Ausgabe 
22.1.1913 Drittes Blatt
 
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Drittes Blatt

Rr. 18

165. Jahrgang

Mittwoch, 22. Januar 1913

Erscheint ISollch E Ausnahnw des Sonntags.

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begründet die sozialdemokratische Resolution.

Jedenfalls ist der

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staatcu (Hört! Hört!) diese Aeußerungen noch nicht gegangen sind. (Hört! Hört!) Sobald sie vorliegen, wird weitere Arbeit möglich sein.

den neueren formen || gehend, äusserst billig

Abg. Heck (Natl.):

Wir müssen auf jeden Fall die Qualität unsere- Weinbaues zu erhalten suchen. Die Maßnahmen gegen die Reblaus sollen notwendig einheitlich gehandhabt werden. Wenn int Elsaß der Erfolg des Vernichtungssystems ausgeblieben ist, so liegt es daran, daß man es dort viel zu spät angewendet hat: Man hat dort die Anbaufläche zu weit ausgedehnt und den Sicherheitsgürtel nicht gezogen. Die Kosten für die Bekämpfung der Reblaus sind in Hessen durchaus nicht so groß gewesen, aber auch im Elsaß sind sie verhältnismäßig nicht größer. Es wäre unverantwortlich von einer Regierung, wenn sic die Gefahr er­kennen und nicht auf Mittel sinnen würde, sie zu bekämpfen. Es ist sehr schwer, brauchbares Material an Amerikanerreben zu bekommen, und immer sind sie eine große Gefahr für unsere heimischen Oualitätsrcbcn. Die Ausgaben für das Vernichtungs­verfahren sind und bleiben verhältnismäßig gering, erhalten uns aber Millionen an Volksvermögen.

Abg. Dr. David (Soz.):

Unsere Resolution ist mißverstanden worden. Wir wollen das bisherige Bernichtungsvcrfahren nicht aufheben, nur die Aus- führungsbestimmungcn ändern. Durch die bisherige Art der Be- kämpfung ist ein Stillstand der Reblausseuche nicht erreicht worden; wir wollen deshalb der einzusehenden Kommission die Kompetenz geben, die Frage in ihrer ganzen Tiefe zu studieren. Das will unsere Resolution, um deren Annahme ich bitte.

Die Resolution Albrecht (Soz.) wird abgelehnt, die Resolution Dr. Paasche (Natl.) einstimmig angenommen.

Das Haus vertagt sich.

Mittwoch 1 Uhr: Weiterberatung. Vorher Abstimmungen.

Schluß 6% Uhr.

Fänge geschaffen werden.

Abg. Freiherr von Nichthoscn (Natl.)"' empfiehlt ebenfalls die Erhöhung deL Fonds auf 610 000 Mark. Ho,sentlich werde der Wettstreit der Parteien in der

Aendcrung dieses Gesches ist unbedingt erforderlich, um einen stärkeren Anbau von Amerikanerreben zu ermöglichen. Das Gesetz von 1904 verbietet ihn grundsätzlich Daß Ausnahmen gestattet werden, genügt nicht. Die Winzer wünschen aber die Aufhebung des Verbotes.

Ministerialdirektor Dr. v. Joncqmdres:

Die Klagen, die hier vorgctragen worden sind, sind erst vor wenigen Tagen zur Kenntnis der Negierung gekommen; sie ber- fügt daher noch über kein zuverlässiges Material. Der Bundes­rat bat für die Bekämpfung der Reblaus ^Grundsätze aufgestellt, die sich je nach der Lage der Vcrbältnisie in den einzelnen Gegenden in 35 Gruppen teilen. Eine Aendcrung darin wäre nicht ausgeschlossen, und wir würden darüber eine Kon­ferenz von Sachverständigen gern an hören. Da­gegen können wir uns bei dem gegenwärtigen Stande der Dinge nicht für die sozialdemokratische Resolution erklären. Solange wir irgend können, halten toir an dem Vernichtungsverfahren fest lind lehnen die Anpflanzung von Amerikanerreben vom Standpunkt der Gcsamtinteresscn ab. Die Entschädigung muß Sache der Landesregierungen bleiben.

