Nr. U5
Zweites Blatt
165. Jahrgang
Giehener Anzeiger
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
GeueraS-Mzeiger für Obetheffen
Die „Giehener Familienblätter" werden dem »Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis «Ziehen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen 3ei1- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Dienstag, 20. Mat 1915
Rotationsdruck und Verlag dec Brühl'jchen Universiläls - Buch- und Steiudruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e=se 51. Redaktion:er^il2. Tel.-2ldr.:AnzeigerGießeru
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ium wt.ouwiiHmB—bimm—lumnn——n?gC
3um Besuch öes englischen Königspaarcs.
L o n don, 19. Mai. Der König und die Königin sind heute abend um 6 Uhr nach Deutschland abgereist. Der Prinz von Wales, der Herzog von Connauqht, Prinz Arthur von Connaught, Prinz Ludw-ig von Pattenberg, -Sir Grey und Sir Edward Henry waren zum Abschied am Bahnhuf erschien eil.
Aus Lon don erhalten wir dazu folgenden Brief:
Die Familienfeier iin deutschen Kaiserhause hat die aufrichtige Sympathie des englischen Volkes — eine Sym pathie, .die imit einer gewissen ernsten Ritterlichkeit ge mischt ist. Denn die Zeitungen haben, soweit sie Jllu- strationen gebet:, samt und sonders das Bild eines jungen Fürstcntinds gebracht, das am Arm eines schlanken Offiziers so strahlend glücklich seinem Frauenschicksal entgegengeht, daß man schon ein rechter Griesgram sein müßte, wenn man keine guten Wünsche für es übrig hätte. Und eine männliche Nation sind die Engländer immer gewesen, die eine junge Prinzessin etwaige politische Verdrießlichkeiten nicht entgelten lassen würden — das hat die Urgroßmutter der Prinzessin, die Königin Viktoria, an sich erfahren, als sie, 18jährig, den Thron bestieg, und alter Hader um sie verstummte, weil sie jung, hilflos und ein Weib war.
Doch die politischen Verdrießlichkeiten scheinen sich endlich zerstreuen zu wollen. „Es ist zu schön, um wahr zu sein," wie man sagt, und man hat sich noch nicht daran gewöhnt, soviel Freundliches und Versöhnliches morgens schon beim' Frühstück in seiner Zeitung zu finden. Wie dem auch sei, es ist sicher, daß schon seit langer Zeit kein so freundlicher Geist über deut Besuch eines "englischen Herrscherpaares am deutschen Kaiserhof gewaltet hat, wie eben jetzt. Gerade die Balkanwirren, die man anfangs als den zündenden Funken in ein Pulverfaß ansah, haben das bewerkstelligt, was alle gegenseitigen Versicherungen nicht zustande brachten: das langsame Aufblühen gegenseitigen Vertrauens. Den englischen Majestäten wird diese Reise zu den deutschen Verwandten als eine Unterbrechung, vielleicht als eine Erholung in dem enormen Arbeitspensum erscheinen, das sie sich jetzt gesetzt haben. Wie weiland Königin Elisabeth, die ihre royal Progresses hatte, so hat sich das Herrscherpaar seit seiner Thronbesteigung bemülst, Fühlung mit seinem Volk herzustellen und zu unterhalten, indem es sein Reich in jeder Richtung durchquert. Elisabeth tat es zu Roß, König Oteorg per Auto. Nur die kleine gelbe Königsstandarte zeigt den Rang des Reisenden an. Ter König ist eilt guter Redner, und obgleich klein und schmächtig, hat er ein sympathisches und weithin vernehmbares Organ. Der deutsche Atzent seines Vaters ist bei ihm nicht bemerkbar. Er ist entschieden populär — das heißt, man möchte da ein besseres Wort anwenden, denn auch fein Vater war ungemein populär, aber die Qualität seiner Popularität ist verschieden. Ich möchte sagen, daß er auf dem Wege ist, sich die aufrichtige und warme Liebe seines Volkes zu erringen — so vielleicht wie sie Max Joseph von Bayern besaß. Er steht, wie alle Könige von England in dem von Parteien regierten Land, üb er den Parteien; wenn man aber seine persönlichen Entscheidungen in gewissen politischen Krisen deuten darf, so zeigt er liberale Tendenzen.
