im
die
Wechsel zur (Sutfd)nft geben zu tonnen, jonöern dqb öieie zur Deckung laufender Wechjelverpflichtungen bienen mußten.
Rechtsanwalt Kaufmann fragt Zeugen.- Ist
daß Sie diese Wechsel, bie Sie bet der Rerchsbank eingelojt hatten^ namens der Reichsbank dann haben protestieren lauen; und nne kamen Sie dazu? . . . - J
Der Zeuge erklärt, daß einer ferner Lehrlinge von ihm einmal zur Reichsbank geschickt worden sei und daß dme erklärt hatte, er könne so mit den Wechseln verfahren. Demnach habe er sich für berechtigt gehalten, Wechsel, die er für Rechnung Dritter bei der Bank eingelöst, noch am letzten Tage im Namen der Reichsbant protestieren zu lassen.
Prozeh borngässer vor der Straftammer.
Gießen, 19. Juli.
Aur Stadt unb CanO«
Gießen, 21. Juli 1913.
** Tageskalender für Montag, 21. Juli: Trinker, f ü r s o r g e st e l l e sür Stadt und Landkreis Gießen, Gießen, Aster- weg 9. Sprechstunde: Jeden Dienstag abend von 6*/,—8 Uhr.
Ausstellung des Kindergarten Vereins Schiffen- berflcc Weg 15 und Gartenstraße 30: nachmittags 4—7 Uhr, nach- mittags 3—5 Uhr Kinderspiele.
wurde ein kurzer, aber heftiger Erdstoß verspürt. Tie Uhren blieben stehen und die Biloer an den Wanden bewegten sich. An einigen Stellen stürzten die Leute aui die Straße.
Straßburg, 20. Juli Tas heutige Erdbeben wurde von den Instrumenten der kaiserlichen vauptstation sür Erdbeben- sorschnng in Straßburg ausgezeichnet Es begann um 1 Ubr 7M 5 Sek.: 15 bis 20 Sekunden später setzte die vauptbewegung ein, und nach fünf Minuten erreichte die Registrierung der Instrumente ihr Ende. Tie empfindlicheren Apparate wurden durch die Stöße beschädigt. Ter Bebenherd befindet sich von Straßburg ziemlich genau achtzig Lüometer entfrrnt.
Erdbeben.
Gießen, 21. Juli.
Gestern mittag, etwa 10 Minuten nach 1 Uhr, wurde hier ein leichtes, 2—3 Sekunden dauerndes Erdbeben verspürt. Tie Hängelampe geriet in Schwingungen, die Gardinen bewegten sich, und man verspürte eine mehrmals sich wiederholende, schaukelnde Bewegung. Ein Herr, der in der Bahnhofstraße an einem Türpfosten lehnte, erhielt einen starken Stoß, kam aber erst später auf den Gedanken, daß cs ein Erdbeben gewesen sein müsse. Nach den uns vorliegenden Meldungen handelt es sich bei dem hiesigen Beben um die letzten Ausläufer eines starken Bebens in der s ch w ä b i s ch en Alp, das sich über ganz Südwesl- deutschland ausbreitete.
Wir erhielten folgende Drahtnachrichten:
■m. Hungen, 21. Juli Gestern nachmittag nach 1 Uhr wurde hier in einzelnen Stadtteilen ein kurzer, ruckartiger Erdstoß verspürt^
O Stockheim, 20. Juli. Gegen 1'/. Uhr mittags wurde ein Erd ft o ß verspürt.
ok. Alsfeld, 20. Juli. Heute mittag gegen l*/4 Uhr wurde hier ein ziemlich starker Erdstoß verspürt. Daß es ein Erdbeben war, bemerkte mau daran, daß an der Decke hängende Gegenstände eine geraume Zeit hin und her pendelten.
S. Grebenhain, 2t>. Juli Ter alte Vogelsberg fängt wieder an, wackelig zu werden Eben 1,05 Uhr wurde hier ein leichtes Erdbeben verspürt. Drei Stöße, anidwinenb in der Richtung von Süden nach Norden, ließen sich deutlich unter scheiden
Frankfurt o. M, 20. Juli. Kurz nach 1 Uhr wurde hier ein l eidürr Erdstoß verspürt.
