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21.5.1913 Erstes Blatt
 
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Anstrenguilgen; unter Becherklang und Liederschatl vergingen die Stunden in angenehmster Weise. Der Gang zuin Staatsbahnhof wurde bei schönstem Mondschein zurückgelegt:

Hechler aus Gießen besichtigt und mit arbeiten ist ebenfalls begonnen worden, so unsere Gemeinde noch in diesem Jahre Wasserleitung genießen kann.

Kreis Büdingen.

qnt gelungen und auch bte*irbrigcn Bilder sind unterhaltend und anschaulich. Die große Anzahl bekannter Persönlichkeiten, die zu sehen sind, macht den Zuschauern offensichtlich viel Spaß. Von dem übrigen Spielplan ist namentlich eine Reihe sehr schöner Naturaufnahmen zu erwähnen. Aus der Lichtspiel bühne in der Bahnhofstraße fand der große Film: Die da? Glück narrt sehr starken Zuspruch und viel Beifall. Von berückender Schönheit war eine Naturaufnahme: Im Orkan, die prächtige Wasserlandschaften brachte. Sehr lustig war eine höchst komische Parforcejagd.

Zur Einweihung der Lupusheilstätte. Die Großherzogin geantwortete das von den Teilnehmern an der Einweihung der Lupusheilstätte abgeschickte Telegramm durch nachstehende an Geheimrat Dr. D i'e tz, den eigentlichen Schöpfer der Anstalt, gerichtete Antwort:

Für die frem,bliche Begrüßung der Festversammlung zur Feier der Eröffnung der Lnpusheilsiätte spreche ich meinen herzlichsten Tank aus mit dem Wunsche, daß diese neue Anstalt den armen Kranken zum Segen werden möge. Eleonore.

Landkreis Gießen.

Göbelnrod, 20. Mai. Erfreulicherweise hat sich unsere Gemeinde entschlossen, eine Wasserleitung zu er­bauen. Die hierzu in Aussicht genommene Quelle unter dem Vir berg wurde bereits von dem Kreisbauinspektor Baurat

Arbeiterbewegung.

(L) Friedberg, 19. Mai. Ser seit Wochen an­dauernde We i ßb i n d er st r e i k ist beendigt. Ein Teil der Gehilfen hat die Arbeit schon wieder begonnen.

Um nicht minderwertige Nachahmungen zrrerhalten, achte man etets auf den Namen ,,Dr. Weinreich,

wandern und Reisen.

*" V. H. - E. Am vergangenen Sonntag versammelten sich trotz Regenwetters 36 Mitglieder des Vogelsberger Höhenklubs, Zweigverein Gießen, am Bahnhof zur 2. Vereinswanderung. Unter kundiger Führung ging es von Butzbach aus über Hausen, den Hausberg und den Hesselberg zunächst nach Bodenrod, wo kurze Frühstücksrast gemacht wurde. Leider hatte man keine Fern­sicht. doch erfreuten sich die Wanderer vom Hausbergturm aus an dem im herrlichsten Grün prangenden Wäldermeer. Auf gutem Waldwege wurde B r a n d o b e r n d o r i erreicht; dort fand längere Kaffeepause statt. Ein stattlicher Brautzug bestätigte auch hier, wie sehr die ock so malerischen ländlichen Trachten bedauer­licher Weise im Aussterben begriffen sind; es waren nur noch spärliche Uebcrrefte zu sehen; der iveitaus größte Teil der Dorfschöneii erschien in moderner Kleidung. Der Weg folgte dem Solntsbach über Kröffelbach bis Kraftsolms, um von dort als sogenannte Heffeiütraße nach Ai ö l t a u abzuzweigen, lieber A l t eu k i r ch e n wurde auf stellenweise sehr ausgeweichlen Wegen der Tiergarten erreicht, der an einzelnen Punkten, namentlich von der Kaiser-Jriedrich-Bnche aus, entzückende Aus­blicke auf Schloß Braunfels bietet. In der Brauerei Wahl erholten sich die Wanderer bei guter Verpflegung bald von de;: gehabten

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffcntlichcr Wetterdienst, Gießen.

Wetteraussichten in Hessen für Donnerstag, den 22. Mai 1913: Meist heiter und trocken, warm.

Letzte Uacbridbtctt«.

Das Urteil im Schnhmeier Proß.

