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Nr. 19Z
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger für Oberheffen
Tie „Gießener LawiliendlaNer" werden dem «Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt fir den Kreis «letzen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwlnschastllcheu Seil* fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Samstag, 25. August M5
Rotationsdruck und Verlag der Brndl'sche» Universität» • Buch- und bieindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Trnckerei: E<t »«l> ftrofee 7. Expedition und Verlag: Redaknon:S^K1I2. Tel.-AdruAnzeigerDieüe!-.
Zweites Blatt _ 165. Jahrgang
Gießener Anzeiger
politische Lagerschau.
Neber den Ausbau der Linie Saßuitz-Trelleborg, der $)au47tüerbinbunfl zwischen Deutschland und Schweden, 'sind zwischen den deutschen und schwedischen Staatsbahn- lverwaltungen Abmachungen getroffen worden, die hauptsächlich dem Güterverkehr zustatten kommen worden. Ter !Berkehr zwisctjen beiden Staaten Hal sich in den bcibcn letzten Jahren so entwickelt, daß eine Trennung dos Personen- und t^iirerverlehrs sich clls notwendig herausj)osteNt hat. Die Zahl der Personenfährcn — jetzt 4 — soll in den nächsten Zähren um 2 vermehrt werden. Tor Güterverkehr soll von einer besonderen Gütorsährc geregelt werden, die einen Güterzug bis zu GO Achsen auf nehmen kann. Bis- I)cr werden Güter sowohl in Trelleborg wie in Saßnitz meist umgcladen, da die Personenfähren nur wenige Güter- »vagen in den stilleren Reisezeiten mitnehmen. Die Güterfähre, die auf Kosten beider Verwaltungen zu bauen ist, soll in jeder Richttmg täglich einmal verkehren, sie wird für jede Ueberfahrt 5 Stunden reine Fahrzeit brauchen. Ilm den Verkehr in Trelleborg schneller als bisher ab- wickeln zu lißinen, hat sich Schweden bereit erklärt, die Ginfahrt in den 'Hafen von Trelleborg und die Fährbetten auszubauen Auch die deutsche Staatshahnverwaltung plant' eine Verbesserung der Route Stralsund-Saßnitz durch den "Ausbau der Hauptbahn bei Bergen und durch die Heber» brückung des Strelasundes zwischen Stralsund und Altefähr, um die Züge in Stralsund schneller abfertigen zu können und sie von der Führe nach Rügen unabhängig zu niachcn. Tic Vorbereitung für den Brückenbau ist schon im Gange.
Die Bestrebungen, den Verkehr zwischen Deutschland und den nordischen Ländern zu heben, werden auch von anderer Seite untersttitzt. Reben der Saßnitzer Linie besteht für den Verkehr nach Dänemark die Linie Warnemünde- Gjedser unb die Linie Kiel-Korsör. Die erstere ist Fähre, die letztere Postdainpferlinie. Die Saßnitzer Linie hat in den letzten Jahren den Hauptverkehr nach Kopenhagen ge- leitet und die übrigen Linien, die von dor dänischen Staatsbahn unterstützt werden, geschädigt. Diese Linien wollen jetzt ihren Fahrplan ebenfalls ausbauen. Um für den Vorkehr Westdeutschlands eine gute Verbindung nach 'Dänemark zu schaffen, find auch Bestrebungen im Gange, von Lübeck (Trnocmünbe) nach Gjedser eine Trajeklsachre zu bauen, da die Verbindung Kiel-Korsör nicht ausreicht und der Weg über Rostock für den Westen zu viel Zeitverlust kostet. Ob es dazu kommen wird, steht Iwch dahin.
Haftung der Post bei Nachnahmesendungen.
