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3.
215 N.
Uso V. bis 1290 N.
4.
516 bis 610 N.
gehen uns von
Letzte Post Brieivost v. Lieb 335 P. Briesposk mit Ziia 71 von Frankinrt 1C°8 B. Post mit Zug 45 von Frankinrt l20 N.
615 N. Posten d. Schnellzüge von Franksiwt u. Dassel b" N.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: e=ü@51. Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen»
2Ctrd?c nn- Schule.
Rom, 16. Okt. Heute nachmittag empfing der Papst im Damasushofe 250 Pilger aus Köln a. Rhein. Der Papst -erschien in der Loggia und wurde mit der Papst- Hymne und begeisterten Zurufen begrüßt. Die Kapelle der deutschen Kirche Ifta Maria del Lanima spielte die neue von Maestro Müller komponierte Papsthymne. Nachdem der Papst den Segen erteilt hatte, wiederholten sich die Kundgebungen.
— Evangelische Sonderfahrten in das heilige Land finden am 1. Februar und 25. April 1914 statt. Beide Fahrten gehen von Venedig aus, und dauern etwa drei Wochen. Die Preise stellen sich je nach der gewünschten Klasse des Schiffes von 450 Mark an, in denen alles einbegriffen ist. Die Zahl der Teilnehmer soll im Interesse der besseren Unterbringung auf jeder Fahrt 125 Personen nicht übersteigen. Nähere Auskunft .erteilt das Orientreiseburean A. W. Kaiser in Düsseldorf, Mcndclssohn- straße 9.
Aus Sta-t uuö
Gießen, 17. Oktober 1913.
Poftbefördcrurrgs-GelcgenhciLen in Gießen nach dem Winter-Fahrplan 1913/14 zusammengeftcllt.
Folgende Züge werden zur Beförderung von Sendungen be- benutzt. Es bedeuten: • Beförderung von Sendungen jeder Art, Qj Beförderung von Bricfsendnngen jeder Art und Bentel- nücfcn, Beförderung von gewöhnlichen und Einschreibbriefen, + Beförderung von Paketen, ••• Beförderung von Briefen in ge- seblossenen Beuteln, • Beförderung von Sendungen jeder Art in gesclilossenen Waqeuabteilungcn, ( an Sonn- und Feiertagen nur Eilbriefe und gewöbuliche Pakete. () Benutzung nur au Werktagen. Tie mit 9, Q, * und bezeichneten Züge führen Postwagen mit Briefkasten.
a) Richtung n a eh Frankfurt:
2£J», 456Q, 613Q, 6"—, 810», 104®, 10254. 12 3 (®) 12i2(Ä 217 (®,), 54®, 5530, 6454-, 712®, 820», 914®. "
b) Richtung nach Kassel:
1231.0, 112-j-, 12», 42», 7'7®, 818®, 1016» 1210® 129® Z12» 3204-, 505», 800®, 1012g, 11470. ' '
c) Richtung nach Köln:
4£2646 0, 817®, 1239 (6,324(»), 613®, 1020*..,
d) Richtung nach K 0 blen /:
458®, 613®, 810®, 1214®, Z24«—4-, 5O4(e*»), 556,—, 026® e) Richtung nach Fulda': ' ~
587®, 8"*—, 1208», 216(—), 333(„«), 552(,—), 021®.
f) Richtung nach Gelnhausen: 542®, 818(—), 1234(®), 216(•••), 504®, (847—).
g) Richtung Gießen - Lollar — Grünberg: 522», 207(6).
h) Richtung nach Rodheim (Bieber):
6£»(*), dos* (nur S o« ir4 a gs), B5(*), 6^—).
8reitag, 17. Moder 19(5
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schea Universitäts - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
mehreren Seiten Zuschriften zu, die dafür eintreten, man möge das Konzert auf der Süd-Anlage, das am Dienstag nachmittag um 5 Uhr abgehalten wird, wieder auf den Sonntag verlegen. „Unsere Negimentskapetle^, so heißt es in einem der Schreiben, „spielt doch wohl auf alle Fälle nicht für die Herren Studenten allein. Es dürften wohl auch Kaufleute darunter sein, die ivährend der Zeit ihre Pflicht tun. Darum möge man Rücksicht nehmen-und sich wieder zum Sonntag bequemen." — Wir geben diese Wünsche ivieder, da sie öffentliches Interesse beanspruchen können, wenn ivir selbst der Angelegenheit auch völlig unparteiisch gegen-- über stehen.
