Ausgabe 
17.11.1913 Erstes Blatt
 
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LolllovrmLves bieten tonne, wkffc man, aber daß man sich bemüht habe, bte murüfairndten, ti4tig|ttn Männer au5iaroählcn, das dürfe die Bersammlung ans das »ort glauben. ES sei nun Ehren­sache, ztffmnmenruhalten. Jeder könne und bürfe nickt seine eigenen Wege gehen, man müsse sich der Allgemeinheit fügen. 9ian unter!affie Darum alle Streichungen uno gebe den Zettel der bereinigten liberalen Parteien ab, oenn iwt im Ricktiall der lachende Dritte sei, misse jeder, und ob dann die jetzt Unzufriedenen nut einem solchen Ausfall tufaeoen seien, das betntifett er sehr. Mit der Mahnung:Prüfet alles und behaltet das Beste" scklotz der Vorsitzende seine eindrucksvollen, durchaus sachlichen Aus­führungen.

Als erster der neuen Kandidaten erhielt firbrer Fischer das Won Seine Ausführungen galten in erster V nie frer beneren Ausgestaltung der Volksbildung, alS einer der Grundbedingungen jeden gesunden Fortschritts. Anknüpseno an die Jahrhunoerttcier hob er hervor, wie sich vor 100 Jahren, geboren aus dem irlcnb jener Tage, die Notwendigkeit einer tiefergehenden Volksbildung mit elementarer Gewalt lnndurchgernngen, der auch heute nock lerne Bedeutung nickt verloren habe. Auch Gießen könne au» seine Tätig­keit nach dieser Seite nöl, sein Uno bod) bleibe iinu r noch viel zu tun übrig. Tic schon fdil 20 Jahren begonnene teilweise tmt* mittelfrei Init an bedürftige VolkS'chüler müsse weiter ausgebaut werden, denn man stehe noch im wesentlichen auf demselben Platz wie in den neunziger Jahren, trotzdem die Zeiten sich sehr geändert hätten, trotzdem insbesondere mir starke Geldentwertung ein getreten märe. In der frisch-fröhlichen, mitunter sich auch etwas wild gebärdenden Weise der Jugend sieht er envas lyefundes. Lebensvolles, das nur in die richtigen Bahnen geleitet werden müßte. Entsprechende, vassende Svielplätz« sind darum zu ickauci: Man sage nicht, daß die Zeit dazu verpaßt ' ..weil inmitten Der Stabt kein Raum dafür vorhanden ist 10ter läßt »ick ohne groi.e Kosten und mit wenig Mühe am Rande der Stabt Ersatz nnden. Auch für die Ferienkolonien kann nod) mehr geschehen. <Ule diele sozialen Einrichtungen sind werbende Anlagen, wenn man lie für gewöhnlich auch nickt unter diesem 9?imen begreift, Denn was könne mehr Nutzen uno Segen bringen als ein nach 'törper itnb Geist gesundes lyeschlecht? In der Bodenfrage, die fid> zu einer ber viel­genanntesten, weil autzerorbentlich wichtigen Frage auswüchit, steht Der Redner auf dem Standpunkt, daß die Stadt oerpflidnet ist, Grundslückskomplere anzukaufen und sie bann ju einem billigen Preise wieder abzusetzen. Unter Umständen ban sie auch einmal etwas verlieren, >venn cs nämlich gilt, lohnende Jnbustriezweme heranzuziehen. Bodenspekulation soll sie nidjt treiben, das führ zu ungesunden Zuständcn. Eng verwandt mit der Bodenfrage ist die Wohnungsfraa' Nun könne man nicht behaupten, daß die Woh nungsverbältnisse beispielsweise so schlimm wären, wie in Frank flirt a. M. und anderen (Großstädten. Wer aber einmal in der Armenpflege tätig gewesen fei, der müsse doch zugeben, daß auch hier genug Wohnungsclcnb anzutressen sei, dem abqeholsen werden müsse, wenn es mit der Volksgesundheit und Polkskrast aufwärts gehen solle. Natürlich sei es nicht genug, alte Buden abzureißen, es muß Ersatz geschaffen werden. Das aber darf nicht der Bautätig­keit von Privaten überlassen bleiben, hier muß die Stabt, die fioni mune cintreten. Tas Bau Handwerk liegt zur Zeit darnieder. Wie hier so anbenvärts. Es gilt barum, an bieses Problem heranzu- treten und nach Kräften zu helfen. Tic Berliner Stabto haben zu diesem Zweck dinen Kredit von einer Million Mark ausgeworsen. In dem Programm der Fortschrittlichen Volkspariei fordere man die Umgestaltung ber öffentlichen Betriebe zu sozialen Musteranstalten. Um diese Forderung zu erfüllen, sei b-cr schon manches geschehen, er innere nur an die kürzlich geschaffene Ar­beitsordnung. Aber daß man Arbeitern, mitunter noch solchen, die schon Jahre lang an öffentlichen Betrieben tätig sind, nur einen Tag Urlaub im Jahre und mitunter nur kurze Mittagspausen gebe, das sei nicht angängig. Ter Redner streift bann noch kurz bas Elektrizitätswerk unb bebt die Maßnahme zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs unb ztrr Abänderung des Submissions wesens hervor. Zum Schluß will ber Redner seine Kandidatur nicht als eine Angelegenheit, aud) nicht als Angelegenheit ber Lehrer schäft im ganzen angesehen wissen. Sie ist vielmehr dem gewiß richtigen Gebanken entsprungen, baß ein Institut wie bic Volks schule, bas im Voranschlag eine recht ansehnliche Summe bean­sprucht, eine Vertretung haben Müsse, die bereit unb in brr Lage ist, sachlichen Rat und Hilfe zu leisten. Daß bei ber Beratung über Wohl und Wehe eines Gemeinwesens nur das Allgemeinwohl in Betracht kommen dürfe, sei ganz selbstverständlich. Das Kleine müsse immer im Großen aufgehen