Karlsruhe,^ 20. Juli. Heute mittag 1,07 Uhr wurde hier ein mehrere Sekunden dauernder starker Erdstoß verspürt, der aber nach dis icfct vorliegenden Meldungen keinen Sckwden ungerichtet hat. OHctdtfautenöe Meldungen liegen u. a. vor aus Freiburg und Neustadt im Schwarztvald
Straßburg (ElsaßV 20. Juli. Heute nachmittag 1,10 Ubr
lanx im Namen der Radikal-en eine längere Erklärung abgab, in welcher er die im Laufe der Tebatte gegen das Treifahrgesetz vorgebrächten Kritiken wiederholte.
Die Minderheit von 204 Deputierten, die gegen das Dreijahrgesetz stimmte, umfaßt 86 Sozialistisch- Radikale, 19 Linksradikate, 3 Mitglieder der Demokratischen Linken, 6 9 Geeinigte Sozialisten, 26 Unabhängige Soziäliften und einen Wilden.—
LU. Landesuniversität. Heute feiert Herr Geh. Forstrat Professor Dr. Wimmenauer die 2b. Wieder- kehr deS Tages, an dem er zum ordentlichen Professor der Forstwissenschaft an der Landesunioersität ernannt wurde. Vorher halte er dem Lehrkörper schon 6/* Jahre als außerordentlicher Professor angchört.
” Zwecks Gründung eines Hessischen Landesverbandes zur Erforschung und Bekämpfung der Krebskrankheit tagte am SamStag in der Aula der Landesunioersität eine Versammlung, die von Professoren, RegicrungSbeaviten und Acrzten aus allen Teilen Hessens stark besucht war. Tie Versammlung war oom Großherzogl. Ministerium deS Innern, Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege, einberufcn. Geheimrat B c st - Darmstadt leitete die Versammlung. Er begrüßte den Vertreter der Regierung Exzellenz Finanzminister Braun, Provinzialdircktor Geheimrat Fey-Darmstadi, den Vertreter der Landcsversicherungsan- stalt Dr. Dictz-Tarmstadt, die Kreisärzte, die Vertreter der Aerztevercine u. a. Ter deutsche Verein zur Erforschung und Bekämpfung der Krebskrantheit wurde 1900 gegründet, er hat Ursachen, Wesen, Verbreitung und die Bchandlungsweise des Krebses erforscht. 1907 sind im deutschen Reich 45 750 krebskrauke Personen gestorben. Taher ist cs eine dringende Notwendigkeit, die Krebskrankheit energisch zu bekämpfen. Als erfolgreich hat sich die Strahlenbehandlung erwiesen, hierher gehören Röntgenstrahlen, Radium und Thorium. Tie Bevölkerung muß mehr ausgcklärt werden, die Aerztc müsseil die Krebskranken rechtzeitig der geeigneten Behandlung zuführen. Aufklärung durch die Presse, Verteilung von Merkblättern ist erforderlich. Tcr Verein soll nun alle zu- sammcnschließcu zunl Kampf gegen die Krebskrankheit und Mittel zur B e s ch a f f u n g von Radium a u f b r i n - gen. Professor Tr. Lpitz von der Frauenklinik hielt hieraus einen Vortrag über „Tie Strahlenbehandlung bös artiger Geschwülste, insbesondere mit Radium und Meso- Thorium". Wegen der Wichtigkeit des Vortrages werden wir morgen einen ausführlichen, fachmännischen Bericht veröffentlichen. Geheimrat Best-Tarmstadt verliest die Satzungen des neu zu gründenden Vereins, welche einstimmig genehmigt werden. Der Verein erhält seinen Sitz in Gießen, er wird bezeichnet als „Hessischer Landesverein für Krebsforsch un g". *■
" Einen Menschenauslauf gab es gestern abend an dem Marktplätze. Ein am Arm der Gattin gehender Spaziergänger geriet infolge der Schlüpfrigkeit des B ü r g e r st e i g e s ins Straucheln und stieß mit dem Ellenbogen so unglücklich ans die große Spiegelscheibe eines der Schaufenster des Augnst WaÜeiüelS'schcn Geschäftes, daß er sie vollständig zertrümmerte. Glücklicherweise hatte er selbst keinen Schaden als einen zerfetzten Rock.