,** Der Zauberkünstler Bellach ini hat sich zü zwei Gastspielen für nächsten Sonntag angemeldct. Sie iindcn im Kolosseum statt. Nach den Berichten aus einer Reihe von Städten, in denen Bellachini zuletzt ausgetreten ist, bietet er Vorzügliches auf dem Gebiete der Zauberei, Magie und sogenannten Spiritismus. /Bellachini sind von vielen Fürstlichkeiten, u. a. von dem Großherzog von Hessen, anerkennende Zeugnisse erteilt worden. In Darmstadt ist Bellachini mit großem Erfolg im Kaiscrsaal aufgetreten.
Zigaretten st euer. Das Hauptsteueramt Gießen bittet uns um Aufnahme folgender Zeilen: Im Interesse unserer zahlreichen mit der Zigarettensteuer unterliegenden Waren Handel treibender Leser machen loic an dieser Stelle auf die einschneidende Bestimmung in § 15 des Zigaretten- Iteuergeselzes besonders aufmerksam, wonach derjenige, der stch gewerbsmäßig mit dem Verkauf von Zigaretten, Zigaretten« tabak, Zigarettenhülsen und -Blättchen befassen will, dies vorher der Steuerbehörde anzuzeigen hat. Die Anmeldung hat im Bezirk eines Steueranites bei diesem, im übrigen aber unmittelbar bei dem zuständigen Hauptsteueramt zu erfolgen« Die Beachtung dürfte umsomehr erforderlich sein, als Zuwiderhandlungen gegen die betreffenden gesetzlichen Vorschriften mit besonders hohen Strafen, bis zu 300 Mk., geahndet werden,
** Fü r Militäranwärter. Wer sich als Militär« anwärter dem Bureaudienst widinen will, hat durch eine Prüfung folgendes nachzmveijen: 1. Gründliche Kenntnis des deutschen Wechsel- und Scheckcechts, Bekanntschaft mit den Begrisssbestnnm« ungen der Handelsgesellschaften, mit den wichtigsten Rechtssachen über die Handelsfirmen und die Handelsbücher;' ferner mit den Grundzügen der Bank- und Mün;geselzgebung. 2. Die gründliche Kenntnis des kaufmännischen Rechnens und zwar: in der Termin- und Gesellschasts-Mischungsrechnung, Effekten-, Kurs-, Zins-, Kom- missious- undRentabilitätsrechnung, Tiskontorechnuug usw. Schließ, lich ist die Befähigung uachzuweisen, mit Verständnis klar nnC übersichtlich ein einfaches, allgemein gehaltenes Thema schrullig zu behandeln, von dem anzunehmen ist, daß es dem Anwärt"' aus seiner dienstlichen Tätigkeit in Heer und Flotte, sowie a.,J seiner Probedienstzeit bei der Reichsbänk bekannt geworden ist.
Hessen-Nassau.
h. Bad-Homburg v. d. H., 14. Okt. Der Streit um die Tertiärguelle war heute wiederum Gegenstand einer längeren Verhairdlung in der Stadtverordnetensitzung der ein Magistratsantrag vorlag, die jetzt bestehende Quelle einzusassen und dazu 2000 Mark zu bewilligen, von der Herstellung eines neuen Bohrlochs jedoch abznsehen, da hierzu vorläufig kein Bedürfnis vorltege. ^Stadtbaurat Meyer gab zu den Anträgen eine Erklärung ab, daß sich die Ergiebigkeit der jetzigen Quelle seit 3 Jahren nicht geändert habe und daß eine Neubohrung 20 000 bis 30 000 Mart kosten würde. Dies sei aber unnötig, da die Reservoiranlage schon 150 000 Mark koste und die bisherige Tiefbohrung auch etwa 150 000 Mark verschlungen habe. Durch eine Sprengung in einer Tiefe von 250 Meiern, wie sie Dr. Roth fordere, würde der Bestand der ganzen Quelle gefährdet werden. Die Magistratsvorlage wurde der Geheimsitzung zur Erledigung überwiesen. — Eine Magistratsvorlage, der katholischen Kirchengemeinde zu Kirdorf für die bei der Eingemeindung übernommenen Leistungen betr. Erlwltung der Kirche, Pfarrhaus eine Abrentung in Höhe von 43 000 Mark anzubieten, fand Annahme. — Außerhalb der Tagesordnung fragte Stadtv. Kappus den/Oberbürgermeister, was er als Chef der Polizei zu tun gedenke, um die Lärmszenen, die in einer der letzten Nächte 10 — 12 Offiziere der hiesigen Garnison durch Trommeln, Paukenschläge usw. im Homburger Villenviertel verursachten, bei einer Wiederholung zu verhindern. Der Oberbürgermeister erklärte, von dem Lärm nur gerüchtweise gehört zu haben, während Stadtv. Dr. Wolf bekundete, daß ihm als Bewohner des Villenviertels der nächtliche Skandal der Offiziere viel Spaß gemacht hcche, auch andere.Anwohner seien derselben Meinung wie er.
