Ausgabe 
19.6.1913 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Aus Stadt und Land.

Gießen, 19. Juni 1913.

Bäume und Blitzgefahr.

Die zahlreichen Gewitter, welche während der letzten Wochen in den verschiedensten Teilen Deutschlands auf trat en, haben wieder­um nicht wenige Beispiele geliefert, daß Menschen, die sich unter Bäum« geflüchtet hatten, vom Blitz erschlagen wurden. Es scheint sonach, dgß die seit alten Zeiten gemachte Erfahrung über die Gefahr, welche Ehrend eines Gewitters Bäume dem Blitz gegen­über darbieten, noch immer nicht genügend gewürdigt, ja von manchen Personen geradezu in den Wind geschlagen wird, lieber großen Städten sind Blitzschläge im allgemeinen selten, wahr- scheinlich weil sie der Elektrizität der Wolken zahlreiche 'Ge­legenheiten zum stlllen Ausgleich darbieten. Ja sogar hoch aufsteigende Baulichkeiten wie Kirchtürme und Schornsteine bleiben auffällig verschont, obgleich freilich auch die meisten davon mit Blitzableitern - versehen sind. Es kann als erwiesen gelten, daß Telegraph und Telephon in großen Städten die Blitzgefahr nicht erhöhen, sondern vermindern. Wer sich also beim 'Gewitter in einem an das Telegraphen- oder Telephonnetz angeschlossenen Gebäude befindet, hat sich großer Sicherheit vor dem Blitzschlag zu erfreuen. L. v. Szalay hat die während einer Reihe von Jahren in Ungarn eingetretenen BlitzsclMge gegen Gebäude ge­nau untersucht und sand, daß die Zahl der Blitze in den Orten mit Staatssernsprech-Einrichtungen im Verhältnis zur Tauer der Gewitter bei weitem geringer ist als in den Orten ohne Fern­sprechnetz; ferner, daß die in Orten mit Fernsprechnetz vom Blitz getroffenen lebenden Wesen sich nur in den seltensten Fällen in der Nähe von 'Fernsprechanlagen aufgehalten haben. Tiefe Ergebnisse finden in anderweitigen Untersuchungen durchaus Ve- stätigung. Anders gestalten sich dagegen die Verhältnisse in Land- oder Dorfgemeinden, hier sind hohe Punkte weit mehr einer Blitzgcfährdung ausgesetzt, und stets ist die Gefahr größer für eine im Freien sich aushaltende Person, als für eine, die im geschloffenen Raum weilt. Der größten Gefahr setzt sich aber derjenige aus, der wälchend des Gewitters unter einem Baum Schutz sucht, wobei fogar die Baumart und vielleicht auch die Beschaffenheit des Bodens eine beträchtliche Rolle spielen. AM meisten von Blitzschlägen bedacht sind Pappeln und Eichen, wert weniger Ulmen und Nadelhölzer, noch weniger Buchen. Nach den Untersuchungen von Van der Linden in Belgien, welck>e sich aus einen 23jährigen Zeitraum beziehen, ist auch die Auf­stellungsort der Bäume, ob in Reihen, in Gruppen oder als Waldbeftand, keineswegs gleichgültig. Die größte Häufigkeit von Blitzschlägen findet sich bei den in Reihen geordneten Bäumen, und auch hier steht die Pappel, besonders die Schwarzpappel, mit in erster Linie. Nadelhölzer gewähren keineswegs, wie die Volksmeinung null, Scljutz vor denr Blitz. Vielfach ist auch die Meinung verbrertet, der Aufenthalt int Wald während eines Gewitters sei besonders gefährlich.

