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bai; mit der Zeit die 3abl der jungen Tyranjofcn zunehmen wird, die den deutschen Gedanken an Crt und Stelle studieren."
Gr incift bann weiter daraus hin, bay durch diese Studien im Ausland nicht nur die berufliche Ausbildung einzelner gefördert und ihr geistiger Horizont erweitert wirb, fonbern baft sie dazu beitragen könnten, Barurteile und Irrtümer zu beseitigen und Verstimmungen zwischen den beiden Völkern abzuschwächen.
Und ich möchte hinzufügen: durch diese Kurse mürbe auch ein gut -stück beutscher Kultur in die Fremde binau5gctragcn, ein Ziel, bas die „Alliance franyaise" im Interesse von Frank- retchS Kultur seit Jahrzehnten mit Glück verfolgt.
Nun wirb in diesen Tagen bekannt, baß der Fürst zu F-ür- ü c n b er g eine mit 4'_. Prozent zu verzinsende Anleihe von 22 Millionen Mark aus seinen badischen Grundbesitz abge- schlossen habe und daß ebenso Fürst zu Hohenlohe seinen Besitz tu Ungarn mit einem ähnlich hohen und mit 4>/-> Prozent zu verztnienden Anlehen belasten »volle. An sich ist solche Belastung von Standesherrschaften natürlich nichts neues, aber auffallt doch hier der für die Aufnahme einer solchen Dauerlast so ungewöhnlich ungünstige Zeitpunkt, der auch in dem für landwirtschaftliche Besitzungen anormal hohen Zinssätze zum Ausdruck kommt. Der Verkauf der großen Posten von Wertpapieren (einen wichen Block bemaß man allein auf zirka 50 Millionen Mark) muß also, so darf man jetzt anuehmeu, iwch nicht genügt haben, um die Verpsltchtungen der Fürsten bei Banken zu decken. Soviel aber steht fest, .daß die V e r l u st c der Fürsten sehr viele Millionen Mark betragen haben müssen. Es ist gut, daß verantwortlich in diesem Falle für diese Verluste die' Fürsten selber sind. Ihnen wurden nicht etwa von Großbanken schlechte Werte ausgehängt, sondern sie gingen selbst unter die Banken Mandelsveretmgung A.-G. und Deutsche Palästina-Bank» und Gründer, sie betätigten sich durch Vermittelung ihrer Banken in allen möglichen Geschäften und Industrien: .im Terrain- und Baugeschaft (bei Boswau u. Knauer, Berliner Terrain- und Bau- gesellichast, Warenhaus Wertheim usw.), in der Kaliindustrie - ^-riedrichhall-Sarstedt und Reick/Skronc, Richard, Bernsdors, Burggras), in der Montanindustrie 'bei den guten Hohelohc- und Niederlausitzer Braunkohlenwerken) und im Transport- und Schiff sahrtsgewerbe i Berliner Omnibus, Deutsche Levante-Linie, Deutsche Reederei G. m. b. H., Seetransport-Gesellschaft).
Das Blatt meint, die Fürsten seien von niemandem betrogen worden, aber ihre Ratgeber seien nicht die fähigsten gewesen.
Erscheint tögvch mit Ausnahme deZ Sonntags.
Die „Siebener Zamilienblätter" werden dem »Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, da? „Krtisblatt für den Kreis Eichen" zweimal wöchentlich. Die „randwirtschaftlichen Seit* fragen“ erscheinen monatlich zweimal.