Landkreis Gießen.
— Wies eck,21.Juni. Gestern bewegte sich ein schöner Zug durch nufer Dors. Annähernd 7 0 0 Schulkinder mit ihren , Lehrern und zwei Musikkapellen zogen in den nahe gelegenen Wald bei der Lndwigsburg, um das Iugendlest zu feiern. Als die kleine Schar angelangt war, trugen die älteren Klassen zwei Lieder vor, dann trat Bürgermeister Schomber auf die Bühne und hielt eine schöne Ansprache an die Jugend, Eltern und Lehrer, welche mit einem Hoch auf das Vaterland und die Gemeinde Wicseck schloß. Dann begannen die einzelnen Spiele feder Schulklasse, was allgemeine Befriedigung sand. Blanches feuchte Auge schaute der Kinderlchaar zu, auch verschiedene Gesangvereine boten ihr bestes auf dem Festplatz. Um 7'/, Uhr traten die Kinder ihren Heimweg mit klingendem Spiel an.
Straßburg, 20. Juli. Die fatferlufee Jpaiunitarion jur, Erdbebeniorschung bittet um möglichst zahlreiche Mitteilungen über. bie Kb°chtui«d-sB-^ns. to(f)t benrötotm aurf^ernbem Himmel, mäßig warmer Temperatur und fast völliger Windstille S heute mittag um 1,07 Uhr in falt ganz Wiwtteucherg hmer, aber heftiger Erdstoß verwurt. ^n Stuttgart itumen bie We aus den Häusern. Tie Telephon- und Telegraphendrahte schwankten heftig Von einigen Gebäuden nmrbert Schor n fterne heruntergeworfen. Im königlichen Ho'thcater traten ine selbsttäiigen Feuermelder in Funktion und verursachten einen blinden Alarm. Ter Erdbebenherd fchcint wiederum in ber -Ava- bischeu Alb gewesen zu sein. Es wurde deshalb auch m den Orten der Alb besonders stark empfunden, so in engmernngen, Chingen, Balingen, Hechingen und Tübingen. .-^rGrbltofe wahrgcnommen im ganzen Remstal, im Neckartal öon .ftottroeil bis Heilbronn, in Göppingen, Ludwigsburg, Fr^idcnstadt unb m Pforzheim. Dort, wie auch auf den weiteren Platzen wurde der Erdstoß nur in den Häusern wahrgenommen, wahrend die Spaziergänger nichts verspürten.
Staatsanwalt Dr. Brill bemerkt, diese Art der Handhabung des Wechselrechts sei doch mindestens sehr komisch. Aus betragen des Vorsitzenden erklärt der Zeuge Herz, in den Tagen vor dem Zusammenbruch der Firma Borngässer seien von ihm b bis 7 Wechsel bei der Reichsbank bezahlt worden, die er , in deren Namen dann habe protestieren lassen. Er gibt auf Betragen zu, daß die Zahlung der Wechsel bei der Reichsbank ohne teden Vorbehalt erfolgt sei. Heber den Handel mit dem Bauplatz Dcrjutiert Herz, es sei unwahr, wenn Borngässer saae, er habe ihn durch den Verkauf des Bauplatzes in eine mißliche Lage gebracht. Der Platz, den Herz erst an den verkrachten Bauunternehmer Bill verkauft hatte, erwarb dieser tm ZwangSverkauf zurück und verkaufte ihn dann an Borngässer für 15 750 Mark, oder den Quadratmeter zu 19,50 Mark. Borngässer zahlt 3000 Mark an. Tcr Rest sollte, so sagt Herz aus, bei der Hypothekenaufnabme bezahlt werden. Herz soll bei oder vor Abschluß des Geschäfts erklärt haben, er wolle die nötigen Baugelder zu öVa0/0 Zinsen vonckucßen und wolle für eine zweite Hypothek sorgen Der Zeuge will sich nicht erinnern, diese Versprechungen gegeben zu haben, er hat öfter später wegen der zweiten Hypothek mit Borngäjser gesprochen, da hat dieser erklärt, ein Herr aus Haina wolle die Hypothek geben. Borngässer gibt zu, von dem Herrn in Haina zu Herz ge- i sprachen zu haben, doch war dies erst, als das Bankhaus Herz wegen Beschaffung der zweiten Hypothek versagt habe, ^a Borngässer die in Aaussicht gestellten Baugelder von Herz nicht erhielt, I hat er den Bauunternehmer Abermann mit seinen eigenen 'Azepten
Die Verhandlung gegen Leopold Borngässer und dessen Bruder Nathan Borngässer wegen Hrkundenfälfchung uno Betrug ist am Samstag abend zu Ende gekommen bis auf das Hrteil, das am Frcitag verku nde t werden wird.
