Ausgabe 
23.1.1913 Erstes Blatt
 
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physikalischen Instituts war bis zum letzten Platze besetzt, der Hand zahlreicher Apparate und Zeichnungen erläuterte Redner den Entwicklungsgang der drahtlosen Telegraphie zur heutigen Vollkommenheit. Die eigentliche Geburlsstälte drahtlosen Telegraphie ist in Deutschland zu suchen. Von

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beiden Ländern unterhalten.

Gewalttaten in Mazedonien

Heinr, I

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höchster Bedeutung waren die Versuche von £>. Hertz, der zum ersten Male den Nachweis führte, das; eine Ucbertragung elek­trischer Wellen ohne metallische Leiter möglich ist. Während Hertz diese Ucbertragung nur aus wenige Meter gelang, griff Marc 0 ni diese Experimente sofort aus, um sie mit großem Erfolg in der Praxis weiter zu entwickeln. Zum Ausstrablcn als auch <niHangen der elektrischen Wellen benutzt man A n - tennen, die aus zahlreichen Drähten bestehen, die in den verschiedenartigsten Anordnungen nebeneinander gespannt sind. Will man der Gebcrstation eine möglichst weite Reichweite ver­schaffen, so mutz die Antenne möglichst hoch über der Erde ange­bracht werden Ter jetzt wieder auigebautc Nauenerturm bat eine Höhe Don 200 Meter und gestattet einen telegraphischen Verkehr noch mit Tüdwestafrika. Die Franzosen besitzen im Eiffelturm eine außerordentlich wirkungsvolle Antenne, wie fich überhaupt dieser Turm schon für die verschiedensten wisscnsck-asllichcn Probleme als sehr nutzbar erwiesen hat. Tie von der Antenne.aufgefangenen Wellen werden durch geeignete Ucbertragung aus die hier ohne Zeichnungen nicht eingegangen werden kann in einem Telephon durch knackende Geräusck»e hörbar gemacht Die Zeickum- gebung erfolgt nach Dem Moricsnstem und must zurzeit noch von den TelegravluUen, die ständig mit dem Telephon der Station verbunden fein müssen, abgehört werden. Augcnblickliä. ist man bestrebt, die Zeichenübertragung auch dem Auge sichtbar zu

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jungen Mädchendie die Schattde der Vergewaltigung erdulden mußten, bre heiligen Orte verunreinigt und zerstört, bilden einen unauslöschlichen Sckzandfleck für die ruhnwolle Zivilisation des 20. Jahrhunderts. In Dedeagatsch haben die bulgarischen Sol­daten und Komitatschis die ganze muselmanische Bevöl­kerung niedergemacht, Vorratshäuser und Woh­nungen ausgeplündert. In Kapalla sind die reichen Mohammedaner getötet worden, nachdem L ö s e g c I b bezahlt worden war; die Tabakhändler gaben den Komi- tatscpis und den bulgarischen Soldaten nahezu eine Million Franken, um ihr Leben zu retten. Ebenso herrschen Mord und Plünderung in Drama: Lagerräume und Häuser der Moham­medaner wurden zerstört und ausgeraubt und dann verbrannt oder zu Ställen benutzt. Zwei Tage und zwei Nächte dauerten das Gemetzel und die Plünderung. Auch die Stadt Serres wurde durch diese gewissenlosen Banden der Plünderung und Braitdstiftung unterworfen: fünfhun­dert Mohammedaner wurden ermordet, Wohnungen und Lagerräume ausgeraubt. In Strumnitza sind von 6 80 Mohammedanern nur 6 dem Tode entgangen: die Stadt ist in ein Schlachthaus verwandelt worden, die Vor­räte wurden geraubt. Noch schlimmer liegen die Verhältnisse in den Dörfern und auf dem f f a d> e n Lande, wo die Bul­garen und Griechen gleich damit angefangen haben, die moham­medanischen Bauern abzuschlachten und ihr Eigentum zu rauben; so sind die Dörfer Armoudji, Erekle, Kierguiert und noch viele andere vollkommen niedergebrannt und die Einwohner ohne Unter­schied des Alters und Geschlechts niedergemetzelt worden: die Dörfer von Laganza und des Sandschaks von Serres haben größtenteils dasselbe Schicksal gehabt.