Wien, 21. Mai. Das Schwurgericht verurteilte den Eiscndreher Kunschak wegen Meuchelmordes zum Tode durch den Strang. Die vom Verteidiger angeregten Zusatzfragen auf Sinnesverwirrung und Totschlag hat der Gerichtshof abgelehnt.

Spanien und der Dreibund.

Berlin, 21. Mai. DerLokalanzeiger" meldet aus Paris: Die Chefs aller spanischen Parteien haben dem spanischen M i n i st e r p r ä s i d e n t e n jedes mili­tärische Abkommen mit Frankreich abgeraten. Daher sollen sich die Verhandlungen voraussichtlich nur auf den geplanten Handelsvertrag beschränken. Ministerpräsident Graf Romanones hat König Alfons darin bestärkt, Kaiser Franz Josef im Sommer in Ischl zu besuchen, da er eine Verpflichtung Spaniens für eine unter Um­ständen dreibundfeindlichc Politik nicht für angezeigt hält.

<ßerid)t»|aaL

W Leipzig, 20. Mai. Das Reichsgericht verwarf heute die Revision der drei Genossen St er nickels, Willi ^ersten, der als Jugendlicher zu 16 Jahren Gefängnis, Georg ^erstens und Franz Schliewenz, die zum Tode verurteilt waren.

Groß-Bieberau, 20. Mai. In der "Generalver- sainmlung der Spar- und Darlehenskasse wurde ein­stimmig die Auflösung beschlossen. Uni den Fehlbetrag zu decken, muß jedes der 100 Mitglieder 2 5 00 Mark bezahlen.

h. Mainz, 20. Mai. Wegen des oom 7. September ab hier stattfindenden Deutschen Wein Parlamentes, das 6 Tage dauert, fand heute eine gemeinschaftliche Sitzung des Hessischen Weinbauerbundes und der Behörden statt. Oberbürgermeister 'Göttelmann gab hierbei die Erklärung ab, daß die Stadt bereit sei, den Kongreß finanziell zu über­nehmen. Gleichzeitig soll eine Ausstellung der Kellertechnik und Weinbautechnik hier stattfinden.

Kreis Wetzlar. '

() Atzbach, 19. Mai. Sehr stark sind die Annrel- dun.gen für das elektrische Licht eingegangen. Von 160 Hausbesitzern haben sich bis jetzt etwa 130 für den An­schluß erklärt. Das Ortsnetz ist soweit fertiggestellt. Von hier wird die Leitung über Dutenhofen und Hörnsheim weitergeführt.

Hessen-Nassau.

0 Marburg, 20. Mai. Im Alter von 95 Jahren starb hier der Kaufmann Heinrich Klee. Der Verblichene war der älteste Marburger. Im Müggelse e bei Berlin verunglückte gestern beim Baden ein junger Marburger, der Rechtsanwalt Dr. jur. Hans Sauer. Er probierte einen Kopfsprung und kam dabei zu Tode. In Bischoffen stürzte der 68 Jahre alte Landwirt Peter Rink beim Futterholen in der Scheuer und brach das Genick.

() M a rburg, 19. Mai. Zum Regierungs-Jubiläum des Kaisers bewilligten heute die Stadtverordneten 30 000 Ma r k zu dem Fonds für den Bau eines Altertums­museums, das Hie BezeichnungKaiser-Wilhelm- Museum" führen soll. An dem Jubiläumstage veranstaltet die Stadt in den Stadtsälen einen Festkommers. Ferner beschlossen die Stadtverordneten die Beteiligung der Madt an der in der Bildung begriffenen deutschen Kommunalbank mit 20 000 Mark.

sj Kirchhain, 19. Moi. Zwischen einem ungarischen und einem kroatischen Bahnarbeiter, die zusammen in Stausebach beim Landwirt Bromm wohnen, kam es gestern zu einem Streit. Plötzlich zog der eine einen Dolch und stach seinen Gegner nieder. Der Verletzte wurde in die Marburger Klinik gebracht, wo er hoffnunglos darnieder- liegt. Dec Täter wurde verhaftet.

