Ausgabe 
20.6.1913 Drittes Blatt
 
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Drittes Blatt

Sreitag, 20. Juni 1913

Erscheint iäg«ch mit Ausnahme des Sonntags.

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Fulda

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen UniversitälS - Buch- und Steiubniderei.

R. Lange, Dießen.

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LcrnSwirt-clicrft.

Förderung d e r Schafzucht. Um den Ge­meinden, Gesellfchafts- und Privutschäfereien die Beschnf-i fung guten Zuchtmaterials zu erleichtern, hat der Land- wirtsck>aftskammer-AuSschuß 37 Bocklämmcr von vorzüg­licher kontrollierter.Abstammung (Oberhess. veredeltes Land-

DieGlehener Samilienblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, daS KreisDIatt für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- frage»" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Exvebuion imb Berlag: es^8> 51. 9iebaftion:e^ll2. rel.-Adr.:AnzeigerGießeii,

lovei aus. Ulrich hier siud die Moskitos zahlreich. DaS zivciie Dorf Linianga liegt aus kleinen (Inseln, in einem weit verzweig- teu System, kleiner Kanäle. Bei Hochwasser bleiben den Bewohnern mein nur winzige Feuerplätze. Die AloSkitoplage ist auch hier recht groß. 9lodi weiter den Likuala auswärts befinben sich in berselbeii Lage die Jiijengin-Dörser, wo ebenfalls viele Moskitos sind. Deut Bcrichterstalter ist die geringe Anzahl der Kinder aus­gefallen. Bltilproben von Kindern enthielten teils mehr, teils «weniger Tlnlaviapnrafiten.

(Sine ersrenliche Abwechslung in diesem geographischen Bilde bedeutet der Umstand, daß die Be rpflegungsverhältnifse in allen drei Liknaladörsern dem Berichlerslaiter recht gut erschienen: er bemerkte viel Planten, Kassada, Oel, Palmwein und Hühner. Die Bevölkerung, die sich zur Impfung stellen mußte, großen- lc-.fa ober aus dem Fischsange, abwesend ivar, machte einen ganz kräsligen Eindruck und zeigte sich gutwillig.

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Deutsche ^Colonien,

Aus Neu Kamerun. Im amtlichenKolonialblalt" wird jein Reisebericht des Negierungsarztes Tr. Nautenberg über den 'Bongazipsel^und den Likuala-Mossaka veröffentlicht. Be° jkanntlich gehört dieses Ssanga-Gebiet zu deu ungünstigen Teilen Neu-Kameruns. Der ainlliche Bericht sucht diesen Sachverhalt in feiner Weise zu beschönigen. Wenn er trotzdem der Oeffentlichkeit übergeben wurde, so ist das sachgemäß und dankenswert.

Die Ungunst der Gegend beruht daraus, daß in ihr Mos- ikitos, Glossineu, Schlafkrankheit und Sümpfe vorhanden sinb. Die grabhugelartigen Farinanlagen der Eingeborenen be= .günstigen mit ihren Furchen die Bildung von Sümpfen, deren Austrocknung hoch wucherndes Bnschgras nur so mehr erschwert, als der Boden recht undurchlässig ist. Außerbem gibt es viele natürliche Bodensenkungen nut Sümpfen, die oft auch als lange Kanäle, mehr ober weniger breit, das Land durchziehen; an ihren Usern sind die Moskitos ebenso zahlreich iuie 111 den einfachen Aegensümpfen. Tie Insel gegenüber Bonga ist unbewohnbar, da sie auch in der Trockenzeit teilweise unter Wasser steht. Tas Torf Bonga, leidlich überschiveinmunassrei gelegen, enthält in kleinen Gruppen insgesamt etiva 120 Häuser. Tie User des bebeutcub breiten Likuala-Mossaka sind durchweg flach und setzen sich meist aus andauernd unter Wasser stehenden Schilf» ober anderen Wiesen, ibiSiveilen aus Waldland zusammen. Das erste deutsche Dorf Mopunga liegt auf einem leidlich festen, nicht überschwemmungs- sreieu Uferstreisen und weist nur 9 Hütten nebst einer kleinen Fak-

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Heer und Flotte.