Samstag, 27. September M3
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Blich- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Ukber die Verluste fürstlicher Kaufleute lesen wir in der „Rhein. Wests. Ztg.":
Als der Kaiser im Hochsommer an der Wasserkante weilte, 05 an der Börse aus, gaß ar in seiner A<ct plötzlich verschiedene Berliner Finanzleute zu. sich bat; wie man tuschelte, „um die Verhältnisse einer Berliner Bank zu besprechen". Bald daraus hörte man, daß die VermögenSverwaltungs-Bank des so- genannten F ü r st e n t r u st s liquidieren wolle; und man sah zu- •t?r^c ■’öant» der Deutschen Bank in den Geschäften der surstlichen Kaufleute, des Fürsten Christian Kraft zu Ho ben - ! o h o - Oehringen und des Donaueschinger Freundes des Kaisers, ®ö°n 8“ Fürstenberg. Und zwar äußerte sich diese Tätigkeit der Deutschen Bank ganz offenbar dahin, daß ganz erhebliche Aktienbeträge und zwar zunächst von den besten Werten des Fürstentrusts iHohenlohehütlc und Ricderlaitsitzcr Kohlenwerke) in andere Hände übergclcitct wurden. Wer damals und heute Vermögenswerte, mobile oder immobile, veräußerte, konnte das infolge der schlechten Lage des Geldmarktes und der mangelnden Unternehmungslust nur unter Verlusten tun. Jmmer- pjn ,Dnr. der Oesfentlichkeit gerade in den jetzigen schweren Zeit- lauften solches Entlastungsbedürfnis der beiden Fürsten sehr plausibel; denn man wußte, baß auch anbere kluge Großinbustrielle, und gerabe bic, wclck)c am aktivsten waren unb sind, durch die internationale Geldklemme beschwert ivurden, und sagte sich auch, daß es sich bei den beiden Fürsten um sehr reiche Leute handelt, bte auch einen größeren Verlust wohl verschmerzen können.
Ausländerkurse an deutschen Universitäten.
Im Tag gibt Dr. Schladebach in Elberfeld folgende Anregung:
Äus einer der fröhlichen Wanderfahrten, die die Universität zu Grenoble allwöchentlich für die dort studierenden Ausländer veranstaltet, lernte ick» int letzten Sominersemester eine französische Tarne kennen, die ausgezeichnet Deutsch sprach. Sie erzählte, daß sie ein Jahr lang als Assistante etrangere an einer höheren Mädchenschule in Mülheim am Rhein beschäftigt gewesen fei unb dann noch an deutschen Universitäten studiert habe.
"Aber," fügte sie hinzu, „ich habe zu meinem Bedauern nirgends in Deutschland solche Einrichtungen gefunden, wie sie Grenoble für, bic hier ftubierenben Ausländer getroffen bat."
Ich mußte ihr nach einigem Besinnen recht geben. Wir haben bas Böttinger-Haus in Berlin unb Ferienkurse in ver- schiebenen anderen Stäbten; aber ich kenne keine beutsche Universität, wo währenb des ganzen Jahres eigens für Auslänber Vorlesungen und praktische Hebungen veranstaltet werden wie in Grenoble, Nanch, Besanoon, Bordeaux usw.
Ich bin versichert, daß sich ein Versuch auch bei uns lohnen würde. Wenigitens hat Grenoble, das zuerst diese Ausländer- kurse eingerichtet hat, bisher sehr gut abgeschnitten. Trotz her Konkurrenz von Genf, Besaneon und Montpellier waren dort während des Studienjahres 191 l-12 hinter- und Sommersemester) 632 Ausländer immatrikuliert. Dazu kommen noch 863 Teilnehmer an den Ferienkursen 1912.
Dabei sind die notwendigen Einrichtungen nicht allzu kostspielig. Die wichtigsten wiffcnschqftlichcn Vorlesungen «deutsche Literatur, Grammatik, Geschichte, Phonetik usw. werden ohnehin an den Universitäten gehalten. Für die praktischen Lieblingen (Aussprache, Schriftstellererklärung, Ucbersetzungen, Aufsätze, könnten zum,Teil Oberlehrer genommen werden. Von großer Wichtigkeit ist die Einrichtung eines tefonberen Sekretariats. Der Sekretär hätte die Aufgabe, den Ausländern mit Rat und Tat zur Seile zu stehen, ihnen paffende Pensionen nachzuweisen, Stun- denaustausch zu vermitteln, Ausflüge zu veranstalten, die Pro spekte an die höheren Schulen und Universitäten bc-3 Auslandes zu verschicken usw. Auch müßte ein Lese- und Arbeitszimmer mit einer Handbibliothek geschaffen werden.
Von den deutschen Universitäten kommen wohl, besonders wegen ihrer günstigen Lage, in erster Linie Bonn, Heidelberg' ö-ranfrurt a. M. und Marburg in Betracht: aber auch an den meisten anderen fömrtc der Versuch unbedenklich -emacht werden
Ä? Ausland, besonders in Frankreich, bic Stimmung für solche Neueinrichtungen bei uns nicht ungünstig ist, zeigt ein ovr kurzem erichienener Artikel von (Hemenceau im „L'Homme Libre (5. September 1913). Er sagt darin: „Sicherlich gibt es wenigernntge Franzosen in Deutschland als junge Deutsche tn Frankreich. Ich kamt das nur beklagen. Ich hoffe darum.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion: 12. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.
