Nr. 51
Sänftes Blatt
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag».
General-Anzeiger für Oberhefsen
l
Zur Vergleichung möge hier für die
1913
bis
1917 die Reihe der Ostersonntage nach der jetzt geltenden
Regel angeführt werden:
, 1913 März
Vorjahre,
werde.
fünf vor.
11.
9.
8.
7.
6.
Avril SJvrit Avril Avril Avril
hat be-
1925 1326
1927 1928
1929 fünf
1914
1915
1916
1917
früher al» im Ipäter „ , früher „ „ Ipöter „ „
früher „ „
1915 April
1916. April
1917 'dlvrtl
1918 April
1919 Avril
April "Avril April April
In dieser letzteren Reihe kommt schon innerhalb von Jahren ein Datumsunterschied des Osterfestes von 31 Tagen
April 5.
April 11.
April 10.
Avril 8.
April 7.
Jahre von
r von Sabinen über den Pet- . nie, wir brächten unsere Be- >- rng herabzusetzen. Ich Weitz vr-ußischen Minister gehört, die ' 1 ’c zu stellen. Wenn da» der 1 aister zu sein.
1920
1921
1922
1923
1924
lieben liebel ständen der alten Osterrechnung erlösen nxrrbcn, Und das; dann auch der Osten Europas sich dieser einleuchtend verbesserten Kalendergenrcinschaft gern anschließen wird.
minder- und hochbezahlten Arbeitern noch erhöht. Wiv haben ja noch über die vorjährige Resolution abzustimmen, die bei der ReichSeisenbahn dieselben Verbesserungen fordert, wie bei der Post.
LVcrttSevn titifc Revßen.
— Hanau, 28. Febr. Die diesjährige Hauptversammlung des Vogelsberger Höhen klubs findet am 24. und 25. Mai statt. Ter Vogelsberger Höhcn-Klnb erstrebt die Pflege des Natur- und Wandersinnes, die Liebe zur oberhessischen Heimat, Förderung der Wanderbestrebungen nach Oberhessen und die Erleichterung unb Hebung des Wanderverkehrs im Vogelsberg. Der Verlaus der Hauptversammlung soll folgender sein: Samstag, 24. Mai, abends, Kommers mit Aufführungen im „Deutschen Haus". Sonntags, vormittags 9 Ubr, Besichtigung der Sehens- würdigkeiten der Stadt. Um 11 Uhr vormittags Beginn der Beratungen im Kurhaus zu Wilhelmsbad. Daran anschließend Konzert und Ball. Die Musik stellt die Ulanenkapellc.
kuser Roggen. Dec Mini, - : schwerden nur vor, um die V nicht, ob es zu drn Pflichten bi Ehrlichkeit politischer Gegner in Fall ist, so freue ich mich,
Präsident Dr. ßacmpf: Sir
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51.
9lebaftion:e^ll2. Tel.-Adr.: ülnzeigerGiesten.
Die „Gietzener Famttiendlätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Zur Gstersrage.
Von Geh.-Rat Prof. Wilhelm Foerster (Berlin).
Die mit der übergroßen Veränderlichkeit des Osterdatums verbundenen Uebelstände werden bei dem diesjährigen Osterfest wieder einmal besonders drückend empfunden.
Die etwas mehr als einen ganzen Monat erreichenden Schwankungen dieses Datums im Sonnenjahre könnten so einfach auf etwas weniger als eine Woche eingeschränkt werden, wenn man es endlich aufgibt, den Anschluß der Festzeiten an das Sonnenjahr mit dem Anschluß an die Wiederkehr von Vollmondnächten zu verbinden, welche letzteren von den ältesten Zeiten her und in den heißen Ländern als besonders günstig erachtet wurden für Wanderungen, insbesondere für die Wanderungen zu gemeinsamen Festen und Heiligtümern. Einen tieferen Sinn kann aber die an sich stets ernst zu nehmende Tradition auf diesem Gebiet des Gemeinschaftslebens nicht beanspruchen, und es scheint daher auch den kirchlichen Mächten unbedenklich, jene uralte, aber jetzt bedeutungslos gewordene Festregel durch eine lediglich dem Sonnenjahr anzupasiende zu ersetzen.
