Ausgabe 
19.5.1913 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

163. Jahrgang

Gerichtssaal": K. Neu-

DLe heutige Nummer umfatzL 10 Seiten,

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die Post Mk.2.viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal IbPst auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August

bedauerlich, das; man keine von diesen Reformen vorgeschlagcn und sich auf ein Projekt beschränkt hat, durch das der aktive Dien st zu einer La st wird, welche der Nation ein er­gänzendes Dienstjahr ansbürdct und ihr eine Vergrößerung der Steuern und eine Verringerung der Produktion bringen würde. In allen Ländern hat die Kraft der Leistungen ein gewisses Maß, das man nicht überschreiten kann. Wir können das Regie­rungsprojekt nicht annehmen und betonen nur, daß man der Militärverfassung eine Ergänzung für den aktiven Dienst hinzuftigen muß, um der Gefahr des Mangels an Zusammenhalt zwischen den Altersklassen zu begegnen und um die Ausbildung der berittenen Waffen sicherzustellen. Wir sind entschlossen, das Budgetdefizit nicht größer werden zu lassen. Wenn das Defizit zunimütt, wird cs den Kredit Frankreichs, der eine so große Hilfe in ernsten, delikaten Umständen war,- bedrohen. Wir werden verlangen, daß neue Ausgaben mit Hilfe von progressive^ Steuern auf das Einkommen oder den Kapitalbesitz gedeckt werden.

Aus Paris wird gemeldet: Der Kostenvoranschlag für die Einbehaltung der im Oktober frei werdenden Jahresklasse unter den Fahnen erreicht die Summe von ungefähr vierhundert Millio- n en Franken. Ueber die Deckung der Kosten der Gesetzvor­lage ist nichts enthalten. Es werden also für die Vorlage und für diejenige welche die für die Bewaffnung geforderten 420 Mill, betrifft, neue Einnahmequellen von mehr als 800 Millionen erschlossen werden müssen.

Goethe, dem modernen Drama unserer Epoche so viel von der pspchologischen Zergliederung vorweg, um die wir im letzten Jahrzehnt gerungen haben. Die Beaumarchais-Sentenzen, die

TagesLalerrder aus dem Jahre 1813.

19. Mai. Gefechte bei Hoyerswerda und Königs­wartha, durch die sich! Marschall Ney den Durchmarsch und die Vereinigung mit der französischen Hauptarmcc er- Nvingt. An den Gefechten nimmt auch! das Hess. 1. Che­vaulegerregiment teil.

Vermischtes" und

?wrtsä>rittliche Bolkspartei 25

Zentrum 100

fürFeinde-

Zwischen Wahl und Stichwahl.

Aus Berlin wird uns geschrieben:

Wenn auch die Stichwahlen zum preußischen Abgeord­netenhaus noch in dieser Woche ausstehen, sd läßt sich doch bereits eine allgemeine Wahlstatistik treiben. Sie bringt ja ganz ähnliche Ergebnisse wie ihn1 Jahre 1908. Auch diesmal haben sich ungefähr ein Drittel der Wäh­le r an der Wahl beteiligt, während zwei Drittel ju Haus-e blieben. 9htr einmal, int Jahre 1862, ist mehr als ein Drittel der preußischen Urwähler, nämlich 34,3 Proz., am Wahltisch erschienen. Millionen von preußs- jchen Wählertt haben zweifellos noch niemals bon ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht.