Die Zeugenvernehmung, soweit es sich um die mtfr- bräuchliche Benutzung von blanko akzeptierten Wechseln handelt, ergab das schon bekannte Bild. Ein Fall fteyt genau jo aus wie der andere; es sind im ganzen 10 Fälle, die sich als Urkundenfälschung zum Zwecke der Bereicherung bar» stellen, deren Leopold Borngässer angettagt i|t. Es handelt sich dabei um bedeutende Summen. Die schwerwiegendsten
Ü1 Den^Bergimum L. T. in Bieber, der ihm 400 Mk. für Futter-I bcjVhlt bic^aVSanFbauVöcrj bann diskontierte. Äls die Landes- mittel schuldete, liefe er 4 Wechsel unterschreiben und füllte siel Hypothekenbank das Anwesen mit der ersten Hypothek bclieh, wurde nachträglich mit zusam-meu 6029 Mk. aus. Tie Frau des Po- das Geld an das Bankhaus Herz ausbezahlt, dieses zog den Rest- stillwns B., die ihm 59 Mk. schuldere, veranlaßte er dazu, ihm betrag des Bauplatzes und 13000 Mk. als Deckung für einen Teil Blankoakzepte zu geben, die er nacksträglich mit 6142 Mk. aus-1 seines offenen Guthabens ab, so daß zur Bezahlung der an Aberfüllte Einen in finanziellen Sdfwierigleiicn geratenen Mann, mann gegebenen Borngäsferschcn Wechsel, die teilweise prolongiert der sich an ihn genxmbt hatte, liefe er ebenfalls Blankowechsel l waren und der übrigen Bauschulden noch 21000 Mark von dem unterschreiben unb zivar im Betrag von 3500 Mk., ohne ihm Selbe zur Verfügung standen. . , .
-- qcnnqften geholfen zu haben. Der Zeuge Herz erklärt, der Betrag der ersten Hypothek, der
Tie einfaären Detrugssallc, deren der Hauptangeklagte scyulbig ihm gezahlt worden sei, sei deni Konto Bornga,,er emiach gut- ist, bieten bei der Zeugenvernehmung kein sonderliches Interesse, gebracht, es habe über dessen Verwendung keine Vereinbarung Es sind Fälle mehr oder weniger gewöhnlicher Art, wie solche I bestanden.