Der Flotten Verein beim Kaiserjubiläum.

Unter den zahlreichen Abordnungen, die am 16. Juni Um Ätttjer ihre Glückwünsche darbrachten, befanden sich unter Führung ^des Großadmirals von Koester auch solche , des Deutschen ,ylvtten-Verems sowie de.' .Hauptverbandes deutscher Flottenvereine im Auslande nebst dessen Gruppe jMexiko, letztere geführt von ihrem Ehrenvorsitzenden, dem X^'anbtcn und Konteradmiral von Hintze. Beide Vereine überreichten künstlerisch ausgesührtc Adressen. Die Adresse Us Deutschen Flotten-Vcrems bestand aus -18 Blättern, die m einer prächtigen Kassette ruhten Das erste der drei 1 vom Präsidium gewidmeten und von Earl Lterry geschas- -senen Blätter enthält die Huldigung des Vereins und stellt die fruchtbare Tätigkeit des Kaisers aus dem ß>cbietc des Seewesens dar: Tie Kriegs- und die Handelsflotte, die beiden Flottenstützpunkte Helgoland und Tsingtau, den ^Segelsport und die Nordlandsahrten sowie Hinweise auf idie Flottengesetze und die Forderung der gesamten Technik. Las zweite Blatt gibt im Text die turzgefaßte Geschichte des Vereins, im Bild den Drang des deutschen Volkes voni Fels zum Meer. Auch des Schutzverhältnisses der jdeutschen Bundesfürsten zum Verein ist allegorisch gedacht. Das dritte Blatt schildert in Wort und Bild die vielseitige Tätigkeit des Vereins. Hieran schließen sich 45 Blätter der Landesverbände und Hauplausfchüsse sowie einiger Aus­landsgruppen, die in sinniger, tünstlerisch wertvoller Darstellung charakteristische und schöne Ausschnitte aus dem ganzen deutschen Vaterlande bringen und über den Mit­gliederbestand und historisch wichtige Momente der Ge­schichte der Einzelvereine berichten.

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jctzaf) aus den Stammschäfereicn zu Bobenhausen II und Götzen angekauft, sie auf gute Weide gegeben und beab­sichtigt, sie Ansang August einer öffentlichen Versteigerung auszusetzen.

P r 0 v i n z i a l - I u n g v i e h w e i d e n. Um die Be - schiäungszisfer der Jungviehweiden Lauterbach, Zell und Wernings für die Sommerweide 1913 auf die entsprechende Höhe zu bringen und die Weiden voll auszunutzen, l>at sich der Landnnrtschastskammer-Austzluiß veranlaßt gesehen, 47 Simmentaler und 9 Vogelsberger Weiderinder (Herd­buchtiere) auf eigene Rechnung zu beschaffen und die Sim* mentaler den Weiden Lauterbach und Zell, die Vogelsberger der Weide Wernings zum Weidegange zu überweisen, um sie gegen Ende August öffentlich zu versteigern.

Preiskrönung bäuerlicher Wirtschaf - t e n. Um Anregung zur Verbesserung der bäuerlichen Be­triebe zu geben, hat der Vorstand der Landwirtschaftskammer beschlossen, eine Preiskrönung bäuerlicher Wirtschaften ein» zu führen. Zur Teilnahme daran sind vorerst Landwirte be­rechtigt, die eine landwirtschaftlich benutzte Fläche bis 150 Morgen bewirtschaften Im laufenden Jahre 1913 können aber nur solche Landwirte tcilnehmrm, Die ihren Sitz in einem der nachfolgenden Wahlbezirke der Landwirtschasts- lammer haben. In der Provinz Starkenburg sind es die Bezirke Rüsselsheim-Trebur, Groß-Gerau und Groß- Bieberait-Rcichclstzeim. Für O b e r h e s s e n die Bezirke: Gießen, Herb st ein-Ulrich st ein und Büdingen- Altenstadt. Für Rheinhessen die Bezirke Bingen, Gau-Algesheim und Mainz. Die Anmeldung hat bis fpä- testens den 1. Juli bei der Landwirtschaststammcr in Darm­stadt zu erfolgen, die auch bereit ist, nähere Auskunft hier­über zu erteilen.