Ein Wahlrecht, das nach OSjährigem Bestehen so wenig in das Verständnis und das Interesse des Volkes eingedrun­gen ist, hat seine Unbrauchbarkeit und Ueberlebthe'it auch! ohne jede Wahlprobe dargetan. Dem objektiven Beobachter bex je^igen Wahl kann es jedenfalls wicht entgehen, daß die Prinzipien der Klassenwahl und der inbiret'ten öffentlichen Wahl heute außerordentlich viel schärfer und ungerechter wirken, als es vor 6 Jahrzehnten unter den völlig anders gearteten wirtschaftlichen uni)- kulturellen Verhältnissen der Fall war. Was damals schon als ein schweres Unrecht emp­funden wurde, ist nunmehr tatsächlich zu einer unerträg^ lichen Last geworden. Es läßt sich zahlenmäßig Nachweisen, daß der plutakratische Charakter des preußischen Wahlrechts sich int Laufe der Jahre noch weiter verschärft hat. Tie Zahl ter wirtschaftlich abhängigen Wähler hat sich seit der letzten Wahl wieder sehr vergrößert. Und dieser Umstand läßt die Bedenken der öffentlichen Wahl größer als je erscheinen. Zn ganz besonderem Maße sind ja die Wahlmänner infotge der indirekten Wahl den Schäden der Oesfentlichkeit aus­gesetzt. Die Wahlmännerlisteii wirken wie schwarze Listen, die durch die Zeitungen veröffentlicht zu jedermanns Kennt­nis gebracht inerbeu. Was Wunder, wenn es gerade den ^ärgerlichen Parteien so schwer wurdo, Wähler für dieses Ehrenamt" zu finden.

Nach -einer Zusammenstellung des W o l f f s ch e n Bureaus vom Samstag nachntittag 2 Uhr lagen aus 272 Kreisen 435 Ergebnisse vor. Es sind als gewählt zu betrachten 388 Kandidaten. 41 Stichwahlen sind er­forderlich : 6 Mandate waren noch unentschieden.

fjsionat von Y'esseo

von öen Schätzen öes Velfentzause;.

Unter den deutschen Fürstenhäusern zählt das Welfenhaus zu len reichsten. Sein Vermögen dürste annähernd 100 Millionen Mark betragen. Den Hauptbestandteil bilden die 60 Millionen 'Narr', die der Herzog i$mft August von Cumberland im Jahre 1892 ton Preußen als Zlequivalent für das frühere Einkommen des Hannoverschen Königshauses erhalten hat. Als des Herzogs Kater, König Georg V., infolge des Krieges 1866 feines Thrones lerhiftig gegangen mar, erkannte Preußen dem Entthronten durch eine Verordnung vom 29. September 1867 die Revenuen eines Kapitals von 48 Millionen Mark zu. Dieses Vermögen belegte i>ie preußische Star.tsregierung schon am 2. März 1868 mit Be- ichlag, weil der König außerhalb des Bimdesgebietes eine mili­tärisch organisierte Truppe, die sogenannteWelfenlegion", zu lern ausgesprochenen Zweck unterhalte, sie in einem günstigen Moment zur Wiederherstellung des Königreichs Hannover in Aktion -U setzen.

Montag, 19. Mai M3

Bezugspreis:

Die bulgarisch-serbische Krage.

Sofia, 18. Mai, DieAgence Bulgare" dementiert in formeller Weise die tendenziösen Meldungen, daß die bulgarische Regierung mit der serbischen über eine Abände­rung der Klauseln des Bündnisvertrages verhandele und bereit wäre, Serbien alle Gebiete der strittigen Zone zu überlassen.

In Wiener offiziösen Kreisen wird erklärt, daß die bulgarisch-serbischen Disserenzenin derbis- herigen Schärfe fortbestehen. Zwar werde auf beiden Seiten eine Vermeidun g des Krieges er -> hoff!, doch walle man vorläufig weder in Sofia noch in Belgrad etwas von Zugeständnissen wissen.

In der rumänischen Kammer

erklärte Ministerpräsident M a j o r e s e u in Beantwortung einer Anfrage, warum das Verlangen nach einer dring­lichen Beh a ndlung der Vermittelung in dem bul­garisch-rumänischen Streitfall nicht erfüllt worden sei, daß die Vermittelung bedingungslos angenommen worden sei. Rumänien habe lediglich den Wunsch nach einer Beschleuni­gung der Angelegenheit ausgesprochen. Der Ministerpräsi­dent legte sodann die Ursachen der Verzögerung klar und sagte, er habe den Vorschlag des französischen ^Gesandten, Rumänien solle genau wie Bulgarien den Schiedsspruch annehmen, ab gelehnt, da ,er dies ohne Ermächtigung des Parlamentes nicht habe tun können. (Allseitiger Beifall.) Die weiteren Ursachen der Verzögerung hätten in der Wahl der Stadt für die Konferenz und in der Ern en nun g Deleass ss zum B o t s ch af ter in Pe­te r 5b ur g g et e g e u. Er kenne, so führte der Minister­präsident weiter aus, noch nicht den ganzen Inhalt des erst vor fünf Tagen dem rumänischen Gesandten übergebe-

Aus$pülen da diese u.