Man hatte demnach begonnen, sich in den weitesten Kreisen der nach dem Gregorianischen Kalender rechnenden Kulturländer, mit vorläufiger Zustimmung der kirchlichen Autoritäten, dahin zu einigen, daß von einem bestimmten Jahre ab der erste Sonn- rag nach dem 4. April al3 der Ostersonntag gelten solle. Dies würde beispielsweise in den nächsten fünfzehn Jahren von 1915 ab für das Datum des Ostersonntags folgende Reihen ergeben:
Ter Eisenbahnminister hat sich über die Tätigkeit der beitecausschüsse geäußert. Er s int darüber ebenso schlecht in. formiert zu sein, wie der Gu'
11.
10.
9.
8.
6.
Auch der harkniickigske Küsten
hält den erprobten Wybert-Tobletten nicht stand, so steh! in einem der zahlreichen Zeugnisse über dieses ausgezeichnete Mittel zu lesen. Wer irgend zu Grhältung neigt, viel zu sprechen hak, seinen Kols schonen muh, lüht sie nie ausgehen uni) nimmt sie regelmäßig, wobei er immer von neuern ihre erfrischende und wohltuende Wirkung verspürt. Die Schachtel kostet in allen Apotheken u. Drogerien 1. Mk
Niederlagen in Gießen: Pelikan-Apotheke und Löwen-Drogerie ss”/,?
Samstag, März WZ
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Unioersitäts - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
rfen dem Minister auch nicht in bedingter Form Illoyalität bortnerfen. Ich erkläre das für nichts zulässig und unparlamentarisch. (Lachen der Eoz.)
Drucksachen aller Art Ausstattung stilrein u.preiswert
—i die ßrühl’sche Univ.-DruckereL
Abg. Kuckhofs (Zentrum):
Die Beamten im Lande freuen sich mit nn5 über die Einstellung der Zulagen in den Etat; aber sie rechnen dann auf eine dauernde Einrichtung. Der Reichstag wird fest bleiben, wie bei der Post. Wenn der Minister doch der Resolution stattgeben wollte! Wir denken da gar nicht an Folgerungen für die preu», stischen Eisenbahnen. Die Budgetkommission hat in einer Resolution die Schaffung weiterer Assistentenstellen und Beförderungsmöglichkeit für Stationsdiätare gefordert. Wir wollen nicht gegen die Tendenz uns wenden, Arbeiten, die von Beamten gemistet wurden, mehr und mehr an Diätare zu übertragen; aber die bereits vorhanoenen Beamten dürfen darunter nicht Schaden leiden. Die Bevorzugung der Deamtensöhne vor den Landeskindern ist eine ausfallende Tatsache. Der Redner spricht üb r einige Beamtenkategorien. Für die Bodenmeister z. B. habe ich im vorigen Jahre ein bewegliches Klagelied gesungen. Leider ist bi- heute noch nichts für sie geschehen.
Abg. Jcklcr (Natl.):
Die Zulagen für d i e Dahnassistenten halten wir für ebenso berechtigt und notwendig wie die für die entsprechende Beamtenkategorie bei der Post. Die Verhältnisse der Lademeister bedürfen dringend einer Besserung. Das Lokomotivpersonal verlangt mit vollem Recht eine Einrechnung der Nebeneinkünfte in das pensionsfähige Einkommen und eine Verlängerung der Ruhepausen. Besonders schlecht gestellt sind die Bahnunterhal- tung 5 arbeite r, für die etwas geschehen sollte. Zur Prüfung der Arbeiterwünsche sollte man eine eigene Kommission einsetzen, was die Arbeiter mit großer Genugtuung begrüßen wär- den. Die Verschiedenheiten in der Behandlung der Handwerker sollten beseitigt werden, da sie durch nichts begründet sind. Leider machen sich gegen die Wünsche der Arbeiter vielfach Gegenströmungen geltend. Dibei mischen sich Leute ein, die nichts von der Sache verstehen. So sagte mir einmal ein hoher Herr, die Streckenarbeiter verdienten keine Aufbesierung, weil sie faul seien. So oft man 3. B. ruf der Bahn fahre, könne man sehen, wie dis Streckenarbeiter, statt zu arbeiten, den vorbeifahrenden Zug sich ansehen. (Große Heiterkeit.) Der Herr wünschte wohl, daß die Arbeiter ruhig auf der Strecke weiter arbeiten sollen, während der Zug darüber fährt. Der Redner trift weiter für die beschränkte freie Arztwahl und die Regelung der Urlaubsverhält^ nisse ein.
