grsetzen'wurf, be'reffend die Ausnahme eines Kredits von 420 Millionen für die nationale Vertetdtgung und" beschloß, daß allsährlich die Finanzausschüsse der Kammer und bet Senats je einige Unterausschü,se von fünf MUglndern ernennen sollen, der über die Verwendung dec für die National- Verteidigung angeforderten Kredite eine ständige Kontrolle zu üben habe.
Wieder ein Kampf der Franzosen mit Marokkanern.
verMrnachrichten.
b Wieseck, 15. März. In der „Germania" tagte heute eine Versammlung der Spar- und Darlehenskasse, in der u a. die Jahresrechnung zur Vorlage kam. Rechner Becker erklärte sie, und es wurde allgemein anerkannt, daß die Rechnung ein recht günstiges Ergebnis abgeworfen habe. Die mit
O cb f e n.
Dell fleischige, miSgemäftete. höchsten Schlachtwertes im Alter von 4—7 Jahren ....
Tie noch nicht gezogen haben (ungejochtf . ^unge, fleischige, nicht ausgetuästete uns allere cmSgctnäftcte • • • • • •
Bull en.
Pollfleischige, ausgew^ höchsten Schlachtw. . .
Vollfleischige, jüngere. .....
tzä r, en. Kü h
Vollsteischige auZgernästete Färsen höchsten
Schlachtwertes . ........
PoUfleischigs ausgemästete Kühe höchsten
Schlachtwertes bis zu 1 Jahren ...
Wenig gut entwickelte Färsen
A eitere ousgemäsiete Kühe unö wenig gut entwickelte fimgere Kühe . . . . .
Mäßig genährte Kühe und Färsen . . ... i\ ä L der.
Feinste Mastkälvee ........
PtllUere Mast- und beste Saugkälber ....
Geringere Ma|> und gute Saugkälber . . .
Geringere Saugtatver.........
l(ircbc und Schule.
Ein Jubiläum der katholisch«» Kirch«.
Der Cfferbatore Romano" veröffentlicht einen apostolischen Bries, durch den die Feier der Erinnerung an bat der Kirche dnrch Kaiser Kvnstaniin gegebenen Frieden fe,t- „cicht wird. Der apostolische Brief feiert zunächst da- große und qiiickliche Ereigni-, durch das vor 16 Sectcn der Kirche der Friede gegeben wurde, fordert bie Katholiken vor allem zu mildtätigen Werken auf, ermahnt sie, die Gebete ,u Weit, der Jungsrau, allen Herliaen und besonders zu den Aposteln zu verdoppeln und ordnet die Feier eines Jubelfestes an. Alle in Rom wohnenden^oder nach Rom kommender Gläubigen die vom Wertzen «onm lag an bis zum Feste ber unbefleckten ^ptaugnrs zweimal die Kirchen St. Johann in Lateran, St. Peter und St. Paul besuchen und dort für das Gedeihen und die Erhal- tuna der Kirche und des Heiligen Skuhles, dre Au.rottung der Ketzerei, die Bekehrung aller Sünder, die Gintracht unter den christlicheii Fürsten, dsen ,ynebcn und die Einigung unter allen christlichen Boltern beten, einmal beachten und nach ihrem Vermögen Almosen spenden sollmi amo Anlast des Jubiläums vollständigen Ab l ast erhalten, auch denjenigen, die nicht nach Rom kommen können tmrd vollständiger Ablast gewährt werden, wenn sie sechsmal die Kirchen oder die Archen ihres Landes besuch^ die von den Bischöfen bestimmt werden und die anderen Werke der Frömmigkeit vollständig erfüllen. Dieser vollsürndige Ablast kann auch für die Seelen im Fegefeuer durch Fürbitte gewährt weroeii. Des weiteren trifft der apostolische Brief besondere Bestimmungen, damit auf See fahrende Reisende, Mitglieder des Regularklerus, Gefangene und Kranke den gleichen .Ablast erhalten können.
Mk 353891,59 Aktiven abschließende und einen Reingewinn von Mk. 2342,91 ausweisende Bilanz nmrbc einstimmig gut geheißen und dem Vorstände Entlastung erteilt. Tie von dem Vorstand und Anfsichtsrat vorgeschlagene Verteilung cmer Dividende von 60 o wurde gut geheißen. Dem Reservefonds wurden Mk 1529,63 überwiesen. Fcrnkr wurde bekannt gemacht, das- sich bei der Prüfung durch die von bem' Verbände eingerichtete Bück;erprüfungsstellc zu Darmstadt keinerlei Veränderung der Bilanzsumme ergeben habe, und dast die Rechnung 8 Tage lang in dem Geschäftslokale zu jedermanns Einsicht ogen liege.