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igter Chemiker Tium und che®^ ,baresw____

i! i* toi | ' 1SS2, Lyon (Frack- chlandl 1912.

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ermittel » rang entspreis; | Yabrikationsito .aien. Aus drei® [ bäcke entnahm k tz aa. Die gemischt'i a untersucht wordtc. . k rehalte ergaben; : Weitere Tests!*- ij 'n u. analytische be tmmungen ergaben:* der vorhandenen n weißstoffe «nj/] Ij icht verdauliche^ i-tande anwe^- fiosphorsäureu-Ha^ ndinFormdesz^Ä sischen-alsoloM ;n Salzes miteinande. ?rbunden,sodaß ' erscheint- Sch W- iüter Analysen^| and als ein an diref futrermittel char^ j e auf croahmn-'.lj

;Jr Aufzucht jugea

mehrere Paare Ohrberlogucs aus großen Brillanten, zwei Brillantschleifen von ungefähr 16 Zentimeter Länge und 12 Zentt- meter Höhe, mehrere kleine Brillantagrasfen, ein aus acht Teilen bestehender kostbarer Kopfputz von Brillanten und Smaragden und eine Perlenschnur nebst Ohrgehängen, deren größte Perlen den Umfang einer Haselnuß erheblich übertreffen. Die Gesamt­zahl der für alle diese Schmuckstücke zur Verivendung gelangten großen und kleinen Brillanten ist auf 6000 Stück geschätzt.

So verfügt denn der jetzige Chef des Hauses über bedeutende Reichtümer, und da ihm nachgerühint wird, daß er ein sparsamer Hausvater sei und in seiner Residenz- Gmunden auf einen großen Hofhalt verzichte, so ist anzunehmen, daß sie eher zu- denn ab- nehmen.

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Ernst Bo ehe Hofkapellmeister in Olden­burg. Aus Oldenburg wird uns geschrieben: Mit einer sin­fonischen TetralogieOdysseus Fahrten", ans derKirke" be­sonders hevausragte, und der sinfonischen DichtungTaormina" hatte der junge Münchener Ernst Boche, ein Schüler von Rudolf Louis und Heinrich Schwarz, sich bald einen Namen gemacht; neben Richard Strauß und Max Schillings kam er in den Vor­stand des Allgemeinen Musikvereins, und seine Werke figurierten schon auf allen fvrtschrittlick)en Orchesterprogramnien. Neuerdings trat er auch als Dirigent, nicht mir eigener Werke, auf und batte auch als feinfühliger, stilvoller Orchesterleiter überall bemerkens­werte Erfolge. Nun ist es gelungen, ihn für Oldenburgs Hvf- lapelle zu gewinnen, die 24 Jahre lang unter der Leitting von Hof Musikdirektor Manns Hervorragendes nicht gerade geleistet hat. Gastweise dirigierte er bereits ein Konzert: in erstaunlich kurzer Probezeit batte der Orchesterklang die rhythmische Präzision und Lebendigkeit bereits so gewonnen, daß ein starker erster Erfolg den jungen Dirigenten grüßre. Boche verheißt für den nächsten Winter bereits ein vielversprechendes Programm: in wertvoller Auslese Klassiker und Modernes, Uraufführungen, klang­volle Solistennamen. So geht denn Oldenburgs Musikleben einer neuen Aera entgegen, von der man viel Rühmliches unter solchen Auspizien erwarten darf.