Der Deutsche .Handelstag hatte kürzlich an den Staatssekretär des Reichspostamts eine Eingabe gerichtet, in dor er bat, darauf hinzuwirken, daß die Post bei Nachnahmesendungen in allen Fällen hafte und nicht nur für Ein- schreib- und Wertsendungen sowie Pakete. Der Staatssekretär des R e i ch s p o st a m t s hat daraufhin jetzt folgenden Bescheid erteilt:
„Tic Uebernahme der Haftung für die ordnungsmäßige Nachnahmeeinziehung auch bei gewöhnlichen Briefsendungen mit Nachnahme würde bedingen, daß diese Sendungen einer weitgel-enden Kontrolle und umstände licheren Behandlung als bisher zu unterwerfen wären. Nur mit Rücksicht auf eine einfache Bearbeitung und die Nichchaftting für den Nachnahmebetrag haben die für sie zu entrichtenden Gebühren so niedrig festgesetzt werden können, wie sie jetzt in Geltung ftnb. Zn Fällen, wo der Absender einer Briefsendung sich die Garanttc- pflicht der Postverwaltung für den Nachnahmebetrag sichern will, ist er nunmehr in der Lage, dies durch Versendung unter „Einschreiben" mi errouhcn. Es darf hierbei erwähnt werden, daß in fast allen anderen Ländern Nacknahmebriefscndungen überhaupt nur bei der Auflieferung unter „Einschreiben" zugelassen sind. An dieser Stellungnahme muß weiter sestgehalten werden. <3cb bedauere daher, dem Wunsche, die Haftung auf gewöhnliche 'Nachnahmebriefsendungen auszudehnon, nicht entsprechen zu können.
Ein Denkmal für Pari Peters?
Den Plan der Errichtting eines Denkmals, das Karl Peters in Daressalam auf gebaut werden soll, lehnt das Berliner Tageblatt zwar ab, aber was cs dazu in frcund- ticher Würdigung der Verdienste Peters schreibt, zeigt doch, daß während früher die Blätter ähnlicher Richtung nicht aenuq aus Peters loshacken konnten, darin jetzt, wie es scheint, ein Umschwung cingetrctcn ist. Das Blatt schreibt: 1 Mr sind der Ansicht, daß, wenn irgendwohin, dann nach Daressalam ein Tcnfntal für den Eroberer der Kolonie Ostasrika aelwrt nur — zu seiner Zeit! Was die Denkmäler für lebende Personen onbetrifft, so halten mir es mit Bismarck, bet sie geschmacklos fand. Für lebende Menschen ist es doch eine ElTruna' recht uveifclbafter Art, wenn ihnen durch eine Porträt - älmlidr Versteinerung zart an gedeutet nrirb, daß sie sich nut dem Eingehen in die Unsterblichkeit beeilen möchten. Nun sagt der Aufruf mr-brüdltd), Peters fei heute schon „für das ganze deutsche Volk eine historische Persönlichem". Man müsse, so heißt es an einer anderen Stelle, ,chie Tragik wmes Lebens, die ihn von feinem Werke trennte, und das teuttche Volk vor la Jahren in '■rori ^aaer spaltete — leidenschaftliche Anhänger und lätemckan licke Gegner — jetzt als der Vergangenheit angehörig betrachten". Damit und mir durchaus einverstanden. Aber dann soll man diese Vergangenheit auch — vergangen fein lassen. Ucbercimge ^rcunbe waren es, die damals Peters mehr geichidet haben als Line Feinde Laut und lärmend hoben pe ibn mir den «ckllb, Jun ihm eine Rolle aufzudrängen die weit abieits vom Wege der Verdienste führt, um derentwillen sie ihm l^j. das^enkrnal üren wollen. Dadurch erst erweckten iie einen Widerspruch, der 1? wie man heute ruhig zugeben kann, m der vttze des Kampfes auch übers Ziel hinausschotz Aber ge weckten auch das gPirrrauen kaltherziger Streber, ine aus dem Material, das ein ^idenfchafrlicher Partei^mpf 5utage gefördert mdjt ungent d^Sttick drehten, womst der Ztvtomolpoluckr Peters umg^ccht
Bon Amts und Rechts wegen Es pt damals am decken S^it «Mdigt worden, am malten aber wohl aur roter brtttrn, 4? sün^irruf aebabt hätte, über den Parteien zu stehen. Dost
S f°^n^7möhnlick>« Ära fr, nne PorrrS. für d^S^urschtum «rforäi ging, rann_ntan bebmrrar, mid> Da- ~ ; ' mitten Taacn aur der e*ette terner Gegner gerockten SSn ft feta WEU für linieren .^ruf zur DeluEik, daß wir diese Kraft nicht nützlicher zu verw^n-
0 c n n> u f t c n. Aber es wäre nicht minder 511 bedauern, tüftin I der alte Streit durch unzeitgemäße „Ehrungen" äußerlicher Art I wieder geweckt würde. Wir sprechen das aus, nicht weil wir Karl Peters sein Denkmal nidta gönnen, sondern mal mir die .Klärung, die sich im Urteil über ihn und sein Wirken vorbereitet, nicht abermals durch Uehernser ungcbulbigcr Freunde getrübt sehen möchten.