Erscheint täglich mtt Ausnahme des Sonntags.
Die „Gieheaer ZamllienblStter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, daS „Kteisblatt für den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Letzte Brieikastenleertma 512 bis 645 P.
8iv bis 915 B.
Der Kiewer Ritualmordprozeh.
Kiew, 15. Okt. Der frühere Beamte der Sicherheitspolizei Polischtschuk sagte aus, es habe früher in der Fabrik Saizew eine geheime Sekte bestanden, die dort Sitzungen abgehalten habe. Auf eine Frage des Staatsanwalts bekundete der Zengc, der Vater Juschtschinskis sei nach dem äußersten Osten in Begleitung eines Juden abgereist, der dann nach Kiew zurückgekehrt sei. Andreas Juschtschinski habe sehnlichst gewünscht, seinen Vater wiederzusehen. Der Jude, der bei Saizew wohnte, habe ihm versprochen, ihm bei der Erfüllung dieses Wunsches behilflich zn sein. Der 3enge nimmt an, daß öieser Jude Schneerson war, dessen Verschwinden am Vorabend vor der Verhaftung Beilis ihm sehr verdächtig erscheine. Ebenso verdächtig erscheint Pvlischt- schuks Aussage über den Zeugen Krassowski, der das Gerücht verbreitete, der Mord an dem Knaben Juschtschinski sei von einer Diebesbande verübt worden. Der Zeuge führt aus, Juschtschinski habe Beilis öfter besucht. Eugen Tscheberjak sei unterrichtet ivorden, wie er aussagen sollte. Gerade als seine Bekundungen besser geworden seien, sei er gestorben, nachdem er Süßigkeiten genossen habe, die ihm Krassowsty angeboten. Krassowsky habe danach getrachtet, die Kinder sich günstig zu stimmen. Der Tod des kleinen Tscheberjak sei eingetreten, als die Mutter gefangen- gesetzt und der Vater abwesend war.
Lud m i l l a T s ch e b e r j a k, eine Tochter Wjera Tscheberjaks, tagte mis, sie hätte sich in Gesellschaft des jungen Juschtschinski und vier anderen Kindern, darunter ihrem Bruder Eugen, auf den Fabrikhof Saizew begeben. Sie seien dort von Beilis, seinem Sohn und zwei Juden verfolgt worden. Beilis habe Juscht- s ch i n s k i g e f a ß t u n d i h n z u m 3 i e g e l o f e n g e s ch l e p p t. Die anderen Kinder hatten sich gerettet.
Denia Nakonetsky bestreitet die Darstellung Ludmillas erregt und wird vom Präsidenten zur Ordnung gerufen. Ludmilla erklärt weiter, sie wäre von Polischtschuk unter Androhung des Todes überredet worden, zu Gunsten Beilis auszusagen. Polischtschuk leugnete ab, Ludmilla bedroht zu haben.