h Frankfurt a. M., 20. Mai. Tie Stadtverordneten be­willigten heute zu einer R e g i e r u n g s j u b r nins s p e n d e für den Kaiser 500000 Mark. Davon sollen 400000 Mark zur Er­richtung eines Volksbildungshauses dienen und 100000 Mark zur Pflege des deutschen Männergesangs dem Kaiser zur Verfügung gestellt werden. Zu ihrer ablehnenden Haltung gab Stadtverord. Zielowski für die Sozialdemokraten eine Erklärung ab, daß sie angesichts der Haltung des Kaisers zu der Arbeiterschaft keine Veranlassung hätten, sich an der Jubiläumsfeier zu beteiligen. Dagegen beantrage sie die Bewilligung von 500 000 Mk. für das geplante Volksbildungshaus, vorausgesetzt, daß auch die frei- organisierte Arbeiterschaft in ihm eine Stätte der Weiterbildung fände. Dis'Versammlung lehnte diesen Eintrag ab und nahm die Magistratsvorlage an, die einem Ausschuß überwiesen wurde. In der Frage der Wasserversorgung der Stadt iaßlen die Stadtverordneten einen Beschluß von weittragender Bedeutung. Sie bewilligten 150000 Mark zur Herstellung einer Betriebsanlage zur Erzeugung nst- l i ch e n Grundwassers aus bem Mainwasse r. Die in ihren Anfängen bereits vorhandene Anlage, im Stadtwald hat bis jetzt günstige Erfolge auszuweisen und soll nach ihrer Fertigstellung zur Zeit des'größten Wasserbedarfs reichliche Trintwassennengen an die Stadt abgeben. Das so gewonnene Wasser kostet nur 7 bis 8 Psg. gegenüber einem Preis von 11,6 Psg. für das Jnheidener und von 9,5 Psg. für das Vogelsberger Waffer.

W. Franksu r t, 20. Mai. Die 30jahrige Ehefrau, des Schaustellers Dupre, der gegenwärtig mit seiner Löwengruppe im Schuinanntheater auftritt, wurde heute mittag kurz vor 12 Uhr von dem Tierbändiger Hermann Keßler in dem Hause Ridda- straße 66 gu erschießen versucht. Er brachte ihr durch einen Re­volverschuß eine schwere Verletzung in der rechten Schläfe bei. Die Kugel blieb im linken Oberkiefer sitzen. Die Frau wurde schwer verletzt nach dem Krankenhaus gebracht. Darauf erschoß sich der Täter.Heute früh gegen 5Uhr drang der38JahrealteHaus­diener Friedrich Münch in das Haus Elbestraße 39 ein und gab aus seine Geliebte mehrere Schüsse ab, da sie einen andern Liebhaber bei sich hatte, wobei sie aber nur leicht verletzt wurde, während sein Nebenbuhler Joh. G l e i n durch einen Revolverschuß schwer verletzt wurde und bald nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus st a r b.

Frankfurt, 18. Mai. Heute früh wurde die erste Frau des Gattenmörders Hops a u s g e g r a b e u. Die Unter­suchung ergab, daß in den Leichenteilen Arsenik vorhanden war. Hopf gab zu, daß er seiner ersten Frau Hackfleisch mit Cholera- und Thvhusbazillen zu essen gegeben hat.

Frankfurt a. M., 20. Mau Der Löwenbändiger Eäsario, der seit dem 1. Mai im Zirkus Schumann engagiert ist, besuchte heute mittag die Familie seines Im­presario Duprö, Niddastraße 66, traf dort die Frau des Dupre und deren 16jährige Tochter. Er ersuchte die Tochter, ihn einige Augenblicke mit der Mutter allein zu lassen. Darauf zog er einen Revolver und schoß Frau Duprö durch die Wange. Die Frau sank schwer verletzt zu Boden. Mit einer zweiten Kugel schoß sich Cäsario in die Schläfe; er war sofort tot. /

Handel.

Essen (Ruhr!, 20. Mai. In der heutigen Beiratssitzung des R h e i n i s ch - W e st f ä l i s ch e n K o h l e n - S y n d i k a t s wurde die Berufung des Essener Bergwerksvereins König Wilhelm gegen die Entscheidung der Kokskomnnssion verworfen. Sodann rourbc die Umlage s ü r das zweite Vierteljahr 1913 für Kohlen aus 7 Proz. (wie bisher,, für Koks aus 3 (bisher 5) Proz. und für Briketts auf 7 Proz. (wie bisher) festgesetzt. Ferner erfolgte dem Anträge gemäß die Festsetzung der Umlage für die erweiterten Zivecke des Kohlensyndikats für 1912. Die sich daran anschließende Zechenbesitzer-Versammlung setzte die Beteiligungs­anteile für Juni für Koks auf 80 Proz. (wie bisher) und für Brikeits aus 95 Proz. (bisher 90 Proz.) fest und nahm von einer Ersatzbenennung eines Beirats Kenntnis.