Elsenbahnminister b. Vreitenbach:
Kann Ihr Kindchen gehen?
Wenn nicht, so wird ScottS Emulsion e5 kräftigen und seinen Knochen die fehlende Stärke zusiihrcn, so daß es schon früh sich auf die Beinchen stellen und laufen wird. Scotts Emulsion ist so erfolgreich, weil sie sehr reich an Nährstoffen ist und die zur Knochenbildung unerläßlichen mineralischen Salze enthält.
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Arnulf ion
Scott? GmuTfion wird von un3 au6- schlictzlich im groben verlaust, und zwar nie lose nach Gewicht oder Matz, sondern nur in versiegelten Originalflaschm in Karton mit unserer Schutzmarke (Fischer mit dem Dorsch». Scott ds Downe, G. m. b. H., Frankfurt a. 3JL
m, . Bestandteile ; Feinster Medizinal-Leber- Wt fron .150.0, prima Glyzerin 60,0, untcrphoS- >>w‘. vtzorigsaurrr Kalk 4,3, untervhosphorigsaurcO Natron 2,0, pulv. Tragant 3,0, feinster arad. Gurnnn pulv. 2,0, Wasser 120,0, Alkohol 11,0. tz'crzu aromatische Emulsion mit Zimt-, Mandel» und EauUhertaöl je 3 Tropfen. "
z3. — 15 Tage
12. = 20 „ 4.-8
23. = 19 „
8. = 15 „
Mb. Deutscher Reichstag.
7 122- Sitzung, Freitag, den 28. Februar.
Cm Tische des BundeSratS: v. Breitenbach.
Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um 1 Uhr.
Set Eka! Set LelchseiseMhE
(Zweiter Tag.)
Abg. PciroteS (Soz.1:
Als vierter Elsaß-Lothringer in dieser Aussprache muß ich heule weitere Wünsche der Arbeiter Vorbringen. Lieber noch möchte ich im elsaß-lothringischen Landtag sprechen. Dort ist der richtige Ort, unsere Forderungen vorzubringen. Dort versteht man uns bester. Die Verhandlungen könnten sehr vereinfacht werden, wenn man in unserem Landtag diesen Etat vorbe- raten würde. Das will der Reichskanzler aber nicht, weil er weiß, daß er mit unserem Landtag nicht so leicht fertig wird, Vie mit dem Reichstag.
Wir müsten an den Ueberschüssen teilnehmen, wenigstens müßten die Gelder, die wir vorgeschosten haben, dar- aus einigermaßen verzinst werden. Man bestraft auch die Gesinnung. Man hctt ei: en Fabrikdirektor bekämpft, weil er dem Deutschtum feindlich sei. Nicht den Schatten eines Beweises hat man dafür erbracht. Es hat siL um Dinge rein kindischer Natur gehandelt, bei denen von einer Verletzung nationaler Jntereffen nicht die Rede sein konnte. Ich habe keine Veranlassung, für Herrn Hegler persönlich einzutreten, er war ein Fabrikpascha von reinstem Master und körnte stier lehr gut auf der rechten Seite des Hauses sitzen. Man hat aber seine Gesinnung bestraft. Die Grafen st adener Fabrik hat nun ihre Betriebe getrennt. Unser kleines Land büßt dadurch 70 000 Mark Steuer ein.
Abg. Haegy (Elsässer) k
Es wäre bester, wenn der Etat der elsässischen Dahnen in Straßburg beraten würde und der Reichstag damit gar nichts zu tun hätte. Vor allem müßten die ganzen Einnahmen an die Landeskasse fließen.