Eine Rcichstagssahrt nach Afrika.
_ Eine Fahrt von Rcichstagsabgeordneten nach Deutsch- Ostafrtka wird vorbereitet. Dort findet im August 1914 eine große Ausstellung in Daressalam statt. Der geschäftsführende Vorstand dieser Allgeineinen deutsch-ostas- rikanischen Landesausstellung hat aus Daressalam unterm 30. August an den Reichstag eine Einladung zu einer Studienreise seiner Mitglieder gerichtet. In dem Einladungsschreiben heißt es:
<- Entgegenkommen der beteiligten Dampserlinicn der
deutschen Ostafrika-Liuie, Hamburg —Amerika-Linie usw., die eine fchr weftnlliche Herabsetzung der Fahrpreise fr Ausstellungsbesucher und Enftcndung von Extradampferit in Aussicht gestellt haben, werden sich die Kosten dieser Reise niedrig gcstalteit, so daß sich voraussichtlich eine größere Anzahl Interessenten finden dürften, die bte Gelegenheit, auf bi esc Weise Dcutsch-Ostafrika bequem und ■ verhältnismäßig sehr billig kennen zu lernen, gerne wahrnehmen
werben. -1 ic Jahreszeit ist als die denkbar günstigste zu bezeichnen, i d" das Klima Daressalams int August sich durch angenehme Kühle ; auszeichnct und eine Infektionsgefahr mit Malaria zu dieser Zeit
nickt besteht. Außerdem ist letztere Gefahr schon dadurch aus- geschloistn, baß bic in Aussicht genommenen Extradampfer ivahreub. bi i Tauer der Ausstellung als Wohnung der Pafsa- WIs! im Hasen von Daressalam dienest sollen, wohin Malaria mitckcu nid i gelangen. Die Bcsuch'r der Ausstellung werden, von den mannigfaltigen Eindrücken der sonstigen Reise noch ganz abgesehen. nickt nur auf dieser selbst Gelegenheit haben, einen großen
1 Illiammcnhäitgenden Eindruck von Deutsch-Ostafrikas Völkern, der hier geleisteten Arbeit und ihren Ergebnissen, sowie den darin be
i gründeten Zukunftsmöglichkeiten zu gewinnen, sondern können, da bic Ausstellung mit der Eröffnung der Tanganjika ba6n zusammenfällt, billig unb bequem bas ganze Schutzgebiet bis ?, ir m Tanganjika durchqueren unb auf diese Weise sich ein selbstgewonitenes Bild von Land und Leuten
, , ® J J1 l.a 6 11 3 5 S r c i io i 11 i g c n i c n ft für
Werfer. Die Geschäftsstelle des Deutschen Handwerks- und Ge- werbekammertages lmtte an das preußische, baiierische, sächsische und wurttemdergtsche Krwgsministerium Eingaben gerichtet in bezug Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Mili- tardtenst durch Handwerker. Es foaren eine Reihe von Vorschlägen unterbreitet über die Auslegung des Begriffs „hervorragende Lei- Itzung , die nach der Wehrordnung Handwerkern die Berechtigung zum etniahrtgen Dienst verleihen kann. Zu diesen Anregungen hat bas preutztfthe Krtegsmtnilterium in einem Bcscheibc Stellung qe- -ar.tn wird nach dem „B. L.-A." ausgeführt: „Eine 112(1) den Bcgriften des Handwerks einwandfreie und saubere Arbeit kann als ausreichend für die Zulassung nicht anerkannt werden, da eine wiche Arbeit von icdcm sachgemäß ausgebildeten Arbeiter verlangt werden muß. Durch die betreffenbe Bestimmung der Wehr- ordnung i|t aber nicht beabsichtigt, alle Arbeiter zur erleichterten '2V ..suzulasl en. Es muß daher dem pflichtmäßigen Urteil der Erwtzbchorden dritter Instanz in jedem einzelnen Falle überlassen bleiben ob eine Arbeit als hervorragend im Sinne der Bestimmung der Wehrordnnug anzusehen ist ober nicht. In erster Linie bilben pierbci die Regierungs- und Gewerbcschulräte, nötigenfalls auch das Landesgewerbeamt und die Handwerkskammern die beratenden Stellen. Eine einheitliche Regelung dieser Frage ist bei der Ver- )dnebenertigfeit und der großen Anzahl der einzelnen Berufszweige nicht möglich." — Die Vertretung des Handwerks hatte beantragt, bat; in icdcm Falle die betreffende Handwerkskammer zur Beurt'ei- lung der Leistungen des Bewerbers um bic Berechtigung zum ein- lahngcn Licnst herangezogen werde. Die vom Kriegsministerium crteitte Antwort beruht zweifellos auf einer Verständigung mit ben anderen Knegsministerien, benn das sächsische Kricgsministe- riunt hat ftch dem Bescheide des preußischen angeschloisen. Das bayernche Kriegsministierium hat erwidert, daß eS in der Frage ob eine Arbeit un Sinne der Welwordnung als hervorragend an- zinchcn >ci, im Einvernehmen mit dem Staatsministerium des Innern von dem bisher eingenommenen Standpunkte nicht abzugehen vermöge, datz bic Entscheidung für jeden einzelnen Fall dem mlickstgcmatzen Urteil der Ersatzbehörden dritter Klasse überlasten bleiben muffe.