Die Berkehrseinnahmen deutscher Eisenbahnen für April 1913 betrugen nach der im Relchseisenbahnamt aufge­stellten Uebersicht im Personenverkehr 66109 536 Mk. (ein Minus gegen das Vorjahr von 8 072 847 im Ganzen oder 11.64 Prozent auf ein Kilometer); im Güterverkehr 172 980 557 Mk. (ein Mehr gegen das Vorjahr von 18 411804 Mk. im Ganzen oder 10.72 Pro­zent aus ein Kilometer). Ter Einnahmeaussall im Personen­verkehr ist auf die Lage des Osterfestes (1912 April, 1913 März) zurückzusühren.

Rostow, 19. Mai. Die Exporteure haben beschlossen,- an der iin Juni in Berlin stattfindenden Konferenz zur R e v i s i o n des deutschen Getreidckontraktes tcilzunehmen. Sie haben einen Entwurf ausgearbeitet, demzufolge folgende Veränderungen eintreten sollen: 1. Im Falle der Schließung der Dardanellen soll anstatt der Aimullierung eine dreiwöchige Prolongation in Kraft treten. 2. Mit der Arbitrage Unzufriedene dürfen die Frage einer neuen Revision an anderem Orte, sowohl int Jnlande wie int Auslande, zur Arbitrage vorlegen.

Seit Jahren laut Attest des Oberhofmarschallamtes von den Hof­haltungen

Sr. Majestät des Kaisers

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Vermischtes.

* Ein wertvoller Golds und bei Eberswalde. Bei Ausschachtungsarbeiten auf dem Gutsbezirk Messingwerk machten Arbeiter einen wertvollen Goldfund, der aus dem 7. oder 8. Jahrhundert vor Christi Geburt stammen soll. Es handelt sich um 78 Gegenstände aus massivem Golde im Gesamtgewicht von 2x/2 Kilogramm; es sind hauptsächlich Trinkgefäße, Armspangen und Fingerringe.

* Ein ober schlesischer Bergmann nach Si­birien verbannt. In den letzten Tagen des ober- schlesischen Grubenarbeiterstreits war der Bergmann Ignatz Jalubik ans Myslowitz über die russische Grenze nach dem Nachbarort Nifla gegangen, um unter den dortigen Bergleuten Streilunterstützungen zu sammeln. Gleichzeitig verteilte er dort Flugblätter, die eine Aufforderung ent­hielten, sich bem oberschlesischen Streik anzu- schließen und nicht zu dulden, daß Kohlen von dort nach Oberschlesien verfrachtet mürben. Die russische Po­lizei ließ den Streilabgesandten verhaften und nach Bendzin bringen, wo er auf administrativem Wege wegen Aufwiege­lung zum Aufruhr unverzüglich verurteilt wurde. Tas Urteil lautete den oberschlesischen Blättern zufolge auf lebenslängliche Zivangsarbeit in Sibirien. Jalubik ist 40 Jahre alt und Familienvater.

* Freundliche Einladung. Der Besucher:Ach mir geht's schlecht: ich esse säst nichts mehr und trinke nur noch Wasser." Die Hausfrau ^liebenswürdig): . . . bleiben Sie doch zum Essen bei uns!"

Reguliert die

Verdauung

Geiß-Nidda, 20. Mai. Durch den Zusammenbruch der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank in Darmstadt ist auch un­sere Spar- und Darlehenskasse in Mitleidenschaft gezogen worden. Ter Verlust für unsere Kasse betragt 12000 Mark. Eme außerordentliche Generalveüjammlung beschloß die Kasse aufzulösefi.

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 20. Mai. Tie Mitteilung über die Wiederherstellung der W a lp ur g is k i rche in Nr. 114 des G. Anz. bedarf insofern der Richtigstellung, als die Maler­arbeiten noch nicht vergeben sind.

Kreis Lauterbach.

~ Schlitz, 20. Mai. Der Bahnbau von hier nach Rieder-Aula schreitet rüstig vorwärts, so daß man am Ende des Jahres ans Fertigstellung des Bahnkörpers rechnen kann. Noch eine Schwierigkeit ist zu beseitigen, das ist die Entfernung einer Scheuer in Unter-Wegfurt, die von dem Bahnkörper berührt wird. Der Besitzer hat bei den Ver­handlungen des Geländeerwerbes als einziger Grundbesitzer scinc Zustimmung zu dem gebotenen Preise nicht erteilt. Die Scheuer wird nun auf dem Zwangswege entfernt werden.

