Ausgabe 
17.11.1913 Zweites Blatt
 
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ltt. 270

Zweites Blatt

165. Jahrgang

Erscheint tStzttch mit Ausnahme deS Sonntags.

DieScheuer Zamtliendlätter" werden dem ,9h<detqci" oitnnal wöchentlich beigelegt. daS Ktereblalt füt -en Beeis Giehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

Montag, 17. November 1915

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheo Unioersitäts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition nnd Druckerei: Schul« straße 7. Expeditioir und Verlag: 5L

Redaktion: 112. Tel.-Adr.: ZlnzeigerGießen,

Ans Hessen,

r. Bad-Nauheim, 15. Nov. Neben den wissenschaft­lichen und künstlerischen Zwecken, die eine Reihe von Vereinen in unserer Stadt pflegen, entwickeln auch unsere politischen Ver eine eine bemerkenswerte Tätigkeit. Der Freisinnige Ver­ein hat für diesen Winter vorläufig eine öffentliche Versamm­lung mit einem Redner, dessen Name noch nicht Mckteht, in Aussicht genommen, während der Nationalliberalc Ver­ein zwei öffentliche Versammlungen mit den Herren Reichstags- abgeordnelcn Landesgerichtsrat Strack-Gießen und Landtags abgeordneten Justi-rat Dr. Osann- Darmstadt als Redner abhalten will.

Deutsches Reich.

Der Kaiser ist mit Gefolge am Samstag um 7 Uhr 30 Min. in Kiel eingetrosfen. Er begab sich auf dem Wasser­wege an Bord desKaiser", wo Wohnung nahm. Mittags wurden über 8000 Marinerekruten im Exerzierhause der 1. Matr os en -Di vif ion vereidigt. Dabei hielt der Kaiser eine Rede. Um 1 Uhr folgte der Kaiser einer Einladung zum Frühstück bei den Offizieren der an der Vereidigung betei­ligten Marine-Teile in der Offiziersspeise-Anstalt. Nach dem Frühstück begab sich der Kaiser in die Villa des Prinzen Adalbert und fuhr von dort nach kurzem Verweilen mit dem Prisen und den Herren 'ber Umgebung nach der neuen Hochbrücke und der Prinz-Heinrich-Brücke; der Kaiser be­sichtigte die Brücken und dre neuen Kanalschleusenanlagen bei Holtenau.

DerKönigvonSachsenin München. Aus An­latz des Besuches des Königs Friedrich August fand in Mün­chen am Samstag ein G a l a d i n e r statt, wobei König Ludwig von Bayern eine Rede hielt, in der er u. a. sagte: Das Gefühl dieser Einigkeit ist es, das Eure Majestät auch heute in Bayern die Herzen zu freudigem Willkommen jentgegenschlagen läßt. Ich weiß mich eins mit dem Empfin­den des ganzen Landes, wenn ich Eurer Majestät den Gruß warmer Verehrung und treuer Freundschaft entbiete und der in der Ueberlieferung von Jahrhunderten begründeten herz- kichen Beziehungen gedenke, auf die unsere Häuser und Staa­ten zurückblicken. Mögen Eure Majestät sich versichert hal­ten, daß die sorgsame Pflege dieser Beziehungen mir ganz besonders am Herzen liegt, und daß ich glücklich sein werde, in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit Eurer Majestät für die Wohlfahrt des großen deutschen Vaterlandes und für die gemeinsamen Interessen unserer Länder zu wirken. Der Kö­nig von Sachsen antwortete mit gleich herzlichen Worten.

Herzog Ern st August von Braunschweig hat mit Handschreiben vom 30. August aus Anlaß seines Aus­scheidens aus dem aktiven Verbände, dem bayerischen ersten schweren Reiter-Regimente, biefem zum Zeichen der Danl^ charkeit und treuen Kameradschaft den Betrag von 10 000 Mark zur Errichtung einer Stiftung mit der Besttm-» irtung gewidmet, daß die Zinsen aus dem Kapital zur Hälfte zugunsten des Offizierskorps, zur anderen Hälfte mm Besten der Unteroffiziere des Regiments verwendet werden.