hinsichtlich seiner Geburtenzahl immer mehr den Ländern mit geringster Geburtenhäufigkeit gleich. Von Frankreich,
im xiaf)rc 1911 nur 18,7 Geburten auf 1000 Einwohner zahlte, trennt es zwar immer noch ein ziemlicher Abstand.
Unter den größeren deutschen Staaten hat Elsa st L o-
*1 ngcii die geri ugste Geburtelizisfer; im Jahre 1911 kamen im Deutschen Reich überhaupt 28,6 Lebendgebo QCllC ?ur( 1000 Einwohner, in Elsast-Lothringen nur 24,3 ^ebenogeborene. Um den tiefen Stand der Geburtenziffer
^O^U^othringen beurteilen zu können, ist ein Vergleich mit den Staaten Bulgarien, Rumänien, Serbien lehrreich
in den letzten Jahren eine Geburtenziffer von 40—43 Lebendgeborenen auf 1000 Einwohner aufweisen. Rußland t c*nc Geburtenhäufigkeit von 48 Lebendgeborenen auf 1000 Einwohner.
politische Tagesschau«
Wie reich ist Deutschland?
., Bou Dr. Karl Helfferich, dem Direktor der Deut erscheint demnächst ein neues Buch. Aus Anlatz des Regierungsjubiläums des Kaisers hat Helfferich eine 3*&cr ^cn Besitzstand des deutschen Volkes wäh- rend der Regierungszeit Kaiser Wilhelms II. gemacht, und feine Arbeit ist in das literarische Gedenkwerk ausgenommen worden, das der Verlag Stilke dem Kaiser überreicht hat. Meren Kre„e„ ift dieses Werk infolge seines hohen Preises y-.p j \ Ulcht zugänglich. Helfferich gibt nun seine Ar- vett gesondert heraus, und zwar in etwas erweiterter Form, in der die Ergebnisse der allerjünqftcn Statistik Berücksich- Ugung gesunden haben.
Das S ch l u ßergebnis seiner Untersuchungen ist das folgende: Das deutsche V o l k s e i n k o m - me n beträgt heute rund 4 0 M i l l i a r ö c n Mark !on- Hegen 22 bis 25 Milliarden Mark um dasJahr
r ?■ den 40 Milliarden fverden jährlich etwa 7 Mil liarben Mark, also nahezu ein Sechstel, für öffentliche Zwecke aufgewendet, etwa 25 Milliarden Rkark dienen dem privaten Verbrauch, und etwa 8 bis 8V- Milliarden, die sich durch gens auf O'/o bis 10 Milliarden Mark erhöhten, wachset! als Mehrung dein Volksvermö gen zu, gegen etwa 4*/2 bis 5 Milliarden vor 15 Jahren.
deutsche Volksvermögen beträgt heute mehr als 300 Mliarben Mark, gegen rund 200 Milliarden Mark um bte Mitte der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts.