Seit zwei Wochen haben diese Mordbrennereicn einen anderen, nicht weniger verabschenungswürdigen Charakter angenommen: man hat die mohammedanischen Einwohner zum Ucbcrtritt zum Christentum gezwungen: die jungen Mädchen sind ohne Ein­willigung der Eltern an junge christliche Männer verheiratet worden, und alle, welche sich dem Glaubenswechsel nicht fügen wollen, werden unbarmherzig gemartert und urngebracht . . .

Eine Anfrage Lcdcbour.

Der sozialdemokratische Abg. Ledebour stellt im Reichstage folgende Anfrage:

Ist der Herr Reichskanzler bereit, Auskunft darüber zu geben, ob und inwieweit die Konsulatsberichte ans den Balkan ländern die von verschiedenen europäisckien Zeitungen wiederholt vorgebrachten Behauptungen bestätigt haben, daß die Truppen der v e r b ü n d e t e n B a l t a n st a a t e n sich G r a u s a m k e i t e n gegen die türkische, albanische und jüdische Bevöl­kerung haben zuschulden kommen lassen, die angeblich ste'len- weiie sogar den Clmraktcr einer svstematischen Ausrottung jener Bevölkerungsteile angenommen haben ? Gedenkt der Herr Reichs kanzler ferner btc Entsendung einer Kommission seitens der Groß­mächte zur Untersuchung jener Vorgänge und der durch sie herbei- gerufenen Zustände aiwiregcn?

Bekanntlich hat der Zentrumsbag. Erzberger eine An­frage in ungefähr dem gleichen Sinne gestellt. Wir können nur wünschen^daß Herr v. Bethmann-Hollweg sich nicht das Muster des Staatssekretärs Grey bei der Beautwortung abguckt, denn.die englischen Interessen gehen bei.den Balkan­frage, t ja ganz andere Wege als die deutschen.

Schmuggeln ermutigen würde, die Begründung eines dauer­haften Friedens keineswegs garantiert sei. Aus diese Weise werde vielmehr eine ständige Reibungsfläche Mischen

DerVoss. Ztg." stellt ein Leser dieses Blattes Schreiben eines seiner Geschäftskunden in Saloniki Verfügung. Es heißt in dem Briefe:

Der traurige Anblick der vergossenen Ströme Blutes, die

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80 Personen teilnahmen, war um 4 Uhr nachmittags be­endet. Dir Beratungen waren streng geheim, doch war es den Berichterstattern möglich, die Teilnehmer, die sich vor Beginn der Sitzung im großen Botsck-aftersaale versammel­ten, zu sehm. Beim Verlassen des Saales begrüßten fich .Miamil und der frühere Großwesir Said Pascha mit einem Händedruck. Vor dem "Palais mar nur wenig Publikum zu sehen, das auf das Ergebnis der Beratung wartete.

Der Eindruck im Publikum.

Konstantinopel, 22. Jan. (7 Uhr abends). Tie Nachricht von dem Beschluß des Pfortenrates, die abends in der Stadt bekannt wurde, machte großen Eindruck und wurde selbst bei dem türkischen Publikum mit Befriedigung ausgenommen. Tie Anwesenheit des Prinzen Said Halim, des Generalsekretärs des Jungtürkischen Komitees, wurde dahin gedeutet, daß sich das Komitee durch ihn habe ver­treten lassen.

Die Führer des jungtürtischcu Komitees die vorgestern beim Prinzen Halim zusammengekommen waren, nahmen Kenntnis von dem Bericht über die diplo­matische Lage, den der frühere Minister des Auswärtigen Asim Bey, der sich in Wien aufhält, erstattete. Die jung- türkischen Führer beschloßen, daß, falls die von der Natio­nalversammlung abzugebenden Erklärungen unzureichend feien, der Senator der jungtürkischen Partei Vorschlägen soll, daßdieRegierungdie Nationalversamm­lung noch einmal einberufe und alle Offiziere bis zum Brigadegeneral, alle Würdenträger und früheren Mini­ster zuziehe, um sie den Beschluß über Frieden oder Krieg fassen zu lassen.