Zum Krupp-Prozeß. Wie das Wolff-Bureau hört, haben im Krupp-Prozesse nunmehr die Staatsanwaltschaft wie die beiden Angeklagten sich entschlossen, von dem Rechts­mittel der Revision an das Reichsgericht keinen Ge­brauch zu machen. Für die Angeklagten war hierbei der Gesichtspunkt maßgebend, daß mit der Revision günstigen­falls, d. h. wenn formale Verstöße im Verfahren oder sach­liche Gesetzirrtümer im Urteil nachgewiesen werden können, sich doch praktisch nur eine Zurückverweisung der Sache sei­tens des Reichsgerichtes an die erste Instanz erzielen läßt.

Ausland.

Im ungarischen Abgeordnetenhaus wurde am Samstag der Gesetzentwurf betr. den Bau mehrerer Eisenbahnlinien in Bosnien und der Herzego­wina sowie betreffend die Umwandlung anderer fchmal- fpuriger Linien in normalspurige vorgelegt. Die Durchsüb- rung dieser Eisenbahnbauten wird durch eine in 60 Jah­ren amortisierbare Anleihe von 270 Millionen Kronen be­stritten. Die Regierungen Oesterreich-Ungarns werden zur Deckung der Anleche und zur Bestreitung weiterer Kosten Jahresbeiträge leisten. Bosnien und die Herzegowina selbst werden durch diese umfangreichen Eisenbahnbauten nur mit Jahresbeiträgen von ungefähr 1200 000 Kronen belastet.

Nachspiel zu den Ausschreitungen im un­garischen Abgeordnetenhaus. Das Appellations­gericht in Ofenpest verhandelte gegen die srüheren Abge­ordneten, die im März 1910 den damaligen Minister­präsidenten Grafen K!huen Hedervary und den Ackerbau­minister Grafen Serenyi mit Tintenfässern und an­deren schweren Gegenständen bewarfen und verwundeten. Es verurteilte den früheren Abgeordneten Zacharias zu einem Monat Gefängnis und 100 Kronen Geld­strafe und den Angeklagten Markos Hoffmann zu 15 Tagen Gefängnis. Merey M a d a r a s z sowie der gegenwär­tige Abgeordnete Ludwig Deck wurden freigesprochen.

Die französisch - italienischen Bezie­hungen. Aus Anlaß der franzosenfeindlichen Stimmung, die sich in einem Teil der italienischen Presse geltend macht, schreibt derPetit Parisien": Diese ganze Kampagne be­einflußt auch die Haltung der italienischen Diplomatie selbst, die anspruchsvoller geworden ist und auf die Rechte und Interessen anderer nicht genug Rücksicht nimmt. In den gegenwärtig zwischen Paris und Rom schwebenden Verhand­lungen über die Stellung der in Tunis ansässigen Tripolitaner tritt diese neue Richtung so deutlich zu­tage daß der Qai d'Orsay sich bei dein Vertreter Italiens wiederholt darüber beklagen mußte. Demselben Blatte wird aus Tunis gemeldet: Die Frage der Stellung der Tripoli­taner in Tunis hat eine unerwartete Wendung genom­men Es heißt, daß kn den dies-bezügttchen Bespre­chungen mit Italien eine Unterbrechung eingetreten ist und daß bei den Tripolitanern und sogar bei den tunesi­schen Ansässigen, welche eine zeitlang in Tripolis gelebt haben, in eifriger Weise daraus hmaearbeltet wird, sie zur Annahme der italienischen Nationalität zu bewegen.

Der russische Ministerpräsident Kokow- tzv^w, der sich am Samstag von Paris nach Ber­

lin begab, veröffentlicht hnMotin" eine Erklärung, in der es heißt. Am Tage vor meiner Abreise ist es mir er­freulich, zu erklären, daß ich eine vollständige U e b c r e i n ftimmung in allen Fragen festgestellt habe, welche die beiden verbündeten Nationen interessieren, und daß die B e Ziehungen zwischen unseren beiden Ländern niemals enger und inniger waren als heute.