Abg. Baumann (Zentr.):

Bei den Winzern muß das Verständnis für die Bedeutsam­keit der Rcblausfrage geweckt werdcM Wertvolle Weinberge auf der Grundlage von edlen Amerikanerreben lassen sich sehr wohl Herstellen. Hoffentlich wird uns die Reblaus nicht zwingen zu einem neuen Weinbau überzugehen, wie in Oesterreich unb Ungarn.

Redaktion, Expedition und Drlickerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion:^E112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

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DieHiehener Zamilienblätter" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelcgt, das Krcisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Dir,Landwirtschaftlichen Zeit­fragen" erscheinen monatlich zweimal.

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Abg. Dr. Struve (Vp.):

Alle Parteien des Reichstages sind in der Förderung Seefischerei in der Nord- und Ostsee einig. Der Redner gründet eine Resolution, die eine Erhöhung des Fonds auf 610 000 Mark fordert. Bisher ist der Fonds wesentlich für die Nordsee verwendet worden; es muß dafür gesorgt werden, daß auch für die Ostsee bessere Verbindungen zur Verwertung der

Mb. Deutscher Reichstag.

(94. Sitzung, Dienstag, den 21. Januar.) Am Tische des Bundesrats: Dr. Delbrück.

Präsident Dr. K a e m p f eröffnet die Sitzung um 1 Uhr.

Kurze Anfrage.

Abg. Rühle (Soz.)''

fragt an, tnarüm die Ergebnisse der am 15. November 1904 vorgenommenen Erhebung über dieLohnbeschäfti- gung von Kindern im Haushalt, wie in der Landwirt­schaft und deren Ncbenbetrieben mit Ausnahme von Bayern noch nicht veröffentlicht worden sind?

Direktor des Reichsamts des Innern Caspar erwidert, daß über das gewonnene Material Sachkundige gehört werden, daß aber aus mehreren großen Bundes-

Reichszuschuß von 1000 Mark viel zu gering und kann eine ein­heitliche Handhabung des Rcichsgesches nicht gewährleisten. Eine

von ihr aber nur den Morgenkaffee bereiten lassen, so können Sie mit Recht sagen, Sie hätten eine teure Köchin. Dasselbe wird mit Liebigs Fleisch-Extrakt in Ihrer Küche der Fall sein, wenn Sie seine Dienste nicht voll ausnutzen: auch er wird Ihnen teuer erscheinen, obwohl er in Wirklichkeit ein äusserst wohlfeiler Küchenhelfer ist. Wenn Sie sich näher überLiebig unterrichten wollen, so verlangen Sie die kostenlose Zusendung der Broschüre No. 264 von der Liebig Gesellschaft, Köln. Die kleinste Packung von Liebigs Fleisch-Extrakt (Liebig-Kugeln ) kostet nur 25 Pfg. Es gibt kein besseres Küchenhilfsmittel in seiner Art als

versorgt würde.

Abg. Noske (Soz.):

Sollte die Fischerei in unseren Kolonien einmal einen größe­ren Umfang annehmen, so würden die Rechte und das Zentrum sich ebensosehr dagegen wenden, tvie jetzt gegen die Einfuhr von Fleisch aus S ü d w e st a f r i k a. An der Förderung der Heringfischcrei haben vor allein die minderbemittelten Kreise In­teresse. In den wohlhabenden Klassen findet der Hering beim K a t c r f r ü h st ü ck Verwendting.

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5 Pfd.-Eimer Hk IM

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Gelee Ptd. 40 Pfg. Ih-Pt.-Dose Mk. 2.2y Bücklinge 2 St. 11 Pf. Sardinen Pfund40 Pf. Bachs, geräuchert

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Etat des Reichsumls des Znnecn.

(Sechster Tag.)

' In der Einzelbesprechung weist der Berichterstatter "zunächst darauf hin, daß für das Reichsamt des Innern e i n neuer vierter Direktor gefordert wird. Diese Forde­rung ist in der Budgetkommission gegen das Zentrum bewilligt worden.