_ /^bse Meinung ist indessen nach den Untersuchungen von Profesjor Aßmann rm allgemeinen nicht zutreffend, vielmehr lehrt bte Erfahrung, daß in einem geschlossenen Bestand annähernd gleich hoher Waldbäume vertältniSmäßig selten Blitzschläge Vor­kommen. Nur da, wo zwischen den Bäumen größere Zwischm- ynnne iwrhanden sind oder wo einzelne Bäume ihre Umgebung beträchtlich überragen, ist die Wahrscheinlichkeit eines Blitzschlags grösser. -Ler in einen Wald einfchlagende Blitz wirb außerdem unbedingt einem Baum folgen und durch dessen Wuseln in die Erde abgeleitet werden. Für einen zwischen den Baumen sich aufhaltenden Menschen ist also die Blitzgefahr im Walde keines- wegs groß, um so größer dagegen für jemand, der sich während des Gewitters unter einen einzelnen Baum stellt.

** Ta geSkalender für Donnerstag, 19. Juni- Steins Garten, abends 8'X Uhr: 2. Som m e r - A b o n u e m e n t s- 5 o n z er t unsererRegimentskapetle. Solist: Pros. A l s ch a uskn° Berlin (Tenor-Zugposaune). 1

*

ii Groß Herzog empfing gestern früh von

11.30 ab ui Iden Raumen der Gesandtschaft zu Berlin (Kur fürst endarnm 210) die Vorsitzenden des hessischen'Krieger- Vereines Herrn R. Voß (116), Oberl. d R Heiw^ Hes- stnVer (116), Leutn. d. R., den 1. Schriftführer Herrn Wagner (117), und viele Militärs aller Chargen «meist abkommanidierte Offiziere hessischer Regimenter)

K ^S^ennung. Der Großherzog hat den Direktor der Wiener Volksoper, Rainer Simons, der früher rektor des Mainzer Stadttheaters war, anläßlich der In- fotmimrrog desTristan" im Zyklus der F-rühlingsscst spiele des Darmstädter Hofthcaters zum Ge­heimen Hosrat ernannt worden.

1. Assenheim, 18. Juni. Unter starker Beteiligung i der Gemeinde und des Ortsvorstandes wurde heute der - langjährige Gemeinderechner Georg Kreuter II. beer- i digt. Der Verstorbene war zugleich Vorsitzender der Orts­krankenbasse für Assenheim und Umgegend.

Starkenburg und Rheinhessen.

d. Mainz, 18. Juni. In der Wirtschaft von Menzel in der Rhein-Allee verübte der Kesselschmied Karl Kärcher aus Frankenthal eine schwere Bluttat im Atkoholdusel. Um Mitternacht mißhandelte er ohne jede Veranlassung die Frap des Wirtes und als der letztere hinzusprang und Kärcher aus dem Lokal brachte, versetzte dieser dem Wirt einen yvuchtigen Messerstich in die Lunge. Der lebensgefähr­lich Verletzte wurde ins H-vsPital gebracht und dort sofort eine Operation an ihm vorgenommen. Der Täter wurde von der Polizei in der Rheinpromenade vor einer Bank schlafend aufgefunden, neben ihm lag fein btutbesudettes Messer. Er will von der Sache nichts wissen.

Kreis Wetzlar.

Wetzlar, 18. Juni. Anläßlich des 25jährigeu Regierungs- jubiläums bewilligten unsere Stadtverordneten folgende Beträge: 1500 Mk. für bedürftigeVeteranen und deren Witwen und Waisen, 1500 Mk. zur Unterstützung der Bestrebungen der I u g e n d - pflege, 1000 Mk. für die freiwillige Feuerwehr und 300 Mk. dem Geschichtsverein zur Beschaffung eines Museums.

O Krofdorf, 18. Juni. Als Jubiläumsgabe hat die Ge- meindeoertretung dem VereinKinderhort" 3500 Mk. über­geben. Dem Bürgermeisterei-Beigeordneten und Gemeindevor- üeher a. D. Karl Pfeiffer wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Bei der jüngsten Schweinezählung wurden ingesamt 4530 Tiere festgestellt.