Aus Marokko. Wie dieFrance militairc" meldet, hat der französische Kriegsminister angeordnet, daß vom heutigen Tage an die Stellung eines kommandierenden Ge­nerals der Desavungstruppen von Westmarokko aufgehoben wird und der Befehl dem Generalresidenten als Oberbe­fehlshaber übertragen werde.

Qecr und Flotte.

Kiel, 16. Nov. Vizeadmiral v. Jngenohl wurde zum Admiral und Chef der Hochseeflotte befördert. Zu Vizeadmiralen wurden befördert die Kontreadmiralc Koch, Inspekteur des Tor- pedowefcns, Graf S p e e, beauftragt mit der Führung eines Krcu- zcrgcschwaders unter Ernennung zum Chef dieses Geschwaders: zu Kontreadmiralen: die Kapitäne Hebbinghaus , Chef des Stabes und des Kommandos der Marinestation der Ostsee, Alberts, beauftragt mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Inspekteurs der zweiten Mattneinspektion unter Ernennung zum ^mpekteup dieser Inspektion.

Uns Mexiko.

El Paso, 15. Nov. Die Aufständischen nahmen den mexikanischen Grenzort Juarez ein. Dabei wurden drerAmerr- kaner getötet. Der Angriff auf Juarez. begann beim Morgen- grauen. Die Einwohner wurden durch den Donner der Geschütze: aus dem Schlafe aufgeschreckt.

Ncwyork, 16. Nov. Nack einem Telegramm aus El Paso herrscht unter den mexikanischen Konstitutionalisten großer Jubel über die Einnahme von Juarez, das als Zu­gangstor betrachtet wird, durch welches Waffen aus den Ver­einigten Staaten eingeführt werden können. Wie sich jetzt herausstellt, unternahm der Jnfurgentengeneral Villa letzt­hin nur einen Scheinangriff aus Chihuahua, um die Bundes­truppen von Juarez fortzuziehen. Seine Hauptmacht führte Villa gegen Juarez, das er bei Anbruch der Nacht erreichte und umzingelte. Die zuruckgelasfene Gfarnifon, die völlig überrascht wurde, entfloh in der Dunkelheit.

Das Reutersche Bureau mildet aus Mexiko: Prä­sident Huerta erklärte am Samstag Abend: Ich werde vonmeinemPoften nichtweichen, sondern wie bis­her fortfahren, mein Bestes zu tun, um die Ruhe des Lan­des ficherzustellen und mein Versprechen zu erfüllen, das ich bei dessen Uebernahme gegeben habe. uHerta gab zu, die Ver­hältnisse könnten fick) derart entwickeln, daß die Ausländer in unmittelbarer Gefahr kämen, und er fügte hinzu, daß er in diesem Falle alles tun werde, um sie zu schützen. Der englische Gesandte, Garden, teilte allen Englän­dern durch die Konsulate ein Kommunique mit, das der ame­rikanische Sondergesandte Lind an Huerta gerichtet hatte und forderte sie auf, sich bereitzuhalten, auf die erste Mittei­lung hin sich an besser gesicherte Orte zu begeben. Diejenigen, die weiter entfernt seien, sollen sich in großen Zentren sam­meln, von wo aus sie sich leichter zu retten vermöchten. Gar­den versicherte dem amerikanischen Geschäftsträger der eng­lischen Unterstützung bei der Haltung des Präsidenten Wil­son gegenüber Mexiko.

Aus Staöi undanb»

Gießen, 17. November 1913.

Eine Steuer auf Feuerzeuge?

Die Ersatzmittel für Zündhölzer sind seit einer Reihe von Jahren, seit dem Zeitpunkte, da die Zündhölzer selbst eine erhebliche Verteuerung erfuhren, in großen Massen auf den Markt gekommen und haben von vornherein einen außer­ordentlich großen Abnehmerkreis gesunden, zumal der Preis für solche Ersatzmittel verhältnismäßig gering ist. Es war damit ein vollständig neuer Industriezweig, -der sich mit der Herstellung von Ersatzfeuerzeugen beschäftigt, ent­standen, der sehr zum Leidwesen der deutschen Zündholz-In­dustriellen bis auf den heutigen Tag noch nicht besteuert worden ist.