Die Königin Mary, die in politischer Hinsicht nicht von sich reden macht, ist in ihren politischen Gewohnheiten stark konservativ. Sie ist vielleicht die einzige Frau, die, obwohl noch in ben besten Fahren, den Mut hatte, die Tyrannei des „Nixon"-rockes abzulehnen. In der Tat, sie hat ihre Mode seit ihrer Verheiratung kaum merklich geändert — ein einfaches Jackentostüm mit reichlich geschnittenem Rock und schlichter Jacke ist ihr Lieblingsanzug. Tie Haare trägt sie, wie sie sie schon als Prinzessin trug und wie es in der königlichen Familie üblich ist: nach dem Muster ihrer Sck)wiegermutter, der Königin Alexandra. Ihre Hute sind sich, als ruhender Pol in der Flucht'der „Wagenräder" sowohl wie der „Tclläpfel" stets gleich geblieben - sie sind das, was man als „runde Hüte" zu bezeichnen Pflegte. Sie liebt es nicht, ihren Hof in den Extravaganzen des dernier ert zu sehen.
Auch hierin knüpft sie an die Tradition des viktorianischen Hofes an. Tie alte Dame hätte strenge Ansichten über Kleidung — aus dem Munde einer davoit Betroffenen weih ich, daß ein kleines Mädchjen, das zum Spielen mit den königlichen Prinzessinnen befohlen war, nach Hause geschickt wurde, um sich umzukleiden, weil cs nicht das gewünschte „Weiß mit farbiger Schärpe" trug. Man darf aber nicht vergessen, daß sie den Hof und die Gesellschaft aus den Niederungen der „Regentschaft" hob, und ihr Volk aus einer Periode, da es für unanständig galt, sich des Wends nickt zu betrinken, zit einer solchen, da sich die gegenteilige Ansicht Bähn brach.
L o n d o n , 19. Mai. Die „E v e n i n g N e w s" schreibt zu der Begnadigung der englischen Offiziere: Kein glücklicherer Augenblick hätte für die Ankündigung deS Kaiserlichen Gnadenaktes geivählt werden können. Ter Besuch des Königs in Berlin war bereits des Erfolges sicher. Tie heutige Ankündigung verdoppelt diese Sicherheit. Ueberall in England iverden wir heute unsere Gläser erheben und rufen: Hoch I Hoch! Hoch!
Ans Kessen-
Das Einkommen der Hebammen.
Um das vielfach unzureichende Einkommen der Hebammen in ben Landgemeinden aufzubessern, müssen die Vergütungen, die die Gemeinheit an die Hebammen zahlen, so bemessen werden, daß sie den Gegenleistungen der Hebammen entsprechen. Das Groß h. M i n 1 ft c r t n in des In nern hat deshalb, so wird uns aus guter Quelle mit- geteilt, a u g c o r d n c t, daß in Zukunft in jedem Fall, in hem die Stelle' einer Gemcindehebammc neu besetzt wird, bor Eintritt der Schülerin in den Hebammenunterricht zwischen ihr und der Gemeinde ein schriftlicher Vertrag abgeschlossen werben soll, in dem die Pflichten der Hebamme und die von der Gemeinbe zu zahlende Vergütung festgelegt iverden. Der Vertrag ist von dem zu- ständigen Kreisamt zu genehmigen und ber Meldung für den Hcbammeunntcrricht neben den sonstigen Nachweisen bei' zulegen Auch sollen in Zukunft in Gemeinden mit ländlichem Eharakter nur Gemeindehebammen ausgebildet werden, denn nur dann kann verhütet werden, baß die Zahl der Hebammen das vorhandene Bedürfnis weit übersteigt
und die Beschäftigung der einzelnen Hebamme in einer Weise sinkt, daß ihre Brauchbarkeit in Frage gestellt wird. Frauen, die sich auf eigene Kosten zu Privathebammeu aus- bilden wollen, können nach § 40 der Medizinalordnung zu rückgewiesen werben, wenn die Zahl der Hebammen für den betreffenden Ort ausreicht.
Line außerordentliche Hauptversammlung der hessischen landw. Hauptgenossenschaft.
—l. Friedberg, 19. Mai.
Am Samstag nachmittag um 4 Uhr fand im großen Saale des Hotel Trapp eine außerordentliche Hauptversammlung der landwirtschaftlichen Hauptgenossenschast statt. Ter Vorsitzende, Herr Schneider -Utphe, eröffnete die Versammlung, hieß die 28 Genossenschaften, 2 Einzelmitglieder, Herrn Direktor T h y l - m a n n vom Kornhaus in Hanau und Herrn Dr. Eitting will lammen ü:«d erklärte, daß die Hauptgenvssenschaft infolge von großen Verlusten, die sie seit der letzten Hauptversammlung er litten hätte, nunmehr gezwungen sei, entweder zu liquidieren oder aber den Konkurs anzumelden.