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Die Sozialdemokratie und die DeckongSvorlagen.
In dem Bericht der sozialdemokratischen Reichslagsfraktion an den Jenaer Parteitag werden auch die Ctcgcn- sätze geschildert, die vor der Abstimmung über den Wehr- beitrag und das Besitzsteuergcsetz in der Fraktion bestanden. Es heißt darüber in der parteioffiziellen Darstellung:
Eine Gruppe der Fraktion per trat bk Ansicht, baß die Fraktion für den Wehrbeitrag imb für das Befitzsteueraesetz stimmen müsse. Der Webrteitrag sei in seinem innersten Wesen eine auf drei Jahre beschlossene direkte Reichseinkommen- und Vermögenssteuer, also die — wenn auch nicht genügende — (Erfüllung einer sozialdemokratischen Forderung. Aehnlick sei es mit dem Besitzsteuergcsetz. Zwar sei der Weg der Vermögens zumachssteuer eben fall« mangelhaft, aber trotz aller Perfcklcierungen und trotz vieler Unzulänglichkeiten enthalte auch das Besitz steuer- gesetz ganz unverkennbar die Anfänge zur direkten Reichseinkam men , Vermögens und Erbschaftssteuer. In unserm Programm forderten tmr aber gerate biefc Steuern Dagegen stehe nicht im Programm, daß der Vermcickungszweck der Steuenr für ihre Annahme ober Ablehnung entscheibend fein müsse. Es zwinge uns ferner die unmittelbare Situation im Reichstage zur An nähme der Gesetze. SBgm auch der Wehrbeitrag vielleicht trosi unserer Stimmen angenommen werben würde, so sei dies dock zweifelhaft bei dem Besitzsteuergefctz. Wahrscheinlich stimmten die Konservativen, die Polen und verschiedene Zentrumsmitglieder gegen die Besitzsteuern, so daß sie dann abgelehnt werben würben. Dann seien zwei Möglichkeiten gegeben: entweder Auflösung des ReidMags oder Vertagung der Steuerfrage bis zum Herbst. Geiviß würde jeder an sich gern zu Reichstagsneuwahlen ins Feld ziehen, aber unsere Kampfesbedingungen würden dann dock sehr ungünstig fein. Man könne uns mit Recht entgegen- halten, daß gerate wir direkte Reichssteuern zu Fall gebracht hatten, mährenb wir sonst immer direkte Steuern gefordert hätten. Wahrscheinlich werte die Fraktion auch einen nennenswerten Manbotsverlust erleiden, was — angesichts der bevorstehenden Revision des Zolltarifs — von besonterm Nachteil für die deutsche Arbeiterklasse sein würde, wahrend teil Zollwucherparteien eine geschwächte sozialdemokratische Fraktion gerate recht sein könnte. Erfolge ater feine Auflösung, so mürbe die Regierung im Herbst neue Steuervorlagen einbringen. Da dann aber nicht mehr die Pression ter Wehr Vorlage hinter der Regierung und den bürgerlichen Parteien stehe, so sei nickt daran zu «denken, daß bann wieder direkte Steuern wie dieses Mal