Seriditc öfter beschäftigen I Borngässer erklärt: Der Bankier Herz hat von vornherein
Der Mitangcllaaie Nathan Borngässer hat in einzelnen Mim gewußt, daß er keine Mittel zum Hausbau besaß. öS mar außbrurf» im Auftrage seines Bruders die Blankoivcchsel von der Kundschaft sich vereinbart, dav Herz zu 0-/2' ' Baugeld geben sotltt, gegen eingcbolt; in einem Falt handelt es sich auch um Gefälligtrits- einen hypothclarifchen Sicherheitsemtrag aus das Grund tuck. Mit wechsel. Ter Angellagtc nimmt an, daß er als Srilbaber des Weckyeln hatte er, wenn er gewußt Hatte, daß Herz nicht Baugelder Gcschästs die mißliche Lage der Verhältnisse der Firma L. Born- vorichietzen wurde, nie gebaut. Als er ,owett war datz Abmnann griff er gekannt haben muß, und daß er gewußt hat, daß feinlGeld haben mußte, war es der junge Herz, der ihm riet, er falle u-Schuld XÄrz «Hart: Ich mein °°N bem B°ug-Id°°r,br°ch°n
StbXmcint Irii Srab« fd ein Lmbgti S: C I fMcn, ba6 er zu 5-/- Prozenl Baugelder habe geben mallen die Blantoakzeptc eingeholt, so habe er sich dabei nichts gedacht,! -ö o r ng aJ f e r vemcrn »a om an Abermann gegebene uno nur im Auftrage des Bruders gehandelt, auch nicht annehmeu Bauwecksteln, datz die,e bei der ^orzfck^ii -Bant zahlbar genwebt können daß dieser damit so verfahren würde, daß er sich strafbar I wurden. Ülö biefc fällig waren und dies alle paar Tage geschah, mache.' 2er Angeklagte Nathan Borngässer madft übrigens den da fei er zu .verz gegangen, habe Herz jr. aiigetrof.en und diesem Eindruck eines wenig intelligenten Gesck-äitsmannes. Tie Zeugen vorgestellt, er habe doch gewutzt, dafe> ft» an Baugeld fehle.
,unÄq«6 “ m<6t WW iClbftM>ig CinCm “X niM Sn Ä
Jnler-ssani für die den Schwurg-rrchtssnal füllenden Zuhöreriwerden. Herz ir- bat ihn schließlich veranialll, das Geld brr wurde die Zeug-nu-rnchmung erft am Samstag normittag, als l -odpachct zur Wellung der Bauwechlel an ihn »u uberroeifEn, d,c beiden Zeugen B ankie rs I a f - pH v cr « fen. unbSioriB '-Öo tfrSenbc richtet an den Zeugen Her» dtk Frage ob
Herz fr vernommen wurden. Ter Chef des Dauses schildert, -s “d-,tig ici, was Borngas^r behauptet: das mr ibn 2 Sfontm wee er schon seit Jahren, als Leopold Borngässer noch in Rod- m den «u-tl-rn der Derzichei, Bank -Utgcrtch-et gewefcu ,eien. beim gewohnt hat mit diesem Geschäfte gemocht habe. Er hat Tas -me ,ur geichallllche Zahlungen das zweue Konw -8 «au. ihm Kundcnwcchscl abqcnommcn und ihm auch einen nicht un- tinto. Tcr Zeuge erklärt, er Wille dies nicht genau, fein ^Ohu bcdeu enden offen en Kredit gegeben. Wie hoch dieser war, kam, w-rd- darüber besser Austvnll geben: er ,e> nur wenig im Ge- der Zeug- nicht angeben. Zn den lebten Jabren war er aber schall und kümmere »ich um diese T.nge nicht so -mg-b-nd Tcr aus 25 0)0 Mk. angewachsen. Aus di- Sragc des Vorsihmben, Z-ug- Dcrz bemerkt Borngan-r könne wegen des Baues en
tetin iS*i^^^tnU«Eb3mTtiÄaW» 74000 Mk als «osten des Kauses. Tarauf habe er 48 000 «k.
er von Borngösser die Vorlage einer Bilanz, er reichte eine solche 1 Hypolhek nnd dann eine 2. ^^olhek von -3000 Mk., von der abgeschlossen für 1909 ein, wonach sich das Vermögen BorngasserS Mittelbeutschen Bank erhalten; 7o00 Mk fer er noch vn Aber-
rtnf R 7nn0 «n? A r f ftefft? mann schuldig geblieben, er habe alfo /3 000 Mk. tat,acht,ch er-
Ter Vorsitzende fragt,' ob denn diese Bilanz für Herz be- halten. Borngässer aber wollte ständig von ihm Geld haben stimmend gewesen sei, der Firma Borngässer höhere offene oder für Zweck des Baues, und die Rechnung ergibt doch baffer
ungedeckte Kredite einzurirumen. bekommen ljat, was ihm zustand; er fei alfo an dem Bau nicht
Ter Zeuge bejaht diese Frage glatt. I zugrunde gegangen.