Abg. Dr. Schatz (Els.) und Abg. Lützel (Natl.) sprechen für die Beamten und die Altpensionäre.
Abg. Emmel (Soz.) polemisiert gegen den Minister, dem er Mißbrauch der Amtsgewalt gegenüber den Arbeitern vorwirft. (Der Präsident rügt den Ausdruck.) Das ganze Vorgehen des Ministers entspringt seiner bureaukratisch-junkerlichen Auffassung. Sein Verhalten verstößt gegen Recht und Gesetz. (Der Präsident rügt den Ausdruck.)
Minister v. Vreitenbach:
Ich stelle mich bei meinen Amtshandlungen über die Parteien mit der einzigen Ausnahme, daß ich in dem großen Betriebe, den ich zu verwalten stabe, die sozialdemokratische Partei bekämpfe in allen ihren Betätigungen. Hierin lasse ich mich auch nicht durch Reden, die lo exzessiv, wie die des Vorredners sind, abbringen. Der Vorwurf einer junkerlich-bürokratischen Gesinnung ist so schief und unzutreffend, daß ich mich entschieden dagegen verwahre. Diejenigen, die die Vorgänge in Grafenstaden am Agitation benutzt haben, haben dem Reichs- lande einen schweren Schaden zugefügt. (Beifall.)
Eine Reihe von Resolutionen zugunsten der Arbeiter und der Beamten werden angenommen. Der Etat wird erledigt.
Sonnabend 11 Uhr: Marinetat.
Schluß 6% Uhr.
Abg. Behrens (Wirtsch. Dag.). _ , w .
Mit der Verbannung der Schund - und Schmntz Hteratur von den Bahnhofsbuchhandlungen hat sich der Mi- nister ein Verdienst erworben. Derselbe Unfug aber erfolgt auch durch Hereinwerfen von solchen Blättern in die Wagen. Auch da müßten Garantien geschaffen werden. Der Redner empfiehlt die von Bassermann, Ablaß und ihm beantragte Resolution über Vergebung von Lieferungen in Hausarbeitbetrieben. Die sozialdemokratische Resolution auf allgemeine TeuerunMulagen rst hucfi uns sympathisch, aber eine schematische Aufbesserung dec iLöhne ijt nicht zweckmäßig, weil sie die Spannung zwischen den
wogegen in der vorhergehenden Reihe nach der neuen Form ei die größte Verschiedenheit des Osterdatums nicht mehr als sechs Tage betragen könnte.
Man hat aber sogleich noch mehr erreichen wollen, nämlich ein ganz unveränderliches Datum für das Osterfest ohne Aufgebung der Stellung des Osterfestes in der Folge der Wochentage. Es lag nahe, die hierzu ’ erforderliche Aufgebung der unterbrechungslosen Folge der Wochentage zu verbinden mit einer neuen und gleichmäßigen Verteilung der Tagesanzahl des ganzen Sonnenjahres auf die zwölf Monate.
Das Problem dieser weitergehenden Kalenderreform, dem schon die erste französische Republik durch die Annahme des alt- ägyptischen Sonnenkalenders, mit gänzlicher Unabhängigmachung von der Woche und von dem Monde, eine Lösung zu geben versucht hatte, findet jetzt natürlich viele verschiedene Bearbeitungen.
Bei der Beurteilung der Zweckmäßigkeit solcher mehr oder minder tief in die Lebensgewohnheiten eingreifenden Reformen entsteht nun die überaus schwierige Erwägung, ob die für gewisse bestehende Einrichtungen vorgeschlagenen Verbesserungen in absehbarer Zeit imstande sein werden, die unvermeidlichen Schwierigkeiten und Gegenwirkungen, die das Gewohnte dem Neuen entgegensetzt, erfolgreich zu iiberroinben.