Wißmar, 17. Juni. Bei den? öffentlichen Preis- schießen des Kriegervereins wurden recht gute Erqebniffe er­zielt, so daß als Preisträger nur solche mit 35 und 34 Ringen (bei 12er Scheiben) in Betracht kommen konnten. Den 1. Preis erhielt ß. Kreutz zuerkaunt, 2. Preis L. Groß, 3. Fr. Feht, 4. L. Ufer, 5. E. Kraft, 6. H. Schnell, 7. L. Groß, 8. E. Kraft, 9. E. Pfeiffer, 10. L. Kreutz.

Braunfels, 18. Juni. Dem langjährigen Bürgermeister Weber, der am 1. Juli aus dem Amt scheidet, wurde der Rote Adlerorden IV. Klasse verliehen. Die Fürstliche Hauptkaffe be­willigte zur Jubiläumsspende 500 Mk.

Hessen-Nassau.

= Ro ßb er g, Kr. Marburg, 18. JUni. Am vergan­genen Sonntag gerieten hiesige Burschen mit solchen aus Wermertshausen aus geringfügiger Ursache in Streit. Ein Wermertshäuser junger Mann schlug dabei mit einem Knüppel einem hiesigen Bür scheu von 16 Jahren so auf den Kopf, daß er jetzt noch bewußtlos darniederliegt.

() M a r b u r g , 18. Juni. Das Lokalkartell der vier schlagen­den Verbände der hiesigen Studentenschaft, das gestern abend in den Stadtsälen anläßlich des Rcgierungsjubiläums einen Kommers abhielt, veranstaltet am Freitag auch eine besondere Biswarckfeier. Am Samstag schließt sich dann die Bismarckfeier der übrigen Studentenschaft, die durch den Studentenausschuß vertreten wird, in der hergebrachten Weise an. Dadurch, daß die durch den Austritt des erwähnten Kartells aus dem Studentenausschuß veranlaßte Spaltung, die im vorigen Herbst erfolgte, noch nicht beigelegt ist, finden diesmal zwei große studentische Bismarckfeicrn statt.

(h) Frankfurt a. M, 18. Juni. Die hier erscheinende Süddeutsche Nationalliberale Korrespondenz" stellt dem Verneh- inen nach ihr Erscheinen ein und wird in die in Darmstadt her­ausgegebenenNeuen hessischen Volksblättcr" aufgeben.

w. Fra nkfurt a. M., 18. Juni. Der Giftmörder Hopf. Die Staatsanwaltschaft hat jetzt in der Untersuchung gegen den Giftmörder Karl Hopf die Ausgrabung der Leiche seines Vaters angeordnet, da der Verdacht besteht, daß Hopf auch seinen Vater, der ein Alter von 72 Jahren er­reichte, aber noch sehr rüstig war, durch Gift ums Leben gc- brächt hat. Der Vater starb im Jahre 1899 nach zwei­tägiger Krankheit, die sich durch Erbrechen äußerte.

X. Gelnhausen, 17. Juni. Zum Regierungs­jubiläum des Kaisers haben die städtischen Körperschaften einen Sport- und Spielplatz für die Schuljugend gestiftet, bet gestern bei einem Schulfest feierlich eingeweiht worden ist und den NamenKaiser Wilhelm-Vlatz" erhalten hat.

(h) Höchst a. M, 18. Juni. Ein Groß feuer zerstörte in der MaschinenfabrikHolebi" eine große Anzahl außerordent lich wertvoller Modelle und Zeichnungen. Der zufällig in der Nähe übenden Höchster Feuerwehr war es int Verein mit anderen Wehren der Nachbarschaft möglich, die angrenzenden Gebäude zu retten. Der angerichtete Schaden ist erheblich.