Als weiterer Redner nimmt ber von den liberalen Parteien vorgefdilagene Arlwitervertreter Zorn bas Wort. Er erklärt, baß er sich ebenfalls burdxms benmftt sei, baß bas Gkfamtnrohl dem Wohl des einzelnen voraus gehe, unb die Frage nach der Besserstellung der Arbeiter die zweite Frage in sich fasse: Ist unter den gegebenen Verhältnissen auch die geplante Maßnahme möglich? Wenn er nun die Punkte anführe, die zurzeit bie Beamten unb Angestellten beschäftigten, so fei er ber Ansicht, daß diese Fragen meistens gar nickt viel Geld kostet n. Es seien mehr Fragen et Irischer Art. In erster Linie müsse ein 23ettmten< unb Arbertrrreck' der städtischen Angestellten unb Arbeiter gefordert werden, bamr sic jederzeit wüßten, woran sie seien. Es könne ja nicht geleugnet werben, daß ein gewisses Wohlwollen und Entgegenkommen seither sdwii vorhanben genicien sei, aber das fei nichts Gewisses, das könne fid) ändern. Die Bestimmungen müßten fftiert iverben: damit werbe bann jedes Mißtrauen schwinden zum Segen für beide Teile Ein soldtes Beamten- und Arbeiterrecht müsse etwa fol genbe Punkte behandeln: 1. Gehalt unb Lohnregelungen. 2. Ur laubsfrage. 3. Nnstellnngsverhältnisse L Beschwerderecht uni» 5. Regelung ber Beamten und Arbeiterausschüsse. Im allgemeinen bedarf der weiteren zeitgemaßin Ausgestaltung: 1. Sicherung vor ber Ausbeutung der Arbeitskraft infolge Uebermaßes. 2. Aus­bau der thronren- und Arbeiterverfiduruitg, also Arbeitslosen Versickerung. 3. Korrektur des Lohnshstems. 4. Armenunter ftüvung. 5 Bekämpfung des übermäßigen Alkoholgenusscs. Bei fienben Wahl will er sich von dem Gutndsatz leiten lassen: ("leidies Redst für alle.