Sodann wurden die drei Aussagen Eugen Tscheberjaks über sein letztes Zusammensein mit Juschtschinski verlesen, die alle drei sich widersprechen. In der zweiten Aussage wird behauptet, Fedor Niejinsky habe einmal in trunkenem Zustande gesagt: Audruschka lebt nicht mehr, sie ist ermordet. Eugen teilte diese Erklärung Nieiinskys seiner Mutter mit, und diese habe die Wahrheit der Erklärung zugegeben. Wjera Tschaberjak bestätigt die Darstellung Ludmillas. Sie behauptete. Niejinsky habe gesagt, er kenne das ganze Verbrechen, das des Geldes wegen begangen worden sei. Wjera erzählt weiter, sie sei von Kharkow in Begleitung Brazols besucht worden. Diese hätten sie mit einem Unbekannten zusammengeführt, der sie zu überreden suchte, sie sollte sich der Ermordung Beilis schuldig bekennen. Der Unbekannte versprach ihr die Unterstützung erstklassiger Advokaten und eine Belohnung von 40 000 Rubeln. Dieselben und der Unbekannte, die ihr 40 000 Rubel versprachen, hatten sie später im Hotel ausgesucht und ihr mitgeteilt, sie hätten die Absicht, die Anklage gegen Beilis zu entkräften. ,
Der Verteidiger Gzusenberg fragt den Zeugen Tscheberjak, woher es komme, daß der Zeuge von neuem aussage, daß laut Angabe Eugen Tscheberjaks sich Beilis und zwei Rabbiner aus die Kinder warfen, Juschtschinski packten, und nichts bei dem Verhöre vor dem Untersuchungsrichter erwähnte. Der Zeuge entschuldigte sich mit der Aufregung, die ihn damals beherrschte Infolgedessen konnte er sich Eugens Erzählung nicht mehr genau in die Erinnerung zurückrufeu. Auf die Frage deS Staatsanwalts erklärt der Zeuge, die Bezeichnung Rabbiner habe er gewählt, weck 'Eugen von Juden sprach, die bei Beilis zu Besuch weilten und gleich nach der Ermordung Juschtscknnskis ver- chwanden.
Wie dem „Berliner Lokalanzeiger" aus Petersburg gemeldet wird, soll der Kiewer Ritualmord-Prozeß am 7. November beendet werden. ES ständen noch 120 Zeugenaussagen aus
Zn den A n f n g e f on3 er t e n
Sasonow in Paris.
Paris, 16. Okt. Der russische Minister des Aeußern Sasonow, der heute nachmittag von dem Präsidenten Poincare empfangen wurde und sodann mit dem Minister des Aeußern Pichon eine lange Unterredung hatte, erklärte einem Berichterstatter u. a. :
Rußland wünscht gleich allen Großmächten eine möglichst baldige Befestigung des Friedens im Orient. Ich glaube, daß kein einziger Balkanstaat verkennt, welches gemeinsame Interesse mit dieser Beseitigung des Friedens verknüpft ist, was allerdings durch angenommene Gewohnheiten unb einander widerstrebenden Interessen erschwert wird. Rußland habe ben lebhaftesten Wunsch, bent Osmanischen Reich eine normale nnb gedeihliche Existenz auf der gegenwärtigen Grunblage zu erleichtern: dazu sind innere Reformen unabweislich. Rußland hat als Nachbar ber Türkei nur ben einen Wunsch, auf dem eigenen Gebiet nicht burch bie Rückwirkungen etwaiger Ruhestörungen in ber Türket beunruhigt zu werben. Unsere offenkundige Selbstlosigkeit steht mit einer guten Verwaltung der türkischen Interessen in der asiatischen Türkei int Einklang. Was bie Balkan st aaten anlangt, so wirb es zweckentsprechenb sein, ihnen durch bie ben Großmächten zur Verfügung stehenden Mitteln bie notwendige Ruhe zu erleichtern und itmen insbesondere finanzielle Krisen zu ersparen, die schlechte Rat- gcberirtiien zu sein pflegen. Ich beglückwünsche mich zu dem zwischen den Grvßmäcksten aufrechterhaltenen Kontakt, durch welchen mancherlei V.-Wicklungen hintangehalten werden. Rußland hat I in voller Uebereinstimmung mft seinen Verbündeten und Freunden |
Der Kaiser am Rhein.