Festv orstellung z n Ehren der Goethe-Ge­sellschaft in Weimar. Man schreibt uns aus Weimar, 16. Mai: Heute gab das Hoftheater zu Ehren der Goethe- Gesellschaft denC l a v i g o" und erntete damit einen wohl­verdienten Erfolg mit einer neuen Einübung dieses vielleicht fragwürdigsten der Trauerspiele des liebeskundigen Goethe. Die merkwürdigeTragik d e r S ch w ä ch e" mit der immer parallel laufenden Ehrenhaftigkeit der Gesinnung ninnnt, wie so oft bei

üip inzende Erfolge P :h meinen geseti; teschüteten illl-ipfi iH V

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nr. m

Der Sietzestcr Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentttcy Eiehener§amilienbiiitter. 2iuenna(wöd)cntl.Krci5-. blatt für den Krds Kietzen (Dienstag und Freilag); Iweunal monatl. Land­wirtschaftliche Zeitfragen Fernfprech- Anschlüsse: ZZW General-Anzeiger für Oberhessen T^^"e2ag^mnunmcv Rotation§-ruck uitö Verlag -er vrühl'fchen Univ.-Vuch- und Zteinöruckerei R. Lange. Re-aktion, Lrpe-ition UN- Druckerei: Zchulftratze 7. Lan^":^E.Hetz-^sür den bis vormfttägs 9 Uhr.-ingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße |6a. Anzeigenteil: H. Beck.

dem Industriegebiet und den Wahlkreisen der Parteiführer gebracht. Wir bringen nachstehend einige Ergänzungen dazu:

K a s sel-Lau d-Wi tz en h au sen. Nach den jetzt vorliegenden amtlichen Feststellungen erhielten bei der Land­tagswahl: Heins (Deutschsozial) 1-56, Kimpel (Fortschr. Vp.) 79 Wahlmänner. Außerdem wurden 58 sozialdemokratische Wahlmänner gewählt. Heins hat also die Mehrheit.

Gelnhausen-Schlüchtern (bisher K.). Nach neuerer Feststellung erhielten die Freikonservativen 116, die Nationalliberalen 81, das Zentrum nur 71 und die Sozial­demokraten 20 Wahlmänner. Danach hätte Stichwahl zwischen Freikonservativen und Nation allibe- ralen zu erfolgen, nicht zwischen Freikonservativen und Zentrum, wie zuerst gemeldet wurde.

M arburg. Das Endergebnis ist: 206 freikonservative Wahlmänner für Bredt, 4 sozialdemokratische.

an sich vorn dramatisch-künstlerischen Gesichtspunkt bleiben mag. So war auch diesmal die Wirkung dieser seltsamen Leidschwere, die fast bei jedem Aktschluß zum Alb und Nachtmahr anschwillt, beunruhigend und lastend. Dem Trauerspiel voran ging eine Rezitation aus WielandsGeron der Adlige", vorge­tragen von Dr. Emil Milan 'Charlottenburgi, der feinen Ruf als begabter und sehr durchdacht betonender, klar ansprechender Deklamator in einer Aufgabe, die zu glänzender Wirkung kaum Gelegenheit bot, desto sicherer bewährte. Die epische Erzählung Pava Wielands vom edlen Ritter Geron, der in Liebe zur schönen Frau seines Freundes und Waffengesährten entbrennend, doch im entscheidenden Augenblick die Treue hält, kam schlicht und mit fast überzeugender Wärme zum Ausdruck. Die schöne, über alle Verfänglichkeiten hinweggleitende Diktion Wielands überzeugte aufs Neue unsere Ansicht von der feinen Kultur seiner Sprache, der nur die letzte fortreißende Kckaft der llntatur mangelt. Dr. Milan zog sich mit Ehren aus der nicht leichten9Lffaire" und- wußte den Wielandschen Strophen sogar den Schimmer jener düstern Größe zu geben, die das alte Heldenepos int Ursprüng­lichen durchglüht. Man hört es doch gern in solcher Geschlossen­heit wiedergeprägt. Der Beifall war berechtigt. Sehr stimmungs­voll schloß sich dann das Drama an das Epos, dessen Ausstattung in allem Beiwerk wieder Zeugnis ablegte von dem in nichts sparenden szenischen Apparat unserer Hochühne. Die Darsteller taten ihr Bestes. Der Elavigo des Herrn Riemann war glaub­haft bis ins letzte, der Carlos des Herrn Ulrich von sein über­legter einheitlicher Charakteristik und einer sicheren sprachlichen Prägung, die dieser gioUe zeitweilig, z. B. im 4. Akt, die Führung int Stück zu verleihen vermag. Herrn Jlligers Beaumarchais ließ es an nichts fehlen, um überzeugend zu erschei­nen. Im Publikum wurde ausgiebig geweint und hörbar ge­schluchzt die Sterbeszene war für Viele des Traurigen 'zu viel. Auch Fräulein Schlüter als Marie starb sehr echt.