Reallehrer öaggenmüllcr erklärt, nur auf Drängen des OrtsgewerbeverdnS und der S?anbnx-rfrr habe er fid) bewegen lassen, eine Kandidatur anznnehmen. Während 21 Jahr. Sdirift führ er des Onsgew c rlv in? reinS, habe er böse und gute Zeiten er lebt. Die Tatsache, daß das öanl«i»err fid) zurzeit in sehr bedrängter Lage bennbe, unb daß ihm geholten werden müsse, fei für ihn lebten Endes bestimmend gewesen. Als geborener Gießener glaube er die Verhältnisse der Stabt zu kennen. Aber er wisse auch ans seiner Tätigkeit als Vorstand genannten Vereins, daß bie ber Stadtverwaltung unterbreiteten Wunsche inbeuig auf Aenderung des Submissionswesens imb bic Anfrage liegen städtischer Unter- hal tun g «arbeiten bis jetzt noch zu reinem Resultate geführt hatten in man habe überhaupt nod) feine Antwort bekommen ©ine Regelung brr städtischen Arbeiter unter Zuziehung der Handwerker, cdiaifung von Normal meiien, Abschaffung be-^ Güter nmiatznemvvis und Fallenlassen der Wütmpchilation burd) bie ^tnbL ""ine gelottert werden Vie verlaute, benhHdiliqe eine ber rtabt untern dir tone bic ^le.huugsgrenze von (10 auf 00 Prozent heraouucnen Ta in durdmuS unnckt In leite i Wie brr heutige fei. mimt man bie BeleiheiwSgr.mze btnaufrüden' Der Aorbwesten imieirr Stobt bah- durch Erlegung M Vieh marin > viel verloren Da« seien Zustände, bte geändert werben müßten. Wenn ihm, nachdem er nun einmal als Kandidat auf gestellt fei, die Wähler ihre Stimme gcl>en wollten, fo dürften sie zu ihm das Vertrauen haben, daß er vollständig unabhängig nach allen Seiten bin das Wvdl der Bürger vertreten werde

ltrankenkassenkontrolleur Beckmann führie aus: Vor drei Iahten bestand rin stoinprorniß zwischen Soziald mokraten uns Fortsdirittlidirr Volksvarte: Auch dieses Jahr erfuckie uns b r Vorsitzende der Fortfcknttlicken Volksoartei. gemeinsam mit ihnen unb den Nationalliberalen bie Kandidaten zur Stadtverordneten wähl xu nominieren. Dabei wurde unS mitgeteiit, ban man uns zwei Mandate überlassen wolle. Auf ein solckes Angebot konnten mir nickt eingehen, da in diesem Vorschlag bie Stärke der Partei nickt zum Ausdruck kam So lehnten wir ab imb werden allein kämvsen. Tas ist keine Gleichberechtigung. Was übrigens von der liberalen Gl.ickbcrechtigunq in der Praxis zu halten ist. das zeigen die Beispiele in Kiel, wo bte liberale Stabtomvaltun ?cn Steuer satz zur ^siblhrraütigiino auf 1200 2)tarf tutb in Wandsbek, wo

er auf 1500 Mk. fengefttzt wurde. Dir verlangen ein gleiche?, direktes, geheimes Wahlrecht auch zur GtemembcroahL ohne Sau» telen. Dir verlangen ferner den Ausbau unserer Volksutnae zur Einheitsschule, L-hrmitrelfreiheit, uno Unentgeltlichkeit der Leiche^ beftattung. Bezüglich der Boden- und Dohnungsfrage decken fuh seine Ausführungen mit denienigen seiner Vorredner, ebemo was v:e Fürsorge für die städtischen Arbeiter anbetnrt x ob man den städtischen Arbeitern Berechnung des Ruhegeldes dies um den Betrag des Alters- und Jnvalivengeldcs kürzt, hält der Redner nickt Tür richtig Die liberalen Parteien haben im C^ieeener An­zeiger ihre Kandidatenliste veröffentlicht, aber kein Wort der Er­klärung hinzugäetzt, was sie denn eigentlich wollen. Wir werden nächster Tage nn Flugblatt erscheinen lassen, das untere Forde­rungen flipp und klar enthält. Daß man in dem liberalen Zettel 2 Arbeiter präsentiert, entspringt wohl aus der Erkenntnis, datz es endlich an der Zeit fei, aud) die Arbeiter zu berücksichtigen, zieie Erkenntnis kommt zu spät. Außerdem haben wir nut den liberalen Arbeitervertretern sehr schleckte Erfahrungen gemacht, -sie haben bei ber Beratung der R äcksversickerungsorbnung bas bischen Leibst- Verwaltung aus den fänden brr Arbeiter nehmen heben. Aut unserem Zettel stehen neben 10 Sozialdemokraten aud) 7 Vertreter ber bürgerlichen Parteien, ein Bcivcks, daß wir nicht dm eilig vorgegangen sind.