Wie aus Rabat vom 16. März gemeldet Wird, wurde eine P r o v i a n t k o I o ti ii e, welche eine Abteilung des Obersten Ma g- uicr decken sollte, am 15. März bei Machra Beni Smct, sechs Kilometer südöstlich von lieb Zen, von starken feindlichen Streik -ästen angegriffen. Tie Marokkaner eröffneten das Feuer auf die französische Kolonne, welche von eener Abteilung Artillerie drei Sckwadronen Kavallerie und eurer ^nfanterre- Mteilung gedeckt wurde. Erst nach,sünfst ü ndr g em ernften Kauipfc gelang es den sranzömchen Teckungsiruppen, welche 14 Tote, darunter einen Drn^cr, und 3o Verwundete hatte, den Feind, nachdem er schwere Verluste erlitten hatte, zuruck- zuschlagen.
Die Gefährdung eines Deutschen in Mexrko.
Wie aus Nogales gemeldet wird, setzten die Staatsbehörden von Sonoras den d e u t sch en K o njulai/’ agenten in Hermosillo Mar Muller rn Frerh.it.
tag, da. *
•* Lehrerpersonalien. Uebertragen wurden den Lehrern Phil. Geibel zrt Ober-Sartlheim und Gg. Lehr zu Ranstadt Lehreritellen an der Gemeindeschule zu Pfungstadt. — In den Ruhestand wurden versetzt der Reallehrcr an der Höheren Mädchenschule zu Offenbach Hch. Flath auf sein Nachsucheti und unter Verleihung der Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und die Lehrerin an der Höheren Bürgerschule zu Heppenheim a. d. B. Anna Hitzel auf ihr Nachsuchen. — Erledigt ist eine Stelle für einen evang. Lehrer an der Volksschule in Bad-Nauheim.
Kreis'Büdingen.
Bad-Salzhausen, 17. März. Das Kaufmanns-Erholungsheim ist jetzt in seinem inneren Ausbau soweit vollendet, daß am 1. April die Wohnungen des Hausverwalters und des Hausmeisters bezogen werden können. Als .Hausverwalter ist ein Kaufmann aus Wiesbaden ang'estellt roorbnt. Die Hausmcisterstelle würbe bem hier seit 10 Jahren als Maschinist des Wasserwerks tätigen K. Klinkerfuß übertragen. Dem Verwaltungs- und Aufsichtsrat bes Heimes gehören u. a. als Mitglied,er an: Babekommissär Forstmeister Kirchner hier, sowie .Hotelbesitzer Beig. Mengel unb Oberamtsrichter Römhelb in Nidda.
Hessen-Nassau.
— Fraukenberg, 17. März Der .Kreistag beschloß, eine allgemeine Ortskrankenkasse und eine 'Kreiskrankenkasse zu errichten. Der Kreishaushalt für 1913 wurde mit 166 500 Mk. festgestellt. Das Jahr 1911 schloß mit 211337 Mk. Einnahmen und 195 585 Mark Ausgaben ab. Es wurde dem Wunsche. Ausdruck gegeben, daß die Bahn Gemünden —Frankenberg bald in Angriff genommen wird.