vorgefchlagcn nxTbcn würden. Wir würden also neue indirekte Steuern ver Hintern, wenn wir jetzt den direkten zustimmten. Der Berwen dungszweck könne nicht in Frage kommen. — Don der Gegenseite wurde demgegenüber verlangt, daß die Fraktion gegen beide Gesetze stimmen solle. Diese Genossen bildeten in der Begründung ihrer Forderung zwei Gruppen. Die eine Gruppe erkannte an, daß mir für Besitzsteuern stimmen können, menn die Mllitärvvrlage ohne Rücksicht auf die später zur Deckung der Ausgaben zu beschließende besondere Att der Steuern bereits anqe nommen morden ist, die 3uftimnnmg zu einer bestimmten Steuer in keiner Weise den bürgerlichen Patteien die Annahme ter Militärvorlage erleickstern kann, und daher für uns nur die Ent feteibung über eine mehr ober weniger ungünstige Steuer in Betracht kommt. Wir müssen in diesem Zusammenhänge ter Dmge gegen die Besitzsteuern stimmen, um nicht mitzuhelfen, die Voraussetzung für die Einnahme der Militärvorlage zu schossen. Die zweite Gruppe berief sich aus den alten Grundsatz ter Pattei. diesem System keinen Mann und keinen Groschen! Der Bcrmen dungszweck fei die Hauptsache. — Eine dritte Gruppe schloß sich im wesentlichen diesen Argumenten an, dagegen wollte sie nicht dlblehnung ter beiten Gesetze, sondern höchstens Ablehnung des Wehrbeitrags, sonst aber Stimmenthaltung. Die Fraktion schloß sich mit 52 gegen 37 Stimmen bei sieten Stimment Hallungen den Argumenten der ersten Gruppe an. Als am nächsten Tage von einem Teile ter Fraktion eine nochmalige Abstim mung verlangt mürbe, lehnte die Mehrheit der Fraktion diese 'Änreflung nach einer lebhaften Debatte ab und peträftigte dadurch nock einmal ihre Abstimmung vom Tage zuvor. Einmütig war die Fraktion ter Ansicht, datz die unterlegene Minderheit sich dem Mehrheitsootum zu lügen habe, daß also nicht ein Teil der Fraktion anders stimmen oder auch nur der Abstimmung icrnHcibcn dürfe.
Deutscher Senossenschaslstag.
+ Posen, 22. August.
Der heutige drille und letzte Tag des 54. Allgemeinen Deutschen GknonenicfjaftstageS wurde mit ter Hauptversammlung der Kreditgenossenschaften eröffnet, in welcher Berbandsdirektor Feldheim «Burg bei Magdeburg) den Vorsitz sühne. — Zunächst sprach Verbandsdirektor Julius Kurz (Stettin) über „Schifser-Krrdillassen". Er empfahl die Annahme eines Anttages: „Der Ällgememe Ge- nosfenschaftstag spricht sich gegen die Errichtung besonderer Sckifferkreditkanen aus. Dagegen erscheint die Errichtung besonderer Realkreditinstimte als wünschenswert, die cntforccbenb ten Dupothefenbanken die Befriedigung des Anlagekreditbedünnisses der Sdüffer zum Gegenstand haben". Der Anttag wurde an» genommen.