Kreis Friedberg.

L Friedb erg, 20. Mai. Donnerstag abend findet im hiesigen Saalbau zum Besten der Nationalspende für die Mission in den deutschen Kolonien ein deutscher Abend slatt. Als Redner sind gewonnen Prof. Dr. Volp, Missions­arzt Dr. Fisch (Togo) und ein Missionar aus Südwestafrika.

Friedberg, 20. Mai. Heute früh verschied sanft an Alters­schwäche der Schriftsetzer Heinrich M a y im Alter von 73 Jahren, lieber 50 Jahre hat er Iren in der Druckerei Bindernagel gearbeitet. Der Grobherzog ehrte ihn durch Verleihung des Allgemeinen EhrenzeichensFür treue Arbeit".

ZBad-Nauheint, 19. Mai. Eine weitere Neuheit brachte heute abend das Kurtheater mit gutem Erfolg: das LustspielDer Retter in der Not" von Schönthan und Presber, insccniert von Direktor Hermann Steingoetter. Die kleinstädtische Schulkomödie mit ihrer feinen Satire wurde von dem zahlreich anwesenden Publikum mit viel Beifall auf­genommen.

k. Butzbach, 19. Mai. Die Evang. Arbeiterver­eine von Butzbach, Friedberg, Gießen, Homburg v. d. H., Marburg, Salzböden und Wetzlar halten am 25. Mai hier eine Tagung ab, bei der Hausvater Loh von Gießen über die Ge­winnung der Jugend sprechen wird. Weiter soll über die Grün­dung neuer Vereine, sowie über die Abhaltung eines sozialen Kursus in Gießen beraten werden.

ä. Nie d er-Florstadt, 20. Mai. Die Jahr­hundert feier des 116. Inf.-ReAls. in Gießen wird von hier ein Manu mitmachen, der von 1850 bis 1856 gedient hat, der 82 jährige Ernst Heinrich Dauernhei m. Der rüstige Greis gedenkt auch noch einen Parademarsch mitzumachen. Es ist sein einziger Wunsch, diese Feier noch erleben zu dürfen.

h. Harheim, 20. Mai. Die bisher mit Vilbel ver­bunden gewesene Posthilssstclle ist aufgehoben und zu einer Postagentur erweitert worden. Sie erhielt die amtliche BezeichnungHarheim (Oberhesseü)".

R. Langenhain-Ziegenberg, 19. Mas. Seit un­gefähr 4 Wochen wird unser 70jähriger Pfarrer Jako- bowski, der sehr beliebt ist, durch Einwerfen von Fenster­scheiben, Stehlen von Fleisch- und Wurstwarcn so belästigt, daß sich ihm die gesamte Einwohnerschaft als Wächter an­geboten hat. Trotzdem gelang es den Tätern, in der Nacht auf Sonntag dem Pfarrer wiederum alle Fensterscheiben einzuwerfen und ihm die Mundvorräte abzuholen. Der geholte Polizeihund des Schutzmanns Ries aus Butzbach nahm die Spur auf und stellte einen Mann in seiner Wohnung, der mit als Wächter am Pfarrhause tätig war.

Starkenburg und Rheinhessen.

m. Offenbach a. M., 20. Mai. Der Gesämtbedarf der Gemeindesteuern beträgt nach dem Voranschlag 4950900 Mk. Es wird beantragt, hiervon durch Erhebung von 189 Pvoz. Einkommensteuer zu decken, was 2 927 158,48 Mark ergibt Für jedes volle Hundert Mark des für die Besteuerung des Grundbesitzes, Gewerbebetriebes und Ka­pitalvermögens festgestellten Wertes von 585 779 Mk. sollen 34^/z Pf., Msammen 2022 841,52 Mk. erhoben werden. -- Infolge der Weigerung der Schwein em etz ger, eine ent­sprechende Herabsetzung der Fleisch- und Wurst- Preise eintreten zu lassen, hatte die Stadt beschlossen, eine städtische Metzgerei zu errichten. Bisher wurden darin neun Schweine geschlachtet, die einen schnellen Msajt er­zielten. Tie Rentabilitätsrechnung ergab, dust bei einer Schlachtung von wöchentlich sechs Schweinen ein jährlicher Ueberschuß von 5000 Mk. erzielt wird.

patentiertes [b/s m,ldes

erprobtes

Abführmittel