Eine Resolution der Kommission ersucht den Reichskanzler unverzüglich Maßnahmen zu treffen, um der durch die sogen. Valorisation herbeigeführten künstlichen Verteuerung des Kaffees entgegcnzuwirken.

Abg. Nacken (Zentr.):

f Es könnte eigentümlich berühren, das; sich der Reichstag bei dieser Gelegenheit mit den Preisen des Kaffees beschäftigen soll. Aber cs kommt hier eine enorme künstliche Verteuerung des Kaffees in Frage, der im eminentesten Sinne ein Volks- Getränt ist Andere Staaten sind schon dagegen eingcschritten, teilweise mit Erfolg. Großer Anbau und günstige Ernten hatten große Vorräte auf den Markt gebracht, die teilweise zurück­gezogen und künstlich ferngehalten wurden. Dadurch wurde eine Verteuerung der allerschlimmsten Art herbcigeführt, ohne daß die vorhandenen Vorräte geringer geworden wären. Das Valo­risationskomitee arbeitet mit großen Geldmitteln an allen Börsen, und so ist die Valorisation schließlich zur Spekulation schlimmster Art geworden. In Amerika ist der Ge­neralstaatsanwalt gegen dies Gebaren eingeschritten, und die brasilische Regierung hat nachgegeben. Bei gutem Willen läßt sich also gegen dies wucherische Gebühren etwas erreichen. Man muß auch in den europäischen Staaten den Ver­kauf des eingelagerten Kaffees erzwingen.

Staatssekretär Dr. Delbrück:

Auch die verbündeten Regierungen beklagen die außerordentliche Verteuerung des Kaf'ees. Sie wepden die Sache im Auge behal- len und nach den hier vorgetragenen Gesichtspunkten noch einmal prüfen. (Beifall.)

Abg. Molkenbnhr (Soz.):

Leider habe ich aus den Worten des Zenlrumsredners nicht ersehen tönnen, ob er den neuen Direktor ablehnen oder annehmen wird. (Heiterkeit b. d. Soz.) Die Rede über die Verteuerung des Kaffees hätte Herr Nacken im Jahre 1909 und nicht erst 1913 ballen sollen. Damals waren alle die schönen Redensarten am Platze, daß e8 ein wucherisches Geschäft sei, den Preis in der Weise, wie es geschehen ist. in die Höhe zu treiben.

Die Resolution wird angenommen; der neue Direktor bewilligt.

Für die Förderung der Seefischerei sind 500 000 Mk. ausgesetzt.

Abg. v. Böhlendorsf-Kölpin (Kons.)

.begrüßt cs, daß in diesem Etat dieser Fonds um 125 000 Mark erhöht ist. Bei den Maßnahmen zur Hebung der Seefischerei muß zielbcwußtcr vorgegangen werden, hier müssen die Bemühungen des Reichstags einsetzen. Die Förderung der Seefischerei ist über­raschend jungen Dalums. Neben der Heringsfischerei müssen auch die Interessen der kleinen Fischerei, namentlich in der Ostsee, be­rücksichtigt werden.

Abg. Dr. Prcnß (Zentr.)'

schließt sich den Ailssührungen des Vorredners vollinhaltlich an und empfiehlt die Förderung der Seefischerei auch in unseren K o - lonie.l, damit die Bevölkerung mit billigen Nahrungsmitteln

Für unsere tapferen Seeleute wollen wir gern betteln, da- schändet uns nicht! (Gelächter b. d. Soz.).

Abg. Henke (Soz.):

Ihren Idealismus bestreite ich nicht. Das ist aber der Unternehmeridealismus, der nur aus den Taschen anderer Leute zahlt.

Abg. Sivkovich (Vp.):

Für mich handelt es sich nicht um das Wohl der Reeder, der Unternehmer, sondern der Arbeitnehmer.

Die Resolution Bass ermann wird angenommen.

Für Maßnahmen zur Bekämpfung der Reblaus werden 1000 Mark gefordert.