xv Homburg o. d. H., 18. Juni. Zum Besten der durch das Unwetter vom 1. Juni geschädigten Bewohner des Obertaunuskreises findet, veranstaltet von Damen und Herren der Homburger Gesellschaft, am 20. Juni im Kur­haus-Theater eine Sonder-Vorstellung statt. Die Regie führt wieder Direktor Adalbert Steffter-Hanau. Prin­zessin Friedrich Karl von Hessen hat da§ Protektorat über­nommen. Der Reinertrag der Vorstellung wird dem Sammel- onds für die Geschädigten zugeführt.

le. Wiesbaden, 18.'Juni. Der Nassauische Heil- stätten-Verein für Lungenkranke hielt heute imRheinhotcl" in Wiesbaden seine ordentliche Generalversammlung unter Vorsitz des Sanitätsrats Dr. Bindseil-Wiesbadcn ab.

Fuß frtc Parade über ixa§ Regiment ab, wobei deut ersten Bataillon ein Säkurlarfahnenoarid verliehen wurde.

In Begleitung des Ministers v. Breitenbach und des bayerischen Gesandten befichttgte der Prinz-Regent von Bayern den Groß-Schiffahrtsweg Berlin-Stettin. Die Fahrt, die sich bis zum Nachmittag ausdehnen wird, erfolgte teils tm Automobil, teils auf einem Dampfer auf dem Kanal.

10 Mann beteiligen, die am Montag noch teilweise eine Rheinfahrt unternehmen.

** Bei dem Gew itter, das gestern abend über die Stadt ging, aber erst im Lause der Nacht Abkühlung brachte, schlug der Blitz in den Turm der Stadtkirche und zer­störte die Fernsprechanlage. Weiterer Schaden ist nicht ent­standen, doch scheint es, als ob die Spitze der Wetterfahne etwas verbogen sei.

** Bon den Wandernden. In der Herberge zur Heimat kehrten im Mai 1201 Gäste (gegen 1186 im gleichen Monat des Vorjahres) ein. Von diesen nahmen 408 (318) Herberge gegen Arbeitsleistung an, während 793 (868) Selbstzahler waren. Im Arbeitsnachweis der Herberge waren 115 offene Stellen an gesammelt, von denen 111 besetzt wurden und zwar durch 41 Handwerker und 71 Ar­beiter. 31 der untergebrachten Arbeitskräfte wurden außer­halb unserer Stadt untergebracht.

Landkreis Gießen.

= Muschenheim, 18. Juni. Die Eheleute Johs. Reif I. feierten in seltener Rüstigkeit das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Dem Jubelpaare wurden all­seitig Ehrungen zuteil.

-- Londorf, 18. Juni. Zum Besten des Bismarck­denkmals auf der Elisenhöhe bei Bingen findet nächsten Sonntag um 3 Uhr nachmittags hier ein Waldfest im ,^Zungenholz" statt, bei dem Lehrer Dietz aus Heuchelheim die Festrede halten wird. Zur Verschönerung des Festes werden der Gesang- und Turnverein mitwirken. Auch die Schulkinder haben einige Turnspiele eingeübt, die sie zur Aufführung bringen werden.

= Bellersheim, 18. Juni. Die am 1. Juni wegen eines tragischen Todesfalls ausgefallene Gedächtnisfeier an 1813 findet nunmehr am 22. Juni statt. Nachmittags 3 Uhr bewegt sich der Zug unter Musikbegleitung nach dem nahen Wald. Die Festrede hält Oberlehrer Dr. Strecker von Bad-Nauheim, während von den Schulkindern patriotische Gesänge und Gedichte vorgetragen werden.

-ch. Rodheim a. d. Horloff, 18. Juni. Durch den Tod unseres langjährigen, verdienstvollen Bürgermeisters Schäfer ist eine Neu­wahl erforderlich, die auf den 1. Juli festgesetzt wurde. Bis jetzt werden als Kandidaten Land- und Gastivirt Reichert, Landivirt Hofmann und Beigeordneter Kröll genannt.

Kreis Büdingen.