Laut telegraphischer Berichtigung aus Konstantinopel, haben H a k k i Pascha und Mahmud SchefketPascha an dem Rat der Pforte nicht teilgenommen.

Die Fufelsrageu.

Nach Blättermeldungen richtete die Pforte an ihre Botschafter zur U eb e r m i t t lu n g an die Kabinette ein Rundschreiben, in welchem sie gegen diegriechischen Ansprücheausdie Aegä- isch en Inseln Widerspruch erhebt. Die Pforte betont, daß eine militärische Besetzung niemals ein definitives Be­sitzrecht in sich schließe und zieht als Beispiel die Be­setzung Thessaliens im Jahre 1897 und im Kriege 1877 die Besetzung der Aegäischen Inseln durch Italien heran. Das Nationalitätsprinzip sei nick)t ausreichend, um die definitive Inbesitznahme der Inseln durch Griechenland zu rechtfertigen. Wenn dieses Prinzip Anwendung finden sollte, so ( be es bedeutende Umwälzungen auf der Karte von Europa. Zum Schluß weist die Pforte darauf hin, daß bei der Annektion der Inseln durch Griechenland, die zum

Deutsches Ueieb.

Die Werte des auswärtigen Handels Deutschlands

erreichten (in Millionen Mark» im "Dezember 1912 in der Einfuhr 903,5 an Waren und 66,3 an Edelmetallen (gegen 932/) und 29,5 im Dezember 1911), in der Ausfuhr 886,0 an Waren und 11,8 an Edelmetallen (gegen 777,9 und 15.5 im Dezember 1911); in den Monaten von Januar bis Te> zember 1912 in der Einfuhr 10 292,1 an Daren und 380,9 an Edelmetallen (gegen 9706,8 und 301.3 im entsprechenden Zeitraum 1911), in der Ausfuhr 8888,6 an Waren und 142,7 an Edelmetallen >gegen 8099/2 und 118,3 im enb- sprechenden Zeitraum 1911).

Au» StaOf und Land.

Gienen, 23 Januar 1913.

** Tageskalender für Donnerstag, 23. Ian.: Vortrag des Kauf»,, und des Oit^gewervevereins: Prost Dr. Watzing er- Gießen: Antike S i l d e r i w in i e d e k u n st. Abends Utzr in der Aula der 9andksuniversilät.

G i e n e n e r Karnevalgesellschaft, D a m e n s i tz u n g, abends 9 U >r m Steins Garten.

** Aus dem Militär-Wochenblatt, v. Kummer, Rittm. Und. Eskadr.-Chef im 2. Gardc-lllan.-Regt., wurde in das Lrib-Drag.-Regt. (2. Hess.) Nr. 24 versetzt. Versetzt wurden die Festungsbanhauptleutc Serg bei der Fortifikation in Mainz zum Ingenieur-Komitee und Dechant beim Ingenieur-Komitee zur Fortifikation in Mainz, v. Kotze, Rittm. und Eskadr.-Chef im Leib-Drag.-Regt. (2. Hess.) Nr. 24, wurde mit der Erlaubnis zunr Tragen der Regts.-Uniform der Abschied mit der gesetzlichen Pension bewilligt. Dem Oberleutnant Müller (I. Darmstadt) der Landwehr 1. Aufgebots der Telegraphcntruppen wurde der Abschiri) mit der Erlaubnis zmn Tragen der Landwehr-Armee- Uniform bewilligt. Den Oberleutnants d. Res. Bernhards (I. Darmstadt) des 5. Hess. Jnf.-Regts. Nr. 168 und Neuse (Frankfurt a. M.) des Hess. Train-Bats. Nr. 18, sowie dem Leut­nant d. Res. Behrens (I. Hamburg) des Leib-Drag.-Negts. (2. Hess.) Nr. 24 wurde der Abschied bewilligt. Militär-Bau- ekrctür Mauer In Mainz (IE) wurde nach Spandau (II.) versetzt»

** Versetzt wurden die Steueraufseher Stephan z-u Vilbel an das Hauptsteueramt Darmstadt und Haber- ko rn zu Assenheim an das Hauptsteueramt Gießen.