Iustizrat Jareck (Posen) sprach über „Reform des n vo t hekenrcchts". Er legte folgenden Antrag vor: „Der Allgemeine Genm'fenschaststag hält es für erforderlich, zur Genesung der Verhältnisse auf dem Dvvothekenmarkt im Wege der Gesetzgebung die Veriügungsmöglickkeit über Mieten un Interesse des Dovothekengläubiqers zu beschränken. Die Mieten müssen in erster Linie zur Erhaltung des Grundstücks und zur Befriedigung wegen wieterkehrender Leistungen wie DNvotbekiinsen ufro. dienen. Insoweit ist eine Beschränkung der Berfügungsiähig feit des Eigentümers berechtigt. Der Pen'vncllkredil des Eigentümers darf nicht auf gebaut werten auf ten Mieten, die bei ordnungsmäßiger Diitickait für das Grundstück verwendet wer ben müssen. Der Allgemeine Genosfenschaftstag hält deshalb eine Aenderung des § 1124 BGB. für erforderlich, durch die eine Verfügung über den Miet- und Pachtzins dem Hypolhekengläu- biger gegenüber unwirksam erflärt wird, soweit sie sich auf eine spatere Zeit als des zur Zeit der Beschlagnahme lausenden Vietteljahres erstreckt. — Zur Erleichterung der Verwertung eines Grundstücks in ter Zwangsversteigerung ist 8 57 des Gesetzes über die Zwangsversteigerung und Zwangsvollstreckung dahin ;u ändern, daß dem Erst eher des Grundstücks gegenüber eine Verfügung über den Mietzrirs für eine spätere Zeit als das laufende Kalenderjahr unwirksam ist. — Es empfiehlt sich, dem § 1150 BGB. folgende Zusätze zu geben: Befriedigt ein nach § 268 BGB- dazu berechtigter Dritter den Hhvothekengläubiger wegen seiner Zinssvrterung, so muß der Gläubiger ten aus dem Grundbuch ersrchllicken nachstehend dinglich Bercchllgten unverzüglich von "bem Uebergang der Forderung Mitteilung machen. Wird die
ZinSforderung an einen Tiilten, ter den H01 .'ttn h n üaubig-e wegen der Forderung befriedigt, ohne nach 8 2(>S BGB dazu berechtigt zu sein, abgetreten, fo fann er Befriedigung aus ter Hvpokhek mit dem Range bettelten nur beanspruchen, w nn nicht ein nachstehender dinglich Bcrechugt.'r aus die unDrr$üglidic ’.lk’n* teilung hm widerspricht Antenttatls erhalt bic Zuisiorterung ten Rang von Ziffer 8 g 10 ZwVG Tie Erhebung tes Wtbcr- spruches eines von mehreren dinglich Berechtigten nxrft für die unteren mit."
Der Anttag wurde angenommen.
Hierauf sprach Direktor Renke (Hannover) über die Bekämpfung der Borgwirtschaft.
Er empfahl folgenden Antrag des Vereintes der EriverbS- und SBirtfdxiftagenoficnfdxtftni im Regierungsbezirk Magdeburg, Herzogtum Braunschweig und bet Provinz Haun-'vcr:
„Ter Allgemttne ONiiOssenschastStag erflärt: Es ist eine dringende und danll>are Ausgate ter ebrediigenosfenfchaften und eine diesen oLIiegcnte gcnoHfm'dxiftlide Pili du, in Ausführung des Beschlusfes des Allgemeinen Genosiensd aflSlageS ui Stettin über die Pesämpfung ter Borgwirtfchail dauernd alle Maßnahmen zu fordern, deren Zweck die *>?bi4breirung des Barzahlungssnü-uns und die Einbürgerung TmifmänniidKT Grundsätze im Gesd^istS- ücrfrhr ter Handwerker und kleinen HandelStrttbeiiten ist."
Ter Antrag wurde hierauf angenömmen.
Weiter sprach Direktor Argelander «Nakel a. d. Netze) über: „Tie Behörden und der KautionSkrcdit". Nadi Annahme eines Antrages wurde ter OfenossenschaftStag gesdrlossen.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter bitter Rubrik stehenden Artlkel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
(liefern, 22. Aug.
Eine Naturschönheit von eigenartigem Reiz besitzt Gießen ganz nahe bei ter Stadt in der Heide auf dem hinteren Trieb. Gerate jetzt im Herbst, während der Blüte dos Httdekrautes, zeigt sie sich uns in ihrer ganzen Schoul'tti Mein Wunder, daß täglich viele Gießener nadi dem Trieb wallfahren und ten sonst fo stillen Winkel bevölkern. Wem die Freude au dem roten Teppid), den die Natur gezaubert, nidit genügt, und wer sich and^ nadi etwas davon mit nach Hause nehmen will, ter länn sich sehr wolst ohne Gewissensbisse einen Strauß Heidekraut abschncideu: >vas von den Pflanzen im Boten stecken geblieben, das wird im näd)ftnt Jahre schon wieder frisch sprossen.