Karwoche wird diesem Osterfeste vorangehende Woche . genannt, auch die „schwarze Woche", weil sie die Trauer - und Lcidenswochc des Herrn gewesen ist. Jediw Tag hat in ihr im Volksmunde einen Namen. Montag ist. der „blaue Montag" von altersher genannt. Noch heutzutage machen manche Handwerker gezwungener oder ungezwungener Weise den sogenannten blauen Montag, an dem sic ebenfalls nicht arbeiten, sondern sich sozusagen von den Sonntagsvergnügungen ausruhen. Der folgende Tag ist der gelbe Dienstag oder Eicrdicnstag; Mittwoch heißt der krumme oder saure Tag. Grüner Donnerstag, der Tag der Einsetzung sdes Heiligen Abendmahls, istader Zeitpunkt, da allerlei Frühlingsgenüsse und grüner Salat auf den Tisch gebracht wird, welche Sitte aus dem Judentum übernommen und jetzt in allen christlichen Landen verbreitet sind. Einzelne: Forscher sind jedoch anderer Meinung und schreiben, den. Gebrauch aus dem Heidentum her, wo an diesem Tage ein Fest zu Ehren Donars gefeiert wurde, dem auch Frühlingsgabcn dargebracht und in seinem Gedenken verspeist wurden. Die der Einsetzung des Abendmahles vorangegangene Fußwaschung, durch die ^esus seinen Jüngern ein unvergleichliches Beispiel von Selbst- äußcrung und Demut gab, geschah ebenfalls am Gründonnerstag. Seit dem Beginn der christlichen Kirche wurden beide Handlungen zwar lals wünschenswerter, alljährlich zu wiederholender Brauch von der Geistlichlcit angesehen, als gerade auf den Donnerstag fallend aber erst mehrere Jahr hunderte darnach am Ende des 7. Jahrhurrderts festgesetzt. Die Bezeichnung „Gründonnerstag" stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist seitdem bei uns erhalten geblieben. Die griechische Kirche ist dem Beispiel, das ihr die ersten Christen in Selbstverleugnung gaben, als sie sich gegenseitig und den meistens schon erwachsenen Täuflingen die Füße norm Beginn des Mahles wuschen, gefolgt und erhob die Sitte sogar zum Sakrament. Die römische Kirche hat die allgemeine Fußwaschung aus guten Gründen aufgehoben. Doch wird sie noch an manchen Orten, wie in stiorn, in Wien, in München mit großer Feierlichkeit und unter Beobachtung einer stillen Würde ausgeübt. Die Sitte war jahrhun^- dertelang nicht mehr vorhanden, bis sic im Mittelalten wieder auflebte und seitdem unter kirchlichen Zeremonien begangen wird. Karfreitag, der stille Tag, der Tag der heiligen Erinnerung an das Leiden und Sterben Christi! Karfreitag, der Tag, welcher vor allen Tagen im ganzen Jahre zum Nachdenken über die Passions-, d. h. Leibenszeit unseres .Hcilanbes aufsordert! Wer sich biese Zeit nicht einmal am Karfreitag nimmt lind ernstlich unb reuig über seinen irdischen Wandel tiachsinnt, dem wird das Leben verrauschen, ohne ihm Gelegenheit zur Vertiefung und Besserung geboten zu haben. „Ecce homo", sehet, welch ein Mensch! hat dereinst der Heide Pilatus beim Anblick des unschuldig und stillergeben leidenden Cl)risti ausgerufen. Er wollte nicht teilhaben an seinem Tode, mußte ihn aber doch, den Juden zuliebe und um.cs nicht mit seiner Umgebung ganz und gar zu verderben, in die Hände semer Feiüde überantworten. Gethsemane, am Fuße des Oel- berges belegen, und der Ort, da das Olivenöl in der Kelter gewonnen wurde, hat den Kampf und das Leiden des We'lterlösers gesehew Hier hat er gebetet und gefleht, hier hat er den Sieg errungen. Von Gethsemane aus würbe er nach der sogenannten „Schädelstätte", nach Golgatha, geführt, um dem schlimmsten Verbrecher gleich und mitten ' unter zweien der ärgsten hängend, für die ganze Mensch- ' heit den Kreuzestod zu erleiden. Gekreuzigt, gestorben, J begraben, aber — am dritten Tage wieder auferstanden i vom Tode. 97ur der stille Samstag liegt noch dazwi- i schen, dann ist der Ostersonntag, der Auferstehungs-
veutsches Reich.
Das Präsidium des H a n s a b u n d e s
hat beschlossen, vom 1. April b. I. ab eine sämtlichen Einzel initgticbcrn bes Hansabundes unentgeltlich zugehende M o ii at sschrift herauszugeben. Die Monatsschrift wirb in über 200 000 Exemplaren erscheinen.
Fr ic brich Naumann
sprach am gestrigen Montag abend in einer vom Jugendvercin Eugen Richter cinbcriiicucn unb von über 1500 Menschen be sncküxnk Versammlung in Berlin über die Volkserhebung von 1813. Der zuständige Polizeipräsident von Charlottenburg hatte an den Vorsitzenden des einberufmben Vereins rin Schreiben gerichtet, in dem er mit Zwangsmaßregcln drohte, falls der Verein junge Leute unter 18 Jahren an der Versammlung teilnehmen ließ.
Eine Vorschrift für Branleutc.
Ter deutsche Monistenbnnd richtete an den Reichstag eine von Prof. Osüvalb unierzeickmetc Bittschrift, wonach die 'Brautleute gesetzlich gezwungen werden sollendem ärztliches A11 e ft beiznbriiigen, daß sie körperlich gcwnd linb, unb bie Eheschließung leine gesundheitlichen Gefal)rcn für die Kinder bedeutet. Zum mindesten sollen kranke Brautleute ärztlich über die Gefahren einer Eheschließung imterrichtet werben.