** Iu n g d e u t s ch la n d. In Darmstadt faitb eine Sitzung des Hessischen Landesausschusses des Jungdeutsch­landbundes unter Leitung des 1. Vorsitzenden General Frhr. v. Heyl statt. Der neuernannte stellvertretende Vertrauensmann des Bundes Jung den ts chlund für Hessen, Generalleutnant z. D. Bernhard-Darmstadt, nahm an der Sitzung teil. Es wurden eine Reihe wichtiger Beschlüsse gefaßt. U. a. wurde gemäß Ausführungen des 2. Vor- fitzenden, Provinzialdirektor Fey, beschlos'en den von Prof. Schoell-Fricdbevg ang r g en Hessischen Jugendtag. auf 5cm über grundlegende Fragen der Jugendpflege von Fachmännern Vorträge gehalten werden sollen, am Mitt­woch, 19. Februar, in Darmstadt abzuhalten. Es werden sprechen: Generalmajor Frhr. v. Heyl-Tarrnstadt, Professor Kissinger-Darmstadt, Bürgermeister Mueller-Darmstadt über Zweck und Ziele des Jungdeutschlandbundes und dessen Förderung, Pfarrer Müller-Offenbach und Lehrer Schorn- Mainz über damit in Verbindung stehende Gegenstände der Jugendpflege. Mit dem Hessischen Jugendtag wird die erste Mitgliederversammlung des Hessischen Lan­desverbandes Jungdeutschland verbunden werden.

Stadttheater. Tie Feslvor'lellnng am kommenden Montag zu Kaisers Geburtstag beansprucht dadurch besonderes Interesse, als das gewählte Stück, das vaterländische Schau- U'ielQliiS eiserner Zeit" von Theodor Birt, mit ihr seine Uraufführung erlebt Der Autor, sowie auch ver­schiedene auswärtige Direktoren werden der Aufführung bei­wohnen. DaS Werk schöpft seine Handlung aus der Zeit der BesreiungSlriege und dürfte im Zeichen der Säkularseier auf gesleiaerte Teilnahme rechnen können.

"* Drahtlose Telegraphie und die Gießener Empfangsstation. In der oberh. Gesellschaft für Natur - u. Heilkunde hielt am Dienstag Prof. Dr. W. K ö n i g einen Vortrag über drahtlose Telegraphie und die A n - läge der Gießener Empfangsstation. Der große Hörsaal

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Der lippische Landtag nach den Neuwahlen.

Bei den lippischen Landtagswahlen der ersten Klasse wurden fünf Konservative und zwei Nationalliberale ge­wählt. Demnach sind gewählt: 10 Konservative, 2 Natio­nalliberale, 3 Freisinnige, 1 Christlich-Sozialer und 1 So­zialdemokrat. Außerdem sind vier Stichwahlen zwischen den Freisinnigen und Sozialdemokraten erforderlich. Ter bisherige Landtag setzte fich aus 10 Konservativen, 2 Nationalliberalen, 7 Freisinnigen, 1 Christlich-Sozialen und 1 Sozialdemokraten zusammen.

Der Fall Wetterls.

DasBerliner Tageblatt" meldet aus Straßburg i. E.: B i s ch 0 s F r i tz e n soll Herrn Wctterle ernste Vorhaltungen gemacht haben, da fein Auftreten in Frankreich dem g e 1 ft» lichen Stande zur Un ehr e gereiche.

Der Abg. Paasche über seine Weltreise.