Schon wiederholt ist von der deutschen Zündholzindu­strie das Verlangen ausgesprochen worden, diese Be­steuerung einzuführen Dieses Verlangen wurde damit be­gründet, es sei unverständlich, daß Feuerzeuge, die denselben Zwecken dienen wie Zündhölzer, steuerfrei bleiben sollen, wäh­rend die Zündhölzer selbst einer sehr fühlbaren Steuer un­terliegen.

Das R e i ch s s ch a tz a m t hat sich bisher diesen For­derungen gegenüber stets schroff ablehnend verhalten. Man glaubte, daß sich ein Erfolg, auch in finanzieller Hin­sicht, kaum durch eine solche Steuer würde erzielen lassen.

In den letzten Tagen ist nunmehr aus Handelskreisen eine Eingabe an den Bundesrat zwecks Einführung der Feuerzeug-Steuer gerichtet worden. Die Begründung, daß die Steuer nötig sei, stützt sich auf folgende Gesichtspunkte:

Seit 1909 sei eine wesentliche Verschlechterung der deutschen Zündholzindustrie entstanden. Diese sei nicht nur auf die damals eingeführte Besteuerung der Zündhölzer, sondern vor allem auf das seitdem erfolgte Aufblühen einer neuen Industrie, die Anfertigung und den Verkauf der Ersatzfeuerzeuge, zurückzusühren. Daher liege es im In­teresse der Reichskasse, die künstlichen Feuerzeuge zu be­steuern.

Durch diese Eingabe ist nun wieder die Frage der Be­steuerung der Zündholzersatzmittel brennend geworden und soll dem'Vernehmen nach auch an maßgebender Stelle ernst­lich in Betracht gezogen werden. Hinzu kommt noch der Um­stand, daß die Besteuerung der Feuerzeuge in F r a n k r e i ch vor einiger Zeit eingesührt worden ist. Man hat also in der Zwischenzeit reichlich praktische Erfahrungen sammeln kön­nen. Eine endgültige Regelung der Frage dürfte demnächst erfolgen. K. B.

*

Schulangelegenheiten. Erledigt sind zwei nut katholischen Lehrern zu besetzende Lehrerstellen zu Herbstein.

" Unwürdige Auslanderei. Wirerhalten folgende Zlischrist: Ein Muster unwürdiger AuSlänberei ilt die «ge­drängte Te ep re i s l i steJ die ein hiesiges Geschäft ver­sendet. Da heißt c5: Curiously picked Souchong, Selected Soachong, Extra fine Souchong, Choicest New Seasons Souchong, Finest Lapseng Souchong, Finest Souchong . ... Die rührigen Frauenvereine unserer Stadt, die uns in diesen Tagen in so eindrucksvoller Weife den Anteil der deutschen Frauen an der nationalen Erhebung vor hun­dert Jahren vor Augen geführt haben, würden sich ein großes Verdienst erwerben, wenn sie solchen Geschäften die Würde­losigkeit ihres GebahrenS in der empfindlichsten Weise klar- machten.

** Der gestrige Sonntag darf von den Außen­wirten der Stadt und der nächsten Dörfer getrost schwarz angestrichen werden, da sie damit mehr als eine Hoffnung zu Grabe getragen haben. Nach dem aufheiternden, sonnigen Himmel einiger Morgenstunden, der im Verein mit dem starken Winde auf einen trockenen Tag schließen ließ, mit einem Male schwarzes Gewittergewölk und bann zwei fürch­terliche Hagelschauer, die einen unbehaglichen Landregen eni- feiteten, wie er uns nunmehr ein alter Bekannter geworden ist, bald langsam, bald stürmisch, immer aber von einer be­wundernswerten Gleichmäßigkeit, die den Spaziergänger bis auf die Haut naß werden läßt. Kein Wunder, daß dabei die Wirte der Stadt selbst ein umso glänzenderes Geschäft mach­ten. Gastwirtschaften, Cas6s, Kinos und Theater waren überfüllt. Ein jeder freute sich, wenn er ein trockenes Plätz­chen erwischt hatte und hörte mit Behagen das monotone Rieseln und Plätschern draußen. Und es regnet der Regen in Strömen herab....