Für den ooen dargelegten einfachen Vorschlag einer sehr erheblichen Verminderung der Veränderlichkeit des Osterdatums darf dies mit voller Zuversicht bejaht werden. Die nach Einführung jener neuen Osterregel noch verbleibenden Schwankungen des Datums der Festzeiten sind eigentlich nur noch sozusagen „Schönheitsfehler". Anders sieht es aus mit denjenigen weiher- gehenden Kölenderreformen, die von dem in London abgehaltenen internationalen Kongreß der Handelstage auch empfohlen worden sind. So klug und sinnreich diese Vorschläge, deren nähere Erörterung hier zu weit führen würde, auch bedacht sind, so muß man doch sagen, daß sie dem Gewohnheitsleben gegenwärtig noch zu starke Aendernngen zumuten, und daß sie andererseits für die künftige, rechnerisch bcaiieinfte Gestaltung eines dem ganzen Erden- leben gemeinsamen geschäftlichen Weltkalenders mit gemeinsamen Bezeichnungen usw. and) noch nicht genügend durchdacht sind.
Es erscheint sehr wohl möglich, daß es künftig einen solchen Weltkalender geschäftlicher Art geben wird, neben welchem die alten tradittonellen Kalender, nur von ihren veralteten Einrich- hingen befreit, im intimeren Leben der von der Vergangenheit her näher verbundenen Gemeinschaften weiter bestehen könnten, wie es B. hn Orient die islamitischen Mondkalender neben dem! geschäftlichen Sonnenkalender tun.
Wir dürfen jedenfalls hoffen, daß die kirchlichen Institutionen — denn diese sind in der Osterfestfrage die traditionell ent< scheidenden, und nicht die Regierungen — schon von den nächsten Jahren ab uns durch die Verkündung der obigen vereinfachten Dftccforntd von den immer erheblicher gewordenen wirtschaft-
Verinlschtes.
ff. Dv s Grabmal Pius X. Pius X. hak in diesen Tagen die Anordnungen für seine letzte Ruhestätte getroffen, wie es von den Päpsten von jeher Brauch gewesen ist, vor dem Tode ba§ Grabmal nach eigenen Plänen zu errichten. Pius wird in der Krypta von St. Peter seine letzte Grabstätte finden, in deren geheimnisvollem Dunkel ganze Generationen von Päpsten ruhen. Sein Grab wird von größter Einfachheit sein. Eine Nische, gerade groß genug, um einen Sarg aufzunehmen, wird in die Wand gehauen iuid bis zum Tode des Papstes mit Ziegelsteinen vermauert. Später wird dann eine sckstichte Marmortafel die Oefsnnung der 9ii]'d)e bedecken und verkünden, daß dort Pius X. ruht.
* Der Einbrecher als Menschenfreund. Durch ein Zeichen impulsiver Menschengüte hat sich in diesen Tagen in Los Angeles ein Einbrecher eine dankbare Verteidigerin gewonnen. Ter Mann brock) nachts in das Haus einer Frau Morris ein, und begegnete der Hausfrau plötzlich auf der Treppe. Er richtete seinen Revolver auf sie: „.Hände hoch!" Mer Frau Morris schien ihn kaum zu sehen, sie stieß ihn beiseite und jammerte: „Mein Kind stirbt, holen Sie einen Arzt." Der Einbrecher packte sie am Handgelenk: „Was fehlt ihm?" „Bräune." Ter Mann steckte seinen Revolver in die Tasche: ,^Jch habe selbst 5 Kinder-, heute Nacht zog ich aus, damit sie nickst verhungern. Eine Kanne heißes Wasser!" Die Frau gehorchte mechanisch, der «Ein- brecher mischte ein Brechmittel und die ganze Nicht über rieb ei die Brust des Kindes mit Oel ein. Am Morgen verschwand er plötzlich spurlos. Ms die Polizei später sein Signalement verlangte, verweigerte die dankbare Mutter jede Angabe über den Menschenfreund.
ff. Der ungeküßte Ehemann. Frau Deems in Baltimore ist in ganz Amerika bekannt als der eifrigste weibliche Apostel der Hygiene. Ihre ganze Lebensweise ist auf hiegieinsck-e Prinzipien zngeschnitten, und sie opfert der Hygiene selbst ihre. Regungen als Mutter und Gattin. So hat sie niemals ihren Gatten geküßt (auch keinen anderen Mann sagt sie) und auch ihr jetzt sieben Jahre alter Sohn hat niemals die Lippen seiner Mutter ans den feinigen gefühlt. Sie reift seit Jahren von Ort zu Ort und predigt den Kamvf gegen den unheilvollen Kuß, der soviel Verderben herausbeschwört. Viel Erfolg soll sie bislang nicht gehabt haben.