Im PlenarsitzungLsaale des Reichstags hielt am gestri­gen Mittwoch ab.'nd i>.r Viz Präsident des Rüchsteges, Gei). Negierungsrat Professor Dr. Paasche vor mehr^a.^ .>00 Zuhörern, die sich auf den Sitzungssaal und die Tribünen verteilten, einen Vortrag über die Weltreise, die er im vorigen Sommer in Begleitung feiner Gemahlin gemacht hatte. Er besprach dabei hauptsächlich seinen Aufenthalt in Japan, im deutschen Pachlgobiet Kiautschau und gab eine von Lob und Anerkennung erfüllte Schilderung der raschen Entwicklung, die das Pachtgebiet dawk der Tätigkeit der Marineverwaltung, namentlich der Forst- venvallung des Gebiets sowie durch den Ciser der deutschen Kaufmannschaft genommen tyat. Auch feine Reife durch China besprach der Redner ausführlich. Farbige Projek­tionsbilder illustrierten den Vortrag.

Bei den Abstimmungen int Reichstag über Etatentschließungen zum Reicks amt des Innern (siehe Reichstagsbericht) wurde die Entschließung^ des Abg. Dr. W e r n e r-6fießen gegen die Naturverschandelung durch Plakate und Brettereklame und die Enffchließung, die (Gesetzentwürfe zum Schutze des gewerbetreibenden Mit­telstandes verlangt, angenommen.

machen und photographisch feftzuhalten. Eine derartig objektive Ucbertragung war neben der subjektiven telephonischen an der hiesigen Empfangsstation des phyfikallfchen Instituts angebracht, so daß die Zuhörer sich von der Tätigkeit der Stationen in Nord­deich und Schcveningen überzeugen .konnten. Ter Zweck der hiesigen Station, die nur als Empfangsstation wirkt, besteht, von Lehrzwecken abgesehen, in der genauen Ucbertragung der Zeitsignale Man steht im Begriffe, die ganze Erde auf draht losem Wege täglich mit Zeitsignalen zu versehen, nach denen die Normaluhren gerichtet werden. Diese Einrichtung wird vor allem für die Schiffahrt von größtem Interesse sein. Denn jedes Schiit bedarf zirr genauen Festlegung seiner geogrch)hifchcn Länge, auf der es sich gerade befindet, einer exakten Zeitangabe. Dem Vor­tragenden ivurde für feine hochinteressanten Ausführungen, die durch zahlreiche Experimente und Zeichnungen erläutert wurden, lebhafter Beifall seitens der überaus zahlreich erschienenen. Zu­hörer zuteil.