Darauf trat man in die Tagesordnung ein und Herr Phi l i ppi - Wohnbach erstattete den Geschäftsbericht. Er führte aus, daß sich die Verhältnisse für die Hauptgeuossenfckxift seit der letzten Hauptversammlung vvestmtlich verschlechtert hätten mti) daß das Defizit t>onj>5 000 bis 27 000 Mk. im Januar mmmehr eine Höhe van etwa 79 602 Ml. erreicht habe. Einmal hätte man eine Forderung Don 3000 Mk. an die Geuassen schafl sbant streichen müssen, der Verbandsbeitrag in Höhe von 2000 Mk, aus dessen Stundung oder Schenkung man gerechnet hätte, müsse auch ge leistet werden, man hätte 1000 Ml. Zinsen bei der Darmstädter Bank verloren, das Sackkonto, das mit 12 000 Mk. angesetzt gewesen frei, hätte man auf 10 000 Mk. herabsetzeu müssen, so daß sich mit diesen Zahlen ein Defizit van 35 840 Ml. ergebe. Dazu kommen noch die verlorenen Bankaktien in Höhe von 25 650 Mk. und ein Kontaverlust von dem früheren Herrn Direktor Maennel van 18 112 Mk., wonach sich somit die Unter b i l an z, unverbindlich, auf 79602 Mk. belaufe. Die Geschäftsleitung batte sich die größtmögliche Mühe gegeben, einige Ordnung in die zerrütteten Verhältnisse hineinzubringen, habe aber naturgemäß mit den größten Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Einmal habe die Konkurrenz ihre mißliche Lage aus- genützt, dann hätte man viel Zinsen aufbringen müssen, und schließlich seien iwch 2 Beamte nur ba?u nötig gewesen, um die früheren F-ehler zu entwirren und halbswegs recht zu stellen. Dcniwch habe man den hohen Lagerbestand van 44 641 bis zum dlpi'il auf 29 246 Mk. herab gedrückt, und heute betrage er nur noch 14 121 Mk. Auch der ©acfauSftanb beliefe sich nur noch auf 5000 Mk. gegen 12000 Mk. im Januar. Im fiebrigen hätte die Genossenschaft feit Januar bei einem Umsätze von 360 000 Mk. einen Rciuaewinn von 3400 Mk. erzielt.
Nach kurzer Aussprache, die sich meist um Dinge drehte, die eigentlich mit dem Geschäftsbericht nichts zu tun hatten, wurde nun über den Punkt 2 der Tagesordnung, über den springenden Punkt verhandelt: Beschlußfassung über Abänderung des Paragraphen 38 der Statuten.
Es sollte nämlich das Geschäftsanteil von 100 Mk. auf 3000 Mk. erhobt werden, um mit dieser Summe die voraussichtliche 1912er Umerbilauz zu decken.
Nunmehr ergriff Herr Dr. Fitting, der als Vertreter des Verbandes der hessischen landw. Genossenschaften erschienen war und als juristischer Beirat fungierte, das Wort, um rechtlich die Lage der Hauvtgenosscnfchaft zu beteuchteii. Seine überaus klaren und gai,z und gar sachlich gehaltenen Ausführungen legten folgendes dar: Sobald die Haiiptgenossenschaft ihre 1912er Bilanz vorlegt, ist der Vorskaiid gezwuiigeii, den Konkurs anzumelden, weil dasTesizit in Höhe von rund 80 000 Mk. den vierteil Teil der ganzen Haft- fumme übersteigt, d. h. die Friedberger Hauvtacnossenschaft hat 36 B'litgliedcr, von denen jedes für 5000 Mk. bqftet, sic haften also im Falle des Konkurses — und die Haftsumme fommt nur im Falle des Konkurses in Betracht — insgesanit mit 36 500 Mk., also mit 180 000 Mk. Diese 180 000 Mk. bilden die ganze Haftsumme der Hauptgenossenschast. Nun "sagt aber Paragraph 40 des Geuosseufchaftsaesetzes, daß der Konkurs angemeldet werden muß, sobald die Unterbilauz eines Jahres, die verbindlich durch eine Bilanz nachgewiesen worden ist, */, der ganzen Haftsumme übersteigt. Tie Unterbilanz beträgt aber für 1912 voraussichtlich 80 000 Mt, übersteigt also den vierten Teil der gaiizen Haftsumme (180 000:4) um 35000 Mk. Und nur aus dem Grunde ist ec> niöglich, den Konkurs zu umgehen, weil vorderhand fine verbindliche Bilanz noch liicht vorliegt. Es must also dafür Sorge getragen iverden, daß bis zur Vorlegung der verbindlichen Bilanz, die Unterbilanz den vierten Teil der