* Vom lustigen John Bull. Der Glückspilz. „Na, altes HauS, wie bist du denn gestern Nacht heimgekoinmen? Weg gefunden?" Nein, denke dir, ein Schutzmann griff mich auf, und ich mußte die Nacht über auf der Wache bleiben." „Haft du ein Schwein! Ich hab' nach Hause gefunden . . . ." — Einst und jetzt. „Hast du bei deinem Manne im Laufe der Jahre eigentlich Veränderungen beobachtet?" ,^Ja, anfangs erzählte er mir immer von seinem klopfenden Herzen und jetzt spricht er nur von seiner Leber." — Der Beweis. Er komntt spät aus der Gesellsck-aft nach Hause und sie ist ungnädig. ,^Jch war wirklich der erste, der aufbrach." „Ach, das sagst du immer. „Aber diesmal kann ich es beweisen: sieh diesen schönen Schirm mit dem Goldgriff, den ich mitgebracht habe." — Umgekehrt.' „Na, Winkers, ich höre, du hast eine Frau mit unabhängigem Vermögen geheiratet?" „Ach, nein, ich heiratete nur ein Vermögen mit einer unabhängigen Frau." — I m Dilettautle n - K o n z e r t. „Was singt er denn?" „Laßt mich sterben wie ein Soldat." „Hätte ich nur meine Büchse bei mir, den Wunsch wollte ich ihm erfüllen ..."
Kleine Tageschronik.
Ter Nechtslehrer an der Universität Berlin, Professor Köhler, geriet in Alt-Moabit unter den Vorderteil eines Straßenbahniv-agens, wobei er mehrere Verletzungen an Stirn und Nase erlitt.
Bei den Weingutsbesitzern in Rüdes he im, Ei bin gen und Alu l Hausen, die nicht gewillt sind, mit den Organisierten über die Tarifverträge zu verhandeln, sind die Arbetter inn den Ausstand getreten.
In der Beurteilung des neuen A t k o r d °Tar i f 8 ein bedeutender Umschwung eingetreten. Dieser Umschwung allerdings den Sozialdemokraten eine schwere Enttäuschung reitet, die in den Reden der Sozialdemokraten zum Ausdruck kam. Wenn die Söhne der Beamten und Arbeiter der Verwaltung wieder zuströmen, so ist das nur freudig zu begrüßen. (Zustimmung rechts.) Eine ungerechte Bevorzugung vor anderen Beamten findet aber nicht statt. Tw eingeborenen Elast-Lothringer werden in möglichst großem Umfange berücksichtigt. Ter Minister anluortet auf eine Reihe von Bemerkungen der Vor- redner Er äußert sich über den Anteil Elsaß-LothrmgenS an den Eisenbahneinnahmen und widerlegt zahlenmäßig die Auf- faffung, daß sich da ein ungünstiges Verhältnis für das Land ergebe Ter Minister legt bar, daß die sozialdemokratischen Behauptungen über die Straßburger Lohnverhältnisse unrichtig seien DaZ Grafensiadener Werk erhält nicht nur einen seiner Bedeutung entsprechenden Anteil an den Lieferungen für die Reichsbahnen, sondern auch große Bestellungen für bie preu- s,!scheu Bahnen. D : Minister richtet an Peirmes bie Frage, was denn die Sozialdemokraten eigentlich mit Arbeitern in einem großen Betriebe machten, bie sich gegen bie vorgeschriebene Orb- nurg versündigen. Solche Maßnahmen, wie bie von Herrn , Peirotes angegriffenen, wird jed.r Leiter eines großen VetriebeS verantworten können. Der Minifter fchl.etzt seme Ausführungen mit der Erklärung, baß er im ubr.gen bemüht l«. das große Personal der Eisenbahnen über bic Bestrebungen der Sozial, bemofrahe aufzuklären und baß er davon niemals Abstand nehmen