** Errichtung einer Trinkerfürsorgestelle in Gießen. Tie Jahresversammlung des Bezirksvereins gegen den Mißbrauch g e i ft i g e r Getränke, die aut Dienstag abend im Kollegiengebäude abgebalten wurde, erfreute s~nf d-r reichen imb wickffaen T^n^or^mmg eines rnitnt Besuche . Nack einl itc den Wer ei des V rsi e d?n, de' Ober- irai.t aawalts Hofmann, in denen er die Notwendigkeit des einmütigen Ziffammcngchens der Wstinenzvereinc und des Mäßig- keitsvereins im Kampfe gegen die Mkoholnot unseres Vol^.> hervorhob, sanden der Gesck'i'tsbcricht, die Nechnungsablage und die 9KaHen zmn gesck'ftSnihrenden Ausschuß ihre Erledigung. Zirm Hauptrhema des Abends, Errichtung einer Trinker­fürsorgestelle in Gießen, ergriff Geh. Reg.-Rat Dr. Dietz, her Vorsi''ende der Landesversickerungsanstalt aus Tarm- stadt bas Wort. Nack dem Vorbilbe der Tul""-kuloseberatungsstellen bat man im Kampfe gegen den Alkoholisrnns Trinkerrürforge- stellen errichtet, deren es in Deuffchland nahezu 200 gibt Sie haben die Anfa-cke, die Trinker und ihre Fam-lien mit Rat und Tat zu unterstützen. Eine wirkliche Heilung der MkohoOkranken ist nur auf dem Wege der völligen Enthaltsamkeit möglich. In schweren Fallen ist Ueberfübrung in Trinkerheilstätten zu veran­lassen. Weiterhin muß die Fürsorge ihr Augenmerk auf die Rege­lung der Arbeits- und Familienverhöltnffse bes Trinkers richten. Diese schwierige und verh-'ltnismäß-g undankbare Ausgabe bedarf der Mitarbeit weitester Kreise. Zur Errichtung einer solchen Stelle ist zunächst ein Smeckizimmer, möglichst auf neutralem Boden, rin Leiter rin Arzt ober eine anbere aeriqnete Persön- lickkeit und eine große Schar von Helfern und Helferinnen er­forderlich. Hier ist die Mitarbeit der Abshnenzverrine von außer­ordentlicher Wichtigkeit, denn nur ein Enthaltsamer kann im alb aemrinen ernsthaft auf einen Trinker einwirken. Die Aus- mbrunaen des Rkckners wurden in wirksamer Weise durch den $cncraFefretär des Mauen Kre,rzes, Tr. Burckhardt, ergänzt, der aus einer lanaiäbriqen Tätiakrit auf diesem Gebiete wert­volle Winke für die Arbeit in G'eßen gab. Er hilft ebenfafte das Zusrnnwengeben des Mäßigkeitsvereins unb der Enchalt- samkrit^verrine für eine unbedingte Notwendigkeit. Eine ridytigt Ackeft^rilung wird bei allfe-tiaem qiitem Willen stets eine ricktigk Ari'e'Foemrinschaft in der Trinkersürsorge ermöglichen. Durch der Mäßigteitsverein mirb es oebngen, die ganze Einrichtung auf eine recht breite Basis zu stellen, möglichst nx*:te Kreise für die gute Sache zu inteterieren. Die praktische Erriehnngsarbeit jckoch mirb in der Hauvtsgche von '9Lbffi',im<-en geHffet werden'"en. An die beiden Vorträge schloß sich eine recht amvaenbe Ausswiche. Ten ,erften Schritt zur Errichtung einer Trinkerfürsorge^elle b ldete die Wahl eines Beratunasausschi'sses, der sich a"s ben 93ertyelern verschiedener Beh'rcken und Vereine aus Mößwer und 'Abstinenten rusammensetzt. Herr Tr. Mirckh'rdt hat fick fiere4! e'-klärt, am Sonntag bei dem ersten Z'ckammentreten des Ausschusses weitere Anregungen zu geben. Möge es dem An­schuß gelinaen, recht bald greifbare Ergebnisse zu bieten, am Willen zur Tat fehlt es nicht Die weiteren Punkte der Taaes-j orhnunq, Schaffung offentlich/r Trinkbriinnen vnb die Kaffee i hallensrage, wurden für eine poätere ausgiebige Behandlu»,, »u I rückgestellt.