Kreis Schotten.

? Herchenhain, 15. Nov. Nach einer ortsüblichen Bekanntmachung von heute ist die noch in diesem Jahre stattzustndende Bürgermeister,vahl auf SamStag, den 20. Dezember, mittags von 122 Uhr, festgesetzt worden.

= Ober-Seibertenrod, 16. Nov. Großen Opfer­sinn haben die Kriegervereine gegenüber dem beim Scheiben, schießen verunglückten Kameraden Martiii Volp gezeigt, insgesamt sind 3150 Mark gesammelt. Volp wird durch den verhängnisvollen Schuß lebenslänglich gelähmt bleiben.

x Urichstein, 16. Nov. Gestern war hier Bürger, meisterwahl; der seitherige Bürgermeister Rühl wurde zum vierten Male einstimmig gewählt. Hier war am Sonntag neben Hagelschauern ein ziemlich heftiges Gewitter.

Kreis Friedberg.

r. Bad-Nauheim, 15. 91ov. Eine kleine nette Weich- nachts-Uebervaschung war dem hiesigen Turnverein be- schieden. Der Verein spielt seit etwa drei Fahren ein Viertel- los der Preußisch^Süddeutschen Klassenlotterie. Vor einigen Tagen Tarn das Los heraus, und auf den Anteil des Turn­vereins sind 633 Mk. gefallen. In ber Stille wirb and) schon fleißig an den Vorbereitungen für die im nächsten Herbst ftattfinbenben La n d t a g s w a h len gearbeitet. Wenn nicht alles täuscht, wird der Wahlkreis Butzbach-Bad-l Nauheim von 5 Kandidaten (Nationalliberal, Fortschritt­ler, Sozialdemokrat, Zentrum und vielleicht auch Bauern- büiidler) begehrt. Zurzeit können bestimmte Namen nttfit genannt werden, doch verlautet als sicher, daß aus Bad- Nauheim zwei Parteien ihre Kandidaten holen wollen. Im übrigen werden noch Namen aus Butzbach und Friedberg genannt. _________________________

vermischtes.

*Zum Krakenkassenstreit wird mitgeteilt, daß die Vertragskornmission ber Aerztekarnrner ben Vertrag bes Vereins Berliner Kassenärzte unter der Bedingung geneh­migt, daß zum 1. Januar 1914 von der Allgemeinen Orts­krankenkasse mindestens 200 Aerzte neu eingestellt werden und der Verband Berliner Krankenkassen sich verpflichtet, bis zum 31. Dezember 1918 im Zentralverband der Kas­senärzte zu verbleiben.

* Die Göttin der Weisheit. In der Schule erzählt die Lehrerin, eine alte Jungfer, von den griechischen Göttern, und'spricht auch von Minerva.War Minerva verheiratet? fragt ein kleines Mädchen.Aber nein, mein Kind," antwortet die Lehrerin mit einem Lächeln.Minerva war die Götttn der

* *

* Nicht aus der Art geschlagen.Herr Richter," sagt dieObmännin" der weiblichen Geschworenen,wir mochten noch etwas wegen des bereits gesiegelten Urteils fragen, das mir gefällt haben."Nun, meine Tarnen?"Wir möchten das Siegel erbrechen und noch ein Postskriptum dazu setzen."

ÄaudeL.

Berlin, 15. Nov. In der Korporation der Aeltesteu der Kaunnanuschast in Berlin fand unter Leitung des Kommerzienrats Mann die Gründung eines Zentralverbandes der Lack- und F a r b e n b r a u ch e für Glaubiaerschutz statt. Es traten ihm über 200 der bedeutendsten Firmen der Lack- und Farbenbranche Tentscblands bei. Ter Verband wird feine Tätigkeit nicht nur aus spezielle Ausgaben des Gläubigerschutzes beschränken, sondern die Bestrebungen zur Besserung der Kreditverhältnisse dieser Branche vereinheitlicben nnd nachdrücklichst vertreten.

MLM

Ein vernachlässigter Schnupfen hat schon manchem bic Ge- sunbheit gekostet.

C/h

S