Abg. Dr. Pansche (Natl.):' ,

In den Kreisen der Winzer herrscht große Erregung über die Handhabung des Neblausgesetzes. Die Winzer bekämpfen keineswegs das Gesetz, sie wünschen auch nicht eine Abschwächung, aber sic leiden darunter, daß dieses Gesetz i n g a n z v e r s ch i c - teuer Weise ausgeführt wird. Es wird auch darüber geklagt, daß die Kolonnen, die zur Desinfizierung der Rebstöcke hcrumziehcn, leicht eine Uebcrtragung der Reblausscuche herbei- führcn können. Durch eine einheitliche Regelung der Durchfüh­rung des Gesetzes könnten viele berechtigte Beschwerden der Win­zer abgestellt werden. Tas Gesetz kann nur dann Erfolg haben, wenn das Mißtrauen der Winzer gegen die Negierungsmaßnahmen beseitigt wird. Der Redner begründet eine Resolution, in der die Einsetzung einer Ko m m i s s i o n ans Weinbau- nnd Neblaus-Saa)vcrständigen gefordert wird, die die Beschwerden der Winzer prüfen und Vorschläge zur Beseiti­gung der Mißstände bei Ausführung des Neblausgesetzes machen soll. An der Nahe sei cs verboten, die von der Reblaus verwüsteten Weinberge später wieder zu bepflanzen. Das bedeute die Ver­nichtung des Weinbaues an der Nahe. Die sozialdemokratische Resolution, die sich mit derselben Sache befaßt, aber eine Ab- änderung des Gesetzes verlangt, sei deshalb nicht empfehlenswert, weil die Beschwerden sich nicht gegen den Inhalt des Gesetzes, son­dern gegen seine Handabung richteten.

Abg. Dr. Weill (Soz.)

Förderung der Seefischerei fortdauern. Gerade Lei den teueren Fleischprciscn brauchen wir eine reichliche Versorgung mit See­fischen. Das erfordert aber einen besseren und schnelleren Ver­kehr, damit die Seefische auch bis in den Süden unseres Vater­landes kommen können. Mustergültig in dieser Beziehung sind die Vereinigten Staaten von Amerika.

Abg. Koerstcn (Soz.)' klagt über die Schikanierung der Fischer durch Fisch- meister. Sind sie dr<iwal vorbestraft, so dürfen sie ein Jahr lang nicht mehr fischen. Das bedeutet die Vernichtung ihrer Existenz. Häufig müssen sie zum Raubfischfang greifen; werden sie dabei ertappt, kommen sic ins Zuchthaus. Die Großfischerei begünstigt man gegenüber den kleineren Fischern; die Fischmeister vertreten ihre Interessen.

Abg. v. Böhlendorsf-Kölpin (Kons.):

Die Ausführungen des Vorredners hätten eigentlich ins preu­ßische Abgeordnetenhaus gehört. Tort haben wir uns schon ver­schiedentlich im Interesse der Fischer verwandt und uns gegen eine zu schikanöse Handhabung der Fischpolizei gewandt.

Die nationalliberale-fortschrittliche Reso­lution auf Erhöhung des Fonds auf 610 000 Mk. im nächsten Etat wird angenommen.

Für die Unterstützung deutscher See mannsheime im A ii s l li n d e werden gefordert 22 000 Mk. Dazu liegt eine Resolution Bassermann vor, diese Forderung im nächsten Etatsjahre zu erhöhen.

Abg. Meyer Herford (Natl.) begründet die Resolution. Die Seemannsheime haben sich ganz hervorragend belvährt. Sie schützen die Seeleute vor dein morali­schen Untergang.

Abg. Sibkowich (Vp.):

DaL Deutsche Reich könnte für die Scemanndfürsorge mehr tun, als tatsächlich geschieht. Die schwedischen Einrichtungen könnten ihm als Muster dienen. Jedenfalls könnte damit der alten deutschen Neigung, das Deutschtum abzuschleifen, entgegen­gewirkt werden.

Abg. Henke (Soz.):

Die Seemannshciiue sollten neutral geleitet werden. Leider leisten sie dem Kapital hilfreiche Dienste. Die Bewuche­rung der Seeleute ist unbestreitbar, und die Reedereien haben m i t H i l f c d c r G e i st l i ch e n die Seemanusheimc sich zunutze gemacht. Der Arbeiter kann sie deshalb nur mit Mißtrauen und mit Abneigung betreten. Ueberhaupt ist er vorn deutschen Volke vernachlässigt wordcn. Wenn außerdem noch für die See­mannsheime gebettelt wird, so ist das eine Blamage für das ganze deutsche Bürgertum.