B 0 nn, 16. Okt. Der Kaiser hat dem PrinzenAdolf v 0 n S ch a u m b u r g - L i p p e die R e t tn g s m e d a i l l e am Bande verliehen aus Aiilaß der Rettungstat des Prinzen am 2. September d. Js. in Norderney an der Freifrau Gabriele Speth v. Schülzburg geb. Freiin von Schlemack>er ans Stuttgart. Der Kaiser hat dem Prinzen die Dekoration gestern bei seiner Ankunft in Bonn persönlich behändigt. Heute vormittag unternahm der Kaiser mit dem Prinzen und der Prinzessin Adolf zu Schaumburg-Lippe einen Spa-, ziergang am Rheinufer und empfing um 12 Uhr den Abt von Maria-Laach, Herwegen. Nach der Frühstückstafel unternahm der Kaiser eine größere Automobilfahrt aus dem rechten Rheinufer über Siegburg, Engerskirchen, Wipperfürth und Waldbröhl und zwar durch das Siegtal.
Wtzrniffe i.i der französischen Heeresverwaltung.
L , Seltsame Auseinandersetzungen, wie sie in Deutschland oocy wohl unmöglich sind, finden gegenwärtig in Frankreich ie dortige Heeresverwaltung statt. Mehreren Pariser Blattern zufolge stellte der Generalstabschef Joffre in sei- nem Bertchte über die Herbstmanöver den Antrag, drei Korpskvmmandeure, und zwar General Faurier, Kom- mandeur des XVI. Korps in Montpellier, General Plag- n 0 l, Kommandeur des XVII. Korps in Toulouse, und den ^oneral Courbebaisse, Kommandeur des XIV. Korps U \ ?r(wuverneur von Lyon, sowie die Generäle Alba
uno -o 0 ) J c t wegen ihrer bei den Manövern zu Tage getretenen Ung e s ch i ck l i ch k e i t ihrer Stellung zu ent- 7c 0 e n. (*5 heißt, der Oberste Kriegsrat habe diesem Anträge zugeftimmt, der vom Ministcrrat bestätigt werden dürfte. Liegen die Frage stehenden Generale wird der Vorwurf erhoben, daß sie erstens die Generalstabskarten nicht richtig gelesen und infolge dessen nicht gewußt hätten, wo ihre Truppen stehen, und daß sie sich zweitens nicht rechtzeitig mit dein ^ntendanturdienst und dem Proviantdienst verständigt hatten.
In radikalen Blättern wurde bereits vor einigen Tagen behauptet, daß die geplante Maßnahme durch den reaktionären Stellvertreter des Generalstabschefs Grafen d e C a - Ne kn au veranlaßt worden sei, der mehrere republikanisch Mlnntc Generäle aus der Armee drängen wollte. In dieser 0 • uV .ist ein, von dem General Faurier an den Kriegsministcr gerichtetes offenes Schreiben bemerkenswert, worin es heißt:
. Genera! Joffre hat über meine Haltung bei den Manövern ewen •ücrta)t erstattet, auf ben ich bereits eingehend erwibertz habe ^ch habe in unbestreitbarer Weise gezeigt, daß die mir z u- g e f dj r 1 e b c n e n Fehler einzig und allein vom Befehlshaber ber „R 01 en Armee" General C Homer bedangen worden sind. General Joffre hat in seinem Bericht Krncr behauptet, daß bas von mir befehligte 16. Korps keine . Dyziplut besitze. Ich enmbere, daß der Kriegsminister mich zur 1 i 5#vlni Freses Armeekorps beglmtwümscht hat unb baß mir ®cnc= tal Ehorner bei seiner letzten Besichtigungsreise erklärte, er sei «überzeugt, daß mein Armeekorps sich ebenso gut halten werde, wie irgend ein anberes. Schon am 10. September kam ein ehemaliger Kriegsminister zu mir und teilte mir mit, daß ich auf der Hut sein solle, da man mir höheren Ortes nicht geneigt s e i. Im letzten Augenblick vor den Manövern gab man mir einen Gen er al stab schef, der hon seinem Dienste nicht die geringste Ahnung hatte. Tas Ziel war Har, man wollte einen republikanischen General ins Verderben stürzen.