Prof. W. S.

Ueber die Entdeckung einer altrömischeN Niederlassung in Rockbourne macht O. v. Schleinitz in der Kunstchronik einige interessante Mitteilungen. Auf Grund unö Boden des Lord S'hastesbiM, in Rockbourne, Hampshire wur­den Ausgrabungen borgenommen, die zur Entdeckung einer ganzen altrömischen Niederlassnirg siihrten: man fand die llcberrefte eine« von Graben und Wall geschützten Landhauses, einen Getreide­speicher mit Wärmevorrickftungen, ein Backhaus mit großen Ver­böten an Korn, Ochsen- und Pferdelnocheu, sowie allerlei Töpfer­waren, Krüge, Purbeck-Marmorgesäße, Spimträder, Messerklingen und Münzen atts der Zeit von Galliemis bis Konstantin. Ms ein besonders interessanter Fund ist zugleich die Entdeckung einer Tragbahre aus der Bronzezeit hervorzuheben: eine Aschenurne mit Pfeilspitze, die ebenfalls gesunden wurde, geht Ivie die Trag­bahre, aus die Bronzezeit zurück.

monatlich 75 Pf., viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch

Die militärischen Probleme in Krauk eich.

DemFigaro" zufolge laird sich der Generalstabschef der Marine, Vizeadmiral Le Bris, nach Petersburg be­geben, um die im vergangenen Sommer während des Pariser Besuches des russischen Marine-Generalstabschefs Fürsten Lieven angeknüpsten Besprechungen über ein etwaiges Zusammenwirken derrussischenund der fran­zösischen Flotte wieder aufzunehmen und zu vervoll­ständigen. Ter PanzerkreuzerJeanne d'Are" erhielt den Befehl, nach Kronstadt abzuseaelu und dort während des Aufenthalts des Vizeadmirals Le Bris zu verbleiben.

Aus Toulon wird gemeldet: Am Samstag abend ver­sammelten sich in der Rue de la Ropublique an 200 b i s 300 Soldaten, um eine Kundgebung gegen die von der Regierung beschlossene Zurückbehaltung der Altersklassevon 1910 zu veranstalten. Der Platzkom­mandant ließ sofort Alarm blasen und die meisten Sol­daten kehrten freiwillig in die Kaserne zurück. Die übrigen taten dies, wenn auch murrend, auf Zureden eines Offi­ziers. Die Militärbehörde ordnete eine Untersuchung des Vorfalls an, um die Anstifter der Straßenkundgebung zu ermitteln. Das Kriegsministerium erklärt, es- habe sich durchaus nicht um einen Akt der Meuterei ge­handelt. Der Platzkörnmandant habe verhindern wollen, daß die Soldaten sich an einer von mehreren politischen Vereinigurtaen veranstalteten Protestkundgebung beteiligen, und durch oas Alarmsignal die Mannschaften gezwungen, in die Kaserne zuruckzukehren. Eine Anzahl Soldaten sang die Internationale. Mehrere Soldaten, welche als Rädels­führer angesehen werden, wurden nach dem Gefängnis ge­bracht.