Professor Krausmüller bedauert, baß £>err Beckmann den Boden der Sachlichkeit verlassen und in pcnönhrf)»*n Ausfällen fick ergangen habe, indem er bem Vorsitzenden des nationalliberalcn Vcrdns Unwahrheiten und inkorrektes Verhalten vorgeworfen habe. Tie Nationalliberalen hatten in ihren Entschließungen das Lickt ber Scifentlickkät nicht zu scheuen gehabt: sie hätten im Interesse des Zustandekommens einer liberalen Einigung ihre Einwilligung ge­geben, auch einen Sozialdemokraten in den gemeinsamen Stimm­zettel mit aufzunehmen.

Herr Riegel von der sozialdemokratischen Partei wendet sich nun gegen verschiedene Auslassungen seiner Bdrrodner und emp­fiehlt zum Schluß seiner Ausführungen im Gegensatz zu den Ber treternder höheren Gesellschaft" in der bürgerlichen Liste den sozialdemokratischen ^hlzette!.

Lehrer V Müller, als Vorsitzender des Bürgervereins, wen­det sich gegen die Ausführungen verschiedener Redner. Man habe dne eigene Liste aufgestellt, weil man politische Zänkereien habe ver­meiden wollen. Man nehme das Gute, woher es auch komme.

Eine lebhafte Auseinandersetzung gab es über den von den Liberalen ausgestellten .Kandidaten Wenzel. Die Redner Bo eck unb Wohl m ii t h mochten diesen Namen gestrichen,wissen. Ihnen wurde von Professor Zt raus müll er erllärt, daß x?err Wenzel sein Ehrenwort gegeben habe, daß er weder Antisemit sei, noch überhaupt zu einer Partei jtehöre, unb es sei nicht ftin, an dem Ehrenworte änes Mannes zu brehen unb zu beuteln. Bc- freienb wirkte es, wie der Vorsitzende, Geh. Justizrat Metz, in echt liberaler Weise erklärte, es tue ihm leib, baß in bas mit so vieler Mühe zustanbe gebrachte Einigungswerk gcrabe von Anhängern seiner Partä ein so greller Mißton herein geworfen worben sei. Er müsse gestehen, daß bte Nationalliberalen hier liberaler gewesen seien als viele seiner Partäfreunbe, denn sie hätten in eckt liberalem Sinn auch ben rechts stehenden Partäen, die dock) auch Menschen seien, ein durchaus gerechtfertigtes Zu- gestiändnis gemacht. Ta sich keine fRebner mehr zu in Wort gemeldet hatten, schloß der Vorsitzende m.it rinem Doch auf bic Baterstabt Gießen bic Versammlung.

Prof. Dr. Krausmüllcr schrdbt uns:

In ber Wählerversammlung der liberalen Parteien am Samstag hat Derr Bureauvorsteher Bocck erklärt, es sei rid)tig, daß Derr Wenzel auf sein Ehrenwort erllärt habe, er sei kein Antisemit: er behauptete aber weiter, Herr Wenzel sollte einmal an einer Siegesfeier für Herrn Tr Werner teilgenommen haben. Herr Wenzel hat mir entrüstet erklärt, baß biei'c Behauptung ebenso wie die früheren eine Unwahrheit sei. Ist es an und für sich sdwn unnobcl, einen solchen Vorwurf in letzter Stunde in Abwesenheit des schwer Angegriffenen zu machen, so ist es geradezu verwerflich, wenn der Vorwurf unwahr ist.

Ans Stadt und Land.