Märkte.

' Gießen, 19. Juni. Viehmarkt. Bei dem om 17. unb 18. Juni abgehnltenen Markt waren cnifgetrieben 1 2 4 2 S t ü ck Großvieh unb 6 6 Schweine. Der nächste Markt findet am 8. unb 9. Juli statt, am letzten Tage auch Kramermarkt.

lc. Wiesbaden, 19. Juni. H e u- unb St roh markt. Angefahren waren 9 Wagen mit Heu, Stroh fehlte. Alan notierte: Heu, altes, 6.407.1.0 Alk., neues 5,60- 0,00 Mk., Frucht markt. Hafer 19,6000,00 Mk. Alles für 100 Kilo.

Gießen, ben 17. Juni 1913.

Großherzogliches Polizeiamt Gebhardt,

Kleine Tageschronik.

Zwischen den letzten Vollszählungcn Oesterreichs ist die deutsch-evangelische Kirche Böhmens um 34 vom Hundert gewachsen, während die tschechifcl)-evangelische nur einen Zuwachs von 9 vom Hundert ausweist.

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Wandern und Reisen, Räder.

Wanderungen in Gießens Umgebung.

I. Gießen Oberkleen Cleeberg Wetzlar.

Wir fahren um 3/<7 oder 8,15 Uhr nach Lang-Göns. In l' Stunden erreichen wir auf der Landstraßc Obcrtleen, wo eine kleine Tropfsteinhöhle besichtigt werben kann. 3ic ist jebod) sehr schmutzig unb sckilecht besteigbar. Der ircunbüchc Förster am Ausgange bes Ottes hat ben Schlüssel zu ihr unb weist einem zu­recht. Von hier dem Kleebach entlang burch Walb nad) Cleeberg mit einer sehr schönen Ruine. Dieser Weg dürfte 1 2 Stunde in Anspruch nehmen. Von Cleeberg kann man auf zwei versd)iedene Arten nad) Wetzlar kommen: einmal nad) Griebel back unb von hier ben roten Strichen entlang durd; bas Wetzbachtal. Ein zweiter Weg führt ben schwarzen Doppelpunkt nach über Vollnkirchen, Volpertshausen, Stoppelberg nad) Wetzlar. An bem Orte, wo sich bie schwarzen Punkte und roten Dreiecke treffen, kann man die Markierung nad) rechts verlassen und ausschließlid) durch Wald wandern und bei Volpertshausen den alten Weg wieder er­reichen. Der Weg durchs Wetzbachtal ist etwas weiter wie letzterer unb fuhrt, toentger burch Walb. Haupt fachlich in ber angegebenen Richtung sind die Wege lohnend, da man so während der heißen Zeit im Walde ist. In 6 bezw. 7 Stunden ist die Wanderung bequem zu machen.

II. Gießen Hangelst ein Climbach Treis.

Man geht den üblichen Weg nach bem Hangelstein, wendet sich aus einem der vielen schönen Wege nad) bem Daubringer Paß. Hier findet man leicht bie blaue Markierung, bie über den Aspen- kippel nach Climbach führt. Der Afpenkivpel ist ein ausgebrannter Vulkan, ber an ber Bildung des Vogelsbergcs teilgenonnnen hat. Von (Elimbad) geht man nach Treis an der Lumda und benutzt den 5,43- ober 10,58-Uhr-Zug. Die Wanberung hat bett Vorteil, daß sie aud) an heißen Tagen zu machen ist, da sie vom Hangel­stein bis nad) Climbach nur durch Wald führt. Will man sie umgekehrt machen, so fährt man 2,07 Uhr von Gießen ab. In 31/» bis 4 Stunden ist sie bequem zu madjeii; hierbei ist die Rast für den Rundblick im Hangelstein noch einbegriffen.

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Die an ber Wieseckbrncke ber Bleichstraßc befindliche Treppen­anlage des von der Alicestraße nach der Bleichstraße entlang der Wieseck führenden Fußweges wird zwecks Erneuerung an für ben Fußgänger-Bcrt'ehr gesperrt.

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