Der' Vorsitzende: Es ist dock sicher merkwürdig, daß Sie Dcr Verteidiger Rechtsanwalt Kaufmann bemerkt daß doch schon vorher, ehe Sie die Bilanz cingesehcn haben, dem dre Abrechnung des Zeugeir nicht stimme. Der Bau habe 92 350 Borngässer .so hohe Kredite gegeben haben. Mark Kosten.verurfacht. Darm fleckten allerdings auch 520 Mk.
Zeuge Herz: Wir hätten uns, ohne die Bilanz, auch zurück- Zmfcn, die fich die verzfche Bank für Stundung der Schuld gezogen: Borngäsfer hätte die offene Schuld nach und nach ab- auf den Bauplatz gerechnet hat. Die MttteldeuNche Kreditbank zahlen müssen | hat auf die Hypothek auch nur rund 20 000 Mk. gegeben, cs diene
Vorsitzender: Jft es richtig, daß Sie dem Borngässer gesagt die Hypothek auch nur zur Sicherheit für diefe Summe.
haben, die Bilanz solle der Reichsbank vorgelegt werden. o Der Zeuge H e r z bemerkt auf Befragen des Verteidigers Dr.
Ter Zeuge kann darüber keine Ansrunst geben. Lwp. K a tz, Nathan Borngaffer, habe f,ch um Geldfachen nie
Der Vorsitzende: Hat die Bilanz denn auch der Reichsbank gekümmert, deffen mangelnde Befähigung und die geringe Jn-
Dorgelegcn? telligenz lauen es wohl möglich erscheinen, daß er von der m,tz-
Dcr Zeuge kann auch darüber keine bestimmte Auskunft:! lichcn Lage der Verhältnisfe nichts gewußt hat. .,
geben: sein Sohn werde darüber eher etwas sagen können. | . Mor i tz D e r z jr. fchdbert genau wie je . Vater, wie man 2er Zeuge kann auch nicht sagen, ob die günstigen Angaben! nut Borngaffer anfangs gearbeitet hat., ^er^Zeugc protestiert nut der Bilanz über den Vermögensstand des Borrigässer Veranlassung! aller Entschiedenheit dagegen, als ob feine fytrma mie cs im waren, diesem noch höhere Kredite zu gewähren; jedenfalls seien! Bericht des Gießener Anzeigers gestanden habe Borngaffer aber die gewährten Kredite nicht zurückgezogen worden, weil ba51 ruiniert hatte. Er macht bic glctdjc Berechnung auf wie fein Vertrauen zu den Verhältnissen durch die Bilanz gestärkt war. I Vater wegen der Kosten des Hausbaues u <d deren Deckung und Ter Zeuge berichtet, wie man im Jahre 1912 schlic^ich den erklärt, hiernach habe der Hausbau mit dem Zuiammenbruch des Verdacht schöpfte, daß unter den diskontierten Borngässerschen Mannes nichts zu tun. Der Zeuge imrb gefragt, ob cs richtig Kundenwechseln fick) Gefälligkeitswechsel ibefanden. Es fet beftim»| sei, daß für Bvrngäfscr zwei Kontos bei feiner Bank geführt menb gewesen sür den Entschluß, den offenen und ungedeckten worden seien, das eine für bic <yirma L. Bornganer, alfo als Kredit an den Angeklagten einzuschränkcn. Geschäftskonto und em zweites Konto als Hauskonto.