-k. Kohden, 18. Juni. Gestern fand hier Beigeord- u e ten wähl statt, weil der seitherige Beigeordnete K. L. Rühl von seinem Amte zurückgetreten ist. 21 (§ Kandidaten waren die Landwirte Friedrich Lehmer und Louis Merz aufgestellt. Bei sehr reger Wahlbeteiligung siegte L. Merz mit 7 Stimmen Mehrheit; er erhielt 41 Stimmen.

Kreis Alsfeld.

k. Als felt», 18. Juni. Der Gesamtkostenaufwand für die Wiederherstellung des Rathauses beträgt 47 525 Mark. Diese Kosten wurden in der Hauptsache gedeckt durch einen Staiatszuschuß, von 4284 Mark, den Lotterieertrag von 23 708 Mark, den angesammelten Fonds von 18845 Mark und die Stiftung von Kanzleirat Wursttus und Baurat Berth mit 571 Mk. Es ist also keine Belastung der Ein­wohnerschaft aus der Erneuerung des Rathauses erwachsen.

Kreis Schotten.

h. Schotten, 18. Juni. Unter Aristo-endung von mehr als 22 000 Mk. wurden im letzten Rechnungsjahr in den Kreisen Lauterbach und Schotten 84 Hektar zu Ge­meindeweiden eingerichtet und 44 Hektar Hutweiden ver­bessert. Zu den Kosten steuerten die Gemeinden etwa 10 000 Mark bei, den Rest bewilligte die Regierung. Auf Grund der bei diesen Arbeiten gemachten guten Erfahrungen wur­den im laufenden Rechnungsjahre Ackerverbesserungen und Weideanlagen in folgenden Gemarkungen vorgenommen - Herbstein, Obermoos, Lanzenhain, Reichlos, Grebenhain, Heisters, Bermuthshain, Krainseld, Bannerod, Feldkrucken, Oberseemen, Herchenl-ain und Gedern. Zum Teil sind die Arbeiten schon vollendet. Damit der Abnahme der Vogel­welt aber gesteuert wird, sollen zugleich mit den Weide­anlagen ausgedehnte Vogelschutzhecken eingerichtet werden, wozu in erster Linie Weißdorn- und Haselnuss sträucher Verwendung finden sollen.

Kreis Friedberg.

r. Friedberg, 18. Juni. Heute fand im Saalbau bic ordentliche Generalversammlung der Landwirt- schaftlichen H a u p t g e n o s s e ns'ch a f t statt, bei der mit allen gegen drei Stimmen die Erhöhung der Ge­il o s s e n s ch a f t s a n t e i l e, die zur Deckung der 93er- luste verwendet werden soll, sowie auch die L i q 'n i d a t i o n werdenlüUrbe- sTonfair§ dürfte somit vermieden . ?sP\cI' 1S- Juni. Die Gemeinde hat zu der hier bestehenden höheren Bürgerschule in diesem Jahre einen Zuschuß von 3124 Mk. zu leisten. '