Gießen, 17. November 1913.

Trinker-Fürsorge st eile für Stadt unb Landkreis Gießen Gießen Asterweg 9. Sprechstunde jeden Dienstag abend 61/, bis 8 Uhr.

" Der Großherzog hat nnt 14. November den Cbcn'örftcr der Dbcrförfkrei Lich, Forstmeister Wilhelm EellariuS'auS Lich mit Wirkung vom 16. November an in den Ruhestand versetzt.

Ter 70. Geburtstag des Professors Tr. Moritz Pasch gab ben zahlreichen Verehrern dcS verdienten Mathematikers Anlaß zu besonderer Ehrung. Von etwa hundert Kollegen, Schülern und Freunden des Gelehrten wurde dem Jubilar eine künstlerisch auSgefuhrte Adresse und eine Bronze-Plakette, eine Arbeit deS Frankfurter Bild­hauers Prack, überreicht. Tiefe zeigt PafchS Bild im Profil, mit al,Sdrucksvollcr Plastik berallSgearbeitet. Von der Plakette sind Abgüffe in Medaillenform hergeftellt worden, auf deren Rückseite sich eine Sphinx unb ein Siunspruch in klassischem Latein befiudet.

Stadtthcatcr. Bernhard ShawS neueste Komödie Pilgmalion" ist von der Direktion für unsere Bühne erworben worden unb wird bereits in ber ersten Dezember­woche im Abonnement zur Aufführung gelangen. Das Werk ist vor etwa 14 Tagen zuerst in Wien, kurz daraus in Berlin unb jetzt in Frankfurt a. M. gegeben worden unb hat überall auSvcrkaufte Häuser erzielt. DaS derzeitige Personal unserer Bühne ermöglicht eine sehr gute Besetzung der inter- effanten Novität.

** Leipziger Quartett -Sänger. Tie in Gießen schon seit einer Reihe von Jahren bekannten und geffchäß- teu Leipziger Quartett und >konzertsänger (früher Wilhelm Eyles Leipziger Sänger) waren am Sonntag abend zu einem einmaligen Gastspiele im Kolosseum eingekehrt und konnten mit ihrem Erfolge, auch mit dem pekiiniären Ergebnisse, utfricbcn sein. Nach dem Programm war ein humoristischer Äbenb vorgesehen und auf bem Gebiete des Humors lag auch das Beste von bem bunten Allerlei, womit bie Künstler auf- traten. Der C^fattg an sich kommt babti verhältnismäßig wenig zur Geltung, wenngleich das Wenige allerdings alle Achtung verdient. Besonders Herrn Erdmanns'dörf- f e r s Bariton fesselt ungemein unb besitzt neben seiner bieg- famen Weiche eine erhebliche straft, nur die Höhe wünschte man sich etnrns müheloser. Auch das Lied für Baß von Herrn Frenkel -Norden hatte den Beifall, den man ihm zollte, redlich verdient. Erwähnenswert ist das treffliche Vortrngs- talenl des Gängers. Ten lautesten Erfolg errang ber Vorzug- lid)e Grotesk Komiker Waldon, der fein Publikum zu neh­men weist wie kein anderer in der Seilschaft. SeinZucker- Ned von Amalia sind zwerchfellerschiit- Vxxbtr -"xc V.clscitigkcit unb Ausdauer

Imitator ist Herr 3 e b b e n. ber gut

«och beim (fkfang das Ewig-We»h?che täuick^n^E"',besser men versteht. Tie Gestalt ubnxe.uA>;? öurdi^bic dralürUckleit: daß d.eTarne- n.anche'dm aufzuwcnen hat, zeigte |ie gern und oft. In einem gdun.

genen, vom Direktor Schmidt gut cinüubiertcn Sketch vereinigten sich zum Schluß bic Hauptkräfte. Die Gesellschaft bart bei solchen Leistungen beim nächsten Besuche in Gießen auf einen noch größeren Erfolg rechnen. St. B.