Zur Sache bemerkt der Vorsitzende: Borngässer behauptet:! Der Zeuge bemerkt, cs könne dies fein, er weißes n i ch t. Sie oder das Bankhaus Herz seien an seinem Ruin schuld, er hätte sich dann erst zu Hause nachseben muffen. 2er Vater man habe ihm Versprechungen gemackst, ihn zum Bauen vcr- bes Zeugen fall sich telephonifch wegen bietet E>ache informieren,
an laßt, um ihm einen teueren Bauplatz zu verkaufen unb dann Bon einem Versprechen der Baugelder will auch dieser Zeuge
die versprochene finanzielle Unterftü&ung nicht gehalten. I nichts wissen. Es könne sein, daß er, als er von Borngaffer Herz erklärt, das sei denn nicht der Fall. im Jahre 1910 eine Bilanzvorlage verlangt habe, bicjem
Vorsitzender: Borngässer behauptet, cs seien ihm im Dezember, gesagt hat, er brauche sie, um sie der Reichsbank l>or-
zwei Wechsel burd) die Reichsbank vorgezcigt worden: er habe iulegcn, es sei auch richtig, daß dr diese Vermögens- diese nicht decken können und sei zu Ihnen gekommen und habe Sie ausstellung der Reichsbank vorgelcgt habe, jedenfalls aber war eriudjt, die Wechsel für ibn cinzulöfen. Sie hätten dies auch die Tatfoche, daß nach Ausweis dieser Bilanz der Angeklagte getan, von Borngässer auch andere Wechsel usw. als Gegenwert 85 000 Mk. Vermögen besitzen wollte, bestimmend sür seine Firma, für die eingelöftcn Wechsel erhalten. Trotzdem aber hätten Sie mit dem Manne weitere Geschäfte zu machen. 2<w Zeuge erklärt, er die eingelöftcn Wechsel am letzten Tage noch protestieren lassen habe nicht gewußt, daß Borngässer auch stark mit der Gewerbebank und den erhaltene» Gegenwert dem tironto Borngässer einfach gearbeitet hat, hätte er es aber gewußt, so hätte er nicht mit gut gebracht, um den ohne Deckung nod) offenen Betrag zu ver- ihm gearbeitet. Borngäsfer habe es in geschäftlichen -Lingen, ringen I besonders in der letzten Zeit, nicht genau genommen, er habe ihn
Derz erklärt, daß er sich des Falles nicht genau erinnerte. | roicbcrbolt betrogen und dies habe ihn veranlaßt, dem Matme Leopold Borngässer tritt vor und erinnert den Zeugen sein Vertrauen zu entziehen,
wegen diefer Wechsel an Einzelheiten. Die betreffenden Wechsel Es wird darauf der Zeuge Geller in den >saal gc- ware» am 9. Dezember fällig, am nächsten Tage schon habe rusen, der als junger Mann bei Borngässer tätig war und an er dem Bankhaufe 1000 Mk., einen guten Wechsel und Zessionen! diesen 10000 Mk. verloren hat Wahrend der Vernehmung diese? von tvorberungen, die er an einzelne Kunden für Darenliese- Zeugen müssen auf Antrag des Rechtsanwalts Kaufmann die
rung patte, für die emqelosten 2Bccb>e[betröge gegeben. Trotzdem beiden Zeugen Herz den Saal verlassen. Es darf aber keiner fich
habe Herz am dritten Tage die für ihn ein gelösten Wechsel pro- aus bem Gerichtsgebäude entfernen, da sie noch gehört werdtsn
teueren laßen. " sollen. (Schluß folgt.)
2er 3cuge_ erfiart: Borngässer habe damals, soviel er wisse >■— -■ ' 1
gejagt: Solen ©ic bie Wechsel doch vorlanftg cut; Sie können sic ja Amtlicher Wetterbericht.
am 1^101 Tage noch protcthcrcn laj’Kn. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.
50 m g assc r bestreitet diese Darstellung ganz Wetteraussichten in Hessen stir Dicnstaq, den 22. Juli 1913: cnnmtcii ’ und bemerke, Verz hätte damals ganz genau gewußt, TZeränderlich, zeitweise Niederschläge, Temperatur wenig geändert, daß er in jener Zeit gar nicht tn der Lage ^ö-cfen wäre,! ■