* Ein Frauen-Vor traft üb-er Südwesta s rika. Im Frauenbund der Deutschen Kolonialgcsell- schäft hielt gestern abend TVrau Margarete von Eckenbrecher einen interessanten Lichtbilber-Vortrag über Süd-West, Land unb Leute und Erwerbsmöglichkeit b er rauen. Der für den Vortrag vorgesehene große Höriaal der UnwcrfitSt .twics sich dem großen Andrange der Zuhörer als viel zu klein. Es sand deshalb eineAuswandenmft" nach der neuen Aula statt. In ihrem etwa IV» Stunde dauernden Vortrag rührt* Frau von E die Zuhörer in Gedanken nach Südwest Affika, nach dem Land, in dem sie vor etwa 1012 Jahren mit ihrem Manne, der dort ein Besitztum hatte, ihreHütte baute". ES waren harte Zeiten, die sie dort durchmachten. Das Land war damals für die Deutschen noch nickt so erschlossen, wie cs nun glücklicherweise heute bet Fall ist. Damals hielt man das Land noch mehr für eine Art Verbrecher-Kolonie. Wer bahin aus- roanberte, mußte irgend etwasauf dem Kerbholz" haben. Ader heute ist dies anders. Es find dort ietzt alle Arten von Erwerbs­möglichkeiten nicht nur für den Mann, sondern auch für bis Frau geboten. Große Kauf- unb Handelshäuser find erstanden, in denen Mä,mer und Frauen beschäftigt werden. In der aus- blühcnbcit Diamant-, Kupfer-, Zinn- und Marmorindustrie finden die Männer reickie Betätigung. Die deutschen Frauen und Mädchen sind als Erzieherinnen usw .sehr gesucht Früher war dies lvegen der IIngimft bet Verhältnisse nicht der Fall. Es waren höchstem nur Dienstboten, btc hin und wieder dort Betätigung finden konnten. Jedoch warnte Frau v. E. ausdrücklich davor, au! Gut Glück" nach den Kolonien ausntwandern. Auch sollte man sich nicht von falscher Abenteuerlust beseelen lassen. Manch Frau unb manches Mädchen hat dabei schon, schlimme Erfahrungen gemacht. Man soll stets ein bestimmtes Ziel im Auge haben, nur unter deutschem Schutz dorthin gehen und sich niemals den Eingeborenen anvertrauen. Tie niederträchtige Gesinnung ber letzteren hat Frau v. E. besonders in dem Hercrvaufstand in. Frühjahr 1904 kennen gelernt. Zum offenen Anarisf sind bi< meisten zu feig: suchen unter den unglaublichsten Vorspiegelun­gen den Feind in den Hinterhalt zulocken, um ihn dann zu geißeln Die Eingeborenen sind in der Haupffache drei große Völker^ stämme: .Hereros, Hottentotten unb Owambos. Tie OwamboS haben einen Häuptling, ber über Tod unb Leben gebietet. Wer­ben sie zu sehr von ihren Gebietern gepeinigt, so kommen sic ir unsere Kolonien unb erweisen sich dort als gute Handwerker, besonders als Gärtner usw. Tic Hereros find gute Viehzüchter, legen großen Wert auf ihr Aeußercs (Beklribung ufm.), haben aber, wie gesagt, eine recht niederträchtige Gesinnung. Tie Hotten­totten sind, als sie im Süden des Landes zu sehr von den Mircr. bedränat wurden, in unsere Kolonien cinaewandert. Das Kttmc in Snbwest-Afrika ist noch erträglich, während es in Deutsch- Süb-Ost sehr ungesund ist. Im letztgenannten Land herrscht bet Plantagenbau vor, während in Süd-West mehr Viehzucht getrieben wird. An der Hand der zahlrcickwn, wohlgelunqcncn kolorierten Lichtbilder machte Frau v. E. die Zuhörer mit dem Ausscber und dem Wesen ber Eingeborenen vertraut, zeigte und erfiärtt das Innere bes Landes, das in der Mitte landschaftlich schön, mt Tälern, Bergen, Wäldern usw. ausgestattet ist. das aber nad ber Küste hin verflacht. Reicher Beifall der Zuhörerschaft lohnt! Fran v. E. ihre äußerst interessanten Ausführungen.

** KreiS-Ziegenznchtverein Gießen. Am Samtztaa, 25. b. Mts., abends 7x/4 Uhr, iotrb auf Veran- laffiina des Kreis-Zieaenzucktvereins in Bellersheim bei Wilhelm Kammer IV. ein Vortraa über Ziegenzucht qehalten. Redner ist Oekonomicrat Weitzel in Lich.

Landkreis Gießen.

Großen-Buscck. 22. Jan. Ter hiesige K0nsuin* ne re in verteilt cm seine Mitglieder auf den Warenbeziigtilc Jahre 1912 im Werte von 10 Prozent Waren; auSaeschloWr find die Artikel, die zum Einkaufspreis verkauft werden, fcM achen etwa -sic Hälfte des Umsatzes aus. , II

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