General Faurier erhebt auch scharfen Einspruch gegen die Maßregelung des Generals B esset und schließt mit Worten: „Ich werde mit tiefem Schmerze die Armee verlassen, ber jd) schon vor 43 Jahren auf dem S ch l a ch t f e l d e von 1870 gedient habe und so eine Laufbahn abbrechen, die nun ohne großen Glanz, aber doch von einigem Nutzen war.
In einer anderen Meldung heißt es weiter:
General Faurier, Kommandierender General des 16 Armeekorps, wurde wegen eines B r i ef esan d e n Kri e g s m i ni st er von seiner Stellung enthoben. Es wird eine Untersuchung toegen Verstoßes gegen bie Disziplin gegen ihn eingeleitet Ter ^.iviftonsgeneral unb Gouverneur von Lyon Courbebaisse Stommanbierer.bcr General des 14. Armeekorps, mürbe verabschiebet und ber Tivisionsgeneral unb Kommanbierenbe General bes 17. Armeekorps Plagnol auf sein Ersuchen zur Disposition geftellt. General Boss et, Kommandeur der 31. Division, wurde auf fein Ersuchen zur Disposition gestellt, cbcitjo der Brignbe- general Alba: bie Obersten S a i n t E t i e n n e unb Eseubier würben auf ihr Ersuchen verabschiedet und General Fouratier- D u t e i l, Kommanbierender General des 8. Armeekorps, zum Kommandierenbeii General des 14. Armeekorps ernannt. General Poline, Kommandeur der 11. Division des 20. Armeekorps wurde zum Kommandierenden General des 17. Armeekorps, General Taverna, Kommandeur der 25. Division, zum Kommandierenden General des 8. 'Mmeekorps und General Alix, Befehlshaber der Truppen in Westmarokko, zum Kommanbierenben General des 16. Armeekorps ernannt.
1. Bestellung 715 B.
2. „ 1030 B.
i) Landposten:
1. Gießen — Wieseck — Alten-Buseck: 6>5®, 830(0), 3w(»), 6°(Q) sSonn- unb Feiertags Bolenpostf
2. Gießen — S t e i n b e r g — G r ü n i n g e n:
845 (®) [Sonn- unb Feiertags Schaffnerpost mit Zug 5<2 23,].
3. G i e ß e u — L ü tz e l l i n d e n:
630». 3io(®). [Sonn- und Feiertags Botenpost].
Benn Postamt 1 treten bie Schlußzeiten im allgemeinen ein 7 iür gewöhnliche Briesfenbungen 10—20 Minuten, für Einschreib« briese 25—30 Min., für Wertbriefe und Pakete 30-60 Min. vor Abgang der Züge.
Die Stadtbriefkasten werden geleert:
Werktags zwischen 5*o und 645 23., 8i° und 9>5 23., 10it und 1110 23., 113« P. und 1220 91., 2<5 und 3^ N., 5*5 und 622 N„ 6^2 und 80. 9}., 920 und 1022 9).
Sonntags zwischen 5£o 650 23., IO30 und 11° 23., 7J], und
82091. — Genaueres ergeben die Leerungstaseln an den Briefkasten» Tie eingesaninielten Briefe gelangen mit der nächsten Beför' dcrmigsgelegenheit jur Absendung.
Boni Posta Nit 2 (Sch'-.lstraße) gehen werktags Versande nadj dem Postamt 1 und deut Bahnhof:
915, 1115, 12-50 155, 945, 415, 522, 555 655. 750, 8^5,-
an Sonn- Mid Feiertagen: 9 15 1245, 1<5.
Die Schlußzeiten treten ein: für gewöhnliche Briefe 5 Minuten, ftir Einschreibbriefe 15 Pliniiten und für Wertbriefe und Pakete 30 bis 40 Min. vor Abgang der Versande.
B r i e s b e st e l l u n g:
Um das Publikmii über die rechtzeitige Bestellltng der Briefe zu unterrichten, geben wir nachstehend eine Uebersicht, welche Briese bei den einzelnen Bestellgängen planmäßig abgetragen werden.
ZWettes Blatt 165. Jahrgang
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhesjen
seine Kraft in ben Dienst ber Erhaltung des Friedens gestellt. I Xie europäische Diplomatie hat seit einem Jahr ein gemeinsames I Siet verfolgt unb das Ergebnis ist geeignet, überall mancherlei Voreingenommenheiten zu zerstreuen.