-Iber mit Entrüstung muß es jeden Naturfreund erfüllen, wenn man sieht, wie die zähen, holzigen Pflanzen, die sich nickt bredxn lassen, aus dem Boten gerissen werden Ganze Fanrilien konnte man in den letzten Tagen auf dem Trieb sehen, welche in dieser barbarifdxm Weife die Ausrottung des Heidekrautes betrieben. Wenn es so weiter geht, wird das verhältnismäszui kleine Heitegebiet in wenigen Jahren seines scbvnsten Schmuckes beraubt fein. Wir leben in ter Zeit ter Naturschutztewegung. Da sollte doch auch die städtische Behörde darauf tedaiht fein, bic Hecke auf dem Trieb, dieses schönste Naturdenkmal in Gießens nächster Nähe, vor dem Raubbau falscher Naturireunte zu frfiüfcnt; es müßten die Vandalen, die darauf hiuwirlen, das Hribekrauk mit Stumpf und Stiel auszuvotten, empllndlich bestraft werten. Jeder Besucher des Triebs aber möge bedenken, daß auch noch spätere Generationen sich an dem Anblick der Heiteschönheit erfreue« wollen.
Spielptan der Ullrhaur-Theaterr Vad Navhekm.
Sonntag, den 21. August: .Mein Freund Teddy." Montag, den 25. August: .Das Prinzip." Dlittwock, ben 27. August: „Ter Schlafwagenkontrolleiir.' Freitag, den 29. August: «Die fünf Frankfurter." Samstag, den 30. August: Auf der Naturbühne im Park direkt beim Kurhaus, nachmittags 3'/, Uhr: .Hänsel und Gretel." Bei ungünstig« lterimg nnbet die Vorstellung tm Thealersaale statt. Sonntag, den 31. August: „Pension Schollcr."
Markte.
ließen, 23. Ang. Marktbericht. Aus henffaein Wocken- motfte kostete: Butter das Pfund 1,05—1.15Mk„ Hühnereier 1 Stück 8—9 Bfa^ 2 Etüd 0 Psg^ Enteneier 1 Stück 8—0 Pfg., Gänseeier lEt 12 Pß, Höfe daß Stück 6—8 Pfg^ Kasematte 2Stück 5—6 ; fg., Tauben pr Pr. OM—1,00 <Dlt, Hühner pr. St. 1,00—1,60 Aik., Hahnen pr. Stück 1^0—2,50 9Jllw Outen pr. St. 2/)0—3,00 TIL (ßänfe ba5 Pfd. 00-' 0 Pfg. Cd)|ciifleifcfi pr. I'd. 92-100 Pfq., Rindfleisch vr. Pfund 90—94 Pfg„ !<uhfleisch 80 Mg^ Schweine« fleisch pr. Pfund 90—110 Pfg^ halb fleisch pr. Pfd. 94— 98 « fg., Hanunelfleisch pr. Md. 70—96 Psg* fiartofielu pe. 100 Slq, oj)0 bis 6.00 SDlt^ Weißkraut das Stück 15 bis .0 Psg^ Zwiebeln per Ztr. 6,00—8,00 Wit., Milch das Liter 22 Bsg^ ^tüsse 100 Stück 50—60 Psg^ per Ztr. 0—00 TIL Birnen das Pfund JO bis 20 Pfg., Tepfd das Pfund 10 bis 20 Pfg.. Zwetschcn das Pflmd 10—LO Pfg.. Bobnen 1 Pfund 15 bis 20 Pfg., Gurken 100 Stück 2,50—3,50 Ml. Marktzeit von 7 bi» 1 Uhr.
Meteorologische veobachtungen der Station Eiehen.
Aug.
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11,2
9,0
91
still
still
0
Sonnenschein
Höchste Temperatur am 21. bis 22. August — + 21,1 ' C.
Niedrigste , , 21. , 22. , — + 7,6' C.
§lieverschlag: 0,0 nun.
Berantwottlich für den gesamten redaktwnellen Teil: Aug. Goetz
Motor^ägenfahrrader
/ Preisliste.
Maa vertange\
Riisselsheim^M-