Ministerialdirektor Dr. v. Joncquidres:

Ich bin in ter glücklichen Lage, die Uebereinstiminung der Regierung mit dem Hause in dieser Frage, ebenso wie hinsichtlich der Seefischerei hier festzustellen. Ich möchte aber doch noch be­merken, daß wir doch nicht so ganz die Hände in den Schoß gelegt baben, wie cs den Anschein haben könnte. Wir haben nur 22 000 Mk. gefordert, weil das Haus in der richtigen Würdigung der Verdienste der Seemannsheime erst im vorigen Jahre den damaligen Betrag von 18 000 Mk. um 4000 Mk. er­höht hat. (Zuruf: Tas ist zu wenig!) Darüber kann man ver­schiedener Meinung fein. Aber nur aus diesem Grunde sind wir nicht sck'on für das laufende Jahr mit neuen Forderungen an das Haus herangetreten. Wir sorgen für 15 Seemanns Heime in verschiedenen Weltteilen und sind ihren allerdings bescheidenen Forderungen gerecht geworden. Später könnten wir mehr verlangen, und dem Reichsamte wäre es durchaus erwünscht, wenn c5 größere Mittel wären. Ob und wann das der Fall sein wird, ist aber eine andere Frage. Der Vergleich mit Schweden stimmt nicht. Allein die Scemannsheime im Auslande sind Sache des Reiches, oic in unseren großen Hafenstädten Sache der Landes­regierung, soweit sie überhaupt Sache der Regierungen sind. In­folgedessen sind die Summen, die im ganzen Reichs dafür aus- gegeben waren, recht erheblich größer. Ohne die Hilfe der Geist­lichen wären übrigens die Seemannshäuser niemals imstande ge­wesen, den an sie gestellten Forderungen in der Weise nachzu­kommen, ivic cs tatsächlich geschehen 'st-

Ich frage: hat der Abg. Henke den Vorwurf, daß die Sec- mannshcime lediglich im Sinne des Kapitals verwaltet werden, bewiesen? Ich sage: rein. (Lebhaftes Sehr richtig! rechts. Unruhe bei den Soz.) Ich stell.' auch fest, daß die deutschen Reedereien diese Bestrebungen unterstützen von vaterlän­dischen Gesichtspunkten aus. Sie haben sich dabei keineswegs identifiziert mit Bemühungen, die dahin gehen könnten, die Scemannshäuse in die Hand zu bekommen. Der Natur der Sache nach kann da: on auch nicht die Rede sein. Die Zahlen der Beiträge der Reedereien habe ich augenblicklich nicht zur Hand. Aber ich stelle fest, daß überall, wo es sich nm große Ausgaben handelt, dieRcederc ienmitwcsent- lichcn Beiträgen beigcsprungcn sind. Darin werden sie auch nicht nachlasscn und auch weiter ihre Taschen offen halten. Mit den Reden von dem Herumgehen des Klingelbeutels und dem Betteln kommen Sic nicht weiter. Ich bin der festen Ueber- zeugung, daß Sie nun und nimmermehr in diesen Dingen die freie und christliche Liebcstätigkeit aus- schalten können. (Beifall.)

Abg. Erzberger (Zentr.) dankt für die warme Anerkennung, die die Tätigkeit der M i s s i o n c n gefunden hat. Herrn Henkes Angriffe waren ganz deplaziert. Ohne die christliche Liebcstätigkeit gäbe es überhaupt fein Seemannsheim. Auf die Sozialdemokratie hätte man lange warten können! (Sehr richtig!) Auch hier zeigt sich wieder die Neligionsfeindlichkeit der Sozialdemokratie.

Abg. Meyer-Herford (Natl.):

Ich wende mich gegen die Unterstellung, als ob wir die Inter­essen der Reeder vertreten. Wir wollen nur den Seeleuten helfen.

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