Haftsumme nicht übersteigt, und dies ist nur möglich, wenn man die Haftsumme erhöht. Denn haftet jedes Mitglied beiftuelsweife mit 10000 Mk., dann beträgt die Haftsumme 36 x 10000 Mk., — 36000 > Mk. uiid 80000 Mk. - die 1912er Unterbilanz - ist weniger, als der vierte Teil dieser Summe. In diesem Falle könne der Konkurs vermieden lind liquidiert werden. Ob ober die Erhöhung des Geschäftsanteils auf 3000 Mk. allein genüge, den Konkurs zu uermeiben, bezweifelt er, da, ivie gesagt, die Uiitcrbftauz für 1912 80 000 Btt. betrage und damit der vierte Teil der ganzen Haftsmnnic überschritten fei. An 'ich fei cs gewiß gesetzlich zulässig, menn man nur allein die Geschäftsanteile erhöhe, in diesem besonderen Falle aber müsse auch noch die Haftsumme erhöht iverden, um eben dem angeführten Paragraphen. 40 des Gcnossenjchaftsgesetzes zu genügen.
An diese Ausführungen schloß sich naturgemäß eine lebhafte Aussprache, die zum Teil so erregt wurde, daß es unmöglid) war, den einzelnen Rednern zu folgen. Es wurde u. a. der Vorschlag gemocht, man wolle bic Unterbilanz durch freiwillige Gaben decken, doch ist dies gesetzlich nicht zulässig, ivie Dr. Fitting ausführte, da eine Genossenschaft, um den Konkurs zu vermeiden, feine freiwilligen Gaben annehmen dürfe. Zlldeiii könne auch kein Btttglied gezivungen werden, freiwillige Gaben zu leisten, und die Genossen- chaft müsse in der Lage fein, gegen die einzelnen Btttglieder vorgehen zu fünnen. Ein anderer Vorschlag, man wolle die Summe des Geschäftsanteils auf 3000 Bi. erhöhen, falls der Vorstand und der Alifsichtsrat garantiere, daß bic Unterbilauz 100 000 Mk. nicht übersteige, ging deshalb nicht durch, iveil sich dazu nur die Herren Philippi und Wetz bereit erklärten, die anderen aber nichts davon wissen luodten. Auch für den Fall sollten die Geschäftsanteile auf 3000 Btt. erhöht werden, menn Vorstand und Alifsichtsrat garantierten, daß es dann zii keinem Konkurse fommc. Dieser Antrag wurde in der Erregung halb lind halb überhört, lind c s k a m z li keiner A b st i m m u n g. Alle Vertreter der Genossenschaften hatten sich von ihren Sitzen erhoben, erregte Gruppen diskutierten hier lind dort, allenthalben herrschte Unruhe und Mißtrauen.
Herr Vorsitzender Schneider- Utphe gab sich alle Mühe, die Herren Vertreter zu überzeugen, daß das einzige Bttttcl wäre, den Konkurs zli oermeiben, bie Geschäftsanteile auf 3000 Mk. zu erhöhen und Herr Direktor T y l m a n n Hanau unterstützte ihn nach besten Kräften darin. Als man ober schließlich zur Ad- timmung schritt, stellte sich heraus, daß die Herren Vertreter der Genossenschaften ü b e r h a ll p t keine Vollmacht von i h r e n Genossenschaften befaße n, die Erhöhung der Geschäftsanteile auf 3000 Mk. zu beschließen, da man es übersehen hatte, in ben Einladungen zu erwähnen, aus welche Summe man die Geschäftsanteile erhöhen wollte. Bis 1200 Mk. hatten einzelne Vertreter Vollmacht, aber 3000 Mk, konnten sie üverhaupt nicht
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bewilligen. Wiederum herrschte die g r ö ß t e E r r e g u li g im Saal. Ein mißmutiges Murmeln ging durch die ganze Versammlung. Nochiiials versuchte man klar zu machen, daß es feinen anderen Weg zur (Sanierung gäbe, ein Konkurs fei unendlich teuer. In oiefein Falle gingen jedenfalls 500Q Mk. — die Haftsumme — für jedes Mitglied zum Teufel, bei einer Liquidation aber komme man mit 3000 Mk. durch. Tiefe 2000 Mk. könne jeder Vertreter seiner Genossenschaft retten, wenn er für tue Erhöhung der Geschäftsanteile auf 3000 Btt. stimme. Aber die Vertreter ließen sich nicht so jchnell davon überzeugen, und als man zur A b ft im m u n g schritt, da wurde ber A «trag, bie Geschäftsanteile auf 3000 M k. zu erhöhen, n b g e I e b n t.