** Der Gießener Verein für Luftfahrt hatte am Dienstag abend seine Mitarbetter am Flugfest zu. einem gemütlichen Bierabend eingeladen. Profeffor König be­grüßte die Erschienenen und dankte zunächst den staatlichen und städttschen Behörden. Vor allem die Stadt habe zum Gelingen des Festes beigetragen, so durch die Gewährung des Vorschusses von 2500 Mk., der aber sofort nach dem Fest zurückgezahlt werden konnte. Er dankte dem Militär, das vom 9JZ!orgen bis aum Nachmittag auf feinem Posten aus­hielt, dem Automobilklub, der Sanitätskolonne und der frei» willigen Feuerwehr. Die beiden letzten Vereine brauchten zum Glück nicht in Tätigkeit zu treten. Zum Schluß betonte er,,daß der Flug trotz des schlechten Wetters Und der un­vorhergesehenen Dauer von drei Tagen ausgezeichnet ver­laufen sei. Direktor Grießbauer ergänzte den Bericht und hob die vorzügliche Absperrung hervor, die dem Mili­tär, der Polizei und der Gendarmerie zu danken sei. Die Arbeit der Post mußte besonders anerkannt werden, denn vom Flugplatz wurde nicht weniger als 212 mal an 30 Orte nach auswärts gesprochen. Auch das sinanzielle Ergebnis, über das Universitätssekretär Erle berichtete, war befrie­digend. Kaufmann Hornberger dankt dem engeren Vor­stand des Luftfahrervereins für die Arbeit, die er vor und während des Flugfeftes geleistet habe. Hauptmann Schrö­der spricht den Dank der Fliegerofsiziere für die zuvorkom­mende Aufnahme in Gießen aus. Leutnant Som me r , der, wie erinnerlich, bei Naffau verunglückte, hoffe in drei Wochen wiHerhergestellt zu sein und seinen Dank nochmals aus­sprechen zu können. Die Anwesenden blieben noch längere Zeit zusammen und hörten mit Interesse die Berichte des Herrn Rechtsanwaltes Römheld und des Hauptmanns Schröder über ihre Fahrten im Flugzeug.

** Die hessischen freiwilligen Sanitäts­kolonnen vom Roten Kreuz halten am Sonntag, den 22. l. Mts., in Alzey eine größere Hebung ab, an die sich eine Kritik durch den Inspekteur der Hess, freito. Sanitätskolonnen, Generalarzt Dr. Lindemami, anschließen wird. Von der hiesigen Kolionne werden sich an der Hebung etwa 30 Mann, von der Zweigkolonne Klein-Linden etwa

Deretetiafiriditen.

Dau dring cu, 18. Juni. Der Gesangverein Eintracht ,eiert vom 5.-7. Juli fein 4 0 jähriqes Stiftungsfest und verbindet damit gleichzeitig ein volkstümliches Wertungssingeu. Als musikalischer sachverständiger ist Musikdirektor Prof. Traut­mann-Gießen geivonnen.

Der Doüsfinöertag in Frankfurt a. M.

Frankfurt a. M., 18. Juni. Den erfolgreichen Mar-» gueriten- und Kornblumentagen vor zwei Jahren kann sich der heute abgehaltene Bo l ks kin der t ag stolz und würdig anreiheii. Eine ausgezeichnete seit Monaten vor­bereitete Organisation und ein köstliches Sommer weiter reichten sich die Hände, um der Veranstaltung den Erfolg von vornherein zu sichern. In allen Stadtteilen, auf allen freien Plätzen ttrurbc der gebefrohen Menge in hundert­facher Form Gelegenheit geboten, sich an der großen Kollekte zugunsten armer Kinder zu beteiligen. Schon der Bor- abeud setzte mit zwei prächtigen Festen in der Louisa und auf der Gerbermühle glückverheißend und goldbrinaend ein. ^ws Hauptinteresse lenkte sich heute den großen Verkaufs- ftänben in dem Anlagen ring zwischen Opernplatz und Ms marckdenkmal sowie der Budenwelt auf dem Römer zu. Und wenn schon vvm frühen Morgen an eine festlich gestimmte Menge in froher Gebelaune durch die Sttaßen spazierte und sich von den ungezählten jungen Damenerleichtern" lief, so schwoll sie am Nachmittag zu einer gewaltigen d'lut an, wie sie Frankfurt bei den früheren Wohltätigkeits- tagen nicht geschaut hat. Dem Mcnschenstrom entsprechend ging auch das Geschäft. Schon am frühen Abend war mancher Stand geleert. Eine willkommeiie Abwechslung baten die Umzüge der Pfadfinder, wandernden Schüler unD der Hans-Sacl)s-Komödianten. Große Summen flössen auch ' den theatralischen Aufführungen zu. Just aber als die

Aus Hessen.