** E i n trauriges Schicksal bat der Ausflugsort t n b b o f" bet Heuchelheim, der bconberv in akademöcken Streifen .Helfens bekannt ist Vor ctmu-10 Jahren wurde er von dem früheren Kantinenwirt Tuill - Gießen mit einem Kosten­aufwand von rund 175000 Mark erbaut. Nachdem er seit den letzten 5 Jahre« wiederholt feinen Besitzer gewechselt hat, wobei derPrds immer mehr berunicrgtng. wurde er oergdtent abermals zwangsweise verkauft. uiu> mnir für enva ein Siegel sdnes ursprünglichen Preises, nämlich für 410 0 Mark. Mei - bietender nmroc bie Schlider Bierbrauerei.

Landkreis Gießen.

s. Leihgestern, 16. Nov. In der Rack^ <mf Sonntag statteten Einbrecher zwei Einwohnern Besuch,- ab. Tem Bergwerksauneher tSroß haus stahlen sie zwi-. Hühner, mäh icnö sie bei bem Fabrikarbeiter Ärämer ;n*i c ^mse mir- geben hießen. BeieitS im August b. Js wurde in ber Groß- hausfcken Hofreitc. die pn der «Gabelung der Krdssrraße nach Gießen liegt, ein Haienoiebstaht ausgeiüdrt. T^mais gelang cs, bic Täter zu fassen, während letzt icbc Spur fehlt.

X Beuern, 16. Nov. Bor etwa einem Jahre sollten hier bic elektrische Lichtleitung im Orte, sowie b,< HcmSanschlüffc hergeftellt werden. Da sich damals einige Einwohner weigerten, LeitnngSmastc auf ihr HauS sehen zu lasten, so konnte nicht weiter gearbeitet werben. Die Mon­teure führten in anderen Orten bic Lichtanlagen auS. Jetzt nehmen sie ihre Arbeit wieder auf, so baß wahrscheinlich in diesem Winter daS elektrische Licht hier im Ode brennen wirb. In eigenartiger Weise hat sich heute hier der Winter eingestellt. Um 9 Uhr morgens begann ein Hagel­schauer, von einem Gewitter begleitet. Der Hagel hatte Vi Zentimeter Durchmesser.

KreiS Büdingen.

h. Bübingen, 16. Nov. In Maar wurde der Landwirt Euler durch dne zerspringende Zugkcttc, deren Glieder ihm an ben Leib flogen, lebensgefährlich verletzt.

Streik Friedberg.

X Stamm heim, 16. Nov. Bei der Gcmeinberats- wabl wurden von ben bürgerlichen Manbibatcn G. Geis unb I M cu b, unb der Kanbibat ber Arbeiterpartei, H. Heppner, gewählt.

KreiS Wetzlar.

L Ober-Dorfelben, 16. Nov. Dieser Tage geriet ein Mann in bie Trommel ber Dreschmaschine. DaS rechte Bein unterhalb bcS KnieeS wurde ihm abgerissen. Man brachte ihn inS Hanauer Krankenhaus.

Arbeiterbewegung.

Berlin, 16. Nov. Eine von mehreren lausend Angestellten der Braucrdbranche Groß-Berlins abgchaltcnc Versammlung be­auftragte btd Crganifalwnsldtungcn. den am 31. März ab- lauscnden Tarif-Vertrag mit den Brauereien zu kundigen. Es kommen 67 Betriebe mit 7000 Angestellten in Frage.

Cu^tidVxnabvt»

Frankfurt a. M., 16. Nov. Zu ben Sckauflügen des französischen Fliegers Pegoub. die auf ber Frankfurter Renn­bahn heute ftattfanben, machte fick) rin gcivaltiger An braut bc- merkbar. Seit bem frühen Morgen herrschte dn orkanarti- ger ©türm, ber erst in ber vierten Nachmittagsstunde an Öeitigfcit nackließ. Gegen 3<4 Uhr stieg ß^goub zum ersten Fluge am, ber über 25 Minuten dauerte Trotzdem dos Icklcchtcr wurde, )tieg er, nachdem er im Automobil eine Ehren, runde gefahren war, zum zweiten Male auf unb n»icberlx>ltr noch einmal feine Flüge, besonberS fdnr ganz engen Shiroeit

Buc, 15. Nov. Ter enqfifchc ülieger Hucks führte zwei Flüge au«, roobei er wiederholt mit dem Kopfe nach unten flog unb vier Eturzfchleiien machte.