* BcrichtubcrdieVcrmitllungstätigkcitder an dcn M 111c 1 dcutschcn Arbcitsuachwcisvcrba nd ^^^Ltcnden Arbeitsweise im August 1913 Von Den 27 Arbeitsnachweisen des Mitteldeutjchen Arbeitsnachweis- verbandes, die tm August 1913 an das Kaiserl. Stak Amt 6e-
M August 1912) wurden 6431 i3978) männ- 3754 .3699) weibliche Penonen, zusammen 10185 ^O b^,) vermittelt. Hiervon entfallen aur Alzey 5 -), Aschaffen- Y’fr176 < 10o), Bebra 56 < —), Bensheim 27 — , Bingen n Rh 44 (76), Butzbach 14 —), Kassel 947 1045 , Darmstadt 222 ,348 Frankfurt a. M. 4611 l4991-, Friedberg i. H. 68 <118;, Gerns^ heim i. H. — (—), Gießen 153 (147,, Gr.-Karben 33 )
Hanau a M. 72 78), Herborn 46 (23), Kreuznach 70 '34 ' Mainz 830 ,1149 , Marburg a. L. 8 — , Sffenbach a. M 370 463), Weilburg a. L. 28 34), Wetzlar 39 44, Wiesbaden 1832 (1580), Witzenhausen 10 (7 und Worms a. Rh. 19] 135. Rach Berufsgruppen getrennt wurden vermittelt: Zn den männlichen Abteilungen: Landwirtt'chaft 1065 geg. 940 i August 1912) Metallgewerbe 480 '799), Holzgewerbe 409 (451), Industrie der Rahniiigs- und Elenußmittel 129 124), Bcllcidungs- und Reini- gungsgelverbe 367 (377), Baugewerbe 439 511), Maschinisten, Heizer unb Fabrikarbeiter 90 (134), Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe 1157 (928). sonstiae Lohnarbeit unb häusliche Dienste
2>e-5 inneren Dcutsch-Ostafrika machen und wichtige »virtschaftliche Gebiete Der Kolonie, die landsck^aftsschönen 111 u g u r u b c r g c mit ihren zahlreichen Plantagenbetriebcn und ihrem Glimmerbergbau, 5bic wildreiche Mkattaebenc mit ihren aussichtsreichen Baumwoll Plantagen in der Umgegend von Kilossa, die interessante Landschaft llgoga, Tabora, die alte Handelszentrale Deutsch Ostafrikas und ben Tanganjikasee, die Pforte des Kongostaates, mit eigenen Augen kennen zu lernen. Interessen jeder Art dürften bei dieser Reise ihre Besriedicinng finden.
Das Eiulabuilgsschreiben schließt mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß recht viele Mitglieder diese in absehbarer Zeit kaum wiederkehrende Gelegenheit zum Besuche unseres Schutzgebietes benutzen werden.
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Die Wahllosung der badischen Fortschrittspartei.
Die Fortschrittspartei Badens veröffentlicht ihren Wahlaufruf. Rach der Entwicklung des Parteiprogramms heißt es über das W a h l a b k o m in e n:
Wohl wissen wir, daß wir die mächtigen Gegner allein nicht ititbcrringcn können. Ans diesem Griindc haben wir auch diesmal ein Wahlabkoinmen mit der nationalliberalen Partei getroffen. Es getreulich zu halten, ist die Psi ich: aller unserer Anhänger. Wir itnb und bleiben Gegner der sozialdemokratischen Be pltc b u n gen, soweit sie auf bic Beseitigung unserer Staats- unb Mrtschaftsordnuiig gerichtet linb. Aber lünstig das Volk in zwei 3oqcr zu teilen, bic sich feindlich gegenüberstehen, dafür sind wir tidit zu haben. Wir lehnen deshalb bic Kampsesweise ber Parteien dKschwarz-blauen Blocks gegen bic Sozialbernokratie ab. Die wahren Feinbc ber Religion und ber Monarchie sitzen dort, wo man mit den heiligsten Begriffen und ben altcingciourjclrcn Gr Men des badischen Volkes ein frivoles Spiel treibt. So gilt unser Lamps in erster Linie ben Parteien der Rechten: ben Konservativen ’xib dem Zentrum. In Bapern, Württemberg und Elsaß ist es ihmi gelungen, inastgebenden Einfluß im Staatsleben zu gewinnen.
wollen sie' in Baden unser freiheitlich gesinntes Volk unter das der Reaktion zwingen. Das soll ihnen nicht gelingen. Unser Hönes Baden soll eine Burg ber Freiheit bleiben.
Bevölkerungsbewegung in Elsaß-Lokhringen.