Gegen dieses Ergebnis legte Herr Philippi Berufung ein, mit der Begründung es sei bereits von ben Vertretern der Genosjen- 'chaften der Antrag zur Vertagung gestellt ivordcu und zudem eigne fiel) die Erregung in der Vcrsanunlung schlecht, eine derartig wichtige Abstimmung zu treffen. Er ließ dies zu Protokoll nehmen. Darauf wird die Versammlung geschlossen.
Es soll in etiva 14 Tagen wieder eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen werden, wozu dann alle Vertreter der einzelnen Genosseiischaften mit Vollmachten erscheinen können. Ob es dann gelingt, den Antrag, die Geschäftsanteile auf 3000 Mk. zu erhöhen, durchzubringen, wird die Zukniift lehren.
ISitijwHfätssllacbHctytcn.
— Ter ordentliche Professor der mittleren und neueren Geschichte an ber Universität Königsberg i. P r., Gcp. Regie- rungsrat Dr. phil. H. P r u tz begeht am -0. Mai Jemen 7 0. Geburtstag
Vermischte».
"Unfall bei einer Gefechts ü b u n g. Aus Breslau ivird gemeldet: Auf dem Gandaner Exerzierplatz bei Breslau wurden infolge Sturzes bei einer Gefechtsübung ber Leibkürassiere vier M a mi s ch wer verletzt.
* (Siftmorb Aus M ü n ch e n wirb gemelbct: Unter bem Verbacht bes Giftmordes au seinem Sohne unb des Gütmord- versuchs an seiner Frau wurde hier der anscheinend geistig nicht normale Kaufmann Otto Gierlinger verhaftet. Er mar mit seiner Frau nach Marseille gefahren, angeblich, um mit ihr eine Reise nach Amerika zu unternehmen. Tort übergab er ihr zwei Flaschen mit einer giftigen Flüssigkeit, bie angeblich ein gutes Mittel gegen Seekrankheit sein sollte unb verscbwanb. Tic Frau merkte bie Flucht er ft, als bas Schiff schon auf See war. Gierlinger fuhr nach München zurück, verkaufte fein Haus unb brachte bas Geld tu Gemeinschaft mit seiner Geliebten durch. Auch cm Kind aus erster Ehe, das früh starb, soll vergiftet worden sein.
*Die Bereinigung z u r Erhaltung deutscher B u r g e n versendet jetzt die Einladung zu ihrer diesjährigen Burgenfahrt durch das Königreich Bai)ern, die vom 19.—23. Juni 1913 stattfindet.
Unfall eines deutschen Gelehrten in Spanien. Wie aus Madrid gemeldet wird, wollte der Deutsche Dr. Ludwig Klupfel am 17. d. Mts. in ynem kleinen Landwagen den Mugafluß passieren, um die Ruinen von Ampurias (Provinz Gerona) zu besichtigen. Infolge der heftigen Regengüsse der letzten Tage war der Fluß auge- schwollen. Die Strömung riß das Fuhrwerk fort und Klupfel sowie der Kutscher ertranken. Auch das Pferd kam in den Fluten um.________________________________________
Airehleche Nachrichten
Üatholifche Gemeinde.
Gottesdienst.
Mittwoch, den 21. Mal:
Nachmittags um 5 Uhr unb abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Donnerstag, den 22. Mai: Fronleichnamsfest.
Vormittags von 6V, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte.
, um 7 Uhr: Tie erste hl. Meffc.
. um 8 Uhr: 'Austeilung ber hl. Kommunion.
„ um 9 Uhr: Hochamt mit Prozession in der Kirche.
„ „ 11 , Hl. Messe mit Predigt.
Militärgottesbienst.
Nachmittags um 2 Uhr: Fesl-Anbacht mit Segen.
Abenbs um 8XA Uhr: Versammlung ber Gemeinbe.