Gar ben t eich, 16. März Ter V erlreter t a g zu dem G e s a n g S w e 11 st r c i t des Gesangvereins „Frohsinn" fand heute uachmiitäg statt. 10 Gesangvereine nahmen test; der WettstreU findet in vier Klaffen statt und wird am 23. ^nm abgcbaltaiL An Preisen kommen nahezu 1000 Mk. zur Verteilung. <sn Klasse 1 singen die Vereine Steinberg unb Enkheim, in Klasse 2: Watzenborn, Ostheim unb Pohl-Göns, ist Klasse 3: Bubesheim und Rückingen, in Klasse 4: Hausen, Mendorf an der Lahn und Gam- bach.
^.Trais-Horloff, 16.- März. In unserer Gegend soll ein Sängerbund gegründet werden, 14 Tage nach Ostern findet die erste Gründungsversammlun^ statt.
(r^ B ad -N au he iM, 16. März. Der Ku r- u. V er schöu e- r u n g s v e r e i n, der sich namentlich in früheren Jahren um die Hebung bes Bad"s große Verdienste erworben hat, bewü- ligte in seiner ant Samstag abgehaltencn Hauptversammlung 150 Mk für Ansckniffung von Bänken und Bogelsutterbauschen, 40 Mk. für Vogelfutter, 100 für den Verkehrsausichum Denr Bilbiingsverein, bem Ortsgewerbevereür unb der Sanitatskolonne wurden je 10 Mk. bewilligt. Für Prämiierung von Blume^.ncknnuck an Häusern, Balkomn nsw. mürben 25 Mk. ostsgesetzt. -yic Mitt gliedcrzahl bes Vereins beträgt 300, baruntcr zahlreich Auswärtige.
Das Ende eines Riesenprozefies.
4 Berlin, 17. März 1913,
Einer der größten Bankschminbel-Prozesse bes letzten Jahrzehnts, der Strafprozeß gegen Otto Sattler und seine -sebershel er aeht nnnmehr seinem Ende entgegen. Der Riesenprozen, zu dem bie Anklageschrift nicht weniger als 2000 Seiten ninfante und m dessen Verlauf übernahezn 1000 Zeugen vernommen worben sind, hat bie zehnte Strafkammer des hiesigen Lanbgerichts I l^t 7. Jannar b. Js. ununterbrochen beschäftigt.
In ber Verhandlung hatten sich acht Angestellte der „Aterkur- bant" neben Sattler als Mittäter zu verantworten, wahreiid vier weitere Angeklagte es vorgezogen haben, den Verlauf des Niesen- Prozeßes im Äluslande abzuwarten. „
Der Staatsanwalt stellte folgende S t r a f a it t r a g_e: Er beantragte gegen Sattler unter Einbeziehung einer vom Schwurgericht gegen ihn erkannten dreijährigen Gefängnisstrafe wegen Tepotverbrechens, wegen Betruges in Verbindung mit Vergehen gegen das Börsengesetz am Gesamtstrafe von acht Jahre n G c säugnis und 3000 Mk. Geldstrafe, sowie wegen Vergehens gegen das Stemvelsteuergesctz auf 55025 Mk. Geldstrafe zu erkemien. Gegen den Angeklagten Bruchhorst beantrage er wegen Betruges sieben Monate Gefängnis und 600 Mk. Geldstra'e, wegen des Steuivelsteuervergehens 495 Mk. Geldstrafe, gegen Marquard t wegen Betruges zwei Monate Getängiiis, 600 Mk. Geldstrafe und wegen des Stempelsteuervergehens 6510 Mk. Geldstrafe, gegen die übrigen Angeklagten beantragte er nur Bestrafung wegen Betruges und zwar gegen Tonn neun Monate Gefängnis nnd 1000 Mk. Geldstrafe, gegen Hirsch nenn Monate Gefängnis und 1000 Mk. Geldstrafe, gegen Kal manu drei Monate Gefängnisse, 500 Mk. Geldstrafe, gegen Heinicke 4 Monate Gefängnis, gegen Justus sechs Wochen Gefängnis und 200 Mk. Geldstrafe, gegen Sauberer drei Wochen Gefängnis und 100 Mk. Geldstrafe und gegen Groß eilt Monat Gefängnis und 150 Mk. Geldstrafe.
L> ch a k» Weidemastschafe: Dtastlämmer und Atasthammel . . . 45 50-47 00 Geringere Ptantzammel und Schafe . . . 41—43.50 Schwein».
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