. Im ersten Halbjahr 1913 wurden in Elsaß-Lothringen •22703 Kinder lebend geboren und 657 Kinder tot geboren, $5879 Personen sind gestorben. Die natürliche Zunahme der Nevölkerung beträgt demnach rund 7000 Personen. Die G e- Lurtenz if fer ist wieder weiter gesunken. Im er- Ren Halbjahr 1913 wurden 836 Kinder weniger geboren als din ersten Halbjahr 1912. Auf 1000 Einwohner berechneten jtohn ersten .Halbjahr 1912 noch 25,8 Geburten, tm ersten Mllbjohr 1913 nur noch 24,8 Geburten. Am stärksten ist die Abnahme im Bezirk Obere lsaß, wo die Geburtenziffer
23,5 aus 21,9 zurückgegangen ist, am geringsten im Betz,rk Lothringen, in dem 28,2 Geburten gegen 28,8 Gebur- t, n nuf 1000 Einwohner treffen. Die Zahl der Sterbefälle h(1.1 üch wenig geändert. Ehen wurden im ersten Halbjahr 1-13 in Elsaß-Lothringen 6718 geschlossen, gegen 6663 im gieidieit Zeitraum des Jahres 1912. Elsaß-Lothringen kommt
Viertes Blatt _ (65. Zahrgang
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhessen
Aus Stadt und Land.
Gießen, 27. September 1913.
"^Gewerbe-Ausstellung Gießen 1914 für OberHessen und angrenzende Gebiete. Die ein- gelaufenen Anmeldungen ^zur nächstjährigen Ausstellung zeichnen ein reiches Bild'«voit der Vielseitigkeit der heimi lchen Arbeit. Aus allen Kreisen und Gewerbebetrieben ist eine lebhafte Beteiligung zu verzeichnen, und zwar so, daß die zur Verfügung stehenden Räume schon jetzt zu zwei Drittel belegt find. . . . Der Ausstellungsgedanke hat sich damit als eine zeitgemäße Anregung erwiesen und überall, wo sich ein Verständnis für diese heimatliche Ausgabe vorfindet, regen ich Kräfte, um die Güte und den Gedankenreichtum ihrer
m zeigen. Viele Gewerbe werden auf der Ausstellung ihre Betriebe in voller Tätigkeit vorführen. Sie scheuen weder
I1 "och Mühen, um dort den Beweis ihrer Leistungsfähigkeit zu erbringen. Andere werden durch eine fach- und fachgemäße Ausstellung ihre Produkte vom Rohmaterial bis zum fertigen Gegenstand erläutern. Einige Gruppen von .vandwerkervereiniguiigen versprechen durch die Eigenart ihrer Kollektiv-Ausstellungen ein besonderes Interesse zu er- wecken, indem sie den Besuchern die Unterschiede von guter und schlechte r Arbeit anschaulich vor Augen führen. Alle Abteilungen der drei großen Gruppen „Arbeit", „Leben" und „Geistespflege", wie z. B. die verschiedensten Handwerks- zweige, das Kunstgewerbe, die Industrie, die Abteilung für die Wohnungseinrichtungen des Arbeiters, des Mittelstandes und der Wohlhabenden, die Abteilungen für das gewerbliche Erziehungswesen und Literatur, für die Kunst der Architekten, Bildhauer, Maler, Photographen usw., sind schon jetzt zahlreich vertreten. Wenn so der Zweck der Ausstellung, die Leistungsfähigkeit unserer Gewerbe und Künste zu zeigen, in reichem Maße auch erfüllt wird, so Hot sich allerdings gi^eigt, daß eine kleine Anzahl von Gewerben vorläufig noch fehlen, auf deren Vorhandensein im Interesse unseres hei- natlichen Verbrauchs Bedacht genommen werden muß. Für nese, erfreulicherweise nur wenigen Fälle, wird der Austeilungs-Vorstand außerhalb des Ausstellungsgebieles woh- nenden Kräften, bereit Zulassung bisher zum Schutze der heimftchen Arbeit zurückgestellt wurde, das Aussteller-Recht erteilen müssen. Zur Prämiierung werden alle Aussteller elbstgefertigter Gegenstände und Arbeiten oder geistige Ur- Kber gewerblicher Erzeugnisse zugelassen, lieber die Herstellung oines Entwurfes für die Prämiierungsplaketten schwe- äugelt noch Unterhandlungen mit einem der ersten hessi- chen Künstler. Ebenso wurde bereits um die Genehmigung einer Lotterie, und zwar einer Gegenstände-Lotterie nachgesucht. *