Dermifchtcs.

* Zu dem Heidelberger Lichtfpiel-Due ll wird uns gemeldet: Wegen die beiden Studenten, die für eine hiesi<ie Filmfabrik für eine Minonufnnhmc ein blu­tiges Säbelbjten niidfcd)toten, nmrd die VI u Flag e w egen Zweikampfes mit verbotenen Waffen erhoben.

* Rosegger und der Nobelpreis. Aus Wien wird gemeldet: Bon slavischer Seite wird erklärt, daß bei 1 der Verleihung des Nobelpreises Prof. Jens c n ein Freund i der südslawischen Bestrebungen, g e g e n R o s e g q e r agitiert habe, worauf dessen Uebergehen bei der Preisverteilung zu- j rückzuführen sei.

Brennender Dampfer- Von Eapenace wiib i drahtlos gemeldet, daß der spanische Fr a ch t b a m ps c r Saline«* I im Aorbteile bc« Atlantischen Ozcan« breinte Die Passao ere. insgesamt 103, wurden auf den (Simarb-Tanipter ,P annoni a* übergdürt. Ter .Pannonia" begleitete den Tomrf r .Balnies^ nach Bermuba.

Amtlicher Wetterbericht.

Oesfentlicher Wetterbienst, Gießen.

Wetteraussichten in Hessenür DienStao, den in. 'Nov. 1913: Meist trüb unb molkig, Niederfckläge, mil>, westliche Winde.

Letzte Ilacbricbtett.

Oberbürgermeister von Mannheim.

Mannheim, 17. Nov. Der bisherige Obcrböryr« ] meister von Fürth, Kutzer, ist zum Oberbürgermeister von ' Mannheim in Aussicht genommen.

Französische Spione:

Gens, 16. Nov. Aus Anweisung der schweizerischen Be- 1 Horden murt* am »onnabenb abends unter ber Beschuldig- 1 ung der Spionage der Ingenieurhaupttnanii im sranzö- I sckrn Knegsministedum, Larjuier. verhaftet. Auch stehl bie 1 F-cnnähme von Beamten m Genf bepnr Larjui r hat n.id>- M mdtlid) in Vcrhindimg mit einer Anzahl von Soionen. unter W ihnen auch mit bem kürzlich in Rom verhafteten Italiener Venozzi,W gestanden. Eine umfangrdthe Kvrrki'potioenz. die Larmier mi: der 1 ftanzösischen SicherhdtSpolizci geführt Ixit, soll lx-schla-i- j nahmt werden.

Amundsen in Flensburg.

.. Flensburg, 17. Nov. Amundsen hielt am Sam>tagA innen Vortrag in deutscher Sprache, gestern abend in r. ^nu-W ld'er<k.^lfrn "ar dn großer Teil ber Zuhörer aus txm Vier.*ne ber Provinz gekommen. Ter Sortrai verlief ohne >. den Zwi i- fall. Der Beifall war ebenso freudig unö stark wie am Abend M borher, an bem sich das Publikum nur au« Tentidm, baruntet I pielen Offizieren, zusammcnsetzte. Amundsen entiog sick ollen e .HUrtbncbunaen, indem er sofort nach Schluß des Vortrage« durch dne Hintertür verschwand.

Gerabronn, 17. Nov Gestern nachmittag landete mn Ubr in der Nähe von Dieseubadt ein rramoindicr du-iZballon mit dnem dnzigen Insassen, Georg Blanchcl. Rebakt ut des ..Aero- vlan" aus Pans Er war nach innen Auswi oatz'eren am Sams­tag nachmittag 4 Uhr in Pads aufgestiegen. Ter Bcllrkcvor'tanb, ber sofort^benachricktigt worben war. verhan?c!tc nut dem bet deutschen Sprache nicht mächtigen Ballonniheer französisch^ und ba tiro m<6te Auffälliges vorfanv. stellte man bei .fbiohn es Luft« froitfcr« unb ber Verl abu na bes Ballons kein Hmocntis tu oeM

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