P a ris, 18. Mai. Der frühere Ministerpräsident C ail- l a u x hielt auf dem Bankett der radikal-sozialistischen Partei über das militärische Problem eine Rede, in der er u. a. folgendes ausführte:

Ich bin der Ansicht, daß die internationale Lage neue Pflichten schafft, die wir erfüllen müssen, indem wir unser Augenmerk darauf richten, dke früher eingerichtete militärische Verfassung, die auf der -Organisation eines National Heeres und nicht Be­rufsheeres beruht, zu ergänzen. Daraus, daß eine andere Nation, deren wachsende Bevölkerung der unsrigen schon bedeutend überlegen ist, die tzteißung hat, auf das Berufsheer l.inzust.euern, folgt nicht, daß wir ftc nack>ahmen müssen, indem wir uns auf Nachahmungen versteifen. Es ist tmvcrmeidlich, daß wir unseren

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Bithneibetmciitetii

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lieber die Existenz der Welfenlegion machte Bismarck in der Sitzung des Preußisck/en Mgeordnetenhaufes vom 29. Januar 1869 sehr interessante Mitteilungen. Danach betrug die Stärke der ckegion 1000 bis 1400 Mann. Die einzelnen Abteilungen der Legion, die den Regimentern des ehemaligen Königreichs Han­nover entsprackLN. und sich ans altgedienten Leuten und neu ein- fietretenen Rekruten zus-ammensctzten, waren sowohl in der Um­hegend von Paris, wie auch in Arnims, Beauvais, Orleans und einigen anderen französischen Städten untergebracht. Sie wurden Ion Korporalen einexerziert und von Zeit zu Zeit von Offizieren, iie ihr Quartier in Paris hatten, gemustert. Angeblich sollen <uch ft eine Abteilungen in London und in Anrerika bestanden Arbeit. Die Leute erlftelten einen täglichen Sold von 21 , Franks, Korporale und Offiziere natürlich mehr. In Summa sckötzte Bis- litarxf die jährlichen Ausgaben für 1000 Mann auf 300000 Taler. ^Jch glaube. Sie werden mir wohl recht geben," hieß es in seiner Siebe,daß es nützlicher ist, die Quelle, aus der diese 300000 Taler fließen, zu verstopfen, sie wenigstens nickst länger aus preußischen Staatsgeldern zu speisen."

Von seiner Verbindung mit England hat das hannoversche Königshaus ve-chältnismäßig wenige ftnanzielle Vorteile gehabt. As im Jahre 1837 bei der Thronbesteigung der Königin Viktoria Hannover an deren Oheim, den damaligen Herzog :Emst August ton Cumberland, fiel, wurden diesem sogar die Äronjuwelen des ehemaligen Kurhauses Hannover, die Georg I. im August 1714 tut sich nach London genommen hatte, von der englischen Re­gierung vorenthalteil. Zwanzig Jahre bauerte es. bis sie auf Ciruiib eines Schiedsspmck>s hervorragenber englischer Juristen flurikfgegeben 'wurden. Ihr Wert wurde damals auf 800000 Taler «eschätzt, dürste aber jetzt mindestens 4.5 Millionen Marl be- . . .. .. _____ - ....................

tragen. Es befinden sich darunter eine Zkrone und eine vräckstige, kühle Vernunft-Dialektik des Carlos und der Gcsühlsparoxismus ^iara aus BrillMtten, ein Collier aus auSstczeichnxten Solitärs, | beim Clavigo werden nie veralten,, so ustbefriedigend die .Handütstg

Am Samstag haben wir eine Zusammenfteklung des! Nachbarn mit Rücksicht auf ihre numerische Ueberlegenheit einen Wahlergebnisses üuS Hessen-Nassau, den größeren Städten, Vorteil sichern. Maßregeln müssen getroffen werden zur genauen ~ ......- - ..... Ausführung des Gesetzes von 1905, durch das dte Reierven

verbessert und eingeübt, die militärische Vorbereitung organisiert, die Befestigungen im Osten vergrößert und ausgedehnt, die strate­gischen Linien vermehrt, die Bestände verjüngt und durchgebildet werden, und die Besoldung der Offiziere aufgebessert wird. Es ist

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