Die Desoldnnqsvorlage im Finanzausschuß.

bs. Darmstadt, 18. Juni. Der Finanzaus­schuß der Zweiten Kammer fetzte heute seine Sitzun­gen fort und besprach den Tarif der neuen Besoldungs­ordnung. Mitteilungen an die Presse sollen bis auf weiteres noch nicht gemacht werden. Alle Nachrichten, die sich den 'Anschein geben, als stammten sie aus guten Quellen, sind freie Kombinationen mit mehr oder minder großfer Wahrscheinlichkeit.

. Auslanv.

In der französischen Sa ml Trier hielt am Dienstag und Mittwoch (!) der bekannte Sozialist Jaures eine Rede über die Rüstungen. Dabei erklärte er, D e u t s ch l a n d denke nicht nur an einen plötzlichen Angriff, für den es bic beiden jüngsten Reserveklassen den aktiven Beständen eingliedere, sondern es denke an einen M a s sen a n g r i ff. Die deutschen Strategen hätten für die erste große Schlacht 1 300 000 Mann vorgesehen. Bei allen Manövern fänden in Deutsch­land Massenübungen der Reservisten statt. Die deutsche Militär- Vorlage ziele to£f<Wid) darauf hin, 60000 Mann .jährlich mehr auszubilden, um in kurzer Zeit über 500 000 Mann mehr zu ver­fügen, und bereite methodisch eine Offensive mit bedeutenden Truppenmassen vor. Diese Gefahr verkennen, hieße, die Nation über die Gefahren hinwegtäuschen. Will Frankrttch nicht über­flutet werden, müsse es, um gegen die Invasion Widerstand leisten zu können, sich darauf vorbcreiten. Um von der ersten Stunde an die Gesamtheit der organischen Streitkräfte in die Linie zu bringen, sei es geboten, die Grenze mit Truppen aus dem Norden und Osten zu decken, und eine vollständige Konzentrierung abzu- ivarten, und um nicht eine zerstreute Armee in den Wolfsrachen zu jagen, wie Napoleon III. es tat.

Manuschaftsmangel in der französischen Flotte.

Einer Pariser Blättermelbung zufolge mangelten den Besatzungen der franzchischen Panzerschiffe mälj-renb der jüngsten Manöver der Mittelmeer flotte durchschnittlich je 100 Aäann. Die Flotte, die nach dem Marinebudget 58205 Mann aufweifen sollte, zählt in Wirklichkeit im ganzen nur 55 000 Mann. Die Marineverwaltung werde genötigt fein, die fehlenden 3391 Maun unter den Rekruten des Land­heeres zu finden.

M'Lr-

""««ÄS-

SSbÄU

Wii

Neuzeit em H.elektr. Acht

knieten.

^'W/cker 6^

Nörten

Ätt88hnmer ' modern e 13^

ML

ÄQönte, .

g&

Sri "

-MMN \ent?

ver 1

A'Mci

'lJÄ

zn

Ärs

ftd)

picrden W

_ Studi

lin bat die M ncbittoit na Die smff'

*

fiiifflt W Me siadt.

Darmffa (y. in Dam tobei-1913 in Dar mit der am 12. rnodelle, ©tertfh stelliina umfaßt ( 3iibefjörtei(c ju1 (irnpbten, Plane, betreffen. Die 5 steiler, mit Aus gewerbsmäßig h ben Fluqwrttber Ehrenpreise.

PeterSbw jonc ist heute i dmtenffuavlatz < nach hierher bei beabsichtigt nnd Pans über Helf

§ Die ni Meiheenrffsion müßig nicht gen bra des Sbllri- erfolgt In ei rmz wurde je vierprozentige rierpntzenäger sind. Die Zu Zächmmgen fi

§ Rhein In der geftrige barf an biester i'imSO. fimi ah fort an tiefem % jrnbm M die Bi »Betzen.